
Zwischen moralischem Denken und moralischem Handeln. Das Happy-Victimizer-Phänomen als Erklärungsansatz für Korruption
- 74 Seiten
- German
- PDF
- Über iOS und Android verfügbar
Zwischen moralischem Denken und moralischem Handeln. Das Happy-Victimizer-Phänomen als Erklärungsansatz für Korruption
Über dieses Buch
Masterarbeit aus dem Jahr 2016 im Fachbereich BWL - Unternehmensethik, Wirtschaftsethik, Note: 1, 0, Universität Duisburg-Essen, Veranstaltung: BWL - Didaktik, Wirtschaftspädagogik, Sprache: Deutsch, Abstract: Im Rahmen von Korruption befinden sich die Beteiligten in einer moralischen Konfliktsituation: Sollen sie sich für oder gegen das Einhalten einer moralischen und rechtlichen Regel entscheiden? Fällt die Entscheidung gegen die Einhaltung, liegt die Vermutung nahe, dass sie sich schlecht fühlen. Ziehen sie aus der Missachtung allerdings einen persönlichen Vorteil, empfinden sie unter Umständen positive Gefühle. In der entwicklungs- und moralpsychologischen Forschung wurde ein entsprechendes Phänomen im Kindesalter von Nunner-Winkler und Sodian (1988) identifiziert, das so genannte Happy-Victimizer-Phänomen (HVP). Gestützt auf eine moralkognitive Erklärung und eine Theorie zur situativen Nutzung moralkognitiver Strukturen erläutert es die interne Vermittlung situationsspezifischen Handelns. Der Happy Victimizer (HV) kennt und akzeptiert eine moralische Regel, empfindet aber dennoch positive Emotionen, wenn er diese Regel in einer gegebenen Situation übertritt. Die moralische Regel unterliegt in diesem Fall dem individuellen Vorteilsdenken. Das HVP setzt folglich genau an der Schnittstelle von moralischem Denken und moralischem Handeln an. Neben dem HV existieren drei weitere Alternativen, die anhand von abweichenden Handlungsentscheidungen und Emotionsattributionen Urteilsstrukturen für das Befolgen von oder den Verstoß gegen moralische Regeln liefern. Zum einen der Happy Moralist (HM), der als Gegenpart des HV die Einhaltung der moralischen Regel über das individuelle Vorteilsdenken stellt und sich dabei wiederum gut fühlt. Zum anderen ergeben sich der Unhappy Victimizer (UV) und der Unhappy Moralist (UM). Beide empfinden beim jeweiligen Argumentationsmuster des Victimizers und des Moralisten negative Emotionen. Das intendierte Ziel dieser Arbeit ist, auf theoretischer Ebene die Frage zu untersuchen, mit welchen moralischen Urteilsstrukturen, unter einer entsprechenden Ethik eines Unternehmens, das Verhalten eines Korrumpierenden erklärbar ist. Die zuvor genannten Argumentationsmuster des HV, HM, UV und UM werden dazu als mögliche moralische Urteilsstrukturen herangezogen.
Häufig gestellte Fragen
- Elementar ist ideal für Lernende und Profis, die sich mit einer Vielzahl von Themen beschäftigen möchten. Erhalte Zugang zur Basic-Bibliothek mit über 800.000 vertrauenswürdigen Titeln und Bestsellern in den Bereichen Wirtschaft, persönliche Weiterentwicklung und Geisteswissenschaften. Enthält unbegrenzte Lesezeit und die Standardstimme für die Funktion „Vorlesen“.
- Pro: Perfekt für fortgeschrittene Lernende und Forscher, die einen vollständigen, uneingeschränkten Zugang benötigen. Schalte über 1,4 Millionen Bücher zu Hunderten von Themen frei, darunter akademische und hochspezialisierte Titel. Das Pro-Abo umfasst auch erweiterte Funktionen wie Premium-Vorlesen und den Recherche-Assistenten.
Bitte beachte, dass wir Geräte, auf denen die Betriebssysteme iOS 13 und Android 7 oder noch ältere Versionen ausgeführt werden, nicht unterstützen können. Mehr über die Verwendung der App erfahren.