Studienarbeit aus dem Jahr 2015 im Fachbereich Soziologie - Beziehungen und Familie, Note: 1, Universität Wien (Bildungswissenschaft), Sprache: Deutsch, Abstract: "Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es." Dieses Zitat stammt von der französischen Schriftstellerin Simone de Beauvoir. Sie war Schriftstellerin, Philosophin und Feministin. Mit diesen Worten macht sie deutlich, dass keine biologische oder ökonomische Bestimmung die Gestalt festlegt, die ein weiblicher Mensch in der Gesellschaft annimmt. Vielmehr ist es Beauvoirs prägnanter Ausdruck dafür, dass Geschlecht primär eine soziale Größe ist. In der frühen Kindheit begreift sich ein Mensch nicht als geschlechtlich differenziertes Wesen. Und doch muss man nur mit offenen Augen durch die Welt gehen um festzustellen, dass sich die Menschheit in zwei Kategorien von Individuen teilt, deren Kleidung, Interessen, Körper und Bestätigung unterschiedlich sind. Diese Unterschiede können oberflächlich und kaum erkennbar sein. Sicher ist aber, dass sie in unserer Gesellschaft unübersehbar existieren. So kommt in allen Bereichen des menschlichen Lebens der Geschlechterzugehörigkeit eine große Bedeutung zu.Diese Geschlechterstereotype sind allgegenwärtig und schränken die persönliche Freiheit von Frauen (und Männern) ein. Seit den neunziger Jahren ist der Begriff Feminismus in der Öffentlichkeit, in den Medien und im Alltag wieder präsenter und steht für eine vielfältige Bewegung. Nicht nur der biologische Unterschied zwischen Mann und Frau wird diskutiert, sondern auch das Zusammenspiel mit anderen Kategorien wie Alter, Klasse, Religion etc.Das Hauptziel feministischer Theorie und Praxis ist aber noch immer ein Zuwachs an sozialer Gerechtigkeit, welche die freie Persönlichkeitsentfaltung und die Selbstbestimmung von Frauen miteinschließt bzw. voraussetzt.Ende der sechziger Jahre standen in der feministischen Theorie die Diskussionen zwischen den NaturalistInnen und den KonstruktivistInnen im Vordergrund. So vertreten KonstruktivistInnen, wie zum Beispiel Simone de Beauvoir, die These, dass die Frau ein soziales Konstrukt ist, sie also durch gesellschaftlichen Druck zur Frau gemacht wird. Während NaturalistInnen von einer Verschiedenheit der Geschlechter aufgrund einer biologischen Differenz ausgehen. Judith Butler spricht sich sowohl gegen das biologische als auch das sozial begründete Geschlecht aus.

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