
Der deutsche Bauernkrieg. Willkürliche Aufstände oder strukturierte Erhebungen?
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Der deutsche Bauernkrieg. Willkürliche Aufstände oder strukturierte Erhebungen?
Über dieses Buch
Examensarbeit aus dem Jahr 2018 im Fachbereich Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit, Note: 1, 5, Universität Rostock (Historisches Institut), Sprache: Deutsch, Abstract: Die folgende wissenschaftliche Abschlussarbeit beschäftigt sich mit dem deutschen Bauernkrieg (1524-1526) im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation unter der Fragestellung, ob die Aufstände während des Bauernkriegs als lokal bedingte Einzelereignisse oder überregional strukturierte Erhebungen gesehen werden können. "Lokal" meint im Zuge dieser Arbeit die geografische Beschränkung auf ein Dorf oder kleines Gebiet, während "überregional" eine Erweiterung über die Grenzen der damaligen Reichskreise hinaus meint. Im Nachfolgenden wird der bisherige Forschungsstand zur Thematik dargelegt. Die ersten moderneren Erarbeitungen des deutschen Bauernkriegs begannen mit der, Ende des 18. Jahrhunderts veröffentlichten, Monographie von Georg Friedrich Sartorius. Nach seiner Auffassung entstand der Bauernkrieg in Folge vorangegangener Bauernerhebungen und die Reformation diente als eine Art Katalysator der herrschenden Unzufriedenheit. Das Interesse am Bauernkrieg war bis zum 400. Jubiläum 1925 sehr gering und steigerte sich anschließend wieder. Günther Franz und Mousej M. Smirin bauten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in unterschiedlicher Art und Weise auf den bisherigen Wissensstand zur Thematik auf und vor allem Franz lieferte neue Erkenntnisse in einem Quellenband. Günther Franz entwickelte den Standpunkt, dass der Bauernkrieg den Höhepunkt einer größeren Anzahl von Bauernerhebungen seit dem Spätmittelalter darstellte und er besonders aus dem Autonomiebestreben der damaligen Bauern und ihrer Unzufriedenheit über die feudalen Zustände entstand. Die Reformation bildet für ihn lediglich die "Argumentationsgrundlage" für die Forderungen der Bauern. Günther Franz' Werke sind geprägt von seiner Sympathie zum Nationalsozialismus. Er war seit 1932 auf der Seite Adolf Hitlers und wandte aus dem Nationalsozialismus entwickelte Sichtweisen auf seine historischen Erzeugnisse an, weshalb diese mit Vorsicht zu behandeln sind. Franz sah im Bauernkrieg einen Vorläuferversuch zu 1933, um dem Bauern eine bedeutende Rolle im Staat zu verschaffen. Nach Franz scheiterte dieses Vorhaben vor allem am Fehlen eines wirklichen Anführers. Mousej M. Smirin, der bekannteste sowjetische Reformations- und Bauernkriegsforscher, vertritt dagegen den marxistischen Ansatz. Seiner Auffassung nach müssten nicht nur die Bauern, sondern das gesamte Bürgertum und dessen Verbindung zur Reformation in den Fokus gerückt werden.
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