
- 25 Seiten
- German
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Über dieses Buch
Studienarbeit aus dem Jahr 2015 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1, 0, Freie Universität Berlin, Sprache: Deutsch, Abstract: "Der Sandmann": Traditionell assoziiert man mit dem Titel ein gutmütiges Sandmännchen, das abends Kindern Schlafsand in das Auge streut und sie somit zum Träumen bringt. Der Titel "Der Sandmann" bei E.T.A. Hoffmann allerdings beschreibt eine "grausame Gestalt des Ammenmärchens". Während der Leser mit einer harmlosen Gutenachtgeschichte rechnet, beginnt das Werk mit einer traumatischen Schauergeschichte eines ängstlichen Studenten Namens Nathanael. Mit dem 1816 erschienenen Werk der Romantik wird die Hoffmann'sche Sammlung seiner Nachtstücke eingeführt. Die erste Verwirrung wird somit bereits mit dem Titel des Werkes verursacht, da dieser Erwartungen evoziert, die durch die Erzählungen nicht erfüllt werden. E.T.A. Hoffmann galt nämlich als "großer Meister der verwirrenden Erzählstrategien […], der ganz bewußt die geordneten Erzählstrukturen destruierte, um neue Ausdrucksmöglichkeiten zu schaffen." Die durch die erste Verwirrung geschaffene Ambivalenz zieht sich, unter anderem auch durch die auftauchende Multiperspektivität, durch den ganzen Verlauf der Erzählung. Hoffmann wechselt zwischen verschiedenen Fokalisierungstypen und schafft damit Unbestimmbarkeiten, weshalb seinem Werk so starkes Interesse entgegengebracht wurde. Im "Sandmann" werden mit diesem Wechsel zwei Welten erzeugt: Die innere Welt des Protagonisten Nathanael, der durch das Auftauchen des Wetterglasverkäufers Coppola an sein Kindheitstrauma um Coppelius erinnert wird und die beiden als ein und dieselbe Person sieht. Daneben wird vom Erzähler eine äußere Welt erzeugt, die die Identität der Charaktere ablehnt und die Geschehnisse rational zu erklären versucht.Um der Frage nachzugehen, welches diesen "Dualismus der Wahrnehmung" bewirkt, werden die verschiedenen Lokalisierungen in der Erzählung untersucht. Bewusst wird mit dem Begriff der Fokalisierung gearbeitet. Gérard Genette führte diesen Begriff 1972 in seinem "Discours du récit" ein und beschrieb damit das Verhältnis zwischen dem Wissen der Figuren einer Erzählung und dem Wissen des Erzählers. Die verschiedenen geschilderten und bewusst gewählten Erzählperspektiven beeinflussen die Wahrnehmung der Realität dieser Erzählung. Durch die multiperspektivische Darstellung und die "abrupten Leseransprachen" nachdem ausschließlich genau das Innenleben des Protagonisten wiedergegeben wurde, bleibt der Leser im Unklaren, ob das berichtete der Wahrheit entspricht oder dem traumatisch begründeten Wahnsinn Nathanaels zuzuordnen ist.
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