
Die "Erstarrte Bewegung". Stillstand und Bewegung im Dokumentarfilm "Hotel Sahara"
- 20 Seiten
- German
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Die "Erstarrte Bewegung". Stillstand und Bewegung im Dokumentarfilm "Hotel Sahara"
Über dieses Buch
Studienarbeit aus dem Jahr 2018 im Fachbereich Filmwissenschaft, Note: 1, 7, Universität zu Köln, Sprache: Deutsch, Abstract: Untersuchungsgegenstand der vorliegenden Arbeit ist der Dokumentarfilm Hotel Sahara der deutschen Regisseurin Bettina Haasen aus dem Jahr 2008. Dabei wird untersucht, wie der Wartezustand und das Dazwischen-Sein anhand kinematographischer Mittel dargestellt wird. Zunächst wird das Konzept der "erstarrten Bewegung" von Tom Holert und Mark Terkessidis vorgestellt. Anschließend werden filmische Mittel, wie Bildausschnitt, Bildaufbau, Perspektive, Kamerabewegung, Farbgebung und Ton betrachtet und aufzeigt, wie die Atmosphäre des Stillstands im Film erzeugt wird. Wichtig bei der Untersuchung ist jedoch, nicht aus den Augen zu verlieren, dass die Protagonisten trotz der Erstarrung, in die sie gezwungen werden, dennoch dynamisch dieser Immobilität entgegenwirken und aktiv in ihren Traum von einem besseren Leben investieren. Der Film porträtiert Menschen, die auf ihrer Reise nach Europa in der mauretanischen Stadt Nouadhibou gestrandet sind. Die Stadt ist eine "Durchlaufstation" für junge Afrikaner auf der Suche nach einem bessern Leben, von dort aus werden Migrant*innen von Schleuserorganisationen mit Booten über das Meer geschickt, in der Hoffnung nach einer gefährlichen Überfahrt ihr Ziel Europa zu erreichen. Doch viele können sich die Überfahrt nicht leisten und müssen in Nouadhibou ausharren, bis sie beispielweise genug Geld zusammengespart haben oder sich für die Schleuser eine rentable Anzahl Flüchtender zusammengefunden hat. Diese Situation beschreiben Tom Holert und Mark Terkessidis in ihrem Text "Die Reisen der Migranten", der in dieser Arbeit als Konzept herangezogen werden soll. Die Regisseurin Bettina Haasen sagt selber, sie beschäftige sich seit Jahren mit einem "Mikrokosmos im Wartezustand". In diesen Mikrokosmos führt sie den Zuschauenden mit dem Dokumentarfilm Hotel Sahara ein und stellt "Menschen auf dem Sprung – gefangen in ungewollter Immobilität" vor. Eigener Aussage zu Folge handelt ihr Film vom Hoffen und Warten, vom Dazwischen-Sein, von der Entwurzelung im Transitraum, die oft viele Jahre andauere. Die Besonderheit des Films liegt darin, dass er weniger die, wie üblicherweise, die lineare Migration, sondern stattdessen die Unterbrechungen, das Warten, unerwartete Verzögerungen, Niederlassungen und Zwischenaufenthalte während des Prozesses, thematisiert.
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