
- 24 Seiten
- German
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Über dieses Buch
Studienarbeit aus dem Jahr 2015 im Fachbereich Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik, Note: 1, 3, Otto-Friedrich-Universität Bamberg (Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften), Sprache: Deutsch, Abstract: Der Anreiz dieser Hausarbeit ist es, durch das Auswerten und Kategorisieren von zahlreichen Klagegebärden eine faktische Beurteilung des Klageverhaltens Etzels treffen zu können. Anhand zahlreicher Verse soll beispielhaft aufgezeigt werden, inwiefern die Norm der Geschlechterrolle in Form des Klage- und Trauerverhaltens von König Etzel eingehalten wird. Bei der Lektüre der Nibelungenklage ist es unabdinglich den Protagonisten am Hunnenhof besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Sie werden von Dichter und den anderen Figuren in einem besonderen Maße in den Mittelpunkt der Totenklage gehoben. Die Klagegebärden des König Etzels stehen an Ausmaß und Emotionalität weit über allen anderen Figuren und geben dem heutigen Leser vor allen Dingen Rätsel auf. Scheinbar überschreitet der König in seiner unermesslichen Trauer immer wieder die gesellschaftlichen Grenzen der Klage. "Allen schriftlichen Quellen zufolge trennt das Mittelalter streng zwischen (der Wahrnehmung/Inszenierung von) männlichen und weiblichen Körpern wie den dazugehörigen sozialen Geschlechtsidentitäten. Jeder Versuch der Transgression der Geschlechtergrenzen (sowohl der körperlichen wie der sozialen) wird – außer unter relativ klar definierten Sonderkonditionen – gesellschaftlich sanktioniert." Die sozialen Geschlechteridentitäten geben in der mittelalterlichen Literatur einen klar abgesteckten Spielraum für die Figuren vor, in dessen Grenzen ein konventioneller Akteur agieren darf. Verhaltensmuster waren für die damalige Gesellschaft notwendig, denn nur durch sie konnten Stabilität und Ordnung hergestellt werden. Das kalkulierbare Verhalten sicherte einen Austausch von Informationen. Die geschlechterspezifische Kategorisierung von Verhaltensmustern muss demnach auch für das Trauer- und Klageverhalten von literarischen Figuren gegolten haben. Althoff hält dazu fest, dass "(…) auch mittelalterliche Literatur bei ihren Beschreibungen von Kommunikations- und Interaktionsvorgängen nicht ohne Rückgriff aus diese Spielregeln auskommt." Zum erleichterten Austausch von Information orientierten sich schon die Dichter des Mittelalters an festgeschriebenen Trauer- und Klagegebärden, dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass die Dichter ihrer Zeit auch schon mit solchen Regelwerken spielen konnten.
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