
Selbstporträts
Expressionismus 20
- 106 Seiten
- German
- PDF
- Über iOS und Android verfügbar
Selbstporträts
Expressionismus 20
Über dieses Buch
Das Selbstporträt gehört zu den klassischen Motiven der Malerei, führt darüber hinaus aber auch zu der für die Moderne zentralen Frage nach den Wechselwirkungen zwischen Künstler*in und Werk. Es rückt den Produktionsprozess ebenso ins Zentrum wie den Menschen dahinter und erlaubt so neben der programmatischen Selbstverortung auch eine Diskussion über Art und Rolle künstlerischen Schaffens, die weit über die bildende Kunst hinausgeht.
Während die künstlerische Selbstinszenierung durch Spiegelung der eigenen Person im eigenen Werk in der Literatur weit verbreitet ist, werden deren mediale Möglichkeiten durch die Fotografie entscheidend erweitert. Und auch die Selbstdarstellung der kunstschaffenden Persönlichkeit verändert sich – man denke an die Akte von Egon Schiele, der sich oft selbst nackt und stilisiert malte und damit durchaus für Kontroversen sorgte. Diese neue Fokussierung auf das Selbst begründet sich nicht zuletzt im Aufkommen der Psychoanalyse und ihres Begriffs eines 'Ichs', das sich vor dem Hintergrund verdrängter Traumata und Sexualität gesellschaftlich konstituieren muss.
So nimmt der Druck zur Selbstinszenierung vor dem Hintergrund miteinander konkurrierender und oft kurzlebiger (avantgardistischer) Strömungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts deutlich zu, die nicht ohne Grund ihre Positionen durch so viele Manifeste begründen. Hinzu kommt, dass die Rolle von Künstler*innen zeitgenössisch stark über ihr Verhältnis zur Gesellschaft definiert wird. Künstlertum gilt es biografisch in Szene zu setzen und das Werk muss wiederum zu der Persona passen, der sich ihr*e Erschaffer*in verpflichtet fühlt.
Immer wirft das Selbstporträt die Frage nach dem Verhältnis von Kunst und Realität auf, nach der Frage der autobiografischen Lesbarkeit. Den Risiken einer solchen Deutungsperspektive geht dieser Band ebenso nach wie einzelnen expressionistischen Selbstporträts aus Bildender Kunst und Literatur, u.a. von Käthe Kollwitz, Paula Modersohn-Becker, Hanna Nagel, Gottfried Benn, Michail Vrubel? und Emmy Hennings. Sie stehen im Kontext von Selbstinszenierungspraktiken, weisen aber auch über das häufige Spiegel-Motiv Schnittmengen auf, deren Untersuchung lohnenswert ist.
Mit Beiträgen von Matthias Berning, Stephanie Bremerich, Océane Gonnet, Isabel Mehl, Susanne Pocai und Adina Christine Rösch.
Häufig gestellte Fragen
- Elementar ist ideal für Lernende und Profis, die sich mit einer Vielzahl von Themen beschäftigen möchten. Erhalte Zugang zur Basic-Bibliothek mit über 800.000 vertrauenswürdigen Titeln und Bestsellern in den Bereichen Wirtschaft, persönliche Weiterentwicklung und Geisteswissenschaften. Enthält unbegrenzte Lesezeit und die Standardstimme für die Funktion „Vorlesen“.
- Pro: Perfekt für fortgeschrittene Lernende und Forscher, die einen vollständigen, uneingeschränkten Zugang benötigen. Schalte über 1,4 Millionen Bücher zu Hunderten von Themen frei, darunter akademische und hochspezialisierte Titel. Das Pro-Abo umfasst auch erweiterte Funktionen wie Premium-Vorlesen und den Recherche-Assistenten.
Bitte beachte, dass wir Geräte, auf denen die Betriebssysteme iOS 13 und Android 7 oder noch ältere Versionen ausgeführt werden, nicht unterstützen können. Mehr über die Verwendung der App erfahren.
Information
Inhaltsverzeichnis
- Cover
- Half Title
- Title Page
- Colophon
- Table of Contents
- Editorial
- Zugänge und Deutungsperspektiven
- Selbstporträts und Selbstinszenierung
- Spiegelbilder – Blicke – Selbstporträts
- Rezensionen
- Abbildungsverzeichnis
- Call for Papers: Kino und Film
- Backcover