
- 184 Seiten
- German
- PDF
- Über iOS und Android verfügbar
eBook - PDF
Über dieses Buch
Der Kreisgeschichtsverein Calw e.V. (KGV) präsentiert zum dreizehnten Mal den Band "Einst & Heute – Historisches Jahrbuch für den Landkreis Calw", in Fortsetzung der gleichnamigen Heftrei-he sowie der Jahrbücher des Landkreises Calw. Auf 184 Seiten sind nach der Einleitung des Re-dakteurs elf Beiträge verschiedener Autoren zu lesen. Die untenstehende Liste gibt eine Über-sicht. Die informativen Abhandlungen konnten nur durch den Fleiß der Autoren und deren umfang-reiche Recherchen in den Archiven, vor Ort und in der Literatur entstehen. Dabei gilt es zu beto-nen, dass die lokalen Archive durch die dauerhafte Aufbewahrung schützenswerten Kulturguts die wesentliche Grundlage dafür bieten, dass heutige und künftige Generationen einen Blick in die Vergangenheit werfen können. Durch die zeitintensive und fordernde Arbeit der Autoren kann die-ses "Rohmaterial" im weiteren Verlauf für die Öffentlichkeit nutzbar gemacht und in einem ver-ständlichen und übersichtlichen Format zur Verfügung gestellt werden. Besonderer Dank gilt den ehrenamtlich Tätigen: Autoren, Redakteur, Redaktionsbeirat und allen darüber hinaus an der Er-stellung des Werkes beteiligten Mitgliedern des KGV, weiter der Sponsorin Sparkasse Pforzheim Calw, sowie dem die Herausgabe fördernden Landkreis Calw. Alle gemeinsam ermöglichen durch ihr Engagement neue Einblicke in vergangene Zeiten.
Häufig gestellte Fragen
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Information
Jahr
2025eBook-ISBN:
9783897350441Thema
GeschichteInhaltsverzeichnis
- Einst & Heute Historisches Jahrbuch für dem Landkreis Calw Ausgabe 2025/26
- Herausgeber Kreisgeschichtsverein Calw e. V.
- Herausgeber Kreisgeschichtsverein Calw e. V.
- Herausgeber Kreisgeschichtsverein Calw e. V.
- Herausgeber Kreisgeschichtsverein Calw e. V.
- Herausgeber Kreisgeschichtsverein Calw e. V.
- Herausgeber Kreisgeschichtsverein Calw e. V.
- Umschlagbild: „Hesse“ von Tamara Gross, Calw
- ISSN 2197-523X ISBN 978-3-949763-22-9
- ISSN 2197-523X ISBN 978-3-949763-22-9
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- ISSN 2197-523X ISBN 978-3-949763-22-9
- ISSN 2197-523X ISBN 978-3-949763-22-9
- ISSN 2197-523X ISBN 978-3-949763-22-9
- Inhalt
- Verzeichnis der Autorinnen und Autoren
- [email protected]
- Dr. Frank Engel Stadtarchiv Calw Im Zwinger 20 75365 Calw E-Mail:
- Kilian Spiethoff
- Einleitung
- Einleitung
- Einleitung
- Einleitung
- Einleitung
- Einleitung
- Fälschungen entlarvt, manche letztend-lich wieder als inhaltlich wahrheitsgetreu „rehabilitiert“. So galt über viele Jahrzehnte hinweg der sogenannte „Öhringer Stiftungsbrief“ von 1037 als erstes überliefertes Doku-ment, in dem der Name der Stadt Calw schriftlich fixiert worden war:7 Ein „Adel-bertus comes de Kalewa“ (Adalbert Graf von Calw), so der Anschein, hatte darin mit anderen Grafen die Gründung des Öhringer Chorherrenstifts durch den Re-gensburger Bischof Gebhard III. bezeugt. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts kamen jedoch aufgrund des zeituntypischen Schriftbilds erste Zweifel an der Echt-heit der Urkunde auf8 , die sich Anfang der 1930er Jahre nach einer gründlichen Untersuchung durch den Stuttgarter His-toriker Karl Weller weiter verfestigten.9
- Fälschungen entlarvt, manche letztend-lich wieder als inhaltlich wahrheitsgetreu „rehabilitiert“. So galt über viele Jahrzehnte hinweg der sogenannte „Öhringer Stiftungsbrief“ von 1037 als erstes überliefertes Doku-ment, in dem der Name der Stadt Calw schriftlich fixiert worden war:7 Ein „Adel-bertus comes de Kalewa“ (Adalbert Graf von Calw), so der Anschein, hatte darin mit anderen Grafen die Gründung des Öhringer Chorherrenstifts durch den Re-gensburger Bischof Gebhard III. bezeugt. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts kamen jedoch aufgrund des zeituntypischen Schriftbilds erste Zweifel an der Echt-heit der Urkunde auf8 , die sich Anfang der 1930er Jahre nach einer gründlichen Untersuchung durch den Stuttgarter His-toriker Karl Weller weiter verfestigten.9
- Fälschungen entlarvt, manche letztend-lich wieder als inhaltlich wahrheitsgetreu „rehabilitiert“. So galt über viele Jahrzehnte hinweg der sogenannte „Öhringer Stiftungsbrief“ von 1037 als erstes überliefertes Doku-ment, in dem der Name der Stadt Calw schriftlich fixiert worden war:7 Ein „Adel-bertus comes de Kalewa“ (Adalbert Graf von Calw), so der Anschein, hatte darin mit anderen Grafen die Gründung des Öhringer Chorherrenstifts durch den Re-gensburger Bischof Gebhard III. bezeugt. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts kamen jedoch aufgrund des zeituntypischen Schriftbilds erste Zweifel an der Echt-heit der Urkunde auf8 , die sich Anfang der 1930er Jahre nach einer gründlichen Untersuchung durch den Stuttgarter His-toriker Karl Weller weiter verfestigten.9
- Fälschungen entlarvt, manche letztend-lich wieder als inhaltlich wahrheitsgetreu „rehabilitiert“. So galt über viele Jahrzehnte hinweg der sogenannte „Öhringer Stiftungsbrief“ von 1037 als erstes überliefertes Doku-ment, in dem der Name der Stadt Calw schriftlich fixiert worden war:7 Ein „Adel-bertus comes de Kalewa“ (Adalbert Graf von Calw), so der Anschein, hatte darin mit anderen Grafen die Gründung des Öhringer Chorherrenstifts durch den Re-gensburger Bischof Gebhard III. bezeugt. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts kamen jedoch aufgrund des zeituntypischen Schriftbilds erste Zweifel an der Echt-heit der Urkunde auf8 , die sich Anfang der 1930er Jahre nach einer gründlichen Untersuchung durch den Stuttgarter His-toriker Karl Weller weiter verfestigten.9
- Fälschungen entlarvt, manche letztend-lich wieder als inhaltlich wahrheitsgetreu „rehabilitiert“. So galt über viele Jahrzehnte hinweg der sogenannte „Öhringer Stiftungsbrief“ von 1037 als erstes überliefertes Doku-ment, in dem der Name der Stadt Calw schriftlich fixiert worden war:7 Ein „Adel-bertus comes de Kalewa“ (Adalbert Graf von Calw), so der Anschein, hatte darin mit anderen Grafen die Gründung des Öhringer Chorherrenstifts durch den Re-gensburger Bischof Gebhard III. bezeugt. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts kamen jedoch aufgrund des zeituntypischen Schriftbilds erste Zweifel an der Echt-heit der Urkunde auf8 , die sich Anfang der 1930er Jahre nach einer gründlichen Untersuchung durch den Stuttgarter His-toriker Karl Weller weiter verfestigten.9
- Fälschungen entlarvt, manche letztend-lich wieder als inhaltlich wahrheitsgetreu „rehabilitiert“. So galt über viele Jahrzehnte hinweg der sogenannte „Öhringer Stiftungsbrief“ von 1037 als erstes überliefertes Doku-ment, in dem der Name der Stadt Calw schriftlich fixiert worden war:7 Ein „Adel-bertus comes de Kalewa“ (Adalbert Graf von Calw), so der Anschein, hatte darin mit anderen Grafen die Gründung des Öhringer Chorherrenstifts durch den Re-gensburger Bischof Gebhard III. bezeugt. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts kamen jedoch aufgrund des zeituntypischen Schriftbilds erste Zweifel an der Echt-heit der Urkunde auf8 , die sich Anfang der 1930er Jahre nach einer gründlichen Untersuchung durch den Stuttgarter His-toriker Karl Weller weiter verfestigten.9
- von 1075 – die vermeintliche „Zweitnennung“ der Stadt – erheblich unter Fälschungsverdacht geraten war. Seit den 1950er Jahren wurde diese Urkunde dann jedoch zunehmend wieder als echt oder zumindest als eine inhaltlich echte Kopie eines verloren gegangenen Originals beschrieben.13 Als daraufhin im Sommer 1975 die erhoff-te 900-Jahr-Feier endlich stattfinden konnte, geschah dies unter weitaus friedlicheren Vor-zeichen, als es im „Dritten Reich“ möglich ge-wesen wäre. Zugleich stellte sich aber nunmehr die ganz praktische Frage, welche Rolle die Stadtgeschichte im Rahmen der Jubiläumsfes-tivitäten einnehmen sollte. 1965 noch hatte der damalige Volksschullehrer (und spätere Stadt-archivar) Walter Staudenmeyer seine Zöglinge beim Kinderfest unter dem Motto „890 Jahre Calw“ als Tuchhändler, Holzhauer und Flößer
- Vergangenheit verbunden sein muss, sondern ihre Stärke auch aus einer gemeinsam erlebten Gegenwart beziehen kann. Dessen ungeachtet bieten Ortsjubiläen einen wichtigen Anlass, auf Ereignisse und Ent-wicklungen zurückzublicken, die unsere hei-matliche Lebenswelt bis in die Jetztzeit hinein geprägt und gestaltet haben. So ist die 950-Jahr-Feier der Stadt Calw auch an der vorliegenden Ausgabe von „Einst & Heute“ nicht spurlos vorübergegangen: Allein fünf von elf Beiträ-gen widmen sich verschiedenen Episoden aus der Vergangenheit unserer Kreisstadt und ihres Teilorts Hirsau. Wie immer soll Ihnen unser historisches Jahrbuch jedoch auch jenseits dieses Schwerpunkts ein weites Spektrum an Beiträgen zu unterschiedlichen Themen und Epochen unserer Kreisgeschichte vor Augen führen. In einem ebenso gründlich recherchierten wie inhaltlich wertvollen Aufsatz macht uns Ar-min Langner zunächst mit den Pfleghöfen des Klosters Hirsau vertraut. Indem er das beein-druckend ausgedehnte Wirtschaftsnetzwerk des Klosters schildert, das von Heilbronn bis Herrenberg, von Karlsruhe bis Neckartail-fingen reichte, zeigt er die Bedeutung auf, die Hirsau in der mittelalterlichen Welt nicht nur als religiös-kulturellem, sondern auch als öko-nomischem Bezugspunkt zukam. Die auffälligen Verbindungen zwischen den Bildprogrammen des berühmten Gothaer Ta-felaltars aus der Werkstatt des Herrenberger Malers Heinrich Füllmaurer und der einstigen Ausmalung der Klosterkirche St. Peter und Paul in Hirsau hat Dr. Klaus-Peter Hartmann zum Anlass einer aufschlussreichen Untersu-chung genommen. Dabei gelingt es ihm, über-zeugende Argumente für die These zu liefern, dass die Urheberschaft an den Hirsauer Kunst-werken ebenfalls Füllmaurer zuzuschreiben sei. Dem Aufstieg Bad Wildbads zum internatio-nal bekannten Badeort des 16. Jahrhunderts hat sich Verena Mack gewidmet. Ihr Überblick
- Vergangenheit verbunden sein muss, sondern ihre Stärke auch aus einer gemeinsam erlebten Gegenwart beziehen kann. Dessen ungeachtet bieten Ortsjubiläen einen wichtigen Anlass, auf Ereignisse und Ent-wicklungen zurückzublicken, die unsere hei-matliche Lebenswelt bis in die Jetztzeit hinein geprägt und gestaltet haben. So ist die 950-Jahr-Feier der Stadt Calw auch an der vorliegenden Ausgabe von „Einst & Heute“ nicht spurlos vorübergegangen: Allein fünf von elf Beiträ-gen widmen sich verschiedenen Episoden aus der Vergangenheit unserer Kreisstadt und ihres Teilorts Hirsau. Wie immer soll Ihnen unser historisches Jahrbuch jedoch auch jenseits dieses Schwerpunkts ein weites Spektrum an Beiträgen zu unterschiedlichen Themen und Epochen unserer Kreisgeschichte vor Augen führen. In einem ebenso gründlich recherchierten wie inhaltlich wertvollen Aufsatz macht uns Ar-min Langner zunächst mit den Pfleghöfen des Klosters Hirsau vertraut. Indem er das beein-druckend ausgedehnte Wirtschaftsnetzwerk des Klosters schildert, das von Heilbronn bis Herrenberg, von Karlsruhe bis Neckartail-fingen reichte, zeigt er die Bedeutung auf, die Hirsau in der mittelalterlichen Welt nicht nur als religiös-kulturellem, sondern auch als öko-nomischem Bezugspunkt zukam. Die auffälligen Verbindungen zwischen den Bildprogrammen des berühmten Gothaer Ta-felaltars aus der Werkstatt des Herrenberger Malers Heinrich Füllmaurer und der einstigen Ausmalung der Klosterkirche St. Peter und Paul in Hirsau hat Dr. Klaus-Peter Hartmann zum Anlass einer aufschlussreichen Untersu-chung genommen. Dabei gelingt es ihm, über-zeugende Argumente für die These zu liefern, dass die Urheberschaft an den Hirsauer Kunst-werken ebenfalls Füllmaurer zuzuschreiben sei. Dem Aufstieg Bad Wildbads zum internatio-nal bekannten Badeort des 16. Jahrhunderts hat sich Verena Mack gewidmet. Ihr Überblick
- Vergangenheit verbunden sein muss, sondern ihre Stärke auch aus einer gemeinsam erlebten Gegenwart beziehen kann. Dessen ungeachtet bieten Ortsjubiläen einen wichtigen Anlass, auf Ereignisse und Ent-wicklungen zurückzublicken, die unsere hei-matliche Lebenswelt bis in die Jetztzeit hinein geprägt und gestaltet haben. So ist die 950-Jahr-Feier der Stadt Calw auch an der vorliegenden Ausgabe von „Einst & Heute“ nicht spurlos vorübergegangen: Allein fünf von elf Beiträ-gen widmen sich verschiedenen Episoden aus der Vergangenheit unserer Kreisstadt und ihres Teilorts Hirsau. Wie immer soll Ihnen unser historisches Jahrbuch jedoch auch jenseits dieses Schwerpunkts ein weites Spektrum an Beiträgen zu unterschiedlichen Themen und Epochen unserer Kreisgeschichte vor Augen führen. In einem ebenso gründlich recherchierten wie inhaltlich wertvollen Aufsatz macht uns Ar-min Langner zunächst mit den Pfleghöfen des Klosters Hirsau vertraut. Indem er das beein-druckend ausgedehnte Wirtschaftsnetzwerk des Klosters schildert, das von Heilbronn bis Herrenberg, von Karlsruhe bis Neckartail-fingen reichte, zeigt er die Bedeutung auf, die Hirsau in der mittelalterlichen Welt nicht nur als religiös-kulturellem, sondern auch als öko-nomischem Bezugspunkt zukam. Die auffälligen Verbindungen zwischen den Bildprogrammen des berühmten Gothaer Ta-felaltars aus der Werkstatt des Herrenberger Malers Heinrich Füllmaurer und der einstigen Ausmalung der Klosterkirche St. Peter und Paul in Hirsau hat Dr. Klaus-Peter Hartmann zum Anlass einer aufschlussreichen Untersu-chung genommen. Dabei gelingt es ihm, über-zeugende Argumente für die These zu liefern, dass die Urheberschaft an den Hirsauer Kunst-werken ebenfalls Füllmaurer zuzuschreiben sei. Dem Aufstieg Bad Wildbads zum internatio-nal bekannten Badeort des 16. Jahrhunderts hat sich Verena Mack gewidmet. Ihr Überblick
- Vergangenheit verbunden sein muss, sondern ihre Stärke auch aus einer gemeinsam erlebten Gegenwart beziehen kann. Dessen ungeachtet bieten Ortsjubiläen einen wichtigen Anlass, auf Ereignisse und Ent-wicklungen zurückzublicken, die unsere hei-matliche Lebenswelt bis in die Jetztzeit hinein geprägt und gestaltet haben. So ist die 950-Jahr-Feier der Stadt Calw auch an der vorliegenden Ausgabe von „Einst & Heute“ nicht spurlos vorübergegangen: Allein fünf von elf Beiträ-gen widmen sich verschiedenen Episoden aus der Vergangenheit unserer Kreisstadt und ihres Teilorts Hirsau. Wie immer soll Ihnen unser historisches Jahrbuch jedoch auch jenseits dieses Schwerpunkts ein weites Spektrum an Beiträgen zu unterschiedlichen Themen und Epochen unserer Kreisgeschichte vor Augen führen. In einem ebenso gründlich recherchierten wie inhaltlich wertvollen Aufsatz macht uns Ar-min Langner zunächst mit den Pfleghöfen des Klosters Hirsau vertraut. Indem er das beein-druckend ausgedehnte Wirtschaftsnetzwerk des Klosters schildert, das von Heilbronn bis Herrenberg, von Karlsruhe bis Neckartail-fingen reichte, zeigt er die Bedeutung auf, die Hirsau in der mittelalterlichen Welt nicht nur als religiös-kulturellem, sondern auch als öko-nomischem Bezugspunkt zukam. Die auffälligen Verbindungen zwischen den Bildprogrammen des berühmten Gothaer Ta-felaltars aus der Werkstatt des Herrenberger Malers Heinrich Füllmaurer und der einstigen Ausmalung der Klosterkirche St. Peter und Paul in Hirsau hat Dr. Klaus-Peter Hartmann zum Anlass einer aufschlussreichen Untersu-chung genommen. Dabei gelingt es ihm, über-zeugende Argumente für die These zu liefern, dass die Urheberschaft an den Hirsauer Kunst-werken ebenfalls Füllmaurer zuzuschreiben sei. Dem Aufstieg Bad Wildbads zum internatio-nal bekannten Badeort des 16. Jahrhunderts hat sich Verena Mack gewidmet. Ihr Überblick
- Vergangenheit verbunden sein muss, sondern ihre Stärke auch aus einer gemeinsam erlebten Gegenwart beziehen kann. Dessen ungeachtet bieten Ortsjubiläen einen wichtigen Anlass, auf Ereignisse und Ent-wicklungen zurückzublicken, die unsere hei-matliche Lebenswelt bis in die Jetztzeit hinein geprägt und gestaltet haben. So ist die 950-Jahr-Feier der Stadt Calw auch an der vorliegenden Ausgabe von „Einst & Heute“ nicht spurlos vorübergegangen: Allein fünf von elf Beiträ-gen widmen sich verschiedenen Episoden aus der Vergangenheit unserer Kreisstadt und ihres Teilorts Hirsau. Wie immer soll Ihnen unser historisches Jahrbuch jedoch auch jenseits dieses Schwerpunkts ein weites Spektrum an Beiträgen zu unterschiedlichen Themen und Epochen unserer Kreisgeschichte vor Augen führen. In einem ebenso gründlich recherchierten wie inhaltlich wertvollen Aufsatz macht uns Ar-min Langner zunächst mit den Pfleghöfen des Klosters Hirsau vertraut. Indem er das beein-druckend ausgedehnte Wirtschaftsnetzwerk des Klosters schildert, das von Heilbronn bis Herrenberg, von Karlsruhe bis Neckartail-fingen reichte, zeigt er die Bedeutung auf, die Hirsau in der mittelalterlichen Welt nicht nur als religiös-kulturellem, sondern auch als öko-nomischem Bezugspunkt zukam. Die auffälligen Verbindungen zwischen den Bildprogrammen des berühmten Gothaer Ta-felaltars aus der Werkstatt des Herrenberger Malers Heinrich Füllmaurer und der einstigen Ausmalung der Klosterkirche St. Peter und Paul in Hirsau hat Dr. Klaus-Peter Hartmann zum Anlass einer aufschlussreichen Untersu-chung genommen. Dabei gelingt es ihm, über-zeugende Argumente für die These zu liefern, dass die Urheberschaft an den Hirsauer Kunst-werken ebenfalls Füllmaurer zuzuschreiben sei. Dem Aufstieg Bad Wildbads zum internatio-nal bekannten Badeort des 16. Jahrhunderts hat sich Verena Mack gewidmet. Ihr Überblick
- Vergangenheit verbunden sein muss, sondern ihre Stärke auch aus einer gemeinsam erlebten Gegenwart beziehen kann. Dessen ungeachtet bieten Ortsjubiläen einen wichtigen Anlass, auf Ereignisse und Ent-wicklungen zurückzublicken, die unsere hei-matliche Lebenswelt bis in die Jetztzeit hinein geprägt und gestaltet haben. So ist die 950-Jahr-Feier der Stadt Calw auch an der vorliegenden Ausgabe von „Einst & Heute“ nicht spurlos vorübergegangen: Allein fünf von elf Beiträ-gen widmen sich verschiedenen Episoden aus der Vergangenheit unserer Kreisstadt und ihres Teilorts Hirsau. Wie immer soll Ihnen unser historisches Jahrbuch jedoch auch jenseits dieses Schwerpunkts ein weites Spektrum an Beiträgen zu unterschiedlichen Themen und Epochen unserer Kreisgeschichte vor Augen führen. In einem ebenso gründlich recherchierten wie inhaltlich wertvollen Aufsatz macht uns Ar-min Langner zunächst mit den Pfleghöfen des Klosters Hirsau vertraut. Indem er das beein-druckend ausgedehnte Wirtschaftsnetzwerk des Klosters schildert, das von Heilbronn bis Herrenberg, von Karlsruhe bis Neckartail-fingen reichte, zeigt er die Bedeutung auf, die Hirsau in der mittelalterlichen Welt nicht nur als religiös-kulturellem, sondern auch als öko-nomischem Bezugspunkt zukam. Die auffälligen Verbindungen zwischen den Bildprogrammen des berühmten Gothaer Ta-felaltars aus der Werkstatt des Herrenberger Malers Heinrich Füllmaurer und der einstigen Ausmalung der Klosterkirche St. Peter und Paul in Hirsau hat Dr. Klaus-Peter Hartmann zum Anlass einer aufschlussreichen Untersu-chung genommen. Dabei gelingt es ihm, über-zeugende Argumente für die These zu liefern, dass die Urheberschaft an den Hirsauer Kunst-werken ebenfalls Füllmaurer zuzuschreiben sei. Dem Aufstieg Bad Wildbads zum internatio-nal bekannten Badeort des 16. Jahrhunderts hat sich Verena Mack gewidmet. Ihr Überblick
- 1849, S. 276–281. Erwähnungen im „Codex Hirsaugiensis“, die auf frühere Daten verwei
- des Künstlers im Kreis seiner Frau Margarete und seiner Tochter Cora. Alles in allem ent-steht so ein Gesamtbild, das Lust darauf weckt, sich näher mit Weinholds Werk zu befassen – etwa bei einem Besuch im Schaudepot der Stadt Calw. Die schrecklichen Jahre des Zweiten Weltkriegs in Neuweiler und den umliegenden Dörfern schildert unser langjähriger treuer Mitarbeiter Hans Schabert. Er gewährt uns dabei Einblicke in eine Zeit, die von Willkürherrschaft, Gewalt und Not geprägt war. Auf die zynischen Nach-richten vom „Heldentod“ der jungen Männer an den Frontlinien folgten für die ländliche Bevölkerung die Schrecken des Luftkriegs und schließlich die Plünderungen und Gewalttaten der Besatzungszeit. Zu den Menschen, die nach der „Stunde Null“ versuchten, unter schwersten Bedingungen den Aufbau eines neuen demokratischen Deutsch-lands in die Wege zu leiten, gehörte auch der von 1945 bis 1946 amtierende Nagolder Bür-germeister Walter Wolf. Ulrich Schmelzer hat dieser äußerst verdienten Persönlichkeit der
- des Künstlers im Kreis seiner Frau Margarete und seiner Tochter Cora. Alles in allem ent-steht so ein Gesamtbild, das Lust darauf weckt, sich näher mit Weinholds Werk zu befassen – etwa bei einem Besuch im Schaudepot der Stadt Calw. Die schrecklichen Jahre des Zweiten Weltkriegs in Neuweiler und den umliegenden Dörfern schildert unser langjähriger treuer Mitarbeiter Hans Schabert. Er gewährt uns dabei Einblicke in eine Zeit, die von Willkürherrschaft, Gewalt und Not geprägt war. Auf die zynischen Nach-richten vom „Heldentod“ der jungen Männer an den Frontlinien folgten für die ländliche Bevölkerung die Schrecken des Luftkriegs und schließlich die Plünderungen und Gewalttaten der Besatzungszeit. Zu den Menschen, die nach der „Stunde Null“ versuchten, unter schwersten Bedingungen den Aufbau eines neuen demokratischen Deutsch-lands in die Wege zu leiten, gehörte auch der von 1945 bis 1946 amtierende Nagolder Bür-germeister Walter Wolf. Ulrich Schmelzer hat dieser äußerst verdienten Persönlichkeit der
- Stadt- und Kreisgeschichte mit einer umfassen-den biographischen Abhandlung ein würdiges Denkmal gesetzt. Mit einem kurzen Beitrag über die Ausgra-bungen Hans Peter Köpfs in der Nagolder Turmstraße knüpft Lena Hauser an ihren letzt-jährigen Aufsatz zu diesem Thema an. Dan-kenswerterweise hat sich ein Nagolder Bürger gefunden, der bereit war, seine Bilder von den damaligen Grabungsarbeiten zum Abdruck zur Verfügung zu stellen. Abgerundet wird unser aktuelles Jahrbuch durch einen Blick Hans Schaberts in die jüngere Zeitgeschichte: Der „Preußische Meilenstein“ in Bad Liebenzell erinnert bis heute an die 1961 durch die Berliner Volksbank im Schatten des Kalten Krieges gegründete, 1993 in den „Ver-einigten Volksbanken Calw/Weil der Stadt“ aufgegangene „Liebenzeller Bank“. Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Lektüre unseres Jahrbuchs! Kilian Spiethoff, Kreisarchivar
- des Künstlers im Kreis seiner Frau Margarete und seiner Tochter Cora. Alles in allem ent-steht so ein Gesamtbild, das Lust darauf weckt, sich näher mit Weinholds Werk zu befassen – etwa bei einem Besuch im Schaudepot der Stadt Calw. Die schrecklichen Jahre des Zweiten Weltkriegs in Neuweiler und den umliegenden Dörfern schildert unser langjähriger treuer Mitarbeiter Hans Schabert. Er gewährt uns dabei Einblicke in eine Zeit, die von Willkürherrschaft, Gewalt und Not geprägt war. Auf die zynischen Nach-richten vom „Heldentod“ der jungen Männer an den Frontlinien folgten für die ländliche Bevölkerung die Schrecken des Luftkriegs und schließlich die Plünderungen und Gewalttaten der Besatzungszeit. Zu den Menschen, die nach der „Stunde Null“ versuchten, unter schwersten Bedingungen den Aufbau eines neuen demokratischen Deutsch-lands in die Wege zu leiten, gehörte auch der von 1945 bis 1946 amtierende Nagolder Bür-germeister Walter Wolf. Ulrich Schmelzer hat dieser äußerst verdienten Persönlichkeit der
- und Andreas Schmauder. Neubulach 2003 (= Gemeinde im Wandel, Bd. 12), S. 119–146,
- des Künstlers im Kreis seiner Frau Margarete und seiner Tochter Cora. Alles in allem ent-steht so ein Gesamtbild, das Lust darauf weckt, sich näher mit Weinholds Werk zu befassen – etwa bei einem Besuch im Schaudepot der Stadt Calw. Die schrecklichen Jahre des Zweiten Weltkriegs in Neuweiler und den umliegenden Dörfern schildert unser langjähriger treuer Mitarbeiter Hans Schabert. Er gewährt uns dabei Einblicke in eine Zeit, die von Willkürherrschaft, Gewalt und Not geprägt war. Auf die zynischen Nach-richten vom „Heldentod“ der jungen Männer an den Frontlinien folgten für die ländliche Bevölkerung die Schrecken des Luftkriegs und schließlich die Plünderungen und Gewalttaten der Besatzungszeit. Zu den Menschen, die nach der „Stunde Null“ versuchten, unter schwersten Bedingungen den Aufbau eines neuen demokratischen Deutsch-lands in die Wege zu leiten, gehörte auch der von 1945 bis 1946 amtierende Nagolder Bür-germeister Walter Wolf. Ulrich Schmelzer hat dieser äußerst verdienten Persönlichkeit der
- des Künstlers im Kreis seiner Frau Margarete und seiner Tochter Cora. Alles in allem ent-steht so ein Gesamtbild, das Lust darauf weckt, sich näher mit Weinholds Werk zu befassen – etwa bei einem Besuch im Schaudepot der Stadt Calw. Die schrecklichen Jahre des Zweiten Weltkriegs in Neuweiler und den umliegenden Dörfern schildert unser langjähriger treuer Mitarbeiter Hans Schabert. Er gewährt uns dabei Einblicke in eine Zeit, die von Willkürherrschaft, Gewalt und Not geprägt war. Auf die zynischen Nach-richten vom „Heldentod“ der jungen Männer an den Frontlinien folgten für die ländliche Bevölkerung die Schrecken des Luftkriegs und schließlich die Plünderungen und Gewalttaten der Besatzungszeit. Zu den Menschen, die nach der „Stunde Null“ versuchten, unter schwersten Bedingungen den Aufbau eines neuen demokratischen Deutsch-lands in die Wege zu leiten, gehörte auch der von 1945 bis 1946 amtierende Nagolder Bür-germeister Walter Wolf. Ulrich Schmelzer hat dieser äußerst verdienten Persönlichkeit der
- 3 Liber decimationis cleri Constanciensis pro Papa de anno 1275, hrsg. von Wendelin Haid, in: Freiburger Diözesan-Archiv, Bd. 1 (1865),
- lach – eine Stadt im Silberglanz, hrsg. im Auf
- des Künstlers im Kreis seiner Frau Margarete und seiner Tochter Cora. Alles in allem ent-steht so ein Gesamtbild, das Lust darauf weckt, sich näher mit Weinholds Werk zu befassen – etwa bei einem Besuch im Schaudepot der Stadt Calw. Die schrecklichen Jahre des Zweiten Weltkriegs in Neuweiler und den umliegenden Dörfern schildert unser langjähriger treuer Mitarbeiter Hans Schabert. Er gewährt uns dabei Einblicke in eine Zeit, die von Willkürherrschaft, Gewalt und Not geprägt war. Auf die zynischen Nach-richten vom „Heldentod“ der jungen Männer an den Frontlinien folgten für die ländliche Bevölkerung die Schrecken des Luftkriegs und schließlich die Plünderungen und Gewalttaten der Besatzungszeit. Zu den Menschen, die nach der „Stunde Null“ versuchten, unter schwersten Bedingungen den Aufbau eines neuen demokratischen Deutsch-lands in die Wege zu leiten, gehörte auch der von 1945 bis 1946 amtierende Nagolder Bür-germeister Walter Wolf. Ulrich Schmelzer hat dieser äußerst verdienten Persönlichkeit der
- Hans Peter: Wappen im Landkreis Calw, hrsg.
- -
- vom Landkreis Calw. Stuttgart 1986, S. 140 sowie der Eintrag zu Unterreichenbach im landeskundlichen Informationsportal LEO
- vom Landkreis Calw. Stuttgart 1986, S. 140 sowie der Eintrag zu Unterreichenbach im landeskundlichen Informationsportal LEO
- -
- vom Landkreis Calw. Stuttgart 1986, S. 140 sowie der Eintrag zu Unterreichenbach im landeskundlichen Informationsportal LEO
- (http://www.landesarchiv-bw.de/plink
- ?f=1-1236933-1)
- vom Landkreis Calw. Stuttgart 1986, S. 140 sowie der Eintrag zu Unterreichenbach im landeskundlichen Informationsportal LEO
- vom Landkreis Calw. Stuttgart 1986, S. 140 sowie der Eintrag zu Unterreichenbach im landeskundlichen Informationsportal LEO
- Universität Tübingen. Ostfildern 2011 (=Tü
- S.
- gen 2023, S. 49–58.
- vom Landkreis Calw. Stuttgart 1986, S. 140 sowie der Eintrag zu Unterreichenbach im landeskundlichen Informationsportal LEO
- Armin Langner
- Die Pfleghöfe des Hirsauer Klosters
- Die Pfleghöfe des Hirsauer Klosters
- Die Pfleghöfe des Hirsauer Klosters
- Die Pfleghöfe des Hirsauer Klosters
- Die Pfleghöfe des Hirsauer Klosters
- Die Pfleghöfe des Hirsauer Klosters
- verkaufen. Hauptnutznießer hiervon waren die aufstrebenden Zisterzienserklöster Maulbronn, Herrenalb und Bebenhausen. Anderer Besitz hingegen überdauerte sogar die Reformation und wurde im württembergischen Klosteramt Hirsau bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts weitergeführt. Häufig war ein Pfleghof auch mit kirchlichen Rechten des Klosters an jenen Orten gepaart. So kam es mehrfach vor, dass die Hirsauer Mönche als Bauherren der Kirchen wie auch als Seelsorger in diesen Orten in Erscheinung traten. Diese Kirchbauten überdauerten in der Regel die Jahrhunderte. Hingegen sind die profanen Bauten dieser Pfleghöfe aus dem Mittelalter mit ihrer beschränkten Lebensdau-er weitgehend verschwunden oder durch Neu-bauten ersetzt worden. Allerdings ist der Name des Hirsauer Pfleghofs – auch nach der Refor-mation – häufig auf die nachfolgenden Liegen-schaften bis in die heutige Zeit übertragen wor-den, und so geben sie heute noch Zeugnis von der einstigen wirtschaftlichen Bedeutung des Reformklosters am Schwarzwaldrand. Die nach heutigem Stand bekannten 21 Pfleg-höfe werden im Folgenden weitgehend in geo-grafischer Reihenfolge von Nord nach Süd aufgeführt. Fast jedes Kapitel wird durch eine historische Ortsansicht eingeleitet. Häufig ist
- verkaufen. Hauptnutznießer hiervon waren die aufstrebenden Zisterzienserklöster Maulbronn, Herrenalb und Bebenhausen. Anderer Besitz hingegen überdauerte sogar die Reformation und wurde im württembergischen Klosteramt Hirsau bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts weitergeführt. Häufig war ein Pfleghof auch mit kirchlichen Rechten des Klosters an jenen Orten gepaart. So kam es mehrfach vor, dass die Hirsauer Mönche als Bauherren der Kirchen wie auch als Seelsorger in diesen Orten in Erscheinung traten. Diese Kirchbauten überdauerten in der Regel die Jahrhunderte. Hingegen sind die profanen Bauten dieser Pfleghöfe aus dem Mittelalter mit ihrer beschränkten Lebensdau-er weitgehend verschwunden oder durch Neu-bauten ersetzt worden. Allerdings ist der Name des Hirsauer Pfleghofs – auch nach der Refor-mation – häufig auf die nachfolgenden Liegen-schaften bis in die heutige Zeit übertragen wor-den, und so geben sie heute noch Zeugnis von der einstigen wirtschaftlichen Bedeutung des Reformklosters am Schwarzwaldrand. Die nach heutigem Stand bekannten 21 Pfleg-höfe werden im Folgenden weitgehend in geo-grafischer Reihenfolge von Nord nach Süd aufgeführt. Fast jedes Kapitel wird durch eine historische Ortsansicht eingeleitet. Häufig ist
- verkaufen. Hauptnutznießer hiervon waren die aufstrebenden Zisterzienserklöster Maulbronn, Herrenalb und Bebenhausen. Anderer Besitz hingegen überdauerte sogar die Reformation und wurde im württembergischen Klosteramt Hirsau bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts weitergeführt. Häufig war ein Pfleghof auch mit kirchlichen Rechten des Klosters an jenen Orten gepaart. So kam es mehrfach vor, dass die Hirsauer Mönche als Bauherren der Kirchen wie auch als Seelsorger in diesen Orten in Erscheinung traten. Diese Kirchbauten überdauerten in der Regel die Jahrhunderte. Hingegen sind die profanen Bauten dieser Pfleghöfe aus dem Mittelalter mit ihrer beschränkten Lebensdau-er weitgehend verschwunden oder durch Neu-bauten ersetzt worden. Allerdings ist der Name des Hirsauer Pfleghofs – auch nach der Refor-mation – häufig auf die nachfolgenden Liegen-schaften bis in die heutige Zeit übertragen wor-den, und so geben sie heute noch Zeugnis von der einstigen wirtschaftlichen Bedeutung des Reformklosters am Schwarzwaldrand. Die nach heutigem Stand bekannten 21 Pfleg-höfe werden im Folgenden weitgehend in geo-grafischer Reihenfolge von Nord nach Süd aufgeführt. Fast jedes Kapitel wird durch eine historische Ortsansicht eingeleitet. Häufig ist
- verkaufen. Hauptnutznießer hiervon waren die aufstrebenden Zisterzienserklöster Maulbronn, Herrenalb und Bebenhausen. Anderer Besitz hingegen überdauerte sogar die Reformation und wurde im württembergischen Klosteramt Hirsau bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts weitergeführt. Häufig war ein Pfleghof auch mit kirchlichen Rechten des Klosters an jenen Orten gepaart. So kam es mehrfach vor, dass die Hirsauer Mönche als Bauherren der Kirchen wie auch als Seelsorger in diesen Orten in Erscheinung traten. Diese Kirchbauten überdauerten in der Regel die Jahrhunderte. Hingegen sind die profanen Bauten dieser Pfleghöfe aus dem Mittelalter mit ihrer beschränkten Lebensdau-er weitgehend verschwunden oder durch Neu-bauten ersetzt worden. Allerdings ist der Name des Hirsauer Pfleghofs – auch nach der Refor-mation – häufig auf die nachfolgenden Liegen-schaften bis in die heutige Zeit übertragen wor-den, und so geben sie heute noch Zeugnis von der einstigen wirtschaftlichen Bedeutung des Reformklosters am Schwarzwaldrand. Die nach heutigem Stand bekannten 21 Pfleg-höfe werden im Folgenden weitgehend in geo-grafischer Reihenfolge von Nord nach Süd aufgeführt. Fast jedes Kapitel wird durch eine historische Ortsansicht eingeleitet. Häufig ist
- verkaufen. Hauptnutznießer hiervon waren die aufstrebenden Zisterzienserklöster Maulbronn, Herrenalb und Bebenhausen. Anderer Besitz hingegen überdauerte sogar die Reformation und wurde im württembergischen Klosteramt Hirsau bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts weitergeführt. Häufig war ein Pfleghof auch mit kirchlichen Rechten des Klosters an jenen Orten gepaart. So kam es mehrfach vor, dass die Hirsauer Mönche als Bauherren der Kirchen wie auch als Seelsorger in diesen Orten in Erscheinung traten. Diese Kirchbauten überdauerten in der Regel die Jahrhunderte. Hingegen sind die profanen Bauten dieser Pfleghöfe aus dem Mittelalter mit ihrer beschränkten Lebensdau-er weitgehend verschwunden oder durch Neu-bauten ersetzt worden. Allerdings ist der Name des Hirsauer Pfleghofs – auch nach der Refor-mation – häufig auf die nachfolgenden Liegen-schaften bis in die heutige Zeit übertragen wor-den, und so geben sie heute noch Zeugnis von der einstigen wirtschaftlichen Bedeutung des Reformklosters am Schwarzwaldrand. Die nach heutigem Stand bekannten 21 Pfleg-höfe werden im Folgenden weitgehend in geo-grafischer Reihenfolge von Nord nach Süd aufgeführt. Fast jedes Kapitel wird durch eine historische Ortsansicht eingeleitet. Häufig ist
- verkaufen. Hauptnutznießer hiervon waren die aufstrebenden Zisterzienserklöster Maulbronn, Herrenalb und Bebenhausen. Anderer Besitz hingegen überdauerte sogar die Reformation und wurde im württembergischen Klosteramt Hirsau bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts weitergeführt. Häufig war ein Pfleghof auch mit kirchlichen Rechten des Klosters an jenen Orten gepaart. So kam es mehrfach vor, dass die Hirsauer Mönche als Bauherren der Kirchen wie auch als Seelsorger in diesen Orten in Erscheinung traten. Diese Kirchbauten überdauerten in der Regel die Jahrhunderte. Hingegen sind die profanen Bauten dieser Pfleghöfe aus dem Mittelalter mit ihrer beschränkten Lebensdau-er weitgehend verschwunden oder durch Neu-bauten ersetzt worden. Allerdings ist der Name des Hirsauer Pfleghofs – auch nach der Refor-mation – häufig auf die nachfolgenden Liegen-schaften bis in die heutige Zeit übertragen wor-den, und so geben sie heute noch Zeugnis von der einstigen wirtschaftlichen Bedeutung des Reformklosters am Schwarzwaldrand. Die nach heutigem Stand bekannten 21 Pfleg-höfe werden im Folgenden weitgehend in geo-grafischer Reihenfolge von Nord nach Süd aufgeführt. Fast jedes Kapitel wird durch eine historische Ortsansicht eingeleitet. Häufig ist
- Hessigheim
- Bauerbach
- „die Eigenschaft des Dorfes Hessigheim gehört dem Gotteshaus Hirsau mit allem Zubehör.“ Selbst noch Jahrzehnte nach der reformations-bedingten Auflösung des Mönchskonvents, als die Hirsauer Pflege dem Kirchenrat der würt-tembergischen Landeskirche unterstellt war, er-warb das herzoglich württembergische Kloster-amt Hirsau den größeren Teil des Murrhardter Hofes (1588). Diese Erwerbung fiel genau in die Jahre, als die württembergischen Herzöge ihr Jagdschloss in die Hirsauer Klosteranlagen bauten. Es wurden hier die alten Besitzstruktu-ren des Klosters weiter genutzt, um die Hofhal-tung im Hirsauer Schloss vor allem mit Wein zu versorgen. Diese umfangreichen Güter und Einkünfte in Hessigheim wurden von einer eigenen Pfle-ge bzw. Kellerei verwaltet. Das in den Jahren 1464/65 erbaute sogenannte Weingärtnerhaus ist wahrscheinlich das einzige bis heute erhal-tene Gebäude eines Hirsauer Pfleghofs, das durch die Mönche in der Zeit vor der Refor-mation erbaut wurde. Eine zu dem Anwesen gehörende Scheuer mit großem Gewölbekeller wurde 1982 abgerissen. Das Weingärtnerhaus selbst wurde 1985 bis 1987 aufwendig saniert und beherbergt heute das Rathaus der Gemein-de Hessigheim. Der gemeinschaftliche Kellerei-betrieb der Winzer des Ortes nannte sich noch viele Jahrhunderte lang „Kloster Hirsauer Kel-lerei Hessigheim“.8
- Stupferich
- Der Ort auf den nordwestlichen Vorbergen des Schwarzwalds zwischen den Tälern von Alb und Pfinz liegt etwas abseits von den üb-rigen Hirsauer Pfleghöfen, die sich weitgehend im Raum zwischen Neckar und Schwarzwald befinden. Hirsau erlangte diesen Besitz mehr aus politischen Gründen, die im Investitur-streit Ende des 11. Jahrhunderts zu suchen sind. Die Grafen von Malsch waren wie das Kloster Hirsau Anhänger der päpstlichen Par-tei. Stupferich wird bereits um 1100 im Codex Hirsaugiensis erwähnt, als Graf Reginbodo von Malsch dem Kloster Hirsau das Patronat über die Kirche und zahlreiche weitere Güter
- gelangte,15 blieb das Patronatsrecht über die Kirche in Stupferich bis zur Reformation beim Kloster Hirsau. Nachdem in Hirsau die Re-formation eingeführt worden war, wurde das Patronatsrecht für Stupferich an die Deutsch-ordenskommende in Mergentheim übertragen. Der Ort blieb als Teil der Markgrafschaft Baden- Baden katholisch. Im Jahr 1759 wurde die Kir-che unter Beibehaltung des Cyriakus-Patrozi-niums auf den alten romanischen Fundamenten neu erbaut, dabei wurde der mittelalterliche Chorturm an der Westseite erhalten. Ansonsten erinnert, abgesehen von schriftlichen Quellen, nichts an den Hirsauer Pfleghof in Stupferich.
- Das Tympanon vom Westportal des romanischen Vorgän-gerbaus der Altstädter Kirche St. Martin in Pforzheim
- zustehenden Novalzehn-ten an. In diesem lange währenden Streit bitten Abt Johannes von Hirsau und die ebenfalls betrof-fene Äbtissin von Lichten-thal Markgraf Ernst von Baden zu schlichten. Der Vergleichsversuch ende-te jedoch ohne greifbares Ergebnis für Hirsau. Um das Jahr 1565 verkaufte die Hirsauer Klosterver-waltung mit Einwilligung des Klostervogts Herzog Christoph seinen Hof in Pforzheim zusammen mit dem in der Nähe gelegenen Wald Maurach an Mark-graf Karl II. von Baden.21
- Eberdingen, wie auch der heutige Ortsteil Nußdorf, ver-danken ihre erstmalige Erwäh-nung dem Hirsauer Codex. Um 1180 übereignet ein Wern-her von Kuppingen ein Gut in Eberdingen an das Kloster. In Nussdorf erhielt Hirsau bereits um 1100 Schenkungen vom örtlichen Adel. Ortsherren waren zu jener Zeit die Grafen von Calw. Durch Schenkun-gen und Zukäufe vergrößerte sich der Hirsauer Besitz stän-dig. 1433 verpfänden Hans und Burkard, Truchsessen von Höfingen, für 100 Gulden ihren Anteil in Nussdorf an das Kloster Hirsau und lösen ihn später nicht mehr ein. Nachdem 1511 Heinrich und dessen Sohn Friedrich von Liebenstein all ihre Gerechtigkeiten und Gülten zu Eber-dingen für 6000 Goldgulden an Abt Johannes und den Hirsauer Konvent verkauft hatten,22 befand sich ein Drittel von Eberdingen in der Hand des Klosters. Das kirchliche Patro-natsrecht in Eberdingen und Nußdorf lag eben-falls beim Hirsauer Klos-ter. Um das Jahr 1500 wurde die EberdingerSt. Martins-Kirche im Auftrag Hirsaus neu ge-baut. Das gotische Ge-wölbe des Chores ruht auf acht Konsolen mit Apostelbüsten, die eine künstlerische Verwandt-schaft zum Apostel-zyklus in der zur glei-chen Zeit neu erbauten Hirsa uer Marienk apelle zeigen. Die Bildhauerbeider Kirchen stamm-ten aus der Uracher
- Eberdingen, wie auch der heutige Ortsteil Nußdorf, ver-danken ihre erstmalige Erwäh-nung dem Hirsauer Codex. Um 1180 übereignet ein Wern-her von Kuppingen ein Gut in Eberdingen an das Kloster. In Nussdorf erhielt Hirsau bereits um 1100 Schenkungen vom örtlichen Adel. Ortsherren waren zu jener Zeit die Grafen von Calw. Durch Schenkun-gen und Zukäufe vergrößerte sich der Hirsauer Besitz stän-dig. 1433 verpfänden Hans und Burkard, Truchsessen von Höfingen, für 100 Gulden ihren Anteil in Nussdorf an das Kloster Hirsau und lösen ihn später nicht mehr ein. Nachdem 1511 Heinrich und dessen Sohn Friedrich von Liebenstein all ihre Gerechtigkeiten und Gülten zu Eber-dingen für 6000 Goldgulden an Abt Johannes und den Hirsauer Konvent verkauft hatten,22 befand sich ein Drittel von Eberdingen in der Hand des Klosters. Das kirchliche Patro-natsrecht in Eberdingen und Nußdorf lag eben-falls beim Hirsauer Klos-ter. Um das Jahr 1500 wurde die EberdingerSt. Martins-Kirche im Auftrag Hirsaus neu ge-baut. Das gotische Ge-wölbe des Chores ruht auf acht Konsolen mit Apostelbüsten, die eine künstlerische Verwandt-schaft zum Apostel-zyklus in der zur glei-chen Zeit neu erbauten Hirsa uer Marienk apelle zeigen. Die Bildhauerbeider Kirchen stamm-ten aus der Uracher
- Eberdingen, wie auch der heutige Ortsteil Nußdorf, ver-danken ihre erstmalige Erwäh-nung dem Hirsauer Codex. Um 1180 übereignet ein Wern-her von Kuppingen ein Gut in Eberdingen an das Kloster. In Nussdorf erhielt Hirsau bereits um 1100 Schenkungen vom örtlichen Adel. Ortsherren waren zu jener Zeit die Grafen von Calw. Durch Schenkun-gen und Zukäufe vergrößerte sich der Hirsauer Besitz stän-dig. 1433 verpfänden Hans und Burkard, Truchsessen von Höfingen, für 100 Gulden ihren Anteil in Nussdorf an das Kloster Hirsau und lösen ihn später nicht mehr ein. Nachdem 1511 Heinrich und dessen Sohn Friedrich von Liebenstein all ihre Gerechtigkeiten und Gülten zu Eber-dingen für 6000 Goldgulden an Abt Johannes und den Hirsauer Konvent verkauft hatten,22 befand sich ein Drittel von Eberdingen in der Hand des Klosters. Das kirchliche Patro-natsrecht in Eberdingen und Nußdorf lag eben-falls beim Hirsauer Klos-ter. Um das Jahr 1500 wurde die EberdingerSt. Martins-Kirche im Auftrag Hirsaus neu ge-baut. Das gotische Ge-wölbe des Chores ruht auf acht Konsolen mit Apostelbüsten, die eine künstlerische Verwandt-schaft zum Apostel-zyklus in der zur glei-chen Zeit neu erbauten Hirsa uer Marienk apelle zeigen. Die Bildhauerbeider Kirchen stamm-ten aus der Uracher
- Eberdingen, wie auch der heutige Ortsteil Nußdorf, ver-danken ihre erstmalige Erwäh-nung dem Hirsauer Codex. Um 1180 übereignet ein Wern-her von Kuppingen ein Gut in Eberdingen an das Kloster. In Nussdorf erhielt Hirsau bereits um 1100 Schenkungen vom örtlichen Adel. Ortsherren waren zu jener Zeit die Grafen von Calw. Durch Schenkun-gen und Zukäufe vergrößerte sich der Hirsauer Besitz stän-dig. 1433 verpfänden Hans und Burkard, Truchsessen von Höfingen, für 100 Gulden ihren Anteil in Nussdorf an das Kloster Hirsau und lösen ihn später nicht mehr ein. Nachdem 1511 Heinrich und dessen Sohn Friedrich von Liebenstein all ihre Gerechtigkeiten und Gülten zu Eber-dingen für 6000 Goldgulden an Abt Johannes und den Hirsauer Konvent verkauft hatten,22 befand sich ein Drittel von Eberdingen in der Hand des Klosters. Das kirchliche Patro-natsrecht in Eberdingen und Nußdorf lag eben-falls beim Hirsauer Klos-ter. Um das Jahr 1500 wurde die EberdingerSt. Martins-Kirche im Auftrag Hirsaus neu ge-baut. Das gotische Ge-wölbe des Chores ruht auf acht Konsolen mit Apostelbüsten, die eine künstlerische Verwandt-schaft zum Apostel-zyklus in der zur glei-chen Zeit neu erbauten Hirsa uer Marienk apelle zeigen. Die Bildhauerbeider Kirchen stamm-ten aus der Uracher
- Eberdingen, wie auch der heutige Ortsteil Nußdorf, ver-danken ihre erstmalige Erwäh-nung dem Hirsauer Codex. Um 1180 übereignet ein Wern-her von Kuppingen ein Gut in Eberdingen an das Kloster. In Nussdorf erhielt Hirsau bereits um 1100 Schenkungen vom örtlichen Adel. Ortsherren waren zu jener Zeit die Grafen von Calw. Durch Schenkun-gen und Zukäufe vergrößerte sich der Hirsauer Besitz stän-dig. 1433 verpfänden Hans und Burkard, Truchsessen von Höfingen, für 100 Gulden ihren Anteil in Nussdorf an das Kloster Hirsau und lösen ihn später nicht mehr ein. Nachdem 1511 Heinrich und dessen Sohn Friedrich von Liebenstein all ihre Gerechtigkeiten und Gülten zu Eber-dingen für 6000 Goldgulden an Abt Johannes und den Hirsauer Konvent verkauft hatten,22 befand sich ein Drittel von Eberdingen in der Hand des Klosters. Das kirchliche Patro-natsrecht in Eberdingen und Nußdorf lag eben-falls beim Hirsauer Klos-ter. Um das Jahr 1500 wurde die EberdingerSt. Martins-Kirche im Auftrag Hirsaus neu ge-baut. Das gotische Ge-wölbe des Chores ruht auf acht Konsolen mit Apostelbüsten, die eine künstlerische Verwandt-schaft zum Apostel-zyklus in der zur glei-chen Zeit neu erbauten Hirsa uer Marienk apelle zeigen. Die Bildhauerbeider Kirchen stamm-ten aus der Uracher
- Eberdingen, wie auch der heutige Ortsteil Nußdorf, ver-danken ihre erstmalige Erwäh-nung dem Hirsauer Codex. Um 1180 übereignet ein Wern-her von Kuppingen ein Gut in Eberdingen an das Kloster. In Nussdorf erhielt Hirsau bereits um 1100 Schenkungen vom örtlichen Adel. Ortsherren waren zu jener Zeit die Grafen von Calw. Durch Schenkun-gen und Zukäufe vergrößerte sich der Hirsauer Besitz stän-dig. 1433 verpfänden Hans und Burkard, Truchsessen von Höfingen, für 100 Gulden ihren Anteil in Nussdorf an das Kloster Hirsau und lösen ihn später nicht mehr ein. Nachdem 1511 Heinrich und dessen Sohn Friedrich von Liebenstein all ihre Gerechtigkeiten und Gülten zu Eber-dingen für 6000 Goldgulden an Abt Johannes und den Hirsauer Konvent verkauft hatten,22 befand sich ein Drittel von Eberdingen in der Hand des Klosters. Das kirchliche Patro-natsrecht in Eberdingen und Nußdorf lag eben-falls beim Hirsauer Klos-ter. Um das Jahr 1500 wurde die EberdingerSt. Martins-Kirche im Auftrag Hirsaus neu ge-baut. Das gotische Ge-wölbe des Chores ruht auf acht Konsolen mit Apostelbüsten, die eine künstlerische Verwandt-schaft zum Apostel-zyklus in der zur glei-chen Zeit neu erbauten Hirsa uer Marienk apelle zeigen. Die Bildhauerbeider Kirchen stamm-ten aus der Uracher
- Dem Abt in katholischer Zeit folgte der evan-gelische Prälat als Grundherr des Dorfs. Die Frondienste, die die Gemeinde Friolzheim zu leisten hatte, wurden von den neuen Herren vertraglich neu festgelegt.29 Die getroffene Regelung müssen die Bürger als ungerecht-fertigt empfunden haben, denn sie beklagten sich bei der herzoglichen Kanzlei, dass das Kloster Hirsau ihnen Frondienste aufbürde, die zu leisten sie nicht verpflichtet seien. Es kam ein Vergleich zustande.30 Zu Zeiten der Restitution nahmen die nach Hirsau zurück-gekehrten Mönche Friolzheim wieder in ihren Besitz. Herzog Eberhard III. von Württemberg protestierte erfolg-los, als die Bürger des Ortes 1638 dem Kloster die Erbhuldigung leisteten.31 Friolzheim war bis zur Aufl ösung des Klosteramtes Hirsau im Jahr 1807 der am wei-testen östlich gelegene Ort dieser Verwaltungseinheit im Herzog-tum Württemberg. Seit dem Übergang vom frühen ins Hochmittelalter wurde Tie-fenbronn von Friolzheim als Aus-bauort besiedelt. Die Ländereien dort waren ursprünglich eben-falls Güter der Calwer Grafen. Abt Bruno erwarb für Hirsau
- Friolzheim.
- Dem Abt in katholischer Zeit folgte der evan-gelische Prälat als Grundherr des Dorfs. Die Frondienste, die die Gemeinde Friolzheim zu leisten hatte, wurden von den neuen Herren vertraglich neu festgelegt.29 Die getroffene Regelung müssen die Bürger als ungerecht-fertigt empfunden haben, denn sie beklagten sich bei der herzoglichen Kanzlei, dass das Kloster Hirsau ihnen Frondienste aufbürde, die zu leisten sie nicht verpflichtet seien. Es kam ein Vergleich zustande.30 Zu Zeiten der Restitution nahmen die nach Hirsau zurück-gekehrten Mönche Friolzheim wieder in ihren Besitz. Herzog Eberhard III. von Württemberg protestierte erfolg-los, als die Bürger des Ortes 1638 dem Kloster die Erbhuldigung leisteten.31 Friolzheim war bis zur Aufl ösung des Klosteramtes Hirsau im Jahr 1807 der am wei-testen östlich gelegene Ort dieser Verwaltungseinheit im Herzog-tum Württemberg. Seit dem Übergang vom frühen ins Hochmittelalter wurde Tie-fenbronn von Friolzheim als Aus-bauort besiedelt. Die Ländereien dort waren ursprünglich eben-falls Güter der Calwer Grafen. Abt Bruno erwarb für Hirsau
- Dem Abt in katholischer Zeit folgte der evan-gelische Prälat als Grundherr des Dorfs. Die Frondienste, die die Gemeinde Friolzheim zu leisten hatte, wurden von den neuen Herren vertraglich neu festgelegt.29 Die getroffene Regelung müssen die Bürger als ungerecht-fertigt empfunden haben, denn sie beklagten sich bei der herzoglichen Kanzlei, dass das Kloster Hirsau ihnen Frondienste aufbürde, die zu leisten sie nicht verpflichtet seien. Es kam ein Vergleich zustande.30 Zu Zeiten der Restitution nahmen die nach Hirsau zurück-gekehrten Mönche Friolzheim wieder in ihren Besitz. Herzog Eberhard III. von Württemberg protestierte erfolg-los, als die Bürger des Ortes 1638 dem Kloster die Erbhuldigung leisteten.31 Friolzheim war bis zur Aufl ösung des Klosteramtes Hirsau im Jahr 1807 der am wei-testen östlich gelegene Ort dieser Verwaltungseinheit im Herzog-tum Württemberg. Seit dem Übergang vom frühen ins Hochmittelalter wurde Tie-fenbronn von Friolzheim als Aus-bauort besiedelt. Die Ländereien dort waren ursprünglich eben-falls Güter der Calwer Grafen. Abt Bruno erwarb für Hirsau
- Das Ortswappen von Friolzheim zeigt in sei-nem hinteren Teil einen Hirschrumpf. Damit soll an die jahrhundertelange Zugehörigkeit des Ortes zum Kloster Hirsau erinnert werden.
- Das Ortswappen von Friolzheim zeigt in sei-nem hinteren Teil einen Hirschrumpf. Damit soll an die jahrhundertelange Zugehörigkeit des Ortes zum Kloster Hirsau erinnert werden.
- Zeit Bischof in Eichstätt, sein erblindeter Bru-der Otto Mönch in Hirsau. Im damals Zwerchgasse genannten Straßenzug wurde ein Pfleghof, der sogenannte Selhof, er-richtet. Neben der Landwirtschaft spielte der Weinbau eine bedeutende Rolle in Feuerbach. Im 14. Jahrhundert sind mehrere Keltern im Ort nachgewiesen. Man kann sicher davon aus-gehen, dass es diese auch in der Zeit des Hirsauer Pfleghofs gab. Der Feuerbacher Pfleghof ist aber auch Zeugnis von schlechten Zeiten, die das Hirsauer Kloster im 13. und 14. Jahrhundert ereilten. Im Jahr 1281 sah man sich gezwungen, den gesamten Besitz in Feuerbach an das Kloster Bebenhau-sen zu verkaufen: „Abt Craftho und der Konvent des Klosters Hirsau verkaufen wegen drückender Schulden an das Kloster Bebenhausen ihren Hof zu Fürbach, Selhofen genannt, dem das Patro-natsrecht der Kirche zu Fürbach anhängt, sodann den sogenannten Heiligenhof und zwei Manns-mahd daselbst und überhaupt alle ihre Güter an Häusern, Höfen, Wiesen usw. in jener Pfarrei oder in Bothnang, Westhain und dessen Gebiet, bei Vischenhusen, Zazenhusen, Stamhain und Pflugesfeld um 220 Pfund Heller und 1 Fuder Wein.“35 Seither heißt das Anwesen der Hirsauer Pflege in Feuerbach Bebenhäuser Hof. Heute ist der Bereich des ehemaligen Pfleghofs mit einem modernen Wohn-gebäude unter der Ad-resse Klagenfurter Straße 32–34 überbaut.
- Das Ortswappen von Friolzheim zeigt in sei-nem hinteren Teil einen Hirschrumpf. Damit soll an die jahrhundertelange Zugehörigkeit des Ortes zum Kloster Hirsau erinnert werden.
- Das Ortswappen von Friolzheim zeigt in sei-nem hinteren Teil einen Hirschrumpf. Damit soll an die jahrhundertelange Zugehörigkeit des Ortes zum Kloster Hirsau erinnert werden.
- Das Ortswappen von Friolzheim zeigt in sei-nem hinteren Teil einen Hirschrumpf. Damit soll an die jahrhundertelange Zugehörigkeit des Ortes zum Kloster Hirsau erinnert werden.
- Das Ortswappen von Friolzheim zeigt in sei-nem hinteren Teil einen Hirschrumpf. Damit soll an die jahrhundertelange Zugehörigkeit des Ortes zum Kloster Hirsau erinnert werden.
- Herzog Eberhard III. löste das Problem, indem er 1641 per Erlass seinen Vögten be-fahl, den Hirsau zustehenden Zehnten in diesen Orten ein-zuziehen, um damit die Pfar-rer schadlos zu halten. Dies ge-schah nicht nur in Ditzingen, sondern auch in Hessigheim, Eberdingen und Nussdorf. Die Burg des Ditzinger Orts-adels gelangte im 14. Jahrhun-dert in Erbfolge an die Herren von Nippenburg und wurde 1440 von Hans von Nippen-burg dem Älteren als Burg-stall samt Zubehör für 140 rheinische Gulden an das Kloster Hirsau ver-äußert.38 Die Mönche ließen dort eine Zehnt-scheuer errichten. Der Zuständigkeitsbereich der Hirsauer Pflege erstreckte sich auch auf die Orte Gebersheim, Hirschlanden, Heimerdin- gen, Botnang und Gerlingen. Das heutige Gebäude stammt im Wesentlichen aus dem Jahr 1739, ist im Kern aber wesentlich älter. Nach Abschaffung des Naturalzehnts in
- Württemberg im Jahr 1808 wurde die Zehnt-scheuer an zwei Ditzinger Bauern verkauft. In einen Teil der Scheuer wurden Wohnungen ein-gebaut, der größere Teil blieb Scheune. Im Zuge einer weiteren denkmalgerechten Umbaumaß-nahme in den Jahren 2008/2009 wurden aus dem ehemaligen Bauernhof fünf Wohnungen. Die Scheuer fungiert jetzt als Garage für Autos.39
- Umbau zum Ausstellungsraum wurde die 1714 erbaute ehemalige Scheuer zur Heimat für den Galerieverein Leonberg. Die für ihre Entstehungszeit vom Erscheinungsbild her charakteristische Fachwerkkonstruktion mit mittelachsigem Segmentbogentor und schwe-rem Krüppelwalmdach sitzt auf einem massi-ven Sockelmauerwerk aus Sandstein im Erd-geschoss. Dieses historische Bauwerk wurde zu einer Galerie und damit zu einem Ort für Ausstellungen zeitgenössischer Kunstwerke und Events verschiedenster kultureller Inhalte ausgebaut.
- Umbau zum Ausstellungsraum wurde die 1714 erbaute ehemalige Scheuer zur Heimat für den Galerieverein Leonberg. Die für ihre Entstehungszeit vom Erscheinungsbild her charakteristische Fachwerkkonstruktion mit mittelachsigem Segmentbogentor und schwe-rem Krüppelwalmdach sitzt auf einem massi-ven Sockelmauerwerk aus Sandstein im Erd-geschoss. Dieses historische Bauwerk wurde zu einer Galerie und damit zu einem Ort für Ausstellungen zeitgenössischer Kunstwerke und Events verschiedenster kultureller Inhalte ausgebaut.
- Umbau zum Ausstellungsraum wurde die 1714 erbaute ehemalige Scheuer zur Heimat für den Galerieverein Leonberg. Die für ihre Entstehungszeit vom Erscheinungsbild her charakteristische Fachwerkkonstruktion mit mittelachsigem Segmentbogentor und schwe-rem Krüppelwalmdach sitzt auf einem massi-ven Sockelmauerwerk aus Sandstein im Erd-geschoss. Dieses historische Bauwerk wurde zu einer Galerie und damit zu einem Ort für Ausstellungen zeitgenössischer Kunstwerke und Events verschiedenster kultureller Inhalte ausgebaut.
- Umbau zum Ausstellungsraum wurde die 1714 erbaute ehemalige Scheuer zur Heimat für den Galerieverein Leonberg. Die für ihre Entstehungszeit vom Erscheinungsbild her charakteristische Fachwerkkonstruktion mit mittelachsigem Segmentbogentor und schwe-rem Krüppelwalmdach sitzt auf einem massi-ven Sockelmauerwerk aus Sandstein im Erd-geschoss. Dieses historische Bauwerk wurde zu einer Galerie und damit zu einem Ort für Ausstellungen zeitgenössischer Kunstwerke und Events verschiedenster kultureller Inhalte ausgebaut.
- Umbau zum Ausstellungsraum wurde die 1714 erbaute ehemalige Scheuer zur Heimat für den Galerieverein Leonberg. Die für ihre Entstehungszeit vom Erscheinungsbild her charakteristische Fachwerkkonstruktion mit mittelachsigem Segmentbogentor und schwe-rem Krüppelwalmdach sitzt auf einem massi-ven Sockelmauerwerk aus Sandstein im Erd-geschoss. Dieses historische Bauwerk wurde zu einer Galerie und damit zu einem Ort für Ausstellungen zeitgenössischer Kunstwerke und Events verschiedenster kultureller Inhalte ausgebaut.
- Zeit wurde auch die Kirche St. Michael, der romanische Vorgängerbau der heutigen Kir-che, erstmals erwähnt. Württemberg musste schon recht früh Einfluss auf den Hirsauer Besitz bekommen haben, vielleicht durch Vog-teirechte, denn 1248 wird durch Graf Ulrich I. von Württemberg auf Eltinger Markung die Stadt Leonberg gegründet. Wie in Leonberg wurde auch in Eltingen Wein angebaut. Noch 1852 berichtete die Oberamts-beschreibung hierzu: „An südlichen Abhängen wird auf geeigneten Mergelböden Weinbau nach der Bauart des Unterlandes getrieben [...]. Ob-gleich der aus Elblingen-, Gutedel-, Silvaner- und Trollinger-Trauben gewonnene Wein dem Unter-länder nachsteht, so wird er doch beinahe um den-selben Preis wie dieser meist in den Schwarzwald abgesetzt.“42 Schon sehr früh sah sich Hirsau gezwungen, aufgrund seiner prekären wirtschaftlichen Si-tuation den gesamten Besitz in Eltingen auf-zugeben. Im Dezember 1318 verkauften Abt und Konvent von Hirsau mit Bewilligung des Bischofs Emich von Speyer an Graf Eberhard I. von Württemberg den Fronhof zu Eltingen mit dem Patronatsrecht sowie 26 Hufen, zwei Höfe in Rutesheim mit Patronatsrecht, Güter in Mauer (bei Münchingen), Kornwestheim, Renningen, Altheim, Türkheim um 1600
- Umbau zum Ausstellungsraum wurde die 1714 erbaute ehemalige Scheuer zur Heimat für den Galerieverein Leonberg. Die für ihre Entstehungszeit vom Erscheinungsbild her charakteristische Fachwerkkonstruktion mit mittelachsigem Segmentbogentor und schwe-rem Krüppelwalmdach sitzt auf einem massi-ven Sockelmauerwerk aus Sandstein im Erd-geschoss. Dieses historische Bauwerk wurde zu einer Galerie und damit zu einem Ort für Ausstellungen zeitgenössischer Kunstwerke und Events verschiedenster kultureller Inhalte ausgebaut.
- In der Eltinger Glemsstraße 33 steht heute noch das Gebäude des ehemaligen Pfleghofs. Den-drochronologische Untersuchungen ergaben, dass das Gebäude im Jahr 1471 fertiggestellt wurde, wahrscheinlich als Ersatz für ein Vor-gängergebäude an gleicher Stelle. Südlich des Gebäudes erstreckte sich ein großer Hofplatz, wo bis ins 19. Jahrhundert eine Doppelscheune stand, die Teil des Anwesens war. Der Fronhof wird heute noch im Volksmund „Klösterle“ ge-nannt, obwohl ausgeschlossen werden kann, dass sich in dem Gebäude je eine klösterliche Gemeinschaft niedergelassen hat. Aus Lager-bucheinträgen des 15. Jahrhunderts lässt sich herleiten, dass der Begriff „Klösterle“ für den ehemaligen Hirsauer Pfleghof steht. Es wurden also historische Besitzverhältnisse des Hirsauer
- Es überrascht, dass dieses An-wesen seinen Standort nicht dort hat, wo üblicherweise die Keimzellen gewachsener Ort-schaften zu finden sind, näm-lich nahe der Kirche. Dass das Anwesen mehr als 300 m ent-fernt davon an der Peripherie des alten Dorfkerns liegt, dürfte dem damals wesentlich verkehrsgünsti- geren Standort geschuldet sein.
- Reformation fiel der Ort wieder an Württemberg zurück. Am 18. Sep-tember 1553 schrieb der Böblinger Vogt Johann Brotbeck an Abt Johan-nes von Hirsau, dass er künftig bei den Vogtgerichten in Schafhausen im Auftrag seines fürstlichen Herrn zugegen sein werde, da sämtliche Klosterflecken unter württember-gischen Schutz gestellt seien. Schaf-hausen blieb bis zu dessen Auflösung 1807 Teil des Klosteramts Hirsau. Noch 1801 ließ das Klosteramt eine neue Zehntscheuer am oberen Rand des Dorfkerns errichten. Hierzu wurde zunächst das Vorgängerge-bäude abgerissen.51 Nach Ablösung des Zehnten in Württemberg wur-de die Scheuer 1854 an Privatleute verkauft. Zur Zehntscheuer gehörte auch ein großer Schafstall, der in unmittel-barer Nachbarschaft im rechten Winkel zur Zehntscheuer stand. Vermutlich in den 1960er Jahren wurde dieser abgerissen. Heute ist die Zehntscheuer in teils kommunalem, teils priva-tem Besitz und beherbergt eine Sammlung des Heimatvereins zur Ortsgeschichte. Das Wap-pen von Schafhausen zeigt – bezugnehmend auf die enge Verflechtung der Ortsgeschichte mit dem Hirsauer Kloster – neben dem namen-gebenden Schaf einen Abtsstab.
- Böblingen
- Ein Zehnthof ist bereits im Böblinger Lager-buch von 1495 genannt. Im späten 16. Jahr-hundert wurde die „Kloster Hirsauische Zehntscheuer“ unter Beteiligung des württem-bergischen Hofbaumeisters Georg Beer an glei-cher Stelle neu errichtet. Den zweiten Weltkrieg überstand das Gebäude als eines von wenigen der Böblinger Altstadt unversehrt. Seit 1987 beherbergt die Böblinger Zehntscheuer nach grundlegender Sanierung das Bauernkriegs-museum – ausgerechnet an dem Ort, wo die Bauern einst den verhassten Zehnten abliefern mussten.
- Ein Zehnthof ist bereits im Böblinger Lager-buch von 1495 genannt. Im späten 16. Jahr-hundert wurde die „Kloster Hirsauische Zehntscheuer“ unter Beteiligung des württem-bergischen Hofbaumeisters Georg Beer an glei-cher Stelle neu errichtet. Den zweiten Weltkrieg überstand das Gebäude als eines von wenigen der Böblinger Altstadt unversehrt. Seit 1987 beherbergt die Böblinger Zehntscheuer nach grundlegender Sanierung das Bauernkriegs-museum – ausgerechnet an dem Ort, wo die Bauern einst den verhassten Zehnten abliefern mussten.
- Ein Zehnthof ist bereits im Böblinger Lager-buch von 1495 genannt. Im späten 16. Jahr-hundert wurde die „Kloster Hirsauische Zehntscheuer“ unter Beteiligung des württem-bergischen Hofbaumeisters Georg Beer an glei-cher Stelle neu errichtet. Den zweiten Weltkrieg überstand das Gebäude als eines von wenigen der Böblinger Altstadt unversehrt. Seit 1987 beherbergt die Böblinger Zehntscheuer nach grundlegender Sanierung das Bauernkriegs-museum – ausgerechnet an dem Ort, wo die Bauern einst den verhassten Zehnten abliefern mussten.
- Armin Langner · Die Pfleghöfe des Hirsauer Klosters
- Der Ort Gültstein, im weitläufi-gen Ammertal gelegen, wird erst-malig bereits im 8. Jahrhundert im Lorscher Codex urkundlich erwähnt. Im Jahr 769 schenkte ein Graf Erlafrid dem Kloster Lorsch an der Bergstraße Güter in Gült-stein. Bei der ersten Gründung des Aurelius-Klosters um das Jahr 830 übereignete ebenfalls ein Graf na-mens Erlafrid – mit großer Wahr-scheinlichkeit ein Nachfahre des Erstgenannten – Besitzrechte in Gültstein an den Hirsauer Kon-vent. Im von König Heinrich IV. 1075 ausgestellten Hirsauer Formular wurde das Besitzrecht der Weinberge in Gültstein aus-drücklich bestätigt. Durch Schenkungen und Tausch seitens der Zähringer, der Grafen von Kirchberg sowie der von Dußlingen und von Salzstetten konnte das Klostergut bedeutend vergrößert werden, so dass ein Pfleghof zu de-ren Bewirtschaftung errichtet wurde. Die Vog-tei über den Hirsauer Besitz in Gültstein ging von den Pfalzgrafen von Tübingen 1382 an Württemberg über. Offensichtlich gab es immer wieder Kon-flikte, aber auch Lösungsmechanismen mit
- Gültstein und Mönchberg
- Gültstein und Mönchberg
- Gültstein und Mönchberg
- Gültstein und Mönchberg
- Gültstein und Mönchberg
- Gültstein und Mönchberg
- Armin Langner · Die Pfleghöfe des Hirsauer Klosters
- Neckartailfingen
- 1758–1832).
- Anmerkungen
- Anmerkungen
- 16 HStA Stuttgart, H 14 Nr. 145 17 HStA Stuttgart, A 602 Nr. 4667 18 Generallandesarchiv Karlsruhe, 38 Nr. 2790 19 Ohnemus, Erwin: Besitzungen und Rechte
- Anmerkungen
- –
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- Anmerkungen
- Anmerkungen
- 13 GLA Karlsruhe, 42 Nr. 2213.
- -
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- Anmerkungen
- 55 Beschreibung des Oberamts Böblingen, hg. von dem Königlichen statistisch-topographi
- 42 Beschreibung des Oberamts Leonberg (wie Anm. 36), S. 114.
- 42 Beschreibung des Oberamts Leonberg (wie Anm. 36), S. 114.
- www.herrenberg.de/de/Stadtleben/Erleb
- 42 Beschreibung des Oberamts Leonberg (wie Anm. 36), S. 114.
- –
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- 42 Beschreibung des Oberamts Leonberg (wie Anm. 36), S. 114.
- 42 Beschreibung des Oberamts Leonberg (wie Anm. 36), S. 114.
- 57 Stuttgarter Zeitung, 21.5.2020.
- 66 HStA Stuttgart, H102/34 Bd. 66 Bl. 12 ff.
- 62 Janssen, Roman: Mittelalter in Herrenberg. Ostfildern 2008 (= Stadtgeschichte Herren
- 42 Beschreibung des Oberamts Leonberg (wie Anm. 36), S. 114.
- https://commons.wikimedia.org/wiki
- S.
- S.
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- S.
- S.
- S.
- -
- dia.org/wiki/File:Martinskirche_Neckar
- S.
- Klaus-Peter Hartmann
- „…darüber einem das Hertz lacht und brendt…“
- denen sie hinsichtlich der „seinerzeit vielfach gerühmten Ausmalung der Hirsauer Kirche“ auf eine „bisher noch kaum genügend berück-sichtigte Parallele“4 verwiesen hat: den Gothaer Tafelaltar! Diese Parallele greift auch Timo Trümper (Stif-tung Schloss Friedenstein Gotha) in seinem höchst informativen Text- und prachtvollen Bildband5 auf, der anlässlich der Neurepräsen-tation des umfangreich restaurierten Gothaer Tafelaltars sowie der erwähnten Stuttgarter Sonderausstellung publiziert wurde, wenn er ein Unterkapitel mit „Das Vorbild Hirsau“6 überschreibt. Zahlreiche belastbare Indizien zu den Bild-In-halten, zur ikonographischen Formgestaltung und – möglicherweise – zur Person des ausfüh-renden Maler-Künstlers lassen mit hoher Wahr-scheinlichkeit auf eine Verbindung der Hirsau-er Basilika-Ausmalung zum Gothaer Tafelaltar schließen. Und im Umkehrschluss: Zumindest ab dem ersten Drittel des 16. Jahrhunderts7, wie noch auszuführen sein wird, kann man von einer umfangreichen Ausmalung der Kloster-Basilika ausgehen und darf sich von den durch einzelne Rekonstruktions-Zeichnungen8 ima-ginierte leeren Kirchen-Innenwänden (vs. „hor-ror vacui“) verabschieden.
- denen sie hinsichtlich der „seinerzeit vielfach gerühmten Ausmalung der Hirsauer Kirche“ auf eine „bisher noch kaum genügend berück-sichtigte Parallele“4 verwiesen hat: den Gothaer Tafelaltar! Diese Parallele greift auch Timo Trümper (Stif-tung Schloss Friedenstein Gotha) in seinem höchst informativen Text- und prachtvollen Bildband5 auf, der anlässlich der Neurepräsen-tation des umfangreich restaurierten Gothaer Tafelaltars sowie der erwähnten Stuttgarter Sonderausstellung publiziert wurde, wenn er ein Unterkapitel mit „Das Vorbild Hirsau“6 überschreibt. Zahlreiche belastbare Indizien zu den Bild-In-halten, zur ikonographischen Formgestaltung und – möglicherweise – zur Person des ausfüh-renden Maler-Künstlers lassen mit hoher Wahr-scheinlichkeit auf eine Verbindung der Hirsau-er Basilika-Ausmalung zum Gothaer Tafelaltar schließen. Und im Umkehrschluss: Zumindest ab dem ersten Drittel des 16. Jahrhunderts7, wie noch auszuführen sein wird, kann man von einer umfangreichen Ausmalung der Kloster-Basilika ausgehen und darf sich von den durch einzelne Rekonstruktions-Zeichnungen8 ima-ginierte leeren Kirchen-Innenwänden (vs. „hor-ror vacui“) verabschieden.
- Aus der Schar der Besucher der Hirsauer Klos-terkirche gibt Jakob Frischlin in seinem „Liber panegyricorum“ (Lobpreisbuch) die Bewunde-rung eines Besuchers für die Kirchengemälde in Versen wieder: „Vnd hatt das kloster ein schöne kürch/ die ist gemahlet durch vnd dürch/ die ganze Bibell findstu darin/ Gemahlet vber d’massen schön“9 Eine detaillierte Schilderung der Kirchenausma-lung – neben weiteren Beschreibungen zur Aus-stattung des Hirsauer Klosters – ist der Nachwelt jedoch einzig im handschriftlichen Nachlass (12 Bände) des zweiten evangelischen Abtes von Hirsau, Johannes Karg, genannt Parsimonius (Abbatiat: 1569–1588), erhalten geblieben.10 Der für Hirsau wichtigste Band, 1579 als „Collecta-neen“ zusammengestellt, befindet sich in der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel.11 Parsimonius fasst seine Beschreibung der Kirchen-ausmalung in fünf Themenkreisen zusammen: „Abschrifft der gemalten personen und historien in der kirchen von hirsaw im Kloster I. Biblische Personen und historien aus dem alten Testament in welchen sonderlich das
- denen sie hinsichtlich der „seinerzeit vielfach gerühmten Ausmalung der Hirsauer Kirche“ auf eine „bisher noch kaum genügend berück-sichtigte Parallele“4 verwiesen hat: den Gothaer Tafelaltar! Diese Parallele greift auch Timo Trümper (Stif-tung Schloss Friedenstein Gotha) in seinem höchst informativen Text- und prachtvollen Bildband5 auf, der anlässlich der Neurepräsen-tation des umfangreich restaurierten Gothaer Tafelaltars sowie der erwähnten Stuttgarter Sonderausstellung publiziert wurde, wenn er ein Unterkapitel mit „Das Vorbild Hirsau“6 überschreibt. Zahlreiche belastbare Indizien zu den Bild-In-halten, zur ikonographischen Formgestaltung und – möglicherweise – zur Person des ausfüh-renden Maler-Künstlers lassen mit hoher Wahr-scheinlichkeit auf eine Verbindung der Hirsau-er Basilika-Ausmalung zum Gothaer Tafelaltar schließen. Und im Umkehrschluss: Zumindest ab dem ersten Drittel des 16. Jahrhunderts7, wie noch auszuführen sein wird, kann man von einer umfangreichen Ausmalung der Kloster-Basilika ausgehen und darf sich von den durch einzelne Rekonstruktions-Zeichnungen8 ima-ginierte leeren Kirchen-Innenwänden (vs. „hor-ror vacui“) verabschieden.
- denen sie hinsichtlich der „seinerzeit vielfach gerühmten Ausmalung der Hirsauer Kirche“ auf eine „bisher noch kaum genügend berück-sichtigte Parallele“4 verwiesen hat: den Gothaer Tafelaltar! Diese Parallele greift auch Timo Trümper (Stif-tung Schloss Friedenstein Gotha) in seinem höchst informativen Text- und prachtvollen Bildband5 auf, der anlässlich der Neurepräsen-tation des umfangreich restaurierten Gothaer Tafelaltars sowie der erwähnten Stuttgarter Sonderausstellung publiziert wurde, wenn er ein Unterkapitel mit „Das Vorbild Hirsau“6 überschreibt. Zahlreiche belastbare Indizien zu den Bild-In-halten, zur ikonographischen Formgestaltung und – möglicherweise – zur Person des ausfüh-renden Maler-Künstlers lassen mit hoher Wahr-scheinlichkeit auf eine Verbindung der Hirsau-er Basilika-Ausmalung zum Gothaer Tafelaltar schließen. Und im Umkehrschluss: Zumindest ab dem ersten Drittel des 16. Jahrhunderts7, wie noch auszuführen sein wird, kann man von einer umfangreichen Ausmalung der Kloster-Basilika ausgehen und darf sich von den durch einzelne Rekonstruktions-Zeichnungen8 ima-ginierte leeren Kirchen-Innenwänden (vs. „hor-ror vacui“) verabschieden.
- denen sie hinsichtlich der „seinerzeit vielfach gerühmten Ausmalung der Hirsauer Kirche“ auf eine „bisher noch kaum genügend berück-sichtigte Parallele“4 verwiesen hat: den Gothaer Tafelaltar! Diese Parallele greift auch Timo Trümper (Stif-tung Schloss Friedenstein Gotha) in seinem höchst informativen Text- und prachtvollen Bildband5 auf, der anlässlich der Neurepräsen-tation des umfangreich restaurierten Gothaer Tafelaltars sowie der erwähnten Stuttgarter Sonderausstellung publiziert wurde, wenn er ein Unterkapitel mit „Das Vorbild Hirsau“6 überschreibt. Zahlreiche belastbare Indizien zu den Bild-In-halten, zur ikonographischen Formgestaltung und – möglicherweise – zur Person des ausfüh-renden Maler-Künstlers lassen mit hoher Wahr-scheinlichkeit auf eine Verbindung der Hirsau-er Basilika-Ausmalung zum Gothaer Tafelaltar schließen. Und im Umkehrschluss: Zumindest ab dem ersten Drittel des 16. Jahrhunderts7, wie noch auszuführen sein wird, kann man von einer umfangreichen Ausmalung der Kloster-Basilika ausgehen und darf sich von den durch einzelne Rekonstruktions-Zeichnungen8 ima-ginierte leeren Kirchen-Innenwänden (vs. „hor-ror vacui“) verabschieden.
- denen sie hinsichtlich der „seinerzeit vielfach gerühmten Ausmalung der Hirsauer Kirche“ auf eine „bisher noch kaum genügend berück-sichtigte Parallele“4 verwiesen hat: den Gothaer Tafelaltar! Diese Parallele greift auch Timo Trümper (Stif-tung Schloss Friedenstein Gotha) in seinem höchst informativen Text- und prachtvollen Bildband5 auf, der anlässlich der Neurepräsen-tation des umfangreich restaurierten Gothaer Tafelaltars sowie der erwähnten Stuttgarter Sonderausstellung publiziert wurde, wenn er ein Unterkapitel mit „Das Vorbild Hirsau“6 überschreibt. Zahlreiche belastbare Indizien zu den Bild-In-halten, zur ikonographischen Formgestaltung und – möglicherweise – zur Person des ausfüh-renden Maler-Künstlers lassen mit hoher Wahr-scheinlichkeit auf eine Verbindung der Hirsau-er Basilika-Ausmalung zum Gothaer Tafelaltar schließen. Und im Umkehrschluss: Zumindest ab dem ersten Drittel des 16. Jahrhunderts7, wie noch auszuführen sein wird, kann man von einer umfangreichen Ausmalung der Kloster-Basilika ausgehen und darf sich von den durch einzelne Rekonstruktions-Zeichnungen8 ima-ginierte leeren Kirchen-Innenwänden (vs. „hor-ror vacui“) verabschieden.
- Außerdem sollte das Kloster auf Beschluss des Landtages in Tübingen (18. Oktober 1525) 1.325 Gulden zur Begleichung von Kriegsschulden be-zahlen. Dazu traten die Wirren und Unabwägbar-keiten durch die bevorstehende Reformation und deren Konsequenzen. So wurde 1534 durch Her-zog Ulrich das Kloster Hirsau aufgehoben und – zum Teil – das Kirchengut eingezogen. Schließ-lich wurde am 10. Oktober 1535 Abt Johannes vom Herzog mit einem Leibgeding abgefertigt, verblieb jedoch – wenn auch ohne Funktion – weiterhin im Kloster (und wurde 1548 nach dem Interim erneut eingesetzt). All diese Fährnisse und Krisen konnten Abt Johannes nicht davon abhalten, die Hirsauer Klosterkirche „mit einem thematisch anspruchsvollen Bilderzyklus auszustat-ten, der den Verlauf der Heils- und Weltgeschichte in eine bildhafte Form bringen wollte.“17 Nach den angesprochenen Bildinhalten, der räumlichen Lokalisierung, der Entstehungszeit und dem Auftraggeber münden weitere Über-legungen in die Frage nach der bild-gestaltenden Form und den sie zeit- und ideengeschichtlich prägenden Merkmalen. Trugen die Bilder aus dem Alten Testament lediglich aufzählende Bei-schriften, die Reihe der Regenten außerdem noch die Daten der Regierungsjahre, so wurden die Darstellungen aus dem Neuen Testament von sie jeweils erklärenden, deutschsprachigen Bibelstel-len sowie ebenfalls deutschen, zweizeiligen Merk-versen begleitet. Die paraphrasierenden Bibeltex-te, die Parsimonius angibt, „verweisen auf Luthers September-Testament von 1522 als Quelle.“18 Die Merkverse indes, die in Beziehung zu den dar-gestellten Themen stehen und sie summarisch zusammenfassen, gehen vermutlich „auf eine in Niederdeutsch verfasste Armenbibel zurück.“19 Man mag an dieser Stelle bei der Feststellung, Luthers Bibelübersetzung in einer katholischen Klosterkirche vorzufinden, vermutlich ziem-lich erstaunt innehalten. Auch die erwähnte Komplementarität von Wort und Bild verweist ja direkt auf Luthers Empfehlung, biblische Geschichten auf Bildern mit „Sprüchen“ zu ver-sehen, „damit man Gottes werck und wort […] ymer fur augen hette.“20 Die Koinzidenz von
- Außerdem sollte das Kloster auf Beschluss des Landtages in Tübingen (18. Oktober 1525) 1.325 Gulden zur Begleichung von Kriegsschulden be-zahlen. Dazu traten die Wirren und Unabwägbar-keiten durch die bevorstehende Reformation und deren Konsequenzen. So wurde 1534 durch Her-zog Ulrich das Kloster Hirsau aufgehoben und – zum Teil – das Kirchengut eingezogen. Schließ-lich wurde am 10. Oktober 1535 Abt Johannes vom Herzog mit einem Leibgeding abgefertigt, verblieb jedoch – wenn auch ohne Funktion – weiterhin im Kloster (und wurde 1548 nach dem Interim erneut eingesetzt). All diese Fährnisse und Krisen konnten Abt Johannes nicht davon abhalten, die Hirsauer Klosterkirche „mit einem thematisch anspruchsvollen Bilderzyklus auszustat-ten, der den Verlauf der Heils- und Weltgeschichte in eine bildhafte Form bringen wollte.“17 Nach den angesprochenen Bildinhalten, der räumlichen Lokalisierung, der Entstehungszeit und dem Auftraggeber münden weitere Über-legungen in die Frage nach der bild-gestaltenden Form und den sie zeit- und ideengeschichtlich prägenden Merkmalen. Trugen die Bilder aus dem Alten Testament lediglich aufzählende Bei-schriften, die Reihe der Regenten außerdem noch die Daten der Regierungsjahre, so wurden die Darstellungen aus dem Neuen Testament von sie jeweils erklärenden, deutschsprachigen Bibelstel-len sowie ebenfalls deutschen, zweizeiligen Merk-versen begleitet. Die paraphrasierenden Bibeltex-te, die Parsimonius angibt, „verweisen auf Luthers September-Testament von 1522 als Quelle.“18 Die Merkverse indes, die in Beziehung zu den dar-gestellten Themen stehen und sie summarisch zusammenfassen, gehen vermutlich „auf eine in Niederdeutsch verfasste Armenbibel zurück.“19 Man mag an dieser Stelle bei der Feststellung, Luthers Bibelübersetzung in einer katholischen Klosterkirche vorzufinden, vermutlich ziem-lich erstaunt innehalten. Auch die erwähnte Komplementarität von Wort und Bild verweist ja direkt auf Luthers Empfehlung, biblische Geschichten auf Bildern mit „Sprüchen“ zu ver-sehen, „damit man Gottes werck und wort […] ymer fur augen hette.“20 Die Koinzidenz von
- Außerdem sollte das Kloster auf Beschluss des Landtages in Tübingen (18. Oktober 1525) 1.325 Gulden zur Begleichung von Kriegsschulden be-zahlen. Dazu traten die Wirren und Unabwägbar-keiten durch die bevorstehende Reformation und deren Konsequenzen. So wurde 1534 durch Her-zog Ulrich das Kloster Hirsau aufgehoben und – zum Teil – das Kirchengut eingezogen. Schließ-lich wurde am 10. Oktober 1535 Abt Johannes vom Herzog mit einem Leibgeding abgefertigt, verblieb jedoch – wenn auch ohne Funktion – weiterhin im Kloster (und wurde 1548 nach dem Interim erneut eingesetzt). All diese Fährnisse und Krisen konnten Abt Johannes nicht davon abhalten, die Hirsauer Klosterkirche „mit einem thematisch anspruchsvollen Bilderzyklus auszustat-ten, der den Verlauf der Heils- und Weltgeschichte in eine bildhafte Form bringen wollte.“17 Nach den angesprochenen Bildinhalten, der räumlichen Lokalisierung, der Entstehungszeit und dem Auftraggeber münden weitere Über-legungen in die Frage nach der bild-gestaltenden Form und den sie zeit- und ideengeschichtlich prägenden Merkmalen. Trugen die Bilder aus dem Alten Testament lediglich aufzählende Bei-schriften, die Reihe der Regenten außerdem noch die Daten der Regierungsjahre, so wurden die Darstellungen aus dem Neuen Testament von sie jeweils erklärenden, deutschsprachigen Bibelstel-len sowie ebenfalls deutschen, zweizeiligen Merk-versen begleitet. Die paraphrasierenden Bibeltex-te, die Parsimonius angibt, „verweisen auf Luthers September-Testament von 1522 als Quelle.“18 Die Merkverse indes, die in Beziehung zu den dar-gestellten Themen stehen und sie summarisch zusammenfassen, gehen vermutlich „auf eine in Niederdeutsch verfasste Armenbibel zurück.“19 Man mag an dieser Stelle bei der Feststellung, Luthers Bibelübersetzung in einer katholischen Klosterkirche vorzufinden, vermutlich ziem-lich erstaunt innehalten. Auch die erwähnte Komplementarität von Wort und Bild verweist ja direkt auf Luthers Empfehlung, biblische Geschichten auf Bildern mit „Sprüchen“ zu ver-sehen, „damit man Gottes werck und wort […] ymer fur augen hette.“20 Die Koinzidenz von
- Außerdem sollte das Kloster auf Beschluss des Landtages in Tübingen (18. Oktober 1525) 1.325 Gulden zur Begleichung von Kriegsschulden be-zahlen. Dazu traten die Wirren und Unabwägbar-keiten durch die bevorstehende Reformation und deren Konsequenzen. So wurde 1534 durch Her-zog Ulrich das Kloster Hirsau aufgehoben und – zum Teil – das Kirchengut eingezogen. Schließ-lich wurde am 10. Oktober 1535 Abt Johannes vom Herzog mit einem Leibgeding abgefertigt, verblieb jedoch – wenn auch ohne Funktion – weiterhin im Kloster (und wurde 1548 nach dem Interim erneut eingesetzt). All diese Fährnisse und Krisen konnten Abt Johannes nicht davon abhalten, die Hirsauer Klosterkirche „mit einem thematisch anspruchsvollen Bilderzyklus auszustat-ten, der den Verlauf der Heils- und Weltgeschichte in eine bildhafte Form bringen wollte.“17 Nach den angesprochenen Bildinhalten, der räumlichen Lokalisierung, der Entstehungszeit und dem Auftraggeber münden weitere Über-legungen in die Frage nach der bild-gestaltenden Form und den sie zeit- und ideengeschichtlich prägenden Merkmalen. Trugen die Bilder aus dem Alten Testament lediglich aufzählende Bei-schriften, die Reihe der Regenten außerdem noch die Daten der Regierungsjahre, so wurden die Darstellungen aus dem Neuen Testament von sie jeweils erklärenden, deutschsprachigen Bibelstel-len sowie ebenfalls deutschen, zweizeiligen Merk-versen begleitet. Die paraphrasierenden Bibeltex-te, die Parsimonius angibt, „verweisen auf Luthers September-Testament von 1522 als Quelle.“18 Die Merkverse indes, die in Beziehung zu den dar-gestellten Themen stehen und sie summarisch zusammenfassen, gehen vermutlich „auf eine in Niederdeutsch verfasste Armenbibel zurück.“19 Man mag an dieser Stelle bei der Feststellung, Luthers Bibelübersetzung in einer katholischen Klosterkirche vorzufinden, vermutlich ziem-lich erstaunt innehalten. Auch die erwähnte Komplementarität von Wort und Bild verweist ja direkt auf Luthers Empfehlung, biblische Geschichten auf Bildern mit „Sprüchen“ zu ver-sehen, „damit man Gottes werck und wort […] ymer fur augen hette.“20 Die Koinzidenz von
- Außerdem sollte das Kloster auf Beschluss des Landtages in Tübingen (18. Oktober 1525) 1.325 Gulden zur Begleichung von Kriegsschulden be-zahlen. Dazu traten die Wirren und Unabwägbar-keiten durch die bevorstehende Reformation und deren Konsequenzen. So wurde 1534 durch Her-zog Ulrich das Kloster Hirsau aufgehoben und – zum Teil – das Kirchengut eingezogen. Schließ-lich wurde am 10. Oktober 1535 Abt Johannes vom Herzog mit einem Leibgeding abgefertigt, verblieb jedoch – wenn auch ohne Funktion – weiterhin im Kloster (und wurde 1548 nach dem Interim erneut eingesetzt). All diese Fährnisse und Krisen konnten Abt Johannes nicht davon abhalten, die Hirsauer Klosterkirche „mit einem thematisch anspruchsvollen Bilderzyklus auszustat-ten, der den Verlauf der Heils- und Weltgeschichte in eine bildhafte Form bringen wollte.“17 Nach den angesprochenen Bildinhalten, der räumlichen Lokalisierung, der Entstehungszeit und dem Auftraggeber münden weitere Über-legungen in die Frage nach der bild-gestaltenden Form und den sie zeit- und ideengeschichtlich prägenden Merkmalen. Trugen die Bilder aus dem Alten Testament lediglich aufzählende Bei-schriften, die Reihe der Regenten außerdem noch die Daten der Regierungsjahre, so wurden die Darstellungen aus dem Neuen Testament von sie jeweils erklärenden, deutschsprachigen Bibelstel-len sowie ebenfalls deutschen, zweizeiligen Merk-versen begleitet. Die paraphrasierenden Bibeltex-te, die Parsimonius angibt, „verweisen auf Luthers September-Testament von 1522 als Quelle.“18 Die Merkverse indes, die in Beziehung zu den dar-gestellten Themen stehen und sie summarisch zusammenfassen, gehen vermutlich „auf eine in Niederdeutsch verfasste Armenbibel zurück.“19 Man mag an dieser Stelle bei der Feststellung, Luthers Bibelübersetzung in einer katholischen Klosterkirche vorzufinden, vermutlich ziem-lich erstaunt innehalten. Auch die erwähnte Komplementarität von Wort und Bild verweist ja direkt auf Luthers Empfehlung, biblische Geschichten auf Bildern mit „Sprüchen“ zu ver-sehen, „damit man Gottes werck und wort […] ymer fur augen hette.“20 Die Koinzidenz von
- Außerdem sollte das Kloster auf Beschluss des Landtages in Tübingen (18. Oktober 1525) 1.325 Gulden zur Begleichung von Kriegsschulden be-zahlen. Dazu traten die Wirren und Unabwägbar-keiten durch die bevorstehende Reformation und deren Konsequenzen. So wurde 1534 durch Her-zog Ulrich das Kloster Hirsau aufgehoben und – zum Teil – das Kirchengut eingezogen. Schließ-lich wurde am 10. Oktober 1535 Abt Johannes vom Herzog mit einem Leibgeding abgefertigt, verblieb jedoch – wenn auch ohne Funktion – weiterhin im Kloster (und wurde 1548 nach dem Interim erneut eingesetzt). All diese Fährnisse und Krisen konnten Abt Johannes nicht davon abhalten, die Hirsauer Klosterkirche „mit einem thematisch anspruchsvollen Bilderzyklus auszustat-ten, der den Verlauf der Heils- und Weltgeschichte in eine bildhafte Form bringen wollte.“17 Nach den angesprochenen Bildinhalten, der räumlichen Lokalisierung, der Entstehungszeit und dem Auftraggeber münden weitere Über-legungen in die Frage nach der bild-gestaltenden Form und den sie zeit- und ideengeschichtlich prägenden Merkmalen. Trugen die Bilder aus dem Alten Testament lediglich aufzählende Bei-schriften, die Reihe der Regenten außerdem noch die Daten der Regierungsjahre, so wurden die Darstellungen aus dem Neuen Testament von sie jeweils erklärenden, deutschsprachigen Bibelstel-len sowie ebenfalls deutschen, zweizeiligen Merk-versen begleitet. Die paraphrasierenden Bibeltex-te, die Parsimonius angibt, „verweisen auf Luthers September-Testament von 1522 als Quelle.“18 Die Merkverse indes, die in Beziehung zu den dar-gestellten Themen stehen und sie summarisch zusammenfassen, gehen vermutlich „auf eine in Niederdeutsch verfasste Armenbibel zurück.“19 Man mag an dieser Stelle bei der Feststellung, Luthers Bibelübersetzung in einer katholischen Klosterkirche vorzufinden, vermutlich ziem-lich erstaunt innehalten. Auch die erwähnte Komplementarität von Wort und Bild verweist ja direkt auf Luthers Empfehlung, biblische Geschichten auf Bildern mit „Sprüchen“ zu ver-sehen, „damit man Gottes werck und wort […] ymer fur augen hette.“20 Die Koinzidenz von
- evangelisch anmutenden Ausmalung der Hir-sauer Klosterkirche schreibt: „[…] eine Paraphrasierung [ist] sehr einleuchtend, weil sie sehr viel weniger Anstoß erregen konnte als ein im Wortlaut zitierter Text der Luther-Bibel. Angesichts der 1531 keineswegs völlig eindeutig fi-xierten Fronten zwischen den Konfessionen konnte eine monumentale ‚Bilderbibel‘ sehr wohl Vorla-gen übernehmen, die dem didaktischen Zweck der Bilder – Veranschaulichung von Heilstatsachen – adäquat waren, wenn sie nicht im Wortlaut den Text der Bibelstellen wiedergab und damit eine nicht obrigkeitlich sanktionierte oder doch gelittene Lehrmeinung sozusagen publik machte.“23 „Alt“-gläubiges Kloster versus „neu“-gläubige Kirchenausmalung: Dieser vermeintliche Ge-gensatz wurde etwa 40 Jahre später (24. April 1571) in einem – im Entwurf erhaltenen – Brief24 vom zweiten evangelischen Hirsauer Abt Parsi-monius an Herzog Ludwig von Württemberg,
- evangelisch anmutenden Ausmalung der Hir-sauer Klosterkirche schreibt: „[…] eine Paraphrasierung [ist] sehr einleuchtend, weil sie sehr viel weniger Anstoß erregen konnte als ein im Wortlaut zitierter Text der Luther-Bibel. Angesichts der 1531 keineswegs völlig eindeutig fi-xierten Fronten zwischen den Konfessionen konnte eine monumentale ‚Bilderbibel‘ sehr wohl Vorla-gen übernehmen, die dem didaktischen Zweck der Bilder – Veranschaulichung von Heilstatsachen – adäquat waren, wenn sie nicht im Wortlaut den Text der Bibelstellen wiedergab und damit eine nicht obrigkeitlich sanktionierte oder doch gelittene Lehrmeinung sozusagen publik machte.“23 „Alt“-gläubiges Kloster versus „neu“-gläubige Kirchenausmalung: Dieser vermeintliche Ge-gensatz wurde etwa 40 Jahre später (24. April 1571) in einem – im Entwurf erhaltenen – Brief24 vom zweiten evangelischen Hirsauer Abt Parsi-monius an Herzog Ludwig von Württemberg,
- evangelisch anmutenden Ausmalung der Hir-sauer Klosterkirche schreibt: „[…] eine Paraphrasierung [ist] sehr einleuchtend, weil sie sehr viel weniger Anstoß erregen konnte als ein im Wortlaut zitierter Text der Luther-Bibel. Angesichts der 1531 keineswegs völlig eindeutig fi-xierten Fronten zwischen den Konfessionen konnte eine monumentale ‚Bilderbibel‘ sehr wohl Vorla-gen übernehmen, die dem didaktischen Zweck der Bilder – Veranschaulichung von Heilstatsachen – adäquat waren, wenn sie nicht im Wortlaut den Text der Bibelstellen wiedergab und damit eine nicht obrigkeitlich sanktionierte oder doch gelittene Lehrmeinung sozusagen publik machte.“23 „Alt“-gläubiges Kloster versus „neu“-gläubige Kirchenausmalung: Dieser vermeintliche Ge-gensatz wurde etwa 40 Jahre später (24. April 1571) in einem – im Entwurf erhaltenen – Brief24 vom zweiten evangelischen Hirsauer Abt Parsi-monius an Herzog Ludwig von Württemberg,
- evangelisch anmutenden Ausmalung der Hir-sauer Klosterkirche schreibt: „[…] eine Paraphrasierung [ist] sehr einleuchtend, weil sie sehr viel weniger Anstoß erregen konnte als ein im Wortlaut zitierter Text der Luther-Bibel. Angesichts der 1531 keineswegs völlig eindeutig fi-xierten Fronten zwischen den Konfessionen konnte eine monumentale ‚Bilderbibel‘ sehr wohl Vorla-gen übernehmen, die dem didaktischen Zweck der Bilder – Veranschaulichung von Heilstatsachen – adäquat waren, wenn sie nicht im Wortlaut den Text der Bibelstellen wiedergab und damit eine nicht obrigkeitlich sanktionierte oder doch gelittene Lehrmeinung sozusagen publik machte.“23 „Alt“-gläubiges Kloster versus „neu“-gläubige Kirchenausmalung: Dieser vermeintliche Ge-gensatz wurde etwa 40 Jahre später (24. April 1571) in einem – im Entwurf erhaltenen – Brief24 vom zweiten evangelischen Hirsauer Abt Parsi-monius an Herzog Ludwig von Württemberg,
- evangelisch anmutenden Ausmalung der Hir-sauer Klosterkirche schreibt: „[…] eine Paraphrasierung [ist] sehr einleuchtend, weil sie sehr viel weniger Anstoß erregen konnte als ein im Wortlaut zitierter Text der Luther-Bibel. Angesichts der 1531 keineswegs völlig eindeutig fi-xierten Fronten zwischen den Konfessionen konnte eine monumentale ‚Bilderbibel‘ sehr wohl Vorla-gen übernehmen, die dem didaktischen Zweck der Bilder – Veranschaulichung von Heilstatsachen – adäquat waren, wenn sie nicht im Wortlaut den Text der Bibelstellen wiedergab und damit eine nicht obrigkeitlich sanktionierte oder doch gelittene Lehrmeinung sozusagen publik machte.“23 „Alt“-gläubiges Kloster versus „neu“-gläubige Kirchenausmalung: Dieser vermeintliche Ge-gensatz wurde etwa 40 Jahre später (24. April 1571) in einem – im Entwurf erhaltenen – Brief24 vom zweiten evangelischen Hirsauer Abt Parsi-monius an Herzog Ludwig von Württemberg,
- evangelisch anmutenden Ausmalung der Hir-sauer Klosterkirche schreibt: „[…] eine Paraphrasierung [ist] sehr einleuchtend, weil sie sehr viel weniger Anstoß erregen konnte als ein im Wortlaut zitierter Text der Luther-Bibel. Angesichts der 1531 keineswegs völlig eindeutig fi-xierten Fronten zwischen den Konfessionen konnte eine monumentale ‚Bilderbibel‘ sehr wohl Vorla-gen übernehmen, die dem didaktischen Zweck der Bilder – Veranschaulichung von Heilstatsachen – adäquat waren, wenn sie nicht im Wortlaut den Text der Bibelstellen wiedergab und damit eine nicht obrigkeitlich sanktionierte oder doch gelittene Lehrmeinung sozusagen publik machte.“23 „Alt“-gläubiges Kloster versus „neu“-gläubige Kirchenausmalung: Dieser vermeintliche Ge-gensatz wurde etwa 40 Jahre später (24. April 1571) in einem – im Entwurf erhaltenen – Brief24 vom zweiten evangelischen Hirsauer Abt Parsi-monius an Herzog Ludwig von Württemberg,
- vertilget, vnd dagegen die raine leer der heiligen biblischen schrifft gemalt, geschriben, getruckt, geprediget, gepflantzt vnd allermenniglich einge-bildet werden, wie auch geschehen, da diß gemeld kaumet, bei Abbt Hanßen Schultheiss seligen auß-gemacht worden. […] Solte man annun ietzt diß schön herrlich gemeld liederlich lassen zergehen, so besorge ich schier, wie der auffgang diß gemelds ist ein heimlich prophe-zeiung gewesst des auffgangs der rainen biblischen vnd christlichen leer in diesem kloster, vnd im gantzen fürstenthumb, als würde der abgang die-ses gemelds (das gott gnediglich wölte verhütten) ein prophezeiung sein des abgangs der reinen bi-blischen und christlichen leer in unseren kirchen.“ Es ist höchst bemerkenswert, mit welch feinsin-niger Klugheit und diplomatischem Geschick hier Parsimonius die künstlerisch gerühmte und offensichtlich konfessionsüberschreitende Ausmalung der Hirsauer Klosterkirche mit der religionspolitischen Zukunft des Herzogtums, aber auch nicht zuletzt mit seinem finanziellen Anliegen zur Bilder-Restaurierung verknüpfte. In einem Drei-Schritt – Besonderheit und Be-rühmtheit der Kirchengemälde, reine Lehre der Bildinhalte und ihrer Gestaltung, Gottes Eingreifen in das Geschick des Klosters und
- vertilget, vnd dagegen die raine leer der heiligen biblischen schrifft gemalt, geschriben, getruckt, geprediget, gepflantzt vnd allermenniglich einge-bildet werden, wie auch geschehen, da diß gemeld kaumet, bei Abbt Hanßen Schultheiss seligen auß-gemacht worden. […] Solte man annun ietzt diß schön herrlich gemeld liederlich lassen zergehen, so besorge ich schier, wie der auffgang diß gemelds ist ein heimlich prophe-zeiung gewesst des auffgangs der rainen biblischen vnd christlichen leer in diesem kloster, vnd im gantzen fürstenthumb, als würde der abgang die-ses gemelds (das gott gnediglich wölte verhütten) ein prophezeiung sein des abgangs der reinen bi-blischen und christlichen leer in unseren kirchen.“ Es ist höchst bemerkenswert, mit welch feinsin-niger Klugheit und diplomatischem Geschick hier Parsimonius die künstlerisch gerühmte und offensichtlich konfessionsüberschreitende Ausmalung der Hirsauer Klosterkirche mit der religionspolitischen Zukunft des Herzogtums, aber auch nicht zuletzt mit seinem finanziellen Anliegen zur Bilder-Restaurierung verknüpfte. In einem Drei-Schritt – Besonderheit und Be-rühmtheit der Kirchengemälde, reine Lehre der Bildinhalte und ihrer Gestaltung, Gottes Eingreifen in das Geschick des Klosters und
- vertilget, vnd dagegen die raine leer der heiligen biblischen schrifft gemalt, geschriben, getruckt, geprediget, gepflantzt vnd allermenniglich einge-bildet werden, wie auch geschehen, da diß gemeld kaumet, bei Abbt Hanßen Schultheiss seligen auß-gemacht worden. […] Solte man annun ietzt diß schön herrlich gemeld liederlich lassen zergehen, so besorge ich schier, wie der auffgang diß gemelds ist ein heimlich prophe-zeiung gewesst des auffgangs der rainen biblischen vnd christlichen leer in diesem kloster, vnd im gantzen fürstenthumb, als würde der abgang die-ses gemelds (das gott gnediglich wölte verhütten) ein prophezeiung sein des abgangs der reinen bi-blischen und christlichen leer in unseren kirchen.“ Es ist höchst bemerkenswert, mit welch feinsin-niger Klugheit und diplomatischem Geschick hier Parsimonius die künstlerisch gerühmte und offensichtlich konfessionsüberschreitende Ausmalung der Hirsauer Klosterkirche mit der religionspolitischen Zukunft des Herzogtums, aber auch nicht zuletzt mit seinem finanziellen Anliegen zur Bilder-Restaurierung verknüpfte. In einem Drei-Schritt – Besonderheit und Be-rühmtheit der Kirchengemälde, reine Lehre der Bildinhalte und ihrer Gestaltung, Gottes Eingreifen in das Geschick des Klosters und
- vertilget, vnd dagegen die raine leer der heiligen biblischen schrifft gemalt, geschriben, getruckt, geprediget, gepflantzt vnd allermenniglich einge-bildet werden, wie auch geschehen, da diß gemeld kaumet, bei Abbt Hanßen Schultheiss seligen auß-gemacht worden. […] Solte man annun ietzt diß schön herrlich gemeld liederlich lassen zergehen, so besorge ich schier, wie der auffgang diß gemelds ist ein heimlich prophe-zeiung gewesst des auffgangs der rainen biblischen vnd christlichen leer in diesem kloster, vnd im gantzen fürstenthumb, als würde der abgang die-ses gemelds (das gott gnediglich wölte verhütten) ein prophezeiung sein des abgangs der reinen bi-blischen und christlichen leer in unseren kirchen.“ Es ist höchst bemerkenswert, mit welch feinsin-niger Klugheit und diplomatischem Geschick hier Parsimonius die künstlerisch gerühmte und offensichtlich konfessionsüberschreitende Ausmalung der Hirsauer Klosterkirche mit der religionspolitischen Zukunft des Herzogtums, aber auch nicht zuletzt mit seinem finanziellen Anliegen zur Bilder-Restaurierung verknüpfte. In einem Drei-Schritt – Besonderheit und Be-rühmtheit der Kirchengemälde, reine Lehre der Bildinhalte und ihrer Gestaltung, Gottes Eingreifen in das Geschick des Klosters und
- vertilget, vnd dagegen die raine leer der heiligen biblischen schrifft gemalt, geschriben, getruckt, geprediget, gepflantzt vnd allermenniglich einge-bildet werden, wie auch geschehen, da diß gemeld kaumet, bei Abbt Hanßen Schultheiss seligen auß-gemacht worden. […] Solte man annun ietzt diß schön herrlich gemeld liederlich lassen zergehen, so besorge ich schier, wie der auffgang diß gemelds ist ein heimlich prophe-zeiung gewesst des auffgangs der rainen biblischen vnd christlichen leer in diesem kloster, vnd im gantzen fürstenthumb, als würde der abgang die-ses gemelds (das gott gnediglich wölte verhütten) ein prophezeiung sein des abgangs der reinen bi-blischen und christlichen leer in unseren kirchen.“ Es ist höchst bemerkenswert, mit welch feinsin-niger Klugheit und diplomatischem Geschick hier Parsimonius die künstlerisch gerühmte und offensichtlich konfessionsüberschreitende Ausmalung der Hirsauer Klosterkirche mit der religionspolitischen Zukunft des Herzogtums, aber auch nicht zuletzt mit seinem finanziellen Anliegen zur Bilder-Restaurierung verknüpfte. In einem Drei-Schritt – Besonderheit und Be-rühmtheit der Kirchengemälde, reine Lehre der Bildinhalte und ihrer Gestaltung, Gottes Eingreifen in das Geschick des Klosters und
- vertilget, vnd dagegen die raine leer der heiligen biblischen schrifft gemalt, geschriben, getruckt, geprediget, gepflantzt vnd allermenniglich einge-bildet werden, wie auch geschehen, da diß gemeld kaumet, bei Abbt Hanßen Schultheiss seligen auß-gemacht worden. […] Solte man annun ietzt diß schön herrlich gemeld liederlich lassen zergehen, so besorge ich schier, wie der auffgang diß gemelds ist ein heimlich prophe-zeiung gewesst des auffgangs der rainen biblischen vnd christlichen leer in diesem kloster, vnd im gantzen fürstenthumb, als würde der abgang die-ses gemelds (das gott gnediglich wölte verhütten) ein prophezeiung sein des abgangs der reinen bi-blischen und christlichen leer in unseren kirchen.“ Es ist höchst bemerkenswert, mit welch feinsin-niger Klugheit und diplomatischem Geschick hier Parsimonius die künstlerisch gerühmte und offensichtlich konfessionsüberschreitende Ausmalung der Hirsauer Klosterkirche mit der religionspolitischen Zukunft des Herzogtums, aber auch nicht zuletzt mit seinem finanziellen Anliegen zur Bilder-Restaurierung verknüpfte. In einem Drei-Schritt – Besonderheit und Be-rühmtheit der Kirchengemälde, reine Lehre der Bildinhalte und ihrer Gestaltung, Gottes Eingreifen in das Geschick des Klosters und
- Hirsauer Kirchen-Bildnissen und dem Gothaer Tafelaltar wird man einer möglichen – wenn auch keiner endgültigen – Antwort wohl etwas nähergekommen sein.
- Hirsauer Kirchen-Bildnissen und dem Gothaer Tafelaltar wird man einer möglichen – wenn auch keiner endgültigen – Antwort wohl etwas nähergekommen sein.
- Hirsauer Kirchen-Bildnissen und dem Gothaer Tafelaltar wird man einer möglichen – wenn auch keiner endgültigen – Antwort wohl etwas nähergekommen sein.
- Tafelaltars identisch. Manche sind (leicht) ab-gewandelt; vereinzelt findet sich auch eine Neuformulierung (Verbesserung?). Somit las-sen sich mit den aus Hirsau überlieferten Zwei-zeilern auch zahlreiche Verse rekonstruieren, die beim Gothaer Altar verloren gegangen sind. Da somit die Merkverse ein wesentliches und belastbares Indiz für eine direkte Verbindung der Hirsauer Kirchenausmalung (Parsimonius‘ Themenkreis II: Leben und Wirken Jesu) zu den 157 neutestamentlichen Bildern des Gothaer Tafelaltars darstellen (eine solche Übereinstim-mung kann nicht zufällig sein), muss von hier aus nochmals die Frage nach dem ausführenden Maler beider Kunstwerke gestellt werden. Durch Fleischhauers eindeutige Zuschreibung der Go-thaer Altarbemalung von 1538 an Füllmaurer bzw. seine Werkstatt lässt sich – zunächst hypo-thetisch – für die Entstehungsjahre 1531–1534 der Hirsauer Ausmalung durchaus derselbe Ma-ler bzw. dieselbe Werkstatt annehmen. Dafür sprechen nicht nur Umfang, Genre und Sujets der beiden Kunstwerke, sondern ebenso der Sachverhalt, dass Füllmaurer nachweislich auch Kirchenausmalungen durchgeführt hat und von ihm für die genannte Entstehungszeit der Hir-sauer Ausmalung keine anderweitigen größeren Arbeiten bekannt sind. Eine Ausmalung der Hirsauer Klosterkirche durch Füllmaurer bzw. seine Werkstatt ist also denkbar. Die Bilderanalyse des Gothaer Altars weist er-sichtlich auf eine Malerkünstler-Gruppe hin,34 was eine Füllmaurer-Werkstatt nahelegt. Dies wäre auch für Hirsau durchaus vorstellbar. Die geographische Nähe Herrenbergs (Füllmaurers Herkunftsort) zu Hirsau – die Distanz in der damals schon bestehenden Straßenverbindung beträgt etwa 20 km – verstärkt die Annahme einer Füllmaurer-Urheberschaft. Fleischhauers überzeugende Zuschreibung der Urheberschaft des Gothaer Altars an Füllmau-rer wird durch die Wiedergabe der Stadtansicht von Herrenberg auf der Altartafel 23 erhär-tet. Desgleichen könnten auch die mehrfach dargestellten Würfelkapitelle, den typischen
- Tafelaltars identisch. Manche sind (leicht) ab-gewandelt; vereinzelt findet sich auch eine Neuformulierung (Verbesserung?). Somit las-sen sich mit den aus Hirsau überlieferten Zwei-zeilern auch zahlreiche Verse rekonstruieren, die beim Gothaer Altar verloren gegangen sind. Da somit die Merkverse ein wesentliches und belastbares Indiz für eine direkte Verbindung der Hirsauer Kirchenausmalung (Parsimonius‘ Themenkreis II: Leben und Wirken Jesu) zu den 157 neutestamentlichen Bildern des Gothaer Tafelaltars darstellen (eine solche Übereinstim-mung kann nicht zufällig sein), muss von hier aus nochmals die Frage nach dem ausführenden Maler beider Kunstwerke gestellt werden. Durch Fleischhauers eindeutige Zuschreibung der Go-thaer Altarbemalung von 1538 an Füllmaurer bzw. seine Werkstatt lässt sich – zunächst hypo-thetisch – für die Entstehungsjahre 1531–1534 der Hirsauer Ausmalung durchaus derselbe Ma-ler bzw. dieselbe Werkstatt annehmen. Dafür sprechen nicht nur Umfang, Genre und Sujets der beiden Kunstwerke, sondern ebenso der Sachverhalt, dass Füllmaurer nachweislich auch Kirchenausmalungen durchgeführt hat und von ihm für die genannte Entstehungszeit der Hir-sauer Ausmalung keine anderweitigen größeren Arbeiten bekannt sind. Eine Ausmalung der Hirsauer Klosterkirche durch Füllmaurer bzw. seine Werkstatt ist also denkbar. Die Bilderanalyse des Gothaer Altars weist er-sichtlich auf eine Malerkünstler-Gruppe hin,34 was eine Füllmaurer-Werkstatt nahelegt. Dies wäre auch für Hirsau durchaus vorstellbar. Die geographische Nähe Herrenbergs (Füllmaurers Herkunftsort) zu Hirsau – die Distanz in der damals schon bestehenden Straßenverbindung beträgt etwa 20 km – verstärkt die Annahme einer Füllmaurer-Urheberschaft. Fleischhauers überzeugende Zuschreibung der Urheberschaft des Gothaer Altars an Füllmau-rer wird durch die Wiedergabe der Stadtansicht von Herrenberg auf der Altartafel 23 erhär-tet. Desgleichen könnten auch die mehrfach dargestellten Würfelkapitelle, den typischen
- Tafelaltars identisch. Manche sind (leicht) ab-gewandelt; vereinzelt findet sich auch eine Neuformulierung (Verbesserung?). Somit las-sen sich mit den aus Hirsau überlieferten Zwei-zeilern auch zahlreiche Verse rekonstruieren, die beim Gothaer Altar verloren gegangen sind. Da somit die Merkverse ein wesentliches und belastbares Indiz für eine direkte Verbindung der Hirsauer Kirchenausmalung (Parsimonius‘ Themenkreis II: Leben und Wirken Jesu) zu den 157 neutestamentlichen Bildern des Gothaer Tafelaltars darstellen (eine solche Übereinstim-mung kann nicht zufällig sein), muss von hier aus nochmals die Frage nach dem ausführenden Maler beider Kunstwerke gestellt werden. Durch Fleischhauers eindeutige Zuschreibung der Go-thaer Altarbemalung von 1538 an Füllmaurer bzw. seine Werkstatt lässt sich – zunächst hypo-thetisch – für die Entstehungsjahre 1531–1534 der Hirsauer Ausmalung durchaus derselbe Ma-ler bzw. dieselbe Werkstatt annehmen. Dafür sprechen nicht nur Umfang, Genre und Sujets der beiden Kunstwerke, sondern ebenso der Sachverhalt, dass Füllmaurer nachweislich auch Kirchenausmalungen durchgeführt hat und von ihm für die genannte Entstehungszeit der Hir-sauer Ausmalung keine anderweitigen größeren Arbeiten bekannt sind. Eine Ausmalung der Hirsauer Klosterkirche durch Füllmaurer bzw. seine Werkstatt ist also denkbar. Die Bilderanalyse des Gothaer Altars weist er-sichtlich auf eine Malerkünstler-Gruppe hin,34 was eine Füllmaurer-Werkstatt nahelegt. Dies wäre auch für Hirsau durchaus vorstellbar. Die geographische Nähe Herrenbergs (Füllmaurers Herkunftsort) zu Hirsau – die Distanz in der damals schon bestehenden Straßenverbindung beträgt etwa 20 km – verstärkt die Annahme einer Füllmaurer-Urheberschaft. Fleischhauers überzeugende Zuschreibung der Urheberschaft des Gothaer Altars an Füllmau-rer wird durch die Wiedergabe der Stadtansicht von Herrenberg auf der Altartafel 23 erhär-tet. Desgleichen könnten auch die mehrfach dargestellten Würfelkapitelle, den typischen
- Tafelaltars identisch. Manche sind (leicht) ab-gewandelt; vereinzelt findet sich auch eine Neuformulierung (Verbesserung?). Somit las-sen sich mit den aus Hirsau überlieferten Zwei-zeilern auch zahlreiche Verse rekonstruieren, die beim Gothaer Altar verloren gegangen sind. Da somit die Merkverse ein wesentliches und belastbares Indiz für eine direkte Verbindung der Hirsauer Kirchenausmalung (Parsimonius‘ Themenkreis II: Leben und Wirken Jesu) zu den 157 neutestamentlichen Bildern des Gothaer Tafelaltars darstellen (eine solche Übereinstim-mung kann nicht zufällig sein), muss von hier aus nochmals die Frage nach dem ausführenden Maler beider Kunstwerke gestellt werden. Durch Fleischhauers eindeutige Zuschreibung der Go-thaer Altarbemalung von 1538 an Füllmaurer bzw. seine Werkstatt lässt sich – zunächst hypo-thetisch – für die Entstehungsjahre 1531–1534 der Hirsauer Ausmalung durchaus derselbe Ma-ler bzw. dieselbe Werkstatt annehmen. Dafür sprechen nicht nur Umfang, Genre und Sujets der beiden Kunstwerke, sondern ebenso der Sachverhalt, dass Füllmaurer nachweislich auch Kirchenausmalungen durchgeführt hat und von ihm für die genannte Entstehungszeit der Hir-sauer Ausmalung keine anderweitigen größeren Arbeiten bekannt sind. Eine Ausmalung der Hirsauer Klosterkirche durch Füllmaurer bzw. seine Werkstatt ist also denkbar. Die Bilderanalyse des Gothaer Altars weist er-sichtlich auf eine Malerkünstler-Gruppe hin,34 was eine Füllmaurer-Werkstatt nahelegt. Dies wäre auch für Hirsau durchaus vorstellbar. Die geographische Nähe Herrenbergs (Füllmaurers Herkunftsort) zu Hirsau – die Distanz in der damals schon bestehenden Straßenverbindung beträgt etwa 20 km – verstärkt die Annahme einer Füllmaurer-Urheberschaft. Fleischhauers überzeugende Zuschreibung der Urheberschaft des Gothaer Altars an Füllmau-rer wird durch die Wiedergabe der Stadtansicht von Herrenberg auf der Altartafel 23 erhär-tet. Desgleichen könnten auch die mehrfach dargestellten Würfelkapitelle, den typischen
- Tafelaltars identisch. Manche sind (leicht) ab-gewandelt; vereinzelt findet sich auch eine Neuformulierung (Verbesserung?). Somit las-sen sich mit den aus Hirsau überlieferten Zwei-zeilern auch zahlreiche Verse rekonstruieren, die beim Gothaer Altar verloren gegangen sind. Da somit die Merkverse ein wesentliches und belastbares Indiz für eine direkte Verbindung der Hirsauer Kirchenausmalung (Parsimonius‘ Themenkreis II: Leben und Wirken Jesu) zu den 157 neutestamentlichen Bildern des Gothaer Tafelaltars darstellen (eine solche Übereinstim-mung kann nicht zufällig sein), muss von hier aus nochmals die Frage nach dem ausführenden Maler beider Kunstwerke gestellt werden. Durch Fleischhauers eindeutige Zuschreibung der Go-thaer Altarbemalung von 1538 an Füllmaurer bzw. seine Werkstatt lässt sich – zunächst hypo-thetisch – für die Entstehungsjahre 1531–1534 der Hirsauer Ausmalung durchaus derselbe Ma-ler bzw. dieselbe Werkstatt annehmen. Dafür sprechen nicht nur Umfang, Genre und Sujets der beiden Kunstwerke, sondern ebenso der Sachverhalt, dass Füllmaurer nachweislich auch Kirchenausmalungen durchgeführt hat und von ihm für die genannte Entstehungszeit der Hir-sauer Ausmalung keine anderweitigen größeren Arbeiten bekannt sind. Eine Ausmalung der Hirsauer Klosterkirche durch Füllmaurer bzw. seine Werkstatt ist also denkbar. Die Bilderanalyse des Gothaer Altars weist er-sichtlich auf eine Malerkünstler-Gruppe hin,34 was eine Füllmaurer-Werkstatt nahelegt. Dies wäre auch für Hirsau durchaus vorstellbar. Die geographische Nähe Herrenbergs (Füllmaurers Herkunftsort) zu Hirsau – die Distanz in der damals schon bestehenden Straßenverbindung beträgt etwa 20 km – verstärkt die Annahme einer Füllmaurer-Urheberschaft. Fleischhauers überzeugende Zuschreibung der Urheberschaft des Gothaer Altars an Füllmau-rer wird durch die Wiedergabe der Stadtansicht von Herrenberg auf der Altartafel 23 erhär-tet. Desgleichen könnten auch die mehrfach dargestellten Würfelkapitelle, den typischen
- Tafelaltars identisch. Manche sind (leicht) ab-gewandelt; vereinzelt findet sich auch eine Neuformulierung (Verbesserung?). Somit las-sen sich mit den aus Hirsau überlieferten Zwei-zeilern auch zahlreiche Verse rekonstruieren, die beim Gothaer Altar verloren gegangen sind. Da somit die Merkverse ein wesentliches und belastbares Indiz für eine direkte Verbindung der Hirsauer Kirchenausmalung (Parsimonius‘ Themenkreis II: Leben und Wirken Jesu) zu den 157 neutestamentlichen Bildern des Gothaer Tafelaltars darstellen (eine solche Übereinstim-mung kann nicht zufällig sein), muss von hier aus nochmals die Frage nach dem ausführenden Maler beider Kunstwerke gestellt werden. Durch Fleischhauers eindeutige Zuschreibung der Go-thaer Altarbemalung von 1538 an Füllmaurer bzw. seine Werkstatt lässt sich – zunächst hypo-thetisch – für die Entstehungsjahre 1531–1534 der Hirsauer Ausmalung durchaus derselbe Ma-ler bzw. dieselbe Werkstatt annehmen. Dafür sprechen nicht nur Umfang, Genre und Sujets der beiden Kunstwerke, sondern ebenso der Sachverhalt, dass Füllmaurer nachweislich auch Kirchenausmalungen durchgeführt hat und von ihm für die genannte Entstehungszeit der Hir-sauer Ausmalung keine anderweitigen größeren Arbeiten bekannt sind. Eine Ausmalung der Hirsauer Klosterkirche durch Füllmaurer bzw. seine Werkstatt ist also denkbar. Die Bilderanalyse des Gothaer Altars weist er-sichtlich auf eine Malerkünstler-Gruppe hin,34 was eine Füllmaurer-Werkstatt nahelegt. Dies wäre auch für Hirsau durchaus vorstellbar. Die geographische Nähe Herrenbergs (Füllmaurers Herkunftsort) zu Hirsau – die Distanz in der damals schon bestehenden Straßenverbindung beträgt etwa 20 km – verstärkt die Annahme einer Füllmaurer-Urheberschaft. Fleischhauers überzeugende Zuschreibung der Urheberschaft des Gothaer Altars an Füllmau-rer wird durch die Wiedergabe der Stadtansicht von Herrenberg auf der Altartafel 23 erhär-tet. Desgleichen könnten auch die mehrfach dargestellten Würfelkapitelle, den typischen
- tales Bilderbuch der Reformationszeit. Petersberg 2017.
- Anmerkungen
- Anmerkungen
- 11 Parsimonius, Johannes: Picturae et scriptu
- Anmerkungen
- 13 Neumüllers-Klauser, Renate: Die Inschrif
- ten des Landkreises Calw. Wiesbaden 1992 (=
- Anmerkungen
- Anmerkungen
- Ausmalung der Hirsauer Klosterkirche St. Peter und Paul.
- https://ordens
- -
- Anmerkungen
- 25 KauFmann: Ewiges Wort (wie Anm. 20), S. 24.
- Göttingen 2015 (= Jahrbuch der Klassik Stiftung
- Göttingen 2015 (= Jahrbuch der Klassik Stiftung
- maurer zuschreiben. Vgl. dazu Fleischhauer, Werner: Renaissance im Herzogtum Württem
- Göttingen 2015 (= Jahrbuch der Klassik Stiftung
- 34 Trümper: Der Gothaer Tafelaltar (wie Anm. 5), S. 24f.
- S.
- Göttingen 2015 (= Jahrbuch der Klassik Stiftung
- Göttingen 2015 (= Jahrbuch der Klassik Stiftung
- -
- 32 Janssen, Roman (2017): Die Inschriften des Go
- –
- Göttingen 2015 (= Jahrbuch der Klassik Stiftung
- Verena Mack
- „Of the wilde Bathes“
- „Of the wilde Bathes“
- „Of the wilde Bathes“
- „Of the wilde Bathes“
- „Of the wilde Bathes“
- „Of the wilde Bathes“
- Sein Werk umfasste aber nicht nur die erste aus-führliche Beschreibung des englischen Badeor-tes Bath, sondern stellte daneben auch weitere Bäder in Deutschland und Italien vor; darunter das Bad Wildbad. Wer genau war William Tur-ner? Und woher kannte er das kleine Heilbad im Schwarzwald? William Turner wurde um 1510 in Morpeth in Northumberland als Sohn eines Gerbers geboren. Sein wissenschaftliches Talent muss schon früh aufgefallen sein, da ihm der Baron von Wentworth von 1526 an das Studium in Pembroke Hall (Cambridge) ermöglichte, wo er 1533 den Grad des Master of Arts erhielt. Er blieb zunächst als Fellow und ab 1538 als Senior Treasurer in Pembroke Hall und beschäftigte sich schon zu dieser Zeit intensiv mit der heimi-schen Flora und Fauna. Turner war überzeugter
- Sein Werk umfasste aber nicht nur die erste aus-führliche Beschreibung des englischen Badeor-tes Bath, sondern stellte daneben auch weitere Bäder in Deutschland und Italien vor; darunter das Bad Wildbad. Wer genau war William Tur-ner? Und woher kannte er das kleine Heilbad im Schwarzwald? William Turner wurde um 1510 in Morpeth in Northumberland als Sohn eines Gerbers geboren. Sein wissenschaftliches Talent muss schon früh aufgefallen sein, da ihm der Baron von Wentworth von 1526 an das Studium in Pembroke Hall (Cambridge) ermöglichte, wo er 1533 den Grad des Master of Arts erhielt. Er blieb zunächst als Fellow und ab 1538 als Senior Treasurer in Pembroke Hall und beschäftigte sich schon zu dieser Zeit intensiv mit der heimi-schen Flora und Fauna. Turner war überzeugter
- Sein Werk umfasste aber nicht nur die erste aus-führliche Beschreibung des englischen Badeor-tes Bath, sondern stellte daneben auch weitere Bäder in Deutschland und Italien vor; darunter das Bad Wildbad. Wer genau war William Tur-ner? Und woher kannte er das kleine Heilbad im Schwarzwald? William Turner wurde um 1510 in Morpeth in Northumberland als Sohn eines Gerbers geboren. Sein wissenschaftliches Talent muss schon früh aufgefallen sein, da ihm der Baron von Wentworth von 1526 an das Studium in Pembroke Hall (Cambridge) ermöglichte, wo er 1533 den Grad des Master of Arts erhielt. Er blieb zunächst als Fellow und ab 1538 als Senior Treasurer in Pembroke Hall und beschäftigte sich schon zu dieser Zeit intensiv mit der heimi-schen Flora und Fauna. Turner war überzeugter
- Sein Werk umfasste aber nicht nur die erste aus-führliche Beschreibung des englischen Badeor-tes Bath, sondern stellte daneben auch weitere Bäder in Deutschland und Italien vor; darunter das Bad Wildbad. Wer genau war William Tur-ner? Und woher kannte er das kleine Heilbad im Schwarzwald? William Turner wurde um 1510 in Morpeth in Northumberland als Sohn eines Gerbers geboren. Sein wissenschaftliches Talent muss schon früh aufgefallen sein, da ihm der Baron von Wentworth von 1526 an das Studium in Pembroke Hall (Cambridge) ermöglichte, wo er 1533 den Grad des Master of Arts erhielt. Er blieb zunächst als Fellow und ab 1538 als Senior Treasurer in Pembroke Hall und beschäftigte sich schon zu dieser Zeit intensiv mit der heimi-schen Flora und Fauna. Turner war überzeugter
- Sein Werk umfasste aber nicht nur die erste aus-führliche Beschreibung des englischen Badeor-tes Bath, sondern stellte daneben auch weitere Bäder in Deutschland und Italien vor; darunter das Bad Wildbad. Wer genau war William Tur-ner? Und woher kannte er das kleine Heilbad im Schwarzwald? William Turner wurde um 1510 in Morpeth in Northumberland als Sohn eines Gerbers geboren. Sein wissenschaftliches Talent muss schon früh aufgefallen sein, da ihm der Baron von Wentworth von 1526 an das Studium in Pembroke Hall (Cambridge) ermöglichte, wo er 1533 den Grad des Master of Arts erhielt. Er blieb zunächst als Fellow und ab 1538 als Senior Treasurer in Pembroke Hall und beschäftigte sich schon zu dieser Zeit intensiv mit der heimi-schen Flora und Fauna. Turner war überzeugter
- Sein Werk umfasste aber nicht nur die erste aus-führliche Beschreibung des englischen Badeor-tes Bath, sondern stellte daneben auch weitere Bäder in Deutschland und Italien vor; darunter das Bad Wildbad. Wer genau war William Tur-ner? Und woher kannte er das kleine Heilbad im Schwarzwald? William Turner wurde um 1510 in Morpeth in Northumberland als Sohn eines Gerbers geboren. Sein wissenschaftliches Talent muss schon früh aufgefallen sein, da ihm der Baron von Wentworth von 1526 an das Studium in Pembroke Hall (Cambridge) ermöglichte, wo er 1533 den Grad des Master of Arts erhielt. Er blieb zunächst als Fellow und ab 1538 als Senior Treasurer in Pembroke Hall und beschäftigte sich schon zu dieser Zeit intensiv mit der heimi-schen Flora und Fauna. Turner war überzeugter
- seiner Tätigkeit als Arzt verfasste er eine Reihe von Büchern. Besonders erwähnenswert ist die 1544 erschienene „Avium praecipuarum histo-ria“, die als Beginn der modernen Ornithologie gilt.1 Nach der Thronbesteigung Eduard VI. 1547 konnte Turner nach England zurückkehren. Dort trat er in die Dienste Edward Seymours, Herzogs von Somerset, als Leibarzt und Kap-lan. Es folgte eine kirchliche Karriere mit einer Station als Pfründer im York Minster, bevor er 1551 Dekan von Wells in Somerset wurde. Die-se Rolle hatte er bis Juli 1553 inne, als er nach der Krönung von Maria Tudor zur Königin Mary I. aufgrund seiner religiösen Ansichten England erneut verlassen musste. Im Exil im elsässischen Weißenburg war er erneut als Arzt tätig und unterhielt engen Kontakt mit den Reformatoren und Gelehrten in der Region. Mit der Thronfolge Elisabeth I. konnte Turner erneut nach England zurückkehren und nahm 1560 erneut das Amt des De-kan von Wells auf. In diese Zeit fällt auch die Veröffentlichung des zweiten Teils sei-nes Hauptwerkes, des reich illustrierten Kräuterbuchs „A New Herball“, ebenfalls in englischer Sprache. Anders als der erste Teil von 1551 wurde das Buch nicht mehr in London, sondern beim Kölner Buch-händler Arnold Birckman verlegt.2 Zu-sammen mit diesem Werk erschien auch Turners kleine Bäderschrift. Aufgrund seiner Bemühungen, die engli-sche Kirche an die reformierte Lehre an-zuschließen, wurde Turner 1564 vom Kir-chendienst suspendiert. Seine restlichen Lebensjahre bis zu seinem Tod am 7. Juli 1568 in London waren geprägt von einer sehr aktiven Schreibtätigkeit, die mit Wer-ken wie „The hunting of the fox and the wol-fe because they make hauocke of the sheepe of Christ Jesus“ oder „A new booke of spirituall physik for dyuerse diseases of the nobilitie and gentlemen of Englande“ noch stärker als die früheren Werke des naturkundigen Geist-lichen von Ideen der theologica naturalis
- seiner Tätigkeit als Arzt verfasste er eine Reihe von Büchern. Besonders erwähnenswert ist die 1544 erschienene „Avium praecipuarum histo-ria“, die als Beginn der modernen Ornithologie gilt.1 Nach der Thronbesteigung Eduard VI. 1547 konnte Turner nach England zurückkehren. Dort trat er in die Dienste Edward Seymours, Herzogs von Somerset, als Leibarzt und Kap-lan. Es folgte eine kirchliche Karriere mit einer Station als Pfründer im York Minster, bevor er 1551 Dekan von Wells in Somerset wurde. Die-se Rolle hatte er bis Juli 1553 inne, als er nach der Krönung von Maria Tudor zur Königin Mary I. aufgrund seiner religiösen Ansichten England erneut verlassen musste. Im Exil im elsässischen Weißenburg war er erneut als Arzt tätig und unterhielt engen Kontakt mit den Reformatoren und Gelehrten in der Region. Mit der Thronfolge Elisabeth I. konnte Turner erneut nach England zurückkehren und nahm 1560 erneut das Amt des De-kan von Wells auf. In diese Zeit fällt auch die Veröffentlichung des zweiten Teils sei-nes Hauptwerkes, des reich illustrierten Kräuterbuchs „A New Herball“, ebenfalls in englischer Sprache. Anders als der erste Teil von 1551 wurde das Buch nicht mehr in London, sondern beim Kölner Buch-händler Arnold Birckman verlegt.2 Zu-sammen mit diesem Werk erschien auch Turners kleine Bäderschrift. Aufgrund seiner Bemühungen, die engli-sche Kirche an die reformierte Lehre an-zuschließen, wurde Turner 1564 vom Kir-chendienst suspendiert. Seine restlichen Lebensjahre bis zu seinem Tod am 7. Juli 1568 in London waren geprägt von einer sehr aktiven Schreibtätigkeit, die mit Wer-ken wie „The hunting of the fox and the wol-fe because they make hauocke of the sheepe of Christ Jesus“ oder „A new booke of spirituall physik for dyuerse diseases of the nobilitie and gentlemen of Englande“ noch stärker als die früheren Werke des naturkundigen Geist-lichen von Ideen der theologica naturalis
- seiner Tätigkeit als Arzt verfasste er eine Reihe von Büchern. Besonders erwähnenswert ist die 1544 erschienene „Avium praecipuarum histo-ria“, die als Beginn der modernen Ornithologie gilt.1 Nach der Thronbesteigung Eduard VI. 1547 konnte Turner nach England zurückkehren. Dort trat er in die Dienste Edward Seymours, Herzogs von Somerset, als Leibarzt und Kap-lan. Es folgte eine kirchliche Karriere mit einer Station als Pfründer im York Minster, bevor er 1551 Dekan von Wells in Somerset wurde. Die-se Rolle hatte er bis Juli 1553 inne, als er nach der Krönung von Maria Tudor zur Königin Mary I. aufgrund seiner religiösen Ansichten England erneut verlassen musste. Im Exil im elsässischen Weißenburg war er erneut als Arzt tätig und unterhielt engen Kontakt mit den Reformatoren und Gelehrten in der Region. Mit der Thronfolge Elisabeth I. konnte Turner erneut nach England zurückkehren und nahm 1560 erneut das Amt des De-kan von Wells auf. In diese Zeit fällt auch die Veröffentlichung des zweiten Teils sei-nes Hauptwerkes, des reich illustrierten Kräuterbuchs „A New Herball“, ebenfalls in englischer Sprache. Anders als der erste Teil von 1551 wurde das Buch nicht mehr in London, sondern beim Kölner Buch-händler Arnold Birckman verlegt.2 Zu-sammen mit diesem Werk erschien auch Turners kleine Bäderschrift. Aufgrund seiner Bemühungen, die engli-sche Kirche an die reformierte Lehre an-zuschließen, wurde Turner 1564 vom Kir-chendienst suspendiert. Seine restlichen Lebensjahre bis zu seinem Tod am 7. Juli 1568 in London waren geprägt von einer sehr aktiven Schreibtätigkeit, die mit Wer-ken wie „The hunting of the fox and the wol-fe because they make hauocke of the sheepe of Christ Jesus“ oder „A new booke of spirituall physik for dyuerse diseases of the nobilitie and gentlemen of Englande“ noch stärker als die früheren Werke des naturkundigen Geist-lichen von Ideen der theologica naturalis
- seiner Tätigkeit als Arzt verfasste er eine Reihe von Büchern. Besonders erwähnenswert ist die 1544 erschienene „Avium praecipuarum histo-ria“, die als Beginn der modernen Ornithologie gilt.1 Nach der Thronbesteigung Eduard VI. 1547 konnte Turner nach England zurückkehren. Dort trat er in die Dienste Edward Seymours, Herzogs von Somerset, als Leibarzt und Kap-lan. Es folgte eine kirchliche Karriere mit einer Station als Pfründer im York Minster, bevor er 1551 Dekan von Wells in Somerset wurde. Die-se Rolle hatte er bis Juli 1553 inne, als er nach der Krönung von Maria Tudor zur Königin Mary I. aufgrund seiner religiösen Ansichten England erneut verlassen musste. Im Exil im elsässischen Weißenburg war er erneut als Arzt tätig und unterhielt engen Kontakt mit den Reformatoren und Gelehrten in der Region. Mit der Thronfolge Elisabeth I. konnte Turner erneut nach England zurückkehren und nahm 1560 erneut das Amt des De-kan von Wells auf. In diese Zeit fällt auch die Veröffentlichung des zweiten Teils sei-nes Hauptwerkes, des reich illustrierten Kräuterbuchs „A New Herball“, ebenfalls in englischer Sprache. Anders als der erste Teil von 1551 wurde das Buch nicht mehr in London, sondern beim Kölner Buch-händler Arnold Birckman verlegt.2 Zu-sammen mit diesem Werk erschien auch Turners kleine Bäderschrift. Aufgrund seiner Bemühungen, die engli-sche Kirche an die reformierte Lehre an-zuschließen, wurde Turner 1564 vom Kir-chendienst suspendiert. Seine restlichen Lebensjahre bis zu seinem Tod am 7. Juli 1568 in London waren geprägt von einer sehr aktiven Schreibtätigkeit, die mit Wer-ken wie „The hunting of the fox and the wol-fe because they make hauocke of the sheepe of Christ Jesus“ oder „A new booke of spirituall physik for dyuerse diseases of the nobilitie and gentlemen of Englande“ noch stärker als die früheren Werke des naturkundigen Geist-lichen von Ideen der theologica naturalis
- seiner Tätigkeit als Arzt verfasste er eine Reihe von Büchern. Besonders erwähnenswert ist die 1544 erschienene „Avium praecipuarum histo-ria“, die als Beginn der modernen Ornithologie gilt.1 Nach der Thronbesteigung Eduard VI. 1547 konnte Turner nach England zurückkehren. Dort trat er in die Dienste Edward Seymours, Herzogs von Somerset, als Leibarzt und Kap-lan. Es folgte eine kirchliche Karriere mit einer Station als Pfründer im York Minster, bevor er 1551 Dekan von Wells in Somerset wurde. Die-se Rolle hatte er bis Juli 1553 inne, als er nach der Krönung von Maria Tudor zur Königin Mary I. aufgrund seiner religiösen Ansichten England erneut verlassen musste. Im Exil im elsässischen Weißenburg war er erneut als Arzt tätig und unterhielt engen Kontakt mit den Reformatoren und Gelehrten in der Region. Mit der Thronfolge Elisabeth I. konnte Turner erneut nach England zurückkehren und nahm 1560 erneut das Amt des De-kan von Wells auf. In diese Zeit fällt auch die Veröffentlichung des zweiten Teils sei-nes Hauptwerkes, des reich illustrierten Kräuterbuchs „A New Herball“, ebenfalls in englischer Sprache. Anders als der erste Teil von 1551 wurde das Buch nicht mehr in London, sondern beim Kölner Buch-händler Arnold Birckman verlegt.2 Zu-sammen mit diesem Werk erschien auch Turners kleine Bäderschrift. Aufgrund seiner Bemühungen, die engli-sche Kirche an die reformierte Lehre an-zuschließen, wurde Turner 1564 vom Kir-chendienst suspendiert. Seine restlichen Lebensjahre bis zu seinem Tod am 7. Juli 1568 in London waren geprägt von einer sehr aktiven Schreibtätigkeit, die mit Wer-ken wie „The hunting of the fox and the wol-fe because they make hauocke of the sheepe of Christ Jesus“ oder „A new booke of spirituall physik for dyuerse diseases of the nobilitie and gentlemen of Englande“ noch stärker als die früheren Werke des naturkundigen Geist-lichen von Ideen der theologica naturalis
- seiner Tätigkeit als Arzt verfasste er eine Reihe von Büchern. Besonders erwähnenswert ist die 1544 erschienene „Avium praecipuarum histo-ria“, die als Beginn der modernen Ornithologie gilt.1 Nach der Thronbesteigung Eduard VI. 1547 konnte Turner nach England zurückkehren. Dort trat er in die Dienste Edward Seymours, Herzogs von Somerset, als Leibarzt und Kap-lan. Es folgte eine kirchliche Karriere mit einer Station als Pfründer im York Minster, bevor er 1551 Dekan von Wells in Somerset wurde. Die-se Rolle hatte er bis Juli 1553 inne, als er nach der Krönung von Maria Tudor zur Königin Mary I. aufgrund seiner religiösen Ansichten England erneut verlassen musste. Im Exil im elsässischen Weißenburg war er erneut als Arzt tätig und unterhielt engen Kontakt mit den Reformatoren und Gelehrten in der Region. Mit der Thronfolge Elisabeth I. konnte Turner erneut nach England zurückkehren und nahm 1560 erneut das Amt des De-kan von Wells auf. In diese Zeit fällt auch die Veröffentlichung des zweiten Teils sei-nes Hauptwerkes, des reich illustrierten Kräuterbuchs „A New Herball“, ebenfalls in englischer Sprache. Anders als der erste Teil von 1551 wurde das Buch nicht mehr in London, sondern beim Kölner Buch-händler Arnold Birckman verlegt.2 Zu-sammen mit diesem Werk erschien auch Turners kleine Bäderschrift. Aufgrund seiner Bemühungen, die engli-sche Kirche an die reformierte Lehre an-zuschließen, wurde Turner 1564 vom Kir-chendienst suspendiert. Seine restlichen Lebensjahre bis zu seinem Tod am 7. Juli 1568 in London waren geprägt von einer sehr aktiven Schreibtätigkeit, die mit Wer-ken wie „The hunting of the fox and the wol-fe because they make hauocke of the sheepe of Christ Jesus“ oder „A new booke of spirituall physik for dyuerse diseases of the nobilitie and gentlemen of Englande“ noch stärker als die früheren Werke des naturkundigen Geist-lichen von Ideen der theologica naturalis
- als Quelle für sein Hauptwerk „A New Her-ball“; auch die Holzschnitte wurden daraus übernommen. Der Wunsch zur Nachnutzung von Fuchs’ fast 500 Holzschnitten dürfte mit ein Grund dafür gewesen sein, dass der Druck in Köln statt in London erfolgte.5 Nun, da wir den Autor etwas besser kennen, wollen wir uns seiner Bäderschrift widmen. Im Jahre 1562 veröffentlichte Turner zusammen mit dem zweiten Teil seines Kräuterbuches seine Bäderschrift mit dem Titel „A booke of the natures and properties as well of the bathes in England as of other bathes in Germany and Italy : very necessary for all seik persones that can not be healed without the helpe of natural bathes“.6 Das etwa 40 Seiten umfassende Werk beginnt mit einer Widmung an Edward Seymour, 1. Earl of Hertford, den Sohn des gleichnamigen Edward Seymour, 1. Duke of Somerset, dem Turner als Kaplan und Leibarzt gedient hatte. Es folgt ein Vorwort, gerichtet an die „welbeloved neigbores“. In diesem stellt er sein Ziel vor, die Eigenschaf-ten von Bath, die er selbst beobachten konnte, niederzuschreiben und die Bevölkerung des Umlandes darüber zu informieren. Ergänzend nennt Turner eine Liste von weiteren Bädern in Deutschland und Italien, die Krankheiten heilen könnten, die Bath oder ein anderes eng-lischen Bad nicht zu heilen vermöchte. Auch diese Bäder, so schreibt er, kenne er persönlich. „While I studied Physik in these forsayd coun-tres / I saw many very holsum bathes there / the vertues and properties wherof in healing of many fore and otherwyse uncurable syknesses / I hane [sic!] learned partely by experience / partly by reding of good writers / and partely by con-ferring with the best learned men that I could finde there.“ [„Während ich Physik in den vorgenannten Ländern [Italien und Deutschland] studierte, sah ich viele dort sehr heilsame Bäder, [und] die Wirkungen und Eigenschaften dieser für die Heilung mancherlei schlimmer oder sonst unheilbarer Krankheiten. Ich lernte zum Teil durch [eigene] Erfahrung, zum Teil durch das
- als Quelle für sein Hauptwerk „A New Her-ball“; auch die Holzschnitte wurden daraus übernommen. Der Wunsch zur Nachnutzung von Fuchs’ fast 500 Holzschnitten dürfte mit ein Grund dafür gewesen sein, dass der Druck in Köln statt in London erfolgte.5 Nun, da wir den Autor etwas besser kennen, wollen wir uns seiner Bäderschrift widmen. Im Jahre 1562 veröffentlichte Turner zusammen mit dem zweiten Teil seines Kräuterbuches seine Bäderschrift mit dem Titel „A booke of the natures and properties as well of the bathes in England as of other bathes in Germany and Italy : very necessary for all seik persones that can not be healed without the helpe of natural bathes“.6 Das etwa 40 Seiten umfassende Werk beginnt mit einer Widmung an Edward Seymour, 1. Earl of Hertford, den Sohn des gleichnamigen Edward Seymour, 1. Duke of Somerset, dem Turner als Kaplan und Leibarzt gedient hatte. Es folgt ein Vorwort, gerichtet an die „welbeloved neigbores“. In diesem stellt er sein Ziel vor, die Eigenschaf-ten von Bath, die er selbst beobachten konnte, niederzuschreiben und die Bevölkerung des Umlandes darüber zu informieren. Ergänzend nennt Turner eine Liste von weiteren Bädern in Deutschland und Italien, die Krankheiten heilen könnten, die Bath oder ein anderes eng-lischen Bad nicht zu heilen vermöchte. Auch diese Bäder, so schreibt er, kenne er persönlich. „While I studied Physik in these forsayd coun-tres / I saw many very holsum bathes there / the vertues and properties wherof in healing of many fore and otherwyse uncurable syknesses / I hane [sic!] learned partely by experience / partly by reding of good writers / and partely by con-ferring with the best learned men that I could finde there.“ [„Während ich Physik in den vorgenannten Ländern [Italien und Deutschland] studierte, sah ich viele dort sehr heilsame Bäder, [und] die Wirkungen und Eigenschaften dieser für die Heilung mancherlei schlimmer oder sonst unheilbarer Krankheiten. Ich lernte zum Teil durch [eigene] Erfahrung, zum Teil durch das
- als Quelle für sein Hauptwerk „A New Her-ball“; auch die Holzschnitte wurden daraus übernommen. Der Wunsch zur Nachnutzung von Fuchs’ fast 500 Holzschnitten dürfte mit ein Grund dafür gewesen sein, dass der Druck in Köln statt in London erfolgte.5 Nun, da wir den Autor etwas besser kennen, wollen wir uns seiner Bäderschrift widmen. Im Jahre 1562 veröffentlichte Turner zusammen mit dem zweiten Teil seines Kräuterbuches seine Bäderschrift mit dem Titel „A booke of the natures and properties as well of the bathes in England as of other bathes in Germany and Italy : very necessary for all seik persones that can not be healed without the helpe of natural bathes“.6 Das etwa 40 Seiten umfassende Werk beginnt mit einer Widmung an Edward Seymour, 1. Earl of Hertford, den Sohn des gleichnamigen Edward Seymour, 1. Duke of Somerset, dem Turner als Kaplan und Leibarzt gedient hatte. Es folgt ein Vorwort, gerichtet an die „welbeloved neigbores“. In diesem stellt er sein Ziel vor, die Eigenschaf-ten von Bath, die er selbst beobachten konnte, niederzuschreiben und die Bevölkerung des Umlandes darüber zu informieren. Ergänzend nennt Turner eine Liste von weiteren Bädern in Deutschland und Italien, die Krankheiten heilen könnten, die Bath oder ein anderes eng-lischen Bad nicht zu heilen vermöchte. Auch diese Bäder, so schreibt er, kenne er persönlich. „While I studied Physik in these forsayd coun-tres / I saw many very holsum bathes there / the vertues and properties wherof in healing of many fore and otherwyse uncurable syknesses / I hane [sic!] learned partely by experience / partly by reding of good writers / and partely by con-ferring with the best learned men that I could finde there.“ [„Während ich Physik in den vorgenannten Ländern [Italien und Deutschland] studierte, sah ich viele dort sehr heilsame Bäder, [und] die Wirkungen und Eigenschaften dieser für die Heilung mancherlei schlimmer oder sonst unheilbarer Krankheiten. Ich lernte zum Teil durch [eigene] Erfahrung, zum Teil durch das
- als Quelle für sein Hauptwerk „A New Her-ball“; auch die Holzschnitte wurden daraus übernommen. Der Wunsch zur Nachnutzung von Fuchs’ fast 500 Holzschnitten dürfte mit ein Grund dafür gewesen sein, dass der Druck in Köln statt in London erfolgte.5 Nun, da wir den Autor etwas besser kennen, wollen wir uns seiner Bäderschrift widmen. Im Jahre 1562 veröffentlichte Turner zusammen mit dem zweiten Teil seines Kräuterbuches seine Bäderschrift mit dem Titel „A booke of the natures and properties as well of the bathes in England as of other bathes in Germany and Italy : very necessary for all seik persones that can not be healed without the helpe of natural bathes“.6 Das etwa 40 Seiten umfassende Werk beginnt mit einer Widmung an Edward Seymour, 1. Earl of Hertford, den Sohn des gleichnamigen Edward Seymour, 1. Duke of Somerset, dem Turner als Kaplan und Leibarzt gedient hatte. Es folgt ein Vorwort, gerichtet an die „welbeloved neigbores“. In diesem stellt er sein Ziel vor, die Eigenschaf-ten von Bath, die er selbst beobachten konnte, niederzuschreiben und die Bevölkerung des Umlandes darüber zu informieren. Ergänzend nennt Turner eine Liste von weiteren Bädern in Deutschland und Italien, die Krankheiten heilen könnten, die Bath oder ein anderes eng-lischen Bad nicht zu heilen vermöchte. Auch diese Bäder, so schreibt er, kenne er persönlich. „While I studied Physik in these forsayd coun-tres / I saw many very holsum bathes there / the vertues and properties wherof in healing of many fore and otherwyse uncurable syknesses / I hane [sic!] learned partely by experience / partly by reding of good writers / and partely by con-ferring with the best learned men that I could finde there.“ [„Während ich Physik in den vorgenannten Ländern [Italien und Deutschland] studierte, sah ich viele dort sehr heilsame Bäder, [und] die Wirkungen und Eigenschaften dieser für die Heilung mancherlei schlimmer oder sonst unheilbarer Krankheiten. Ich lernte zum Teil durch [eigene] Erfahrung, zum Teil durch das
- als Quelle für sein Hauptwerk „A New Her-ball“; auch die Holzschnitte wurden daraus übernommen. Der Wunsch zur Nachnutzung von Fuchs’ fast 500 Holzschnitten dürfte mit ein Grund dafür gewesen sein, dass der Druck in Köln statt in London erfolgte.5 Nun, da wir den Autor etwas besser kennen, wollen wir uns seiner Bäderschrift widmen. Im Jahre 1562 veröffentlichte Turner zusammen mit dem zweiten Teil seines Kräuterbuches seine Bäderschrift mit dem Titel „A booke of the natures and properties as well of the bathes in England as of other bathes in Germany and Italy : very necessary for all seik persones that can not be healed without the helpe of natural bathes“.6 Das etwa 40 Seiten umfassende Werk beginnt mit einer Widmung an Edward Seymour, 1. Earl of Hertford, den Sohn des gleichnamigen Edward Seymour, 1. Duke of Somerset, dem Turner als Kaplan und Leibarzt gedient hatte. Es folgt ein Vorwort, gerichtet an die „welbeloved neigbores“. In diesem stellt er sein Ziel vor, die Eigenschaf-ten von Bath, die er selbst beobachten konnte, niederzuschreiben und die Bevölkerung des Umlandes darüber zu informieren. Ergänzend nennt Turner eine Liste von weiteren Bädern in Deutschland und Italien, die Krankheiten heilen könnten, die Bath oder ein anderes eng-lischen Bad nicht zu heilen vermöchte. Auch diese Bäder, so schreibt er, kenne er persönlich. „While I studied Physik in these forsayd coun-tres / I saw many very holsum bathes there / the vertues and properties wherof in healing of many fore and otherwyse uncurable syknesses / I hane [sic!] learned partely by experience / partly by reding of good writers / and partely by con-ferring with the best learned men that I could finde there.“ [„Während ich Physik in den vorgenannten Ländern [Italien und Deutschland] studierte, sah ich viele dort sehr heilsame Bäder, [und] die Wirkungen und Eigenschaften dieser für die Heilung mancherlei schlimmer oder sonst unheilbarer Krankheiten. Ich lernte zum Teil durch [eigene] Erfahrung, zum Teil durch das
- als Quelle für sein Hauptwerk „A New Her-ball“; auch die Holzschnitte wurden daraus übernommen. Der Wunsch zur Nachnutzung von Fuchs’ fast 500 Holzschnitten dürfte mit ein Grund dafür gewesen sein, dass der Druck in Köln statt in London erfolgte.5 Nun, da wir den Autor etwas besser kennen, wollen wir uns seiner Bäderschrift widmen. Im Jahre 1562 veröffentlichte Turner zusammen mit dem zweiten Teil seines Kräuterbuches seine Bäderschrift mit dem Titel „A booke of the natures and properties as well of the bathes in England as of other bathes in Germany and Italy : very necessary for all seik persones that can not be healed without the helpe of natural bathes“.6 Das etwa 40 Seiten umfassende Werk beginnt mit einer Widmung an Edward Seymour, 1. Earl of Hertford, den Sohn des gleichnamigen Edward Seymour, 1. Duke of Somerset, dem Turner als Kaplan und Leibarzt gedient hatte. Es folgt ein Vorwort, gerichtet an die „welbeloved neigbores“. In diesem stellt er sein Ziel vor, die Eigenschaf-ten von Bath, die er selbst beobachten konnte, niederzuschreiben und die Bevölkerung des Umlandes darüber zu informieren. Ergänzend nennt Turner eine Liste von weiteren Bädern in Deutschland und Italien, die Krankheiten heilen könnten, die Bath oder ein anderes eng-lischen Bad nicht zu heilen vermöchte. Auch diese Bäder, so schreibt er, kenne er persönlich. „While I studied Physik in these forsayd coun-tres / I saw many very holsum bathes there / the vertues and properties wherof in healing of many fore and otherwyse uncurable syknesses / I hane [sic!] learned partely by experience / partly by reding of good writers / and partely by con-ferring with the best learned men that I could finde there.“ [„Während ich Physik in den vorgenannten Ländern [Italien und Deutschland] studierte, sah ich viele dort sehr heilsame Bäder, [und] die Wirkungen und Eigenschaften dieser für die Heilung mancherlei schlimmer oder sonst unheilbarer Krankheiten. Ich lernte zum Teil durch [eigene] Erfahrung, zum Teil durch das
- Hier der vollständige Auszug mit Übersetzung:10
- v It is good for the dropsey and for the iaundes or guelsought. vi It is good for the stone both in the kidnees and also in the bladder. vii It is good for them that have loste theyr appetite / and have ether none at all / or small desyre to eate. viii It is good for the brayne to scoure it of all suche humores as brede diseases in it. But thys bathe as the learned philiciones that dwell not farre from it / have experience of the properties of it / holde that it is more mete and holsome for men / then for weomen.
- v It is good for the dropsey and for the iaundes or guelsought. vi It is good for the stone both in the kidnees and also in the bladder. vii It is good for them that have loste theyr appetite / and have ether none at all / or small desyre to eate. viii It is good for the brayne to scoure it of all suche humores as brede diseases in it. But thys bathe as the learned philiciones that dwell not farre from it / have experience of the properties of it / holde that it is more mete and holsome for men / then for weomen.
- v It is good for the dropsey and for the iaundes or guelsought. vi It is good for the stone both in the kidnees and also in the bladder. vii It is good for them that have loste theyr appetite / and have ether none at all / or small desyre to eate. viii It is good for the brayne to scoure it of all suche humores as brede diseases in it. But thys bathe as the learned philiciones that dwell not farre from it / have experience of the properties of it / holde that it is more mete and holsome for men / then for weomen.
- v It is good for the dropsey and for the iaundes or guelsought. vi It is good for the stone both in the kidnees and also in the bladder. vii It is good for them that have loste theyr appetite / and have ether none at all / or small desyre to eate. viii It is good for the brayne to scoure it of all suche humores as brede diseases in it. But thys bathe as the learned philiciones that dwell not farre from it / have experience of the properties of it / holde that it is more mete and holsome for men / then for weomen.
- v It is good for the dropsey and for the iaundes or guelsought. vi It is good for the stone both in the kidnees and also in the bladder. vii It is good for them that have loste theyr appetite / and have ether none at all / or small desyre to eate. viii It is good for the brayne to scoure it of all suche humores as brede diseases in it. But thys bathe as the learned philiciones that dwell not farre from it / have experience of the properties of it / holde that it is more mete and holsome for men / then for weomen.
- v. Es ist gut bei W assersucht und bei der Jaundice13 oder Gelbsucht. vi. Es ist gut beim Stein, sowohl der Nieren wie auch der Blase. vii. Es ist gut für die, die ihren Appetit verloren haben und entweder keinerlei oder wenig Wunsch zu essen haben. viii. Es ist gut, um das Gehirn von all solchen Körperflüssigkeiten zu befreien, die Krankheiten in sich verbergen. Aber dieses Bad ist, wie die gelehrten Ärzte, die nicht weit davon entfernt wohnen und Erfahrungen mit seinen Eigenschaften haben, behaupten, nützlicher und gesünder für Männer als für Frauen.
- v It is good for the dropsey and for the iaundes or guelsought. vi It is good for the stone both in the kidnees and also in the bladder. vii It is good for them that have loste theyr appetite / and have ether none at all / or small desyre to eate. viii It is good for the brayne to scoure it of all suche humores as brede diseases in it. But thys bathe as the learned philiciones that dwell not farre from it / have experience of the properties of it / holde that it is more mete and holsome for men / then for weomen.
- aurium, iecinoris & lenis obstructiones tollunt, hydropicis & ictero laborantibus, renum & vesicæ calculis, ventriculoque succurrunt, appetentiam excitant, & ferè omnia quæ Marchionis thermæ possunt. Viris tamen magis quam mulieribus competunt.“ [„Im Herzogtum Württemberg, unweit des Städtchens Chalb, gibt es Bäder, die nach dem Marswald (wie die Römer den oberen Teil des Herkynischen Waldes bezeichnen) benannt sind, auf Deutsch Schwarzwald oder Wildbad, also wilde Bäder, heißen und aus demselben bestehen wie die vorhe-rigen [=Baden-Baden] Mischungen. Es gibt jedoch auch Leute, die glauben, dass es sich um eine Mischung von Kupfer und Alaun handelt. Diese Bäder helfen bei Erkältungs-krankheiten, Lähmungen, Krämpfen, Be-nommenheit und dergleichen, stärken die Sinnesorgane, beseitigen Ohrensausen sowie Leber- und Milzsteine, helfen bei Wasser-sucht und Gelbsucht, Nieren- und Blasen-steinen sowie Herzrhythmusstörungen, we-cken die Wachsamkeit und bewirken fast alles, was auch die markgräflichen Bäder bewirken können. Allerdings sind sie eher für Männer als für Frauen geeignet.“] Aufgrund der beschränkten Anzahl der durch Turner vorgestellten Bäder wird man jedoch davon ausgehen dürfen, dass Turner dieselben tatsächlich persön-lich besucht hat. Dies erklärt auch die etwas merkwürdige Auswahl, die viele wichtige Bä-der – gerade in Italien, aber auch im deutsch-sprachigen Raum (wie etwa Bad Gastein) – unerwähnt ließ. Wie es scheint, suchte Tur-ner, dessen Interessen primär botanisch be-stimmt waren, die Bäder mit Ausnahme von Bath nicht explizit aus einem balneologischen Interesse heraus auf, sondern besuchte sie nur, wenn er ohnehin in ihrer Nähe war, vermutlich um sie selbst zu nutzen. Für Turners Anwesenheit in Wildbad und auch am Göppinger Sauerbrunnen dürfte Fuchs
- aurium, iecinoris & lenis obstructiones tollunt, hydropicis & ictero laborantibus, renum & vesicæ calculis, ventriculoque succurrunt, appetentiam excitant, & ferè omnia quæ Marchionis thermæ possunt. Viris tamen magis quam mulieribus competunt.“ [„Im Herzogtum Württemberg, unweit des Städtchens Chalb, gibt es Bäder, die nach dem Marswald (wie die Römer den oberen Teil des Herkynischen Waldes bezeichnen) benannt sind, auf Deutsch Schwarzwald oder Wildbad, also wilde Bäder, heißen und aus demselben bestehen wie die vorhe-rigen [=Baden-Baden] Mischungen. Es gibt jedoch auch Leute, die glauben, dass es sich um eine Mischung von Kupfer und Alaun handelt. Diese Bäder helfen bei Erkältungs-krankheiten, Lähmungen, Krämpfen, Be-nommenheit und dergleichen, stärken die Sinnesorgane, beseitigen Ohrensausen sowie Leber- und Milzsteine, helfen bei Wasser-sucht und Gelbsucht, Nieren- und Blasen-steinen sowie Herzrhythmusstörungen, we-cken die Wachsamkeit und bewirken fast alles, was auch die markgräflichen Bäder bewirken können. Allerdings sind sie eher für Männer als für Frauen geeignet.“] Aufgrund der beschränkten Anzahl der durch Turner vorgestellten Bäder wird man jedoch davon ausgehen dürfen, dass Turner dieselben tatsächlich persön-lich besucht hat. Dies erklärt auch die etwas merkwürdige Auswahl, die viele wichtige Bä-der – gerade in Italien, aber auch im deutsch-sprachigen Raum (wie etwa Bad Gastein) – unerwähnt ließ. Wie es scheint, suchte Tur-ner, dessen Interessen primär botanisch be-stimmt waren, die Bäder mit Ausnahme von Bath nicht explizit aus einem balneologischen Interesse heraus auf, sondern besuchte sie nur, wenn er ohnehin in ihrer Nähe war, vermutlich um sie selbst zu nutzen. Für Turners Anwesenheit in Wildbad und auch am Göppinger Sauerbrunnen dürfte Fuchs
- aurium, iecinoris & lenis obstructiones tollunt, hydropicis & ictero laborantibus, renum & vesicæ calculis, ventriculoque succurrunt, appetentiam excitant, & ferè omnia quæ Marchionis thermæ possunt. Viris tamen magis quam mulieribus competunt.“ [„Im Herzogtum Württemberg, unweit des Städtchens Chalb, gibt es Bäder, die nach dem Marswald (wie die Römer den oberen Teil des Herkynischen Waldes bezeichnen) benannt sind, auf Deutsch Schwarzwald oder Wildbad, also wilde Bäder, heißen und aus demselben bestehen wie die vorhe-rigen [=Baden-Baden] Mischungen. Es gibt jedoch auch Leute, die glauben, dass es sich um eine Mischung von Kupfer und Alaun handelt. Diese Bäder helfen bei Erkältungs-krankheiten, Lähmungen, Krämpfen, Be-nommenheit und dergleichen, stärken die Sinnesorgane, beseitigen Ohrensausen sowie Leber- und Milzsteine, helfen bei Wasser-sucht und Gelbsucht, Nieren- und Blasen-steinen sowie Herzrhythmusstörungen, we-cken die Wachsamkeit und bewirken fast alles, was auch die markgräflichen Bäder bewirken können. Allerdings sind sie eher für Männer als für Frauen geeignet.“] Aufgrund der beschränkten Anzahl der durch Turner vorgestellten Bäder wird man jedoch davon ausgehen dürfen, dass Turner dieselben tatsächlich persön-lich besucht hat. Dies erklärt auch die etwas merkwürdige Auswahl, die viele wichtige Bä-der – gerade in Italien, aber auch im deutsch-sprachigen Raum (wie etwa Bad Gastein) – unerwähnt ließ. Wie es scheint, suchte Tur-ner, dessen Interessen primär botanisch be-stimmt waren, die Bäder mit Ausnahme von Bath nicht explizit aus einem balneologischen Interesse heraus auf, sondern besuchte sie nur, wenn er ohnehin in ihrer Nähe war, vermutlich um sie selbst zu nutzen. Für Turners Anwesenheit in Wildbad und auch am Göppinger Sauerbrunnen dürfte Fuchs
- aurium, iecinoris & lenis obstructiones tollunt, hydropicis & ictero laborantibus, renum & vesicæ calculis, ventriculoque succurrunt, appetentiam excitant, & ferè omnia quæ Marchionis thermæ possunt. Viris tamen magis quam mulieribus competunt.“ [„Im Herzogtum Württemberg, unweit des Städtchens Chalb, gibt es Bäder, die nach dem Marswald (wie die Römer den oberen Teil des Herkynischen Waldes bezeichnen) benannt sind, auf Deutsch Schwarzwald oder Wildbad, also wilde Bäder, heißen und aus demselben bestehen wie die vorhe-rigen [=Baden-Baden] Mischungen. Es gibt jedoch auch Leute, die glauben, dass es sich um eine Mischung von Kupfer und Alaun handelt. Diese Bäder helfen bei Erkältungs-krankheiten, Lähmungen, Krämpfen, Be-nommenheit und dergleichen, stärken die Sinnesorgane, beseitigen Ohrensausen sowie Leber- und Milzsteine, helfen bei Wasser-sucht und Gelbsucht, Nieren- und Blasen-steinen sowie Herzrhythmusstörungen, we-cken die Wachsamkeit und bewirken fast alles, was auch die markgräflichen Bäder bewirken können. Allerdings sind sie eher für Männer als für Frauen geeignet.“] Aufgrund der beschränkten Anzahl der durch Turner vorgestellten Bäder wird man jedoch davon ausgehen dürfen, dass Turner dieselben tatsächlich persön-lich besucht hat. Dies erklärt auch die etwas merkwürdige Auswahl, die viele wichtige Bä-der – gerade in Italien, aber auch im deutsch-sprachigen Raum (wie etwa Bad Gastein) – unerwähnt ließ. Wie es scheint, suchte Tur-ner, dessen Interessen primär botanisch be-stimmt waren, die Bäder mit Ausnahme von Bath nicht explizit aus einem balneologischen Interesse heraus auf, sondern besuchte sie nur, wenn er ohnehin in ihrer Nähe war, vermutlich um sie selbst zu nutzen. Für Turners Anwesenheit in Wildbad und auch am Göppinger Sauerbrunnen dürfte Fuchs
- aurium, iecinoris & lenis obstructiones tollunt, hydropicis & ictero laborantibus, renum & vesicæ calculis, ventriculoque succurrunt, appetentiam excitant, & ferè omnia quæ Marchionis thermæ possunt. Viris tamen magis quam mulieribus competunt.“ [„Im Herzogtum Württemberg, unweit des Städtchens Chalb, gibt es Bäder, die nach dem Marswald (wie die Römer den oberen Teil des Herkynischen Waldes bezeichnen) benannt sind, auf Deutsch Schwarzwald oder Wildbad, also wilde Bäder, heißen und aus demselben bestehen wie die vorhe-rigen [=Baden-Baden] Mischungen. Es gibt jedoch auch Leute, die glauben, dass es sich um eine Mischung von Kupfer und Alaun handelt. Diese Bäder helfen bei Erkältungs-krankheiten, Lähmungen, Krämpfen, Be-nommenheit und dergleichen, stärken die Sinnesorgane, beseitigen Ohrensausen sowie Leber- und Milzsteine, helfen bei Wasser-sucht und Gelbsucht, Nieren- und Blasen-steinen sowie Herzrhythmusstörungen, we-cken die Wachsamkeit und bewirken fast alles, was auch die markgräflichen Bäder bewirken können. Allerdings sind sie eher für Männer als für Frauen geeignet.“] Aufgrund der beschränkten Anzahl der durch Turner vorgestellten Bäder wird man jedoch davon ausgehen dürfen, dass Turner dieselben tatsächlich persön-lich besucht hat. Dies erklärt auch die etwas merkwürdige Auswahl, die viele wichtige Bä-der – gerade in Italien, aber auch im deutsch-sprachigen Raum (wie etwa Bad Gastein) – unerwähnt ließ. Wie es scheint, suchte Tur-ner, dessen Interessen primär botanisch be-stimmt waren, die Bäder mit Ausnahme von Bath nicht explizit aus einem balneologischen Interesse heraus auf, sondern besuchte sie nur, wenn er ohnehin in ihrer Nähe war, vermutlich um sie selbst zu nutzen. Für Turners Anwesenheit in Wildbad und auch am Göppinger Sauerbrunnen dürfte Fuchs
- aurium, iecinoris & lenis obstructiones tollunt, hydropicis & ictero laborantibus, renum & vesicæ calculis, ventriculoque succurrunt, appetentiam excitant, & ferè omnia quæ Marchionis thermæ possunt. Viris tamen magis quam mulieribus competunt.“ [„Im Herzogtum Württemberg, unweit des Städtchens Chalb, gibt es Bäder, die nach dem Marswald (wie die Römer den oberen Teil des Herkynischen Waldes bezeichnen) benannt sind, auf Deutsch Schwarzwald oder Wildbad, also wilde Bäder, heißen und aus demselben bestehen wie die vorhe-rigen [=Baden-Baden] Mischungen. Es gibt jedoch auch Leute, die glauben, dass es sich um eine Mischung von Kupfer und Alaun handelt. Diese Bäder helfen bei Erkältungs-krankheiten, Lähmungen, Krämpfen, Be-nommenheit und dergleichen, stärken die Sinnesorgane, beseitigen Ohrensausen sowie Leber- und Milzsteine, helfen bei Wasser-sucht und Gelbsucht, Nieren- und Blasen-steinen sowie Herzrhythmusstörungen, we-cken die Wachsamkeit und bewirken fast alles, was auch die markgräflichen Bäder bewirken können. Allerdings sind sie eher für Männer als für Frauen geeignet.“] Aufgrund der beschränkten Anzahl der durch Turner vorgestellten Bäder wird man jedoch davon ausgehen dürfen, dass Turner dieselben tatsächlich persön-lich besucht hat. Dies erklärt auch die etwas merkwürdige Auswahl, die viele wichtige Bä-der – gerade in Italien, aber auch im deutsch-sprachigen Raum (wie etwa Bad Gastein) – unerwähnt ließ. Wie es scheint, suchte Tur-ner, dessen Interessen primär botanisch be-stimmt waren, die Bäder mit Ausnahme von Bath nicht explizit aus einem balneologischen Interesse heraus auf, sondern besuchte sie nur, wenn er ohnehin in ihrer Nähe war, vermutlich um sie selbst zu nutzen. Für Turners Anwesenheit in Wildbad und auch am Göppinger Sauerbrunnen dürfte Fuchs
- 2 Turner, William. The seconde part of Vu
- Auch so bricht es den stein der nieren und blasen. Stercket die towūg [= Verdauung] des magens und macht lust zů essen. Und ist mehr bequē den man-nen dan den frawen.“ Die Bezeichnung der „schwäbischen Bäder“ fin-det sich immer wieder in den Bäderschriften. Sie umfasste die heißen Bäder in Baden-Baden, Wildbad, Liebenzell und den Sauerbrunnen Göppingen. Später wurde manchmal auch noch Überkingen dazu gezählt. Von den fünf Bädern war die Wichtigkeit absteigend Baden-Baden, Wildbad, Göppingen, Liebenzell, Überkingen. Die vorwiegende Form der Veröffentlichung, war ein großes Bäderkompendium, das den An-spruch hatte, alle Heilbäder, seien es Thermen oder Sauerbrunnen, für eine bestimmte Region samt ihrer Heilanzeigen aufzulisten. Den Be-trachtungsraum bildeten dabei in aller Regel die „teutschen Lande“. Die Idee hinter diesen Übersichtswerken war, den Leser darüber zu informieren, welches Wasser für welche Krank-heit geeignet sei. Martin Ruland der Ältere, der
- Auch so bricht es den stein der nieren und blasen. Stercket die towūg [= Verdauung] des magens und macht lust zů essen. Und ist mehr bequē den man-nen dan den frawen.“ Die Bezeichnung der „schwäbischen Bäder“ fin-det sich immer wieder in den Bäderschriften. Sie umfasste die heißen Bäder in Baden-Baden, Wildbad, Liebenzell und den Sauerbrunnen Göppingen. Später wurde manchmal auch noch Überkingen dazu gezählt. Von den fünf Bädern war die Wichtigkeit absteigend Baden-Baden, Wildbad, Göppingen, Liebenzell, Überkingen. Die vorwiegende Form der Veröffentlichung, war ein großes Bäderkompendium, das den An-spruch hatte, alle Heilbäder, seien es Thermen oder Sauerbrunnen, für eine bestimmte Region samt ihrer Heilanzeigen aufzulisten. Den Be-trachtungsraum bildeten dabei in aller Regel die „teutschen Lande“. Die Idee hinter diesen Übersichtswerken war, den Leser darüber zu informieren, welches Wasser für welche Krank-heit geeignet sei. Martin Ruland der Ältere, der
- Auch so bricht es den stein der nieren und blasen. Stercket die towūg [= Verdauung] des magens und macht lust zů essen. Und ist mehr bequē den man-nen dan den frawen.“ Die Bezeichnung der „schwäbischen Bäder“ fin-det sich immer wieder in den Bäderschriften. Sie umfasste die heißen Bäder in Baden-Baden, Wildbad, Liebenzell und den Sauerbrunnen Göppingen. Später wurde manchmal auch noch Überkingen dazu gezählt. Von den fünf Bädern war die Wichtigkeit absteigend Baden-Baden, Wildbad, Göppingen, Liebenzell, Überkingen. Die vorwiegende Form der Veröffentlichung, war ein großes Bäderkompendium, das den An-spruch hatte, alle Heilbäder, seien es Thermen oder Sauerbrunnen, für eine bestimmte Region samt ihrer Heilanzeigen aufzulisten. Den Be-trachtungsraum bildeten dabei in aller Regel die „teutschen Lande“. Die Idee hinter diesen Übersichtswerken war, den Leser darüber zu informieren, welches Wasser für welche Krank-heit geeignet sei. Martin Ruland der Ältere, der
- Auch so bricht es den stein der nieren und blasen. Stercket die towūg [= Verdauung] des magens und macht lust zů essen. Und ist mehr bequē den man-nen dan den frawen.“ Die Bezeichnung der „schwäbischen Bäder“ fin-det sich immer wieder in den Bäderschriften. Sie umfasste die heißen Bäder in Baden-Baden, Wildbad, Liebenzell und den Sauerbrunnen Göppingen. Später wurde manchmal auch noch Überkingen dazu gezählt. Von den fünf Bädern war die Wichtigkeit absteigend Baden-Baden, Wildbad, Göppingen, Liebenzell, Überkingen. Die vorwiegende Form der Veröffentlichung, war ein großes Bäderkompendium, das den An-spruch hatte, alle Heilbäder, seien es Thermen oder Sauerbrunnen, für eine bestimmte Region samt ihrer Heilanzeigen aufzulisten. Den Be-trachtungsraum bildeten dabei in aller Regel die „teutschen Lande“. Die Idee hinter diesen Übersichtswerken war, den Leser darüber zu informieren, welches Wasser für welche Krank-heit geeignet sei. Martin Ruland der Ältere, der
- Auch so bricht es den stein der nieren und blasen. Stercket die towūg [= Verdauung] des magens und macht lust zů essen. Und ist mehr bequē den man-nen dan den frawen.“ Die Bezeichnung der „schwäbischen Bäder“ fin-det sich immer wieder in den Bäderschriften. Sie umfasste die heißen Bäder in Baden-Baden, Wildbad, Liebenzell und den Sauerbrunnen Göppingen. Später wurde manchmal auch noch Überkingen dazu gezählt. Von den fünf Bädern war die Wichtigkeit absteigend Baden-Baden, Wildbad, Göppingen, Liebenzell, Überkingen. Die vorwiegende Form der Veröffentlichung, war ein großes Bäderkompendium, das den An-spruch hatte, alle Heilbäder, seien es Thermen oder Sauerbrunnen, für eine bestimmte Region samt ihrer Heilanzeigen aufzulisten. Den Be-trachtungsraum bildeten dabei in aller Regel die „teutschen Lande“. Die Idee hinter diesen Übersichtswerken war, den Leser darüber zu informieren, welches Wasser für welche Krank-heit geeignet sei. Martin Ruland der Ältere, der
- tes of the Herbal of William Turner Doctor in Phisick/ lately ouersene/ corrected and en
- che/ and in the Apothecaries and Herbaries
- Auch so bricht es den stein der nieren und blasen. Stercket die towūg [= Verdauung] des magens und macht lust zů essen. Und ist mehr bequē den man-nen dan den frawen.“ Die Bezeichnung der „schwäbischen Bäder“ fin-det sich immer wieder in den Bäderschriften. Sie umfasste die heißen Bäder in Baden-Baden, Wildbad, Liebenzell und den Sauerbrunnen Göppingen. Später wurde manchmal auch noch Überkingen dazu gezählt. Von den fünf Bädern war die Wichtigkeit absteigend Baden-Baden, Wildbad, Göppingen, Liebenzell, Überkingen. Die vorwiegende Form der Veröffentlichung, war ein großes Bäderkompendium, das den An-spruch hatte, alle Heilbäder, seien es Thermen oder Sauerbrunnen, für eine bestimmte Region samt ihrer Heilanzeigen aufzulisten. Den Be-trachtungsraum bildeten dabei in aller Regel die „teutschen Lande“. Die Idee hinter diesen Übersichtswerken war, den Leser darüber zu informieren, welches Wasser für welche Krank-heit geeignet sei. Martin Ruland der Ältere, der
- dendi per balneas. Deque lavationum, simul atque exercitationum institutis in admirandis thermis Romanorum. Venedig, 1571.
- quoscunque ceterarum artium probatos scrip
- quoscunque ceterarum artium probatos scrip
- sität Tübingen zwischen Reformation und Dreißigjährigem Krieg, hg. von Ulrich Köpf. Ostfildern 2010, S. 235–248.
- quoscunque ceterarum artium probatos scrip
- gov/05036422]
- https://com
- quoscunque ceterarum artium probatos scrip
- quoscunque ceterarum artium probatos scrip
- -
- 23 Ruland d.Ä., Martin: Drey Bücher, Von Wasserbädern, Aderlassen vnd Schrepffen : Darin angezeigt, wie alle Kranckheiten sollen durch Wasserbäder, Wildbäder, Schweyszbä
- pendio (wie Anm. 16), Bl. 272r.
- quoscunque ceterarum artium probatos scrip
- Dietmar Waidelich
- Soziale Not und die Verlockungen im Wald
- auch die Wilderei stark zu. Parallel dazu entwi-ckelte sich eine romantische, bürgerliche Legen-denbildung von den Räubern wie auch Wilde-rern, die zwar Furcht und Schrecken auslösten, aber auch auf Respekt, Wohlwollen und sogar Bewunderung stießen. Schillers Drama „Die Räuber“ wurde in diesem Zeitgeist geboren. Noch positiver stand jedoch die bäuerliche Be-völkerung „vor Ort“ den Wilderern gegenüber, reduzierten diese doch den immensen Flurscha-den, welchen das für die herzogliche Jagd emsig gehütete Wild auf ihren Feldern und Äckern an-richtete. So berichtete der Simmersfelder Pfarrer Gustav Heinrich Schmoller (1789–1868)7 in sei-ner 1825 verfassten Beschreibung seines Kirch-spiels „Die berichtigten [berüchtigten] badischen Wilderer aus dem Kapplerthal haben besonders in früherer Zeit das Wild ausgeräumt und ihre Attentate wurden von den Bauern, die natürlich wegen ihrer Felder dem Wild nicht hold waren, begünstigt.“8 All diese zum Teil schillernden As-pekte der Wilderei waren 2006 Grund genug, um im Landesmuseum Neuenbürg eine Ausstel-lung mit dem Titel „Verbotene Jagd – Wilderern auf der Spur zwischen Schwarzwald und Schön-buch“ zu veranstalten.9
- auch die Wilderei stark zu. Parallel dazu entwi-ckelte sich eine romantische, bürgerliche Legen-denbildung von den Räubern wie auch Wilde-rern, die zwar Furcht und Schrecken auslösten, aber auch auf Respekt, Wohlwollen und sogar Bewunderung stießen. Schillers Drama „Die Räuber“ wurde in diesem Zeitgeist geboren. Noch positiver stand jedoch die bäuerliche Be-völkerung „vor Ort“ den Wilderern gegenüber, reduzierten diese doch den immensen Flurscha-den, welchen das für die herzogliche Jagd emsig gehütete Wild auf ihren Feldern und Äckern an-richtete. So berichtete der Simmersfelder Pfarrer Gustav Heinrich Schmoller (1789–1868)7 in sei-ner 1825 verfassten Beschreibung seines Kirch-spiels „Die berichtigten [berüchtigten] badischen Wilderer aus dem Kapplerthal haben besonders in früherer Zeit das Wild ausgeräumt und ihre Attentate wurden von den Bauern, die natürlich wegen ihrer Felder dem Wild nicht hold waren, begünstigt.“8 All diese zum Teil schillernden As-pekte der Wilderei waren 2006 Grund genug, um im Landesmuseum Neuenbürg eine Ausstel-lung mit dem Titel „Verbotene Jagd – Wilderern auf der Spur zwischen Schwarzwald und Schön-buch“ zu veranstalten.9
- auch die Wilderei stark zu. Parallel dazu entwi-ckelte sich eine romantische, bürgerliche Legen-denbildung von den Räubern wie auch Wilde-rern, die zwar Furcht und Schrecken auslösten, aber auch auf Respekt, Wohlwollen und sogar Bewunderung stießen. Schillers Drama „Die Räuber“ wurde in diesem Zeitgeist geboren. Noch positiver stand jedoch die bäuerliche Be-völkerung „vor Ort“ den Wilderern gegenüber, reduzierten diese doch den immensen Flurscha-den, welchen das für die herzogliche Jagd emsig gehütete Wild auf ihren Feldern und Äckern an-richtete. So berichtete der Simmersfelder Pfarrer Gustav Heinrich Schmoller (1789–1868)7 in sei-ner 1825 verfassten Beschreibung seines Kirch-spiels „Die berichtigten [berüchtigten] badischen Wilderer aus dem Kapplerthal haben besonders in früherer Zeit das Wild ausgeräumt und ihre Attentate wurden von den Bauern, die natürlich wegen ihrer Felder dem Wild nicht hold waren, begünstigt.“8 All diese zum Teil schillernden As-pekte der Wilderei waren 2006 Grund genug, um im Landesmuseum Neuenbürg eine Ausstel-lung mit dem Titel „Verbotene Jagd – Wilderern auf der Spur zwischen Schwarzwald und Schön-buch“ zu veranstalten.9
- auch die Wilderei stark zu. Parallel dazu entwi-ckelte sich eine romantische, bürgerliche Legen-denbildung von den Räubern wie auch Wilde-rern, die zwar Furcht und Schrecken auslösten, aber auch auf Respekt, Wohlwollen und sogar Bewunderung stießen. Schillers Drama „Die Räuber“ wurde in diesem Zeitgeist geboren. Noch positiver stand jedoch die bäuerliche Be-völkerung „vor Ort“ den Wilderern gegenüber, reduzierten diese doch den immensen Flurscha-den, welchen das für die herzogliche Jagd emsig gehütete Wild auf ihren Feldern und Äckern an-richtete. So berichtete der Simmersfelder Pfarrer Gustav Heinrich Schmoller (1789–1868)7 in sei-ner 1825 verfassten Beschreibung seines Kirch-spiels „Die berichtigten [berüchtigten] badischen Wilderer aus dem Kapplerthal haben besonders in früherer Zeit das Wild ausgeräumt und ihre Attentate wurden von den Bauern, die natürlich wegen ihrer Felder dem Wild nicht hold waren, begünstigt.“8 All diese zum Teil schillernden As-pekte der Wilderei waren 2006 Grund genug, um im Landesmuseum Neuenbürg eine Ausstel-lung mit dem Titel „Verbotene Jagd – Wilderern auf der Spur zwischen Schwarzwald und Schön-buch“ zu veranstalten.9
- auch die Wilderei stark zu. Parallel dazu entwi-ckelte sich eine romantische, bürgerliche Legen-denbildung von den Räubern wie auch Wilde-rern, die zwar Furcht und Schrecken auslösten, aber auch auf Respekt, Wohlwollen und sogar Bewunderung stießen. Schillers Drama „Die Räuber“ wurde in diesem Zeitgeist geboren. Noch positiver stand jedoch die bäuerliche Be-völkerung „vor Ort“ den Wilderern gegenüber, reduzierten diese doch den immensen Flurscha-den, welchen das für die herzogliche Jagd emsig gehütete Wild auf ihren Feldern und Äckern an-richtete. So berichtete der Simmersfelder Pfarrer Gustav Heinrich Schmoller (1789–1868)7 in sei-ner 1825 verfassten Beschreibung seines Kirch-spiels „Die berichtigten [berüchtigten] badischen Wilderer aus dem Kapplerthal haben besonders in früherer Zeit das Wild ausgeräumt und ihre Attentate wurden von den Bauern, die natürlich wegen ihrer Felder dem Wild nicht hold waren, begünstigt.“8 All diese zum Teil schillernden As-pekte der Wilderei waren 2006 Grund genug, um im Landesmuseum Neuenbürg eine Ausstel-lung mit dem Titel „Verbotene Jagd – Wilderern auf der Spur zwischen Schwarzwald und Schön-buch“ zu veranstalten.9
- auch die Wilderei stark zu. Parallel dazu entwi-ckelte sich eine romantische, bürgerliche Legen-denbildung von den Räubern wie auch Wilde-rern, die zwar Furcht und Schrecken auslösten, aber auch auf Respekt, Wohlwollen und sogar Bewunderung stießen. Schillers Drama „Die Räuber“ wurde in diesem Zeitgeist geboren. Noch positiver stand jedoch die bäuerliche Be-völkerung „vor Ort“ den Wilderern gegenüber, reduzierten diese doch den immensen Flurscha-den, welchen das für die herzogliche Jagd emsig gehütete Wild auf ihren Feldern und Äckern an-richtete. So berichtete der Simmersfelder Pfarrer Gustav Heinrich Schmoller (1789–1868)7 in sei-ner 1825 verfassten Beschreibung seines Kirch-spiels „Die berichtigten [berüchtigten] badischen Wilderer aus dem Kapplerthal haben besonders in früherer Zeit das Wild ausgeräumt und ihre Attentate wurden von den Bauern, die natürlich wegen ihrer Felder dem Wild nicht hold waren, begünstigt.“8 All diese zum Teil schillernden As-pekte der Wilderei waren 2006 Grund genug, um im Landesmuseum Neuenbürg eine Ausstel-lung mit dem Titel „Verbotene Jagd – Wilderern auf der Spur zwischen Schwarzwald und Schön-buch“ zu veranstalten.9
- Festungshaft büßen musste. Das Geweih war an den „Messer-Schmid“ verkauft worden, die Haut für 4 fl (fl = Gulden) an einen Pforzhei-mer Gerber.11 Auch die vier Holzbronner Män-ner Hannß Jerg Müller, Jacob Weber sowie die Gebrüder Friederich und Hanß Jerg Dengler waren lediglich „mit Gewehr zu Abtreibung des Gewilds in das Feld gegangen“, hatten zwar „nach einem gewild geschoßen“, aber lediglich um dieses zu vertreiben. Dafür sprach auch die zu große Entfernung und tatsächlich sah der Herzog „mit Milde“ hier von einer Bestrafung ab.12 Mit ganz anderer Härte verfuhr Herzog Carl Eugen jedoch bei den drei aus Rotfelden stam-menden Martin Nestlin, Lorentz Schülein und Sebastian Koch, die auf ihren am Waldrand gelegenen Feldern „auf dem Anstand“ waren, also im Stehen auf das Wild warteten, und das auf ihren Feldern Schaden verursachen-de Wild „wegzupurschen“, also mit Schüssen zu vertreiben wollten. Sie bekamen dafür vier Wochen Festungshaft („opere publico“) aufge-brummt.13 Auch der Ebhauser Hanß Jerg Renz
- Festungshaft büßen musste. Das Geweih war an den „Messer-Schmid“ verkauft worden, die Haut für 4 fl (fl = Gulden) an einen Pforzhei-mer Gerber.11 Auch die vier Holzbronner Män-ner Hannß Jerg Müller, Jacob Weber sowie die Gebrüder Friederich und Hanß Jerg Dengler waren lediglich „mit Gewehr zu Abtreibung des Gewilds in das Feld gegangen“, hatten zwar „nach einem gewild geschoßen“, aber lediglich um dieses zu vertreiben. Dafür sprach auch die zu große Entfernung und tatsächlich sah der Herzog „mit Milde“ hier von einer Bestrafung ab.12 Mit ganz anderer Härte verfuhr Herzog Carl Eugen jedoch bei den drei aus Rotfelden stam-menden Martin Nestlin, Lorentz Schülein und Sebastian Koch, die auf ihren am Waldrand gelegenen Feldern „auf dem Anstand“ waren, also im Stehen auf das Wild warteten, und das auf ihren Feldern Schaden verursachen-de Wild „wegzupurschen“, also mit Schüssen zu vertreiben wollten. Sie bekamen dafür vier Wochen Festungshaft („opere publico“) aufge-brummt.13 Auch der Ebhauser Hanß Jerg Renz
- Festungshaft büßen musste. Das Geweih war an den „Messer-Schmid“ verkauft worden, die Haut für 4 fl (fl = Gulden) an einen Pforzhei-mer Gerber.11 Auch die vier Holzbronner Män-ner Hannß Jerg Müller, Jacob Weber sowie die Gebrüder Friederich und Hanß Jerg Dengler waren lediglich „mit Gewehr zu Abtreibung des Gewilds in das Feld gegangen“, hatten zwar „nach einem gewild geschoßen“, aber lediglich um dieses zu vertreiben. Dafür sprach auch die zu große Entfernung und tatsächlich sah der Herzog „mit Milde“ hier von einer Bestrafung ab.12 Mit ganz anderer Härte verfuhr Herzog Carl Eugen jedoch bei den drei aus Rotfelden stam-menden Martin Nestlin, Lorentz Schülein und Sebastian Koch, die auf ihren am Waldrand gelegenen Feldern „auf dem Anstand“ waren, also im Stehen auf das Wild warteten, und das auf ihren Feldern Schaden verursachen-de Wild „wegzupurschen“, also mit Schüssen zu vertreiben wollten. Sie bekamen dafür vier Wochen Festungshaft („opere publico“) aufge-brummt.13 Auch der Ebhauser Hanß Jerg Renz
- Festungshaft büßen musste. Das Geweih war an den „Messer-Schmid“ verkauft worden, die Haut für 4 fl (fl = Gulden) an einen Pforzhei-mer Gerber.11 Auch die vier Holzbronner Män-ner Hannß Jerg Müller, Jacob Weber sowie die Gebrüder Friederich und Hanß Jerg Dengler waren lediglich „mit Gewehr zu Abtreibung des Gewilds in das Feld gegangen“, hatten zwar „nach einem gewild geschoßen“, aber lediglich um dieses zu vertreiben. Dafür sprach auch die zu große Entfernung und tatsächlich sah der Herzog „mit Milde“ hier von einer Bestrafung ab.12 Mit ganz anderer Härte verfuhr Herzog Carl Eugen jedoch bei den drei aus Rotfelden stam-menden Martin Nestlin, Lorentz Schülein und Sebastian Koch, die auf ihren am Waldrand gelegenen Feldern „auf dem Anstand“ waren, also im Stehen auf das Wild warteten, und das auf ihren Feldern Schaden verursachen-de Wild „wegzupurschen“, also mit Schüssen zu vertreiben wollten. Sie bekamen dafür vier Wochen Festungshaft („opere publico“) aufge-brummt.13 Auch der Ebhauser Hanß Jerg Renz
- Festungshaft büßen musste. Das Geweih war an den „Messer-Schmid“ verkauft worden, die Haut für 4 fl (fl = Gulden) an einen Pforzhei-mer Gerber.11 Auch die vier Holzbronner Män-ner Hannß Jerg Müller, Jacob Weber sowie die Gebrüder Friederich und Hanß Jerg Dengler waren lediglich „mit Gewehr zu Abtreibung des Gewilds in das Feld gegangen“, hatten zwar „nach einem gewild geschoßen“, aber lediglich um dieses zu vertreiben. Dafür sprach auch die zu große Entfernung und tatsächlich sah der Herzog „mit Milde“ hier von einer Bestrafung ab.12 Mit ganz anderer Härte verfuhr Herzog Carl Eugen jedoch bei den drei aus Rotfelden stam-menden Martin Nestlin, Lorentz Schülein und Sebastian Koch, die auf ihren am Waldrand gelegenen Feldern „auf dem Anstand“ waren, also im Stehen auf das Wild warteten, und das auf ihren Feldern Schaden verursachen-de Wild „wegzupurschen“, also mit Schüssen zu vertreiben wollten. Sie bekamen dafür vier Wochen Festungshaft („opere publico“) aufge-brummt.13 Auch der Ebhauser Hanß Jerg Renz
- Festungshaft büßen musste. Das Geweih war an den „Messer-Schmid“ verkauft worden, die Haut für 4 fl (fl = Gulden) an einen Pforzhei-mer Gerber.11 Auch die vier Holzbronner Män-ner Hannß Jerg Müller, Jacob Weber sowie die Gebrüder Friederich und Hanß Jerg Dengler waren lediglich „mit Gewehr zu Abtreibung des Gewilds in das Feld gegangen“, hatten zwar „nach einem gewild geschoßen“, aber lediglich um dieses zu vertreiben. Dafür sprach auch die zu große Entfernung und tatsächlich sah der Herzog „mit Milde“ hier von einer Bestrafung ab.12 Mit ganz anderer Härte verfuhr Herzog Carl Eugen jedoch bei den drei aus Rotfelden stam-menden Martin Nestlin, Lorentz Schülein und Sebastian Koch, die auf ihren am Waldrand gelegenen Feldern „auf dem Anstand“ waren, also im Stehen auf das Wild warteten, und das auf ihren Feldern Schaden verursachen-de Wild „wegzupurschen“, also mit Schüssen zu vertreiben wollten. Sie bekamen dafür vier Wochen Festungshaft („opere publico“) aufge-brummt.13 Auch der Ebhauser Hanß Jerg Renz
- Wohnte man in abseits gelegenen Orten, zu-mal wenn sie zusätzlich zu fremden Territorien benachbart waren, war die Wilderei weniger gefährlich und daher besonders verführerisch. Dies gilt in unserem Raum vor allem für die Herrenalber Gegend sowie für Enzklösterle im Großen Enztal und in seinen Seitentälern, wo tatsächlich verstärkt Wilderei festzustellen ist. So wurde der Herrenalber Holzhauer Thomas Stauder 1767 von den beiden Forstknechten Klinger und Teuschenbach aus Wildbad bzw. Calmbach mit einem Gewehr im Wald ent-deckt: „und weilen sie ihn wegen Wilderey ver-dächtig gehalten, derselbe auch auf das Zwayma-lige zuruffen nicht stehen geblieben, so ist von dem einen Forst-Knecht auf ihn ein Schuß geschehen, der ihne aber nicht getroffen, gleichwohlen aber so viel gewürket hat, daß er sich gutwillig gefangen ergeben.“15 Er war aus Tirol gebürtig, machte in Herrenalb schon seit 15 Jahren Scheiterholz und war wohl einer jener Tiroler Holzhauer, die ab 1745 einige Zeit lang im oberen Enztal mit dem Aufhauen von Scheiterholz beschäftigt
- Wohnte man in abseits gelegenen Orten, zu-mal wenn sie zusätzlich zu fremden Territorien benachbart waren, war die Wilderei weniger gefährlich und daher besonders verführerisch. Dies gilt in unserem Raum vor allem für die Herrenalber Gegend sowie für Enzklösterle im Großen Enztal und in seinen Seitentälern, wo tatsächlich verstärkt Wilderei festzustellen ist. So wurde der Herrenalber Holzhauer Thomas Stauder 1767 von den beiden Forstknechten Klinger und Teuschenbach aus Wildbad bzw. Calmbach mit einem Gewehr im Wald ent-deckt: „und weilen sie ihn wegen Wilderey ver-dächtig gehalten, derselbe auch auf das Zwayma-lige zuruffen nicht stehen geblieben, so ist von dem einen Forst-Knecht auf ihn ein Schuß geschehen, der ihne aber nicht getroffen, gleichwohlen aber so viel gewürket hat, daß er sich gutwillig gefangen ergeben.“15 Er war aus Tirol gebürtig, machte in Herrenalb schon seit 15 Jahren Scheiterholz und war wohl einer jener Tiroler Holzhauer, die ab 1745 einige Zeit lang im oberen Enztal mit dem Aufhauen von Scheiterholz beschäftigt
- Wohnte man in abseits gelegenen Orten, zu-mal wenn sie zusätzlich zu fremden Territorien benachbart waren, war die Wilderei weniger gefährlich und daher besonders verführerisch. Dies gilt in unserem Raum vor allem für die Herrenalber Gegend sowie für Enzklösterle im Großen Enztal und in seinen Seitentälern, wo tatsächlich verstärkt Wilderei festzustellen ist. So wurde der Herrenalber Holzhauer Thomas Stauder 1767 von den beiden Forstknechten Klinger und Teuschenbach aus Wildbad bzw. Calmbach mit einem Gewehr im Wald ent-deckt: „und weilen sie ihn wegen Wilderey ver-dächtig gehalten, derselbe auch auf das Zwayma-lige zuruffen nicht stehen geblieben, so ist von dem einen Forst-Knecht auf ihn ein Schuß geschehen, der ihne aber nicht getroffen, gleichwohlen aber so viel gewürket hat, daß er sich gutwillig gefangen ergeben.“15 Er war aus Tirol gebürtig, machte in Herrenalb schon seit 15 Jahren Scheiterholz und war wohl einer jener Tiroler Holzhauer, die ab 1745 einige Zeit lang im oberen Enztal mit dem Aufhauen von Scheiterholz beschäftigt
- Wohnte man in abseits gelegenen Orten, zu-mal wenn sie zusätzlich zu fremden Territorien benachbart waren, war die Wilderei weniger gefährlich und daher besonders verführerisch. Dies gilt in unserem Raum vor allem für die Herrenalber Gegend sowie für Enzklösterle im Großen Enztal und in seinen Seitentälern, wo tatsächlich verstärkt Wilderei festzustellen ist. So wurde der Herrenalber Holzhauer Thomas Stauder 1767 von den beiden Forstknechten Klinger und Teuschenbach aus Wildbad bzw. Calmbach mit einem Gewehr im Wald ent-deckt: „und weilen sie ihn wegen Wilderey ver-dächtig gehalten, derselbe auch auf das Zwayma-lige zuruffen nicht stehen geblieben, so ist von dem einen Forst-Knecht auf ihn ein Schuß geschehen, der ihne aber nicht getroffen, gleichwohlen aber so viel gewürket hat, daß er sich gutwillig gefangen ergeben.“15 Er war aus Tirol gebürtig, machte in Herrenalb schon seit 15 Jahren Scheiterholz und war wohl einer jener Tiroler Holzhauer, die ab 1745 einige Zeit lang im oberen Enztal mit dem Aufhauen von Scheiterholz beschäftigt
- Wohnte man in abseits gelegenen Orten, zu-mal wenn sie zusätzlich zu fremden Territorien benachbart waren, war die Wilderei weniger gefährlich und daher besonders verführerisch. Dies gilt in unserem Raum vor allem für die Herrenalber Gegend sowie für Enzklösterle im Großen Enztal und in seinen Seitentälern, wo tatsächlich verstärkt Wilderei festzustellen ist. So wurde der Herrenalber Holzhauer Thomas Stauder 1767 von den beiden Forstknechten Klinger und Teuschenbach aus Wildbad bzw. Calmbach mit einem Gewehr im Wald ent-deckt: „und weilen sie ihn wegen Wilderey ver-dächtig gehalten, derselbe auch auf das Zwayma-lige zuruffen nicht stehen geblieben, so ist von dem einen Forst-Knecht auf ihn ein Schuß geschehen, der ihne aber nicht getroffen, gleichwohlen aber so viel gewürket hat, daß er sich gutwillig gefangen ergeben.“15 Er war aus Tirol gebürtig, machte in Herrenalb schon seit 15 Jahren Scheiterholz und war wohl einer jener Tiroler Holzhauer, die ab 1745 einige Zeit lang im oberen Enztal mit dem Aufhauen von Scheiterholz beschäftigt
- Wohnte man in abseits gelegenen Orten, zu-mal wenn sie zusätzlich zu fremden Territorien benachbart waren, war die Wilderei weniger gefährlich und daher besonders verführerisch. Dies gilt in unserem Raum vor allem für die Herrenalber Gegend sowie für Enzklösterle im Großen Enztal und in seinen Seitentälern, wo tatsächlich verstärkt Wilderei festzustellen ist. So wurde der Herrenalber Holzhauer Thomas Stauder 1767 von den beiden Forstknechten Klinger und Teuschenbach aus Wildbad bzw. Calmbach mit einem Gewehr im Wald ent-deckt: „und weilen sie ihn wegen Wilderey ver-dächtig gehalten, derselbe auch auf das Zwayma-lige zuruffen nicht stehen geblieben, so ist von dem einen Forst-Knecht auf ihn ein Schuß geschehen, der ihne aber nicht getroffen, gleichwohlen aber so viel gewürket hat, daß er sich gutwillig gefangen ergeben.“15 Er war aus Tirol gebürtig, machte in Herrenalb schon seit 15 Jahren Scheiterholz und war wohl einer jener Tiroler Holzhauer, die ab 1745 einige Zeit lang im oberen Enztal mit dem Aufhauen von Scheiterholz beschäftigt
- Die lokalen Wilderer gingen meist alleine oder zu zweit auf die Jagd. So brachen der aus Ottenhau-sen stammende Maier auf dem Enzhof (Enzklös-terle) Hanß Jerg Klaiber (1731–1739) und der im benachbarten Lappach (Enztal) wohnende Mi-chael Bätzner (1733–1798) zu zweit zum Wildern auf und erlegten auf dem Kathberg einen Spie-ßer (einjähriger Hirsch) von 50 Pfund, wofür sie vom Herzog zu sechswöchiger Festungshaft auf Hohenneuffen mit Tragen der Wildererkappe bestraft wurden.19 Nur bei einer Gruppe von Herrenalb konnte ein gruppenmäßiges Vor-gehen mit zwei Treibern und zwei eigentlichen Schützen festgestellt werden: „davon zwey einen District dick angewachßen Waldes durchgestreifft, die zwey andern aber dem ankommenden Wild-Prett vorgestanden“.20 Welchen Rattenschwanz an weiteren Anklagen eine Wilderei mitunter nach sich ziehen konn-te, zeigt der Fall des Simmersfelders Michael Rentschler (1736–1796), der 1772 einen „ge-fundenen Hirsch“ entwendete, anstatt ihn beim Simmersfelder Forstknecht anzuzeigen. Des-wegen wurde er zu vier Wochen Festungshaft, zur Bezahlung der Haut in Höhe von 30 Pfund Heller (über 33 fl), zur Bezahlung seiner Ver-pflegungskosten („Atzung“) verurteilt; zudem wurde ihm der Besitz von Gewehren verboten. Pikanterweise war sein Vater Schultheiß in Simmersfeld, der verständlicher Weise seiner Amtspflicht zur Anzeige beim eigenen Sohn nicht nachgekommen war und deswegen zu zwei kleinen Freveln (jeweils dreieinhalb fl.) verurteilt wurde. Der „Rentschlerische Dienst-knecht“ Michael Traub wurde, da er mithalf, den Hirsch nach Hause zu tragen, zu acht Tagen Gefängnis verdonnert. Zu guter Letzt musste der Altensteiger Weißgerber und „Bur-germeister“ Stoll sowie sein Helfer, der Leine-weber Wahr, einen großen Frevel (etwa 11 fl.) für das Annehmen der Wildhaut zum Gerben bezahlen.21 „Burgermeister“ war die damalige Schreibweise von „Bürgermeister“, der das Amt eines heutigen Gemeindepflegers innehatte. In Enzklösterle waren viele dem Verdacht der Wilderei ausgesetzt – und dies sicherlich nicht
- Die lokalen Wilderer gingen meist alleine oder zu zweit auf die Jagd. So brachen der aus Ottenhau-sen stammende Maier auf dem Enzhof (Enzklös-terle) Hanß Jerg Klaiber (1731–1739) und der im benachbarten Lappach (Enztal) wohnende Mi-chael Bätzner (1733–1798) zu zweit zum Wildern auf und erlegten auf dem Kathberg einen Spie-ßer (einjähriger Hirsch) von 50 Pfund, wofür sie vom Herzog zu sechswöchiger Festungshaft auf Hohenneuffen mit Tragen der Wildererkappe bestraft wurden.19 Nur bei einer Gruppe von Herrenalb konnte ein gruppenmäßiges Vor-gehen mit zwei Treibern und zwei eigentlichen Schützen festgestellt werden: „davon zwey einen District dick angewachßen Waldes durchgestreifft, die zwey andern aber dem ankommenden Wild-Prett vorgestanden“.20 Welchen Rattenschwanz an weiteren Anklagen eine Wilderei mitunter nach sich ziehen konn-te, zeigt der Fall des Simmersfelders Michael Rentschler (1736–1796), der 1772 einen „ge-fundenen Hirsch“ entwendete, anstatt ihn beim Simmersfelder Forstknecht anzuzeigen. Des-wegen wurde er zu vier Wochen Festungshaft, zur Bezahlung der Haut in Höhe von 30 Pfund Heller (über 33 fl), zur Bezahlung seiner Ver-pflegungskosten („Atzung“) verurteilt; zudem wurde ihm der Besitz von Gewehren verboten. Pikanterweise war sein Vater Schultheiß in Simmersfeld, der verständlicher Weise seiner Amtspflicht zur Anzeige beim eigenen Sohn nicht nachgekommen war und deswegen zu zwei kleinen Freveln (jeweils dreieinhalb fl.) verurteilt wurde. Der „Rentschlerische Dienst-knecht“ Michael Traub wurde, da er mithalf, den Hirsch nach Hause zu tragen, zu acht Tagen Gefängnis verdonnert. Zu guter Letzt musste der Altensteiger Weißgerber und „Bur-germeister“ Stoll sowie sein Helfer, der Leine-weber Wahr, einen großen Frevel (etwa 11 fl.) für das Annehmen der Wildhaut zum Gerben bezahlen.21 „Burgermeister“ war die damalige Schreibweise von „Bürgermeister“, der das Amt eines heutigen Gemeindepflegers innehatte. In Enzklösterle waren viele dem Verdacht der Wilderei ausgesetzt – und dies sicherlich nicht
- Die lokalen Wilderer gingen meist alleine oder zu zweit auf die Jagd. So brachen der aus Ottenhau-sen stammende Maier auf dem Enzhof (Enzklös-terle) Hanß Jerg Klaiber (1731–1739) und der im benachbarten Lappach (Enztal) wohnende Mi-chael Bätzner (1733–1798) zu zweit zum Wildern auf und erlegten auf dem Kathberg einen Spie-ßer (einjähriger Hirsch) von 50 Pfund, wofür sie vom Herzog zu sechswöchiger Festungshaft auf Hohenneuffen mit Tragen der Wildererkappe bestraft wurden.19 Nur bei einer Gruppe von Herrenalb konnte ein gruppenmäßiges Vor-gehen mit zwei Treibern und zwei eigentlichen Schützen festgestellt werden: „davon zwey einen District dick angewachßen Waldes durchgestreifft, die zwey andern aber dem ankommenden Wild-Prett vorgestanden“.20 Welchen Rattenschwanz an weiteren Anklagen eine Wilderei mitunter nach sich ziehen konn-te, zeigt der Fall des Simmersfelders Michael Rentschler (1736–1796), der 1772 einen „ge-fundenen Hirsch“ entwendete, anstatt ihn beim Simmersfelder Forstknecht anzuzeigen. Des-wegen wurde er zu vier Wochen Festungshaft, zur Bezahlung der Haut in Höhe von 30 Pfund Heller (über 33 fl), zur Bezahlung seiner Ver-pflegungskosten („Atzung“) verurteilt; zudem wurde ihm der Besitz von Gewehren verboten. Pikanterweise war sein Vater Schultheiß in Simmersfeld, der verständlicher Weise seiner Amtspflicht zur Anzeige beim eigenen Sohn nicht nachgekommen war und deswegen zu zwei kleinen Freveln (jeweils dreieinhalb fl.) verurteilt wurde. Der „Rentschlerische Dienst-knecht“ Michael Traub wurde, da er mithalf, den Hirsch nach Hause zu tragen, zu acht Tagen Gefängnis verdonnert. Zu guter Letzt musste der Altensteiger Weißgerber und „Bur-germeister“ Stoll sowie sein Helfer, der Leine-weber Wahr, einen großen Frevel (etwa 11 fl.) für das Annehmen der Wildhaut zum Gerben bezahlen.21 „Burgermeister“ war die damalige Schreibweise von „Bürgermeister“, der das Amt eines heutigen Gemeindepflegers innehatte. In Enzklösterle waren viele dem Verdacht der Wilderei ausgesetzt – und dies sicherlich nicht
- Die lokalen Wilderer gingen meist alleine oder zu zweit auf die Jagd. So brachen der aus Ottenhau-sen stammende Maier auf dem Enzhof (Enzklös-terle) Hanß Jerg Klaiber (1731–1739) und der im benachbarten Lappach (Enztal) wohnende Mi-chael Bätzner (1733–1798) zu zweit zum Wildern auf und erlegten auf dem Kathberg einen Spie-ßer (einjähriger Hirsch) von 50 Pfund, wofür sie vom Herzog zu sechswöchiger Festungshaft auf Hohenneuffen mit Tragen der Wildererkappe bestraft wurden.19 Nur bei einer Gruppe von Herrenalb konnte ein gruppenmäßiges Vor-gehen mit zwei Treibern und zwei eigentlichen Schützen festgestellt werden: „davon zwey einen District dick angewachßen Waldes durchgestreifft, die zwey andern aber dem ankommenden Wild-Prett vorgestanden“.20 Welchen Rattenschwanz an weiteren Anklagen eine Wilderei mitunter nach sich ziehen konn-te, zeigt der Fall des Simmersfelders Michael Rentschler (1736–1796), der 1772 einen „ge-fundenen Hirsch“ entwendete, anstatt ihn beim Simmersfelder Forstknecht anzuzeigen. Des-wegen wurde er zu vier Wochen Festungshaft, zur Bezahlung der Haut in Höhe von 30 Pfund Heller (über 33 fl), zur Bezahlung seiner Ver-pflegungskosten („Atzung“) verurteilt; zudem wurde ihm der Besitz von Gewehren verboten. Pikanterweise war sein Vater Schultheiß in Simmersfeld, der verständlicher Weise seiner Amtspflicht zur Anzeige beim eigenen Sohn nicht nachgekommen war und deswegen zu zwei kleinen Freveln (jeweils dreieinhalb fl.) verurteilt wurde. Der „Rentschlerische Dienst-knecht“ Michael Traub wurde, da er mithalf, den Hirsch nach Hause zu tragen, zu acht Tagen Gefängnis verdonnert. Zu guter Letzt musste der Altensteiger Weißgerber und „Bur-germeister“ Stoll sowie sein Helfer, der Leine-weber Wahr, einen großen Frevel (etwa 11 fl.) für das Annehmen der Wildhaut zum Gerben bezahlen.21 „Burgermeister“ war die damalige Schreibweise von „Bürgermeister“, der das Amt eines heutigen Gemeindepflegers innehatte. In Enzklösterle waren viele dem Verdacht der Wilderei ausgesetzt – und dies sicherlich nicht
- Die lokalen Wilderer gingen meist alleine oder zu zweit auf die Jagd. So brachen der aus Ottenhau-sen stammende Maier auf dem Enzhof (Enzklös-terle) Hanß Jerg Klaiber (1731–1739) und der im benachbarten Lappach (Enztal) wohnende Mi-chael Bätzner (1733–1798) zu zweit zum Wildern auf und erlegten auf dem Kathberg einen Spie-ßer (einjähriger Hirsch) von 50 Pfund, wofür sie vom Herzog zu sechswöchiger Festungshaft auf Hohenneuffen mit Tragen der Wildererkappe bestraft wurden.19 Nur bei einer Gruppe von Herrenalb konnte ein gruppenmäßiges Vor-gehen mit zwei Treibern und zwei eigentlichen Schützen festgestellt werden: „davon zwey einen District dick angewachßen Waldes durchgestreifft, die zwey andern aber dem ankommenden Wild-Prett vorgestanden“.20 Welchen Rattenschwanz an weiteren Anklagen eine Wilderei mitunter nach sich ziehen konn-te, zeigt der Fall des Simmersfelders Michael Rentschler (1736–1796), der 1772 einen „ge-fundenen Hirsch“ entwendete, anstatt ihn beim Simmersfelder Forstknecht anzuzeigen. Des-wegen wurde er zu vier Wochen Festungshaft, zur Bezahlung der Haut in Höhe von 30 Pfund Heller (über 33 fl), zur Bezahlung seiner Ver-pflegungskosten („Atzung“) verurteilt; zudem wurde ihm der Besitz von Gewehren verboten. Pikanterweise war sein Vater Schultheiß in Simmersfeld, der verständlicher Weise seiner Amtspflicht zur Anzeige beim eigenen Sohn nicht nachgekommen war und deswegen zu zwei kleinen Freveln (jeweils dreieinhalb fl.) verurteilt wurde. Der „Rentschlerische Dienst-knecht“ Michael Traub wurde, da er mithalf, den Hirsch nach Hause zu tragen, zu acht Tagen Gefängnis verdonnert. Zu guter Letzt musste der Altensteiger Weißgerber und „Bur-germeister“ Stoll sowie sein Helfer, der Leine-weber Wahr, einen großen Frevel (etwa 11 fl.) für das Annehmen der Wildhaut zum Gerben bezahlen.21 „Burgermeister“ war die damalige Schreibweise von „Bürgermeister“, der das Amt eines heutigen Gemeindepflegers innehatte. In Enzklösterle waren viele dem Verdacht der Wilderei ausgesetzt – und dies sicherlich nicht
- Die lokalen Wilderer gingen meist alleine oder zu zweit auf die Jagd. So brachen der aus Ottenhau-sen stammende Maier auf dem Enzhof (Enzklös-terle) Hanß Jerg Klaiber (1731–1739) und der im benachbarten Lappach (Enztal) wohnende Mi-chael Bätzner (1733–1798) zu zweit zum Wildern auf und erlegten auf dem Kathberg einen Spie-ßer (einjähriger Hirsch) von 50 Pfund, wofür sie vom Herzog zu sechswöchiger Festungshaft auf Hohenneuffen mit Tragen der Wildererkappe bestraft wurden.19 Nur bei einer Gruppe von Herrenalb konnte ein gruppenmäßiges Vor-gehen mit zwei Treibern und zwei eigentlichen Schützen festgestellt werden: „davon zwey einen District dick angewachßen Waldes durchgestreifft, die zwey andern aber dem ankommenden Wild-Prett vorgestanden“.20 Welchen Rattenschwanz an weiteren Anklagen eine Wilderei mitunter nach sich ziehen konn-te, zeigt der Fall des Simmersfelders Michael Rentschler (1736–1796), der 1772 einen „ge-fundenen Hirsch“ entwendete, anstatt ihn beim Simmersfelder Forstknecht anzuzeigen. Des-wegen wurde er zu vier Wochen Festungshaft, zur Bezahlung der Haut in Höhe von 30 Pfund Heller (über 33 fl), zur Bezahlung seiner Ver-pflegungskosten („Atzung“) verurteilt; zudem wurde ihm der Besitz von Gewehren verboten. Pikanterweise war sein Vater Schultheiß in Simmersfeld, der verständlicher Weise seiner Amtspflicht zur Anzeige beim eigenen Sohn nicht nachgekommen war und deswegen zu zwei kleinen Freveln (jeweils dreieinhalb fl.) verurteilt wurde. Der „Rentschlerische Dienst-knecht“ Michael Traub wurde, da er mithalf, den Hirsch nach Hause zu tragen, zu acht Tagen Gefängnis verdonnert. Zu guter Letzt musste der Altensteiger Weißgerber und „Bur-germeister“ Stoll sowie sein Helfer, der Leine-weber Wahr, einen großen Frevel (etwa 11 fl.) für das Annehmen der Wildhaut zum Gerben bezahlen.21 „Burgermeister“ war die damalige Schreibweise von „Bürgermeister“, der das Amt eines heutigen Gemeindepflegers innehatte. In Enzklösterle waren viele dem Verdacht der Wilderei ausgesetzt – und dies sicherlich nicht
- hingegen immer eine organisierte Banden-unternehmung. Meistens operierte eine Grup-pe über Jahre hinweg, jedoch konnte sich ihre Zusammensetzung mitunter ändern. Gejagt wurde intensiv, schwer beladen mit Wildbret und Häuten wanderten sie nach einigen Tagen wieder heimwärts. So wurden 1779 in den Wäldern der Hofstetter Forstabteilung, damals Hut genannt, allein 25 Wildeingeweide (Ge-scheide) gefunden, alles Hinterlassenschaften der Wilderer.25 Übernachtet wurde in der Regel im Wald. So konnte der Schönbronner Förster Müller mehrere Kappeltäler Wilderer schlafend überraschen und ihnen die Gewehre entwen- den (siehe unten). Die erste Etappe von Kappelrodeck bis zum obersten Teil der Großen Enz bei Poppeltal war eine Strecke (ca. 32 km), die man, wenn man gut zu Fuß war, an einem Tag schaffen konnte, auch wenn hierbei zwei Aufstiege (hoch zum Ruhestein und vom Murgtal nach Besenfeld) zu bewältigen waren. Vielleicht wurde dann in der Salbenhütte, die unmittelbar vor der
- hingegen immer eine organisierte Banden-unternehmung. Meistens operierte eine Grup-pe über Jahre hinweg, jedoch konnte sich ihre Zusammensetzung mitunter ändern. Gejagt wurde intensiv, schwer beladen mit Wildbret und Häuten wanderten sie nach einigen Tagen wieder heimwärts. So wurden 1779 in den Wäldern der Hofstetter Forstabteilung, damals Hut genannt, allein 25 Wildeingeweide (Ge-scheide) gefunden, alles Hinterlassenschaften der Wilderer.25 Übernachtet wurde in der Regel im Wald. So konnte der Schönbronner Förster Müller mehrere Kappeltäler Wilderer schlafend überraschen und ihnen die Gewehre entwen- den (siehe unten). Die erste Etappe von Kappelrodeck bis zum obersten Teil der Großen Enz bei Poppeltal war eine Strecke (ca. 32 km), die man, wenn man gut zu Fuß war, an einem Tag schaffen konnte, auch wenn hierbei zwei Aufstiege (hoch zum Ruhestein und vom Murgtal nach Besenfeld) zu bewältigen waren. Vielleicht wurde dann in der Salbenhütte, die unmittelbar vor der
- hingegen immer eine organisierte Banden-unternehmung. Meistens operierte eine Grup-pe über Jahre hinweg, jedoch konnte sich ihre Zusammensetzung mitunter ändern. Gejagt wurde intensiv, schwer beladen mit Wildbret und Häuten wanderten sie nach einigen Tagen wieder heimwärts. So wurden 1779 in den Wäldern der Hofstetter Forstabteilung, damals Hut genannt, allein 25 Wildeingeweide (Ge-scheide) gefunden, alles Hinterlassenschaften der Wilderer.25 Übernachtet wurde in der Regel im Wald. So konnte der Schönbronner Förster Müller mehrere Kappeltäler Wilderer schlafend überraschen und ihnen die Gewehre entwen- den (siehe unten). Die erste Etappe von Kappelrodeck bis zum obersten Teil der Großen Enz bei Poppeltal war eine Strecke (ca. 32 km), die man, wenn man gut zu Fuß war, an einem Tag schaffen konnte, auch wenn hierbei zwei Aufstiege (hoch zum Ruhestein und vom Murgtal nach Besenfeld) zu bewältigen waren. Vielleicht wurde dann in der Salbenhütte, die unmittelbar vor der
- hingegen immer eine organisierte Banden-unternehmung. Meistens operierte eine Grup-pe über Jahre hinweg, jedoch konnte sich ihre Zusammensetzung mitunter ändern. Gejagt wurde intensiv, schwer beladen mit Wildbret und Häuten wanderten sie nach einigen Tagen wieder heimwärts. So wurden 1779 in den Wäldern der Hofstetter Forstabteilung, damals Hut genannt, allein 25 Wildeingeweide (Ge-scheide) gefunden, alles Hinterlassenschaften der Wilderer.25 Übernachtet wurde in der Regel im Wald. So konnte der Schönbronner Förster Müller mehrere Kappeltäler Wilderer schlafend überraschen und ihnen die Gewehre entwen- den (siehe unten). Die erste Etappe von Kappelrodeck bis zum obersten Teil der Großen Enz bei Poppeltal war eine Strecke (ca. 32 km), die man, wenn man gut zu Fuß war, an einem Tag schaffen konnte, auch wenn hierbei zwei Aufstiege (hoch zum Ruhestein und vom Murgtal nach Besenfeld) zu bewältigen waren. Vielleicht wurde dann in der Salbenhütte, die unmittelbar vor der
- hingegen immer eine organisierte Banden-unternehmung. Meistens operierte eine Grup-pe über Jahre hinweg, jedoch konnte sich ihre Zusammensetzung mitunter ändern. Gejagt wurde intensiv, schwer beladen mit Wildbret und Häuten wanderten sie nach einigen Tagen wieder heimwärts. So wurden 1779 in den Wäldern der Hofstetter Forstabteilung, damals Hut genannt, allein 25 Wildeingeweide (Ge-scheide) gefunden, alles Hinterlassenschaften der Wilderer.25 Übernachtet wurde in der Regel im Wald. So konnte der Schönbronner Förster Müller mehrere Kappeltäler Wilderer schlafend überraschen und ihnen die Gewehre entwen- den (siehe unten). Die erste Etappe von Kappelrodeck bis zum obersten Teil der Großen Enz bei Poppeltal war eine Strecke (ca. 32 km), die man, wenn man gut zu Fuß war, an einem Tag schaffen konnte, auch wenn hierbei zwei Aufstiege (hoch zum Ruhestein und vom Murgtal nach Besenfeld) zu bewältigen waren. Vielleicht wurde dann in der Salbenhütte, die unmittelbar vor der
- hingegen immer eine organisierte Banden-unternehmung. Meistens operierte eine Grup-pe über Jahre hinweg, jedoch konnte sich ihre Zusammensetzung mitunter ändern. Gejagt wurde intensiv, schwer beladen mit Wildbret und Häuten wanderten sie nach einigen Tagen wieder heimwärts. So wurden 1779 in den Wäldern der Hofstetter Forstabteilung, damals Hut genannt, allein 25 Wildeingeweide (Ge-scheide) gefunden, alles Hinterlassenschaften der Wilderer.25 Übernachtet wurde in der Regel im Wald. So konnte der Schönbronner Förster Müller mehrere Kappeltäler Wilderer schlafend überraschen und ihnen die Gewehre entwen- den (siehe unten). Die erste Etappe von Kappelrodeck bis zum obersten Teil der Großen Enz bei Poppeltal war eine Strecke (ca. 32 km), die man, wenn man gut zu Fuß war, an einem Tag schaffen konnte, auch wenn hierbei zwei Aufstiege (hoch zum Ruhestein und vom Murgtal nach Besenfeld) zu bewältigen waren. Vielleicht wurde dann in der Salbenhütte, die unmittelbar vor der
- Geld wie möglich zu machen. Nach der Aussage vom Wilderer Käsbub (Jakob Har(d)ter) hatte er das Wild-bret zum Teil an Personen im Kap-peltal verkauft, auch an Wirte und an das Kloster Allerheiligen (Gem. Oppenau). Die wertvollen Häute gab er an Händler oder Weißger-ber ab, alles jedoch außerhalb des württembergischen Gebiets, um einer Verhaftung zu entgehen.27 Markus Bohnet verkaufte lange vor seiner Verhaftung 1772 einen Spie-ßer (einjährigen Rehbock) nach Straßburg.28 Die Wilderei war für diese Män-ner eine wichtige Einnahmequel-le, mitunter wie bei Jakob Harder, sogar die Hauptnahrungsquelle.29 Getrieben durch ihre wirtschaft-liche Not und begünstigt durch territoriale Grenzen zwischenWürttemberg, Baden und Straß-burg konnten die Kappeltäler Wil-derer über ein Vierteljahrhundert lang dem Wild im oberen Enztal nachstellen, was der Calmbacher Pfarrer Eifert rückblickend folgen-dermaßen beschrieb: „Ein Uebel aber scheint besonders um jene Zeit überhand genommen zu haben, die Wilderei nemlich, weniger von Einheimischen betrieben als von badischen Nachbarn. Nament-lich waren es die Bewohner des Kappeler Thals auf der Rheinseite des Schwarzwaldes, welche bis herab in die Calmbacher Berge ihre Streifzüge ausdehnten. Die ganze dortige Bevölkerung schien zu Wilddieben geworden zu seyn, bald hieß jeder Wilderer ein Kappelthäler. In ganzen Rotten durchzogen sie die Wälder längs der Enz, hatten in den zerstreuten Höfen und Hütten ihre Verste-cke, an den einsamen Hauern und Bauern ihre Helfers-Helfer, in Baden eine beständige Absatz-Gelegenheit, und führten nun einen eigentlichen kleinen Krieg mit den würtembergischen Jägern. Sieger war, wer den Gegner zuerst bemerkte, um ihn niederzustrecken.“ 30
- Geld wie möglich zu machen. Nach der Aussage vom Wilderer Käsbub (Jakob Har(d)ter) hatte er das Wild-bret zum Teil an Personen im Kap-peltal verkauft, auch an Wirte und an das Kloster Allerheiligen (Gem. Oppenau). Die wertvollen Häute gab er an Händler oder Weißger-ber ab, alles jedoch außerhalb des württembergischen Gebiets, um einer Verhaftung zu entgehen.27 Markus Bohnet verkaufte lange vor seiner Verhaftung 1772 einen Spie-ßer (einjährigen Rehbock) nach Straßburg.28 Die Wilderei war für diese Män-ner eine wichtige Einnahmequel-le, mitunter wie bei Jakob Harder, sogar die Hauptnahrungsquelle.29 Getrieben durch ihre wirtschaft-liche Not und begünstigt durch territoriale Grenzen zwischenWürttemberg, Baden und Straß-burg konnten die Kappeltäler Wil-derer über ein Vierteljahrhundert lang dem Wild im oberen Enztal nachstellen, was der Calmbacher Pfarrer Eifert rückblickend folgen-dermaßen beschrieb: „Ein Uebel aber scheint besonders um jene Zeit überhand genommen zu haben, die Wilderei nemlich, weniger von Einheimischen betrieben als von badischen Nachbarn. Nament-lich waren es die Bewohner des Kappeler Thals auf der Rheinseite des Schwarzwaldes, welche bis herab in die Calmbacher Berge ihre Streifzüge ausdehnten. Die ganze dortige Bevölkerung schien zu Wilddieben geworden zu seyn, bald hieß jeder Wilderer ein Kappelthäler. In ganzen Rotten durchzogen sie die Wälder längs der Enz, hatten in den zerstreuten Höfen und Hütten ihre Verste-cke, an den einsamen Hauern und Bauern ihre Helfers-Helfer, in Baden eine beständige Absatz-Gelegenheit, und führten nun einen eigentlichen kleinen Krieg mit den würtembergischen Jägern. Sieger war, wer den Gegner zuerst bemerkte, um ihn niederzustrecken.“ 30
- Geld wie möglich zu machen. Nach der Aussage vom Wilderer Käsbub (Jakob Har(d)ter) hatte er das Wild-bret zum Teil an Personen im Kap-peltal verkauft, auch an Wirte und an das Kloster Allerheiligen (Gem. Oppenau). Die wertvollen Häute gab er an Händler oder Weißger-ber ab, alles jedoch außerhalb des württembergischen Gebiets, um einer Verhaftung zu entgehen.27 Markus Bohnet verkaufte lange vor seiner Verhaftung 1772 einen Spie-ßer (einjährigen Rehbock) nach Straßburg.28 Die Wilderei war für diese Män-ner eine wichtige Einnahmequel-le, mitunter wie bei Jakob Harder, sogar die Hauptnahrungsquelle.29 Getrieben durch ihre wirtschaft-liche Not und begünstigt durch territoriale Grenzen zwischenWürttemberg, Baden und Straß-burg konnten die Kappeltäler Wil-derer über ein Vierteljahrhundert lang dem Wild im oberen Enztal nachstellen, was der Calmbacher Pfarrer Eifert rückblickend folgen-dermaßen beschrieb: „Ein Uebel aber scheint besonders um jene Zeit überhand genommen zu haben, die Wilderei nemlich, weniger von Einheimischen betrieben als von badischen Nachbarn. Nament-lich waren es die Bewohner des Kappeler Thals auf der Rheinseite des Schwarzwaldes, welche bis herab in die Calmbacher Berge ihre Streifzüge ausdehnten. Die ganze dortige Bevölkerung schien zu Wilddieben geworden zu seyn, bald hieß jeder Wilderer ein Kappelthäler. In ganzen Rotten durchzogen sie die Wälder längs der Enz, hatten in den zerstreuten Höfen und Hütten ihre Verste-cke, an den einsamen Hauern und Bauern ihre Helfers-Helfer, in Baden eine beständige Absatz-Gelegenheit, und führten nun einen eigentlichen kleinen Krieg mit den würtembergischen Jägern. Sieger war, wer den Gegner zuerst bemerkte, um ihn niederzustrecken.“ 30
- Geld wie möglich zu machen. Nach der Aussage vom Wilderer Käsbub (Jakob Har(d)ter) hatte er das Wild-bret zum Teil an Personen im Kap-peltal verkauft, auch an Wirte und an das Kloster Allerheiligen (Gem. Oppenau). Die wertvollen Häute gab er an Händler oder Weißger-ber ab, alles jedoch außerhalb des württembergischen Gebiets, um einer Verhaftung zu entgehen.27 Markus Bohnet verkaufte lange vor seiner Verhaftung 1772 einen Spie-ßer (einjährigen Rehbock) nach Straßburg.28 Die Wilderei war für diese Män-ner eine wichtige Einnahmequel-le, mitunter wie bei Jakob Harder, sogar die Hauptnahrungsquelle.29 Getrieben durch ihre wirtschaft-liche Not und begünstigt durch territoriale Grenzen zwischenWürttemberg, Baden und Straß-burg konnten die Kappeltäler Wil-derer über ein Vierteljahrhundert lang dem Wild im oberen Enztal nachstellen, was der Calmbacher Pfarrer Eifert rückblickend folgen-dermaßen beschrieb: „Ein Uebel aber scheint besonders um jene Zeit überhand genommen zu haben, die Wilderei nemlich, weniger von Einheimischen betrieben als von badischen Nachbarn. Nament-lich waren es die Bewohner des Kappeler Thals auf der Rheinseite des Schwarzwaldes, welche bis herab in die Calmbacher Berge ihre Streifzüge ausdehnten. Die ganze dortige Bevölkerung schien zu Wilddieben geworden zu seyn, bald hieß jeder Wilderer ein Kappelthäler. In ganzen Rotten durchzogen sie die Wälder längs der Enz, hatten in den zerstreuten Höfen und Hütten ihre Verste-cke, an den einsamen Hauern und Bauern ihre Helfers-Helfer, in Baden eine beständige Absatz-Gelegenheit, und führten nun einen eigentlichen kleinen Krieg mit den würtembergischen Jägern. Sieger war, wer den Gegner zuerst bemerkte, um ihn niederzustrecken.“ 30
- Geld wie möglich zu machen. Nach der Aussage vom Wilderer Käsbub (Jakob Har(d)ter) hatte er das Wild-bret zum Teil an Personen im Kap-peltal verkauft, auch an Wirte und an das Kloster Allerheiligen (Gem. Oppenau). Die wertvollen Häute gab er an Händler oder Weißger-ber ab, alles jedoch außerhalb des württembergischen Gebiets, um einer Verhaftung zu entgehen.27 Markus Bohnet verkaufte lange vor seiner Verhaftung 1772 einen Spie-ßer (einjährigen Rehbock) nach Straßburg.28 Die Wilderei war für diese Män-ner eine wichtige Einnahmequel-le, mitunter wie bei Jakob Harder, sogar die Hauptnahrungsquelle.29 Getrieben durch ihre wirtschaft-liche Not und begünstigt durch territoriale Grenzen zwischenWürttemberg, Baden und Straß-burg konnten die Kappeltäler Wil-derer über ein Vierteljahrhundert lang dem Wild im oberen Enztal nachstellen, was der Calmbacher Pfarrer Eifert rückblickend folgen-dermaßen beschrieb: „Ein Uebel aber scheint besonders um jene Zeit überhand genommen zu haben, die Wilderei nemlich, weniger von Einheimischen betrieben als von badischen Nachbarn. Nament-lich waren es die Bewohner des Kappeler Thals auf der Rheinseite des Schwarzwaldes, welche bis herab in die Calmbacher Berge ihre Streifzüge ausdehnten. Die ganze dortige Bevölkerung schien zu Wilddieben geworden zu seyn, bald hieß jeder Wilderer ein Kappelthäler. In ganzen Rotten durchzogen sie die Wälder längs der Enz, hatten in den zerstreuten Höfen und Hütten ihre Verste-cke, an den einsamen Hauern und Bauern ihre Helfers-Helfer, in Baden eine beständige Absatz-Gelegenheit, und führten nun einen eigentlichen kleinen Krieg mit den würtembergischen Jägern. Sieger war, wer den Gegner zuerst bemerkte, um ihn niederzustrecken.“ 30
- Geld wie möglich zu machen. Nach der Aussage vom Wilderer Käsbub (Jakob Har(d)ter) hatte er das Wild-bret zum Teil an Personen im Kap-peltal verkauft, auch an Wirte und an das Kloster Allerheiligen (Gem. Oppenau). Die wertvollen Häute gab er an Händler oder Weißger-ber ab, alles jedoch außerhalb des württembergischen Gebiets, um einer Verhaftung zu entgehen.27 Markus Bohnet verkaufte lange vor seiner Verhaftung 1772 einen Spie-ßer (einjährigen Rehbock) nach Straßburg.28 Die Wilderei war für diese Män-ner eine wichtige Einnahmequel-le, mitunter wie bei Jakob Harder, sogar die Hauptnahrungsquelle.29 Getrieben durch ihre wirtschaft-liche Not und begünstigt durch territoriale Grenzen zwischenWürttemberg, Baden und Straß-burg konnten die Kappeltäler Wil-derer über ein Vierteljahrhundert lang dem Wild im oberen Enztal nachstellen, was der Calmbacher Pfarrer Eifert rückblickend folgen-dermaßen beschrieb: „Ein Uebel aber scheint besonders um jene Zeit überhand genommen zu haben, die Wilderei nemlich, weniger von Einheimischen betrieben als von badischen Nachbarn. Nament-lich waren es die Bewohner des Kappeler Thals auf der Rheinseite des Schwarzwaldes, welche bis herab in die Calmbacher Berge ihre Streifzüge ausdehnten. Die ganze dortige Bevölkerung schien zu Wilddieben geworden zu seyn, bald hieß jeder Wilderer ein Kappelthäler. In ganzen Rotten durchzogen sie die Wälder längs der Enz, hatten in den zerstreuten Höfen und Hütten ihre Verste-cke, an den einsamen Hauern und Bauern ihre Helfers-Helfer, in Baden eine beständige Absatz-Gelegenheit, und führten nun einen eigentlichen kleinen Krieg mit den würtembergischen Jägern. Sieger war, wer den Gegner zuerst bemerkte, um ihn niederzustrecken.“ 30
- Die vielfältigen Aspekte von der Wilderei und ihren Betreibern kann man in der Geschichte des aus Seebach stammenden Markus Bohnet (auch Bonnet, Bonneth geschrieben) entde-cken. Seebach liegt etwas unterhalb des Mum-melsees an einem der Quellbäche der Acher. Bohnet wurde im Juli 1772 auf frischer Tat in Urnagold (Gem. Seewald) festgenommen. Aus-gehend für seine Ergreifung war eine Meldung vom abseits liegenden Moosberghof westlich von Simmersfeld, dass noch vor Morgengrauen „ein Trupp solcherer Wilderer […] passiert […] seye“ und weiter in Richtung Hofstett marschie-re. Daraufhin legten sich der aus Simmersfeld stammende und nach Enztal gezogene Förster Michael Stoll (* 1727) mit seinem Bruder, dem Simmersfelder Forstbeiknecht Friedrich Stoll (* 1742) auf die Lauer. Sie wurden von dem aus Poppeltal (Gem. Enzklösterle) stammenden Eli-as Rau (1718–1790) sowie dessen Sohn Michael (1749–1834) begleitet mit dem Ziel, die Wilde-rer auf ihrem Rückweg zu schnappen.32 Elias Rau war übrigens derjenige, der 30 Jahre zuvor wegen Wilderei von badischen Forstleuten ge-kidnappt worden war (siehe oben). Tatsächlich kam gegen 7 Uhr morgens, der Förster Michael Stoll hatte sich wegen einer Floßarbeit bereits entfernt, eine Gruppe von vier mit Wildbret beladenen Wilderern vorbei. Trotz Aufforde-rung mit angelegtem Gewehr, sich zu ergeben, flüchteten die Wilderer zunächst. Nachdem die Forstgruppe Schüsse abgegeben hatte, von denen ein Wilderer im Oberschenkel getroffen wurde, stürmten die Wilderer auf die Forstleute zu und es kam zu einem Handgemenge. Da die Wilderer in der Überzahl waren, konnten sie die Oberhand gewinnen und schlugen mit kräfti-ger Gewalt auf die Forstleute ein, die erheblich verletzt wurden. Anschließend verschwanden sie unter Zurücklassung ihrer Wildbeute, nah-men aber das Gewehr des Försters mit. Da diese brutale und für alle Beteiligten äußert gefährliche Auseinandersetzung bereits detail-liert geschildert worden ist33 , können wir uns
- Die vielfältigen Aspekte von der Wilderei und ihren Betreibern kann man in der Geschichte des aus Seebach stammenden Markus Bohnet (auch Bonnet, Bonneth geschrieben) entde-cken. Seebach liegt etwas unterhalb des Mum-melsees an einem der Quellbäche der Acher. Bohnet wurde im Juli 1772 auf frischer Tat in Urnagold (Gem. Seewald) festgenommen. Aus-gehend für seine Ergreifung war eine Meldung vom abseits liegenden Moosberghof westlich von Simmersfeld, dass noch vor Morgengrauen „ein Trupp solcherer Wilderer […] passiert […] seye“ und weiter in Richtung Hofstett marschie-re. Daraufhin legten sich der aus Simmersfeld stammende und nach Enztal gezogene Förster Michael Stoll (* 1727) mit seinem Bruder, dem Simmersfelder Forstbeiknecht Friedrich Stoll (* 1742) auf die Lauer. Sie wurden von dem aus Poppeltal (Gem. Enzklösterle) stammenden Eli-as Rau (1718–1790) sowie dessen Sohn Michael (1749–1834) begleitet mit dem Ziel, die Wilde-rer auf ihrem Rückweg zu schnappen.32 Elias Rau war übrigens derjenige, der 30 Jahre zuvor wegen Wilderei von badischen Forstleuten ge-kidnappt worden war (siehe oben). Tatsächlich kam gegen 7 Uhr morgens, der Förster Michael Stoll hatte sich wegen einer Floßarbeit bereits entfernt, eine Gruppe von vier mit Wildbret beladenen Wilderern vorbei. Trotz Aufforde-rung mit angelegtem Gewehr, sich zu ergeben, flüchteten die Wilderer zunächst. Nachdem die Forstgruppe Schüsse abgegeben hatte, von denen ein Wilderer im Oberschenkel getroffen wurde, stürmten die Wilderer auf die Forstleute zu und es kam zu einem Handgemenge. Da die Wilderer in der Überzahl waren, konnten sie die Oberhand gewinnen und schlugen mit kräfti-ger Gewalt auf die Forstleute ein, die erheblich verletzt wurden. Anschließend verschwanden sie unter Zurücklassung ihrer Wildbeute, nah-men aber das Gewehr des Försters mit. Da diese brutale und für alle Beteiligten äußert gefährliche Auseinandersetzung bereits detail-liert geschildert worden ist33 , können wir uns
- Die vielfältigen Aspekte von der Wilderei und ihren Betreibern kann man in der Geschichte des aus Seebach stammenden Markus Bohnet (auch Bonnet, Bonneth geschrieben) entde-cken. Seebach liegt etwas unterhalb des Mum-melsees an einem der Quellbäche der Acher. Bohnet wurde im Juli 1772 auf frischer Tat in Urnagold (Gem. Seewald) festgenommen. Aus-gehend für seine Ergreifung war eine Meldung vom abseits liegenden Moosberghof westlich von Simmersfeld, dass noch vor Morgengrauen „ein Trupp solcherer Wilderer […] passiert […] seye“ und weiter in Richtung Hofstett marschie-re. Daraufhin legten sich der aus Simmersfeld stammende und nach Enztal gezogene Förster Michael Stoll (* 1727) mit seinem Bruder, dem Simmersfelder Forstbeiknecht Friedrich Stoll (* 1742) auf die Lauer. Sie wurden von dem aus Poppeltal (Gem. Enzklösterle) stammenden Eli-as Rau (1718–1790) sowie dessen Sohn Michael (1749–1834) begleitet mit dem Ziel, die Wilde-rer auf ihrem Rückweg zu schnappen.32 Elias Rau war übrigens derjenige, der 30 Jahre zuvor wegen Wilderei von badischen Forstleuten ge-kidnappt worden war (siehe oben). Tatsächlich kam gegen 7 Uhr morgens, der Förster Michael Stoll hatte sich wegen einer Floßarbeit bereits entfernt, eine Gruppe von vier mit Wildbret beladenen Wilderern vorbei. Trotz Aufforde-rung mit angelegtem Gewehr, sich zu ergeben, flüchteten die Wilderer zunächst. Nachdem die Forstgruppe Schüsse abgegeben hatte, von denen ein Wilderer im Oberschenkel getroffen wurde, stürmten die Wilderer auf die Forstleute zu und es kam zu einem Handgemenge. Da die Wilderer in der Überzahl waren, konnten sie die Oberhand gewinnen und schlugen mit kräfti-ger Gewalt auf die Forstleute ein, die erheblich verletzt wurden. Anschließend verschwanden sie unter Zurücklassung ihrer Wildbeute, nah-men aber das Gewehr des Försters mit. Da diese brutale und für alle Beteiligten äußert gefährliche Auseinandersetzung bereits detail-liert geschildert worden ist33 , können wir uns
- Bohnets Exekution verzögerte sich, da zuvor noch die von ihm benannten Komplizen durch die zuständige bischöflich-straßburgische Jus-tiz verhaftet und nach Württemberg überstellt werden sollten.36 Diese wären dann in einer Art gegenüberstellenden Zeugenvernehmung in Anwesenheit von Bohnet befragt worden. Doch bevor dies geschah, konnte er sich mit Hilfe einer französischen Dirne namens The-resa Brioni befreien. Wegen seines nahenden Todes war Markus Bohnet nämlich nicht im eigentlichen Gefängnis eingesperrt, sondern in einem außerhalb der Stadtmauern gelege-nen Blockhaus, allerdings mit angekettetem Fuß. In diesem Haus war auch die Dirne „ar-retiert“. Diese befreite sich dank eines über der inneren Abwasserrinne („Kloakenlauf “) ange-brachten „eyßernen Creuzes“, schlüpfte durch die Abwasserrinne („durch den Schlauch“), ge-langte so in das Gefängnisabteil des Wilderers
- Da Markus Bohnet bei seinem Verhör die Na-men seiner Komplizen preisgegeben hatte, stellte die württembergische Regierung im No-vember 1772 die Forderung an den straßburgi-schen Oberamtmann Maillot in Oberkirch, in dessen Verwaltungsgebiet Seebach lag, sowohl Markus Bohnet wie auch seine drei Komplizen Jerg und Johannes Nuck und Andreas Hils an Württemberg auszuliefern. Die Auslieferung von Markus Bohnet, der nach seiner Flucht aus dem Altensteiger Gefängnis bei seinem Bruder im Kappeltal lebte, war von straßburgischer Sei-te aus zwar prinzipiell genehmigt, doch ließ die Verwundung seines Schenkels eine Auslieferung auf den Kniebis nicht zu. Immerhin konnte aber das dem Simmersfelder Forstknecht Stoll abge-nommene Gewehr beim Schultheißen Kiehl in Kappel (heute Kappelrodeck) abgeholt werden. Von den drei Komplizen Bohnets saß Johann(es) Nock im Oberkircher Gefängnis, während die zwei weiteren noch nicht gefassten Wilderer An-dreas Hils und Georg Nuck von Württemberg zur Auslieferung beantragt wurden.39
- Da Markus Bohnet bei seinem Verhör die Na-men seiner Komplizen preisgegeben hatte, stellte die württembergische Regierung im No-vember 1772 die Forderung an den straßburgi-schen Oberamtmann Maillot in Oberkirch, in dessen Verwaltungsgebiet Seebach lag, sowohl Markus Bohnet wie auch seine drei Komplizen Jerg und Johannes Nuck und Andreas Hils an Württemberg auszuliefern. Die Auslieferung von Markus Bohnet, der nach seiner Flucht aus dem Altensteiger Gefängnis bei seinem Bruder im Kappeltal lebte, war von straßburgischer Sei-te aus zwar prinzipiell genehmigt, doch ließ die Verwundung seines Schenkels eine Auslieferung auf den Kniebis nicht zu. Immerhin konnte aber das dem Simmersfelder Forstknecht Stoll abge-nommene Gewehr beim Schultheißen Kiehl in Kappel (heute Kappelrodeck) abgeholt werden. Von den drei Komplizen Bohnets saß Johann(es) Nock im Oberkircher Gefängnis, während die zwei weiteren noch nicht gefassten Wilderer An-dreas Hils und Georg Nuck von Württemberg zur Auslieferung beantragt wurden.39
- Da Markus Bohnet bei seinem Verhör die Na-men seiner Komplizen preisgegeben hatte, stellte die württembergische Regierung im No-vember 1772 die Forderung an den straßburgi-schen Oberamtmann Maillot in Oberkirch, in dessen Verwaltungsgebiet Seebach lag, sowohl Markus Bohnet wie auch seine drei Komplizen Jerg und Johannes Nuck und Andreas Hils an Württemberg auszuliefern. Die Auslieferung von Markus Bohnet, der nach seiner Flucht aus dem Altensteiger Gefängnis bei seinem Bruder im Kappeltal lebte, war von straßburgischer Sei-te aus zwar prinzipiell genehmigt, doch ließ die Verwundung seines Schenkels eine Auslieferung auf den Kniebis nicht zu. Immerhin konnte aber das dem Simmersfelder Forstknecht Stoll abge-nommene Gewehr beim Schultheißen Kiehl in Kappel (heute Kappelrodeck) abgeholt werden. Von den drei Komplizen Bohnets saß Johann(es) Nock im Oberkircher Gefängnis, während die zwei weiteren noch nicht gefassten Wilderer An-dreas Hils und Georg Nuck von Württemberg zur Auslieferung beantragt wurden.39
- Die Vorkommnisse in den Achtzigerjahren des 18. Jahrhunderts
- Da Markus Bohnet bei seinem Verhör die Na-men seiner Komplizen preisgegeben hatte, stellte die württembergische Regierung im No-vember 1772 die Forderung an den straßburgi-schen Oberamtmann Maillot in Oberkirch, in dessen Verwaltungsgebiet Seebach lag, sowohl Markus Bohnet wie auch seine drei Komplizen Jerg und Johannes Nuck und Andreas Hils an Württemberg auszuliefern. Die Auslieferung von Markus Bohnet, der nach seiner Flucht aus dem Altensteiger Gefängnis bei seinem Bruder im Kappeltal lebte, war von straßburgischer Sei-te aus zwar prinzipiell genehmigt, doch ließ die Verwundung seines Schenkels eine Auslieferung auf den Kniebis nicht zu. Immerhin konnte aber das dem Simmersfelder Forstknecht Stoll abge-nommene Gewehr beim Schultheißen Kiehl in Kappel (heute Kappelrodeck) abgeholt werden. Von den drei Komplizen Bohnets saß Johann(es) Nock im Oberkircher Gefängnis, während die zwei weiteren noch nicht gefassten Wilderer An-dreas Hils und Georg Nuck von Württemberg zur Auslieferung beantragt wurden.39
- Da Markus Bohnet bei seinem Verhör die Na-men seiner Komplizen preisgegeben hatte, stellte die württembergische Regierung im No-vember 1772 die Forderung an den straßburgi-schen Oberamtmann Maillot in Oberkirch, in dessen Verwaltungsgebiet Seebach lag, sowohl Markus Bohnet wie auch seine drei Komplizen Jerg und Johannes Nuck und Andreas Hils an Württemberg auszuliefern. Die Auslieferung von Markus Bohnet, der nach seiner Flucht aus dem Altensteiger Gefängnis bei seinem Bruder im Kappeltal lebte, war von straßburgischer Sei-te aus zwar prinzipiell genehmigt, doch ließ die Verwundung seines Schenkels eine Auslieferung auf den Kniebis nicht zu. Immerhin konnte aber das dem Simmersfelder Forstknecht Stoll abge-nommene Gewehr beim Schultheißen Kiehl in Kappel (heute Kappelrodeck) abgeholt werden. Von den drei Komplizen Bohnets saß Johann(es) Nock im Oberkircher Gefängnis, während die zwei weiteren noch nicht gefassten Wilderer An-dreas Hils und Georg Nuck von Württemberg zur Auslieferung beantragt wurden.39
- Da Markus Bohnet bei seinem Verhör die Na-men seiner Komplizen preisgegeben hatte, stellte die württembergische Regierung im No-vember 1772 die Forderung an den straßburgi-schen Oberamtmann Maillot in Oberkirch, in dessen Verwaltungsgebiet Seebach lag, sowohl Markus Bohnet wie auch seine drei Komplizen Jerg und Johannes Nuck und Andreas Hils an Württemberg auszuliefern. Die Auslieferung von Markus Bohnet, der nach seiner Flucht aus dem Altensteiger Gefängnis bei seinem Bruder im Kappeltal lebte, war von straßburgischer Sei-te aus zwar prinzipiell genehmigt, doch ließ die Verwundung seines Schenkels eine Auslieferung auf den Kniebis nicht zu. Immerhin konnte aber das dem Simmersfelder Forstknecht Stoll abge-nommene Gewehr beim Schultheißen Kiehl in Kappel (heute Kappelrodeck) abgeholt werden. Von den drei Komplizen Bohnets saß Johann(es) Nock im Oberkircher Gefängnis, während die zwei weiteren noch nicht gefassten Wilderer An-dreas Hils und Georg Nuck von Württemberg zur Auslieferung beantragt wurden.39
- die herzoglichen Räte für Schnurr zwölf Wo-chen lang das Tragen der Wildererkappe sowie drei bis vier Jahre auf der Festung Hohenasperg vor, auch „um andern dergleichen der Enden sich aufhaltenden großen Wilderern eine Furcht ein-zujagen“, um also andere potentielle Täter abzu-schrecken. Die Wildererkappe war ein mit Nie-ten befestigter, individuell angepasster eiserner Kopfreif, der mit Schellen (Glocken) und einem Geweih versehen war.41 Das Anbringen war äu-ßerst schmerzhaft und durch das tierartige Aus-sehen sollte ein Wilderer tief gedemütigt werden. Tatsächlich legte der Herzog das Urteil über vier Jahre Hohenasperg fest. Den vier Förstern sollte die Prämie von 50 fl. bezahlt werden, während dem „zugezogene[n] Beyknecht“ und den Streifern „eine kleine Gra-tification gnädigst auszusezen“ sei. Förster Bauer aus Simmersfeld konnte das Geld gut gebrau-chen, da er sich am 28. November jenes Jahres (1782) in Simmersfeld mit der aus Tübingen stammenden Wilhelmina Eleonora Wipper-mann vermählte.42 An den in Renchen sitzenden bischöflich-straß-burgischen Oberamtmann Tschamarell wurde ein Auslieferungsantrag bezüglich der übrigen vier Wilderer gestellt, von denen Karl Kindler, Johannes Rau und Andreas Siffermann tatsäch-lich zu Anfang des Jahres 1783 an Württemberg ausgeliefert wurden. Im Verhör (Inquisition) gaben sie auch noch zwei weitere Kappeltäler Wilderer an: Andreas Hils und Joseph Schmälz-le von Gremmerswald im Kapplertal. Chris-tian Schnurr wurde etwas später im Jahre 1783 „durch Hatschiers ebenfalls beigefangen“ (Hat-schiere waren spezielle Soldaten, die in Polizei-funktion nach Verbrechern suchten, um diese zu verhaften), an Württemberg ausgeliefert und ebenfalls zu vier Jahren Festungshaft verurteilt, konnte jedoch aus dem Gefängnis fliehen.43 Er wurde aber im September 1787 von badischen Jägern beim Wildern erschossen44 . Bei einer Treibjagd am 30.7.1787 in der Hof-stetter Forstabteilung (Hut) wurden von dem Zwerenberger Treiber Hannß Georg Kloz zwei
- die herzoglichen Räte für Schnurr zwölf Wo-chen lang das Tragen der Wildererkappe sowie drei bis vier Jahre auf der Festung Hohenasperg vor, auch „um andern dergleichen der Enden sich aufhaltenden großen Wilderern eine Furcht ein-zujagen“, um also andere potentielle Täter abzu-schrecken. Die Wildererkappe war ein mit Nie-ten befestigter, individuell angepasster eiserner Kopfreif, der mit Schellen (Glocken) und einem Geweih versehen war.41 Das Anbringen war äu-ßerst schmerzhaft und durch das tierartige Aus-sehen sollte ein Wilderer tief gedemütigt werden. Tatsächlich legte der Herzog das Urteil über vier Jahre Hohenasperg fest. Den vier Förstern sollte die Prämie von 50 fl. bezahlt werden, während dem „zugezogene[n] Beyknecht“ und den Streifern „eine kleine Gra-tification gnädigst auszusezen“ sei. Förster Bauer aus Simmersfeld konnte das Geld gut gebrau-chen, da er sich am 28. November jenes Jahres (1782) in Simmersfeld mit der aus Tübingen stammenden Wilhelmina Eleonora Wipper-mann vermählte.42 An den in Renchen sitzenden bischöflich-straß-burgischen Oberamtmann Tschamarell wurde ein Auslieferungsantrag bezüglich der übrigen vier Wilderer gestellt, von denen Karl Kindler, Johannes Rau und Andreas Siffermann tatsäch-lich zu Anfang des Jahres 1783 an Württemberg ausgeliefert wurden. Im Verhör (Inquisition) gaben sie auch noch zwei weitere Kappeltäler Wilderer an: Andreas Hils und Joseph Schmälz-le von Gremmerswald im Kapplertal. Chris-tian Schnurr wurde etwas später im Jahre 1783 „durch Hatschiers ebenfalls beigefangen“ (Hat-schiere waren spezielle Soldaten, die in Polizei-funktion nach Verbrechern suchten, um diese zu verhaften), an Württemberg ausgeliefert und ebenfalls zu vier Jahren Festungshaft verurteilt, konnte jedoch aus dem Gefängnis fliehen.43 Er wurde aber im September 1787 von badischen Jägern beim Wildern erschossen44 . Bei einer Treibjagd am 30.7.1787 in der Hof-stetter Forstabteilung (Hut) wurden von dem Zwerenberger Treiber Hannß Georg Kloz zwei
- die herzoglichen Räte für Schnurr zwölf Wo-chen lang das Tragen der Wildererkappe sowie drei bis vier Jahre auf der Festung Hohenasperg vor, auch „um andern dergleichen der Enden sich aufhaltenden großen Wilderern eine Furcht ein-zujagen“, um also andere potentielle Täter abzu-schrecken. Die Wildererkappe war ein mit Nie-ten befestigter, individuell angepasster eiserner Kopfreif, der mit Schellen (Glocken) und einem Geweih versehen war.41 Das Anbringen war äu-ßerst schmerzhaft und durch das tierartige Aus-sehen sollte ein Wilderer tief gedemütigt werden. Tatsächlich legte der Herzog das Urteil über vier Jahre Hohenasperg fest. Den vier Förstern sollte die Prämie von 50 fl. bezahlt werden, während dem „zugezogene[n] Beyknecht“ und den Streifern „eine kleine Gra-tification gnädigst auszusezen“ sei. Förster Bauer aus Simmersfeld konnte das Geld gut gebrau-chen, da er sich am 28. November jenes Jahres (1782) in Simmersfeld mit der aus Tübingen stammenden Wilhelmina Eleonora Wipper-mann vermählte.42 An den in Renchen sitzenden bischöflich-straß-burgischen Oberamtmann Tschamarell wurde ein Auslieferungsantrag bezüglich der übrigen vier Wilderer gestellt, von denen Karl Kindler, Johannes Rau und Andreas Siffermann tatsäch-lich zu Anfang des Jahres 1783 an Württemberg ausgeliefert wurden. Im Verhör (Inquisition) gaben sie auch noch zwei weitere Kappeltäler Wilderer an: Andreas Hils und Joseph Schmälz-le von Gremmerswald im Kapplertal. Chris-tian Schnurr wurde etwas später im Jahre 1783 „durch Hatschiers ebenfalls beigefangen“ (Hat-schiere waren spezielle Soldaten, die in Polizei-funktion nach Verbrechern suchten, um diese zu verhaften), an Württemberg ausgeliefert und ebenfalls zu vier Jahren Festungshaft verurteilt, konnte jedoch aus dem Gefängnis fliehen.43 Er wurde aber im September 1787 von badischen Jägern beim Wildern erschossen44 . Bei einer Treibjagd am 30.7.1787 in der Hof-stetter Forstabteilung (Hut) wurden von dem Zwerenberger Treiber Hannß Georg Kloz zwei
- die herzoglichen Räte für Schnurr zwölf Wo-chen lang das Tragen der Wildererkappe sowie drei bis vier Jahre auf der Festung Hohenasperg vor, auch „um andern dergleichen der Enden sich aufhaltenden großen Wilderern eine Furcht ein-zujagen“, um also andere potentielle Täter abzu-schrecken. Die Wildererkappe war ein mit Nie-ten befestigter, individuell angepasster eiserner Kopfreif, der mit Schellen (Glocken) und einem Geweih versehen war.41 Das Anbringen war äu-ßerst schmerzhaft und durch das tierartige Aus-sehen sollte ein Wilderer tief gedemütigt werden. Tatsächlich legte der Herzog das Urteil über vier Jahre Hohenasperg fest. Den vier Förstern sollte die Prämie von 50 fl. bezahlt werden, während dem „zugezogene[n] Beyknecht“ und den Streifern „eine kleine Gra-tification gnädigst auszusezen“ sei. Förster Bauer aus Simmersfeld konnte das Geld gut gebrau-chen, da er sich am 28. November jenes Jahres (1782) in Simmersfeld mit der aus Tübingen stammenden Wilhelmina Eleonora Wipper-mann vermählte.42 An den in Renchen sitzenden bischöflich-straß-burgischen Oberamtmann Tschamarell wurde ein Auslieferungsantrag bezüglich der übrigen vier Wilderer gestellt, von denen Karl Kindler, Johannes Rau und Andreas Siffermann tatsäch-lich zu Anfang des Jahres 1783 an Württemberg ausgeliefert wurden. Im Verhör (Inquisition) gaben sie auch noch zwei weitere Kappeltäler Wilderer an: Andreas Hils und Joseph Schmälz-le von Gremmerswald im Kapplertal. Chris-tian Schnurr wurde etwas später im Jahre 1783 „durch Hatschiers ebenfalls beigefangen“ (Hat-schiere waren spezielle Soldaten, die in Polizei-funktion nach Verbrechern suchten, um diese zu verhaften), an Württemberg ausgeliefert und ebenfalls zu vier Jahren Festungshaft verurteilt, konnte jedoch aus dem Gefängnis fliehen.43 Er wurde aber im September 1787 von badischen Jägern beim Wildern erschossen44 . Bei einer Treibjagd am 30.7.1787 in der Hof-stetter Forstabteilung (Hut) wurden von dem Zwerenberger Treiber Hannß Georg Kloz zwei
- die herzoglichen Räte für Schnurr zwölf Wo-chen lang das Tragen der Wildererkappe sowie drei bis vier Jahre auf der Festung Hohenasperg vor, auch „um andern dergleichen der Enden sich aufhaltenden großen Wilderern eine Furcht ein-zujagen“, um also andere potentielle Täter abzu-schrecken. Die Wildererkappe war ein mit Nie-ten befestigter, individuell angepasster eiserner Kopfreif, der mit Schellen (Glocken) und einem Geweih versehen war.41 Das Anbringen war äu-ßerst schmerzhaft und durch das tierartige Aus-sehen sollte ein Wilderer tief gedemütigt werden. Tatsächlich legte der Herzog das Urteil über vier Jahre Hohenasperg fest. Den vier Förstern sollte die Prämie von 50 fl. bezahlt werden, während dem „zugezogene[n] Beyknecht“ und den Streifern „eine kleine Gra-tification gnädigst auszusezen“ sei. Förster Bauer aus Simmersfeld konnte das Geld gut gebrau-chen, da er sich am 28. November jenes Jahres (1782) in Simmersfeld mit der aus Tübingen stammenden Wilhelmina Eleonora Wipper-mann vermählte.42 An den in Renchen sitzenden bischöflich-straß-burgischen Oberamtmann Tschamarell wurde ein Auslieferungsantrag bezüglich der übrigen vier Wilderer gestellt, von denen Karl Kindler, Johannes Rau und Andreas Siffermann tatsäch-lich zu Anfang des Jahres 1783 an Württemberg ausgeliefert wurden. Im Verhör (Inquisition) gaben sie auch noch zwei weitere Kappeltäler Wilderer an: Andreas Hils und Joseph Schmälz-le von Gremmerswald im Kapplertal. Chris-tian Schnurr wurde etwas später im Jahre 1783 „durch Hatschiers ebenfalls beigefangen“ (Hat-schiere waren spezielle Soldaten, die in Polizei-funktion nach Verbrechern suchten, um diese zu verhaften), an Württemberg ausgeliefert und ebenfalls zu vier Jahren Festungshaft verurteilt, konnte jedoch aus dem Gefängnis fliehen.43 Er wurde aber im September 1787 von badischen Jägern beim Wildern erschossen44 . Bei einer Treibjagd am 30.7.1787 in der Hof-stetter Forstabteilung (Hut) wurden von dem Zwerenberger Treiber Hannß Georg Kloz zwei
- die herzoglichen Räte für Schnurr zwölf Wo-chen lang das Tragen der Wildererkappe sowie drei bis vier Jahre auf der Festung Hohenasperg vor, auch „um andern dergleichen der Enden sich aufhaltenden großen Wilderern eine Furcht ein-zujagen“, um also andere potentielle Täter abzu-schrecken. Die Wildererkappe war ein mit Nie-ten befestigter, individuell angepasster eiserner Kopfreif, der mit Schellen (Glocken) und einem Geweih versehen war.41 Das Anbringen war äu-ßerst schmerzhaft und durch das tierartige Aus-sehen sollte ein Wilderer tief gedemütigt werden. Tatsächlich legte der Herzog das Urteil über vier Jahre Hohenasperg fest. Den vier Förstern sollte die Prämie von 50 fl. bezahlt werden, während dem „zugezogene[n] Beyknecht“ und den Streifern „eine kleine Gra-tification gnädigst auszusezen“ sei. Förster Bauer aus Simmersfeld konnte das Geld gut gebrau-chen, da er sich am 28. November jenes Jahres (1782) in Simmersfeld mit der aus Tübingen stammenden Wilhelmina Eleonora Wipper-mann vermählte.42 An den in Renchen sitzenden bischöflich-straß-burgischen Oberamtmann Tschamarell wurde ein Auslieferungsantrag bezüglich der übrigen vier Wilderer gestellt, von denen Karl Kindler, Johannes Rau und Andreas Siffermann tatsäch-lich zu Anfang des Jahres 1783 an Württemberg ausgeliefert wurden. Im Verhör (Inquisition) gaben sie auch noch zwei weitere Kappeltäler Wilderer an: Andreas Hils und Joseph Schmälz-le von Gremmerswald im Kapplertal. Chris-tian Schnurr wurde etwas später im Jahre 1783 „durch Hatschiers ebenfalls beigefangen“ (Hat-schiere waren spezielle Soldaten, die in Polizei-funktion nach Verbrechern suchten, um diese zu verhaften), an Württemberg ausgeliefert und ebenfalls zu vier Jahren Festungshaft verurteilt, konnte jedoch aus dem Gefängnis fliehen.43 Er wurde aber im September 1787 von badischen Jägern beim Wildern erschossen44 . Bei einer Treibjagd am 30.7.1787 in der Hof-stetter Forstabteilung (Hut) wurden von dem Zwerenberger Treiber Hannß Georg Kloz zwei
- Kriminellen festzustellen. Dieses „Gesindel“, oft mit einem deutlichen Anteil an Zigeunern, wie der baden-badische Vogt Wenger von Offen-burg ausführte, machte von ihren heimischen Wohnsitzen aus Raubzüge in die Umgebung des nördlichen und mittleren Schwarzwalds sowie in die Rheinebene bis ins Elsaß hinein. Das Problem dieser „Jauner“ nahm derartige Ausmaße an, dass die Territorialmächte der Ortenau sowohl 1762 als auch 1773/74 Kon-ferenzen zur Eindämmung dieser Kriminalität abhielten. Dabei waren Vertreter von insge-samt fünfzehn (!) verschiedenen in der Orten-au begüterten Herrschaften zugegen, welche dort die Hoheit in den einzelnen Ortschaften innehatten.46 Diese auch für den sehr zersplit-terten deutschen Südwesten sehr extreme Lage an unterschiedlichen Territorien begünstigte
- Kriminellen festzustellen. Dieses „Gesindel“, oft mit einem deutlichen Anteil an Zigeunern, wie der baden-badische Vogt Wenger von Offen-burg ausführte, machte von ihren heimischen Wohnsitzen aus Raubzüge in die Umgebung des nördlichen und mittleren Schwarzwalds sowie in die Rheinebene bis ins Elsaß hinein. Das Problem dieser „Jauner“ nahm derartige Ausmaße an, dass die Territorialmächte der Ortenau sowohl 1762 als auch 1773/74 Kon-ferenzen zur Eindämmung dieser Kriminalität abhielten. Dabei waren Vertreter von insge-samt fünfzehn (!) verschiedenen in der Orten-au begüterten Herrschaften zugegen, welche dort die Hoheit in den einzelnen Ortschaften innehatten.46 Diese auch für den sehr zersplit-terten deutschen Südwesten sehr extreme Lage an unterschiedlichen Territorien begünstigte
- Kriminellen festzustellen. Dieses „Gesindel“, oft mit einem deutlichen Anteil an Zigeunern, wie der baden-badische Vogt Wenger von Offen-burg ausführte, machte von ihren heimischen Wohnsitzen aus Raubzüge in die Umgebung des nördlichen und mittleren Schwarzwalds sowie in die Rheinebene bis ins Elsaß hinein. Das Problem dieser „Jauner“ nahm derartige Ausmaße an, dass die Territorialmächte der Ortenau sowohl 1762 als auch 1773/74 Kon-ferenzen zur Eindämmung dieser Kriminalität abhielten. Dabei waren Vertreter von insge-samt fünfzehn (!) verschiedenen in der Orten-au begüterten Herrschaften zugegen, welche dort die Hoheit in den einzelnen Ortschaften innehatten.46 Diese auch für den sehr zersplit-terten deutschen Südwesten sehr extreme Lage an unterschiedlichen Territorien begünstigte
- Kriminellen festzustellen. Dieses „Gesindel“, oft mit einem deutlichen Anteil an Zigeunern, wie der baden-badische Vogt Wenger von Offen-burg ausführte, machte von ihren heimischen Wohnsitzen aus Raubzüge in die Umgebung des nördlichen und mittleren Schwarzwalds sowie in die Rheinebene bis ins Elsaß hinein. Das Problem dieser „Jauner“ nahm derartige Ausmaße an, dass die Territorialmächte der Ortenau sowohl 1762 als auch 1773/74 Kon-ferenzen zur Eindämmung dieser Kriminalität abhielten. Dabei waren Vertreter von insge-samt fünfzehn (!) verschiedenen in der Orten-au begüterten Herrschaften zugegen, welche dort die Hoheit in den einzelnen Ortschaften innehatten.46 Diese auch für den sehr zersplit-terten deutschen Südwesten sehr extreme Lage an unterschiedlichen Territorien begünstigte
- Kriminellen festzustellen. Dieses „Gesindel“, oft mit einem deutlichen Anteil an Zigeunern, wie der baden-badische Vogt Wenger von Offen-burg ausführte, machte von ihren heimischen Wohnsitzen aus Raubzüge in die Umgebung des nördlichen und mittleren Schwarzwalds sowie in die Rheinebene bis ins Elsaß hinein. Das Problem dieser „Jauner“ nahm derartige Ausmaße an, dass die Territorialmächte der Ortenau sowohl 1762 als auch 1773/74 Kon-ferenzen zur Eindämmung dieser Kriminalität abhielten. Dabei waren Vertreter von insge-samt fünfzehn (!) verschiedenen in der Orten-au begüterten Herrschaften zugegen, welche dort die Hoheit in den einzelnen Ortschaften innehatten.46 Diese auch für den sehr zersplit-terten deutschen Südwesten sehr extreme Lage an unterschiedlichen Territorien begünstigte
- Kriminellen festzustellen. Dieses „Gesindel“, oft mit einem deutlichen Anteil an Zigeunern, wie der baden-badische Vogt Wenger von Offen-burg ausführte, machte von ihren heimischen Wohnsitzen aus Raubzüge in die Umgebung des nördlichen und mittleren Schwarzwalds sowie in die Rheinebene bis ins Elsaß hinein. Das Problem dieser „Jauner“ nahm derartige Ausmaße an, dass die Territorialmächte der Ortenau sowohl 1762 als auch 1773/74 Kon-ferenzen zur Eindämmung dieser Kriminalität abhielten. Dabei waren Vertreter von insge-samt fünfzehn (!) verschiedenen in der Orten-au begüterten Herrschaften zugegen, welche dort die Hoheit in den einzelnen Ortschaften innehatten.46 Diese auch für den sehr zersplit-terten deutschen Südwesten sehr extreme Lage an unterschiedlichen Territorien begünstigte
- Abwesenheit halber sind das Hauß vom Vorrath an Erdäpfeln Bohnen leer, mithin Mutter Weib und Kinder für den winter gleichsam zum Ver-hungern eingesperrt.“50 Dass die Kappeltäler-Wilderergruppe nicht ein-heitlich Kappeltäler waren, zeigt das Beispiel des aus Neuweier (Baden-Baden) stammenden Michael Lorenz, der sich den Kappeltäler Wil-derern angeschlossen hatte.51 Übrigens waren nicht nur die Kappeltäler, sondern auch die ein-heimischen Wilderer in der Regel ohne größeres Vermögen und mussten den Lebensunterhalt für sich und vor allem ihre meist mehrköpfigen Familien als Tagelöhner verdienen. Mitunter kam es auch zu Kooperationen zwi-schen Wilderern und den Vertretern des Staa-tes. In einem Bericht über den Schönbronner Förster Johann Friedrich Müller wird eine für beide Seiten sehr ersprießliche Zusammenarbeit geschildert: „Johann Friedrich Müller, ‚Reisiger Förster der Buolacher Hut zu Schönbronn,‘ gestor-ben etwa 1786, erhielt einst den Befehl in mög-lichster Bälde für den Herzog einen Hirsch nach Wildbad oder Teinach zu liefern. Er begab sich deshalb (wohl mit seinem Jägerbursch) in den Bu-ler Wald. Dort fand er aber einige „Kappeltäler“ schlafend. Er nahm ihnen nun die Gewehre, die daneben lagen, weg und begann mit den Aufge-wachten eine Unterhandlung. Das Ergebnis der-selben war, daß sie ihm mit Hilfe anderer Wil-derer an eine bestimmte Stelle auf eine bestimmte Stunde einen Hirsch schaffen wollten und dafür ihre Gewehre zurück erhalten sollten. Die Ab-machung wurde richtig eingehalten. Der Förster schickte seinen Knecht mit einem Wägelein, auf dem die Gewehre nebst Brot und Schnaps lagen, in den Buler [Wald] und erhielt als Rückfracht den Hirsch.“52 Ein weiterer Fall von Zusammen-arbeit: Der Wildbader Jägerbursche Cornelius Glaiber ließ sich sein Schweigen über das Er-legen eines Hirsches durch den ehemaligen Klein-Enzhof-Knecht Michael Knöller „mit einem Conventionsthaler“ vom Wilderer bezah-len, weswegen er nach Entdeckung dieser Beste-chung vom Herzog zu einem doppelten kleinen Frevel (Pfund Heller) verurteilt wurde.
- Abwesenheit halber sind das Hauß vom Vorrath an Erdäpfeln Bohnen leer, mithin Mutter Weib und Kinder für den winter gleichsam zum Ver-hungern eingesperrt.“50 Dass die Kappeltäler-Wilderergruppe nicht ein-heitlich Kappeltäler waren, zeigt das Beispiel des aus Neuweier (Baden-Baden) stammenden Michael Lorenz, der sich den Kappeltäler Wil-derern angeschlossen hatte.51 Übrigens waren nicht nur die Kappeltäler, sondern auch die ein-heimischen Wilderer in der Regel ohne größeres Vermögen und mussten den Lebensunterhalt für sich und vor allem ihre meist mehrköpfigen Familien als Tagelöhner verdienen. Mitunter kam es auch zu Kooperationen zwi-schen Wilderern und den Vertretern des Staa-tes. In einem Bericht über den Schönbronner Förster Johann Friedrich Müller wird eine für beide Seiten sehr ersprießliche Zusammenarbeit geschildert: „Johann Friedrich Müller, ‚Reisiger Förster der Buolacher Hut zu Schönbronn,‘ gestor-ben etwa 1786, erhielt einst den Befehl in mög-lichster Bälde für den Herzog einen Hirsch nach Wildbad oder Teinach zu liefern. Er begab sich deshalb (wohl mit seinem Jägerbursch) in den Bu-ler Wald. Dort fand er aber einige „Kappeltäler“ schlafend. Er nahm ihnen nun die Gewehre, die daneben lagen, weg und begann mit den Aufge-wachten eine Unterhandlung. Das Ergebnis der-selben war, daß sie ihm mit Hilfe anderer Wil-derer an eine bestimmte Stelle auf eine bestimmte Stunde einen Hirsch schaffen wollten und dafür ihre Gewehre zurück erhalten sollten. Die Ab-machung wurde richtig eingehalten. Der Förster schickte seinen Knecht mit einem Wägelein, auf dem die Gewehre nebst Brot und Schnaps lagen, in den Buler [Wald] und erhielt als Rückfracht den Hirsch.“52 Ein weiterer Fall von Zusammen-arbeit: Der Wildbader Jägerbursche Cornelius Glaiber ließ sich sein Schweigen über das Er-legen eines Hirsches durch den ehemaligen Klein-Enzhof-Knecht Michael Knöller „mit einem Conventionsthaler“ vom Wilderer bezah-len, weswegen er nach Entdeckung dieser Beste-chung vom Herzog zu einem doppelten kleinen Frevel (Pfund Heller) verurteilt wurde.
- Abwesenheit halber sind das Hauß vom Vorrath an Erdäpfeln Bohnen leer, mithin Mutter Weib und Kinder für den winter gleichsam zum Ver-hungern eingesperrt.“50 Dass die Kappeltäler-Wilderergruppe nicht ein-heitlich Kappeltäler waren, zeigt das Beispiel des aus Neuweier (Baden-Baden) stammenden Michael Lorenz, der sich den Kappeltäler Wil-derern angeschlossen hatte.51 Übrigens waren nicht nur die Kappeltäler, sondern auch die ein-heimischen Wilderer in der Regel ohne größeres Vermögen und mussten den Lebensunterhalt für sich und vor allem ihre meist mehrköpfigen Familien als Tagelöhner verdienen. Mitunter kam es auch zu Kooperationen zwi-schen Wilderern und den Vertretern des Staa-tes. In einem Bericht über den Schönbronner Förster Johann Friedrich Müller wird eine für beide Seiten sehr ersprießliche Zusammenarbeit geschildert: „Johann Friedrich Müller, ‚Reisiger Förster der Buolacher Hut zu Schönbronn,‘ gestor-ben etwa 1786, erhielt einst den Befehl in mög-lichster Bälde für den Herzog einen Hirsch nach Wildbad oder Teinach zu liefern. Er begab sich deshalb (wohl mit seinem Jägerbursch) in den Bu-ler Wald. Dort fand er aber einige „Kappeltäler“ schlafend. Er nahm ihnen nun die Gewehre, die daneben lagen, weg und begann mit den Aufge-wachten eine Unterhandlung. Das Ergebnis der-selben war, daß sie ihm mit Hilfe anderer Wil-derer an eine bestimmte Stelle auf eine bestimmte Stunde einen Hirsch schaffen wollten und dafür ihre Gewehre zurück erhalten sollten. Die Ab-machung wurde richtig eingehalten. Der Förster schickte seinen Knecht mit einem Wägelein, auf dem die Gewehre nebst Brot und Schnaps lagen, in den Buler [Wald] und erhielt als Rückfracht den Hirsch.“52 Ein weiterer Fall von Zusammen-arbeit: Der Wildbader Jägerbursche Cornelius Glaiber ließ sich sein Schweigen über das Er-legen eines Hirsches durch den ehemaligen Klein-Enzhof-Knecht Michael Knöller „mit einem Conventionsthaler“ vom Wilderer bezah-len, weswegen er nach Entdeckung dieser Beste-chung vom Herzog zu einem doppelten kleinen Frevel (Pfund Heller) verurteilt wurde.
- Während die württembergische Wilderer-Ord-nung von 1718 den Schusswaffengebrauch („das Losbrennen“) auf fliehende Wilderer noch verbot und diesen nur in Notwehr erlaubte, durfte nach der erlassenen Wilderer-Ordnung vom 28. November 1742 auch auf fliehende Wilderer geschossen werden, wenn diese nach Zuruf nicht stehen blieben.53 So kam es in den nächsten Jahrzehnten häufig zu Schießereien zwischen Wilderern und Forstleuten, teilweise sogar mit Todesfolge. Am 19. Juli 1764 stöberte ein Streif-Komman-do des Pforzheimer Forstamts in der badisch-württembergischen Grenzregion bei Herrenalb die drei Wilderer Schober, Johannes Wildner und Jakob Kull auf, alle drei württembergi-sche Untertanen aus dem Herrenalber Kloster-amt. Es kam zu einem Schusswechsel, bei dem sich Kull Verletzungen an beiden Armen zu-zog, während Johannes Wildner einen Bauch-schuss erhielt und am nächsten Tag verstarb.54 Ein weiterer Todesfall bei Herrenalb ereignete sich drei Jahre später, als Martin Waidner, ein Hintersasse des Herrenalber Klosteramts aus Loffenau, von durlachischen Jägern beim Wil-dern erschossen wurde.55 Ebenfalls 1767, und zwar im Oktober, kam es zu einem weiteren Scharmützel zwischen dem Loffenauer Tobi-as Zimmermann und einer vom Neuenbürger Oberforstamt organisierten Streife mit dem „beaydigten Vorsucher und andere[n] Herz-haffter Männer[n]“. Hier schoss der Wilderer auf den „Vorsucher“ aus der Naißlacher Hut Hannß Jerg Trescher und hatte dabei „ein Eck von seinem aufgehaben Huth so durchschoßen, daß dießer Schuß den benannten Vorsucher einen LockHaar vornen an der Stirne mit hinausgeri-ßen und ihme an derselben ein blaues Mal ver-ursachet“. Daraufhin erhielt der Wilderer von einem Forstknecht eine Kugel durch den Leib, „daß er davon zu Boden gesunken, sofort obwoh- len er sich noch wehren wollen gepacket, und nach Wildbaad gebracht“. Bei der anschließenden Vernehmung gab Zimmermann dann „10. biß
- Abwesenheit halber sind das Hauß vom Vorrath an Erdäpfeln Bohnen leer, mithin Mutter Weib und Kinder für den winter gleichsam zum Ver-hungern eingesperrt.“50 Dass die Kappeltäler-Wilderergruppe nicht ein-heitlich Kappeltäler waren, zeigt das Beispiel des aus Neuweier (Baden-Baden) stammenden Michael Lorenz, der sich den Kappeltäler Wil-derern angeschlossen hatte.51 Übrigens waren nicht nur die Kappeltäler, sondern auch die ein-heimischen Wilderer in der Regel ohne größeres Vermögen und mussten den Lebensunterhalt für sich und vor allem ihre meist mehrköpfigen Familien als Tagelöhner verdienen. Mitunter kam es auch zu Kooperationen zwi-schen Wilderern und den Vertretern des Staa-tes. In einem Bericht über den Schönbronner Förster Johann Friedrich Müller wird eine für beide Seiten sehr ersprießliche Zusammenarbeit geschildert: „Johann Friedrich Müller, ‚Reisiger Förster der Buolacher Hut zu Schönbronn,‘ gestor-ben etwa 1786, erhielt einst den Befehl in mög-lichster Bälde für den Herzog einen Hirsch nach Wildbad oder Teinach zu liefern. Er begab sich deshalb (wohl mit seinem Jägerbursch) in den Bu-ler Wald. Dort fand er aber einige „Kappeltäler“ schlafend. Er nahm ihnen nun die Gewehre, die daneben lagen, weg und begann mit den Aufge-wachten eine Unterhandlung. Das Ergebnis der-selben war, daß sie ihm mit Hilfe anderer Wil-derer an eine bestimmte Stelle auf eine bestimmte Stunde einen Hirsch schaffen wollten und dafür ihre Gewehre zurück erhalten sollten. Die Ab-machung wurde richtig eingehalten. Der Förster schickte seinen Knecht mit einem Wägelein, auf dem die Gewehre nebst Brot und Schnaps lagen, in den Buler [Wald] und erhielt als Rückfracht den Hirsch.“52 Ein weiterer Fall von Zusammen-arbeit: Der Wildbader Jägerbursche Cornelius Glaiber ließ sich sein Schweigen über das Er-legen eines Hirsches durch den ehemaligen Klein-Enzhof-Knecht Michael Knöller „mit einem Conventionsthaler“ vom Wilderer bezah-len, weswegen er nach Entdeckung dieser Beste-chung vom Herzog zu einem doppelten kleinen Frevel (Pfund Heller) verurteilt wurde.
- Abwesenheit halber sind das Hauß vom Vorrath an Erdäpfeln Bohnen leer, mithin Mutter Weib und Kinder für den winter gleichsam zum Ver-hungern eingesperrt.“50 Dass die Kappeltäler-Wilderergruppe nicht ein-heitlich Kappeltäler waren, zeigt das Beispiel des aus Neuweier (Baden-Baden) stammenden Michael Lorenz, der sich den Kappeltäler Wil-derern angeschlossen hatte.51 Übrigens waren nicht nur die Kappeltäler, sondern auch die ein-heimischen Wilderer in der Regel ohne größeres Vermögen und mussten den Lebensunterhalt für sich und vor allem ihre meist mehrköpfigen Familien als Tagelöhner verdienen. Mitunter kam es auch zu Kooperationen zwi-schen Wilderern und den Vertretern des Staa-tes. In einem Bericht über den Schönbronner Förster Johann Friedrich Müller wird eine für beide Seiten sehr ersprießliche Zusammenarbeit geschildert: „Johann Friedrich Müller, ‚Reisiger Förster der Buolacher Hut zu Schönbronn,‘ gestor-ben etwa 1786, erhielt einst den Befehl in mög-lichster Bälde für den Herzog einen Hirsch nach Wildbad oder Teinach zu liefern. Er begab sich deshalb (wohl mit seinem Jägerbursch) in den Bu-ler Wald. Dort fand er aber einige „Kappeltäler“ schlafend. Er nahm ihnen nun die Gewehre, die daneben lagen, weg und begann mit den Aufge-wachten eine Unterhandlung. Das Ergebnis der-selben war, daß sie ihm mit Hilfe anderer Wil-derer an eine bestimmte Stelle auf eine bestimmte Stunde einen Hirsch schaffen wollten und dafür ihre Gewehre zurück erhalten sollten. Die Ab-machung wurde richtig eingehalten. Der Förster schickte seinen Knecht mit einem Wägelein, auf dem die Gewehre nebst Brot und Schnaps lagen, in den Buler [Wald] und erhielt als Rückfracht den Hirsch.“52 Ein weiterer Fall von Zusammen-arbeit: Der Wildbader Jägerbursche Cornelius Glaiber ließ sich sein Schweigen über das Er-legen eines Hirsches durch den ehemaligen Klein-Enzhof-Knecht Michael Knöller „mit einem Conventionsthaler“ vom Wilderer bezah-len, weswegen er nach Entdeckung dieser Beste-chung vom Herzog zu einem doppelten kleinen Frevel (Pfund Heller) verurteilt wurde.
- Abwesenheit halber sind das Hauß vom Vorrath an Erdäpfeln Bohnen leer, mithin Mutter Weib und Kinder für den winter gleichsam zum Ver-hungern eingesperrt.“50 Dass die Kappeltäler-Wilderergruppe nicht ein-heitlich Kappeltäler waren, zeigt das Beispiel des aus Neuweier (Baden-Baden) stammenden Michael Lorenz, der sich den Kappeltäler Wil-derern angeschlossen hatte.51 Übrigens waren nicht nur die Kappeltäler, sondern auch die ein-heimischen Wilderer in der Regel ohne größeres Vermögen und mussten den Lebensunterhalt für sich und vor allem ihre meist mehrköpfigen Familien als Tagelöhner verdienen. Mitunter kam es auch zu Kooperationen zwi-schen Wilderern und den Vertretern des Staa-tes. In einem Bericht über den Schönbronner Förster Johann Friedrich Müller wird eine für beide Seiten sehr ersprießliche Zusammenarbeit geschildert: „Johann Friedrich Müller, ‚Reisiger Förster der Buolacher Hut zu Schönbronn,‘ gestor-ben etwa 1786, erhielt einst den Befehl in mög-lichster Bälde für den Herzog einen Hirsch nach Wildbad oder Teinach zu liefern. Er begab sich deshalb (wohl mit seinem Jägerbursch) in den Bu-ler Wald. Dort fand er aber einige „Kappeltäler“ schlafend. Er nahm ihnen nun die Gewehre, die daneben lagen, weg und begann mit den Aufge-wachten eine Unterhandlung. Das Ergebnis der-selben war, daß sie ihm mit Hilfe anderer Wil-derer an eine bestimmte Stelle auf eine bestimmte Stunde einen Hirsch schaffen wollten und dafür ihre Gewehre zurück erhalten sollten. Die Ab-machung wurde richtig eingehalten. Der Förster schickte seinen Knecht mit einem Wägelein, auf dem die Gewehre nebst Brot und Schnaps lagen, in den Buler [Wald] und erhielt als Rückfracht den Hirsch.“52 Ein weiterer Fall von Zusammen-arbeit: Der Wildbader Jägerbursche Cornelius Glaiber ließ sich sein Schweigen über das Er-legen eines Hirsches durch den ehemaligen Klein-Enzhof-Knecht Michael Knöller „mit einem Conventionsthaler“ vom Wilderer bezah-len, weswegen er nach Entdeckung dieser Beste-chung vom Herzog zu einem doppelten kleinen Frevel (Pfund Heller) verurteilt wurde.
- Bei dem Loffenauer Tobias Zimmermann zeig-te sich eine besondere kriminelle Energie, rieb er seine Kugeln für gewaltsame Begegnungen mit Schusswechseln doch extra mit Schwefel ein, damit sie im Körper der Forstleute einen besonderen Wundbrand hervorriefen.64 Bei der gewaltsamen Begegnung mit Forstleuten rief dieser unter anderem „Ihr Hund, es muß vorhero einer [von euch] sterben ehe ich sterbe“. Zimmer-mann wurde in einem Forstbericht „als einer der brutalesten von seiner Cameradschafft“ ein-gestuft und musste als einer der wenigsten so-gar einen peinlichen Prozess über sich ergehen lassen. Bei einem peinlichen Verfahren wurde die Befragung unter Androhung und Aus-übung von Folter, z.B. durch die Streckbank, durchgeführt. Obwohl bei ihm auch die Todes-strafe durch das Schwert ausgesprochen hätte werden können – in der herzoglichen Verurtei-lung wurde die „Schwerdt Straffe“ als „wohl ver-dienet“ beschrieben – ließ der Herzog in seinem Urteil „die Milde vordringen“ und verurteilte ihn zu einer zehnjährigen Zuchthausstrafe un-ter harter Arbeit. Verschärft wurde diese Strafe durch die angeordnete Anbringung von „2 Ku-geln“ und dass „ihme die Wilderer Kappe aufge-sezt und er darneben zu harter arbeit angehalten werden solle“.65 Die „2 Kugeln“ bedeuteten eine Fußkette mit zwei schweren Eisenkugeln.
- Bei dem Loffenauer Tobias Zimmermann zeig-te sich eine besondere kriminelle Energie, rieb er seine Kugeln für gewaltsame Begegnungen mit Schusswechseln doch extra mit Schwefel ein, damit sie im Körper der Forstleute einen besonderen Wundbrand hervorriefen.64 Bei der gewaltsamen Begegnung mit Forstleuten rief dieser unter anderem „Ihr Hund, es muß vorhero einer [von euch] sterben ehe ich sterbe“. Zimmer-mann wurde in einem Forstbericht „als einer der brutalesten von seiner Cameradschafft“ ein-gestuft und musste als einer der wenigsten so-gar einen peinlichen Prozess über sich ergehen lassen. Bei einem peinlichen Verfahren wurde die Befragung unter Androhung und Aus-übung von Folter, z.B. durch die Streckbank, durchgeführt. Obwohl bei ihm auch die Todes-strafe durch das Schwert ausgesprochen hätte werden können – in der herzoglichen Verurtei-lung wurde die „Schwerdt Straffe“ als „wohl ver-dienet“ beschrieben – ließ der Herzog in seinem Urteil „die Milde vordringen“ und verurteilte ihn zu einer zehnjährigen Zuchthausstrafe un-ter harter Arbeit. Verschärft wurde diese Strafe durch die angeordnete Anbringung von „2 Ku-geln“ und dass „ihme die Wilderer Kappe aufge-sezt und er darneben zu harter arbeit angehalten werden solle“.65 Die „2 Kugeln“ bedeuteten eine Fußkette mit zwei schweren Eisenkugeln.
- Bei dem Loffenauer Tobias Zimmermann zeig-te sich eine besondere kriminelle Energie, rieb er seine Kugeln für gewaltsame Begegnungen mit Schusswechseln doch extra mit Schwefel ein, damit sie im Körper der Forstleute einen besonderen Wundbrand hervorriefen.64 Bei der gewaltsamen Begegnung mit Forstleuten rief dieser unter anderem „Ihr Hund, es muß vorhero einer [von euch] sterben ehe ich sterbe“. Zimmer-mann wurde in einem Forstbericht „als einer der brutalesten von seiner Cameradschafft“ ein-gestuft und musste als einer der wenigsten so-gar einen peinlichen Prozess über sich ergehen lassen. Bei einem peinlichen Verfahren wurde die Befragung unter Androhung und Aus-übung von Folter, z.B. durch die Streckbank, durchgeführt. Obwohl bei ihm auch die Todes-strafe durch das Schwert ausgesprochen hätte werden können – in der herzoglichen Verurtei-lung wurde die „Schwerdt Straffe“ als „wohl ver-dienet“ beschrieben – ließ der Herzog in seinem Urteil „die Milde vordringen“ und verurteilte ihn zu einer zehnjährigen Zuchthausstrafe un-ter harter Arbeit. Verschärft wurde diese Strafe durch die angeordnete Anbringung von „2 Ku-geln“ und dass „ihme die Wilderer Kappe aufge-sezt und er darneben zu harter arbeit angehalten werden solle“.65 Die „2 Kugeln“ bedeuteten eine Fußkette mit zwei schweren Eisenkugeln.
- Bei dem Loffenauer Tobias Zimmermann zeig-te sich eine besondere kriminelle Energie, rieb er seine Kugeln für gewaltsame Begegnungen mit Schusswechseln doch extra mit Schwefel ein, damit sie im Körper der Forstleute einen besonderen Wundbrand hervorriefen.64 Bei der gewaltsamen Begegnung mit Forstleuten rief dieser unter anderem „Ihr Hund, es muß vorhero einer [von euch] sterben ehe ich sterbe“. Zimmer-mann wurde in einem Forstbericht „als einer der brutalesten von seiner Cameradschafft“ ein-gestuft und musste als einer der wenigsten so-gar einen peinlichen Prozess über sich ergehen lassen. Bei einem peinlichen Verfahren wurde die Befragung unter Androhung und Aus-übung von Folter, z.B. durch die Streckbank, durchgeführt. Obwohl bei ihm auch die Todes-strafe durch das Schwert ausgesprochen hätte werden können – in der herzoglichen Verurtei-lung wurde die „Schwerdt Straffe“ als „wohl ver-dienet“ beschrieben – ließ der Herzog in seinem Urteil „die Milde vordringen“ und verurteilte ihn zu einer zehnjährigen Zuchthausstrafe un-ter harter Arbeit. Verschärft wurde diese Strafe durch die angeordnete Anbringung von „2 Ku-geln“ und dass „ihme die Wilderer Kappe aufge-sezt und er darneben zu harter arbeit angehalten werden solle“.65 Die „2 Kugeln“ bedeuteten eine Fußkette mit zwei schweren Eisenkugeln.
- Bei dem Loffenauer Tobias Zimmermann zeig-te sich eine besondere kriminelle Energie, rieb er seine Kugeln für gewaltsame Begegnungen mit Schusswechseln doch extra mit Schwefel ein, damit sie im Körper der Forstleute einen besonderen Wundbrand hervorriefen.64 Bei der gewaltsamen Begegnung mit Forstleuten rief dieser unter anderem „Ihr Hund, es muß vorhero einer [von euch] sterben ehe ich sterbe“. Zimmer-mann wurde in einem Forstbericht „als einer der brutalesten von seiner Cameradschafft“ ein-gestuft und musste als einer der wenigsten so-gar einen peinlichen Prozess über sich ergehen lassen. Bei einem peinlichen Verfahren wurde die Befragung unter Androhung und Aus-übung von Folter, z.B. durch die Streckbank, durchgeführt. Obwohl bei ihm auch die Todes-strafe durch das Schwert ausgesprochen hätte werden können – in der herzoglichen Verurtei-lung wurde die „Schwerdt Straffe“ als „wohl ver-dienet“ beschrieben – ließ der Herzog in seinem Urteil „die Milde vordringen“ und verurteilte ihn zu einer zehnjährigen Zuchthausstrafe un-ter harter Arbeit. Verschärft wurde diese Strafe durch die angeordnete Anbringung von „2 Ku-geln“ und dass „ihme die Wilderer Kappe aufge-sezt und er darneben zu harter arbeit angehalten werden solle“.65 Die „2 Kugeln“ bedeuteten eine Fußkette mit zwei schweren Eisenkugeln.
- Bei dem Loffenauer Tobias Zimmermann zeig-te sich eine besondere kriminelle Energie, rieb er seine Kugeln für gewaltsame Begegnungen mit Schusswechseln doch extra mit Schwefel ein, damit sie im Körper der Forstleute einen besonderen Wundbrand hervorriefen.64 Bei der gewaltsamen Begegnung mit Forstleuten rief dieser unter anderem „Ihr Hund, es muß vorhero einer [von euch] sterben ehe ich sterbe“. Zimmer-mann wurde in einem Forstbericht „als einer der brutalesten von seiner Cameradschafft“ ein-gestuft und musste als einer der wenigsten so-gar einen peinlichen Prozess über sich ergehen lassen. Bei einem peinlichen Verfahren wurde die Befragung unter Androhung und Aus-übung von Folter, z.B. durch die Streckbank, durchgeführt. Obwohl bei ihm auch die Todes-strafe durch das Schwert ausgesprochen hätte werden können – in der herzoglichen Verurtei-lung wurde die „Schwerdt Straffe“ als „wohl ver-dienet“ beschrieben – ließ der Herzog in seinem Urteil „die Milde vordringen“ und verurteilte ihn zu einer zehnjährigen Zuchthausstrafe un-ter harter Arbeit. Verschärft wurde diese Strafe durch die angeordnete Anbringung von „2 Ku-geln“ und dass „ihme die Wilderer Kappe aufge-sezt und er darneben zu harter arbeit angehalten werden solle“.65 Die „2 Kugeln“ bedeuteten eine Fußkette mit zwei schweren Eisenkugeln.
- Jakob Hähn, Schneider und Bürger in Liebelsberg, machte sich im Spätsommer 1770 durch den Verkauf einer „grünen Wildhaut einer begangenen Wilderey verdächtig“ und wurde da-raufhin durch den „raysigen“ (berittenen) Schönbronner Forstknecht Müller verhaf-tet. Nach der Überstellung ins Gefängnis von Alten-steig wurde durch den Al-tensteiger Forstmeister im
- Jakob Hähn, Schneider und Bürger in Liebelsberg, machte sich im Spätsommer 1770 durch den Verkauf einer „grünen Wildhaut einer begangenen Wilderey verdächtig“ und wurde da-raufhin durch den „raysigen“ (berittenen) Schönbronner Forstknecht Müller verhaf-tet. Nach der Überstellung ins Gefängnis von Alten-steig wurde durch den Al-tensteiger Forstmeister im
- Jakob Hähn, Schneider und Bürger in Liebelsberg, machte sich im Spätsommer 1770 durch den Verkauf einer „grünen Wildhaut einer begangenen Wilderey verdächtig“ und wurde da-raufhin durch den „raysigen“ (berittenen) Schönbronner Forstknecht Müller verhaf-tet. Nach der Überstellung ins Gefängnis von Alten-steig wurde durch den Al-tensteiger Forstmeister im
- Jakob Hähn, Schneider und Bürger in Liebelsberg, machte sich im Spätsommer 1770 durch den Verkauf einer „grünen Wildhaut einer begangenen Wilderey verdächtig“ und wurde da-raufhin durch den „raysigen“ (berittenen) Schönbronner Forstknecht Müller verhaf-tet. Nach der Überstellung ins Gefängnis von Alten-steig wurde durch den Al-tensteiger Forstmeister im
- Jakob Hähn, Schneider und Bürger in Liebelsberg, machte sich im Spätsommer 1770 durch den Verkauf einer „grünen Wildhaut einer begangenen Wilderey verdächtig“ und wurde da-raufhin durch den „raysigen“ (berittenen) Schönbronner Forstknecht Müller verhaf-tet. Nach der Überstellung ins Gefängnis von Alten-steig wurde durch den Al-tensteiger Forstmeister im
- Jakob Hähn, Schneider und Bürger in Liebelsberg, machte sich im Spätsommer 1770 durch den Verkauf einer „grünen Wildhaut einer begangenen Wilderey verdächtig“ und wurde da-raufhin durch den „raysigen“ (berittenen) Schönbronner Forstknecht Müller verhaf-tet. Nach der Überstellung ins Gefängnis von Alten-steig wurde durch den Al-tensteiger Forstmeister im
- Ein ganz besonderer Justiz-Fall ergab sich 1774. Nachdem die beiden aus Oberweiler (Sim-mersfeld) stammenden Conrad Wackenhut (1737–1816) und Christian Schmid sowie der Aichelberger Eberhard Braun (1740–1814) we-gen Wilderei zu vier (Schmid) bzw. drei (Braun) Wochen Festungshaft verurteilt worden waren, musste sich noch der Herzog mit seinen Räten um die Bestrafung der beiden Ehefrauen aus Oberweiler kümmern. Das Problem war, dass „des Schmiden Eheweib den Hirsch mit in den Flecken schleiffen“ geholfen hatte und „auch des Braunen Tochter ein andermahl von einem Thi-erlen heimtragen und verzöhren helffen“, sich also beide Frauen der Beihilfe schuldig gemacht hatten, die Wilderer-Ordnung von 1761 jedoch keine Frauen als Täterinnen berücksichtigte. Der Herzog beschloss daher auf Vorschlag des Geheimen Rats, dass die beiden Frauen „jede 2 mahl 24 Stund bey Wasser und Brod incarcenirt [im Ortsgefängnis] werden sollen“.73 Im Februar 1779 wurde die bisherige Bestim-mung vom 18. März 1761, bei Erfassung eines toten Wilderers 20 fl. und eines lebendigen 30 fl. Prämie auszubezahlen, dahingehend ge-ändert, dass von nun an eine Prämie von 30 bzw. 50 fl. zu zahlen seien.74 Entsprechend erhielten der Simmersfelder Jäger Bauer und seine drei Kollegen aus Pfalzgrafenweiler, Haiterbach und Grömbach jeweils 50 fl., der
- Ein ganz besonderer Justiz-Fall ergab sich 1774. Nachdem die beiden aus Oberweiler (Sim-mersfeld) stammenden Conrad Wackenhut (1737–1816) und Christian Schmid sowie der Aichelberger Eberhard Braun (1740–1814) we-gen Wilderei zu vier (Schmid) bzw. drei (Braun) Wochen Festungshaft verurteilt worden waren, musste sich noch der Herzog mit seinen Räten um die Bestrafung der beiden Ehefrauen aus Oberweiler kümmern. Das Problem war, dass „des Schmiden Eheweib den Hirsch mit in den Flecken schleiffen“ geholfen hatte und „auch des Braunen Tochter ein andermahl von einem Thi-erlen heimtragen und verzöhren helffen“, sich also beide Frauen der Beihilfe schuldig gemacht hatten, die Wilderer-Ordnung von 1761 jedoch keine Frauen als Täterinnen berücksichtigte. Der Herzog beschloss daher auf Vorschlag des Geheimen Rats, dass die beiden Frauen „jede 2 mahl 24 Stund bey Wasser und Brod incarcenirt [im Ortsgefängnis] werden sollen“.73 Im Februar 1779 wurde die bisherige Bestim-mung vom 18. März 1761, bei Erfassung eines toten Wilderers 20 fl. und eines lebendigen 30 fl. Prämie auszubezahlen, dahingehend ge-ändert, dass von nun an eine Prämie von 30 bzw. 50 fl. zu zahlen seien.74 Entsprechend erhielten der Simmersfelder Jäger Bauer und seine drei Kollegen aus Pfalzgrafenweiler, Haiterbach und Grömbach jeweils 50 fl., der
- Ein ganz besonderer Justiz-Fall ergab sich 1774. Nachdem die beiden aus Oberweiler (Sim-mersfeld) stammenden Conrad Wackenhut (1737–1816) und Christian Schmid sowie der Aichelberger Eberhard Braun (1740–1814) we-gen Wilderei zu vier (Schmid) bzw. drei (Braun) Wochen Festungshaft verurteilt worden waren, musste sich noch der Herzog mit seinen Räten um die Bestrafung der beiden Ehefrauen aus Oberweiler kümmern. Das Problem war, dass „des Schmiden Eheweib den Hirsch mit in den Flecken schleiffen“ geholfen hatte und „auch des Braunen Tochter ein andermahl von einem Thi-erlen heimtragen und verzöhren helffen“, sich also beide Frauen der Beihilfe schuldig gemacht hatten, die Wilderer-Ordnung von 1761 jedoch keine Frauen als Täterinnen berücksichtigte. Der Herzog beschloss daher auf Vorschlag des Geheimen Rats, dass die beiden Frauen „jede 2 mahl 24 Stund bey Wasser und Brod incarcenirt [im Ortsgefängnis] werden sollen“.73 Im Februar 1779 wurde die bisherige Bestim-mung vom 18. März 1761, bei Erfassung eines toten Wilderers 20 fl. und eines lebendigen 30 fl. Prämie auszubezahlen, dahingehend ge-ändert, dass von nun an eine Prämie von 30 bzw. 50 fl. zu zahlen seien.74 Entsprechend erhielten der Simmersfelder Jäger Bauer und seine drei Kollegen aus Pfalzgrafenweiler, Haiterbach und Grömbach jeweils 50 fl., der
- Ein ganz besonderer Justiz-Fall ergab sich 1774. Nachdem die beiden aus Oberweiler (Sim-mersfeld) stammenden Conrad Wackenhut (1737–1816) und Christian Schmid sowie der Aichelberger Eberhard Braun (1740–1814) we-gen Wilderei zu vier (Schmid) bzw. drei (Braun) Wochen Festungshaft verurteilt worden waren, musste sich noch der Herzog mit seinen Räten um die Bestrafung der beiden Ehefrauen aus Oberweiler kümmern. Das Problem war, dass „des Schmiden Eheweib den Hirsch mit in den Flecken schleiffen“ geholfen hatte und „auch des Braunen Tochter ein andermahl von einem Thi-erlen heimtragen und verzöhren helffen“, sich also beide Frauen der Beihilfe schuldig gemacht hatten, die Wilderer-Ordnung von 1761 jedoch keine Frauen als Täterinnen berücksichtigte. Der Herzog beschloss daher auf Vorschlag des Geheimen Rats, dass die beiden Frauen „jede 2 mahl 24 Stund bey Wasser und Brod incarcenirt [im Ortsgefängnis] werden sollen“.73 Im Februar 1779 wurde die bisherige Bestim-mung vom 18. März 1761, bei Erfassung eines toten Wilderers 20 fl. und eines lebendigen 30 fl. Prämie auszubezahlen, dahingehend ge-ändert, dass von nun an eine Prämie von 30 bzw. 50 fl. zu zahlen seien.74 Entsprechend erhielten der Simmersfelder Jäger Bauer und seine drei Kollegen aus Pfalzgrafenweiler, Haiterbach und Grömbach jeweils 50 fl., der
- Ein ganz besonderer Justiz-Fall ergab sich 1774. Nachdem die beiden aus Oberweiler (Sim-mersfeld) stammenden Conrad Wackenhut (1737–1816) und Christian Schmid sowie der Aichelberger Eberhard Braun (1740–1814) we-gen Wilderei zu vier (Schmid) bzw. drei (Braun) Wochen Festungshaft verurteilt worden waren, musste sich noch der Herzog mit seinen Räten um die Bestrafung der beiden Ehefrauen aus Oberweiler kümmern. Das Problem war, dass „des Schmiden Eheweib den Hirsch mit in den Flecken schleiffen“ geholfen hatte und „auch des Braunen Tochter ein andermahl von einem Thi-erlen heimtragen und verzöhren helffen“, sich also beide Frauen der Beihilfe schuldig gemacht hatten, die Wilderer-Ordnung von 1761 jedoch keine Frauen als Täterinnen berücksichtigte. Der Herzog beschloss daher auf Vorschlag des Geheimen Rats, dass die beiden Frauen „jede 2 mahl 24 Stund bey Wasser und Brod incarcenirt [im Ortsgefängnis] werden sollen“.73 Im Februar 1779 wurde die bisherige Bestim-mung vom 18. März 1761, bei Erfassung eines toten Wilderers 20 fl. und eines lebendigen 30 fl. Prämie auszubezahlen, dahingehend ge-ändert, dass von nun an eine Prämie von 30 bzw. 50 fl. zu zahlen seien.74 Entsprechend erhielten der Simmersfelder Jäger Bauer und seine drei Kollegen aus Pfalzgrafenweiler, Haiterbach und Grömbach jeweils 50 fl., der
- hinzugezogene Forstbeiknecht Stoll und die anderen namentlich nicht genannten Streifern „eine Gratifikation“. Stoll erhielt bereits 1772, als Markus Bohnet wie oben geschildert ge-schnappt wurde und er so fürchterliche Blessu- ren erlitt, die doppelte Prämie.
- Ein ganz besonderer Justiz-Fall ergab sich 1774. Nachdem die beiden aus Oberweiler (Sim-mersfeld) stammenden Conrad Wackenhut (1737–1816) und Christian Schmid sowie der Aichelberger Eberhard Braun (1740–1814) we-gen Wilderei zu vier (Schmid) bzw. drei (Braun) Wochen Festungshaft verurteilt worden waren, musste sich noch der Herzog mit seinen Räten um die Bestrafung der beiden Ehefrauen aus Oberweiler kümmern. Das Problem war, dass „des Schmiden Eheweib den Hirsch mit in den Flecken schleiffen“ geholfen hatte und „auch des Braunen Tochter ein andermahl von einem Thi-erlen heimtragen und verzöhren helffen“, sich also beide Frauen der Beihilfe schuldig gemacht hatten, die Wilderer-Ordnung von 1761 jedoch keine Frauen als Täterinnen berücksichtigte. Der Herzog beschloss daher auf Vorschlag des Geheimen Rats, dass die beiden Frauen „jede 2 mahl 24 Stund bey Wasser und Brod incarcenirt [im Ortsgefängnis] werden sollen“.73 Im Februar 1779 wurde die bisherige Bestim-mung vom 18. März 1761, bei Erfassung eines toten Wilderers 20 fl. und eines lebendigen 30 fl. Prämie auszubezahlen, dahingehend ge-ändert, dass von nun an eine Prämie von 30 bzw. 50 fl. zu zahlen seien.74 Entsprechend erhielten der Simmersfelder Jäger Bauer und seine drei Kollegen aus Pfalzgrafenweiler, Haiterbach und Grömbach jeweils 50 fl., der
- entschlossen, seine Förster an der badischen Grenze auf Position zu stellen.77 Auch in den Tagen, als der Kappeltäler Markus Bohnet (1772, siehe oben) beim Wildern „er-griffen“ wurde, war eine gemeinsame von Forst-angestellten der beiden Forstämter Neuenbü rg und Altensteig geplante Streife nach Wilderern geplant gewesen.78 Im gleichen Jahr beschwerte sich der Langenbrander Förster, dass auch in seiner Hut die Wilderei überhand genommen hatte.79 Wurde die Bedrohungslage für die Forstleute in Stuttgart als besonders kritisch eingeschätzt, so wurden auch Soldaten der Scharfschützenkompagnie in den Schwarzwald geschickt. Das geschah beispielsweise 1772, als ein Scharfschützenkommando nach Aich- halden und Oberweiler verlegt wurde. Auch noch 1812 wurde dies für Zwerenberg, Horn-berg und Neuweiler angewandt.80 Vielleicht wurde aus dem Kreis dieser Soldaten der Wilde-rer Joseph aus Seebach (Kappeltal) im August 1812 beim Wildern erschossen; sein Leichnam wurde am 7. September 1812 „ohne Aufsehen“ in Altensteig beerdigt.81
- entschlossen, seine Förster an der badischen Grenze auf Position zu stellen.77 Auch in den Tagen, als der Kappeltäler Markus Bohnet (1772, siehe oben) beim Wildern „er-griffen“ wurde, war eine gemeinsame von Forst-angestellten der beiden Forstämter Neuenbü rg und Altensteig geplante Streife nach Wilderern geplant gewesen.78 Im gleichen Jahr beschwerte sich der Langenbrander Förster, dass auch in seiner Hut die Wilderei überhand genommen hatte.79 Wurde die Bedrohungslage für die Forstleute in Stuttgart als besonders kritisch eingeschätzt, so wurden auch Soldaten der Scharfschützenkompagnie in den Schwarzwald geschickt. Das geschah beispielsweise 1772, als ein Scharfschützenkommando nach Aich- halden und Oberweiler verlegt wurde. Auch noch 1812 wurde dies für Zwerenberg, Horn-berg und Neuweiler angewandt.80 Vielleicht wurde aus dem Kreis dieser Soldaten der Wilde-rer Joseph aus Seebach (Kappeltal) im August 1812 beim Wildern erschossen; sein Leichnam wurde am 7. September 1812 „ohne Aufsehen“ in Altensteig beerdigt.81
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- entschlossen, seine Förster an der badischen Grenze auf Position zu stellen.77 Auch in den Tagen, als der Kappeltäler Markus Bohnet (1772, siehe oben) beim Wildern „er-griffen“ wurde, war eine gemeinsame von Forst-angestellten der beiden Forstämter Neuenbü rg und Altensteig geplante Streife nach Wilderern geplant gewesen.78 Im gleichen Jahr beschwerte sich der Langenbrander Förster, dass auch in seiner Hut die Wilderei überhand genommen hatte.79 Wurde die Bedrohungslage für die Forstleute in Stuttgart als besonders kritisch eingeschätzt, so wurden auch Soldaten der Scharfschützenkompagnie in den Schwarzwald geschickt. Das geschah beispielsweise 1772, als ein Scharfschützenkommando nach Aich- halden und Oberweiler verlegt wurde. Auch noch 1812 wurde dies für Zwerenberg, Horn-berg und Neuweiler angewandt.80 Vielleicht wurde aus dem Kreis dieser Soldaten der Wilde-rer Joseph aus Seebach (Kappeltal) im August 1812 beim Wildern erschossen; sein Leichnam wurde am 7. September 1812 „ohne Aufsehen“ in Altensteig beerdigt.81
- fährliche Scharmützel zwischen Soldaten und
- ja das ehemalige straßburgische Oberkirch Teil der Markgrafschaft Baden – völlig aus der Welt. Dies zeigten zwei Vorfälle von 1812 im Sim
- entschlossen, seine Förster an der badischen Grenze auf Position zu stellen.77 Auch in den Tagen, als der Kappeltäler Markus Bohnet (1772, siehe oben) beim Wildern „er-griffen“ wurde, war eine gemeinsame von Forst-angestellten der beiden Forstämter Neuenbü rg und Altensteig geplante Streife nach Wilderern geplant gewesen.78 Im gleichen Jahr beschwerte sich der Langenbrander Förster, dass auch in seiner Hut die Wilderei überhand genommen hatte.79 Wurde die Bedrohungslage für die Forstleute in Stuttgart als besonders kritisch eingeschätzt, so wurden auch Soldaten der Scharfschützenkompagnie in den Schwarzwald geschickt. Das geschah beispielsweise 1772, als ein Scharfschützenkommando nach Aich- halden und Oberweiler verlegt wurde. Auch noch 1812 wurde dies für Zwerenberg, Horn-berg und Neuweiler angewandt.80 Vielleicht wurde aus dem Kreis dieser Soldaten der Wilde-rer Joseph aus Seebach (Kappeltal) im August 1812 beim Wildern erschossen; sein Leichnam wurde am 7. September 1812 „ohne Aufsehen“ in Altensteig beerdigt.81
- entschlossen, seine Förster an der badischen Grenze auf Position zu stellen.77 Auch in den Tagen, als der Kappeltäler Markus Bohnet (1772, siehe oben) beim Wildern „er-griffen“ wurde, war eine gemeinsame von Forst-angestellten der beiden Forstämter Neuenbü rg und Altensteig geplante Streife nach Wilderern geplant gewesen.78 Im gleichen Jahr beschwerte sich der Langenbrander Förster, dass auch in seiner Hut die Wilderei überhand genommen hatte.79 Wurde die Bedrohungslage für die Forstleute in Stuttgart als besonders kritisch eingeschätzt, so wurden auch Soldaten der Scharfschützenkompagnie in den Schwarzwald geschickt. Das geschah beispielsweise 1772, als ein Scharfschützenkommando nach Aich- halden und Oberweiler verlegt wurde. Auch noch 1812 wurde dies für Zwerenberg, Horn-berg und Neuweiler angewandt.80 Vielleicht wurde aus dem Kreis dieser Soldaten der Wilde-rer Joseph aus Seebach (Kappeltal) im August 1812 beim Wildern erschossen; sein Leichnam wurde am 7. September 1812 „ohne Aufsehen“ in Altensteig beerdigt.81
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- 1 HStAS A44 U6890 vom 6.12.1536.
- entschlossen, seine Förster an der badischen Grenze auf Position zu stellen.77 Auch in den Tagen, als der Kappeltäler Markus Bohnet (1772, siehe oben) beim Wildern „er-griffen“ wurde, war eine gemeinsame von Forst-angestellten der beiden Forstämter Neuenbü rg und Altensteig geplante Streife nach Wilderern geplant gewesen.78 Im gleichen Jahr beschwerte sich der Langenbrander Förster, dass auch in seiner Hut die Wilderei überhand genommen hatte.79 Wurde die Bedrohungslage für die Forstleute in Stuttgart als besonders kritisch eingeschätzt, so wurden auch Soldaten der Scharfschützenkompagnie in den Schwarzwald geschickt. Das geschah beispielsweise 1772, als ein Scharfschützenkommando nach Aich- halden und Oberweiler verlegt wurde. Auch noch 1812 wurde dies für Zwerenberg, Horn-berg und Neuweiler angewandt.80 Vielleicht wurde aus dem Kreis dieser Soldaten der Wilde-rer Joseph aus Seebach (Kappeltal) im August 1812 beim Wildern erschossen; sein Leichnam wurde am 7. September 1812 „ohne Aufsehen“ in Altensteig beerdigt.81
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- Jahrhundert (bis 1775), in: Einst & Heute. Historisches Jahrbuch für den Landkreis Calw, Ausg. 2024/25, S 99–117, hier. S. 108f.
- Jahrhundert (bis 1775), in: Einst & Heute. Historisches Jahrbuch für den Landkreis Calw, Ausg. 2024/25, S 99–117, hier. S. 108f.
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- Jahrhundert (bis 1775), in: Einst & Heute. Historisches Jahrbuch für den Landkreis Calw, Ausg. 2024/25, S 99–117, hier. S. 108f.
- schütz (wie Anm. 24), S. 102f.
- 39 HStAS A202 Bü609 10. u. 12.12.1772.
- Jahrhundert (bis 1775), in: Einst & Heute. Historisches Jahrbuch für den Landkreis Calw, Ausg. 2024/25, S 99–117, hier. S. 108f.
- Jahrhundert (bis 1775), in: Einst & Heute. Historisches Jahrbuch für den Landkreis Calw, Ausg. 2024/25, S 99–117, hier. S. 108f.
- brüdern aus dem Murgtal, in: Nachrichten
- regio Quellen, Bd. 8), S. 117).
- 32 Die Lebensdaten der Bewohner von Enztal bzw. Enzklösterle wurden der eigenen Fami
- Jahrhundert (bis 1775), in: Einst & Heute. Historisches Jahrbuch für den Landkreis Calw, Ausg. 2024/25, S 99–117, hier. S. 108f.
- 63 HStAS A227 Bü334 6. u. 21.5.1783.
- 48 Notegen, Marchet: Vom Sozialrebellen zum illegalen Fleischlieferanten. In: Hofjagd, Weidwerk, Wilderei, hrsg. von Carl Alexander Krethlow. Paderborn 2015, S. 121–137, hier S. 123.
- 48 Notegen, Marchet: Vom Sozialrebellen zum illegalen Fleischlieferanten. In: Hofjagd, Weidwerk, Wilderei, hrsg. von Carl Alexander Krethlow. Paderborn 2015, S. 121–137, hier S. 123.
- 70 Ott: Wildbretschütz (wie Anm. 24), S. 150.
- 48 Notegen, Marchet: Vom Sozialrebellen zum illegalen Fleischlieferanten. In: Hofjagd, Weidwerk, Wilderei, hrsg. von Carl Alexander Krethlow. Paderborn 2015, S. 121–137, hier S. 123.
- 82 Waidelich: Wilderer 1985 (wie Anm. 8), S. 69.
- S.
- 48 Notegen, Marchet: Vom Sozialrebellen zum illegalen Fleischlieferanten. In: Hofjagd, Weidwerk, Wilderei, hrsg. von Carl Alexander Krethlow. Paderborn 2015, S. 121–137, hier S. 123.
- 48 Notegen, Marchet: Vom Sozialrebellen zum illegalen Fleischlieferanten. In: Hofjagd, Weidwerk, Wilderei, hrsg. von Carl Alexander Krethlow. Paderborn 2015, S. 121–137, hier S. 123.
- zeitlichen Territorialstaat: Inquisition, Ent
- 78 HStAS A227 Bü377, Bericht des herzogli
- 67 HStAS A202 Bü609 1. u. 13.9.1770.
- 48 Notegen, Marchet: Vom Sozialrebellen zum illegalen Fleischlieferanten. In: Hofjagd, Weidwerk, Wilderei, hrsg. von Carl Alexander Krethlow. Paderborn 2015, S. 121–137, hier S. 123.
- Kilian Spiethoff
- „Es zieht mich nach Westen wie die tagmüde Sonne...“
- Für Kapff, der Hesses dichterische Gabe zumindest in Ansätzen er-kannt haben mag, war damit der Anstoß gegeben, die zukünftige Lebensplanung seines Schützlings näher ins Auge zu fassen. Erfüllt von einem völkisch-radikalen Nati-onalismus und vom kolonialen Ex-pansionsdrang des „Alldeutschen Verbands“, versuchte er, Hesse für seinen persönlich lange gehegten Plan einer Auswanderung in die teilweise deutsch besiedelten Regio- nen Südbrasiliens zu gewinnen: „An Ihrer Stelle würde ich mein ganzes Augenmerk darauf richten, rechtzeitig ins Ausland zu kommen, d. h. nicht als der Kommis oder bessere Hausknecht der Engländer oder Franzosen, sondern in eine Stellung etwa in Süd-Amerika, wo der Deutsche seine Selbständigkeit verhältnismäßig bewahrt hat. Ich selbst habe die Absicht, sobald ich es möglich machen kann, die Provinz Rio Grande do Sul, die südlichste Brasiliens, zu besuchen, um dort die Verhältnisse zu studieren...“13 Von dieser „Arena“ im Süden des amerikani-schen Kontinents, so Kapff, wo sich im Kon-flikt zwischen deutschen Einwanderern und portugiesischsprachiger Bevölkerung dereinst der „welthistorische Kampf zwischen Germanen- und Romanentum“ entscheiden würde, könnte gleichzeitig auch der Impuls für eine Moderni-sierung der deutschen Literatur im Sinne einer Abkehr von sozialen Fragestellungen zuguns-ten tagesaktueller heroisch-idealistischer The-men ausgehen: „Dann giebt es auch vielleicht neue Stoffe zum ,Singen und Sagen‘, und es tritt eine Erlösung vom Fluche des Epigonentums, der Klassizität und wie die Schlagworte alle hei-ßen, ein, auf die zu hoffen wir nie müde wer-den dürfen.“14
- Für Kapff, der Hesses dichterische Gabe zumindest in Ansätzen er-kannt haben mag, war damit der Anstoß gegeben, die zukünftige Lebensplanung seines Schützlings näher ins Auge zu fassen. Erfüllt von einem völkisch-radikalen Nati-onalismus und vom kolonialen Ex-pansionsdrang des „Alldeutschen Verbands“, versuchte er, Hesse für seinen persönlich lange gehegten Plan einer Auswanderung in die teilweise deutsch besiedelten Regio- nen Südbrasiliens zu gewinnen: „An Ihrer Stelle würde ich mein ganzes Augenmerk darauf richten, rechtzeitig ins Ausland zu kommen, d. h. nicht als der Kommis oder bessere Hausknecht der Engländer oder Franzosen, sondern in eine Stellung etwa in Süd-Amerika, wo der Deutsche seine Selbständigkeit verhältnismäßig bewahrt hat. Ich selbst habe die Absicht, sobald ich es möglich machen kann, die Provinz Rio Grande do Sul, die südlichste Brasiliens, zu besuchen, um dort die Verhältnisse zu studieren...“13 Von dieser „Arena“ im Süden des amerikani-schen Kontinents, so Kapff, wo sich im Kon-flikt zwischen deutschen Einwanderern und portugiesischsprachiger Bevölkerung dereinst der „welthistorische Kampf zwischen Germanen- und Romanentum“ entscheiden würde, könnte gleichzeitig auch der Impuls für eine Moderni-sierung der deutschen Literatur im Sinne einer Abkehr von sozialen Fragestellungen zuguns-ten tagesaktueller heroisch-idealistischer The-men ausgehen: „Dann giebt es auch vielleicht neue Stoffe zum ,Singen und Sagen‘, und es tritt eine Erlösung vom Fluche des Epigonentums, der Klassizität und wie die Schlagworte alle hei-ßen, ein, auf die zu hoffen wir nie müde wer-den dürfen.“14
- Für Kapff, der Hesses dichterische Gabe zumindest in Ansätzen er-kannt haben mag, war damit der Anstoß gegeben, die zukünftige Lebensplanung seines Schützlings näher ins Auge zu fassen. Erfüllt von einem völkisch-radikalen Nati-onalismus und vom kolonialen Ex-pansionsdrang des „Alldeutschen Verbands“, versuchte er, Hesse für seinen persönlich lange gehegten Plan einer Auswanderung in die teilweise deutsch besiedelten Regio- nen Südbrasiliens zu gewinnen: „An Ihrer Stelle würde ich mein ganzes Augenmerk darauf richten, rechtzeitig ins Ausland zu kommen, d. h. nicht als der Kommis oder bessere Hausknecht der Engländer oder Franzosen, sondern in eine Stellung etwa in Süd-Amerika, wo der Deutsche seine Selbständigkeit verhältnismäßig bewahrt hat. Ich selbst habe die Absicht, sobald ich es möglich machen kann, die Provinz Rio Grande do Sul, die südlichste Brasiliens, zu besuchen, um dort die Verhältnisse zu studieren...“13 Von dieser „Arena“ im Süden des amerikani-schen Kontinents, so Kapff, wo sich im Kon-flikt zwischen deutschen Einwanderern und portugiesischsprachiger Bevölkerung dereinst der „welthistorische Kampf zwischen Germanen- und Romanentum“ entscheiden würde, könnte gleichzeitig auch der Impuls für eine Moderni-sierung der deutschen Literatur im Sinne einer Abkehr von sozialen Fragestellungen zuguns-ten tagesaktueller heroisch-idealistischer The-men ausgehen: „Dann giebt es auch vielleicht neue Stoffe zum ,Singen und Sagen‘, und es tritt eine Erlösung vom Fluche des Epigonentums, der Klassizität und wie die Schlagworte alle hei-ßen, ein, auf die zu hoffen wir nie müde wer-den dürfen.“14
- Für Kapff, der Hesses dichterische Gabe zumindest in Ansätzen er-kannt haben mag, war damit der Anstoß gegeben, die zukünftige Lebensplanung seines Schützlings näher ins Auge zu fassen. Erfüllt von einem völkisch-radikalen Nati-onalismus und vom kolonialen Ex-pansionsdrang des „Alldeutschen Verbands“, versuchte er, Hesse für seinen persönlich lange gehegten Plan einer Auswanderung in die teilweise deutsch besiedelten Regio- nen Südbrasiliens zu gewinnen: „An Ihrer Stelle würde ich mein ganzes Augenmerk darauf richten, rechtzeitig ins Ausland zu kommen, d. h. nicht als der Kommis oder bessere Hausknecht der Engländer oder Franzosen, sondern in eine Stellung etwa in Süd-Amerika, wo der Deutsche seine Selbständigkeit verhältnismäßig bewahrt hat. Ich selbst habe die Absicht, sobald ich es möglich machen kann, die Provinz Rio Grande do Sul, die südlichste Brasiliens, zu besuchen, um dort die Verhältnisse zu studieren...“13 Von dieser „Arena“ im Süden des amerikani-schen Kontinents, so Kapff, wo sich im Kon-flikt zwischen deutschen Einwanderern und portugiesischsprachiger Bevölkerung dereinst der „welthistorische Kampf zwischen Germanen- und Romanentum“ entscheiden würde, könnte gleichzeitig auch der Impuls für eine Moderni-sierung der deutschen Literatur im Sinne einer Abkehr von sozialen Fragestellungen zuguns-ten tagesaktueller heroisch-idealistischer The-men ausgehen: „Dann giebt es auch vielleicht neue Stoffe zum ,Singen und Sagen‘, und es tritt eine Erlösung vom Fluche des Epigonentums, der Klassizität und wie die Schlagworte alle hei-ßen, ein, auf die zu hoffen wir nie müde wer-den dürfen.“14
- Für Kapff, der Hesses dichterische Gabe zumindest in Ansätzen er-kannt haben mag, war damit der Anstoß gegeben, die zukünftige Lebensplanung seines Schützlings näher ins Auge zu fassen. Erfüllt von einem völkisch-radikalen Nati-onalismus und vom kolonialen Ex-pansionsdrang des „Alldeutschen Verbands“, versuchte er, Hesse für seinen persönlich lange gehegten Plan einer Auswanderung in die teilweise deutsch besiedelten Regio- nen Südbrasiliens zu gewinnen: „An Ihrer Stelle würde ich mein ganzes Augenmerk darauf richten, rechtzeitig ins Ausland zu kommen, d. h. nicht als der Kommis oder bessere Hausknecht der Engländer oder Franzosen, sondern in eine Stellung etwa in Süd-Amerika, wo der Deutsche seine Selbständigkeit verhältnismäßig bewahrt hat. Ich selbst habe die Absicht, sobald ich es möglich machen kann, die Provinz Rio Grande do Sul, die südlichste Brasiliens, zu besuchen, um dort die Verhältnisse zu studieren...“13 Von dieser „Arena“ im Süden des amerikani-schen Kontinents, so Kapff, wo sich im Kon-flikt zwischen deutschen Einwanderern und portugiesischsprachiger Bevölkerung dereinst der „welthistorische Kampf zwischen Germanen- und Romanentum“ entscheiden würde, könnte gleichzeitig auch der Impuls für eine Moderni-sierung der deutschen Literatur im Sinne einer Abkehr von sozialen Fragestellungen zuguns-ten tagesaktueller heroisch-idealistischer The-men ausgehen: „Dann giebt es auch vielleicht neue Stoffe zum ,Singen und Sagen‘, und es tritt eine Erlösung vom Fluche des Epigonentums, der Klassizität und wie die Schlagworte alle hei-ßen, ein, auf die zu hoffen wir nie müde wer-den dürfen.“14
- Für Kapff, der Hesses dichterische Gabe zumindest in Ansätzen er-kannt haben mag, war damit der Anstoß gegeben, die zukünftige Lebensplanung seines Schützlings näher ins Auge zu fassen. Erfüllt von einem völkisch-radikalen Nati-onalismus und vom kolonialen Ex-pansionsdrang des „Alldeutschen Verbands“, versuchte er, Hesse für seinen persönlich lange gehegten Plan einer Auswanderung in die teilweise deutsch besiedelten Regio- nen Südbrasiliens zu gewinnen: „An Ihrer Stelle würde ich mein ganzes Augenmerk darauf richten, rechtzeitig ins Ausland zu kommen, d. h. nicht als der Kommis oder bessere Hausknecht der Engländer oder Franzosen, sondern in eine Stellung etwa in Süd-Amerika, wo der Deutsche seine Selbständigkeit verhältnismäßig bewahrt hat. Ich selbst habe die Absicht, sobald ich es möglich machen kann, die Provinz Rio Grande do Sul, die südlichste Brasiliens, zu besuchen, um dort die Verhältnisse zu studieren...“13 Von dieser „Arena“ im Süden des amerikani-schen Kontinents, so Kapff, wo sich im Kon-flikt zwischen deutschen Einwanderern und portugiesischsprachiger Bevölkerung dereinst der „welthistorische Kampf zwischen Germanen- und Romanentum“ entscheiden würde, könnte gleichzeitig auch der Impuls für eine Moderni-sierung der deutschen Literatur im Sinne einer Abkehr von sozialen Fragestellungen zuguns-ten tagesaktueller heroisch-idealistischer The-men ausgehen: „Dann giebt es auch vielleicht neue Stoffe zum ,Singen und Sagen‘, und es tritt eine Erlösung vom Fluche des Epigonentums, der Klassizität und wie die Schlagworte alle hei-ßen, ein, auf die zu hoffen wir nie müde wer-den dürfen.“14
- winken schien. Jetzt kommt Ihr Vorschlag (Brasilien), der mir sehr einleuchtet.“15 Kapffs Bemerkungen über eine „Erlösung vom Epigonenfluch“, so Hesse, eröffneten ihm eine „weite Perspektive, zwar noch un-klar, neblig, aber glänzend und lockend“. Somit verschließe er sich dem „Vorschlag nach Süd-amerika [...] absolut nicht – im Gegenteil“.16 Allerdings benö-tige er für einen endgültigen Entschluss noch weitergehende Informationen: „Überhaupt wäre ich Ihnen für einige Aufklärung über dortige Verhältnisse – allgemeine Le-bensverhältnisse, Zusammenset-zung der Bevölkerung etc. – dank-bar. Sie selbst wollen Rio Grande do Sul besuchen? Das wird doch nicht gar zu bald sein können? Am Ende könnte ich mich s. Z. Ihnen noch anschließen.“17 Wie tief Kapffs Vorschläge den damals kurz vor seinem 18. Ge-burtstag stehenden Hesse be-eindruckten, zeigt sich an der Tatsache, dass er sie nicht nur sogleich mit Verwandten und Freunden be-sprach, sondern auch erste, von seinem Lehrer vorgeschlagene praktische Konsequenzen zu ziehen begann: „Hermann lernt seit acht Tagen mit Eifer Englisch von 5–6 bei Adele,“ notierte am 25. Juni 1895 seine Mutter Marie in einem Brief an die Tochter Marulla: „Er will in etli-chen Jahren nach Brasilien, sagt er, und will vor-her von Mechanik und Landwirtschaft das nötige lernen, vorderhand bleibt er noch bei Perrot.“18 Bemerkenswert erscheint die Gelassenheit, mit der die Familie auf die Eröffnung der neuen abenteuerlichen Pläne ihres Sohnes reagierte: „Es freut mich sehr, dass Du so eifrig Englisch
- winken schien. Jetzt kommt Ihr Vorschlag (Brasilien), der mir sehr einleuchtet.“15 Kapffs Bemerkungen über eine „Erlösung vom Epigonenfluch“, so Hesse, eröffneten ihm eine „weite Perspektive, zwar noch un-klar, neblig, aber glänzend und lockend“. Somit verschließe er sich dem „Vorschlag nach Süd-amerika [...] absolut nicht – im Gegenteil“.16 Allerdings benö-tige er für einen endgültigen Entschluss noch weitergehende Informationen: „Überhaupt wäre ich Ihnen für einige Aufklärung über dortige Verhältnisse – allgemeine Le-bensverhältnisse, Zusammenset-zung der Bevölkerung etc. – dank-bar. Sie selbst wollen Rio Grande do Sul besuchen? Das wird doch nicht gar zu bald sein können? Am Ende könnte ich mich s. Z. Ihnen noch anschließen.“17 Wie tief Kapffs Vorschläge den damals kurz vor seinem 18. Ge-burtstag stehenden Hesse be-eindruckten, zeigt sich an der Tatsache, dass er sie nicht nur sogleich mit Verwandten und Freunden be-sprach, sondern auch erste, von seinem Lehrer vorgeschlagene praktische Konsequenzen zu ziehen begann: „Hermann lernt seit acht Tagen mit Eifer Englisch von 5–6 bei Adele,“ notierte am 25. Juni 1895 seine Mutter Marie in einem Brief an die Tochter Marulla: „Er will in etli-chen Jahren nach Brasilien, sagt er, und will vor-her von Mechanik und Landwirtschaft das nötige lernen, vorderhand bleibt er noch bei Perrot.“18 Bemerkenswert erscheint die Gelassenheit, mit der die Familie auf die Eröffnung der neuen abenteuerlichen Pläne ihres Sohnes reagierte: „Es freut mich sehr, dass Du so eifrig Englisch
- winken schien. Jetzt kommt Ihr Vorschlag (Brasilien), der mir sehr einleuchtet.“15 Kapffs Bemerkungen über eine „Erlösung vom Epigonenfluch“, so Hesse, eröffneten ihm eine „weite Perspektive, zwar noch un-klar, neblig, aber glänzend und lockend“. Somit verschließe er sich dem „Vorschlag nach Süd-amerika [...] absolut nicht – im Gegenteil“.16 Allerdings benö-tige er für einen endgültigen Entschluss noch weitergehende Informationen: „Überhaupt wäre ich Ihnen für einige Aufklärung über dortige Verhältnisse – allgemeine Le-bensverhältnisse, Zusammenset-zung der Bevölkerung etc. – dank-bar. Sie selbst wollen Rio Grande do Sul besuchen? Das wird doch nicht gar zu bald sein können? Am Ende könnte ich mich s. Z. Ihnen noch anschließen.“17 Wie tief Kapffs Vorschläge den damals kurz vor seinem 18. Ge-burtstag stehenden Hesse be-eindruckten, zeigt sich an der Tatsache, dass er sie nicht nur sogleich mit Verwandten und Freunden be-sprach, sondern auch erste, von seinem Lehrer vorgeschlagene praktische Konsequenzen zu ziehen begann: „Hermann lernt seit acht Tagen mit Eifer Englisch von 5–6 bei Adele,“ notierte am 25. Juni 1895 seine Mutter Marie in einem Brief an die Tochter Marulla: „Er will in etli-chen Jahren nach Brasilien, sagt er, und will vor-her von Mechanik und Landwirtschaft das nötige lernen, vorderhand bleibt er noch bei Perrot.“18 Bemerkenswert erscheint die Gelassenheit, mit der die Familie auf die Eröffnung der neuen abenteuerlichen Pläne ihres Sohnes reagierte: „Es freut mich sehr, dass Du so eifrig Englisch
- winken schien. Jetzt kommt Ihr Vorschlag (Brasilien), der mir sehr einleuchtet.“15 Kapffs Bemerkungen über eine „Erlösung vom Epigonenfluch“, so Hesse, eröffneten ihm eine „weite Perspektive, zwar noch un-klar, neblig, aber glänzend und lockend“. Somit verschließe er sich dem „Vorschlag nach Süd-amerika [...] absolut nicht – im Gegenteil“.16 Allerdings benö-tige er für einen endgültigen Entschluss noch weitergehende Informationen: „Überhaupt wäre ich Ihnen für einige Aufklärung über dortige Verhältnisse – allgemeine Le-bensverhältnisse, Zusammenset-zung der Bevölkerung etc. – dank-bar. Sie selbst wollen Rio Grande do Sul besuchen? Das wird doch nicht gar zu bald sein können? Am Ende könnte ich mich s. Z. Ihnen noch anschließen.“17 Wie tief Kapffs Vorschläge den damals kurz vor seinem 18. Ge-burtstag stehenden Hesse be-eindruckten, zeigt sich an der Tatsache, dass er sie nicht nur sogleich mit Verwandten und Freunden be-sprach, sondern auch erste, von seinem Lehrer vorgeschlagene praktische Konsequenzen zu ziehen begann: „Hermann lernt seit acht Tagen mit Eifer Englisch von 5–6 bei Adele,“ notierte am 25. Juni 1895 seine Mutter Marie in einem Brief an die Tochter Marulla: „Er will in etli-chen Jahren nach Brasilien, sagt er, und will vor-her von Mechanik und Landwirtschaft das nötige lernen, vorderhand bleibt er noch bei Perrot.“18 Bemerkenswert erscheint die Gelassenheit, mit der die Familie auf die Eröffnung der neuen abenteuerlichen Pläne ihres Sohnes reagierte: „Es freut mich sehr, dass Du so eifrig Englisch
- winken schien. Jetzt kommt Ihr Vorschlag (Brasilien), der mir sehr einleuchtet.“15 Kapffs Bemerkungen über eine „Erlösung vom Epigonenfluch“, so Hesse, eröffneten ihm eine „weite Perspektive, zwar noch un-klar, neblig, aber glänzend und lockend“. Somit verschließe er sich dem „Vorschlag nach Süd-amerika [...] absolut nicht – im Gegenteil“.16 Allerdings benö-tige er für einen endgültigen Entschluss noch weitergehende Informationen: „Überhaupt wäre ich Ihnen für einige Aufklärung über dortige Verhältnisse – allgemeine Le-bensverhältnisse, Zusammenset-zung der Bevölkerung etc. – dank-bar. Sie selbst wollen Rio Grande do Sul besuchen? Das wird doch nicht gar zu bald sein können? Am Ende könnte ich mich s. Z. Ihnen noch anschließen.“17 Wie tief Kapffs Vorschläge den damals kurz vor seinem 18. Ge-burtstag stehenden Hesse be-eindruckten, zeigt sich an der Tatsache, dass er sie nicht nur sogleich mit Verwandten und Freunden be-sprach, sondern auch erste, von seinem Lehrer vorgeschlagene praktische Konsequenzen zu ziehen begann: „Hermann lernt seit acht Tagen mit Eifer Englisch von 5–6 bei Adele,“ notierte am 25. Juni 1895 seine Mutter Marie in einem Brief an die Tochter Marulla: „Er will in etli-chen Jahren nach Brasilien, sagt er, und will vor-her von Mechanik und Landwirtschaft das nötige lernen, vorderhand bleibt er noch bei Perrot.“18 Bemerkenswert erscheint die Gelassenheit, mit der die Familie auf die Eröffnung der neuen abenteuerlichen Pläne ihres Sohnes reagierte: „Es freut mich sehr, dass Du so eifrig Englisch
- winken schien. Jetzt kommt Ihr Vorschlag (Brasilien), der mir sehr einleuchtet.“15 Kapffs Bemerkungen über eine „Erlösung vom Epigonenfluch“, so Hesse, eröffneten ihm eine „weite Perspektive, zwar noch un-klar, neblig, aber glänzend und lockend“. Somit verschließe er sich dem „Vorschlag nach Süd-amerika [...] absolut nicht – im Gegenteil“.16 Allerdings benö-tige er für einen endgültigen Entschluss noch weitergehende Informationen: „Überhaupt wäre ich Ihnen für einige Aufklärung über dortige Verhältnisse – allgemeine Le-bensverhältnisse, Zusammenset-zung der Bevölkerung etc. – dank-bar. Sie selbst wollen Rio Grande do Sul besuchen? Das wird doch nicht gar zu bald sein können? Am Ende könnte ich mich s. Z. Ihnen noch anschließen.“17 Wie tief Kapffs Vorschläge den damals kurz vor seinem 18. Ge-burtstag stehenden Hesse be-eindruckten, zeigt sich an der Tatsache, dass er sie nicht nur sogleich mit Verwandten und Freunden be-sprach, sondern auch erste, von seinem Lehrer vorgeschlagene praktische Konsequenzen zu ziehen begann: „Hermann lernt seit acht Tagen mit Eifer Englisch von 5–6 bei Adele,“ notierte am 25. Juni 1895 seine Mutter Marie in einem Brief an die Tochter Marulla: „Er will in etli-chen Jahren nach Brasilien, sagt er, und will vor-her von Mechanik und Landwirtschaft das nötige lernen, vorderhand bleibt er noch bei Perrot.“18 Bemerkenswert erscheint die Gelassenheit, mit der die Familie auf die Eröffnung der neuen abenteuerlichen Pläne ihres Sohnes reagierte: „Es freut mich sehr, dass Du so eifrig Englisch
- Wenn es noch eines zusätzlichen Anstoßes be-durft hätte, um Hesses Interesse an Brasilien zu entflammen, so hätte ihn zweifelsohne der Brief geboten, den Kapff am 8. Juli nach Calw schick-te. In geradezu demagogischer Manier erörterte der Cannstatter Lehrer darin sein heimlich vo-rangetriebenes Herzensprojekt einer Losreißung
- Hermann“, dass „in Hopfenburg bei Unterlen-ningen eine Ackerbauschule sei, eine Zweigschule des Dr. Lucas in Reutlingen, wo junge Leute ein Jahr Praktikum durchmachen“.21 Dass Hesse selbst freilich mit seinen Plänen noch viel weiter gehende Ziele verknüpfte, wird aus einem Brief deutlich, den er am 1. Juli an seinen Freund Theodor Rümelin sandte: Durch seine Zukunftspläne sowie durch Vor-schläge, die Dr. Kapff in einem neuern Briefe ihm mache, sehe er sich „der Weltentwicklungs-geschichte, der sozialen Revolution etc. näher ge-rückt“. Da alles noch unbestimmt sei, wolle er darüber nicht weiter sprechen. Gegenwärtig arbeite er „nichts Eigenes“, da ihn das Englisch-lernen zu sehr in Anspruch nähme. Später wür-den Spanisch und Portugiesisch folgen.22
- Hermann“, dass „in Hopfenburg bei Unterlen-ningen eine Ackerbauschule sei, eine Zweigschule des Dr. Lucas in Reutlingen, wo junge Leute ein Jahr Praktikum durchmachen“.21 Dass Hesse selbst freilich mit seinen Plänen noch viel weiter gehende Ziele verknüpfte, wird aus einem Brief deutlich, den er am 1. Juli an seinen Freund Theodor Rümelin sandte: Durch seine Zukunftspläne sowie durch Vor-schläge, die Dr. Kapff in einem neuern Briefe ihm mache, sehe er sich „der Weltentwicklungs-geschichte, der sozialen Revolution etc. näher ge-rückt“. Da alles noch unbestimmt sei, wolle er darüber nicht weiter sprechen. Gegenwärtig arbeite er „nichts Eigenes“, da ihn das Englisch-lernen zu sehr in Anspruch nähme. Später wür-den Spanisch und Portugiesisch folgen.22
- Hermann“, dass „in Hopfenburg bei Unterlen-ningen eine Ackerbauschule sei, eine Zweigschule des Dr. Lucas in Reutlingen, wo junge Leute ein Jahr Praktikum durchmachen“.21 Dass Hesse selbst freilich mit seinen Plänen noch viel weiter gehende Ziele verknüpfte, wird aus einem Brief deutlich, den er am 1. Juli an seinen Freund Theodor Rümelin sandte: Durch seine Zukunftspläne sowie durch Vor-schläge, die Dr. Kapff in einem neuern Briefe ihm mache, sehe er sich „der Weltentwicklungs-geschichte, der sozialen Revolution etc. näher ge-rückt“. Da alles noch unbestimmt sei, wolle er darüber nicht weiter sprechen. Gegenwärtig arbeite er „nichts Eigenes“, da ihn das Englisch-lernen zu sehr in Anspruch nähme. Später wür-den Spanisch und Portugiesisch folgen.22
- Hermann“, dass „in Hopfenburg bei Unterlen-ningen eine Ackerbauschule sei, eine Zweigschule des Dr. Lucas in Reutlingen, wo junge Leute ein Jahr Praktikum durchmachen“.21 Dass Hesse selbst freilich mit seinen Plänen noch viel weiter gehende Ziele verknüpfte, wird aus einem Brief deutlich, den er am 1. Juli an seinen Freund Theodor Rümelin sandte: Durch seine Zukunftspläne sowie durch Vor-schläge, die Dr. Kapff in einem neuern Briefe ihm mache, sehe er sich „der Weltentwicklungs-geschichte, der sozialen Revolution etc. näher ge-rückt“. Da alles noch unbestimmt sei, wolle er darüber nicht weiter sprechen. Gegenwärtig arbeite er „nichts Eigenes“, da ihn das Englisch-lernen zu sehr in Anspruch nähme. Später wür-den Spanisch und Portugiesisch folgen.22
- Hermann“, dass „in Hopfenburg bei Unterlen-ningen eine Ackerbauschule sei, eine Zweigschule des Dr. Lucas in Reutlingen, wo junge Leute ein Jahr Praktikum durchmachen“.21 Dass Hesse selbst freilich mit seinen Plänen noch viel weiter gehende Ziele verknüpfte, wird aus einem Brief deutlich, den er am 1. Juli an seinen Freund Theodor Rümelin sandte: Durch seine Zukunftspläne sowie durch Vor-schläge, die Dr. Kapff in einem neuern Briefe ihm mache, sehe er sich „der Weltentwicklungs-geschichte, der sozialen Revolution etc. näher ge-rückt“. Da alles noch unbestimmt sei, wolle er darüber nicht weiter sprechen. Gegenwärtig arbeite er „nichts Eigenes“, da ihn das Englisch-lernen zu sehr in Anspruch nähme. Später wür-den Spanisch und Portugiesisch folgen.22
- Hermann“, dass „in Hopfenburg bei Unterlen-ningen eine Ackerbauschule sei, eine Zweigschule des Dr. Lucas in Reutlingen, wo junge Leute ein Jahr Praktikum durchmachen“.21 Dass Hesse selbst freilich mit seinen Plänen noch viel weiter gehende Ziele verknüpfte, wird aus einem Brief deutlich, den er am 1. Juli an seinen Freund Theodor Rümelin sandte: Durch seine Zukunftspläne sowie durch Vor-schläge, die Dr. Kapff in einem neuern Briefe ihm mache, sehe er sich „der Weltentwicklungs-geschichte, der sozialen Revolution etc. näher ge-rückt“. Da alles noch unbestimmt sei, wolle er darüber nicht weiter sprechen. Gegenwärtig arbeite er „nichts Eigenes“, da ihn das Englisch-lernen zu sehr in Anspruch nähme. Später wür-den Spanisch und Portugiesisch folgen.22
- militärisch organisiert zu haben schei-nen, noch gehörig Respekt. Dass sie aber noch genügend unter der Unsi-cherheit der Verhältnisse zu leiden ha-ben, ist klar, u. es kann nur in ihrem Interesse liegen, wenn so oder so einmal ein stabiles Regiment an die Spitze kommt. Diese künftige Führung sollte aber in deutschen Händen liegen, hier wäre eine großartige Chance geboten, es einmal mit einer deutschen Republik, ähnlich aber zukunftsreicher u. fortbil-dungsfähiger als die Buren-Republik in Süd-Afrika, zu versuchen. Hätte man einmal die Gewalt in Händen, so müsste durch Bevölkerungsnachschub von Deutschland aus der Grund zu einem weiteren Ausbau gelegt werden.“23 Letztendlich, so Kapff, könne auf diese Weise die „Wiedergeburt des deutschen Volkes“ durch einen „Anstoß [...] von außen, von der Periphe-rie“ in Angriff genommen werden.24 Ideologie-geschichtlich knüpfte Hesses früherer Lehrer mit diesen Thesen an die Vorstellungen natio-nalrevolutionärer Kreise aus dem Umfeld der deutschen Burschenschaftsbewegung an, die bereits Anfang des 19. Jahrhunderts eine Um-gestaltung der politisch-sozialen Verhältnisse in der Heimat durch Gründung einer „deutschen Republik“ im Ausland erreichen wollten.25 Hatten die insgesamt doch mehr lautstarken als einflussreichen Propagandisten derartiger Ideen während der Phase der US-amerikanischen Ex-pansion nach Westen zunächst noch die „Ger-manisierung“ von Staaten wie Pennsylvania oder Missouri angestrebt26, so rückten Mitte des 19. Jahrhunderts Teile Mexikos und Südameri-kas in den Mittelpunkt des Interesses.27 Rio Grande do Sul als der Bundesstaat Brasiliens mit dem relativ höchsten deutschen Bevölkerungs-anteil geriet dabei insbesondere während der 1890er Jahre aufgrund der sogenannten „Föde-ralistischen Revolution“ (1893–1895) in den Fo-kus – eines gewaltsamen Aufstands, der auf eine größere Unabhängigkeit der Provinz von der Zentralregierung abzielte.28 In erheblicher Ver-kennung der Sachlage glaubten Abenteurer und
- militärisch organisiert zu haben schei-nen, noch gehörig Respekt. Dass sie aber noch genügend unter der Unsi-cherheit der Verhältnisse zu leiden ha-ben, ist klar, u. es kann nur in ihrem Interesse liegen, wenn so oder so einmal ein stabiles Regiment an die Spitze kommt. Diese künftige Führung sollte aber in deutschen Händen liegen, hier wäre eine großartige Chance geboten, es einmal mit einer deutschen Republik, ähnlich aber zukunftsreicher u. fortbil-dungsfähiger als die Buren-Republik in Süd-Afrika, zu versuchen. Hätte man einmal die Gewalt in Händen, so müsste durch Bevölkerungsnachschub von Deutschland aus der Grund zu einem weiteren Ausbau gelegt werden.“23 Letztendlich, so Kapff, könne auf diese Weise die „Wiedergeburt des deutschen Volkes“ durch einen „Anstoß [...] von außen, von der Periphe-rie“ in Angriff genommen werden.24 Ideologie-geschichtlich knüpfte Hesses früherer Lehrer mit diesen Thesen an die Vorstellungen natio-nalrevolutionärer Kreise aus dem Umfeld der deutschen Burschenschaftsbewegung an, die bereits Anfang des 19. Jahrhunderts eine Um-gestaltung der politisch-sozialen Verhältnisse in der Heimat durch Gründung einer „deutschen Republik“ im Ausland erreichen wollten.25 Hatten die insgesamt doch mehr lautstarken als einflussreichen Propagandisten derartiger Ideen während der Phase der US-amerikanischen Ex-pansion nach Westen zunächst noch die „Ger-manisierung“ von Staaten wie Pennsylvania oder Missouri angestrebt26, so rückten Mitte des 19. Jahrhunderts Teile Mexikos und Südameri-kas in den Mittelpunkt des Interesses.27 Rio Grande do Sul als der Bundesstaat Brasiliens mit dem relativ höchsten deutschen Bevölkerungs-anteil geriet dabei insbesondere während der 1890er Jahre aufgrund der sogenannten „Föde-ralistischen Revolution“ (1893–1895) in den Fo-kus – eines gewaltsamen Aufstands, der auf eine größere Unabhängigkeit der Provinz von der Zentralregierung abzielte.28 In erheblicher Ver-kennung der Sachlage glaubten Abenteurer und
- militärisch organisiert zu haben schei-nen, noch gehörig Respekt. Dass sie aber noch genügend unter der Unsi-cherheit der Verhältnisse zu leiden ha-ben, ist klar, u. es kann nur in ihrem Interesse liegen, wenn so oder so einmal ein stabiles Regiment an die Spitze kommt. Diese künftige Führung sollte aber in deutschen Händen liegen, hier wäre eine großartige Chance geboten, es einmal mit einer deutschen Republik, ähnlich aber zukunftsreicher u. fortbil-dungsfähiger als die Buren-Republik in Süd-Afrika, zu versuchen. Hätte man einmal die Gewalt in Händen, so müsste durch Bevölkerungsnachschub von Deutschland aus der Grund zu einem weiteren Ausbau gelegt werden.“23 Letztendlich, so Kapff, könne auf diese Weise die „Wiedergeburt des deutschen Volkes“ durch einen „Anstoß [...] von außen, von der Periphe-rie“ in Angriff genommen werden.24 Ideologie-geschichtlich knüpfte Hesses früherer Lehrer mit diesen Thesen an die Vorstellungen natio-nalrevolutionärer Kreise aus dem Umfeld der deutschen Burschenschaftsbewegung an, die bereits Anfang des 19. Jahrhunderts eine Um-gestaltung der politisch-sozialen Verhältnisse in der Heimat durch Gründung einer „deutschen Republik“ im Ausland erreichen wollten.25 Hatten die insgesamt doch mehr lautstarken als einflussreichen Propagandisten derartiger Ideen während der Phase der US-amerikanischen Ex-pansion nach Westen zunächst noch die „Ger-manisierung“ von Staaten wie Pennsylvania oder Missouri angestrebt26, so rückten Mitte des 19. Jahrhunderts Teile Mexikos und Südameri-kas in den Mittelpunkt des Interesses.27 Rio Grande do Sul als der Bundesstaat Brasiliens mit dem relativ höchsten deutschen Bevölkerungs-anteil geriet dabei insbesondere während der 1890er Jahre aufgrund der sogenannten „Föde-ralistischen Revolution“ (1893–1895) in den Fo-kus – eines gewaltsamen Aufstands, der auf eine größere Unabhängigkeit der Provinz von der Zentralregierung abzielte.28 In erheblicher Ver-kennung der Sachlage glaubten Abenteurer und
- militärisch organisiert zu haben schei-nen, noch gehörig Respekt. Dass sie aber noch genügend unter der Unsi-cherheit der Verhältnisse zu leiden ha-ben, ist klar, u. es kann nur in ihrem Interesse liegen, wenn so oder so einmal ein stabiles Regiment an die Spitze kommt. Diese künftige Führung sollte aber in deutschen Händen liegen, hier wäre eine großartige Chance geboten, es einmal mit einer deutschen Republik, ähnlich aber zukunftsreicher u. fortbil-dungsfähiger als die Buren-Republik in Süd-Afrika, zu versuchen. Hätte man einmal die Gewalt in Händen, so müsste durch Bevölkerungsnachschub von Deutschland aus der Grund zu einem weiteren Ausbau gelegt werden.“23 Letztendlich, so Kapff, könne auf diese Weise die „Wiedergeburt des deutschen Volkes“ durch einen „Anstoß [...] von außen, von der Periphe-rie“ in Angriff genommen werden.24 Ideologie-geschichtlich knüpfte Hesses früherer Lehrer mit diesen Thesen an die Vorstellungen natio-nalrevolutionärer Kreise aus dem Umfeld der deutschen Burschenschaftsbewegung an, die bereits Anfang des 19. Jahrhunderts eine Um-gestaltung der politisch-sozialen Verhältnisse in der Heimat durch Gründung einer „deutschen Republik“ im Ausland erreichen wollten.25 Hatten die insgesamt doch mehr lautstarken als einflussreichen Propagandisten derartiger Ideen während der Phase der US-amerikanischen Ex-pansion nach Westen zunächst noch die „Ger-manisierung“ von Staaten wie Pennsylvania oder Missouri angestrebt26, so rückten Mitte des 19. Jahrhunderts Teile Mexikos und Südameri-kas in den Mittelpunkt des Interesses.27 Rio Grande do Sul als der Bundesstaat Brasiliens mit dem relativ höchsten deutschen Bevölkerungs-anteil geriet dabei insbesondere während der 1890er Jahre aufgrund der sogenannten „Föde-ralistischen Revolution“ (1893–1895) in den Fo-kus – eines gewaltsamen Aufstands, der auf eine größere Unabhängigkeit der Provinz von der Zentralregierung abzielte.28 In erheblicher Ver-kennung der Sachlage glaubten Abenteurer und
- militärisch organisiert zu haben schei-nen, noch gehörig Respekt. Dass sie aber noch genügend unter der Unsi-cherheit der Verhältnisse zu leiden ha-ben, ist klar, u. es kann nur in ihrem Interesse liegen, wenn so oder so einmal ein stabiles Regiment an die Spitze kommt. Diese künftige Führung sollte aber in deutschen Händen liegen, hier wäre eine großartige Chance geboten, es einmal mit einer deutschen Republik, ähnlich aber zukunftsreicher u. fortbil-dungsfähiger als die Buren-Republik in Süd-Afrika, zu versuchen. Hätte man einmal die Gewalt in Händen, so müsste durch Bevölkerungsnachschub von Deutschland aus der Grund zu einem weiteren Ausbau gelegt werden.“23 Letztendlich, so Kapff, könne auf diese Weise die „Wiedergeburt des deutschen Volkes“ durch einen „Anstoß [...] von außen, von der Periphe-rie“ in Angriff genommen werden.24 Ideologie-geschichtlich knüpfte Hesses früherer Lehrer mit diesen Thesen an die Vorstellungen natio-nalrevolutionärer Kreise aus dem Umfeld der deutschen Burschenschaftsbewegung an, die bereits Anfang des 19. Jahrhunderts eine Um-gestaltung der politisch-sozialen Verhältnisse in der Heimat durch Gründung einer „deutschen Republik“ im Ausland erreichen wollten.25 Hatten die insgesamt doch mehr lautstarken als einflussreichen Propagandisten derartiger Ideen während der Phase der US-amerikanischen Ex-pansion nach Westen zunächst noch die „Ger-manisierung“ von Staaten wie Pennsylvania oder Missouri angestrebt26, so rückten Mitte des 19. Jahrhunderts Teile Mexikos und Südameri-kas in den Mittelpunkt des Interesses.27 Rio Grande do Sul als der Bundesstaat Brasiliens mit dem relativ höchsten deutschen Bevölkerungs-anteil geriet dabei insbesondere während der 1890er Jahre aufgrund der sogenannten „Föde-ralistischen Revolution“ (1893–1895) in den Fo-kus – eines gewaltsamen Aufstands, der auf eine größere Unabhängigkeit der Provinz von der Zentralregierung abzielte.28 In erheblicher Ver-kennung der Sachlage glaubten Abenteurer und
- militärisch organisiert zu haben schei-nen, noch gehörig Respekt. Dass sie aber noch genügend unter der Unsi-cherheit der Verhältnisse zu leiden ha-ben, ist klar, u. es kann nur in ihrem Interesse liegen, wenn so oder so einmal ein stabiles Regiment an die Spitze kommt. Diese künftige Führung sollte aber in deutschen Händen liegen, hier wäre eine großartige Chance geboten, es einmal mit einer deutschen Republik, ähnlich aber zukunftsreicher u. fortbil-dungsfähiger als die Buren-Republik in Süd-Afrika, zu versuchen. Hätte man einmal die Gewalt in Händen, so müsste durch Bevölkerungsnachschub von Deutschland aus der Grund zu einem weiteren Ausbau gelegt werden.“23 Letztendlich, so Kapff, könne auf diese Weise die „Wiedergeburt des deutschen Volkes“ durch einen „Anstoß [...] von außen, von der Periphe-rie“ in Angriff genommen werden.24 Ideologie-geschichtlich knüpfte Hesses früherer Lehrer mit diesen Thesen an die Vorstellungen natio-nalrevolutionärer Kreise aus dem Umfeld der deutschen Burschenschaftsbewegung an, die bereits Anfang des 19. Jahrhunderts eine Um-gestaltung der politisch-sozialen Verhältnisse in der Heimat durch Gründung einer „deutschen Republik“ im Ausland erreichen wollten.25 Hatten die insgesamt doch mehr lautstarken als einflussreichen Propagandisten derartiger Ideen während der Phase der US-amerikanischen Ex-pansion nach Westen zunächst noch die „Ger-manisierung“ von Staaten wie Pennsylvania oder Missouri angestrebt26, so rückten Mitte des 19. Jahrhunderts Teile Mexikos und Südameri-kas in den Mittelpunkt des Interesses.27 Rio Grande do Sul als der Bundesstaat Brasiliens mit dem relativ höchsten deutschen Bevölkerungs-anteil geriet dabei insbesondere während der 1890er Jahre aufgrund der sogenannten „Föde-ralistischen Revolution“ (1893–1895) in den Fo-kus – eines gewaltsamen Aufstands, der auf eine größere Unabhängigkeit der Provinz von der Zentralregierung abzielte.28 In erheblicher Ver-kennung der Sachlage glaubten Abenteurer und
- „Verehrter Herr Doktor! Dank für Ihren Brief! Sie haben recht: Ich bin nicht gewohnt, ‚vor jedem außergewöhn-lichen Gedanken ein Kreuz zu machen‘. Ihr Gedanke hat mir imponiert; er giebt meiner alten Sehnsucht, mein Leben an etwas Großes, Weltbedeutendes zu knüpfen, neue Nahrung. An Auswandern denke ich schon längere Zeit, mein früherer Gedanken, mich sobald möglich der Literatur zu widmen, hat mit der Zeit und zwar, je mehr ich unsere Literatur studierte, seinen lockenden Glanz so ziemlich verloren. Und ein kleines, unbedeutendes Geschäftsleben als Selbstzweck wäre mir Tod. Dass der An-stoß zu einer Erneuerung, zu einer Erlösung von außen, wie Sie sagen, von der Peripherie, kommen muss, ist auch mir klar. Und in Ih-ren großen Plan glaube ich mich sehr wohl zu finden.“31 An der Vorbereitung der Emigration, so Hesse, arbeite er bereits; falls er in Bezug auf „Stellung und Fortkommen“ günstige Aus-sicht habe, seien auch seine Eltern, auf die er doch zunächst Rücksicht nehme, dem Plan nicht entgegen – „die Pläne freilich, die weiter gehen, behalte ich ruhig für mich“.32 Freunden gegenüber gab er sich unterdessen offener – so schrieb ihm etwa Wilhelm Lang im August 1895, dass er ihn, wenn er seinen „großen Plan“ verwirklichen solle, vorher noch einmal zu se-hen wünsche.33 Trotz aller Begeisterung bewahrte eine gewisse – auch für sein späteres Leben charakteristische – pragmatische Skepsis Hesse in diesem Augen-blick vor einem allzu unbedachten Schritt. So bat er zunächst um weitere Auskünfte: „Bitte, gönnen Sie mir [...] weitere Mitteilung, da ich, mit der Situation ziemlich unbekannt, vor allem über die Möglichkeit einer Ausfüh-rung nur höchst unzulänglich kalkulieren kann. Ihre Idee nimmt all mein Interesse in Anspruch. [...] Ich bitte Sie also, mich näher aufzuklären. Wer weiß von Ihrem Gedanken? Halten Sie alles in absehbarer Zeit für möglich, auch Ihre Reise dahin etc.?“34
- „Verehrter Herr Doktor! Dank für Ihren Brief! Sie haben recht: Ich bin nicht gewohnt, ‚vor jedem außergewöhn-lichen Gedanken ein Kreuz zu machen‘. Ihr Gedanke hat mir imponiert; er giebt meiner alten Sehnsucht, mein Leben an etwas Großes, Weltbedeutendes zu knüpfen, neue Nahrung. An Auswandern denke ich schon längere Zeit, mein früherer Gedanken, mich sobald möglich der Literatur zu widmen, hat mit der Zeit und zwar, je mehr ich unsere Literatur studierte, seinen lockenden Glanz so ziemlich verloren. Und ein kleines, unbedeutendes Geschäftsleben als Selbstzweck wäre mir Tod. Dass der An-stoß zu einer Erneuerung, zu einer Erlösung von außen, wie Sie sagen, von der Peripherie, kommen muss, ist auch mir klar. Und in Ih-ren großen Plan glaube ich mich sehr wohl zu finden.“31 An der Vorbereitung der Emigration, so Hesse, arbeite er bereits; falls er in Bezug auf „Stellung und Fortkommen“ günstige Aus-sicht habe, seien auch seine Eltern, auf die er doch zunächst Rücksicht nehme, dem Plan nicht entgegen – „die Pläne freilich, die weiter gehen, behalte ich ruhig für mich“.32 Freunden gegenüber gab er sich unterdessen offener – so schrieb ihm etwa Wilhelm Lang im August 1895, dass er ihn, wenn er seinen „großen Plan“ verwirklichen solle, vorher noch einmal zu se-hen wünsche.33 Trotz aller Begeisterung bewahrte eine gewisse – auch für sein späteres Leben charakteristische – pragmatische Skepsis Hesse in diesem Augen-blick vor einem allzu unbedachten Schritt. So bat er zunächst um weitere Auskünfte: „Bitte, gönnen Sie mir [...] weitere Mitteilung, da ich, mit der Situation ziemlich unbekannt, vor allem über die Möglichkeit einer Ausfüh-rung nur höchst unzulänglich kalkulieren kann. Ihre Idee nimmt all mein Interesse in Anspruch. [...] Ich bitte Sie also, mich näher aufzuklären. Wer weiß von Ihrem Gedanken? Halten Sie alles in absehbarer Zeit für möglich, auch Ihre Reise dahin etc.?“34
- „Verehrter Herr Doktor! Dank für Ihren Brief! Sie haben recht: Ich bin nicht gewohnt, ‚vor jedem außergewöhn-lichen Gedanken ein Kreuz zu machen‘. Ihr Gedanke hat mir imponiert; er giebt meiner alten Sehnsucht, mein Leben an etwas Großes, Weltbedeutendes zu knüpfen, neue Nahrung. An Auswandern denke ich schon längere Zeit, mein früherer Gedanken, mich sobald möglich der Literatur zu widmen, hat mit der Zeit und zwar, je mehr ich unsere Literatur studierte, seinen lockenden Glanz so ziemlich verloren. Und ein kleines, unbedeutendes Geschäftsleben als Selbstzweck wäre mir Tod. Dass der An-stoß zu einer Erneuerung, zu einer Erlösung von außen, wie Sie sagen, von der Peripherie, kommen muss, ist auch mir klar. Und in Ih-ren großen Plan glaube ich mich sehr wohl zu finden.“31 An der Vorbereitung der Emigration, so Hesse, arbeite er bereits; falls er in Bezug auf „Stellung und Fortkommen“ günstige Aus-sicht habe, seien auch seine Eltern, auf die er doch zunächst Rücksicht nehme, dem Plan nicht entgegen – „die Pläne freilich, die weiter gehen, behalte ich ruhig für mich“.32 Freunden gegenüber gab er sich unterdessen offener – so schrieb ihm etwa Wilhelm Lang im August 1895, dass er ihn, wenn er seinen „großen Plan“ verwirklichen solle, vorher noch einmal zu se-hen wünsche.33 Trotz aller Begeisterung bewahrte eine gewisse – auch für sein späteres Leben charakteristische – pragmatische Skepsis Hesse in diesem Augen-blick vor einem allzu unbedachten Schritt. So bat er zunächst um weitere Auskünfte: „Bitte, gönnen Sie mir [...] weitere Mitteilung, da ich, mit der Situation ziemlich unbekannt, vor allem über die Möglichkeit einer Ausfüh-rung nur höchst unzulänglich kalkulieren kann. Ihre Idee nimmt all mein Interesse in Anspruch. [...] Ich bitte Sie also, mich näher aufzuklären. Wer weiß von Ihrem Gedanken? Halten Sie alles in absehbarer Zeit für möglich, auch Ihre Reise dahin etc.?“34
- „Verehrter Herr Doktor! Dank für Ihren Brief! Sie haben recht: Ich bin nicht gewohnt, ‚vor jedem außergewöhn-lichen Gedanken ein Kreuz zu machen‘. Ihr Gedanke hat mir imponiert; er giebt meiner alten Sehnsucht, mein Leben an etwas Großes, Weltbedeutendes zu knüpfen, neue Nahrung. An Auswandern denke ich schon längere Zeit, mein früherer Gedanken, mich sobald möglich der Literatur zu widmen, hat mit der Zeit und zwar, je mehr ich unsere Literatur studierte, seinen lockenden Glanz so ziemlich verloren. Und ein kleines, unbedeutendes Geschäftsleben als Selbstzweck wäre mir Tod. Dass der An-stoß zu einer Erneuerung, zu einer Erlösung von außen, wie Sie sagen, von der Peripherie, kommen muss, ist auch mir klar. Und in Ih-ren großen Plan glaube ich mich sehr wohl zu finden.“31 An der Vorbereitung der Emigration, so Hesse, arbeite er bereits; falls er in Bezug auf „Stellung und Fortkommen“ günstige Aus-sicht habe, seien auch seine Eltern, auf die er doch zunächst Rücksicht nehme, dem Plan nicht entgegen – „die Pläne freilich, die weiter gehen, behalte ich ruhig für mich“.32 Freunden gegenüber gab er sich unterdessen offener – so schrieb ihm etwa Wilhelm Lang im August 1895, dass er ihn, wenn er seinen „großen Plan“ verwirklichen solle, vorher noch einmal zu se-hen wünsche.33 Trotz aller Begeisterung bewahrte eine gewisse – auch für sein späteres Leben charakteristische – pragmatische Skepsis Hesse in diesem Augen-blick vor einem allzu unbedachten Schritt. So bat er zunächst um weitere Auskünfte: „Bitte, gönnen Sie mir [...] weitere Mitteilung, da ich, mit der Situation ziemlich unbekannt, vor allem über die Möglichkeit einer Ausfüh-rung nur höchst unzulänglich kalkulieren kann. Ihre Idee nimmt all mein Interesse in Anspruch. [...] Ich bitte Sie also, mich näher aufzuklären. Wer weiß von Ihrem Gedanken? Halten Sie alles in absehbarer Zeit für möglich, auch Ihre Reise dahin etc.?“34
- „Verehrter Herr Doktor! Dank für Ihren Brief! Sie haben recht: Ich bin nicht gewohnt, ‚vor jedem außergewöhn-lichen Gedanken ein Kreuz zu machen‘. Ihr Gedanke hat mir imponiert; er giebt meiner alten Sehnsucht, mein Leben an etwas Großes, Weltbedeutendes zu knüpfen, neue Nahrung. An Auswandern denke ich schon längere Zeit, mein früherer Gedanken, mich sobald möglich der Literatur zu widmen, hat mit der Zeit und zwar, je mehr ich unsere Literatur studierte, seinen lockenden Glanz so ziemlich verloren. Und ein kleines, unbedeutendes Geschäftsleben als Selbstzweck wäre mir Tod. Dass der An-stoß zu einer Erneuerung, zu einer Erlösung von außen, wie Sie sagen, von der Peripherie, kommen muss, ist auch mir klar. Und in Ih-ren großen Plan glaube ich mich sehr wohl zu finden.“31 An der Vorbereitung der Emigration, so Hesse, arbeite er bereits; falls er in Bezug auf „Stellung und Fortkommen“ günstige Aus-sicht habe, seien auch seine Eltern, auf die er doch zunächst Rücksicht nehme, dem Plan nicht entgegen – „die Pläne freilich, die weiter gehen, behalte ich ruhig für mich“.32 Freunden gegenüber gab er sich unterdessen offener – so schrieb ihm etwa Wilhelm Lang im August 1895, dass er ihn, wenn er seinen „großen Plan“ verwirklichen solle, vorher noch einmal zu se-hen wünsche.33 Trotz aller Begeisterung bewahrte eine gewisse – auch für sein späteres Leben charakteristische – pragmatische Skepsis Hesse in diesem Augen-blick vor einem allzu unbedachten Schritt. So bat er zunächst um weitere Auskünfte: „Bitte, gönnen Sie mir [...] weitere Mitteilung, da ich, mit der Situation ziemlich unbekannt, vor allem über die Möglichkeit einer Ausfüh-rung nur höchst unzulänglich kalkulieren kann. Ihre Idee nimmt all mein Interesse in Anspruch. [...] Ich bitte Sie also, mich näher aufzuklären. Wer weiß von Ihrem Gedanken? Halten Sie alles in absehbarer Zeit für möglich, auch Ihre Reise dahin etc.?“34
- „Verehrter Herr Doktor! Dank für Ihren Brief! Sie haben recht: Ich bin nicht gewohnt, ‚vor jedem außergewöhn-lichen Gedanken ein Kreuz zu machen‘. Ihr Gedanke hat mir imponiert; er giebt meiner alten Sehnsucht, mein Leben an etwas Großes, Weltbedeutendes zu knüpfen, neue Nahrung. An Auswandern denke ich schon längere Zeit, mein früherer Gedanken, mich sobald möglich der Literatur zu widmen, hat mit der Zeit und zwar, je mehr ich unsere Literatur studierte, seinen lockenden Glanz so ziemlich verloren. Und ein kleines, unbedeutendes Geschäftsleben als Selbstzweck wäre mir Tod. Dass der An-stoß zu einer Erneuerung, zu einer Erlösung von außen, wie Sie sagen, von der Peripherie, kommen muss, ist auch mir klar. Und in Ih-ren großen Plan glaube ich mich sehr wohl zu finden.“31 An der Vorbereitung der Emigration, so Hesse, arbeite er bereits; falls er in Bezug auf „Stellung und Fortkommen“ günstige Aus-sicht habe, seien auch seine Eltern, auf die er doch zunächst Rücksicht nehme, dem Plan nicht entgegen – „die Pläne freilich, die weiter gehen, behalte ich ruhig für mich“.32 Freunden gegenüber gab er sich unterdessen offener – so schrieb ihm etwa Wilhelm Lang im August 1895, dass er ihn, wenn er seinen „großen Plan“ verwirklichen solle, vorher noch einmal zu se-hen wünsche.33 Trotz aller Begeisterung bewahrte eine gewisse – auch für sein späteres Leben charakteristische – pragmatische Skepsis Hesse in diesem Augen-blick vor einem allzu unbedachten Schritt. So bat er zunächst um weitere Auskünfte: „Bitte, gönnen Sie mir [...] weitere Mitteilung, da ich, mit der Situation ziemlich unbekannt, vor allem über die Möglichkeit einer Ausfüh-rung nur höchst unzulänglich kalkulieren kann. Ihre Idee nimmt all mein Interesse in Anspruch. [...] Ich bitte Sie also, mich näher aufzuklären. Wer weiß von Ihrem Gedanken? Halten Sie alles in absehbarer Zeit für möglich, auch Ihre Reise dahin etc.?“34
- in Deutschland unterstützte Erhebung der Deutschen drüben. Was die Regierung allein thun kann, ist, dass sie bei Gelegenheit der Ein-bringung des neuen Auswanderungsgesetzes im Reichstag beschließt, den Exodus nach Brasilien möglichst zu fördern und eventuell auf die dor-tige Regierung einen Druck in Hinsicht auf Zu-lassung gewisser Massen von Auswanderern aus-zuüben. Alles andere muss drüben geschehen, d. h. es müssen Waffen über die Grenze geschmug-gelt und die Ansiedler heimlich militärisch ge-schult werden, wenn auch ohne Parademarsch und Hurrah-Patriotismus. Einstweilen aber ist es von großem Nutzen, wenn möglichst viele gebildete und thatkräftige junge Deutsche [...] sich drüben friedlich niederlassen und sich eine Existenz gründen. Gelingt dann eines Tages der Plan, so ist es gut, gelingt er nicht, so schließt man seinen Frieden wie die Föderierten und fristet so weiter, oder wenn sich überhaupt der Plan von Haus aus als undurchführbar erweist, so lässt man ihn stecken und wirft sich lediglich darauf, Mammon zu sammeln, und wenigstens durch äußere Unabhängigkeit frei zu werden – die innere Freiheit muss natürlich vorher da sein. Ich hege aber, soweit ich die Verhältnisse über-sehe, die feste Überzeugung, dass sich eine mili-tärische Organisation der deutschen Kolonisten wohl erreichen ließe – die ewig wiederkehrenden Unruhen müssen ja die Leute dafür einnehmen – das Übrige wird sich dann unter dem Druck der Verhältnisse schon gestalten. Nur einmal die Macht! Erst aber, wenn sich drüben eine von Deutschen beherrschte Republik oder ein Frei-staat, wie es nun werden mag, etwa ähnlich wie der der Transvaal-Bauern, und in gewissen Di-mensionen, gebildet hat, wird sich ermessen las-sen, welche ungeheuren Einwirkungen dies auf unsere Zustände wird ausüben können.“36 Um Hesse über die praktischen Umstände der Auswanderung zu informieren, übersandte Kapff ihm einen Brief des aus der alten Calwer Familie Naschold stammenden Dichters und Kaufmanns Karl Naschold (1866–1924).37 Die-ser war 1887 nach Venâncio Aires (Rio Grande do Sul) emigriert, um sich einer von Pastor Karl Blumhardt (Sohn des berühmten Möttlinger
- in Deutschland unterstützte Erhebung der Deutschen drüben. Was die Regierung allein thun kann, ist, dass sie bei Gelegenheit der Ein-bringung des neuen Auswanderungsgesetzes im Reichstag beschließt, den Exodus nach Brasilien möglichst zu fördern und eventuell auf die dor-tige Regierung einen Druck in Hinsicht auf Zu-lassung gewisser Massen von Auswanderern aus-zuüben. Alles andere muss drüben geschehen, d. h. es müssen Waffen über die Grenze geschmug-gelt und die Ansiedler heimlich militärisch ge-schult werden, wenn auch ohne Parademarsch und Hurrah-Patriotismus. Einstweilen aber ist es von großem Nutzen, wenn möglichst viele gebildete und thatkräftige junge Deutsche [...] sich drüben friedlich niederlassen und sich eine Existenz gründen. Gelingt dann eines Tages der Plan, so ist es gut, gelingt er nicht, so schließt man seinen Frieden wie die Föderierten und fristet so weiter, oder wenn sich überhaupt der Plan von Haus aus als undurchführbar erweist, so lässt man ihn stecken und wirft sich lediglich darauf, Mammon zu sammeln, und wenigstens durch äußere Unabhängigkeit frei zu werden – die innere Freiheit muss natürlich vorher da sein. Ich hege aber, soweit ich die Verhältnisse über-sehe, die feste Überzeugung, dass sich eine mili-tärische Organisation der deutschen Kolonisten wohl erreichen ließe – die ewig wiederkehrenden Unruhen müssen ja die Leute dafür einnehmen – das Übrige wird sich dann unter dem Druck der Verhältnisse schon gestalten. Nur einmal die Macht! Erst aber, wenn sich drüben eine von Deutschen beherrschte Republik oder ein Frei-staat, wie es nun werden mag, etwa ähnlich wie der der Transvaal-Bauern, und in gewissen Di-mensionen, gebildet hat, wird sich ermessen las-sen, welche ungeheuren Einwirkungen dies auf unsere Zustände wird ausüben können.“36 Um Hesse über die praktischen Umstände der Auswanderung zu informieren, übersandte Kapff ihm einen Brief des aus der alten Calwer Familie Naschold stammenden Dichters und Kaufmanns Karl Naschold (1866–1924).37 Die-ser war 1887 nach Venâncio Aires (Rio Grande do Sul) emigriert, um sich einer von Pastor Karl Blumhardt (Sohn des berühmten Möttlinger
- in Deutschland unterstützte Erhebung der Deutschen drüben. Was die Regierung allein thun kann, ist, dass sie bei Gelegenheit der Ein-bringung des neuen Auswanderungsgesetzes im Reichstag beschließt, den Exodus nach Brasilien möglichst zu fördern und eventuell auf die dor-tige Regierung einen Druck in Hinsicht auf Zu-lassung gewisser Massen von Auswanderern aus-zuüben. Alles andere muss drüben geschehen, d. h. es müssen Waffen über die Grenze geschmug-gelt und die Ansiedler heimlich militärisch ge-schult werden, wenn auch ohne Parademarsch und Hurrah-Patriotismus. Einstweilen aber ist es von großem Nutzen, wenn möglichst viele gebildete und thatkräftige junge Deutsche [...] sich drüben friedlich niederlassen und sich eine Existenz gründen. Gelingt dann eines Tages der Plan, so ist es gut, gelingt er nicht, so schließt man seinen Frieden wie die Föderierten und fristet so weiter, oder wenn sich überhaupt der Plan von Haus aus als undurchführbar erweist, so lässt man ihn stecken und wirft sich lediglich darauf, Mammon zu sammeln, und wenigstens durch äußere Unabhängigkeit frei zu werden – die innere Freiheit muss natürlich vorher da sein. Ich hege aber, soweit ich die Verhältnisse über-sehe, die feste Überzeugung, dass sich eine mili-tärische Organisation der deutschen Kolonisten wohl erreichen ließe – die ewig wiederkehrenden Unruhen müssen ja die Leute dafür einnehmen – das Übrige wird sich dann unter dem Druck der Verhältnisse schon gestalten. Nur einmal die Macht! Erst aber, wenn sich drüben eine von Deutschen beherrschte Republik oder ein Frei-staat, wie es nun werden mag, etwa ähnlich wie der der Transvaal-Bauern, und in gewissen Di-mensionen, gebildet hat, wird sich ermessen las-sen, welche ungeheuren Einwirkungen dies auf unsere Zustände wird ausüben können.“36 Um Hesse über die praktischen Umstände der Auswanderung zu informieren, übersandte Kapff ihm einen Brief des aus der alten Calwer Familie Naschold stammenden Dichters und Kaufmanns Karl Naschold (1866–1924).37 Die-ser war 1887 nach Venâncio Aires (Rio Grande do Sul) emigriert, um sich einer von Pastor Karl Blumhardt (Sohn des berühmten Möttlinger
- in Deutschland unterstützte Erhebung der Deutschen drüben. Was die Regierung allein thun kann, ist, dass sie bei Gelegenheit der Ein-bringung des neuen Auswanderungsgesetzes im Reichstag beschließt, den Exodus nach Brasilien möglichst zu fördern und eventuell auf die dor-tige Regierung einen Druck in Hinsicht auf Zu-lassung gewisser Massen von Auswanderern aus-zuüben. Alles andere muss drüben geschehen, d. h. es müssen Waffen über die Grenze geschmug-gelt und die Ansiedler heimlich militärisch ge-schult werden, wenn auch ohne Parademarsch und Hurrah-Patriotismus. Einstweilen aber ist es von großem Nutzen, wenn möglichst viele gebildete und thatkräftige junge Deutsche [...] sich drüben friedlich niederlassen und sich eine Existenz gründen. Gelingt dann eines Tages der Plan, so ist es gut, gelingt er nicht, so schließt man seinen Frieden wie die Föderierten und fristet so weiter, oder wenn sich überhaupt der Plan von Haus aus als undurchführbar erweist, so lässt man ihn stecken und wirft sich lediglich darauf, Mammon zu sammeln, und wenigstens durch äußere Unabhängigkeit frei zu werden – die innere Freiheit muss natürlich vorher da sein. Ich hege aber, soweit ich die Verhältnisse über-sehe, die feste Überzeugung, dass sich eine mili-tärische Organisation der deutschen Kolonisten wohl erreichen ließe – die ewig wiederkehrenden Unruhen müssen ja die Leute dafür einnehmen – das Übrige wird sich dann unter dem Druck der Verhältnisse schon gestalten. Nur einmal die Macht! Erst aber, wenn sich drüben eine von Deutschen beherrschte Republik oder ein Frei-staat, wie es nun werden mag, etwa ähnlich wie der der Transvaal-Bauern, und in gewissen Di-mensionen, gebildet hat, wird sich ermessen las-sen, welche ungeheuren Einwirkungen dies auf unsere Zustände wird ausüben können.“36 Um Hesse über die praktischen Umstände der Auswanderung zu informieren, übersandte Kapff ihm einen Brief des aus der alten Calwer Familie Naschold stammenden Dichters und Kaufmanns Karl Naschold (1866–1924).37 Die-ser war 1887 nach Venâncio Aires (Rio Grande do Sul) emigriert, um sich einer von Pastor Karl Blumhardt (Sohn des berühmten Möttlinger
- in Deutschland unterstützte Erhebung der Deutschen drüben. Was die Regierung allein thun kann, ist, dass sie bei Gelegenheit der Ein-bringung des neuen Auswanderungsgesetzes im Reichstag beschließt, den Exodus nach Brasilien möglichst zu fördern und eventuell auf die dor-tige Regierung einen Druck in Hinsicht auf Zu-lassung gewisser Massen von Auswanderern aus-zuüben. Alles andere muss drüben geschehen, d. h. es müssen Waffen über die Grenze geschmug-gelt und die Ansiedler heimlich militärisch ge-schult werden, wenn auch ohne Parademarsch und Hurrah-Patriotismus. Einstweilen aber ist es von großem Nutzen, wenn möglichst viele gebildete und thatkräftige junge Deutsche [...] sich drüben friedlich niederlassen und sich eine Existenz gründen. Gelingt dann eines Tages der Plan, so ist es gut, gelingt er nicht, so schließt man seinen Frieden wie die Föderierten und fristet so weiter, oder wenn sich überhaupt der Plan von Haus aus als undurchführbar erweist, so lässt man ihn stecken und wirft sich lediglich darauf, Mammon zu sammeln, und wenigstens durch äußere Unabhängigkeit frei zu werden – die innere Freiheit muss natürlich vorher da sein. Ich hege aber, soweit ich die Verhältnisse über-sehe, die feste Überzeugung, dass sich eine mili-tärische Organisation der deutschen Kolonisten wohl erreichen ließe – die ewig wiederkehrenden Unruhen müssen ja die Leute dafür einnehmen – das Übrige wird sich dann unter dem Druck der Verhältnisse schon gestalten. Nur einmal die Macht! Erst aber, wenn sich drüben eine von Deutschen beherrschte Republik oder ein Frei-staat, wie es nun werden mag, etwa ähnlich wie der der Transvaal-Bauern, und in gewissen Di-mensionen, gebildet hat, wird sich ermessen las-sen, welche ungeheuren Einwirkungen dies auf unsere Zustände wird ausüben können.“36 Um Hesse über die praktischen Umstände der Auswanderung zu informieren, übersandte Kapff ihm einen Brief des aus der alten Calwer Familie Naschold stammenden Dichters und Kaufmanns Karl Naschold (1866–1924).37 Die-ser war 1887 nach Venâncio Aires (Rio Grande do Sul) emigriert, um sich einer von Pastor Karl Blumhardt (Sohn des berühmten Möttlinger
- in Deutschland unterstützte Erhebung der Deutschen drüben. Was die Regierung allein thun kann, ist, dass sie bei Gelegenheit der Ein-bringung des neuen Auswanderungsgesetzes im Reichstag beschließt, den Exodus nach Brasilien möglichst zu fördern und eventuell auf die dor-tige Regierung einen Druck in Hinsicht auf Zu-lassung gewisser Massen von Auswanderern aus-zuüben. Alles andere muss drüben geschehen, d. h. es müssen Waffen über die Grenze geschmug-gelt und die Ansiedler heimlich militärisch ge-schult werden, wenn auch ohne Parademarsch und Hurrah-Patriotismus. Einstweilen aber ist es von großem Nutzen, wenn möglichst viele gebildete und thatkräftige junge Deutsche [...] sich drüben friedlich niederlassen und sich eine Existenz gründen. Gelingt dann eines Tages der Plan, so ist es gut, gelingt er nicht, so schließt man seinen Frieden wie die Föderierten und fristet so weiter, oder wenn sich überhaupt der Plan von Haus aus als undurchführbar erweist, so lässt man ihn stecken und wirft sich lediglich darauf, Mammon zu sammeln, und wenigstens durch äußere Unabhängigkeit frei zu werden – die innere Freiheit muss natürlich vorher da sein. Ich hege aber, soweit ich die Verhältnisse über-sehe, die feste Überzeugung, dass sich eine mili-tärische Organisation der deutschen Kolonisten wohl erreichen ließe – die ewig wiederkehrenden Unruhen müssen ja die Leute dafür einnehmen – das Übrige wird sich dann unter dem Druck der Verhältnisse schon gestalten. Nur einmal die Macht! Erst aber, wenn sich drüben eine von Deutschen beherrschte Republik oder ein Frei-staat, wie es nun werden mag, etwa ähnlich wie der der Transvaal-Bauern, und in gewissen Di-mensionen, gebildet hat, wird sich ermessen las-sen, welche ungeheuren Einwirkungen dies auf unsere Zustände wird ausüben können.“36 Um Hesse über die praktischen Umstände der Auswanderung zu informieren, übersandte Kapff ihm einen Brief des aus der alten Calwer Familie Naschold stammenden Dichters und Kaufmanns Karl Naschold (1866–1924).37 Die-ser war 1887 nach Venâncio Aires (Rio Grande do Sul) emigriert, um sich einer von Pastor Karl Blumhardt (Sohn des berühmten Möttlinger
- Ich schicke Ihnen den Brief und empfehle Ihnen zugleich die Lektüre von H. Zöllers ‚Der Deut-sche im brasilischen Urwald‘40, das Ihnen die Zentralstelle für Handel und Gewerbe gewiss gerne leiht – mit dem ausdrücklichen Vermerk, dass ich hoffe, Sie werden sich daraus Ihre An-sicht selbst am besten bilden, denn es wäre ruchlos von mir, wenn ich in Andern Hoffnungen we-cken würde, die keine Aussichten auf Erfüllung haben.“41 Im Übrigen, so fügte Kapff hinzu, sei sein Schüler jetzt „im besten Alter, um derartige Plä-ne ernsthaft im Geiste zu wälzen, und geistig reif genug, um die konkreten Verhältnisse nüchtern anzuschauen“, wenngleich den Dichtern „die Phantasie gerne immer wieder Streiche“ spiele.42 Mit dem Verweis auf die Möglichkeit einer kaufmännischen Karriere in Brasilien baute Kapff Hesse unbewusst eine goldene Brücke, da sich dieser mittlerweile „im Einverständnis mit [seinen] Eltern“ entschlossen hatte, seine technische Ausbildung bei Perrot zugunsten der Erlernung eines „einfachen, elastischeren“ Fachs aufzugeben43: „Wenig Lust am Beruf, we-nig Aussicht auf gute Zukunft“ und schließlich auch gesundheitliche Probleme, so schrieb er am 1. Oktober 1895 an seinen Lehrer, hätten ihn zu dieser Entscheidung geführt; zudem hät-te seine „völlige Ausbildung zum Techniker noch einige Jahre (Studium etc.)“ erfordert.44 Da Hesses Vater seinen Sohn trotz mehrfacher Diskussionen nicht ohne Weiteres nach Brasi-lien abreisen lassen wollte, sondern erst, wenn dieser „das Zeug habe, in der Fremde ganz selbst-ständig leben zu können“, waren beide schließ-lich übereingekommen, dass Hermann eine re-gelrechte kaufmännische Lehre – etwa auf dem Gebiet des Buchhandels – durchlaufen sollte.45 Und im Grunde habe sein Vater damit recht, resümierte Hesse: „Ich denke stets an Brasilien, und schaden kann es nicht, wenn ich dahin erst abreise, wenn ich mir selber Brot schaffen kann. Auch handelt es sich ja nur um ein paar Jahre – wer weiß, ob ich
- Ich schicke Ihnen den Brief und empfehle Ihnen zugleich die Lektüre von H. Zöllers ‚Der Deut-sche im brasilischen Urwald‘40, das Ihnen die Zentralstelle für Handel und Gewerbe gewiss gerne leiht – mit dem ausdrücklichen Vermerk, dass ich hoffe, Sie werden sich daraus Ihre An-sicht selbst am besten bilden, denn es wäre ruchlos von mir, wenn ich in Andern Hoffnungen we-cken würde, die keine Aussichten auf Erfüllung haben.“41 Im Übrigen, so fügte Kapff hinzu, sei sein Schüler jetzt „im besten Alter, um derartige Plä-ne ernsthaft im Geiste zu wälzen, und geistig reif genug, um die konkreten Verhältnisse nüchtern anzuschauen“, wenngleich den Dichtern „die Phantasie gerne immer wieder Streiche“ spiele.42 Mit dem Verweis auf die Möglichkeit einer kaufmännischen Karriere in Brasilien baute Kapff Hesse unbewusst eine goldene Brücke, da sich dieser mittlerweile „im Einverständnis mit [seinen] Eltern“ entschlossen hatte, seine technische Ausbildung bei Perrot zugunsten der Erlernung eines „einfachen, elastischeren“ Fachs aufzugeben43: „Wenig Lust am Beruf, we-nig Aussicht auf gute Zukunft“ und schließlich auch gesundheitliche Probleme, so schrieb er am 1. Oktober 1895 an seinen Lehrer, hätten ihn zu dieser Entscheidung geführt; zudem hät-te seine „völlige Ausbildung zum Techniker noch einige Jahre (Studium etc.)“ erfordert.44 Da Hesses Vater seinen Sohn trotz mehrfacher Diskussionen nicht ohne Weiteres nach Brasi-lien abreisen lassen wollte, sondern erst, wenn dieser „das Zeug habe, in der Fremde ganz selbst-ständig leben zu können“, waren beide schließ-lich übereingekommen, dass Hermann eine re-gelrechte kaufmännische Lehre – etwa auf dem Gebiet des Buchhandels – durchlaufen sollte.45 Und im Grunde habe sein Vater damit recht, resümierte Hesse: „Ich denke stets an Brasilien, und schaden kann es nicht, wenn ich dahin erst abreise, wenn ich mir selber Brot schaffen kann. Auch handelt es sich ja nur um ein paar Jahre – wer weiß, ob ich
- Ich schicke Ihnen den Brief und empfehle Ihnen zugleich die Lektüre von H. Zöllers ‚Der Deut-sche im brasilischen Urwald‘40, das Ihnen die Zentralstelle für Handel und Gewerbe gewiss gerne leiht – mit dem ausdrücklichen Vermerk, dass ich hoffe, Sie werden sich daraus Ihre An-sicht selbst am besten bilden, denn es wäre ruchlos von mir, wenn ich in Andern Hoffnungen we-cken würde, die keine Aussichten auf Erfüllung haben.“41 Im Übrigen, so fügte Kapff hinzu, sei sein Schüler jetzt „im besten Alter, um derartige Plä-ne ernsthaft im Geiste zu wälzen, und geistig reif genug, um die konkreten Verhältnisse nüchtern anzuschauen“, wenngleich den Dichtern „die Phantasie gerne immer wieder Streiche“ spiele.42 Mit dem Verweis auf die Möglichkeit einer kaufmännischen Karriere in Brasilien baute Kapff Hesse unbewusst eine goldene Brücke, da sich dieser mittlerweile „im Einverständnis mit [seinen] Eltern“ entschlossen hatte, seine technische Ausbildung bei Perrot zugunsten der Erlernung eines „einfachen, elastischeren“ Fachs aufzugeben43: „Wenig Lust am Beruf, we-nig Aussicht auf gute Zukunft“ und schließlich auch gesundheitliche Probleme, so schrieb er am 1. Oktober 1895 an seinen Lehrer, hätten ihn zu dieser Entscheidung geführt; zudem hät-te seine „völlige Ausbildung zum Techniker noch einige Jahre (Studium etc.)“ erfordert.44 Da Hesses Vater seinen Sohn trotz mehrfacher Diskussionen nicht ohne Weiteres nach Brasi-lien abreisen lassen wollte, sondern erst, wenn dieser „das Zeug habe, in der Fremde ganz selbst-ständig leben zu können“, waren beide schließ-lich übereingekommen, dass Hermann eine re-gelrechte kaufmännische Lehre – etwa auf dem Gebiet des Buchhandels – durchlaufen sollte.45 Und im Grunde habe sein Vater damit recht, resümierte Hesse: „Ich denke stets an Brasilien, und schaden kann es nicht, wenn ich dahin erst abreise, wenn ich mir selber Brot schaffen kann. Auch handelt es sich ja nur um ein paar Jahre – wer weiß, ob ich
- Ich schicke Ihnen den Brief und empfehle Ihnen zugleich die Lektüre von H. Zöllers ‚Der Deut-sche im brasilischen Urwald‘40, das Ihnen die Zentralstelle für Handel und Gewerbe gewiss gerne leiht – mit dem ausdrücklichen Vermerk, dass ich hoffe, Sie werden sich daraus Ihre An-sicht selbst am besten bilden, denn es wäre ruchlos von mir, wenn ich in Andern Hoffnungen we-cken würde, die keine Aussichten auf Erfüllung haben.“41 Im Übrigen, so fügte Kapff hinzu, sei sein Schüler jetzt „im besten Alter, um derartige Plä-ne ernsthaft im Geiste zu wälzen, und geistig reif genug, um die konkreten Verhältnisse nüchtern anzuschauen“, wenngleich den Dichtern „die Phantasie gerne immer wieder Streiche“ spiele.42 Mit dem Verweis auf die Möglichkeit einer kaufmännischen Karriere in Brasilien baute Kapff Hesse unbewusst eine goldene Brücke, da sich dieser mittlerweile „im Einverständnis mit [seinen] Eltern“ entschlossen hatte, seine technische Ausbildung bei Perrot zugunsten der Erlernung eines „einfachen, elastischeren“ Fachs aufzugeben43: „Wenig Lust am Beruf, we-nig Aussicht auf gute Zukunft“ und schließlich auch gesundheitliche Probleme, so schrieb er am 1. Oktober 1895 an seinen Lehrer, hätten ihn zu dieser Entscheidung geführt; zudem hät-te seine „völlige Ausbildung zum Techniker noch einige Jahre (Studium etc.)“ erfordert.44 Da Hesses Vater seinen Sohn trotz mehrfacher Diskussionen nicht ohne Weiteres nach Brasi-lien abreisen lassen wollte, sondern erst, wenn dieser „das Zeug habe, in der Fremde ganz selbst-ständig leben zu können“, waren beide schließ-lich übereingekommen, dass Hermann eine re-gelrechte kaufmännische Lehre – etwa auf dem Gebiet des Buchhandels – durchlaufen sollte.45 Und im Grunde habe sein Vater damit recht, resümierte Hesse: „Ich denke stets an Brasilien, und schaden kann es nicht, wenn ich dahin erst abreise, wenn ich mir selber Brot schaffen kann. Auch handelt es sich ja nur um ein paar Jahre – wer weiß, ob ich
- Ich schicke Ihnen den Brief und empfehle Ihnen zugleich die Lektüre von H. Zöllers ‚Der Deut-sche im brasilischen Urwald‘40, das Ihnen die Zentralstelle für Handel und Gewerbe gewiss gerne leiht – mit dem ausdrücklichen Vermerk, dass ich hoffe, Sie werden sich daraus Ihre An-sicht selbst am besten bilden, denn es wäre ruchlos von mir, wenn ich in Andern Hoffnungen we-cken würde, die keine Aussichten auf Erfüllung haben.“41 Im Übrigen, so fügte Kapff hinzu, sei sein Schüler jetzt „im besten Alter, um derartige Plä-ne ernsthaft im Geiste zu wälzen, und geistig reif genug, um die konkreten Verhältnisse nüchtern anzuschauen“, wenngleich den Dichtern „die Phantasie gerne immer wieder Streiche“ spiele.42 Mit dem Verweis auf die Möglichkeit einer kaufmännischen Karriere in Brasilien baute Kapff Hesse unbewusst eine goldene Brücke, da sich dieser mittlerweile „im Einverständnis mit [seinen] Eltern“ entschlossen hatte, seine technische Ausbildung bei Perrot zugunsten der Erlernung eines „einfachen, elastischeren“ Fachs aufzugeben43: „Wenig Lust am Beruf, we-nig Aussicht auf gute Zukunft“ und schließlich auch gesundheitliche Probleme, so schrieb er am 1. Oktober 1895 an seinen Lehrer, hätten ihn zu dieser Entscheidung geführt; zudem hät-te seine „völlige Ausbildung zum Techniker noch einige Jahre (Studium etc.)“ erfordert.44 Da Hesses Vater seinen Sohn trotz mehrfacher Diskussionen nicht ohne Weiteres nach Brasi-lien abreisen lassen wollte, sondern erst, wenn dieser „das Zeug habe, in der Fremde ganz selbst-ständig leben zu können“, waren beide schließ-lich übereingekommen, dass Hermann eine re-gelrechte kaufmännische Lehre – etwa auf dem Gebiet des Buchhandels – durchlaufen sollte.45 Und im Grunde habe sein Vater damit recht, resümierte Hesse: „Ich denke stets an Brasilien, und schaden kann es nicht, wenn ich dahin erst abreise, wenn ich mir selber Brot schaffen kann. Auch handelt es sich ja nur um ein paar Jahre – wer weiß, ob ich
- Ich schicke Ihnen den Brief und empfehle Ihnen zugleich die Lektüre von H. Zöllers ‚Der Deut-sche im brasilischen Urwald‘40, das Ihnen die Zentralstelle für Handel und Gewerbe gewiss gerne leiht – mit dem ausdrücklichen Vermerk, dass ich hoffe, Sie werden sich daraus Ihre An-sicht selbst am besten bilden, denn es wäre ruchlos von mir, wenn ich in Andern Hoffnungen we-cken würde, die keine Aussichten auf Erfüllung haben.“41 Im Übrigen, so fügte Kapff hinzu, sei sein Schüler jetzt „im besten Alter, um derartige Plä-ne ernsthaft im Geiste zu wälzen, und geistig reif genug, um die konkreten Verhältnisse nüchtern anzuschauen“, wenngleich den Dichtern „die Phantasie gerne immer wieder Streiche“ spiele.42 Mit dem Verweis auf die Möglichkeit einer kaufmännischen Karriere in Brasilien baute Kapff Hesse unbewusst eine goldene Brücke, da sich dieser mittlerweile „im Einverständnis mit [seinen] Eltern“ entschlossen hatte, seine technische Ausbildung bei Perrot zugunsten der Erlernung eines „einfachen, elastischeren“ Fachs aufzugeben43: „Wenig Lust am Beruf, we-nig Aussicht auf gute Zukunft“ und schließlich auch gesundheitliche Probleme, so schrieb er am 1. Oktober 1895 an seinen Lehrer, hätten ihn zu dieser Entscheidung geführt; zudem hät-te seine „völlige Ausbildung zum Techniker noch einige Jahre (Studium etc.)“ erfordert.44 Da Hesses Vater seinen Sohn trotz mehrfacher Diskussionen nicht ohne Weiteres nach Brasi-lien abreisen lassen wollte, sondern erst, wenn dieser „das Zeug habe, in der Fremde ganz selbst-ständig leben zu können“, waren beide schließ-lich übereingekommen, dass Hermann eine re-gelrechte kaufmännische Lehre – etwa auf dem Gebiet des Buchhandels – durchlaufen sollte.45 Und im Grunde habe sein Vater damit recht, resümierte Hesse: „Ich denke stets an Brasilien, und schaden kann es nicht, wenn ich dahin erst abreise, wenn ich mir selber Brot schaffen kann. Auch handelt es sich ja nur um ein paar Jahre – wer weiß, ob ich
- Bis er sein „eigener Herr“ sei, so Hesse, habe er nun „Zeit, Tüchtiges zu lernen“ und sich „mit Brasilien, Land und Leuten dort etc. bestmöglich bekannt zu machen“. Zunehmend stellten sich ihm dabei praktische Fragen: Wie würde sich die Auswanderung mit seiner Militärpflicht als „württembergischer Untertan“ vertragen? Wie sollte er Portugiesisch lernen? Und wieviel wäre für die Hinreise zu zahlen?48 Besonders aber beschäftigte ihn nach wie vor Kapffs „großer, befreiender Gedanke“, über den er von seinem Lehrer erneut weitergehende In-formationen erbat: „Erlauben Sie mir nun, auf einige Stellen Ihres Briefes wörtlich einzugehen! Sie sagen: ‚Wir müssen diese Provinzen (Rio etc.) zu bekommen suchen durch eine von einem geheimen Bund in Deutschland unterstützte Erhebung der D. drüben.‘ Besteht, wenn ich fragen darf, schon ein solcher geheimer Bund? Besteht er nur in der ver-bindenden Idee, so bin ich schon Mitglied. [...] Als Lernender, der eigene Gelder nicht besitzt, könnte ich einem organisierten Bund jetzt aller-dings noch nicht beitreten.“49 Und auch Hesses kulturpessimistischer Blick auf die Entwicklung der europäischen Kultur- und Literaturszene trat in diesem Brief wieder ganz deutlich in den Vordergrund: „Wie wird‘s noch werden? Wird wirklich der einseitige Naturalismus als Kunst der Zukunft aus dem Kampf hervorgehen? Kommt es soweit, dann werde ich froh sein, mich weit vom Ge-stank in Rio Grande zu befinden.“50 Ganz grundsätzlich ist festzustellen, dass der bürgerlich-elitäre Abscheu, den sowohl Hesse als auch Kapff gegenüber Hedonismus, „Sit-tenlosigkeit“ und Materialismus der unteren Schichten empfanden, für die Entwicklung ihrer Auswanderungs- und Kolonialphantasien eine bedeutende Rolle spielten. Der Aufstieg der Sozialdemokratie erschien ihnen als politische, der Siegeszug des Naturalismus in der Literatur als kulturelle Ausdrucksform eines allgemeinen,
- Bis er sein „eigener Herr“ sei, so Hesse, habe er nun „Zeit, Tüchtiges zu lernen“ und sich „mit Brasilien, Land und Leuten dort etc. bestmöglich bekannt zu machen“. Zunehmend stellten sich ihm dabei praktische Fragen: Wie würde sich die Auswanderung mit seiner Militärpflicht als „württembergischer Untertan“ vertragen? Wie sollte er Portugiesisch lernen? Und wieviel wäre für die Hinreise zu zahlen?48 Besonders aber beschäftigte ihn nach wie vor Kapffs „großer, befreiender Gedanke“, über den er von seinem Lehrer erneut weitergehende In-formationen erbat: „Erlauben Sie mir nun, auf einige Stellen Ihres Briefes wörtlich einzugehen! Sie sagen: ‚Wir müssen diese Provinzen (Rio etc.) zu bekommen suchen durch eine von einem geheimen Bund in Deutschland unterstützte Erhebung der D. drüben.‘ Besteht, wenn ich fragen darf, schon ein solcher geheimer Bund? Besteht er nur in der ver-bindenden Idee, so bin ich schon Mitglied. [...] Als Lernender, der eigene Gelder nicht besitzt, könnte ich einem organisierten Bund jetzt aller-dings noch nicht beitreten.“49 Und auch Hesses kulturpessimistischer Blick auf die Entwicklung der europäischen Kultur- und Literaturszene trat in diesem Brief wieder ganz deutlich in den Vordergrund: „Wie wird‘s noch werden? Wird wirklich der einseitige Naturalismus als Kunst der Zukunft aus dem Kampf hervorgehen? Kommt es soweit, dann werde ich froh sein, mich weit vom Ge-stank in Rio Grande zu befinden.“50 Ganz grundsätzlich ist festzustellen, dass der bürgerlich-elitäre Abscheu, den sowohl Hesse als auch Kapff gegenüber Hedonismus, „Sit-tenlosigkeit“ und Materialismus der unteren Schichten empfanden, für die Entwicklung ihrer Auswanderungs- und Kolonialphantasien eine bedeutende Rolle spielten. Der Aufstieg der Sozialdemokratie erschien ihnen als politische, der Siegeszug des Naturalismus in der Literatur als kulturelle Ausdrucksform eines allgemeinen,
- Bis er sein „eigener Herr“ sei, so Hesse, habe er nun „Zeit, Tüchtiges zu lernen“ und sich „mit Brasilien, Land und Leuten dort etc. bestmöglich bekannt zu machen“. Zunehmend stellten sich ihm dabei praktische Fragen: Wie würde sich die Auswanderung mit seiner Militärpflicht als „württembergischer Untertan“ vertragen? Wie sollte er Portugiesisch lernen? Und wieviel wäre für die Hinreise zu zahlen?48 Besonders aber beschäftigte ihn nach wie vor Kapffs „großer, befreiender Gedanke“, über den er von seinem Lehrer erneut weitergehende In-formationen erbat: „Erlauben Sie mir nun, auf einige Stellen Ihres Briefes wörtlich einzugehen! Sie sagen: ‚Wir müssen diese Provinzen (Rio etc.) zu bekommen suchen durch eine von einem geheimen Bund in Deutschland unterstützte Erhebung der D. drüben.‘ Besteht, wenn ich fragen darf, schon ein solcher geheimer Bund? Besteht er nur in der ver-bindenden Idee, so bin ich schon Mitglied. [...] Als Lernender, der eigene Gelder nicht besitzt, könnte ich einem organisierten Bund jetzt aller-dings noch nicht beitreten.“49 Und auch Hesses kulturpessimistischer Blick auf die Entwicklung der europäischen Kultur- und Literaturszene trat in diesem Brief wieder ganz deutlich in den Vordergrund: „Wie wird‘s noch werden? Wird wirklich der einseitige Naturalismus als Kunst der Zukunft aus dem Kampf hervorgehen? Kommt es soweit, dann werde ich froh sein, mich weit vom Ge-stank in Rio Grande zu befinden.“50 Ganz grundsätzlich ist festzustellen, dass der bürgerlich-elitäre Abscheu, den sowohl Hesse als auch Kapff gegenüber Hedonismus, „Sit-tenlosigkeit“ und Materialismus der unteren Schichten empfanden, für die Entwicklung ihrer Auswanderungs- und Kolonialphantasien eine bedeutende Rolle spielten. Der Aufstieg der Sozialdemokratie erschien ihnen als politische, der Siegeszug des Naturalismus in der Literatur als kulturelle Ausdrucksform eines allgemeinen,
- Bis er sein „eigener Herr“ sei, so Hesse, habe er nun „Zeit, Tüchtiges zu lernen“ und sich „mit Brasilien, Land und Leuten dort etc. bestmöglich bekannt zu machen“. Zunehmend stellten sich ihm dabei praktische Fragen: Wie würde sich die Auswanderung mit seiner Militärpflicht als „württembergischer Untertan“ vertragen? Wie sollte er Portugiesisch lernen? Und wieviel wäre für die Hinreise zu zahlen?48 Besonders aber beschäftigte ihn nach wie vor Kapffs „großer, befreiender Gedanke“, über den er von seinem Lehrer erneut weitergehende In-formationen erbat: „Erlauben Sie mir nun, auf einige Stellen Ihres Briefes wörtlich einzugehen! Sie sagen: ‚Wir müssen diese Provinzen (Rio etc.) zu bekommen suchen durch eine von einem geheimen Bund in Deutschland unterstützte Erhebung der D. drüben.‘ Besteht, wenn ich fragen darf, schon ein solcher geheimer Bund? Besteht er nur in der ver-bindenden Idee, so bin ich schon Mitglied. [...] Als Lernender, der eigene Gelder nicht besitzt, könnte ich einem organisierten Bund jetzt aller-dings noch nicht beitreten.“49 Und auch Hesses kulturpessimistischer Blick auf die Entwicklung der europäischen Kultur- und Literaturszene trat in diesem Brief wieder ganz deutlich in den Vordergrund: „Wie wird‘s noch werden? Wird wirklich der einseitige Naturalismus als Kunst der Zukunft aus dem Kampf hervorgehen? Kommt es soweit, dann werde ich froh sein, mich weit vom Ge-stank in Rio Grande zu befinden.“50 Ganz grundsätzlich ist festzustellen, dass der bürgerlich-elitäre Abscheu, den sowohl Hesse als auch Kapff gegenüber Hedonismus, „Sit-tenlosigkeit“ und Materialismus der unteren Schichten empfanden, für die Entwicklung ihrer Auswanderungs- und Kolonialphantasien eine bedeutende Rolle spielten. Der Aufstieg der Sozialdemokratie erschien ihnen als politische, der Siegeszug des Naturalismus in der Literatur als kulturelle Ausdrucksform eines allgemeinen,
- Bis er sein „eigener Herr“ sei, so Hesse, habe er nun „Zeit, Tüchtiges zu lernen“ und sich „mit Brasilien, Land und Leuten dort etc. bestmöglich bekannt zu machen“. Zunehmend stellten sich ihm dabei praktische Fragen: Wie würde sich die Auswanderung mit seiner Militärpflicht als „württembergischer Untertan“ vertragen? Wie sollte er Portugiesisch lernen? Und wieviel wäre für die Hinreise zu zahlen?48 Besonders aber beschäftigte ihn nach wie vor Kapffs „großer, befreiender Gedanke“, über den er von seinem Lehrer erneut weitergehende In-formationen erbat: „Erlauben Sie mir nun, auf einige Stellen Ihres Briefes wörtlich einzugehen! Sie sagen: ‚Wir müssen diese Provinzen (Rio etc.) zu bekommen suchen durch eine von einem geheimen Bund in Deutschland unterstützte Erhebung der D. drüben.‘ Besteht, wenn ich fragen darf, schon ein solcher geheimer Bund? Besteht er nur in der ver-bindenden Idee, so bin ich schon Mitglied. [...] Als Lernender, der eigene Gelder nicht besitzt, könnte ich einem organisierten Bund jetzt aller-dings noch nicht beitreten.“49 Und auch Hesses kulturpessimistischer Blick auf die Entwicklung der europäischen Kultur- und Literaturszene trat in diesem Brief wieder ganz deutlich in den Vordergrund: „Wie wird‘s noch werden? Wird wirklich der einseitige Naturalismus als Kunst der Zukunft aus dem Kampf hervorgehen? Kommt es soweit, dann werde ich froh sein, mich weit vom Ge-stank in Rio Grande zu befinden.“50 Ganz grundsätzlich ist festzustellen, dass der bürgerlich-elitäre Abscheu, den sowohl Hesse als auch Kapff gegenüber Hedonismus, „Sit-tenlosigkeit“ und Materialismus der unteren Schichten empfanden, für die Entwicklung ihrer Auswanderungs- und Kolonialphantasien eine bedeutende Rolle spielten. Der Aufstieg der Sozialdemokratie erschien ihnen als politische, der Siegeszug des Naturalismus in der Literatur als kulturelle Ausdrucksform eines allgemeinen,
- Bis er sein „eigener Herr“ sei, so Hesse, habe er nun „Zeit, Tüchtiges zu lernen“ und sich „mit Brasilien, Land und Leuten dort etc. bestmöglich bekannt zu machen“. Zunehmend stellten sich ihm dabei praktische Fragen: Wie würde sich die Auswanderung mit seiner Militärpflicht als „württembergischer Untertan“ vertragen? Wie sollte er Portugiesisch lernen? Und wieviel wäre für die Hinreise zu zahlen?48 Besonders aber beschäftigte ihn nach wie vor Kapffs „großer, befreiender Gedanke“, über den er von seinem Lehrer erneut weitergehende In-formationen erbat: „Erlauben Sie mir nun, auf einige Stellen Ihres Briefes wörtlich einzugehen! Sie sagen: ‚Wir müssen diese Provinzen (Rio etc.) zu bekommen suchen durch eine von einem geheimen Bund in Deutschland unterstützte Erhebung der D. drüben.‘ Besteht, wenn ich fragen darf, schon ein solcher geheimer Bund? Besteht er nur in der ver-bindenden Idee, so bin ich schon Mitglied. [...] Als Lernender, der eigene Gelder nicht besitzt, könnte ich einem organisierten Bund jetzt aller-dings noch nicht beitreten.“49 Und auch Hesses kulturpessimistischer Blick auf die Entwicklung der europäischen Kultur- und Literaturszene trat in diesem Brief wieder ganz deutlich in den Vordergrund: „Wie wird‘s noch werden? Wird wirklich der einseitige Naturalismus als Kunst der Zukunft aus dem Kampf hervorgehen? Kommt es soweit, dann werde ich froh sein, mich weit vom Ge-stank in Rio Grande zu befinden.“50 Ganz grundsätzlich ist festzustellen, dass der bürgerlich-elitäre Abscheu, den sowohl Hesse als auch Kapff gegenüber Hedonismus, „Sit-tenlosigkeit“ und Materialismus der unteren Schichten empfanden, für die Entwicklung ihrer Auswanderungs- und Kolonialphantasien eine bedeutende Rolle spielten. Der Aufstieg der Sozialdemokratie erschien ihnen als politische, der Siegeszug des Naturalismus in der Literatur als kulturelle Ausdrucksform eines allgemeinen,
- Angesichts von so vielen Tausenden „verschwein-ten Angehörigen unseres Volkstums, an dem man so gern eine Freude haben möchte“, resümierte der ebenfalls schriftstellerisch tätige Gymnasial-professor, könne einem „der Geschmack an einer poetischen Gestaltung der Außenwelt immer mehr gründlich vergehen“ und die „Freude an der schönen Litteratur [...] einigermaßen verdorben werden“.56 Brasilien erschien Kolonialenthusiasten wie Kapff und Hesse demgegenüber als ein mög-licher „Jungbrunnen der Nation“, wo sich eine deutsche Gesellschaft und Kultur jenseits von „Großstadtzivilisation und industriegesellschaft-licher Entfremdung“ und frei von Klassengegen-sätzen neu entwickeln könnte.57
- Angesichts von so vielen Tausenden „verschwein-ten Angehörigen unseres Volkstums, an dem man so gern eine Freude haben möchte“, resümierte der ebenfalls schriftstellerisch tätige Gymnasial-professor, könne einem „der Geschmack an einer poetischen Gestaltung der Außenwelt immer mehr gründlich vergehen“ und die „Freude an der schönen Litteratur [...] einigermaßen verdorben werden“.56 Brasilien erschien Kolonialenthusiasten wie Kapff und Hesse demgegenüber als ein mög-licher „Jungbrunnen der Nation“, wo sich eine deutsche Gesellschaft und Kultur jenseits von „Großstadtzivilisation und industriegesellschaft-licher Entfremdung“ und frei von Klassengegen-sätzen neu entwickeln könnte.57
- Angesichts von so vielen Tausenden „verschwein-ten Angehörigen unseres Volkstums, an dem man so gern eine Freude haben möchte“, resümierte der ebenfalls schriftstellerisch tätige Gymnasial-professor, könne einem „der Geschmack an einer poetischen Gestaltung der Außenwelt immer mehr gründlich vergehen“ und die „Freude an der schönen Litteratur [...] einigermaßen verdorben werden“.56 Brasilien erschien Kolonialenthusiasten wie Kapff und Hesse demgegenüber als ein mög-licher „Jungbrunnen der Nation“, wo sich eine deutsche Gesellschaft und Kultur jenseits von „Großstadtzivilisation und industriegesellschaft-licher Entfremdung“ und frei von Klassengegen-sätzen neu entwickeln könnte.57
- Angesichts von so vielen Tausenden „verschwein-ten Angehörigen unseres Volkstums, an dem man so gern eine Freude haben möchte“, resümierte der ebenfalls schriftstellerisch tätige Gymnasial-professor, könne einem „der Geschmack an einer poetischen Gestaltung der Außenwelt immer mehr gründlich vergehen“ und die „Freude an der schönen Litteratur [...] einigermaßen verdorben werden“.56 Brasilien erschien Kolonialenthusiasten wie Kapff und Hesse demgegenüber als ein mög-licher „Jungbrunnen der Nation“, wo sich eine deutsche Gesellschaft und Kultur jenseits von „Großstadtzivilisation und industriegesellschaft-licher Entfremdung“ und frei von Klassengegen-sätzen neu entwickeln könnte.57
- Angesichts von so vielen Tausenden „verschwein-ten Angehörigen unseres Volkstums, an dem man so gern eine Freude haben möchte“, resümierte der ebenfalls schriftstellerisch tätige Gymnasial-professor, könne einem „der Geschmack an einer poetischen Gestaltung der Außenwelt immer mehr gründlich vergehen“ und die „Freude an der schönen Litteratur [...] einigermaßen verdorben werden“.56 Brasilien erschien Kolonialenthusiasten wie Kapff und Hesse demgegenüber als ein mög-licher „Jungbrunnen der Nation“, wo sich eine deutsche Gesellschaft und Kultur jenseits von „Großstadtzivilisation und industriegesellschaft-licher Entfremdung“ und frei von Klassengegen-sätzen neu entwickeln könnte.57
- Angesichts von so vielen Tausenden „verschwein-ten Angehörigen unseres Volkstums, an dem man so gern eine Freude haben möchte“, resümierte der ebenfalls schriftstellerisch tätige Gymnasial-professor, könne einem „der Geschmack an einer poetischen Gestaltung der Außenwelt immer mehr gründlich vergehen“ und die „Freude an der schönen Litteratur [...] einigermaßen verdorben werden“.56 Brasilien erschien Kolonialenthusiasten wie Kapff und Hesse demgegenüber als ein mög-licher „Jungbrunnen der Nation“, wo sich eine deutsche Gesellschaft und Kultur jenseits von „Großstadtzivilisation und industriegesellschaft-licher Entfremdung“ und frei von Klassengegen-sätzen neu entwickeln könnte.57
- Der letztere fuhr fort, seinem einstigen Schüler Informationsmaterialien über die Lage jenseits des Atlantiks zuzusenden, und versprach, „in Bälde an H. Weigandt, den Direktor des Nordd. Lloyd, der sich sehr für ‚Brasilien‘ interessiert, zu schreiben und ihn um seine Ansicht wegen Bil-dung eines neuen Verbands zu bitten“.63 Hesse wiederum fühlte sich weiterhin von „Auswan-derungssehnsucht“ ergriffen64; Mitte Januar 1896 schrieb er seinen Eltern, er glaube, dass er „im Notfall, etwa in Brasilien“ seine Biblio-thek „sehr wohl auf Goethes Werke beschränken“ könnte.65 Grundsätzlich aber nahm Südamerika in die-ser Zeit für Hesse allmählich die Züge einer verblassenden Traumwelt an – immer noch bedeutsam, als möglicher imaginärer Flucht-punkt vor dem gefürchteten Abrutschen in die bürgerliche Alltagsexistenz, aber nicht mehr als konkretes Ziel, auf dessen Erreichen er aktiv hingearbeitet hätte. An die Stelle der euphori-schen Aufbruchstimmung früherer Tage trat ein modernitätskritischer Weltschmerz, dem er wohl am schönsten in einem Brief an Kapff vom 7. Februar 1896 Ausdruck verlieh: „Die Sehnsucht nach einem gesunden Dasein, nach einer schlichten Kultur, nach wahrem Le-ben, nach Brasilien, schläft bei mir nimmer, den Röntgenschen Strahlen entflöhe ich gerne, gern der Halbwissenschaft, die Knospen gewalt-sam öffnen will, der Literatur ohne Gesetze, der Kunst ohne Ästhetik; es zieht mich nach Westen wie die tagmüde Sonne, und ich würde dort wie die Sonne neuen, roten Glanz gewinnen, wenn der Ozean den Firnis und Staub von meiner See-le gewaschen hätte. Das lebendigste Herz wird in diesem hastigen, gereizten, übersättigten Leben vor der Zeit alt und weltmüde. ‚Gebt mir einen großen Gedanken, dass ich lebe!‘ Dies grelle Blü-hen unserer Literatur, unserer Geschichtsschrei-bung, dies Sterngucken und Schatzgraben ist so ganz das Zeichen einer sich selbst ungenügenden Zeit, eines unwahren, gesteigerten Schattenle-bens, unsere ganze Zivilisation ist morphium-süchtig: Und ich möchte leben, nicht wie ein hastiger Schatten, wie ein Schwindsüchtiger,
- Der letztere fuhr fort, seinem einstigen Schüler Informationsmaterialien über die Lage jenseits des Atlantiks zuzusenden, und versprach, „in Bälde an H. Weigandt, den Direktor des Nordd. Lloyd, der sich sehr für ‚Brasilien‘ interessiert, zu schreiben und ihn um seine Ansicht wegen Bil-dung eines neuen Verbands zu bitten“.63 Hesse wiederum fühlte sich weiterhin von „Auswan-derungssehnsucht“ ergriffen64; Mitte Januar 1896 schrieb er seinen Eltern, er glaube, dass er „im Notfall, etwa in Brasilien“ seine Biblio-thek „sehr wohl auf Goethes Werke beschränken“ könnte.65 Grundsätzlich aber nahm Südamerika in die-ser Zeit für Hesse allmählich die Züge einer verblassenden Traumwelt an – immer noch bedeutsam, als möglicher imaginärer Flucht-punkt vor dem gefürchteten Abrutschen in die bürgerliche Alltagsexistenz, aber nicht mehr als konkretes Ziel, auf dessen Erreichen er aktiv hingearbeitet hätte. An die Stelle der euphori-schen Aufbruchstimmung früherer Tage trat ein modernitätskritischer Weltschmerz, dem er wohl am schönsten in einem Brief an Kapff vom 7. Februar 1896 Ausdruck verlieh: „Die Sehnsucht nach einem gesunden Dasein, nach einer schlichten Kultur, nach wahrem Le-ben, nach Brasilien, schläft bei mir nimmer, den Röntgenschen Strahlen entflöhe ich gerne, gern der Halbwissenschaft, die Knospen gewalt-sam öffnen will, der Literatur ohne Gesetze, der Kunst ohne Ästhetik; es zieht mich nach Westen wie die tagmüde Sonne, und ich würde dort wie die Sonne neuen, roten Glanz gewinnen, wenn der Ozean den Firnis und Staub von meiner See-le gewaschen hätte. Das lebendigste Herz wird in diesem hastigen, gereizten, übersättigten Leben vor der Zeit alt und weltmüde. ‚Gebt mir einen großen Gedanken, dass ich lebe!‘ Dies grelle Blü-hen unserer Literatur, unserer Geschichtsschrei-bung, dies Sterngucken und Schatzgraben ist so ganz das Zeichen einer sich selbst ungenügenden Zeit, eines unwahren, gesteigerten Schattenle-bens, unsere ganze Zivilisation ist morphium-süchtig: Und ich möchte leben, nicht wie ein hastiger Schatten, wie ein Schwindsüchtiger,
- Der letztere fuhr fort, seinem einstigen Schüler Informationsmaterialien über die Lage jenseits des Atlantiks zuzusenden, und versprach, „in Bälde an H. Weigandt, den Direktor des Nordd. Lloyd, der sich sehr für ‚Brasilien‘ interessiert, zu schreiben und ihn um seine Ansicht wegen Bil-dung eines neuen Verbands zu bitten“.63 Hesse wiederum fühlte sich weiterhin von „Auswan-derungssehnsucht“ ergriffen64; Mitte Januar 1896 schrieb er seinen Eltern, er glaube, dass er „im Notfall, etwa in Brasilien“ seine Biblio-thek „sehr wohl auf Goethes Werke beschränken“ könnte.65 Grundsätzlich aber nahm Südamerika in die-ser Zeit für Hesse allmählich die Züge einer verblassenden Traumwelt an – immer noch bedeutsam, als möglicher imaginärer Flucht-punkt vor dem gefürchteten Abrutschen in die bürgerliche Alltagsexistenz, aber nicht mehr als konkretes Ziel, auf dessen Erreichen er aktiv hingearbeitet hätte. An die Stelle der euphori-schen Aufbruchstimmung früherer Tage trat ein modernitätskritischer Weltschmerz, dem er wohl am schönsten in einem Brief an Kapff vom 7. Februar 1896 Ausdruck verlieh: „Die Sehnsucht nach einem gesunden Dasein, nach einer schlichten Kultur, nach wahrem Le-ben, nach Brasilien, schläft bei mir nimmer, den Röntgenschen Strahlen entflöhe ich gerne, gern der Halbwissenschaft, die Knospen gewalt-sam öffnen will, der Literatur ohne Gesetze, der Kunst ohne Ästhetik; es zieht mich nach Westen wie die tagmüde Sonne, und ich würde dort wie die Sonne neuen, roten Glanz gewinnen, wenn der Ozean den Firnis und Staub von meiner See-le gewaschen hätte. Das lebendigste Herz wird in diesem hastigen, gereizten, übersättigten Leben vor der Zeit alt und weltmüde. ‚Gebt mir einen großen Gedanken, dass ich lebe!‘ Dies grelle Blü-hen unserer Literatur, unserer Geschichtsschrei-bung, dies Sterngucken und Schatzgraben ist so ganz das Zeichen einer sich selbst ungenügenden Zeit, eines unwahren, gesteigerten Schattenle-bens, unsere ganze Zivilisation ist morphium-süchtig: Und ich möchte leben, nicht wie ein hastiger Schatten, wie ein Schwindsüchtiger,
- Der letztere fuhr fort, seinem einstigen Schüler Informationsmaterialien über die Lage jenseits des Atlantiks zuzusenden, und versprach, „in Bälde an H. Weigandt, den Direktor des Nordd. Lloyd, der sich sehr für ‚Brasilien‘ interessiert, zu schreiben und ihn um seine Ansicht wegen Bil-dung eines neuen Verbands zu bitten“.63 Hesse wiederum fühlte sich weiterhin von „Auswan-derungssehnsucht“ ergriffen64; Mitte Januar 1896 schrieb er seinen Eltern, er glaube, dass er „im Notfall, etwa in Brasilien“ seine Biblio-thek „sehr wohl auf Goethes Werke beschränken“ könnte.65 Grundsätzlich aber nahm Südamerika in die-ser Zeit für Hesse allmählich die Züge einer verblassenden Traumwelt an – immer noch bedeutsam, als möglicher imaginärer Flucht-punkt vor dem gefürchteten Abrutschen in die bürgerliche Alltagsexistenz, aber nicht mehr als konkretes Ziel, auf dessen Erreichen er aktiv hingearbeitet hätte. An die Stelle der euphori-schen Aufbruchstimmung früherer Tage trat ein modernitätskritischer Weltschmerz, dem er wohl am schönsten in einem Brief an Kapff vom 7. Februar 1896 Ausdruck verlieh: „Die Sehnsucht nach einem gesunden Dasein, nach einer schlichten Kultur, nach wahrem Le-ben, nach Brasilien, schläft bei mir nimmer, den Röntgenschen Strahlen entflöhe ich gerne, gern der Halbwissenschaft, die Knospen gewalt-sam öffnen will, der Literatur ohne Gesetze, der Kunst ohne Ästhetik; es zieht mich nach Westen wie die tagmüde Sonne, und ich würde dort wie die Sonne neuen, roten Glanz gewinnen, wenn der Ozean den Firnis und Staub von meiner See-le gewaschen hätte. Das lebendigste Herz wird in diesem hastigen, gereizten, übersättigten Leben vor der Zeit alt und weltmüde. ‚Gebt mir einen großen Gedanken, dass ich lebe!‘ Dies grelle Blü-hen unserer Literatur, unserer Geschichtsschrei-bung, dies Sterngucken und Schatzgraben ist so ganz das Zeichen einer sich selbst ungenügenden Zeit, eines unwahren, gesteigerten Schattenle-bens, unsere ganze Zivilisation ist morphium-süchtig: Und ich möchte leben, nicht wie ein hastiger Schatten, wie ein Schwindsüchtiger,
- Der letztere fuhr fort, seinem einstigen Schüler Informationsmaterialien über die Lage jenseits des Atlantiks zuzusenden, und versprach, „in Bälde an H. Weigandt, den Direktor des Nordd. Lloyd, der sich sehr für ‚Brasilien‘ interessiert, zu schreiben und ihn um seine Ansicht wegen Bil-dung eines neuen Verbands zu bitten“.63 Hesse wiederum fühlte sich weiterhin von „Auswan-derungssehnsucht“ ergriffen64; Mitte Januar 1896 schrieb er seinen Eltern, er glaube, dass er „im Notfall, etwa in Brasilien“ seine Biblio-thek „sehr wohl auf Goethes Werke beschränken“ könnte.65 Grundsätzlich aber nahm Südamerika in die-ser Zeit für Hesse allmählich die Züge einer verblassenden Traumwelt an – immer noch bedeutsam, als möglicher imaginärer Flucht-punkt vor dem gefürchteten Abrutschen in die bürgerliche Alltagsexistenz, aber nicht mehr als konkretes Ziel, auf dessen Erreichen er aktiv hingearbeitet hätte. An die Stelle der euphori-schen Aufbruchstimmung früherer Tage trat ein modernitätskritischer Weltschmerz, dem er wohl am schönsten in einem Brief an Kapff vom 7. Februar 1896 Ausdruck verlieh: „Die Sehnsucht nach einem gesunden Dasein, nach einer schlichten Kultur, nach wahrem Le-ben, nach Brasilien, schläft bei mir nimmer, den Röntgenschen Strahlen entflöhe ich gerne, gern der Halbwissenschaft, die Knospen gewalt-sam öffnen will, der Literatur ohne Gesetze, der Kunst ohne Ästhetik; es zieht mich nach Westen wie die tagmüde Sonne, und ich würde dort wie die Sonne neuen, roten Glanz gewinnen, wenn der Ozean den Firnis und Staub von meiner See-le gewaschen hätte. Das lebendigste Herz wird in diesem hastigen, gereizten, übersättigten Leben vor der Zeit alt und weltmüde. ‚Gebt mir einen großen Gedanken, dass ich lebe!‘ Dies grelle Blü-hen unserer Literatur, unserer Geschichtsschrei-bung, dies Sterngucken und Schatzgraben ist so ganz das Zeichen einer sich selbst ungenügenden Zeit, eines unwahren, gesteigerten Schattenle-bens, unsere ganze Zivilisation ist morphium-süchtig: Und ich möchte leben, nicht wie ein hastiger Schatten, wie ein Schwindsüchtiger,
- Der letztere fuhr fort, seinem einstigen Schüler Informationsmaterialien über die Lage jenseits des Atlantiks zuzusenden, und versprach, „in Bälde an H. Weigandt, den Direktor des Nordd. Lloyd, der sich sehr für ‚Brasilien‘ interessiert, zu schreiben und ihn um seine Ansicht wegen Bil-dung eines neuen Verbands zu bitten“.63 Hesse wiederum fühlte sich weiterhin von „Auswan-derungssehnsucht“ ergriffen64; Mitte Januar 1896 schrieb er seinen Eltern, er glaube, dass er „im Notfall, etwa in Brasilien“ seine Biblio-thek „sehr wohl auf Goethes Werke beschränken“ könnte.65 Grundsätzlich aber nahm Südamerika in die-ser Zeit für Hesse allmählich die Züge einer verblassenden Traumwelt an – immer noch bedeutsam, als möglicher imaginärer Flucht-punkt vor dem gefürchteten Abrutschen in die bürgerliche Alltagsexistenz, aber nicht mehr als konkretes Ziel, auf dessen Erreichen er aktiv hingearbeitet hätte. An die Stelle der euphori-schen Aufbruchstimmung früherer Tage trat ein modernitätskritischer Weltschmerz, dem er wohl am schönsten in einem Brief an Kapff vom 7. Februar 1896 Ausdruck verlieh: „Die Sehnsucht nach einem gesunden Dasein, nach einer schlichten Kultur, nach wahrem Le-ben, nach Brasilien, schläft bei mir nimmer, den Röntgenschen Strahlen entflöhe ich gerne, gern der Halbwissenschaft, die Knospen gewalt-sam öffnen will, der Literatur ohne Gesetze, der Kunst ohne Ästhetik; es zieht mich nach Westen wie die tagmüde Sonne, und ich würde dort wie die Sonne neuen, roten Glanz gewinnen, wenn der Ozean den Firnis und Staub von meiner See-le gewaschen hätte. Das lebendigste Herz wird in diesem hastigen, gereizten, übersättigten Leben vor der Zeit alt und weltmüde. ‚Gebt mir einen großen Gedanken, dass ich lebe!‘ Dies grelle Blü-hen unserer Literatur, unserer Geschichtsschrei-bung, dies Sterngucken und Schatzgraben ist so ganz das Zeichen einer sich selbst ungenügenden Zeit, eines unwahren, gesteigerten Schattenle-bens, unsere ganze Zivilisation ist morphium-süchtig: Und ich möchte leben, nicht wie ein hastiger Schatten, wie ein Schwindsüchtiger,
- Noch ein weiteres Mal tauchte das transatlan-
- eigenen, zwischen Abenteurertum und Todes-sehnsucht schwankenden „Reiselust“ sprach der mittlerweile in Gaienhofen am Bodensee ansässige Autor dann in einer gleichnamigen Prosaskizze von 1910: „Nun, so jagen wir, wir Reiselustigen, nach einem Erfassen und Erleben der Mutter Erde, nach einem Einswerden mit ihr, nach einem so völligen Besitzen und Sichhingeben, wie es nicht zu haben und nicht zu erjagen, wie es nur zu träumen, zu begehren, zu ersehnen ist. [...] Wenn uns die Erde ruft, wenn uns Wande-rern die Heimkehr, uns Rastlosen die Ruhestatt winkt, so wird das Ende kein Abschiednehmen und zages Sichergeben sein, sondern ein dank-bares und durstiges Schlürfen des tiefsten Erle-bens. Wir sind neugierig auf Südamerika, auf unentdeckte Buchten der Südsee, auf die Pole der Erde, auf das Verstehen der Winde, Ströme, Blitze, Lawinen – aber wir sind noch unendlich viel neugieriger auf den Tod, auf das letzte und kühnste Erlebnis dieses Daseins. Denn wir glau-ben zu wissen, dass von allen Erkenntnissen und Erlebnissen nur die wohlverdient und befriedi-gend sein können, um die wir gern das Leben hingeben.“74 Von imperialistisch-kolonialen Ambitionen, wie sie im Briefwechsel mit Ernst Kapff teilwei-se noch zum Ausdruck kamen, distanzierte sich Hesse spätestens seit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs in schärfster Form. Mit seinem kriegskritischen Aufruf „O Freunde, nicht die-se Töne“ und zahllosen weiteren pazifistischen Veröffentlichungen avancierte er in den Jahren von 1914 bis 1918 zum Sprecher und Vorden-ker liberaler, humanistischer Kreise innerhalb der deutschsprachigen Öffentlichkeit. Ebenso wie er seit diesen Jahren regelmäßig für eine Verschmelzung europäischer und außereuro-päischer Kulturformen plädierte75, begrüßte er 1922 in einer Rezension zu Wilhelm Hausen-steins Monographie „Barbaren und Klassiker“ auch explizit den „Aufmarsch der exotischen Kunst aus Brasilien, aus Benin, aus Neukaledo-nien, aus Neuguinea“ als erneuernden künstle-rischen Impuls.76
- eigenen, zwischen Abenteurertum und Todes-sehnsucht schwankenden „Reiselust“ sprach der mittlerweile in Gaienhofen am Bodensee ansässige Autor dann in einer gleichnamigen Prosaskizze von 1910: „Nun, so jagen wir, wir Reiselustigen, nach einem Erfassen und Erleben der Mutter Erde, nach einem Einswerden mit ihr, nach einem so völligen Besitzen und Sichhingeben, wie es nicht zu haben und nicht zu erjagen, wie es nur zu träumen, zu begehren, zu ersehnen ist. [...] Wenn uns die Erde ruft, wenn uns Wande-rern die Heimkehr, uns Rastlosen die Ruhestatt winkt, so wird das Ende kein Abschiednehmen und zages Sichergeben sein, sondern ein dank-bares und durstiges Schlürfen des tiefsten Erle-bens. Wir sind neugierig auf Südamerika, auf unentdeckte Buchten der Südsee, auf die Pole der Erde, auf das Verstehen der Winde, Ströme, Blitze, Lawinen – aber wir sind noch unendlich viel neugieriger auf den Tod, auf das letzte und kühnste Erlebnis dieses Daseins. Denn wir glau-ben zu wissen, dass von allen Erkenntnissen und Erlebnissen nur die wohlverdient und befriedi-gend sein können, um die wir gern das Leben hingeben.“74 Von imperialistisch-kolonialen Ambitionen, wie sie im Briefwechsel mit Ernst Kapff teilwei-se noch zum Ausdruck kamen, distanzierte sich Hesse spätestens seit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs in schärfster Form. Mit seinem kriegskritischen Aufruf „O Freunde, nicht die-se Töne“ und zahllosen weiteren pazifistischen Veröffentlichungen avancierte er in den Jahren von 1914 bis 1918 zum Sprecher und Vorden-ker liberaler, humanistischer Kreise innerhalb der deutschsprachigen Öffentlichkeit. Ebenso wie er seit diesen Jahren regelmäßig für eine Verschmelzung europäischer und außereuro-päischer Kulturformen plädierte75, begrüßte er 1922 in einer Rezension zu Wilhelm Hausen-steins Monographie „Barbaren und Klassiker“ auch explizit den „Aufmarsch der exotischen Kunst aus Brasilien, aus Benin, aus Neukaledo-nien, aus Neuguinea“ als erneuernden künstle-rischen Impuls.76
- eigenen, zwischen Abenteurertum und Todes-sehnsucht schwankenden „Reiselust“ sprach der mittlerweile in Gaienhofen am Bodensee ansässige Autor dann in einer gleichnamigen Prosaskizze von 1910: „Nun, so jagen wir, wir Reiselustigen, nach einem Erfassen und Erleben der Mutter Erde, nach einem Einswerden mit ihr, nach einem so völligen Besitzen und Sichhingeben, wie es nicht zu haben und nicht zu erjagen, wie es nur zu träumen, zu begehren, zu ersehnen ist. [...] Wenn uns die Erde ruft, wenn uns Wande-rern die Heimkehr, uns Rastlosen die Ruhestatt winkt, so wird das Ende kein Abschiednehmen und zages Sichergeben sein, sondern ein dank-bares und durstiges Schlürfen des tiefsten Erle-bens. Wir sind neugierig auf Südamerika, auf unentdeckte Buchten der Südsee, auf die Pole der Erde, auf das Verstehen der Winde, Ströme, Blitze, Lawinen – aber wir sind noch unendlich viel neugieriger auf den Tod, auf das letzte und kühnste Erlebnis dieses Daseins. Denn wir glau-ben zu wissen, dass von allen Erkenntnissen und Erlebnissen nur die wohlverdient und befriedi-gend sein können, um die wir gern das Leben hingeben.“74 Von imperialistisch-kolonialen Ambitionen, wie sie im Briefwechsel mit Ernst Kapff teilwei-se noch zum Ausdruck kamen, distanzierte sich Hesse spätestens seit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs in schärfster Form. Mit seinem kriegskritischen Aufruf „O Freunde, nicht die-se Töne“ und zahllosen weiteren pazifistischen Veröffentlichungen avancierte er in den Jahren von 1914 bis 1918 zum Sprecher und Vorden-ker liberaler, humanistischer Kreise innerhalb der deutschsprachigen Öffentlichkeit. Ebenso wie er seit diesen Jahren regelmäßig für eine Verschmelzung europäischer und außereuro-päischer Kulturformen plädierte75, begrüßte er 1922 in einer Rezension zu Wilhelm Hausen-steins Monographie „Barbaren und Klassiker“ auch explizit den „Aufmarsch der exotischen Kunst aus Brasilien, aus Benin, aus Neukaledo-nien, aus Neuguinea“ als erneuernden künstle-rischen Impuls.76
- eigenen, zwischen Abenteurertum und Todes-sehnsucht schwankenden „Reiselust“ sprach der mittlerweile in Gaienhofen am Bodensee ansässige Autor dann in einer gleichnamigen Prosaskizze von 1910: „Nun, so jagen wir, wir Reiselustigen, nach einem Erfassen und Erleben der Mutter Erde, nach einem Einswerden mit ihr, nach einem so völligen Besitzen und Sichhingeben, wie es nicht zu haben und nicht zu erjagen, wie es nur zu träumen, zu begehren, zu ersehnen ist. [...] Wenn uns die Erde ruft, wenn uns Wande-rern die Heimkehr, uns Rastlosen die Ruhestatt winkt, so wird das Ende kein Abschiednehmen und zages Sichergeben sein, sondern ein dank-bares und durstiges Schlürfen des tiefsten Erle-bens. Wir sind neugierig auf Südamerika, auf unentdeckte Buchten der Südsee, auf die Pole der Erde, auf das Verstehen der Winde, Ströme, Blitze, Lawinen – aber wir sind noch unendlich viel neugieriger auf den Tod, auf das letzte und kühnste Erlebnis dieses Daseins. Denn wir glau-ben zu wissen, dass von allen Erkenntnissen und Erlebnissen nur die wohlverdient und befriedi-gend sein können, um die wir gern das Leben hingeben.“74 Von imperialistisch-kolonialen Ambitionen, wie sie im Briefwechsel mit Ernst Kapff teilwei-se noch zum Ausdruck kamen, distanzierte sich Hesse spätestens seit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs in schärfster Form. Mit seinem kriegskritischen Aufruf „O Freunde, nicht die-se Töne“ und zahllosen weiteren pazifistischen Veröffentlichungen avancierte er in den Jahren von 1914 bis 1918 zum Sprecher und Vorden-ker liberaler, humanistischer Kreise innerhalb der deutschsprachigen Öffentlichkeit. Ebenso wie er seit diesen Jahren regelmäßig für eine Verschmelzung europäischer und außereuro-päischer Kulturformen plädierte75, begrüßte er 1922 in einer Rezension zu Wilhelm Hausen-steins Monographie „Barbaren und Klassiker“ auch explizit den „Aufmarsch der exotischen Kunst aus Brasilien, aus Benin, aus Neukaledo-nien, aus Neuguinea“ als erneuernden künstle-rischen Impuls.76
- eigenen, zwischen Abenteurertum und Todes-sehnsucht schwankenden „Reiselust“ sprach der mittlerweile in Gaienhofen am Bodensee ansässige Autor dann in einer gleichnamigen Prosaskizze von 1910: „Nun, so jagen wir, wir Reiselustigen, nach einem Erfassen und Erleben der Mutter Erde, nach einem Einswerden mit ihr, nach einem so völligen Besitzen und Sichhingeben, wie es nicht zu haben und nicht zu erjagen, wie es nur zu träumen, zu begehren, zu ersehnen ist. [...] Wenn uns die Erde ruft, wenn uns Wande-rern die Heimkehr, uns Rastlosen die Ruhestatt winkt, so wird das Ende kein Abschiednehmen und zages Sichergeben sein, sondern ein dank-bares und durstiges Schlürfen des tiefsten Erle-bens. Wir sind neugierig auf Südamerika, auf unentdeckte Buchten der Südsee, auf die Pole der Erde, auf das Verstehen der Winde, Ströme, Blitze, Lawinen – aber wir sind noch unendlich viel neugieriger auf den Tod, auf das letzte und kühnste Erlebnis dieses Daseins. Denn wir glau-ben zu wissen, dass von allen Erkenntnissen und Erlebnissen nur die wohlverdient und befriedi-gend sein können, um die wir gern das Leben hingeben.“74 Von imperialistisch-kolonialen Ambitionen, wie sie im Briefwechsel mit Ernst Kapff teilwei-se noch zum Ausdruck kamen, distanzierte sich Hesse spätestens seit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs in schärfster Form. Mit seinem kriegskritischen Aufruf „O Freunde, nicht die-se Töne“ und zahllosen weiteren pazifistischen Veröffentlichungen avancierte er in den Jahren von 1914 bis 1918 zum Sprecher und Vorden-ker liberaler, humanistischer Kreise innerhalb der deutschsprachigen Öffentlichkeit. Ebenso wie er seit diesen Jahren regelmäßig für eine Verschmelzung europäischer und außereuro-päischer Kulturformen plädierte75, begrüßte er 1922 in einer Rezension zu Wilhelm Hausen-steins Monographie „Barbaren und Klassiker“ auch explizit den „Aufmarsch der exotischen Kunst aus Brasilien, aus Benin, aus Neukaledo-nien, aus Neuguinea“ als erneuernden künstle-rischen Impuls.76
- eigenen, zwischen Abenteurertum und Todes-sehnsucht schwankenden „Reiselust“ sprach der mittlerweile in Gaienhofen am Bodensee ansässige Autor dann in einer gleichnamigen Prosaskizze von 1910: „Nun, so jagen wir, wir Reiselustigen, nach einem Erfassen und Erleben der Mutter Erde, nach einem Einswerden mit ihr, nach einem so völligen Besitzen und Sichhingeben, wie es nicht zu haben und nicht zu erjagen, wie es nur zu träumen, zu begehren, zu ersehnen ist. [...] Wenn uns die Erde ruft, wenn uns Wande-rern die Heimkehr, uns Rastlosen die Ruhestatt winkt, so wird das Ende kein Abschiednehmen und zages Sichergeben sein, sondern ein dank-bares und durstiges Schlürfen des tiefsten Erle-bens. Wir sind neugierig auf Südamerika, auf unentdeckte Buchten der Südsee, auf die Pole der Erde, auf das Verstehen der Winde, Ströme, Blitze, Lawinen – aber wir sind noch unendlich viel neugieriger auf den Tod, auf das letzte und kühnste Erlebnis dieses Daseins. Denn wir glau-ben zu wissen, dass von allen Erkenntnissen und Erlebnissen nur die wohlverdient und befriedi-gend sein können, um die wir gern das Leben hingeben.“74 Von imperialistisch-kolonialen Ambitionen, wie sie im Briefwechsel mit Ernst Kapff teilwei-se noch zum Ausdruck kamen, distanzierte sich Hesse spätestens seit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs in schärfster Form. Mit seinem kriegskritischen Aufruf „O Freunde, nicht die-se Töne“ und zahllosen weiteren pazifistischen Veröffentlichungen avancierte er in den Jahren von 1914 bis 1918 zum Sprecher und Vorden-ker liberaler, humanistischer Kreise innerhalb der deutschsprachigen Öffentlichkeit. Ebenso wie er seit diesen Jahren regelmäßig für eine Verschmelzung europäischer und außereuro-päischer Kulturformen plädierte75, begrüßte er 1922 in einer Rezension zu Wilhelm Hausen-steins Monographie „Barbaren und Klassiker“ auch explizit den „Aufmarsch der exotischen Kunst aus Brasilien, aus Benin, aus Neukaledo-nien, aus Neuguinea“ als erneuernden künstle-rischen Impuls.76
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- Anmerkungen
- Anmerkungen
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- Anmerkungen
- mann Hesse, HS007535613).
- 10 Ebd.
- Anmerkungen
- Anmerkungen
- graphie. München 2012, S. 113; Schwilk, Heimo: Hermann Hesse. Das Leben des Glas
- mann Hesse. Providence 1996, S. 36–40.
- stedt 2023, S. 54f.; Schnierle-Lutz, Her
- Anmerkungen
- 29 Ernst Kapff an Hermann Hesse, Cannstatt, 8.7.1895 (DLA Marbach, Nachlass Hermann Hesse, HS007535613).
- 20 Marie Hesse an Marulla Hesse, s. l., [2.7.1895], teiled. in: KuJ I, S. 501.
- 20 Marie Hesse an Marulla Hesse, s. l., [2.7.1895], teiled. in: KuJ I, S. 501.
- 36 Ebd.
- 20 Marie Hesse an Marulla Hesse, s. l., [2.7.1895], teiled. in: KuJ I, S. 501.
- schen Urwald. Berlin 1883.
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- 20 Marie Hesse an Marulla Hesse, s. l., [2.7.1895], teiled. in: KuJ I, S. 501.
- 20 Marie Hesse an Marulla Hesse, s. l., [2.7.1895], teiled. in: KuJ I, S. 501.
- 32 Ebd. 33 Wilhelm Lang an Hermann Hesse, Nürtin
- der, Ferdinand: Brasilien und Wittenberg. Ursprung und Gestaltung deutschen evan
- 35 Ernst Kapff an Hermann Hesse, Cannstatt, 28.9.1895 (DLA Marbach, Nachlass Her
- 20 Marie Hesse an Marulla Hesse, s. l., [2.7.1895], teiled. in: KuJ I, S. 501.
- Hesse, Cannstatt, 16.1.1896 (DLA Marbach, Nachlass Hermann Hesse, HS007535613).
- 54 Hermann Hesse an Ernst Kapff, Calw, 18.7.1895 (DLA Marbach, Nachlass Her
- 54 Hermann Hesse an Ernst Kapff, Calw, 18.7.1895 (DLA Marbach, Nachlass Her
- 66 Hermann Hesse an Ernst Kapff, Tübingen, 7.2.1896 (DLA Marbach, Nachlass Hermann Hesse, HS007220857), teiled. in: GB I, S. 13– 16; KuJ II, S. 65–70; DB I, S. 232–236.
- 54 Hermann Hesse an Ernst Kapff, Calw, 18.7.1895 (DLA Marbach, Nachlass Her
- ner Tagblatt (23.1.1910).
- 76 Hesse, Hermann: Exotische Kunst, in: Die Neue Rundschau, Jg. 33 (1922), Bd. 1, S. 335f.
- 54 Hermann Hesse an Ernst Kapff, Calw, 18.7.1895 (DLA Marbach, Nachlass Her
- 54 Hermann Hesse an Ernst Kapff, Calw, 18.7.1895 (DLA Marbach, Nachlass Her
- 63 Ernst Kapff an Hermann Hesse, Cann
- 72 Ebd., S. 1524.
- 65 Hermann Hesse an Johannes und Marie Hes
- 54 Hermann Hesse an Ernst Kapff, Calw, 18.7.1895 (DLA Marbach, Nachlass Her
- S. 110:
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- Friedrich Veiels Weg vom Calwer Schlossersohn zum Direktor der Pilgermission St. Chrischona bei Basel
- Friedrich Veiels Weg vom Calwer Schlossersohn zum Direktor der Pilgermission St. Chrischona bei Basel
- Friedrich Veiels Weg vom Calwer Schlossersohn zum Direktor der Pilgermission St. Chrischona bei Basel
- Friedrich Veiels Weg vom Calwer Schlossersohn zum Direktor der Pilgermission St. Chrischona bei Basel
- Friedrich Veiels Weg vom Calwer Schlossersohn zum Direktor der Pilgermission St. Chrischona bei Basel
- Friedrich Veiels Weg vom Calwer Schlossersohn zum Direktor der Pilgermission St. Chrischona bei Basel
- Berufliche Ideen und weiterer Weg
- Schon vor dem Tod der Mutter nämlich hatte Veiel für sich den Plan gefasst, Missionar zu werden – in fernen Ländern den christlichen Glauben zu verkünden, wozu natürlich eine höhere Bildung notwendig war. Wie war der Sohn eines Schlossers auf solche Ideen gekom-men? Nicht in erster Linie die fromme Erzie-hung im Elternhaus hatte ihn auf solche Ge-danken gebracht, sondern vielmehr die Calwer Sonntagsschule, zu der er regelmäßig ging. In dem beschaulichen Städtchen an der Na-gold waren zwei Pioniere der „Heidenmission“ ansässig. Diese betrieben rührig Werbung für missionarisches Gedankengut: Johannes Hesse (1847–1916) und sein Schwiegervater Dr. Hermann Gundert (1814–1892), der aus der weiten Welt in den Nordschwarzwald ge-kommen war. Diese zwei früheren Missionare waren beauftragt, den Calwer Verlagsverein weiterzuführen, der den Namen Calw seit 1836 weit über den nördlichen Schwarzwald hinaus bekannt gemacht hatte. Friedrich Veiel be-suchte mit vielen anderen Calwer Kindern die
- Sonntagsschule von Johannes Hesse. Der Vater des später bekannten Schriftstellers Hermann Hesse war nach seinem Missionsdienst in In-dien nach Calw gekommen, um in dem Verlag mitzuarbeiten und später dessen Leitung zu übernehmen. Innerhalb der Sonntagsschule verleugnete der frühere Missionar seine Biogra-phie nicht und gab seine Begeisterung für die Mission in fernen Ländern auch an die Schüler weiter. So war nicht nur Friedrich Veiel von dem Fern-weh-Virus angesteckt worden, sondern auch sein um ein Jahr älterer Freund Friedrich Würz
- Großvater nicht nur Schlosser sondern auch Uhrmacher war. Wie der weitere Weg in die erste Lehrstelle gebahnt wurde, ist nicht überliefert. Doch kam Friedrich Veiel dann in die Uhrmacher-lehre nach Murrhardt zu einem Meister, der ihn freundlich in seinem Haus aufnahm. Es herrschte auch dort ein gläubiger Geist, der Friedrich sehr wohltat. So verlebte er drei glück-liche Jahre von 1880 bis 1883. Trotz des guten Gelingens im Uhrmacherhandwerk war jedoch der Gedanke, als Missionar in die weite Welt zu kommen, nicht verloren gegangen. Wie gerne wäre Friedrich diesem Weg gefolgt. Auch auf weiteren Stationen als Uhrmachergeselle in Herrenberg, Ludwigsburg und Biberach be- gleitete ihn sein Kindheitswunsch.
- Großvater nicht nur Schlosser sondern auch Uhrmacher war. Wie der weitere Weg in die erste Lehrstelle gebahnt wurde, ist nicht überliefert. Doch kam Friedrich Veiel dann in die Uhrmacher-lehre nach Murrhardt zu einem Meister, der ihn freundlich in seinem Haus aufnahm. Es herrschte auch dort ein gläubiger Geist, der Friedrich sehr wohltat. So verlebte er drei glück-liche Jahre von 1880 bis 1883. Trotz des guten Gelingens im Uhrmacherhandwerk war jedoch der Gedanke, als Missionar in die weite Welt zu kommen, nicht verloren gegangen. Wie gerne wäre Friedrich diesem Weg gefolgt. Auch auf weiteren Stationen als Uhrmachergeselle in Herrenberg, Ludwigsburg und Biberach be- gleitete ihn sein Kindheitswunsch.
- Großvater nicht nur Schlosser sondern auch Uhrmacher war. Wie der weitere Weg in die erste Lehrstelle gebahnt wurde, ist nicht überliefert. Doch kam Friedrich Veiel dann in die Uhrmacher-lehre nach Murrhardt zu einem Meister, der ihn freundlich in seinem Haus aufnahm. Es herrschte auch dort ein gläubiger Geist, der Friedrich sehr wohltat. So verlebte er drei glück-liche Jahre von 1880 bis 1883. Trotz des guten Gelingens im Uhrmacherhandwerk war jedoch der Gedanke, als Missionar in die weite Welt zu kommen, nicht verloren gegangen. Wie gerne wäre Friedrich diesem Weg gefolgt. Auch auf weiteren Stationen als Uhrmachergeselle in Herrenberg, Ludwigsburg und Biberach be- gleitete ihn sein Kindheitswunsch.
- Großvater nicht nur Schlosser sondern auch Uhrmacher war. Wie der weitere Weg in die erste Lehrstelle gebahnt wurde, ist nicht überliefert. Doch kam Friedrich Veiel dann in die Uhrmacher-lehre nach Murrhardt zu einem Meister, der ihn freundlich in seinem Haus aufnahm. Es herrschte auch dort ein gläubiger Geist, der Friedrich sehr wohltat. So verlebte er drei glück-liche Jahre von 1880 bis 1883. Trotz des guten Gelingens im Uhrmacherhandwerk war jedoch der Gedanke, als Missionar in die weite Welt zu kommen, nicht verloren gegangen. Wie gerne wäre Friedrich diesem Weg gefolgt. Auch auf weiteren Stationen als Uhrmachergeselle in Herrenberg, Ludwigsburg und Biberach be- gleitete ihn sein Kindheitswunsch.
- Großvater nicht nur Schlosser sondern auch Uhrmacher war. Wie der weitere Weg in die erste Lehrstelle gebahnt wurde, ist nicht überliefert. Doch kam Friedrich Veiel dann in die Uhrmacher-lehre nach Murrhardt zu einem Meister, der ihn freundlich in seinem Haus aufnahm. Es herrschte auch dort ein gläubiger Geist, der Friedrich sehr wohltat. So verlebte er drei glück-liche Jahre von 1880 bis 1883. Trotz des guten Gelingens im Uhrmacherhandwerk war jedoch der Gedanke, als Missionar in die weite Welt zu kommen, nicht verloren gegangen. Wie gerne wäre Friedrich diesem Weg gefolgt. Auch auf weiteren Stationen als Uhrmachergeselle in Herrenberg, Ludwigsburg und Biberach be- gleitete ihn sein Kindheitswunsch.
- Großvater nicht nur Schlosser sondern auch Uhrmacher war. Wie der weitere Weg in die erste Lehrstelle gebahnt wurde, ist nicht überliefert. Doch kam Friedrich Veiel dann in die Uhrmacher-lehre nach Murrhardt zu einem Meister, der ihn freundlich in seinem Haus aufnahm. Es herrschte auch dort ein gläubiger Geist, der Friedrich sehr wohltat. So verlebte er drei glück-liche Jahre von 1880 bis 1883. Trotz des guten Gelingens im Uhrmacherhandwerk war jedoch der Gedanke, als Missionar in die weite Welt zu kommen, nicht verloren gegangen. Wie gerne wäre Friedrich diesem Weg gefolgt. Auch auf weiteren Stationen als Uhrmachergeselle in Herrenberg, Ludwigsburg und Biberach be- gleitete ihn sein Kindheitswunsch.
- Verbandswechseln ins Krankenhaus. Dort begegnete er der Oberin, einer Diakonisse, die früher als Gemeindeschwester in Calw immer wieder ins Haus Veiel gekommen war: „Ich erkannte die Oberin des Krankenhauses, die früher als Gemeindeschwester in Calw sta-tioniert war und meine Mutter gepflegt hatte. Als ich mich ihr zu erkennen gab, war eine ihrer ersten Fragen, ob ich bekehrt sei. Das passte mir. Ich konnte dieser erfahrenen Schwester mein suchendes Herz offenbaren. Sie hat sich meiner herzlich und mit Verstehen angenommen. Als sie eines Tages mit mir niederkniete und mich dem Heiland anbefahl, brauchte sie in ihrem Gebet den Ausdruck: ‚Herr besprenge du dieses junge Herz mit deinem Blut!‘ Den Moment werde ich nie vergessen. In zuversichtlichem Glauben konnte ich das fassen und wurde un-beschreiblich froh.“3 So hat es Friedrich Veiel selbst beschrieben und nacherzählt. Von diesem Erlebnis an ver-änderten sich die Prioritäten seines Lebens. Sein Wünschen und Wollen hatte einen neuen Inhalt bekommen. In seiner Autobiographie schreibt er: „Es folgte eine glückliche Zeit. Ein Verlangen nach dem Worte Gottes war erwacht, wie ich es nie für möglich gehalten hätte. Jede freie Zeit benutzte ich, um in den Evangelien zu lesen. Es war mir ein solches Bedürfnis, den Herrn Jesus recht kennenzulernen. Oft war es mir, ich sei ganz in seiner Nähe. Das Gebet geschah nicht mehr aus Pflicht, sondern aus innerstem Bedürfnis“4 Dieses Erlebnis trug den jungen Uhrmacher durch die nächsten Monate. Er berichtet auch von zwei Männern, die ihm weiterhalfen auf dem Weg des Glaubens: Pfarrer Julius Schlaich (18315–1906) aus Degerloch, der immer wieder in Ludwigsburg Bibelstunden abhielt: „So klar, so für mich passend, hatte ich nie etwas gehört. Ich freute mich von einer Stunde auf die andere und bekam immer neues Licht, neue Kraft und neue Freude.“5 Daneben wurde er auch von
- Verbandswechseln ins Krankenhaus. Dort begegnete er der Oberin, einer Diakonisse, die früher als Gemeindeschwester in Calw immer wieder ins Haus Veiel gekommen war: „Ich erkannte die Oberin des Krankenhauses, die früher als Gemeindeschwester in Calw sta-tioniert war und meine Mutter gepflegt hatte. Als ich mich ihr zu erkennen gab, war eine ihrer ersten Fragen, ob ich bekehrt sei. Das passte mir. Ich konnte dieser erfahrenen Schwester mein suchendes Herz offenbaren. Sie hat sich meiner herzlich und mit Verstehen angenommen. Als sie eines Tages mit mir niederkniete und mich dem Heiland anbefahl, brauchte sie in ihrem Gebet den Ausdruck: ‚Herr besprenge du dieses junge Herz mit deinem Blut!‘ Den Moment werde ich nie vergessen. In zuversichtlichem Glauben konnte ich das fassen und wurde un-beschreiblich froh.“3 So hat es Friedrich Veiel selbst beschrieben und nacherzählt. Von diesem Erlebnis an ver-änderten sich die Prioritäten seines Lebens. Sein Wünschen und Wollen hatte einen neuen Inhalt bekommen. In seiner Autobiographie schreibt er: „Es folgte eine glückliche Zeit. Ein Verlangen nach dem Worte Gottes war erwacht, wie ich es nie für möglich gehalten hätte. Jede freie Zeit benutzte ich, um in den Evangelien zu lesen. Es war mir ein solches Bedürfnis, den Herrn Jesus recht kennenzulernen. Oft war es mir, ich sei ganz in seiner Nähe. Das Gebet geschah nicht mehr aus Pflicht, sondern aus innerstem Bedürfnis“4 Dieses Erlebnis trug den jungen Uhrmacher durch die nächsten Monate. Er berichtet auch von zwei Männern, die ihm weiterhalfen auf dem Weg des Glaubens: Pfarrer Julius Schlaich (18315–1906) aus Degerloch, der immer wieder in Ludwigsburg Bibelstunden abhielt: „So klar, so für mich passend, hatte ich nie etwas gehört. Ich freute mich von einer Stunde auf die andere und bekam immer neues Licht, neue Kraft und neue Freude.“5 Daneben wurde er auch von
- Verbandswechseln ins Krankenhaus. Dort begegnete er der Oberin, einer Diakonisse, die früher als Gemeindeschwester in Calw immer wieder ins Haus Veiel gekommen war: „Ich erkannte die Oberin des Krankenhauses, die früher als Gemeindeschwester in Calw sta-tioniert war und meine Mutter gepflegt hatte. Als ich mich ihr zu erkennen gab, war eine ihrer ersten Fragen, ob ich bekehrt sei. Das passte mir. Ich konnte dieser erfahrenen Schwester mein suchendes Herz offenbaren. Sie hat sich meiner herzlich und mit Verstehen angenommen. Als sie eines Tages mit mir niederkniete und mich dem Heiland anbefahl, brauchte sie in ihrem Gebet den Ausdruck: ‚Herr besprenge du dieses junge Herz mit deinem Blut!‘ Den Moment werde ich nie vergessen. In zuversichtlichem Glauben konnte ich das fassen und wurde un-beschreiblich froh.“3 So hat es Friedrich Veiel selbst beschrieben und nacherzählt. Von diesem Erlebnis an ver-änderten sich die Prioritäten seines Lebens. Sein Wünschen und Wollen hatte einen neuen Inhalt bekommen. In seiner Autobiographie schreibt er: „Es folgte eine glückliche Zeit. Ein Verlangen nach dem Worte Gottes war erwacht, wie ich es nie für möglich gehalten hätte. Jede freie Zeit benutzte ich, um in den Evangelien zu lesen. Es war mir ein solches Bedürfnis, den Herrn Jesus recht kennenzulernen. Oft war es mir, ich sei ganz in seiner Nähe. Das Gebet geschah nicht mehr aus Pflicht, sondern aus innerstem Bedürfnis“4 Dieses Erlebnis trug den jungen Uhrmacher durch die nächsten Monate. Er berichtet auch von zwei Männern, die ihm weiterhalfen auf dem Weg des Glaubens: Pfarrer Julius Schlaich (18315–1906) aus Degerloch, der immer wieder in Ludwigsburg Bibelstunden abhielt: „So klar, so für mich passend, hatte ich nie etwas gehört. Ich freute mich von einer Stunde auf die andere und bekam immer neues Licht, neue Kraft und neue Freude.“5 Daneben wurde er auch von
- Verbandswechseln ins Krankenhaus. Dort begegnete er der Oberin, einer Diakonisse, die früher als Gemeindeschwester in Calw immer wieder ins Haus Veiel gekommen war: „Ich erkannte die Oberin des Krankenhauses, die früher als Gemeindeschwester in Calw sta-tioniert war und meine Mutter gepflegt hatte. Als ich mich ihr zu erkennen gab, war eine ihrer ersten Fragen, ob ich bekehrt sei. Das passte mir. Ich konnte dieser erfahrenen Schwester mein suchendes Herz offenbaren. Sie hat sich meiner herzlich und mit Verstehen angenommen. Als sie eines Tages mit mir niederkniete und mich dem Heiland anbefahl, brauchte sie in ihrem Gebet den Ausdruck: ‚Herr besprenge du dieses junge Herz mit deinem Blut!‘ Den Moment werde ich nie vergessen. In zuversichtlichem Glauben konnte ich das fassen und wurde un-beschreiblich froh.“3 So hat es Friedrich Veiel selbst beschrieben und nacherzählt. Von diesem Erlebnis an ver-änderten sich die Prioritäten seines Lebens. Sein Wünschen und Wollen hatte einen neuen Inhalt bekommen. In seiner Autobiographie schreibt er: „Es folgte eine glückliche Zeit. Ein Verlangen nach dem Worte Gottes war erwacht, wie ich es nie für möglich gehalten hätte. Jede freie Zeit benutzte ich, um in den Evangelien zu lesen. Es war mir ein solches Bedürfnis, den Herrn Jesus recht kennenzulernen. Oft war es mir, ich sei ganz in seiner Nähe. Das Gebet geschah nicht mehr aus Pflicht, sondern aus innerstem Bedürfnis“4 Dieses Erlebnis trug den jungen Uhrmacher durch die nächsten Monate. Er berichtet auch von zwei Männern, die ihm weiterhalfen auf dem Weg des Glaubens: Pfarrer Julius Schlaich (18315–1906) aus Degerloch, der immer wieder in Ludwigsburg Bibelstunden abhielt: „So klar, so für mich passend, hatte ich nie etwas gehört. Ich freute mich von einer Stunde auf die andere und bekam immer neues Licht, neue Kraft und neue Freude.“5 Daneben wurde er auch von
- Verbandswechseln ins Krankenhaus. Dort begegnete er der Oberin, einer Diakonisse, die früher als Gemeindeschwester in Calw immer wieder ins Haus Veiel gekommen war: „Ich erkannte die Oberin des Krankenhauses, die früher als Gemeindeschwester in Calw sta-tioniert war und meine Mutter gepflegt hatte. Als ich mich ihr zu erkennen gab, war eine ihrer ersten Fragen, ob ich bekehrt sei. Das passte mir. Ich konnte dieser erfahrenen Schwester mein suchendes Herz offenbaren. Sie hat sich meiner herzlich und mit Verstehen angenommen. Als sie eines Tages mit mir niederkniete und mich dem Heiland anbefahl, brauchte sie in ihrem Gebet den Ausdruck: ‚Herr besprenge du dieses junge Herz mit deinem Blut!‘ Den Moment werde ich nie vergessen. In zuversichtlichem Glauben konnte ich das fassen und wurde un-beschreiblich froh.“3 So hat es Friedrich Veiel selbst beschrieben und nacherzählt. Von diesem Erlebnis an ver-änderten sich die Prioritäten seines Lebens. Sein Wünschen und Wollen hatte einen neuen Inhalt bekommen. In seiner Autobiographie schreibt er: „Es folgte eine glückliche Zeit. Ein Verlangen nach dem Worte Gottes war erwacht, wie ich es nie für möglich gehalten hätte. Jede freie Zeit benutzte ich, um in den Evangelien zu lesen. Es war mir ein solches Bedürfnis, den Herrn Jesus recht kennenzulernen. Oft war es mir, ich sei ganz in seiner Nähe. Das Gebet geschah nicht mehr aus Pflicht, sondern aus innerstem Bedürfnis“4 Dieses Erlebnis trug den jungen Uhrmacher durch die nächsten Monate. Er berichtet auch von zwei Männern, die ihm weiterhalfen auf dem Weg des Glaubens: Pfarrer Julius Schlaich (18315–1906) aus Degerloch, der immer wieder in Ludwigsburg Bibelstunden abhielt: „So klar, so für mich passend, hatte ich nie etwas gehört. Ich freute mich von einer Stunde auf die andere und bekam immer neues Licht, neue Kraft und neue Freude.“5 Daneben wurde er auch von
- Verbandswechseln ins Krankenhaus. Dort begegnete er der Oberin, einer Diakonisse, die früher als Gemeindeschwester in Calw immer wieder ins Haus Veiel gekommen war: „Ich erkannte die Oberin des Krankenhauses, die früher als Gemeindeschwester in Calw sta-tioniert war und meine Mutter gepflegt hatte. Als ich mich ihr zu erkennen gab, war eine ihrer ersten Fragen, ob ich bekehrt sei. Das passte mir. Ich konnte dieser erfahrenen Schwester mein suchendes Herz offenbaren. Sie hat sich meiner herzlich und mit Verstehen angenommen. Als sie eines Tages mit mir niederkniete und mich dem Heiland anbefahl, brauchte sie in ihrem Gebet den Ausdruck: ‚Herr besprenge du dieses junge Herz mit deinem Blut!‘ Den Moment werde ich nie vergessen. In zuversichtlichem Glauben konnte ich das fassen und wurde un-beschreiblich froh.“3 So hat es Friedrich Veiel selbst beschrieben und nacherzählt. Von diesem Erlebnis an ver-änderten sich die Prioritäten seines Lebens. Sein Wünschen und Wollen hatte einen neuen Inhalt bekommen. In seiner Autobiographie schreibt er: „Es folgte eine glückliche Zeit. Ein Verlangen nach dem Worte Gottes war erwacht, wie ich es nie für möglich gehalten hätte. Jede freie Zeit benutzte ich, um in den Evangelien zu lesen. Es war mir ein solches Bedürfnis, den Herrn Jesus recht kennenzulernen. Oft war es mir, ich sei ganz in seiner Nähe. Das Gebet geschah nicht mehr aus Pflicht, sondern aus innerstem Bedürfnis“4 Dieses Erlebnis trug den jungen Uhrmacher durch die nächsten Monate. Er berichtet auch von zwei Männern, die ihm weiterhalfen auf dem Weg des Glaubens: Pfarrer Julius Schlaich (18315–1906) aus Degerloch, der immer wieder in Ludwigsburg Bibelstunden abhielt: „So klar, so für mich passend, hatte ich nie etwas gehört. Ich freute mich von einer Stunde auf die andere und bekam immer neues Licht, neue Kraft und neue Freude.“5 Daneben wurde er auch von
- 20 Jahren dort eintreten durfte. In St. Chri-schona sah er den rechten Platz zur weiteren Ausbildung, um das Rüstzeug zu lernen, das ihn seinem Kindertraum näher bringen würde.
- 20 Jahren dort eintreten durfte. In St. Chri-schona sah er den rechten Platz zur weiteren Ausbildung, um das Rüstzeug zu lernen, das ihn seinem Kindertraum näher bringen würde.
- 20 Jahren dort eintreten durfte. In St. Chri-schona sah er den rechten Platz zur weiteren Ausbildung, um das Rüstzeug zu lernen, das ihn seinem Kindertraum näher bringen würde.
- 20 Jahren dort eintreten durfte. In St. Chri-schona sah er den rechten Platz zur weiteren Ausbildung, um das Rüstzeug zu lernen, das ihn seinem Kindertraum näher bringen würde.
- 20 Jahren dort eintreten durfte. In St. Chri-schona sah er den rechten Platz zur weiteren Ausbildung, um das Rüstzeug zu lernen, das ihn seinem Kindertraum näher bringen würde.
- 20 Jahren dort eintreten durfte. In St. Chri-schona sah er den rechten Platz zur weiteren Ausbildung, um das Rüstzeug zu lernen, das ihn seinem Kindertraum näher bringen würde.
- „Die biblische Ausbildung hat zur Basis das christliche Gemeinschaftsleben, welches durch anstrengende und austrocknende Studien nicht gehemmt werden darf, und besteht aus: Bibeler-klärung mit Hinweglassung aller Kritik. Leh-rer und Schüler sitzen zu den Füßen des Herrn, der durch sein Wort Alten und Neuen Testa-ments zu ihnen redet. Sie suchen den ganzen Heilsplan in seinem Zusammenhang aufzufas-sen, aber auch jede einzelne Stelle im Lichte des Ganzen zu verstehen. Dieser Bibelunterricht soll eine Erbauung, eine Durchbildung, ein Starkwerden des inneren Menschen bewirken. Weitere Fächer sind: Bibeleinleitung, Biblische Geschichte, die im ersten Jahr von Schülern aus der Schrift gelernt und frei nacherzählt, spä-ter nach dem Lehrbuch der Heil. Geschichte von Kurz erteilt wird; sodann Glaubenslehre, Seelenlehre (Psychologie), Kirchengeschichte, Symbolik, praktische Theologie und endlich Analyse, Ausarbeitung, Auswendiglernen und Halten von Predigten und Katechesen…“9 In den ersten zwei Jahren wurden noch allge-meinbildende Fächer wie Deutsch, Welt- und Naturgeschichte, Geographie und Rechnen unterrichtet. Gerade auch Rappards Ansichten zum biblischen Unterricht kamen Veiels Be-geisterung für die Bibellektüre entgegen und förderten die systematische Erfassung der bib- lischen Inhalte bei ihm. Im letzten Jahr seiner Ausbildung auf St. Chri-schona kam es zum Umzug der Familie Rap-pard auf das Pilgermissionsgelände; zuvor hat-te die Familie für eine Zeit in Basel gewohnt. So ergab es sich, dass die Schüler auch mit der Familie mehr in Kontakt kamen. Dabei stellte Veiel fest: „dass ich sie gern sehe“. Gemeint war die Tochter Emmy Rappard (geb. 8. März 1872). Dennoch stand für den jungen Missionsschü-ler der Entschluss fest, während der ersten zwei Jahre nach der Ausbildung nicht an eine Heirat zu denken, sondern sich ganz der Berufsarbeit zu widmen. Seine erste Station als Prediger war dann in Frankfurt am Main. Dorthin kam Emmy 1895
- „Die biblische Ausbildung hat zur Basis das christliche Gemeinschaftsleben, welches durch anstrengende und austrocknende Studien nicht gehemmt werden darf, und besteht aus: Bibeler-klärung mit Hinweglassung aller Kritik. Leh-rer und Schüler sitzen zu den Füßen des Herrn, der durch sein Wort Alten und Neuen Testa-ments zu ihnen redet. Sie suchen den ganzen Heilsplan in seinem Zusammenhang aufzufas-sen, aber auch jede einzelne Stelle im Lichte des Ganzen zu verstehen. Dieser Bibelunterricht soll eine Erbauung, eine Durchbildung, ein Starkwerden des inneren Menschen bewirken. Weitere Fächer sind: Bibeleinleitung, Biblische Geschichte, die im ersten Jahr von Schülern aus der Schrift gelernt und frei nacherzählt, spä-ter nach dem Lehrbuch der Heil. Geschichte von Kurz erteilt wird; sodann Glaubenslehre, Seelenlehre (Psychologie), Kirchengeschichte, Symbolik, praktische Theologie und endlich Analyse, Ausarbeitung, Auswendiglernen und Halten von Predigten und Katechesen…“9 In den ersten zwei Jahren wurden noch allge-meinbildende Fächer wie Deutsch, Welt- und Naturgeschichte, Geographie und Rechnen unterrichtet. Gerade auch Rappards Ansichten zum biblischen Unterricht kamen Veiels Be-geisterung für die Bibellektüre entgegen und förderten die systematische Erfassung der bib- lischen Inhalte bei ihm. Im letzten Jahr seiner Ausbildung auf St. Chri-schona kam es zum Umzug der Familie Rap-pard auf das Pilgermissionsgelände; zuvor hat-te die Familie für eine Zeit in Basel gewohnt. So ergab es sich, dass die Schüler auch mit der Familie mehr in Kontakt kamen. Dabei stellte Veiel fest: „dass ich sie gern sehe“. Gemeint war die Tochter Emmy Rappard (geb. 8. März 1872). Dennoch stand für den jungen Missionsschü-ler der Entschluss fest, während der ersten zwei Jahre nach der Ausbildung nicht an eine Heirat zu denken, sondern sich ganz der Berufsarbeit zu widmen. Seine erste Station als Prediger war dann in Frankfurt am Main. Dorthin kam Emmy 1895
- „Die biblische Ausbildung hat zur Basis das christliche Gemeinschaftsleben, welches durch anstrengende und austrocknende Studien nicht gehemmt werden darf, und besteht aus: Bibeler-klärung mit Hinweglassung aller Kritik. Leh-rer und Schüler sitzen zu den Füßen des Herrn, der durch sein Wort Alten und Neuen Testa-ments zu ihnen redet. Sie suchen den ganzen Heilsplan in seinem Zusammenhang aufzufas-sen, aber auch jede einzelne Stelle im Lichte des Ganzen zu verstehen. Dieser Bibelunterricht soll eine Erbauung, eine Durchbildung, ein Starkwerden des inneren Menschen bewirken. Weitere Fächer sind: Bibeleinleitung, Biblische Geschichte, die im ersten Jahr von Schülern aus der Schrift gelernt und frei nacherzählt, spä-ter nach dem Lehrbuch der Heil. Geschichte von Kurz erteilt wird; sodann Glaubenslehre, Seelenlehre (Psychologie), Kirchengeschichte, Symbolik, praktische Theologie und endlich Analyse, Ausarbeitung, Auswendiglernen und Halten von Predigten und Katechesen…“9 In den ersten zwei Jahren wurden noch allge-meinbildende Fächer wie Deutsch, Welt- und Naturgeschichte, Geographie und Rechnen unterrichtet. Gerade auch Rappards Ansichten zum biblischen Unterricht kamen Veiels Be-geisterung für die Bibellektüre entgegen und förderten die systematische Erfassung der bib- lischen Inhalte bei ihm. Im letzten Jahr seiner Ausbildung auf St. Chri-schona kam es zum Umzug der Familie Rap-pard auf das Pilgermissionsgelände; zuvor hat-te die Familie für eine Zeit in Basel gewohnt. So ergab es sich, dass die Schüler auch mit der Familie mehr in Kontakt kamen. Dabei stellte Veiel fest: „dass ich sie gern sehe“. Gemeint war die Tochter Emmy Rappard (geb. 8. März 1872). Dennoch stand für den jungen Missionsschü-ler der Entschluss fest, während der ersten zwei Jahre nach der Ausbildung nicht an eine Heirat zu denken, sondern sich ganz der Berufsarbeit zu widmen. Seine erste Station als Prediger war dann in Frankfurt am Main. Dorthin kam Emmy 1895
- Nach der Hochzeit leitete das Ehepaar ge-meinsam das Gästehaus „Zu den Bergen“ auf dem Chrischona-Gelände. Dieses Haus war am 1. Juli 1899 eingeweiht worden mit dem Ziel, einen intensiven biblischen Unterricht für jüngere Männer zu erteilen, die in ihrem Beruf weiterhin arbeiten wollten, oder auch für ältere Männer, die für ihren Dienst eine weitere bibli-sche Schulung wünschten. Auch war es darum gegangen, eine Möglichkeit zu schaffen, um Freunde des Werks, die eine Zeit der Erholung auf St. Chrischona verbringen wollten, gut unterzubringen. Das Haus zu den Bergen war so im Winter für Bibelkurse reserviert und im Sommer als Gästehaus in Betrieb. Es bot Platz für 36 Gäste oder Bibelschüler. Für die Gäste wurden tägliche Andachten abgehalten. Die
- „Die biblische Ausbildung hat zur Basis das christliche Gemeinschaftsleben, welches durch anstrengende und austrocknende Studien nicht gehemmt werden darf, und besteht aus: Bibeler-klärung mit Hinweglassung aller Kritik. Leh-rer und Schüler sitzen zu den Füßen des Herrn, der durch sein Wort Alten und Neuen Testa-ments zu ihnen redet. Sie suchen den ganzen Heilsplan in seinem Zusammenhang aufzufas-sen, aber auch jede einzelne Stelle im Lichte des Ganzen zu verstehen. Dieser Bibelunterricht soll eine Erbauung, eine Durchbildung, ein Starkwerden des inneren Menschen bewirken. Weitere Fächer sind: Bibeleinleitung, Biblische Geschichte, die im ersten Jahr von Schülern aus der Schrift gelernt und frei nacherzählt, spä-ter nach dem Lehrbuch der Heil. Geschichte von Kurz erteilt wird; sodann Glaubenslehre, Seelenlehre (Psychologie), Kirchengeschichte, Symbolik, praktische Theologie und endlich Analyse, Ausarbeitung, Auswendiglernen und Halten von Predigten und Katechesen…“9 In den ersten zwei Jahren wurden noch allge-meinbildende Fächer wie Deutsch, Welt- und Naturgeschichte, Geographie und Rechnen unterrichtet. Gerade auch Rappards Ansichten zum biblischen Unterricht kamen Veiels Be-geisterung für die Bibellektüre entgegen und förderten die systematische Erfassung der bib- lischen Inhalte bei ihm. Im letzten Jahr seiner Ausbildung auf St. Chri-schona kam es zum Umzug der Familie Rap-pard auf das Pilgermissionsgelände; zuvor hat-te die Familie für eine Zeit in Basel gewohnt. So ergab es sich, dass die Schüler auch mit der Familie mehr in Kontakt kamen. Dabei stellte Veiel fest: „dass ich sie gern sehe“. Gemeint war die Tochter Emmy Rappard (geb. 8. März 1872). Dennoch stand für den jungen Missionsschü-ler der Entschluss fest, während der ersten zwei Jahre nach der Ausbildung nicht an eine Heirat zu denken, sondern sich ganz der Berufsarbeit zu widmen. Seine erste Station als Prediger war dann in Frankfurt am Main. Dorthin kam Emmy 1895
- „Die biblische Ausbildung hat zur Basis das christliche Gemeinschaftsleben, welches durch anstrengende und austrocknende Studien nicht gehemmt werden darf, und besteht aus: Bibeler-klärung mit Hinweglassung aller Kritik. Leh-rer und Schüler sitzen zu den Füßen des Herrn, der durch sein Wort Alten und Neuen Testa-ments zu ihnen redet. Sie suchen den ganzen Heilsplan in seinem Zusammenhang aufzufas-sen, aber auch jede einzelne Stelle im Lichte des Ganzen zu verstehen. Dieser Bibelunterricht soll eine Erbauung, eine Durchbildung, ein Starkwerden des inneren Menschen bewirken. Weitere Fächer sind: Bibeleinleitung, Biblische Geschichte, die im ersten Jahr von Schülern aus der Schrift gelernt und frei nacherzählt, spä-ter nach dem Lehrbuch der Heil. Geschichte von Kurz erteilt wird; sodann Glaubenslehre, Seelenlehre (Psychologie), Kirchengeschichte, Symbolik, praktische Theologie und endlich Analyse, Ausarbeitung, Auswendiglernen und Halten von Predigten und Katechesen…“9 In den ersten zwei Jahren wurden noch allge-meinbildende Fächer wie Deutsch, Welt- und Naturgeschichte, Geographie und Rechnen unterrichtet. Gerade auch Rappards Ansichten zum biblischen Unterricht kamen Veiels Be-geisterung für die Bibellektüre entgegen und förderten die systematische Erfassung der bib- lischen Inhalte bei ihm. Im letzten Jahr seiner Ausbildung auf St. Chri-schona kam es zum Umzug der Familie Rap-pard auf das Pilgermissionsgelände; zuvor hat-te die Familie für eine Zeit in Basel gewohnt. So ergab es sich, dass die Schüler auch mit der Familie mehr in Kontakt kamen. Dabei stellte Veiel fest: „dass ich sie gern sehe“. Gemeint war die Tochter Emmy Rappard (geb. 8. März 1872). Dennoch stand für den jungen Missionsschü-ler der Entschluss fest, während der ersten zwei Jahre nach der Ausbildung nicht an eine Heirat zu denken, sondern sich ganz der Berufsarbeit zu widmen. Seine erste Station als Prediger war dann in Frankfurt am Main. Dorthin kam Emmy 1895
- zu Besuch, da ihre Schwester Dora mit einem Stadtmissionar in Frankfurt verheiratet war. In diesem Zusammenhang kam es zu einem erneuten Zusammentreffen von Friedrich und Emmy, wobei ihr Friedrich seine Gefühle ge-stand. Emmy, die aber zu der Zeit kränklich war und auf keine Besserung hoffte, machte ihm klar: „Es kann nicht sein.“ Damit wollte er sich nicht gleich begnügen – doch Emmys Mei-nung stand fest und sie war auch durch längere Gespräche nicht davon abzubringen. Erst als Friedrich Veiel zum Jahresende 1899 wieder nach St. Chrischona kam, wurde er von Inspektor Rappard angesprochen, ob er nicht auch ans Heiraten denke. Veiel erinnerte ihn an einen Brief von 1895, in dem er Rappard da-mals über seine Gefühle und auch über die Ab-sage der Tochter berichtet hatte. Vater Rappard machte dem jungen Prediger nun doch wieder Hoffnungen, da die Gesundheit der Tochter inzwischen stabiler war und er nichts gegen die Beziehung einzuwenden hatte. So nahm dann die Verbindung der beiden ihren offiziellen Anfang. Bereits am 3. Januar 1900 verlobten sich die beiden; die Heirat folgte am 8. Mai 1900. Das Ehepaar hatte eine Tochter, „Edith“ Helen, die am 3. Oktober 1914 geboren wurde.
- „Die biblische Ausbildung hat zur Basis das christliche Gemeinschaftsleben, welches durch anstrengende und austrocknende Studien nicht gehemmt werden darf, und besteht aus: Bibeler-klärung mit Hinweglassung aller Kritik. Leh-rer und Schüler sitzen zu den Füßen des Herrn, der durch sein Wort Alten und Neuen Testa-ments zu ihnen redet. Sie suchen den ganzen Heilsplan in seinem Zusammenhang aufzufas-sen, aber auch jede einzelne Stelle im Lichte des Ganzen zu verstehen. Dieser Bibelunterricht soll eine Erbauung, eine Durchbildung, ein Starkwerden des inneren Menschen bewirken. Weitere Fächer sind: Bibeleinleitung, Biblische Geschichte, die im ersten Jahr von Schülern aus der Schrift gelernt und frei nacherzählt, spä-ter nach dem Lehrbuch der Heil. Geschichte von Kurz erteilt wird; sodann Glaubenslehre, Seelenlehre (Psychologie), Kirchengeschichte, Symbolik, praktische Theologie und endlich Analyse, Ausarbeitung, Auswendiglernen und Halten von Predigten und Katechesen…“9 In den ersten zwei Jahren wurden noch allge-meinbildende Fächer wie Deutsch, Welt- und Naturgeschichte, Geographie und Rechnen unterrichtet. Gerade auch Rappards Ansichten zum biblischen Unterricht kamen Veiels Be-geisterung für die Bibellektüre entgegen und förderten die systematische Erfassung der bib- lischen Inhalte bei ihm. Im letzten Jahr seiner Ausbildung auf St. Chri-schona kam es zum Umzug der Familie Rap-pard auf das Pilgermissionsgelände; zuvor hat-te die Familie für eine Zeit in Basel gewohnt. So ergab es sich, dass die Schüler auch mit der Familie mehr in Kontakt kamen. Dabei stellte Veiel fest: „dass ich sie gern sehe“. Gemeint war die Tochter Emmy Rappard (geb. 8. März 1872). Dennoch stand für den jungen Missionsschü-ler der Entschluss fest, während der ersten zwei Jahre nach der Ausbildung nicht an eine Heirat zu denken, sondern sich ganz der Berufsarbeit zu widmen. Seine erste Station als Prediger war dann in Frankfurt am Main. Dorthin kam Emmy 1895
- Bibelkurse fanden von Oktober bis Weihnach-ten und von Mitte Ja-nuar bis Mai statt. Diese Arbeit übernahm das Ehepaar Veiel mit großer Begeisterung. Friedrich konnte seine Begabung ausleben, Bibelwissenweiterzugeben. Er wur-de dann auch vom Lei-tungskomitee als Leh-rer in das Brüderhaus berufen, um sich ganz dem Unterricht zu widmen: „Er hat sich in die-ser Arbeit glücklich gefühlt, und Gott hat seinen Segen darauf gelegt.“10 Überliefert ist ein Werbeprospekt des Hauses aus dieser Zeit, der nochmals die zugrundelie-genden Ideen erörtert: „Dieses auf stiller Bergeshöhe gelegene Haus nimmt gerne Gäste auf, die sich eine Zeit lang aus dem Getriebe des Alltaglebens zurückzie-hen wollen, um im Umgang mit dem Herrn und in Gemeinschaft mit seinen Kindern geist-liche Erquickung und Stärkung zu suchen, und zugleich die herrlichen Gaben, die Gott in Berg und Wald und guter Luft hier reichlich dar-bietet, zu genießen. In unmittelbarer Nähe des Hauses ist der köstliche Buchenwald, und von der Südfront streift der Blick frei hin zu den Bergen unseres Vaterlandes. Das Haus will eine freundliche Stätte der Ruhe und inneren Sammlung sein. Es finden täglich Morgen= und Abendandachten statt; an den Sonntagen ist Gelegenheit, die Gottesdienste in der na-hen Chrischonakirche zu besuchen. Das Haus ‚Zu den Bergen’ ist das ganze Jahr geöffnet. Im Winter werden die Räume mit Central-heizung gut durchwärmt. Es ist uns eine Freu-de, liebe Freunde, Brüder und Schwestern, herzlich einladen zu dürfen und ihnen die Er-füllung des Wortes zu wünschen, das am Gie-bel des Hauses geschrieben steht: ‚Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen; meine Hilfe kommt vom Herrn!’“ 11
- Bibelkurse fanden von Oktober bis Weihnach-ten und von Mitte Ja-nuar bis Mai statt. Diese Arbeit übernahm das Ehepaar Veiel mit großer Begeisterung. Friedrich konnte seine Begabung ausleben, Bibelwissenweiterzugeben. Er wur-de dann auch vom Lei-tungskomitee als Leh-rer in das Brüderhaus berufen, um sich ganz dem Unterricht zu widmen: „Er hat sich in die-ser Arbeit glücklich gefühlt, und Gott hat seinen Segen darauf gelegt.“10 Überliefert ist ein Werbeprospekt des Hauses aus dieser Zeit, der nochmals die zugrundelie-genden Ideen erörtert: „Dieses auf stiller Bergeshöhe gelegene Haus nimmt gerne Gäste auf, die sich eine Zeit lang aus dem Getriebe des Alltaglebens zurückzie-hen wollen, um im Umgang mit dem Herrn und in Gemeinschaft mit seinen Kindern geist-liche Erquickung und Stärkung zu suchen, und zugleich die herrlichen Gaben, die Gott in Berg und Wald und guter Luft hier reichlich dar-bietet, zu genießen. In unmittelbarer Nähe des Hauses ist der köstliche Buchenwald, und von der Südfront streift der Blick frei hin zu den Bergen unseres Vaterlandes. Das Haus will eine freundliche Stätte der Ruhe und inneren Sammlung sein. Es finden täglich Morgen= und Abendandachten statt; an den Sonntagen ist Gelegenheit, die Gottesdienste in der na-hen Chrischonakirche zu besuchen. Das Haus ‚Zu den Bergen’ ist das ganze Jahr geöffnet. Im Winter werden die Räume mit Central-heizung gut durchwärmt. Es ist uns eine Freu-de, liebe Freunde, Brüder und Schwestern, herzlich einladen zu dürfen und ihnen die Er-füllung des Wortes zu wünschen, das am Gie-bel des Hauses geschrieben steht: ‚Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen; meine Hilfe kommt vom Herrn!’“ 11
- Bibelkurse fanden von Oktober bis Weihnach-ten und von Mitte Ja-nuar bis Mai statt. Diese Arbeit übernahm das Ehepaar Veiel mit großer Begeisterung. Friedrich konnte seine Begabung ausleben, Bibelwissenweiterzugeben. Er wur-de dann auch vom Lei-tungskomitee als Leh-rer in das Brüderhaus berufen, um sich ganz dem Unterricht zu widmen: „Er hat sich in die-ser Arbeit glücklich gefühlt, und Gott hat seinen Segen darauf gelegt.“10 Überliefert ist ein Werbeprospekt des Hauses aus dieser Zeit, der nochmals die zugrundelie-genden Ideen erörtert: „Dieses auf stiller Bergeshöhe gelegene Haus nimmt gerne Gäste auf, die sich eine Zeit lang aus dem Getriebe des Alltaglebens zurückzie-hen wollen, um im Umgang mit dem Herrn und in Gemeinschaft mit seinen Kindern geist-liche Erquickung und Stärkung zu suchen, und zugleich die herrlichen Gaben, die Gott in Berg und Wald und guter Luft hier reichlich dar-bietet, zu genießen. In unmittelbarer Nähe des Hauses ist der köstliche Buchenwald, und von der Südfront streift der Blick frei hin zu den Bergen unseres Vaterlandes. Das Haus will eine freundliche Stätte der Ruhe und inneren Sammlung sein. Es finden täglich Morgen= und Abendandachten statt; an den Sonntagen ist Gelegenheit, die Gottesdienste in der na-hen Chrischonakirche zu besuchen. Das Haus ‚Zu den Bergen’ ist das ganze Jahr geöffnet. Im Winter werden die Räume mit Central-heizung gut durchwärmt. Es ist uns eine Freu-de, liebe Freunde, Brüder und Schwestern, herzlich einladen zu dürfen und ihnen die Er-füllung des Wortes zu wünschen, das am Gie-bel des Hauses geschrieben steht: ‚Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen; meine Hilfe kommt vom Herrn!’“ 11
- Bibelkurse fanden von Oktober bis Weihnach-ten und von Mitte Ja-nuar bis Mai statt. Diese Arbeit übernahm das Ehepaar Veiel mit großer Begeisterung. Friedrich konnte seine Begabung ausleben, Bibelwissenweiterzugeben. Er wur-de dann auch vom Lei-tungskomitee als Leh-rer in das Brüderhaus berufen, um sich ganz dem Unterricht zu widmen: „Er hat sich in die-ser Arbeit glücklich gefühlt, und Gott hat seinen Segen darauf gelegt.“10 Überliefert ist ein Werbeprospekt des Hauses aus dieser Zeit, der nochmals die zugrundelie-genden Ideen erörtert: „Dieses auf stiller Bergeshöhe gelegene Haus nimmt gerne Gäste auf, die sich eine Zeit lang aus dem Getriebe des Alltaglebens zurückzie-hen wollen, um im Umgang mit dem Herrn und in Gemeinschaft mit seinen Kindern geist-liche Erquickung und Stärkung zu suchen, und zugleich die herrlichen Gaben, die Gott in Berg und Wald und guter Luft hier reichlich dar-bietet, zu genießen. In unmittelbarer Nähe des Hauses ist der köstliche Buchenwald, und von der Südfront streift der Blick frei hin zu den Bergen unseres Vaterlandes. Das Haus will eine freundliche Stätte der Ruhe und inneren Sammlung sein. Es finden täglich Morgen= und Abendandachten statt; an den Sonntagen ist Gelegenheit, die Gottesdienste in der na-hen Chrischonakirche zu besuchen. Das Haus ‚Zu den Bergen’ ist das ganze Jahr geöffnet. Im Winter werden die Räume mit Central-heizung gut durchwärmt. Es ist uns eine Freu-de, liebe Freunde, Brüder und Schwestern, herzlich einladen zu dürfen und ihnen die Er-füllung des Wortes zu wünschen, das am Gie-bel des Hauses geschrieben steht: ‚Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen; meine Hilfe kommt vom Herrn!’“ 11
- Bibelkurse fanden von Oktober bis Weihnach-ten und von Mitte Ja-nuar bis Mai statt. Diese Arbeit übernahm das Ehepaar Veiel mit großer Begeisterung. Friedrich konnte seine Begabung ausleben, Bibelwissenweiterzugeben. Er wur-de dann auch vom Lei-tungskomitee als Leh-rer in das Brüderhaus berufen, um sich ganz dem Unterricht zu widmen: „Er hat sich in die-ser Arbeit glücklich gefühlt, und Gott hat seinen Segen darauf gelegt.“10 Überliefert ist ein Werbeprospekt des Hauses aus dieser Zeit, der nochmals die zugrundelie-genden Ideen erörtert: „Dieses auf stiller Bergeshöhe gelegene Haus nimmt gerne Gäste auf, die sich eine Zeit lang aus dem Getriebe des Alltaglebens zurückzie-hen wollen, um im Umgang mit dem Herrn und in Gemeinschaft mit seinen Kindern geist-liche Erquickung und Stärkung zu suchen, und zugleich die herrlichen Gaben, die Gott in Berg und Wald und guter Luft hier reichlich dar-bietet, zu genießen. In unmittelbarer Nähe des Hauses ist der köstliche Buchenwald, und von der Südfront streift der Blick frei hin zu den Bergen unseres Vaterlandes. Das Haus will eine freundliche Stätte der Ruhe und inneren Sammlung sein. Es finden täglich Morgen= und Abendandachten statt; an den Sonntagen ist Gelegenheit, die Gottesdienste in der na-hen Chrischonakirche zu besuchen. Das Haus ‚Zu den Bergen’ ist das ganze Jahr geöffnet. Im Winter werden die Räume mit Central-heizung gut durchwärmt. Es ist uns eine Freu-de, liebe Freunde, Brüder und Schwestern, herzlich einladen zu dürfen und ihnen die Er-füllung des Wortes zu wünschen, das am Gie-bel des Hauses geschrieben steht: ‚Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen; meine Hilfe kommt vom Herrn!’“ 11
- Bibelkurse fanden von Oktober bis Weihnach-ten und von Mitte Ja-nuar bis Mai statt. Diese Arbeit übernahm das Ehepaar Veiel mit großer Begeisterung. Friedrich konnte seine Begabung ausleben, Bibelwissenweiterzugeben. Er wur-de dann auch vom Lei-tungskomitee als Leh-rer in das Brüderhaus berufen, um sich ganz dem Unterricht zu widmen: „Er hat sich in die-ser Arbeit glücklich gefühlt, und Gott hat seinen Segen darauf gelegt.“10 Überliefert ist ein Werbeprospekt des Hauses aus dieser Zeit, der nochmals die zugrundelie-genden Ideen erörtert: „Dieses auf stiller Bergeshöhe gelegene Haus nimmt gerne Gäste auf, die sich eine Zeit lang aus dem Getriebe des Alltaglebens zurückzie-hen wollen, um im Umgang mit dem Herrn und in Gemeinschaft mit seinen Kindern geist-liche Erquickung und Stärkung zu suchen, und zugleich die herrlichen Gaben, die Gott in Berg und Wald und guter Luft hier reichlich dar-bietet, zu genießen. In unmittelbarer Nähe des Hauses ist der köstliche Buchenwald, und von der Südfront streift der Blick frei hin zu den Bergen unseres Vaterlandes. Das Haus will eine freundliche Stätte der Ruhe und inneren Sammlung sein. Es finden täglich Morgen= und Abendandachten statt; an den Sonntagen ist Gelegenheit, die Gottesdienste in der na-hen Chrischonakirche zu besuchen. Das Haus ‚Zu den Bergen’ ist das ganze Jahr geöffnet. Im Winter werden die Räume mit Central-heizung gut durchwärmt. Es ist uns eine Freu-de, liebe Freunde, Brüder und Schwestern, herzlich einladen zu dürfen und ihnen die Er-füllung des Wortes zu wünschen, das am Gie-bel des Hauses geschrieben steht: ‚Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen; meine Hilfe kommt vom Herrn!’“ 11
- erhöhte zusätzlich die finanziellen Defizite der Schule, die erst nach und nach abgetragen wer-den konnten. In Veiels Ära entstanden ab 1913 im Elsass in Frankreich neue Chrischona- Gemeinden. Außerdem unterstützte er die Gründung des Brunnen-Verlags in Gießen und Basel. 1925 ließ er das Diakonissen-Mutterhaus St. Chrischona einrichten. Am 20. August 1935 verstarb Veiels Frau Emmy im Alter von 63 Jahren. Die Haushalts-führung übernahm dann die einzige Tochter: „In feierlicher Weise hat der einsam gewordene Mann nach dem Tode seiner Frau der einund-zwanzigjährigen Tochter die Führung des Haus-halts in der ‚Friedau‘ übertragen. Dann aber kam 1937 die Heirat der Tochter.“13 Die Tochter Edith heiratete den Pfarrer Friedhelm Ruders-dorf (1906–1970), der über mehrere Jahre Leh-rer an der Pilgermission war. Das junge Ehepaar verließ dann Chrischona, um eine Pfarrstelle in Sachsen zu übernehmen. Auch die schwere Zeit des Zweiten Weltkrieges erlebte Veiel als Leiter des Werks. Die Verbin-dungen mit Deutschland waren im Laufe des Krieges nahezu unterbunden. Mit 71 Jahren trat er 1947 von seinem Amt zurück. Seinen Ruhe-stand verbrachte er ab Oktober 1949 im deut-schen Heidenheim, wo die Familie der Tochter ab 1945 zu Hause war. So kam der Calwer in seiner letzten Zeit wieder zurück nach Württem-berg. Er freute sich an der Enkelschar von fünf Kindern. In Heidenheim schloss sich Friedrich Veiel der Chrischona-Gemeinschaft an und übernahm dort auch, so lange er konnte, Pre-digtdienste. Er starb am 22. September 1950.
- erhöhte zusätzlich die finanziellen Defizite der Schule, die erst nach und nach abgetragen wer-den konnten. In Veiels Ära entstanden ab 1913 im Elsass in Frankreich neue Chrischona- Gemeinden. Außerdem unterstützte er die Gründung des Brunnen-Verlags in Gießen und Basel. 1925 ließ er das Diakonissen-Mutterhaus St. Chrischona einrichten. Am 20. August 1935 verstarb Veiels Frau Emmy im Alter von 63 Jahren. Die Haushalts-führung übernahm dann die einzige Tochter: „In feierlicher Weise hat der einsam gewordene Mann nach dem Tode seiner Frau der einund-zwanzigjährigen Tochter die Führung des Haus-halts in der ‚Friedau‘ übertragen. Dann aber kam 1937 die Heirat der Tochter.“13 Die Tochter Edith heiratete den Pfarrer Friedhelm Ruders-dorf (1906–1970), der über mehrere Jahre Leh-rer an der Pilgermission war. Das junge Ehepaar verließ dann Chrischona, um eine Pfarrstelle in Sachsen zu übernehmen. Auch die schwere Zeit des Zweiten Weltkrieges erlebte Veiel als Leiter des Werks. Die Verbin-dungen mit Deutschland waren im Laufe des Krieges nahezu unterbunden. Mit 71 Jahren trat er 1947 von seinem Amt zurück. Seinen Ruhe-stand verbrachte er ab Oktober 1949 im deut-schen Heidenheim, wo die Familie der Tochter ab 1945 zu Hause war. So kam der Calwer in seiner letzten Zeit wieder zurück nach Württem-berg. Er freute sich an der Enkelschar von fünf Kindern. In Heidenheim schloss sich Friedrich Veiel der Chrischona-Gemeinschaft an und übernahm dort auch, so lange er konnte, Pre-digtdienste. Er starb am 22. September 1950.
- erhöhte zusätzlich die finanziellen Defizite der Schule, die erst nach und nach abgetragen wer-den konnten. In Veiels Ära entstanden ab 1913 im Elsass in Frankreich neue Chrischona- Gemeinden. Außerdem unterstützte er die Gründung des Brunnen-Verlags in Gießen und Basel. 1925 ließ er das Diakonissen-Mutterhaus St. Chrischona einrichten. Am 20. August 1935 verstarb Veiels Frau Emmy im Alter von 63 Jahren. Die Haushalts-führung übernahm dann die einzige Tochter: „In feierlicher Weise hat der einsam gewordene Mann nach dem Tode seiner Frau der einund-zwanzigjährigen Tochter die Führung des Haus-halts in der ‚Friedau‘ übertragen. Dann aber kam 1937 die Heirat der Tochter.“13 Die Tochter Edith heiratete den Pfarrer Friedhelm Ruders-dorf (1906–1970), der über mehrere Jahre Leh-rer an der Pilgermission war. Das junge Ehepaar verließ dann Chrischona, um eine Pfarrstelle in Sachsen zu übernehmen. Auch die schwere Zeit des Zweiten Weltkrieges erlebte Veiel als Leiter des Werks. Die Verbin-dungen mit Deutschland waren im Laufe des Krieges nahezu unterbunden. Mit 71 Jahren trat er 1947 von seinem Amt zurück. Seinen Ruhe-stand verbrachte er ab Oktober 1949 im deut-schen Heidenheim, wo die Familie der Tochter ab 1945 zu Hause war. So kam der Calwer in seiner letzten Zeit wieder zurück nach Württem-berg. Er freute sich an der Enkelschar von fünf Kindern. In Heidenheim schloss sich Friedrich Veiel der Chrischona-Gemeinschaft an und übernahm dort auch, so lange er konnte, Pre-digtdienste. Er starb am 22. September 1950.
- erhöhte zusätzlich die finanziellen Defizite der Schule, die erst nach und nach abgetragen wer-den konnten. In Veiels Ära entstanden ab 1913 im Elsass in Frankreich neue Chrischona- Gemeinden. Außerdem unterstützte er die Gründung des Brunnen-Verlags in Gießen und Basel. 1925 ließ er das Diakonissen-Mutterhaus St. Chrischona einrichten. Am 20. August 1935 verstarb Veiels Frau Emmy im Alter von 63 Jahren. Die Haushalts-führung übernahm dann die einzige Tochter: „In feierlicher Weise hat der einsam gewordene Mann nach dem Tode seiner Frau der einund-zwanzigjährigen Tochter die Führung des Haus-halts in der ‚Friedau‘ übertragen. Dann aber kam 1937 die Heirat der Tochter.“13 Die Tochter Edith heiratete den Pfarrer Friedhelm Ruders-dorf (1906–1970), der über mehrere Jahre Leh-rer an der Pilgermission war. Das junge Ehepaar verließ dann Chrischona, um eine Pfarrstelle in Sachsen zu übernehmen. Auch die schwere Zeit des Zweiten Weltkrieges erlebte Veiel als Leiter des Werks. Die Verbin-dungen mit Deutschland waren im Laufe des Krieges nahezu unterbunden. Mit 71 Jahren trat er 1947 von seinem Amt zurück. Seinen Ruhe-stand verbrachte er ab Oktober 1949 im deut-schen Heidenheim, wo die Familie der Tochter ab 1945 zu Hause war. So kam der Calwer in seiner letzten Zeit wieder zurück nach Württem-berg. Er freute sich an der Enkelschar von fünf Kindern. In Heidenheim schloss sich Friedrich Veiel der Chrischona-Gemeinschaft an und übernahm dort auch, so lange er konnte, Pre-digtdienste. Er starb am 22. September 1950.
- erhöhte zusätzlich die finanziellen Defizite der Schule, die erst nach und nach abgetragen wer-den konnten. In Veiels Ära entstanden ab 1913 im Elsass in Frankreich neue Chrischona- Gemeinden. Außerdem unterstützte er die Gründung des Brunnen-Verlags in Gießen und Basel. 1925 ließ er das Diakonissen-Mutterhaus St. Chrischona einrichten. Am 20. August 1935 verstarb Veiels Frau Emmy im Alter von 63 Jahren. Die Haushalts-führung übernahm dann die einzige Tochter: „In feierlicher Weise hat der einsam gewordene Mann nach dem Tode seiner Frau der einund-zwanzigjährigen Tochter die Führung des Haus-halts in der ‚Friedau‘ übertragen. Dann aber kam 1937 die Heirat der Tochter.“13 Die Tochter Edith heiratete den Pfarrer Friedhelm Ruders-dorf (1906–1970), der über mehrere Jahre Leh-rer an der Pilgermission war. Das junge Ehepaar verließ dann Chrischona, um eine Pfarrstelle in Sachsen zu übernehmen. Auch die schwere Zeit des Zweiten Weltkrieges erlebte Veiel als Leiter des Werks. Die Verbin-dungen mit Deutschland waren im Laufe des Krieges nahezu unterbunden. Mit 71 Jahren trat er 1947 von seinem Amt zurück. Seinen Ruhe-stand verbrachte er ab Oktober 1949 im deut-schen Heidenheim, wo die Familie der Tochter ab 1945 zu Hause war. So kam der Calwer in seiner letzten Zeit wieder zurück nach Württem-berg. Er freute sich an der Enkelschar von fünf Kindern. In Heidenheim schloss sich Friedrich Veiel der Chrischona-Gemeinschaft an und übernahm dort auch, so lange er konnte, Pre-digtdienste. Er starb am 22. September 1950.
- erhöhte zusätzlich die finanziellen Defizite der Schule, die erst nach und nach abgetragen wer-den konnten. In Veiels Ära entstanden ab 1913 im Elsass in Frankreich neue Chrischona- Gemeinden. Außerdem unterstützte er die Gründung des Brunnen-Verlags in Gießen und Basel. 1925 ließ er das Diakonissen-Mutterhaus St. Chrischona einrichten. Am 20. August 1935 verstarb Veiels Frau Emmy im Alter von 63 Jahren. Die Haushalts-führung übernahm dann die einzige Tochter: „In feierlicher Weise hat der einsam gewordene Mann nach dem Tode seiner Frau der einund-zwanzigjährigen Tochter die Führung des Haus-halts in der ‚Friedau‘ übertragen. Dann aber kam 1937 die Heirat der Tochter.“13 Die Tochter Edith heiratete den Pfarrer Friedhelm Ruders-dorf (1906–1970), der über mehrere Jahre Leh-rer an der Pilgermission war. Das junge Ehepaar verließ dann Chrischona, um eine Pfarrstelle in Sachsen zu übernehmen. Auch die schwere Zeit des Zweiten Weltkrieges erlebte Veiel als Leiter des Werks. Die Verbin-dungen mit Deutschland waren im Laufe des Krieges nahezu unterbunden. Mit 71 Jahren trat er 1947 von seinem Amt zurück. Seinen Ruhe-stand verbrachte er ab Oktober 1949 im deut-schen Heidenheim, wo die Familie der Tochter ab 1945 zu Hause war. So kam der Calwer in seiner letzten Zeit wieder zurück nach Württem-berg. Er freute sich an der Enkelschar von fünf Kindern. In Heidenheim schloss sich Friedrich Veiel der Chrischona-Gemeinschaft an und übernahm dort auch, so lange er konnte, Pre-digtdienste. Er starb am 22. September 1950.
- Gottes und dessen „ehrfürchtigem Umgang mit der Heiligen Schrift“. Die intensive Beschäftigung mit Gottes Wort hatte Veiel zu dem gemacht, was er war. Zu einem gütigen Vorstand des großen Werkes, der in den schwierigen Zeitereignissen der zwei großen Kriege viele Entscheidungen zu treffen hatte und als „Hüter und Mehrer des Vätererbes“ mit klarer Sicht vornean stand. Seine Güte und Freundlichkeit wird auch von Adolf Wunder-lich (1911–1998) hervorgehoben: „Eines Tages, nach dem Abendessen wurde ich zum Herrn Di-rektor bestellt. Was wirst du denn ‚verbrochen‘ haben?, dachte ich. Aber ganz liebevoll sagte unser Direktor Veiel, als ich in sein Zimmer kam: ‚Bru-der Wunderlich, das Glöcklein läutet. Du musst
- sion St. Chrischona bei Basel, hrsg. von Hans Staub. Gießen 1965; Schnürle, Joachim: „Von Calw hinaus in die weite Welt…“ – Zum
- übermorgen schon in Schlesien deinen Dienst als Prediger beginnen‘.“16 Friedrich Veiel sah seinen Weg als Gottes Weg an. Auch wenn er letztlich nicht selbst in der Heidenmission tätig werden sollte, wie er es sich als Kind gewünscht hatte, konnte er doch viele Prediger und Missionare ausbilden, die in Deutschland, der Schweiz und weit darüber hin-aus missionarisch wirkten. So verwirklichte sich sein Kindheitstraum auf andere Art als ur-sprünglich gedacht.
- 10 Veiel: Die Pilgermission (wie Anm. 8), S. 163.
- -
- 2 Siehe zu Würz: Dipper, Heinrich: Zum Ge
- in: Württembergische Kirchengeschichte
- nary of Christian Missions, hrsg. von Gerald H. Anderson. Grand Rapids 1999, S. 749.
- 124 o.: Archiv Stiftung Hensoltshöhe Gunzen
- Chrischona. St. Chrischona 1918, Titelblatt.
- Frank Engel
- Kurt Weinhold (1896–1965) – ein kurzer Überblick zu Leben, Werk und archivischem Nachlass
- Kurt Weinhold (1896–1965) – ein kurzer Überblick zu Leben, Werk und archivischem Nachlass
- Kurt Weinhold (1896–1965) – ein kurzer Überblick zu Leben, Werk und archivischem Nachlass
- Kurt Weinhold (1896–1965) – ein kurzer Überblick zu Leben, Werk und archivischem Nachlass
- Kurt Weinhold (1896–1965) – ein kurzer Überblick zu Leben, Werk und archivischem Nachlass
- Kurt Weinhold (1896–1965) – ein kurzer Überblick zu Leben, Werk und archivischem Nachlass
- in Margaretes Notizkalender vom 23. Februar 1922. Sie erwähnt ein „Päckle von Kurt mit Briefle vom Vorjahr“ (Margarete Weinhold. Künstlergattin …, S. 19). Doch bevor wir dem Weg des jungen Paares aus München an die Nagold folgen, noch einmal zurück zu Kurts Werdegang hin zum hauptbe-ruflichen bildenden Künstler: Anders als sein Vater gelang es ihm, sich als Maler und insbe-sondere als Porträtist zu etablieren. Im Kindes-alter erhielt er schulischen Privatunterricht, besuchte dann ein Reform-Real-Gymnasium in Essen sowie ein humanistisches Gymnasium in Bonn, jedoch nur bis zur Untersekunda. Sein Ziel war es bereits damals, Maler zu wer- den. „Der sensible Junge“, so schreibt Golinski in seiner Weinhold-Monographie (S. 26), „zeichnet sich früh durch eine übermäßige Phantasie, durch Musikalität und zeichnerisches wie malerisches Talent aus.“ Als Vierzehnjähriger erlernte er von seinem Vater die technischen Grundlagen des Malens und Zeichnens, nach Kurt Wein-holds eigener, späterer Darstellung wohl mit großer Selbstständigkeit, um nicht zu sagen mit großem Eigensinn, und offenbar auch mit gro-ßem Erfolg: Immerhin wollte der Direktor der Münchener Kunstakademie den jungen Kurt in seine Klasse aufnehmen, was dieser aber ab- lehnte, und zwar obwohl seine Eltern ihn gerne auf der Akademie gesehen hätten. Insgesamt war das Verhältnis Kurt Weinholds zu seinen Eltern keineswegs konfliktfrei. In einem Brief an seine Mutter aus dem Jahr 1931, als er längst mit Margarete verheiratet war, schrieb er mit einem für uns Heutige fremd klingenden Pathos, „daß es Schicksal des Men-schengeschlechts ist, daß jede Generation sich von der vorhergehenden ablöst und sein [!] eigenes Le-ben sich aufbaut.“ (Golinski, S. 25) Andererseits unterstützte die Familie ihn 1917, als er aus Ge-wissensgründen und aus seiner christlichen Re-ligiosität heraus den Kriegsdienst verweigerte. Offenbar half ihm beim Verhör durch eine Mi-litärkommission seine rhetorische Begabung. Man befand ihn aufgrund seines vermeintlich kranken Geisteszustandes für untauglich.
- in Margaretes Notizkalender vom 23. Februar 1922. Sie erwähnt ein „Päckle von Kurt mit Briefle vom Vorjahr“ (Margarete Weinhold. Künstlergattin …, S. 19). Doch bevor wir dem Weg des jungen Paares aus München an die Nagold folgen, noch einmal zurück zu Kurts Werdegang hin zum hauptbe-ruflichen bildenden Künstler: Anders als sein Vater gelang es ihm, sich als Maler und insbe-sondere als Porträtist zu etablieren. Im Kindes-alter erhielt er schulischen Privatunterricht, besuchte dann ein Reform-Real-Gymnasium in Essen sowie ein humanistisches Gymnasium in Bonn, jedoch nur bis zur Untersekunda. Sein Ziel war es bereits damals, Maler zu wer- den. „Der sensible Junge“, so schreibt Golinski in seiner Weinhold-Monographie (S. 26), „zeichnet sich früh durch eine übermäßige Phantasie, durch Musikalität und zeichnerisches wie malerisches Talent aus.“ Als Vierzehnjähriger erlernte er von seinem Vater die technischen Grundlagen des Malens und Zeichnens, nach Kurt Wein-holds eigener, späterer Darstellung wohl mit großer Selbstständigkeit, um nicht zu sagen mit großem Eigensinn, und offenbar auch mit gro-ßem Erfolg: Immerhin wollte der Direktor der Münchener Kunstakademie den jungen Kurt in seine Klasse aufnehmen, was dieser aber ab- lehnte, und zwar obwohl seine Eltern ihn gerne auf der Akademie gesehen hätten. Insgesamt war das Verhältnis Kurt Weinholds zu seinen Eltern keineswegs konfliktfrei. In einem Brief an seine Mutter aus dem Jahr 1931, als er längst mit Margarete verheiratet war, schrieb er mit einem für uns Heutige fremd klingenden Pathos, „daß es Schicksal des Men-schengeschlechts ist, daß jede Generation sich von der vorhergehenden ablöst und sein [!] eigenes Le-ben sich aufbaut.“ (Golinski, S. 25) Andererseits unterstützte die Familie ihn 1917, als er aus Ge-wissensgründen und aus seiner christlichen Re-ligiosität heraus den Kriegsdienst verweigerte. Offenbar half ihm beim Verhör durch eine Mi-litärkommission seine rhetorische Begabung. Man befand ihn aufgrund seines vermeintlich kranken Geisteszustandes für untauglich.
- in Margaretes Notizkalender vom 23. Februar 1922. Sie erwähnt ein „Päckle von Kurt mit Briefle vom Vorjahr“ (Margarete Weinhold. Künstlergattin …, S. 19). Doch bevor wir dem Weg des jungen Paares aus München an die Nagold folgen, noch einmal zurück zu Kurts Werdegang hin zum hauptbe-ruflichen bildenden Künstler: Anders als sein Vater gelang es ihm, sich als Maler und insbe-sondere als Porträtist zu etablieren. Im Kindes-alter erhielt er schulischen Privatunterricht, besuchte dann ein Reform-Real-Gymnasium in Essen sowie ein humanistisches Gymnasium in Bonn, jedoch nur bis zur Untersekunda. Sein Ziel war es bereits damals, Maler zu wer- den. „Der sensible Junge“, so schreibt Golinski in seiner Weinhold-Monographie (S. 26), „zeichnet sich früh durch eine übermäßige Phantasie, durch Musikalität und zeichnerisches wie malerisches Talent aus.“ Als Vierzehnjähriger erlernte er von seinem Vater die technischen Grundlagen des Malens und Zeichnens, nach Kurt Wein-holds eigener, späterer Darstellung wohl mit großer Selbstständigkeit, um nicht zu sagen mit großem Eigensinn, und offenbar auch mit gro-ßem Erfolg: Immerhin wollte der Direktor der Münchener Kunstakademie den jungen Kurt in seine Klasse aufnehmen, was dieser aber ab- lehnte, und zwar obwohl seine Eltern ihn gerne auf der Akademie gesehen hätten. Insgesamt war das Verhältnis Kurt Weinholds zu seinen Eltern keineswegs konfliktfrei. In einem Brief an seine Mutter aus dem Jahr 1931, als er längst mit Margarete verheiratet war, schrieb er mit einem für uns Heutige fremd klingenden Pathos, „daß es Schicksal des Men-schengeschlechts ist, daß jede Generation sich von der vorhergehenden ablöst und sein [!] eigenes Le-ben sich aufbaut.“ (Golinski, S. 25) Andererseits unterstützte die Familie ihn 1917, als er aus Ge-wissensgründen und aus seiner christlichen Re-ligiosität heraus den Kriegsdienst verweigerte. Offenbar half ihm beim Verhör durch eine Mi-litärkommission seine rhetorische Begabung. Man befand ihn aufgrund seines vermeintlich kranken Geisteszustandes für untauglich.
- in Margaretes Notizkalender vom 23. Februar 1922. Sie erwähnt ein „Päckle von Kurt mit Briefle vom Vorjahr“ (Margarete Weinhold. Künstlergattin …, S. 19). Doch bevor wir dem Weg des jungen Paares aus München an die Nagold folgen, noch einmal zurück zu Kurts Werdegang hin zum hauptbe-ruflichen bildenden Künstler: Anders als sein Vater gelang es ihm, sich als Maler und insbe-sondere als Porträtist zu etablieren. Im Kindes-alter erhielt er schulischen Privatunterricht, besuchte dann ein Reform-Real-Gymnasium in Essen sowie ein humanistisches Gymnasium in Bonn, jedoch nur bis zur Untersekunda. Sein Ziel war es bereits damals, Maler zu wer- den. „Der sensible Junge“, so schreibt Golinski in seiner Weinhold-Monographie (S. 26), „zeichnet sich früh durch eine übermäßige Phantasie, durch Musikalität und zeichnerisches wie malerisches Talent aus.“ Als Vierzehnjähriger erlernte er von seinem Vater die technischen Grundlagen des Malens und Zeichnens, nach Kurt Wein-holds eigener, späterer Darstellung wohl mit großer Selbstständigkeit, um nicht zu sagen mit großem Eigensinn, und offenbar auch mit gro-ßem Erfolg: Immerhin wollte der Direktor der Münchener Kunstakademie den jungen Kurt in seine Klasse aufnehmen, was dieser aber ab- lehnte, und zwar obwohl seine Eltern ihn gerne auf der Akademie gesehen hätten. Insgesamt war das Verhältnis Kurt Weinholds zu seinen Eltern keineswegs konfliktfrei. In einem Brief an seine Mutter aus dem Jahr 1931, als er längst mit Margarete verheiratet war, schrieb er mit einem für uns Heutige fremd klingenden Pathos, „daß es Schicksal des Men-schengeschlechts ist, daß jede Generation sich von der vorhergehenden ablöst und sein [!] eigenes Le-ben sich aufbaut.“ (Golinski, S. 25) Andererseits unterstützte die Familie ihn 1917, als er aus Ge-wissensgründen und aus seiner christlichen Re-ligiosität heraus den Kriegsdienst verweigerte. Offenbar half ihm beim Verhör durch eine Mi-litärkommission seine rhetorische Begabung. Man befand ihn aufgrund seines vermeintlich kranken Geisteszustandes für untauglich.
- in Margaretes Notizkalender vom 23. Februar 1922. Sie erwähnt ein „Päckle von Kurt mit Briefle vom Vorjahr“ (Margarete Weinhold. Künstlergattin …, S. 19). Doch bevor wir dem Weg des jungen Paares aus München an die Nagold folgen, noch einmal zurück zu Kurts Werdegang hin zum hauptbe-ruflichen bildenden Künstler: Anders als sein Vater gelang es ihm, sich als Maler und insbe-sondere als Porträtist zu etablieren. Im Kindes-alter erhielt er schulischen Privatunterricht, besuchte dann ein Reform-Real-Gymnasium in Essen sowie ein humanistisches Gymnasium in Bonn, jedoch nur bis zur Untersekunda. Sein Ziel war es bereits damals, Maler zu wer- den. „Der sensible Junge“, so schreibt Golinski in seiner Weinhold-Monographie (S. 26), „zeichnet sich früh durch eine übermäßige Phantasie, durch Musikalität und zeichnerisches wie malerisches Talent aus.“ Als Vierzehnjähriger erlernte er von seinem Vater die technischen Grundlagen des Malens und Zeichnens, nach Kurt Wein-holds eigener, späterer Darstellung wohl mit großer Selbstständigkeit, um nicht zu sagen mit großem Eigensinn, und offenbar auch mit gro-ßem Erfolg: Immerhin wollte der Direktor der Münchener Kunstakademie den jungen Kurt in seine Klasse aufnehmen, was dieser aber ab- lehnte, und zwar obwohl seine Eltern ihn gerne auf der Akademie gesehen hätten. Insgesamt war das Verhältnis Kurt Weinholds zu seinen Eltern keineswegs konfliktfrei. In einem Brief an seine Mutter aus dem Jahr 1931, als er längst mit Margarete verheiratet war, schrieb er mit einem für uns Heutige fremd klingenden Pathos, „daß es Schicksal des Men-schengeschlechts ist, daß jede Generation sich von der vorhergehenden ablöst und sein [!] eigenes Le-ben sich aufbaut.“ (Golinski, S. 25) Andererseits unterstützte die Familie ihn 1917, als er aus Ge-wissensgründen und aus seiner christlichen Re-ligiosität heraus den Kriegsdienst verweigerte. Offenbar half ihm beim Verhör durch eine Mi-litärkommission seine rhetorische Begabung. Man befand ihn aufgrund seines vermeintlich kranken Geisteszustandes für untauglich.
- in Margaretes Notizkalender vom 23. Februar 1922. Sie erwähnt ein „Päckle von Kurt mit Briefle vom Vorjahr“ (Margarete Weinhold. Künstlergattin …, S. 19). Doch bevor wir dem Weg des jungen Paares aus München an die Nagold folgen, noch einmal zurück zu Kurts Werdegang hin zum hauptbe-ruflichen bildenden Künstler: Anders als sein Vater gelang es ihm, sich als Maler und insbe-sondere als Porträtist zu etablieren. Im Kindes-alter erhielt er schulischen Privatunterricht, besuchte dann ein Reform-Real-Gymnasium in Essen sowie ein humanistisches Gymnasium in Bonn, jedoch nur bis zur Untersekunda. Sein Ziel war es bereits damals, Maler zu wer- den. „Der sensible Junge“, so schreibt Golinski in seiner Weinhold-Monographie (S. 26), „zeichnet sich früh durch eine übermäßige Phantasie, durch Musikalität und zeichnerisches wie malerisches Talent aus.“ Als Vierzehnjähriger erlernte er von seinem Vater die technischen Grundlagen des Malens und Zeichnens, nach Kurt Wein-holds eigener, späterer Darstellung wohl mit großer Selbstständigkeit, um nicht zu sagen mit großem Eigensinn, und offenbar auch mit gro-ßem Erfolg: Immerhin wollte der Direktor der Münchener Kunstakademie den jungen Kurt in seine Klasse aufnehmen, was dieser aber ab- lehnte, und zwar obwohl seine Eltern ihn gerne auf der Akademie gesehen hätten. Insgesamt war das Verhältnis Kurt Weinholds zu seinen Eltern keineswegs konfliktfrei. In einem Brief an seine Mutter aus dem Jahr 1931, als er längst mit Margarete verheiratet war, schrieb er mit einem für uns Heutige fremd klingenden Pathos, „daß es Schicksal des Men-schengeschlechts ist, daß jede Generation sich von der vorhergehenden ablöst und sein [!] eigenes Le-ben sich aufbaut.“ (Golinski, S. 25) Andererseits unterstützte die Familie ihn 1917, als er aus Ge-wissensgründen und aus seiner christlichen Re-ligiosität heraus den Kriegsdienst verweigerte. Offenbar half ihm beim Verhör durch eine Mi-litärkommission seine rhetorische Begabung. Man befand ihn aufgrund seines vermeintlich kranken Geisteszustandes für untauglich.
- Wenn wir uns heute mit der Fami-lie Weinhold befassen, so tritt uns jedoch nicht nur ein Künstler mit einer außerordentlich umfassenden Allgemeinbildung und einer aus-geprägten Spiritualität entgegen; wir erinnern auch an eine Familie, die politisch interessiert war und regen Anteil an den Zeitläuften nahm. Hier sind die Jahre des Nationalsozialismus von besonderem Interesse. Bis heute herrscht unter denen, die sich wissen-schaftlich mit der Haltung von Kurt und Margarete zum Hitler-Regime befassen, keine Einigkeit darüber, wann sie zu Gegnern des National-sozialismus wurden. Die quellenkri-tische Analyse von Marina Lahmann aus dem Jahr 2015 zeigt m. E. immer-hin deutlich, dass das Ehepaar Wein-hold nicht zu allen Zeiten konsequente Distanz hielt. So unternahmen sie im Oktober 1933 einen Familienausflug mit Tochter nach Stuttgart, um Hitler persönlich zu sehen. In den Worten von Mar-garetes Aufzeichnungen: „Hitler in Stuttgart, Krone [also Corona alias Cora] durfte ihn se-hen“ (Margarete Weinhold. Künstlergattin …, S. 117). Andererseits: Hätte ein freischaffender Künstler und Familienvater ohne regelmäßiges Einkommen in einer totalitären Diktatur, die auch den Kunstbetrieb kontrollierte, diese Dis-tanz ohne Weiteres wahren können? Wir sollten hier als Nachgeborene sicherlich zurückhaltend urteilen! Fest steht, dass die Familie Weinhold gegen Ende des Krieges eine intensive Freund-schaft bzw. im Falle Coras auch eine Liebes-beziehung mit dem niederländischen Zwangs-arbeiter Jan Trimbos verband und dass Kurt Weinhold, der in der Endphase des Regimes offenbar Widerstandskontakte hatte, 1945 dem „Neuen Vertrauensrat“ in Calw und dem Kreis-vertrauensrat angehörte. Die Familie Weinhold, Kurt, Margarete und Cora, letztlich als unauflösliche Einheit – das kommt nicht nur auf ihrem 2025 wiederher-gestellten Grabstein auf dem Calwer Friedhof
- Wenn wir uns heute mit der Fami-lie Weinhold befassen, so tritt uns jedoch nicht nur ein Künstler mit einer außerordentlich umfassenden Allgemeinbildung und einer aus-geprägten Spiritualität entgegen; wir erinnern auch an eine Familie, die politisch interessiert war und regen Anteil an den Zeitläuften nahm. Hier sind die Jahre des Nationalsozialismus von besonderem Interesse. Bis heute herrscht unter denen, die sich wissen-schaftlich mit der Haltung von Kurt und Margarete zum Hitler-Regime befassen, keine Einigkeit darüber, wann sie zu Gegnern des National-sozialismus wurden. Die quellenkri-tische Analyse von Marina Lahmann aus dem Jahr 2015 zeigt m. E. immer-hin deutlich, dass das Ehepaar Wein-hold nicht zu allen Zeiten konsequente Distanz hielt. So unternahmen sie im Oktober 1933 einen Familienausflug mit Tochter nach Stuttgart, um Hitler persönlich zu sehen. In den Worten von Mar-garetes Aufzeichnungen: „Hitler in Stuttgart, Krone [also Corona alias Cora] durfte ihn se-hen“ (Margarete Weinhold. Künstlergattin …, S. 117). Andererseits: Hätte ein freischaffender Künstler und Familienvater ohne regelmäßiges Einkommen in einer totalitären Diktatur, die auch den Kunstbetrieb kontrollierte, diese Dis-tanz ohne Weiteres wahren können? Wir sollten hier als Nachgeborene sicherlich zurückhaltend urteilen! Fest steht, dass die Familie Weinhold gegen Ende des Krieges eine intensive Freund-schaft bzw. im Falle Coras auch eine Liebes-beziehung mit dem niederländischen Zwangs-arbeiter Jan Trimbos verband und dass Kurt Weinhold, der in der Endphase des Regimes offenbar Widerstandskontakte hatte, 1945 dem „Neuen Vertrauensrat“ in Calw und dem Kreis-vertrauensrat angehörte. Die Familie Weinhold, Kurt, Margarete und Cora, letztlich als unauflösliche Einheit – das kommt nicht nur auf ihrem 2025 wiederher-gestellten Grabstein auf dem Calwer Friedhof
- Wenn wir uns heute mit der Fami-lie Weinhold befassen, so tritt uns jedoch nicht nur ein Künstler mit einer außerordentlich umfassenden Allgemeinbildung und einer aus-geprägten Spiritualität entgegen; wir erinnern auch an eine Familie, die politisch interessiert war und regen Anteil an den Zeitläuften nahm. Hier sind die Jahre des Nationalsozialismus von besonderem Interesse. Bis heute herrscht unter denen, die sich wissen-schaftlich mit der Haltung von Kurt und Margarete zum Hitler-Regime befassen, keine Einigkeit darüber, wann sie zu Gegnern des National-sozialismus wurden. Die quellenkri-tische Analyse von Marina Lahmann aus dem Jahr 2015 zeigt m. E. immer-hin deutlich, dass das Ehepaar Wein-hold nicht zu allen Zeiten konsequente Distanz hielt. So unternahmen sie im Oktober 1933 einen Familienausflug mit Tochter nach Stuttgart, um Hitler persönlich zu sehen. In den Worten von Mar-garetes Aufzeichnungen: „Hitler in Stuttgart, Krone [also Corona alias Cora] durfte ihn se-hen“ (Margarete Weinhold. Künstlergattin …, S. 117). Andererseits: Hätte ein freischaffender Künstler und Familienvater ohne regelmäßiges Einkommen in einer totalitären Diktatur, die auch den Kunstbetrieb kontrollierte, diese Dis-tanz ohne Weiteres wahren können? Wir sollten hier als Nachgeborene sicherlich zurückhaltend urteilen! Fest steht, dass die Familie Weinhold gegen Ende des Krieges eine intensive Freund-schaft bzw. im Falle Coras auch eine Liebes-beziehung mit dem niederländischen Zwangs-arbeiter Jan Trimbos verband und dass Kurt Weinhold, der in der Endphase des Regimes offenbar Widerstandskontakte hatte, 1945 dem „Neuen Vertrauensrat“ in Calw und dem Kreis-vertrauensrat angehörte. Die Familie Weinhold, Kurt, Margarete und Cora, letztlich als unauflösliche Einheit – das kommt nicht nur auf ihrem 2025 wiederher-gestellten Grabstein auf dem Calwer Friedhof
- Wenn wir uns heute mit der Fami-lie Weinhold befassen, so tritt uns jedoch nicht nur ein Künstler mit einer außerordentlich umfassenden Allgemeinbildung und einer aus-geprägten Spiritualität entgegen; wir erinnern auch an eine Familie, die politisch interessiert war und regen Anteil an den Zeitläuften nahm. Hier sind die Jahre des Nationalsozialismus von besonderem Interesse. Bis heute herrscht unter denen, die sich wissen-schaftlich mit der Haltung von Kurt und Margarete zum Hitler-Regime befassen, keine Einigkeit darüber, wann sie zu Gegnern des National-sozialismus wurden. Die quellenkri-tische Analyse von Marina Lahmann aus dem Jahr 2015 zeigt m. E. immer-hin deutlich, dass das Ehepaar Wein-hold nicht zu allen Zeiten konsequente Distanz hielt. So unternahmen sie im Oktober 1933 einen Familienausflug mit Tochter nach Stuttgart, um Hitler persönlich zu sehen. In den Worten von Mar-garetes Aufzeichnungen: „Hitler in Stuttgart, Krone [also Corona alias Cora] durfte ihn se-hen“ (Margarete Weinhold. Künstlergattin …, S. 117). Andererseits: Hätte ein freischaffender Künstler und Familienvater ohne regelmäßiges Einkommen in einer totalitären Diktatur, die auch den Kunstbetrieb kontrollierte, diese Dis-tanz ohne Weiteres wahren können? Wir sollten hier als Nachgeborene sicherlich zurückhaltend urteilen! Fest steht, dass die Familie Weinhold gegen Ende des Krieges eine intensive Freund-schaft bzw. im Falle Coras auch eine Liebes-beziehung mit dem niederländischen Zwangs-arbeiter Jan Trimbos verband und dass Kurt Weinhold, der in der Endphase des Regimes offenbar Widerstandskontakte hatte, 1945 dem „Neuen Vertrauensrat“ in Calw und dem Kreis-vertrauensrat angehörte. Die Familie Weinhold, Kurt, Margarete und Cora, letztlich als unauflösliche Einheit – das kommt nicht nur auf ihrem 2025 wiederher-gestellten Grabstein auf dem Calwer Friedhof
- Wenn wir uns heute mit der Fami-lie Weinhold befassen, so tritt uns jedoch nicht nur ein Künstler mit einer außerordentlich umfassenden Allgemeinbildung und einer aus-geprägten Spiritualität entgegen; wir erinnern auch an eine Familie, die politisch interessiert war und regen Anteil an den Zeitläuften nahm. Hier sind die Jahre des Nationalsozialismus von besonderem Interesse. Bis heute herrscht unter denen, die sich wissen-schaftlich mit der Haltung von Kurt und Margarete zum Hitler-Regime befassen, keine Einigkeit darüber, wann sie zu Gegnern des National-sozialismus wurden. Die quellenkri-tische Analyse von Marina Lahmann aus dem Jahr 2015 zeigt m. E. immer-hin deutlich, dass das Ehepaar Wein-hold nicht zu allen Zeiten konsequente Distanz hielt. So unternahmen sie im Oktober 1933 einen Familienausflug mit Tochter nach Stuttgart, um Hitler persönlich zu sehen. In den Worten von Mar-garetes Aufzeichnungen: „Hitler in Stuttgart, Krone [also Corona alias Cora] durfte ihn se-hen“ (Margarete Weinhold. Künstlergattin …, S. 117). Andererseits: Hätte ein freischaffender Künstler und Familienvater ohne regelmäßiges Einkommen in einer totalitären Diktatur, die auch den Kunstbetrieb kontrollierte, diese Dis-tanz ohne Weiteres wahren können? Wir sollten hier als Nachgeborene sicherlich zurückhaltend urteilen! Fest steht, dass die Familie Weinhold gegen Ende des Krieges eine intensive Freund-schaft bzw. im Falle Coras auch eine Liebes-beziehung mit dem niederländischen Zwangs-arbeiter Jan Trimbos verband und dass Kurt Weinhold, der in der Endphase des Regimes offenbar Widerstandskontakte hatte, 1945 dem „Neuen Vertrauensrat“ in Calw und dem Kreis-vertrauensrat angehörte. Die Familie Weinhold, Kurt, Margarete und Cora, letztlich als unauflösliche Einheit – das kommt nicht nur auf ihrem 2025 wiederher-gestellten Grabstein auf dem Calwer Friedhof
- Wenn wir uns heute mit der Fami-lie Weinhold befassen, so tritt uns jedoch nicht nur ein Künstler mit einer außerordentlich umfassenden Allgemeinbildung und einer aus-geprägten Spiritualität entgegen; wir erinnern auch an eine Familie, die politisch interessiert war und regen Anteil an den Zeitläuften nahm. Hier sind die Jahre des Nationalsozialismus von besonderem Interesse. Bis heute herrscht unter denen, die sich wissen-schaftlich mit der Haltung von Kurt und Margarete zum Hitler-Regime befassen, keine Einigkeit darüber, wann sie zu Gegnern des National-sozialismus wurden. Die quellenkri-tische Analyse von Marina Lahmann aus dem Jahr 2015 zeigt m. E. immer-hin deutlich, dass das Ehepaar Wein-hold nicht zu allen Zeiten konsequente Distanz hielt. So unternahmen sie im Oktober 1933 einen Familienausflug mit Tochter nach Stuttgart, um Hitler persönlich zu sehen. In den Worten von Mar-garetes Aufzeichnungen: „Hitler in Stuttgart, Krone [also Corona alias Cora] durfte ihn se-hen“ (Margarete Weinhold. Künstlergattin …, S. 117). Andererseits: Hätte ein freischaffender Künstler und Familienvater ohne regelmäßiges Einkommen in einer totalitären Diktatur, die auch den Kunstbetrieb kontrollierte, diese Dis-tanz ohne Weiteres wahren können? Wir sollten hier als Nachgeborene sicherlich zurückhaltend urteilen! Fest steht, dass die Familie Weinhold gegen Ende des Krieges eine intensive Freund-schaft bzw. im Falle Coras auch eine Liebes-beziehung mit dem niederländischen Zwangs-arbeiter Jan Trimbos verband und dass Kurt Weinhold, der in der Endphase des Regimes offenbar Widerstandskontakte hatte, 1945 dem „Neuen Vertrauensrat“ in Calw und dem Kreis-vertrauensrat angehörte. Die Familie Weinhold, Kurt, Margarete und Cora, letztlich als unauflösliche Einheit – das kommt nicht nur auf ihrem 2025 wiederher-gestellten Grabstein auf dem Calwer Friedhof
- eigenen menschlichen „Außenbeziehungen“,
- beispielsweise durch Briefwechsel, Haushalts-unterlagen, vielerlei andere Schriftstücke und auch Musikalien, die im Hause Weinhold zu Gehör gebracht wurden. Er lädt zu weiterge-henden historischen Forschungen über diese Familie ein. Offene Fragen in der gemeinsa-men, sozusagen der Weinholdschen Tripel-Biographie gibt es zweifellos genug.
- Hans Schabert
- NS-Jahre und Kriegsschrecken in den Waldgemeinden
- im „Polenkinderheim“ für die Kreise Calw und Freudenstadt in Aach – belegt sind Fälle aus Gau-genwald, Oberkollwangen und anderen Calwer Kreisgemeinden – sterben; viele von ihnen wurden bis in den Tod vernachlässigt. Die Umstände eines in Breitenberg entdeckten Falls einer Einheimi-schen, die Zwillinge von einem Zwangsarbeiter bekommen hatte, lassen darauf schließen, dass Säug-linge aus einer solchen Verbindung nichts anderes zu erwarten hatten. Mit eigenartigen Diagnosen star-ben die Kinder wenige Tage nach der Geburt in Breitenberg.
- Nicht erst 1936 jedoch hatte es in Agen-bach hohe Wahlergebnisse für Hitler und die NSDAP gegeben. Wahrscheinlich dachten in dem Waldort nach schweren Zeiten der Infla-tion und Arbeitslosigkeit viele wie der Calwer Flaschnermeister Heinrich Essig, der in seinem 2020 gedruckt erschienenen Tagebuch am 17. April 1933 festhielt: „Am 5. März 1933 ist Herr Adolf Hitler Reichskanzler geworden, der nun eine allgemeine Säu-berung im ganzen deutschen Vaterland vornimmt.“ Bei der Wahl zum Reichstag im No-vember 1932, wo sich 28 Par-teien um ein Mandat bewar-ben, hatten in Agenbach von
- der Hitlerkult 98,8 Prozent der Stimmen; Stimmzettel ohne Markierung wurden da-bei als Zustimmung gewertet. Die restlichen 1,2 Prozent wurden für ungültig erklärt, etwa weil sie abweichende Kennzeichnungen ent-hielten. Von der Wahl ausgeschlossen waren nach dem Reichsbürgergesetz von 1935 Juden und sogenannte „jüdische Mischlinge“, soweit sie von mehr als einem jüdischen Großelternteil abstammten. Aus heutiger Sicht ist die Wahl mit Wahlpflicht und deutlicher Ausrichtung auf ein vorbestimmtes Ergebnis als Scheinwahl zu bezeichnen. Der Bericht des Calwer Tagblatts zur Ergeb-nis-Darstellung beginnt mit folgenden Worten: „Der 29. März hat es aller Welt klar bewiesen: das deutsche Volk steht geschlossen hinter seinem Füh-rer.“ Ein kurzer Kommentar auf der Zeitungssei-te, rechts oben unter dem Hakenkreuz und mit „Schwarzes Brett“ überschrieben, lautet: „Allen Partei- und Volksgenossen, die im Kreis Calw zu dem großen einmütigen Bekenntnis für den Führer beigetragen haben, sage ich herzlichen Dank. Heil Hitler! Wurster, Kreisleiter.“
- der Hitlerkult 98,8 Prozent der Stimmen; Stimmzettel ohne Markierung wurden da-bei als Zustimmung gewertet. Die restlichen 1,2 Prozent wurden für ungültig erklärt, etwa weil sie abweichende Kennzeichnungen ent-hielten. Von der Wahl ausgeschlossen waren nach dem Reichsbürgergesetz von 1935 Juden und sogenannte „jüdische Mischlinge“, soweit sie von mehr als einem jüdischen Großelternteil abstammten. Aus heutiger Sicht ist die Wahl mit Wahlpflicht und deutlicher Ausrichtung auf ein vorbestimmtes Ergebnis als Scheinwahl zu bezeichnen. Der Bericht des Calwer Tagblatts zur Ergeb-nis-Darstellung beginnt mit folgenden Worten: „Der 29. März hat es aller Welt klar bewiesen: das deutsche Volk steht geschlossen hinter seinem Füh-rer.“ Ein kurzer Kommentar auf der Zeitungssei-te, rechts oben unter dem Hakenkreuz und mit „Schwarzes Brett“ überschrieben, lautet: „Allen Partei- und Volksgenossen, die im Kreis Calw zu dem großen einmütigen Bekenntnis für den Führer beigetragen haben, sage ich herzlichen Dank. Heil Hitler! Wurster, Kreisleiter.“
- der Hitlerkult 98,8 Prozent der Stimmen; Stimmzettel ohne Markierung wurden da-bei als Zustimmung gewertet. Die restlichen 1,2 Prozent wurden für ungültig erklärt, etwa weil sie abweichende Kennzeichnungen ent-hielten. Von der Wahl ausgeschlossen waren nach dem Reichsbürgergesetz von 1935 Juden und sogenannte „jüdische Mischlinge“, soweit sie von mehr als einem jüdischen Großelternteil abstammten. Aus heutiger Sicht ist die Wahl mit Wahlpflicht und deutlicher Ausrichtung auf ein vorbestimmtes Ergebnis als Scheinwahl zu bezeichnen. Der Bericht des Calwer Tagblatts zur Ergeb-nis-Darstellung beginnt mit folgenden Worten: „Der 29. März hat es aller Welt klar bewiesen: das deutsche Volk steht geschlossen hinter seinem Füh-rer.“ Ein kurzer Kommentar auf der Zeitungssei-te, rechts oben unter dem Hakenkreuz und mit „Schwarzes Brett“ überschrieben, lautet: „Allen Partei- und Volksgenossen, die im Kreis Calw zu dem großen einmütigen Bekenntnis für den Führer beigetragen haben, sage ich herzlichen Dank. Heil Hitler! Wurster, Kreisleiter.“
- der Hitlerkult 98,8 Prozent der Stimmen; Stimmzettel ohne Markierung wurden da-bei als Zustimmung gewertet. Die restlichen 1,2 Prozent wurden für ungültig erklärt, etwa weil sie abweichende Kennzeichnungen ent-hielten. Von der Wahl ausgeschlossen waren nach dem Reichsbürgergesetz von 1935 Juden und sogenannte „jüdische Mischlinge“, soweit sie von mehr als einem jüdischen Großelternteil abstammten. Aus heutiger Sicht ist die Wahl mit Wahlpflicht und deutlicher Ausrichtung auf ein vorbestimmtes Ergebnis als Scheinwahl zu bezeichnen. Der Bericht des Calwer Tagblatts zur Ergeb-nis-Darstellung beginnt mit folgenden Worten: „Der 29. März hat es aller Welt klar bewiesen: das deutsche Volk steht geschlossen hinter seinem Füh-rer.“ Ein kurzer Kommentar auf der Zeitungssei-te, rechts oben unter dem Hakenkreuz und mit „Schwarzes Brett“ überschrieben, lautet: „Allen Partei- und Volksgenossen, die im Kreis Calw zu dem großen einmütigen Bekenntnis für den Führer beigetragen haben, sage ich herzlichen Dank. Heil Hitler! Wurster, Kreisleiter.“
- der Hitlerkult 98,8 Prozent der Stimmen; Stimmzettel ohne Markierung wurden da-bei als Zustimmung gewertet. Die restlichen 1,2 Prozent wurden für ungültig erklärt, etwa weil sie abweichende Kennzeichnungen ent-hielten. Von der Wahl ausgeschlossen waren nach dem Reichsbürgergesetz von 1935 Juden und sogenannte „jüdische Mischlinge“, soweit sie von mehr als einem jüdischen Großelternteil abstammten. Aus heutiger Sicht ist die Wahl mit Wahlpflicht und deutlicher Ausrichtung auf ein vorbestimmtes Ergebnis als Scheinwahl zu bezeichnen. Der Bericht des Calwer Tagblatts zur Ergeb-nis-Darstellung beginnt mit folgenden Worten: „Der 29. März hat es aller Welt klar bewiesen: das deutsche Volk steht geschlossen hinter seinem Füh-rer.“ Ein kurzer Kommentar auf der Zeitungssei-te, rechts oben unter dem Hakenkreuz und mit „Schwarzes Brett“ überschrieben, lautet: „Allen Partei- und Volksgenossen, die im Kreis Calw zu dem großen einmütigen Bekenntnis für den Führer beigetragen haben, sage ich herzlichen Dank. Heil Hitler! Wurster, Kreisleiter.“
- der Hitlerkult 98,8 Prozent der Stimmen; Stimmzettel ohne Markierung wurden da-bei als Zustimmung gewertet. Die restlichen 1,2 Prozent wurden für ungültig erklärt, etwa weil sie abweichende Kennzeichnungen ent-hielten. Von der Wahl ausgeschlossen waren nach dem Reichsbürgergesetz von 1935 Juden und sogenannte „jüdische Mischlinge“, soweit sie von mehr als einem jüdischen Großelternteil abstammten. Aus heutiger Sicht ist die Wahl mit Wahlpflicht und deutlicher Ausrichtung auf ein vorbestimmtes Ergebnis als Scheinwahl zu bezeichnen. Der Bericht des Calwer Tagblatts zur Ergeb-nis-Darstellung beginnt mit folgenden Worten: „Der 29. März hat es aller Welt klar bewiesen: das deutsche Volk steht geschlossen hinter seinem Füh-rer.“ Ein kurzer Kommentar auf der Zeitungssei-te, rechts oben unter dem Hakenkreuz und mit „Schwarzes Brett“ überschrieben, lautet: „Allen Partei- und Volksgenossen, die im Kreis Calw zu dem großen einmütigen Bekenntnis für den Führer beigetragen haben, sage ich herzlichen Dank. Heil Hitler! Wurster, Kreisleiter.“
- Die hohe Regimetreue brachte beim Einmarsch am 15. April 1945 in Agenbach vier deutschen Soldaten den Tod. Wahrscheinlich folgten sie der Anweisung, das Dorf „bis zum letzten Atemzug“ zu verteidigen, die noch am 3. Ap-ril 1945 in der Schwarzwaldwacht, dem mit den Kreisnachrichten und dem Gesellschafter ver-einigten Calwer Amtsblatt, erschienen war. Die Unterzeile lautete: „Es gibt nur noch eine Parole: Siegen oder fallen! Reißt hoch die Herzen! – Es lebe Deutschland.“ Angesichts der Übermacht der einmarschierenden französischen Truppen war dies für die vier Kämpfer um Agenbach aussichtslos. Es ist wenig darüber bekannt. In Agenbach wollte oder konnte nach dem Krieg niemand darüber reden oder berichten.
- Die hohe Regimetreue brachte beim Einmarsch am 15. April 1945 in Agenbach vier deutschen Soldaten den Tod. Wahrscheinlich folgten sie der Anweisung, das Dorf „bis zum letzten Atemzug“ zu verteidigen, die noch am 3. Ap-ril 1945 in der Schwarzwaldwacht, dem mit den Kreisnachrichten und dem Gesellschafter ver-einigten Calwer Amtsblatt, erschienen war. Die Unterzeile lautete: „Es gibt nur noch eine Parole: Siegen oder fallen! Reißt hoch die Herzen! – Es lebe Deutschland.“ Angesichts der Übermacht der einmarschierenden französischen Truppen war dies für die vier Kämpfer um Agenbach aussichtslos. Es ist wenig darüber bekannt. In Agenbach wollte oder konnte nach dem Krieg niemand darüber reden oder berichten.
- Die hohe Regimetreue brachte beim Einmarsch am 15. April 1945 in Agenbach vier deutschen Soldaten den Tod. Wahrscheinlich folgten sie der Anweisung, das Dorf „bis zum letzten Atemzug“ zu verteidigen, die noch am 3. Ap-ril 1945 in der Schwarzwaldwacht, dem mit den Kreisnachrichten und dem Gesellschafter ver-einigten Calwer Amtsblatt, erschienen war. Die Unterzeile lautete: „Es gibt nur noch eine Parole: Siegen oder fallen! Reißt hoch die Herzen! – Es lebe Deutschland.“ Angesichts der Übermacht der einmarschierenden französischen Truppen war dies für die vier Kämpfer um Agenbach aussichtslos. Es ist wenig darüber bekannt. In Agenbach wollte oder konnte nach dem Krieg niemand darüber reden oder berichten.
- Die hohe Regimetreue brachte beim Einmarsch am 15. April 1945 in Agenbach vier deutschen Soldaten den Tod. Wahrscheinlich folgten sie der Anweisung, das Dorf „bis zum letzten Atemzug“ zu verteidigen, die noch am 3. Ap-ril 1945 in der Schwarzwaldwacht, dem mit den Kreisnachrichten und dem Gesellschafter ver-einigten Calwer Amtsblatt, erschienen war. Die Unterzeile lautete: „Es gibt nur noch eine Parole: Siegen oder fallen! Reißt hoch die Herzen! – Es lebe Deutschland.“ Angesichts der Übermacht der einmarschierenden französischen Truppen war dies für die vier Kämpfer um Agenbach aussichtslos. Es ist wenig darüber bekannt. In Agenbach wollte oder konnte nach dem Krieg niemand darüber reden oder berichten.
- Die hohe Regimetreue brachte beim Einmarsch am 15. April 1945 in Agenbach vier deutschen Soldaten den Tod. Wahrscheinlich folgten sie der Anweisung, das Dorf „bis zum letzten Atemzug“ zu verteidigen, die noch am 3. Ap-ril 1945 in der Schwarzwaldwacht, dem mit den Kreisnachrichten und dem Gesellschafter ver-einigten Calwer Amtsblatt, erschienen war. Die Unterzeile lautete: „Es gibt nur noch eine Parole: Siegen oder fallen! Reißt hoch die Herzen! – Es lebe Deutschland.“ Angesichts der Übermacht der einmarschierenden französischen Truppen war dies für die vier Kämpfer um Agenbach aussichtslos. Es ist wenig darüber bekannt. In Agenbach wollte oder konnte nach dem Krieg niemand darüber reden oder berichten.
- Mit Kühen, Pferden und kleiner Habe in den Wald geflüchtet
- Die hohe Regimetreue brachte beim Einmarsch am 15. April 1945 in Agenbach vier deutschen Soldaten den Tod. Wahrscheinlich folgten sie der Anweisung, das Dorf „bis zum letzten Atemzug“ zu verteidigen, die noch am 3. Ap-ril 1945 in der Schwarzwaldwacht, dem mit den Kreisnachrichten und dem Gesellschafter ver-einigten Calwer Amtsblatt, erschienen war. Die Unterzeile lautete: „Es gibt nur noch eine Parole: Siegen oder fallen! Reißt hoch die Herzen! – Es lebe Deutschland.“ Angesichts der Übermacht der einmarschierenden französischen Truppen war dies für die vier Kämpfer um Agenbach aussichtslos. Es ist wenig darüber bekannt. In Agenbach wollte oder konnte nach dem Krieg niemand darüber reden oder berichten.
- Eindrucksvoll schildert das Geschehen in den späten Kriegsjahren und der frühen Nach-kriegszeit Zwerenbergs Bürgermeister Friedrich Lang in einem handgeschriebenen Dorfbuch ab 1943. Nachdem sein fast 20 Jahre lang als Ortsoberhaupt wirkender Vorgänger, Johann Georg Seeger, in den Ruhestand getreten war, wirkte er zunächst als Erster Stellvertreter, da-nach mehrfach gewählt ohne Unterbrechung bis 1966 als Rathauschef. In der Dorfchronik des damals knapp 300 Einwohner zählenden Orts schreibt er am 3. Januar 1943: „Weihnach-ten und Neujahr sind bereits vorüber. Wir haben diese Feste unter den kriegsbedingten Verhältnissen erlebt. Hitlerjugend [HJ] und Bund Deutscher Mädels [BDM] haben seit zwei Monaten sehr eifrig Spielwaren zu Weihnachten für die Kin-der angefertigt und wurden diese am Sonntag vor Weihnachten zu Gunsten des Kriegs-Winterhilfs-werks des deutschen Volkes verkauft und konnte die schöne Summe von 600 RM. an den Kreis-beauftragten nach Calw abgeliefert werden.“ Das Winterhilfswerk des Deutschen Volkes, kurz WHW genannt, war in der NS-Zeit eine Stiftung des öffentlichen Rechts, die Sach- und Geldspen-den sammelte. Diese dienten der Unterstützung Bedürftiger, die direkt oder über den 1932 ge-gründeten und 1933 zur Partei-organisation erhobenen Verein NS Wohlfahrt erfolgte. Ein trauriges Kapitel schlägt Langs Notiz vom 20. Januar 1943 auf, wo es heißt: „Leider traf am 18. Januar wieder die traurige Nachricht von der Ost-front ein, dass Johann Georg Wurster, Sohn der Katharine Wurster, Witwe, am 2. Januar 1943 dort vor Leningrad ge-fallen sei. Er hatte in Calw das Metzgerhandwerk erlernt und stand mit noch drei Brüdern in der Deutschen Wehrmacht.“
- Eindrucksvolles Dokument vom Zwerenberger Bürgermeister
- Eindrucksvolles Dokument vom Zwerenberger Bürgermeister
- Am 1. März 1943 ist zu lesen: „Von der Ostfront kam die Nachricht, dass Martin Wurster, ein weiterer Sohn von Katharine Wurster, Witwe, bei seiner Truppe vermisst werde.“
- Eindrucksvolles Dokument vom Zwerenberger Bürgermeister
- Eindrucksvolles Dokument vom Zwerenberger Bürgermeister
- Eindrucksvolles Dokument vom Zwerenberger Bürgermeister
- Eindrucksvolles Dokument vom Zwerenberger Bürgermeister
- Jugend ihren Mitarbeiter, der Posaunenchor einen Bläser. So hinterlässt der allzu früh Dahin-geschiedene sowohl in der Familie, als in der Ge-meinde eine schmerzliche Lücke.“ Am 20. November schreibt Lang: „Vom Osten traf die Nachricht ein, dass dort Willi Ottmar, der Sohn des Gottfried Ottmar gefallen sei. Er war nur ganz kurze Zeit an der Front.“
- Jugend ihren Mitarbeiter, der Posaunenchor einen Bläser. So hinterlässt der allzu früh Dahin-geschiedene sowohl in der Familie, als in der Ge-meinde eine schmerzliche Lücke.“ Am 20. November schreibt Lang: „Vom Osten traf die Nachricht ein, dass dort Willi Ottmar, der Sohn des Gottfried Ottmar gefallen sei. Er war nur ganz kurze Zeit an der Front.“
- erwartete Invasion der Engländer und Nordame-rikaner begonnen. Es tobt dort eine entsetzliche Verwicklungsschlacht, die bis heute den Feind kaum Boden gewinnen ließ.“
- Jugend ihren Mitarbeiter, der Posaunenchor einen Bläser. So hinterlässt der allzu früh Dahin-geschiedene sowohl in der Familie, als in der Ge-meinde eine schmerzliche Lücke.“ Am 20. November schreibt Lang: „Vom Osten traf die Nachricht ein, dass dort Willi Ottmar, der Sohn des Gottfried Ottmar gefallen sei. Er war nur ganz kurze Zeit an der Front.“
- Jugend ihren Mitarbeiter, der Posaunenchor einen Bläser. So hinterlässt der allzu früh Dahin-geschiedene sowohl in der Familie, als in der Ge-meinde eine schmerzliche Lücke.“ Am 20. November schreibt Lang: „Vom Osten traf die Nachricht ein, dass dort Willi Ottmar, der Sohn des Gottfried Ottmar gefallen sei. Er war nur ganz kurze Zeit an der Front.“
- Jugend ihren Mitarbeiter, der Posaunenchor einen Bläser. So hinterlässt der allzu früh Dahin-geschiedene sowohl in der Familie, als in der Ge-meinde eine schmerzliche Lücke.“ Am 20. November schreibt Lang: „Vom Osten traf die Nachricht ein, dass dort Willi Ottmar, der Sohn des Gottfried Ottmar gefallen sei. Er war nur ganz kurze Zeit an der Front.“
- Jugend ihren Mitarbeiter, der Posaunenchor einen Bläser. So hinterlässt der allzu früh Dahin-geschiedene sowohl in der Familie, als in der Ge-meinde eine schmerzliche Lücke.“ Am 20. November schreibt Lang: „Vom Osten traf die Nachricht ein, dass dort Willi Ottmar, der Sohn des Gottfried Ottmar gefallen sei. Er war nur ganz kurze Zeit an der Front.“
- Feuersbrunst des vernichtenden Bombenan-griffs auf Pforzheim am 23. Februar zu sehen war, der kurz vor 20 Uhr begann und innerhalb von 22 Minuten durch die Bombenlast aus 379 britischen Flugzeugen grausam um die 20.000 Menschenleben forderte. Im folgenden Bericht von Friedrich Lang ist am 25. Februar die da- mals kursierende doppelte Zahl genannt: „Die Fliegerangriffe nehmen an Heftigkeit zu, unzählige Flugzeuge durchqueren bei Tag und Nacht den Luftraum. Am 23. d. M. wurde die Stadt Pforzheim innerhalb 17 Minuten in Schutt und Asche gelegt. Der Angriff erfolgte etwa um 21.30 Uhr. 40.000 Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein. Von den Ob-dachlosen sind auch heute in unserer Gemeinde angekommen. Die Leute kommen mit dem, was sie auf der Haut trugen und einem kleinen Handkoffer hier an. Die Zahl der Evakuierten hat sich jetzt auf 86 Personen erhöht. Mit wenig Ausnahmen hat es hier kaum Streitereien mit diesen Fremden gegeben, die meisten sind sehr freundlich und gesellig, und gern wird die Not gemeinsam getragen.“ Den Ausführungen folgt eine Liste mit den 20 Wohnungsgebern und den Namen der Unter-gebrachten. Als Herkunftsort ist Pforzheim lediglich vier Mal genannt. Als solcher taucht allein zehn Mal Stuttgart auf, und weiter sind Karlsruhe, Dortmund, Oberhausen, Ludwigs-hafen, Straßburg und Jerusalem verzeichnet. Es gibt zwar auch in Deutschland Orte mit dem Namen Jerusalem; aber bei der in Zwerenberg aufgenommenen Familie Faig handelte es sich wahrscheinlich eher um zurückgekehrte Nach-kommen der im 19. Jahrhundert nach Palästina ausgewanderten, von den Engländern inter-nierten und teils nach Deutschland zurückge-führten Templer-Familien. Am 30. März 1945 fuhr Lang mit seinen Auf-schrieben zum Kriegsgeschehen folgender-maßen fort: „Das Näherkommen der Front gibt zu den allergrößten Sorgen Anlass. Gestern traf die erste Einheit der deutschen Wehrmacht hier ein, eine Bau-Abteilung mit größtenteils
- Feuersbrunst des vernichtenden Bombenan-griffs auf Pforzheim am 23. Februar zu sehen war, der kurz vor 20 Uhr begann und innerhalb von 22 Minuten durch die Bombenlast aus 379 britischen Flugzeugen grausam um die 20.000 Menschenleben forderte. Im folgenden Bericht von Friedrich Lang ist am 25. Februar die da- mals kursierende doppelte Zahl genannt: „Die Fliegerangriffe nehmen an Heftigkeit zu, unzählige Flugzeuge durchqueren bei Tag und Nacht den Luftraum. Am 23. d. M. wurde die Stadt Pforzheim innerhalb 17 Minuten in Schutt und Asche gelegt. Der Angriff erfolgte etwa um 21.30 Uhr. 40.000 Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein. Von den Ob-dachlosen sind auch heute in unserer Gemeinde angekommen. Die Leute kommen mit dem, was sie auf der Haut trugen und einem kleinen Handkoffer hier an. Die Zahl der Evakuierten hat sich jetzt auf 86 Personen erhöht. Mit wenig Ausnahmen hat es hier kaum Streitereien mit diesen Fremden gegeben, die meisten sind sehr freundlich und gesellig, und gern wird die Not gemeinsam getragen.“ Den Ausführungen folgt eine Liste mit den 20 Wohnungsgebern und den Namen der Unter-gebrachten. Als Herkunftsort ist Pforzheim lediglich vier Mal genannt. Als solcher taucht allein zehn Mal Stuttgart auf, und weiter sind Karlsruhe, Dortmund, Oberhausen, Ludwigs-hafen, Straßburg und Jerusalem verzeichnet. Es gibt zwar auch in Deutschland Orte mit dem Namen Jerusalem; aber bei der in Zwerenberg aufgenommenen Familie Faig handelte es sich wahrscheinlich eher um zurückgekehrte Nach-kommen der im 19. Jahrhundert nach Palästina ausgewanderten, von den Engländern inter-nierten und teils nach Deutschland zurückge-führten Templer-Familien. Am 30. März 1945 fuhr Lang mit seinen Auf-schrieben zum Kriegsgeschehen folgender-maßen fort: „Das Näherkommen der Front gibt zu den allergrößten Sorgen Anlass. Gestern traf die erste Einheit der deutschen Wehrmacht hier ein, eine Bau-Abteilung mit größtenteils
- Feuersbrunst des vernichtenden Bombenan-griffs auf Pforzheim am 23. Februar zu sehen war, der kurz vor 20 Uhr begann und innerhalb von 22 Minuten durch die Bombenlast aus 379 britischen Flugzeugen grausam um die 20.000 Menschenleben forderte. Im folgenden Bericht von Friedrich Lang ist am 25. Februar die da- mals kursierende doppelte Zahl genannt: „Die Fliegerangriffe nehmen an Heftigkeit zu, unzählige Flugzeuge durchqueren bei Tag und Nacht den Luftraum. Am 23. d. M. wurde die Stadt Pforzheim innerhalb 17 Minuten in Schutt und Asche gelegt. Der Angriff erfolgte etwa um 21.30 Uhr. 40.000 Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein. Von den Ob-dachlosen sind auch heute in unserer Gemeinde angekommen. Die Leute kommen mit dem, was sie auf der Haut trugen und einem kleinen Handkoffer hier an. Die Zahl der Evakuierten hat sich jetzt auf 86 Personen erhöht. Mit wenig Ausnahmen hat es hier kaum Streitereien mit diesen Fremden gegeben, die meisten sind sehr freundlich und gesellig, und gern wird die Not gemeinsam getragen.“ Den Ausführungen folgt eine Liste mit den 20 Wohnungsgebern und den Namen der Unter-gebrachten. Als Herkunftsort ist Pforzheim lediglich vier Mal genannt. Als solcher taucht allein zehn Mal Stuttgart auf, und weiter sind Karlsruhe, Dortmund, Oberhausen, Ludwigs-hafen, Straßburg und Jerusalem verzeichnet. Es gibt zwar auch in Deutschland Orte mit dem Namen Jerusalem; aber bei der in Zwerenberg aufgenommenen Familie Faig handelte es sich wahrscheinlich eher um zurückgekehrte Nach-kommen der im 19. Jahrhundert nach Palästina ausgewanderten, von den Engländern inter-nierten und teils nach Deutschland zurückge-führten Templer-Familien. Am 30. März 1945 fuhr Lang mit seinen Auf-schrieben zum Kriegsgeschehen folgender-maßen fort: „Das Näherkommen der Front gibt zu den allergrößten Sorgen Anlass. Gestern traf die erste Einheit der deutschen Wehrmacht hier ein, eine Bau-Abteilung mit größtenteils
- Feuersbrunst des vernichtenden Bombenan-griffs auf Pforzheim am 23. Februar zu sehen war, der kurz vor 20 Uhr begann und innerhalb von 22 Minuten durch die Bombenlast aus 379 britischen Flugzeugen grausam um die 20.000 Menschenleben forderte. Im folgenden Bericht von Friedrich Lang ist am 25. Februar die da- mals kursierende doppelte Zahl genannt: „Die Fliegerangriffe nehmen an Heftigkeit zu, unzählige Flugzeuge durchqueren bei Tag und Nacht den Luftraum. Am 23. d. M. wurde die Stadt Pforzheim innerhalb 17 Minuten in Schutt und Asche gelegt. Der Angriff erfolgte etwa um 21.30 Uhr. 40.000 Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein. Von den Ob-dachlosen sind auch heute in unserer Gemeinde angekommen. Die Leute kommen mit dem, was sie auf der Haut trugen und einem kleinen Handkoffer hier an. Die Zahl der Evakuierten hat sich jetzt auf 86 Personen erhöht. Mit wenig Ausnahmen hat es hier kaum Streitereien mit diesen Fremden gegeben, die meisten sind sehr freundlich und gesellig, und gern wird die Not gemeinsam getragen.“ Den Ausführungen folgt eine Liste mit den 20 Wohnungsgebern und den Namen der Unter-gebrachten. Als Herkunftsort ist Pforzheim lediglich vier Mal genannt. Als solcher taucht allein zehn Mal Stuttgart auf, und weiter sind Karlsruhe, Dortmund, Oberhausen, Ludwigs-hafen, Straßburg und Jerusalem verzeichnet. Es gibt zwar auch in Deutschland Orte mit dem Namen Jerusalem; aber bei der in Zwerenberg aufgenommenen Familie Faig handelte es sich wahrscheinlich eher um zurückgekehrte Nach-kommen der im 19. Jahrhundert nach Palästina ausgewanderten, von den Engländern inter-nierten und teils nach Deutschland zurückge-führten Templer-Familien. Am 30. März 1945 fuhr Lang mit seinen Auf-schrieben zum Kriegsgeschehen folgender-maßen fort: „Das Näherkommen der Front gibt zu den allergrößten Sorgen Anlass. Gestern traf die erste Einheit der deutschen Wehrmacht hier ein, eine Bau-Abteilung mit größtenteils
- Feuersbrunst des vernichtenden Bombenan-griffs auf Pforzheim am 23. Februar zu sehen war, der kurz vor 20 Uhr begann und innerhalb von 22 Minuten durch die Bombenlast aus 379 britischen Flugzeugen grausam um die 20.000 Menschenleben forderte. Im folgenden Bericht von Friedrich Lang ist am 25. Februar die da- mals kursierende doppelte Zahl genannt: „Die Fliegerangriffe nehmen an Heftigkeit zu, unzählige Flugzeuge durchqueren bei Tag und Nacht den Luftraum. Am 23. d. M. wurde die Stadt Pforzheim innerhalb 17 Minuten in Schutt und Asche gelegt. Der Angriff erfolgte etwa um 21.30 Uhr. 40.000 Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein. Von den Ob-dachlosen sind auch heute in unserer Gemeinde angekommen. Die Leute kommen mit dem, was sie auf der Haut trugen und einem kleinen Handkoffer hier an. Die Zahl der Evakuierten hat sich jetzt auf 86 Personen erhöht. Mit wenig Ausnahmen hat es hier kaum Streitereien mit diesen Fremden gegeben, die meisten sind sehr freundlich und gesellig, und gern wird die Not gemeinsam getragen.“ Den Ausführungen folgt eine Liste mit den 20 Wohnungsgebern und den Namen der Unter-gebrachten. Als Herkunftsort ist Pforzheim lediglich vier Mal genannt. Als solcher taucht allein zehn Mal Stuttgart auf, und weiter sind Karlsruhe, Dortmund, Oberhausen, Ludwigs-hafen, Straßburg und Jerusalem verzeichnet. Es gibt zwar auch in Deutschland Orte mit dem Namen Jerusalem; aber bei der in Zwerenberg aufgenommenen Familie Faig handelte es sich wahrscheinlich eher um zurückgekehrte Nach-kommen der im 19. Jahrhundert nach Palästina ausgewanderten, von den Engländern inter-nierten und teils nach Deutschland zurückge-führten Templer-Familien. Am 30. März 1945 fuhr Lang mit seinen Auf-schrieben zum Kriegsgeschehen folgender-maßen fort: „Das Näherkommen der Front gibt zu den allergrößten Sorgen Anlass. Gestern traf die erste Einheit der deutschen Wehrmacht hier ein, eine Bau-Abteilung mit größtenteils
- Feuersbrunst des vernichtenden Bombenan-griffs auf Pforzheim am 23. Februar zu sehen war, der kurz vor 20 Uhr begann und innerhalb von 22 Minuten durch die Bombenlast aus 379 britischen Flugzeugen grausam um die 20.000 Menschenleben forderte. Im folgenden Bericht von Friedrich Lang ist am 25. Februar die da- mals kursierende doppelte Zahl genannt: „Die Fliegerangriffe nehmen an Heftigkeit zu, unzählige Flugzeuge durchqueren bei Tag und Nacht den Luftraum. Am 23. d. M. wurde die Stadt Pforzheim innerhalb 17 Minuten in Schutt und Asche gelegt. Der Angriff erfolgte etwa um 21.30 Uhr. 40.000 Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein. Von den Ob-dachlosen sind auch heute in unserer Gemeinde angekommen. Die Leute kommen mit dem, was sie auf der Haut trugen und einem kleinen Handkoffer hier an. Die Zahl der Evakuierten hat sich jetzt auf 86 Personen erhöht. Mit wenig Ausnahmen hat es hier kaum Streitereien mit diesen Fremden gegeben, die meisten sind sehr freundlich und gesellig, und gern wird die Not gemeinsam getragen.“ Den Ausführungen folgt eine Liste mit den 20 Wohnungsgebern und den Namen der Unter-gebrachten. Als Herkunftsort ist Pforzheim lediglich vier Mal genannt. Als solcher taucht allein zehn Mal Stuttgart auf, und weiter sind Karlsruhe, Dortmund, Oberhausen, Ludwigs-hafen, Straßburg und Jerusalem verzeichnet. Es gibt zwar auch in Deutschland Orte mit dem Namen Jerusalem; aber bei der in Zwerenberg aufgenommenen Familie Faig handelte es sich wahrscheinlich eher um zurückgekehrte Nach-kommen der im 19. Jahrhundert nach Palästina ausgewanderten, von den Engländern inter-nierten und teils nach Deutschland zurückge-führten Templer-Familien. Am 30. März 1945 fuhr Lang mit seinen Auf-schrieben zum Kriegsgeschehen folgender-maßen fort: „Das Näherkommen der Front gibt zu den allergrößten Sorgen Anlass. Gestern traf die erste Einheit der deutschen Wehrmacht hier ein, eine Bau-Abteilung mit größtenteils
- Am 16. April 1945 war dann die Besetzung Zwerenbergs vollzogen, und Lang beschrieb: „Ein schwarzer Kapitän – mit jungem Dolmet-scher und 40 Panzern und Panzerwagen – trifft gegen 18 Uhr ein. Es wird Ausgehverbot erlassen. Waffen, Munition, Radioapparate müssen auf
- Bleiben, bis man „weggejagt oder erschossen“ wird
- das Rathaus gebracht werden. Es entsteht ein tolles Treiben in allen Häusern, es wurde geplün-dert, Frauen und Mädchen von den französischen Soldaten vergewaltigt. Alle männlichen Personen von 14 bis 70 Jahren mussten beim Rathaus an-treten und wurden zu allerlei Arbeitsdiensten eingeteilt – Panzersperren wegräumen, Wasser tragen, Holz beischaffen usw.“ Schon einen Tag später rückte die Einheit ab, und eine neue traf ein, die es Lang zufolge „noch bunter“ trieb: „Entsetzliche Tage folgten, ganz bunt treiben es die Polen, diese zogen die Deut-schen von den Fahrrädern, zogen ihnen die Klei-der aus und ließen sie stehen. Deutsche Soldaten, die aus Kriegsgefangenschaft entlassen wurden, wurden von den Franzosen wieder als Gefangene abgeführt. Jede Haushaltung muss sofort einen vollständigen Herrenanzug abliefern.“ Aus Zwerenberg zogen nach einer Auflistung in der Dorfchronik 47 Männer in den Krieg bzw. hatten dies müssen; von den knapp 300 Einwohnern – Kinder und Greise einbezogen – jeder dritte männliche. Von diesen Soldaten ließen zehn das Leben, vier blieben vermisst. Ein Bericht von Langs Nachfolger als Bürger-meister, Hansjörg Seeger (1908–1998), zeigt, dass es auch menschliche Momente gab. So wa-ren 20 Stück von den Franzosen ausgesuchten Viehs aus dem Ort zur Verfügung zu stellen und zum Abtransport zum Bahnhof Alten-steig – damals durch eine Schmalspurbahn mit Nagold verbunden – zu führen. Als ein fran-zösischer Veterinär einen weinenden Jungen neben einer Kuh stehen sah und den Grund erfuhr, schickte er diesen samt dem Tier nach Hause: Für eine Witwe mit sieben Kindern, die gemeinsam von den drei Kühen lebten, war dies sicher ein Segen.
- das Rathaus gebracht werden. Es entsteht ein tolles Treiben in allen Häusern, es wurde geplün-dert, Frauen und Mädchen von den französischen Soldaten vergewaltigt. Alle männlichen Personen von 14 bis 70 Jahren mussten beim Rathaus an-treten und wurden zu allerlei Arbeitsdiensten eingeteilt – Panzersperren wegräumen, Wasser tragen, Holz beischaffen usw.“ Schon einen Tag später rückte die Einheit ab, und eine neue traf ein, die es Lang zufolge „noch bunter“ trieb: „Entsetzliche Tage folgten, ganz bunt treiben es die Polen, diese zogen die Deut-schen von den Fahrrädern, zogen ihnen die Klei-der aus und ließen sie stehen. Deutsche Soldaten, die aus Kriegsgefangenschaft entlassen wurden, wurden von den Franzosen wieder als Gefangene abgeführt. Jede Haushaltung muss sofort einen vollständigen Herrenanzug abliefern.“ Aus Zwerenberg zogen nach einer Auflistung in der Dorfchronik 47 Männer in den Krieg bzw. hatten dies müssen; von den knapp 300 Einwohnern – Kinder und Greise einbezogen – jeder dritte männliche. Von diesen Soldaten ließen zehn das Leben, vier blieben vermisst. Ein Bericht von Langs Nachfolger als Bürger-meister, Hansjörg Seeger (1908–1998), zeigt, dass es auch menschliche Momente gab. So wa-ren 20 Stück von den Franzosen ausgesuchten Viehs aus dem Ort zur Verfügung zu stellen und zum Abtransport zum Bahnhof Alten-steig – damals durch eine Schmalspurbahn mit Nagold verbunden – zu führen. Als ein fran-zösischer Veterinär einen weinenden Jungen neben einer Kuh stehen sah und den Grund erfuhr, schickte er diesen samt dem Tier nach Hause: Für eine Witwe mit sieben Kindern, die gemeinsam von den drei Kühen lebten, war dies sicher ein Segen.
- erzählte einmal dem Verfasser, dass man am Sonntag, dem 15. April 1945, aus Richtung Agenbach Maschinengewehrfeuer gehört habe. Am nächsten Morgen ab 6.30 Uhr habe fran-zösische Artillerie das Dorf beschossen. Ein Treffer habe das Rathausdach zerstört, aber ganz große Schäden seien zum Glück ausgeblie-ben. Wie die meisten Familien habe er mit den Seinen im Keller gewartet, bis die französischen Soldaten zum Herauskommen aufgefordert hätten. Gleich habe man ihm die Armbanduhr abgenommen. Mit den Worten: „Du Bürger-meister, Du Kommandantur“ sei er zum Rat-haus befohlen worden. Überall im Ort standen damals Panzer. Im Rat-haus erhielt Hanselmann den Befehl, alle Fahr-räder herbeischaffen zu lassen. Wenn er sich weigere, würde er erschossen. Mit Hilfe von „Schütz“ Friedrich Schanz sei es gelungen, die Bevölkerung aufzufordern, und der Platz vor dem Rathaus (heute Heimatmuseum neben der Kirche) habe sich mit Fahrrädern gefüllt. Auch Radios und Nähmaschinen waren später ab-zuliefern. Hanselmanns Haus in der Friedhof-straße in Neuweiler wurde von den Besatzern als Stabsquartier genutzt. Die Familie musste in eine Dachkammer ziehen. Wohnungen im Ort wurden durchwühlt, Schmuck, Uhren und andere Gegenstände wurden von den Soldaten – oft Marokkaner – konfisziert. Einmal habe ein französischer Soldat im Rathaus einfach Tinte auf und über Akten gespritzt und er habe nur hilflos zu- sehen können. Viel schwerer als alles andere sei aber zu ertragen gewesen, dass mehrere Frauen hilflos Vergewaltigungen erdulden mussten. Eine mutige Beschwerde Hanselmanns beim Kommandanten der Truppe in Neuweiler habe lediglich ein Schulterzucken und die Antwort erbracht: „Das habt ihr in Frankreich gerade so gemacht.“ Einmal wurde Hanselmann mit-ten in der Nacht geweckt und beauftragt, drei deutsche Gefangene zu bewachen. „Das war schon ein sonderbares Gefühl, Menschen wie Du und ich – und doch andere: Gefangene“, hat er diese Situation beschrieben.
- das Rathaus gebracht werden. Es entsteht ein tolles Treiben in allen Häusern, es wurde geplün-dert, Frauen und Mädchen von den französischen Soldaten vergewaltigt. Alle männlichen Personen von 14 bis 70 Jahren mussten beim Rathaus an-treten und wurden zu allerlei Arbeitsdiensten eingeteilt – Panzersperren wegräumen, Wasser tragen, Holz beischaffen usw.“ Schon einen Tag später rückte die Einheit ab, und eine neue traf ein, die es Lang zufolge „noch bunter“ trieb: „Entsetzliche Tage folgten, ganz bunt treiben es die Polen, diese zogen die Deut-schen von den Fahrrädern, zogen ihnen die Klei-der aus und ließen sie stehen. Deutsche Soldaten, die aus Kriegsgefangenschaft entlassen wurden, wurden von den Franzosen wieder als Gefangene abgeführt. Jede Haushaltung muss sofort einen vollständigen Herrenanzug abliefern.“ Aus Zwerenberg zogen nach einer Auflistung in der Dorfchronik 47 Männer in den Krieg bzw. hatten dies müssen; von den knapp 300 Einwohnern – Kinder und Greise einbezogen – jeder dritte männliche. Von diesen Soldaten ließen zehn das Leben, vier blieben vermisst. Ein Bericht von Langs Nachfolger als Bürger-meister, Hansjörg Seeger (1908–1998), zeigt, dass es auch menschliche Momente gab. So wa-ren 20 Stück von den Franzosen ausgesuchten Viehs aus dem Ort zur Verfügung zu stellen und zum Abtransport zum Bahnhof Alten-steig – damals durch eine Schmalspurbahn mit Nagold verbunden – zu führen. Als ein fran-zösischer Veterinär einen weinenden Jungen neben einer Kuh stehen sah und den Grund erfuhr, schickte er diesen samt dem Tier nach Hause: Für eine Witwe mit sieben Kindern, die gemeinsam von den drei Kühen lebten, war dies sicher ein Segen.
- das Rathaus gebracht werden. Es entsteht ein tolles Treiben in allen Häusern, es wurde geplün-dert, Frauen und Mädchen von den französischen Soldaten vergewaltigt. Alle männlichen Personen von 14 bis 70 Jahren mussten beim Rathaus an-treten und wurden zu allerlei Arbeitsdiensten eingeteilt – Panzersperren wegräumen, Wasser tragen, Holz beischaffen usw.“ Schon einen Tag später rückte die Einheit ab, und eine neue traf ein, die es Lang zufolge „noch bunter“ trieb: „Entsetzliche Tage folgten, ganz bunt treiben es die Polen, diese zogen die Deut-schen von den Fahrrädern, zogen ihnen die Klei-der aus und ließen sie stehen. Deutsche Soldaten, die aus Kriegsgefangenschaft entlassen wurden, wurden von den Franzosen wieder als Gefangene abgeführt. Jede Haushaltung muss sofort einen vollständigen Herrenanzug abliefern.“ Aus Zwerenberg zogen nach einer Auflistung in der Dorfchronik 47 Männer in den Krieg bzw. hatten dies müssen; von den knapp 300 Einwohnern – Kinder und Greise einbezogen – jeder dritte männliche. Von diesen Soldaten ließen zehn das Leben, vier blieben vermisst. Ein Bericht von Langs Nachfolger als Bürger-meister, Hansjörg Seeger (1908–1998), zeigt, dass es auch menschliche Momente gab. So wa-ren 20 Stück von den Franzosen ausgesuchten Viehs aus dem Ort zur Verfügung zu stellen und zum Abtransport zum Bahnhof Alten-steig – damals durch eine Schmalspurbahn mit Nagold verbunden – zu führen. Als ein fran-zösischer Veterinär einen weinenden Jungen neben einer Kuh stehen sah und den Grund erfuhr, schickte er diesen samt dem Tier nach Hause: Für eine Witwe mit sieben Kindern, die gemeinsam von den drei Kühen lebten, war dies sicher ein Segen.
- das Rathaus gebracht werden. Es entsteht ein tolles Treiben in allen Häusern, es wurde geplün-dert, Frauen und Mädchen von den französischen Soldaten vergewaltigt. Alle männlichen Personen von 14 bis 70 Jahren mussten beim Rathaus an-treten und wurden zu allerlei Arbeitsdiensten eingeteilt – Panzersperren wegräumen, Wasser tragen, Holz beischaffen usw.“ Schon einen Tag später rückte die Einheit ab, und eine neue traf ein, die es Lang zufolge „noch bunter“ trieb: „Entsetzliche Tage folgten, ganz bunt treiben es die Polen, diese zogen die Deut-schen von den Fahrrädern, zogen ihnen die Klei-der aus und ließen sie stehen. Deutsche Soldaten, die aus Kriegsgefangenschaft entlassen wurden, wurden von den Franzosen wieder als Gefangene abgeführt. Jede Haushaltung muss sofort einen vollständigen Herrenanzug abliefern.“ Aus Zwerenberg zogen nach einer Auflistung in der Dorfchronik 47 Männer in den Krieg bzw. hatten dies müssen; von den knapp 300 Einwohnern – Kinder und Greise einbezogen – jeder dritte männliche. Von diesen Soldaten ließen zehn das Leben, vier blieben vermisst. Ein Bericht von Langs Nachfolger als Bürger-meister, Hansjörg Seeger (1908–1998), zeigt, dass es auch menschliche Momente gab. So wa-ren 20 Stück von den Franzosen ausgesuchten Viehs aus dem Ort zur Verfügung zu stellen und zum Abtransport zum Bahnhof Alten-steig – damals durch eine Schmalspurbahn mit Nagold verbunden – zu führen. Als ein fran-zösischer Veterinär einen weinenden Jungen neben einer Kuh stehen sah und den Grund erfuhr, schickte er diesen samt dem Tier nach Hause: Für eine Witwe mit sieben Kindern, die gemeinsam von den drei Kühen lebten, war dies sicher ein Segen.
- das Rathaus gebracht werden. Es entsteht ein tolles Treiben in allen Häusern, es wurde geplün-dert, Frauen und Mädchen von den französischen Soldaten vergewaltigt. Alle männlichen Personen von 14 bis 70 Jahren mussten beim Rathaus an-treten und wurden zu allerlei Arbeitsdiensten eingeteilt – Panzersperren wegräumen, Wasser tragen, Holz beischaffen usw.“ Schon einen Tag später rückte die Einheit ab, und eine neue traf ein, die es Lang zufolge „noch bunter“ trieb: „Entsetzliche Tage folgten, ganz bunt treiben es die Polen, diese zogen die Deut-schen von den Fahrrädern, zogen ihnen die Klei-der aus und ließen sie stehen. Deutsche Soldaten, die aus Kriegsgefangenschaft entlassen wurden, wurden von den Franzosen wieder als Gefangene abgeführt. Jede Haushaltung muss sofort einen vollständigen Herrenanzug abliefern.“ Aus Zwerenberg zogen nach einer Auflistung in der Dorfchronik 47 Männer in den Krieg bzw. hatten dies müssen; von den knapp 300 Einwohnern – Kinder und Greise einbezogen – jeder dritte männliche. Von diesen Soldaten ließen zehn das Leben, vier blieben vermisst. Ein Bericht von Langs Nachfolger als Bürger-meister, Hansjörg Seeger (1908–1998), zeigt, dass es auch menschliche Momente gab. So wa-ren 20 Stück von den Franzosen ausgesuchten Viehs aus dem Ort zur Verfügung zu stellen und zum Abtransport zum Bahnhof Alten-steig – damals durch eine Schmalspurbahn mit Nagold verbunden – zu führen. Als ein fran-zösischer Veterinär einen weinenden Jungen neben einer Kuh stehen sah und den Grund erfuhr, schickte er diesen samt dem Tier nach Hause: Für eine Witwe mit sieben Kindern, die gemeinsam von den drei Kühen lebten, war dies sicher ein Segen.
- Heimkehrer zu verstecken war in Oberreichenbach mit dem Tod bedroht
- Zeitzeuge Reinhold Ölschläger sah die ME 109 zu Boden trudeln
- wurde Augenzeuge, als die Maschine des Pilo-ten Peter Schulte aus Lüdenscheid zu Boden rotierte. Aus einer Kumuluswolke am sonst blauen Himmel kamen Motorengeräusche, die seine Aufmerksamkeit weckten. Dann tauch-te aus der Wolke, von einer anderen Maschine offensichtlich verfolgt, ein Flugzeug auf, das plötzlich nach unten wirbelte. Zusammen mit zwei Freunden ließ Ölschläger alles liegen und stehen. Sie rannten zur Absturzstelle. „Ein Fall- schirm war nicht zu sehen“, erinnert er sich. Der gerade 19jährige Pilot war offensichtlich schon abgesprungen, aber überlebte dies nicht. Der Platz am Hang zum Kleinenztal, wo er eini-ge 100 Meter entfernt von seiner Maschine den Tod fand, wurde bis in die jüngste Zeit von Bür-gern aus Hofstett als grabähnliches Denkmal ge-pflegt. Seine letzte Ruhe fand der junge Kampf-flieger im Kriegsgräberfeld auf dem Friedhof von Simmersfeld. Dieser Bestattungsort mag nicht von ungefähr kommen, denn der Luft-kampfforscher Jörg Mezger aus Markgröningen weiß, dass am gleichen Tag Schultes Schicksals-gefährte Hugo Müller bei der Nachbargemeinde die Bauchlandung seiner Maschine nicht über-lebte und dort bestattet wurde.
- wurde Augenzeuge, als die Maschine des Pilo-ten Peter Schulte aus Lüdenscheid zu Boden rotierte. Aus einer Kumuluswolke am sonst blauen Himmel kamen Motorengeräusche, die seine Aufmerksamkeit weckten. Dann tauch-te aus der Wolke, von einer anderen Maschine offensichtlich verfolgt, ein Flugzeug auf, das plötzlich nach unten wirbelte. Zusammen mit zwei Freunden ließ Ölschläger alles liegen und stehen. Sie rannten zur Absturzstelle. „Ein Fall- schirm war nicht zu sehen“, erinnert er sich. Der gerade 19jährige Pilot war offensichtlich schon abgesprungen, aber überlebte dies nicht. Der Platz am Hang zum Kleinenztal, wo er eini-ge 100 Meter entfernt von seiner Maschine den Tod fand, wurde bis in die jüngste Zeit von Bür-gern aus Hofstett als grabähnliches Denkmal ge-pflegt. Seine letzte Ruhe fand der junge Kampf-flieger im Kriegsgräberfeld auf dem Friedhof von Simmersfeld. Dieser Bestattungsort mag nicht von ungefähr kommen, denn der Luft-kampfforscher Jörg Mezger aus Markgröningen weiß, dass am gleichen Tag Schultes Schicksals-gefährte Hugo Müller bei der Nachbargemeinde die Bauchlandung seiner Maschine nicht über-lebte und dort bestattet wurde.
- wurde Augenzeuge, als die Maschine des Pilo-ten Peter Schulte aus Lüdenscheid zu Boden rotierte. Aus einer Kumuluswolke am sonst blauen Himmel kamen Motorengeräusche, die seine Aufmerksamkeit weckten. Dann tauch-te aus der Wolke, von einer anderen Maschine offensichtlich verfolgt, ein Flugzeug auf, das plötzlich nach unten wirbelte. Zusammen mit zwei Freunden ließ Ölschläger alles liegen und stehen. Sie rannten zur Absturzstelle. „Ein Fall- schirm war nicht zu sehen“, erinnert er sich. Der gerade 19jährige Pilot war offensichtlich schon abgesprungen, aber überlebte dies nicht. Der Platz am Hang zum Kleinenztal, wo er eini-ge 100 Meter entfernt von seiner Maschine den Tod fand, wurde bis in die jüngste Zeit von Bür-gern aus Hofstett als grabähnliches Denkmal ge-pflegt. Seine letzte Ruhe fand der junge Kampf-flieger im Kriegsgräberfeld auf dem Friedhof von Simmersfeld. Dieser Bestattungsort mag nicht von ungefähr kommen, denn der Luft-kampfforscher Jörg Mezger aus Markgröningen weiß, dass am gleichen Tag Schultes Schicksals-gefährte Hugo Müller bei der Nachbargemeinde die Bauchlandung seiner Maschine nicht über-lebte und dort bestattet wurde.
- Zwei amerikanische Mustangs stürzen nach Zusammenstoß ab
- wurde Augenzeuge, als die Maschine des Pilo-ten Peter Schulte aus Lüdenscheid zu Boden rotierte. Aus einer Kumuluswolke am sonst blauen Himmel kamen Motorengeräusche, die seine Aufmerksamkeit weckten. Dann tauch-te aus der Wolke, von einer anderen Maschine offensichtlich verfolgt, ein Flugzeug auf, das plötzlich nach unten wirbelte. Zusammen mit zwei Freunden ließ Ölschläger alles liegen und stehen. Sie rannten zur Absturzstelle. „Ein Fall- schirm war nicht zu sehen“, erinnert er sich. Der gerade 19jährige Pilot war offensichtlich schon abgesprungen, aber überlebte dies nicht. Der Platz am Hang zum Kleinenztal, wo er eini-ge 100 Meter entfernt von seiner Maschine den Tod fand, wurde bis in die jüngste Zeit von Bür-gern aus Hofstett als grabähnliches Denkmal ge-pflegt. Seine letzte Ruhe fand der junge Kampf-flieger im Kriegsgräberfeld auf dem Friedhof von Simmersfeld. Dieser Bestattungsort mag nicht von ungefähr kommen, denn der Luft-kampfforscher Jörg Mezger aus Markgröningen weiß, dass am gleichen Tag Schultes Schicksals-gefährte Hugo Müller bei der Nachbargemeinde die Bauchlandung seiner Maschine nicht über-lebte und dort bestattet wurde.
- wurde Augenzeuge, als die Maschine des Pilo-ten Peter Schulte aus Lüdenscheid zu Boden rotierte. Aus einer Kumuluswolke am sonst blauen Himmel kamen Motorengeräusche, die seine Aufmerksamkeit weckten. Dann tauch-te aus der Wolke, von einer anderen Maschine offensichtlich verfolgt, ein Flugzeug auf, das plötzlich nach unten wirbelte. Zusammen mit zwei Freunden ließ Ölschläger alles liegen und stehen. Sie rannten zur Absturzstelle. „Ein Fall- schirm war nicht zu sehen“, erinnert er sich. Der gerade 19jährige Pilot war offensichtlich schon abgesprungen, aber überlebte dies nicht. Der Platz am Hang zum Kleinenztal, wo er eini-ge 100 Meter entfernt von seiner Maschine den Tod fand, wurde bis in die jüngste Zeit von Bür-gern aus Hofstett als grabähnliches Denkmal ge-pflegt. Seine letzte Ruhe fand der junge Kampf-flieger im Kriegsgräberfeld auf dem Friedhof von Simmersfeld. Dieser Bestattungsort mag nicht von ungefähr kommen, denn der Luft-kampfforscher Jörg Mezger aus Markgröningen weiß, dass am gleichen Tag Schultes Schicksals-gefährte Hugo Müller bei der Nachbargemeinde die Bauchlandung seiner Maschine nicht über-lebte und dort bestattet wurde.
- wurde Augenzeuge, als die Maschine des Pilo-ten Peter Schulte aus Lüdenscheid zu Boden rotierte. Aus einer Kumuluswolke am sonst blauen Himmel kamen Motorengeräusche, die seine Aufmerksamkeit weckten. Dann tauch-te aus der Wolke, von einer anderen Maschine offensichtlich verfolgt, ein Flugzeug auf, das plötzlich nach unten wirbelte. Zusammen mit zwei Freunden ließ Ölschläger alles liegen und stehen. Sie rannten zur Absturzstelle. „Ein Fall- schirm war nicht zu sehen“, erinnert er sich. Der gerade 19jährige Pilot war offensichtlich schon abgesprungen, aber überlebte dies nicht. Der Platz am Hang zum Kleinenztal, wo er eini-ge 100 Meter entfernt von seiner Maschine den Tod fand, wurde bis in die jüngste Zeit von Bür-gern aus Hofstett als grabähnliches Denkmal ge-pflegt. Seine letzte Ruhe fand der junge Kampf-flieger im Kriegsgräberfeld auf dem Friedhof von Simmersfeld. Dieser Bestattungsort mag nicht von ungefähr kommen, denn der Luft-kampfforscher Jörg Mezger aus Markgröningen weiß, dass am gleichen Tag Schultes Schicksals-gefährte Hugo Müller bei der Nachbargemeinde die Bauchlandung seiner Maschine nicht über-lebte und dort bestattet wurde.
- Flugzeugabstürze, oder richtiger Flugzeugab-schüsse, waren zwischen 1943 und 1945 auf der Enz-Nagold-Platte keine Seltenheit. Ein würdi-ges Gedenk- und Mahnmal ist im Wald an der Markungsgrenze zwischen Schmieh und Ober-kollwangen entstanden. Im Mai 2022 wurde es im Beisein der Vertreter von Behörden, der britischen Botschaft und der Bundeswehr sei-ner Bestimmung übergeben. Die vom Kreis-geschichtsvereins Calw unterstützte Initiative dazu ging von Günther John aus Bad Teinach-Zavelstein aus. Auf der Gedenktafel ist zu lesen: „Sie kamen aus der Dunkelheit der Nacht in Gottes offene Arme. – Am 25. Februar 1944 wurde von einem deutschen Nachtjäger ein bri-tischer Bomber vom Typ Lancaster B III der 619 Squadron 5. Group LM 419 abgeschossen, der dort in den Wald stürzte. Von den sieben
- Besatzungsmitgliedern sprangen vier mit dem Fallschirm ab, während drei in den Trümmern des Flugzeugs den Tod fanden: Williams, Erle K. – Pilot, Flying Offr. 26 Jahre; Walch, William – Air Gunner, Sgt. 29 Jahre; Glazebrock, James George L. – Flight Sgt. 25 Jahre. Sie gaben ihr Leben für die Freiheit anderer – Im Gedenken an die Toten – Zur Mahnung an die Lebenden.“
- Besatzungsmitgliedern sprangen vier mit dem Fallschirm ab, während drei in den Trümmern des Flugzeugs den Tod fanden: Williams, Erle K. – Pilot, Flying Offr. 26 Jahre; Walch, William – Air Gunner, Sgt. 29 Jahre; Glazebrock, James George L. – Flight Sgt. 25 Jahre. Sie gaben ihr Leben für die Freiheit anderer – Im Gedenken an die Toten – Zur Mahnung an die Lebenden.“
- Besatzungsmitgliedern sprangen vier mit dem Fallschirm ab, während drei in den Trümmern des Flugzeugs den Tod fanden: Williams, Erle K. – Pilot, Flying Offr. 26 Jahre; Walch, William – Air Gunner, Sgt. 29 Jahre; Glazebrock, James George L. – Flight Sgt. 25 Jahre. Sie gaben ihr Leben für die Freiheit anderer – Im Gedenken an die Toten – Zur Mahnung an die Lebenden.“
- Besatzungsmitgliedern sprangen vier mit dem Fallschirm ab, während drei in den Trümmern des Flugzeugs den Tod fanden: Williams, Erle K. – Pilot, Flying Offr. 26 Jahre; Walch, William – Air Gunner, Sgt. 29 Jahre; Glazebrock, James George L. – Flight Sgt. 25 Jahre. Sie gaben ihr Leben für die Freiheit anderer – Im Gedenken an die Toten – Zur Mahnung an die Lebenden.“
- Besatzungsmitgliedern sprangen vier mit dem Fallschirm ab, während drei in den Trümmern des Flugzeugs den Tod fanden: Williams, Erle K. – Pilot, Flying Offr. 26 Jahre; Walch, William – Air Gunner, Sgt. 29 Jahre; Glazebrock, James George L. – Flight Sgt. 25 Jahre. Sie gaben ihr Leben für die Freiheit anderer – Im Gedenken an die Toten – Zur Mahnung an die Lebenden.“
- Besatzungsmitgliedern sprangen vier mit dem Fallschirm ab, während drei in den Trümmern des Flugzeugs den Tod fanden: Williams, Erle K. – Pilot, Flying Offr. 26 Jahre; Walch, William – Air Gunner, Sgt. 29 Jahre; Glazebrock, James George L. – Flight Sgt. 25 Jahre. Sie gaben ihr Leben für die Freiheit anderer – Im Gedenken an die Toten – Zur Mahnung an die Lebenden.“
- Barth, Fritz: Hoffnung – Krieg – Not. Ge
- Schabert, Hans: Neuweiler gestern und heu
- Schwarzwaldheimat“, in: NS-Belastete aus
- 1933–1945. Horb am Neckar 2017.
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- Ulrich Schmelzer
- „Lernen, was es heißt, ein wirklich freier Mensch zu sein“
- zu werden, die über das Studium in kirchlichen Institutionen mit entsprechender materieller Förderung ins Pfarramt führte. Um die Hoch-schul-Zugangsberechtigung zu erwerben, bezog Walter Wolf also von 1921 bis 1925 die theolo-gischen Seminare der Evangelischen Landeskir-che in Maulbronn und Blaubeuren und erwarb 1925 das Abitur am Gymnasium Ehingen. Zum Beginn des Theologiestudiums im Jahr 1925 an der Universität Tübingen wohnte er unent-geltlich im Evangelischen Stift. Aus der kurzen „Stift“-Zeit ist noch das Thema einer internen Hausarbeit überliefert: „Gedankengang von Scho-penhauers Schrift: Über die Freiheit des menschli-chen Willens“ (Sommersemester 1925).2 Bereits mit diesem für sein weiteres Leben programma-tisch werdenden Thema deutete sich an, dass das Interesse des Studenten Wolf wohl über die Theologie hinaus reichte, und so wechselte er
- zu werden, die über das Studium in kirchlichen Institutionen mit entsprechender materieller Förderung ins Pfarramt führte. Um die Hoch-schul-Zugangsberechtigung zu erwerben, bezog Walter Wolf also von 1921 bis 1925 die theolo-gischen Seminare der Evangelischen Landeskir-che in Maulbronn und Blaubeuren und erwarb 1925 das Abitur am Gymnasium Ehingen. Zum Beginn des Theologiestudiums im Jahr 1925 an der Universität Tübingen wohnte er unent-geltlich im Evangelischen Stift. Aus der kurzen „Stift“-Zeit ist noch das Thema einer internen Hausarbeit überliefert: „Gedankengang von Scho-penhauers Schrift: Über die Freiheit des menschli-chen Willens“ (Sommersemester 1925).2 Bereits mit diesem für sein weiteres Leben programma-tisch werdenden Thema deutete sich an, dass das Interesse des Studenten Wolf wohl über die Theologie hinaus reichte, und so wechselte er
- zu werden, die über das Studium in kirchlichen Institutionen mit entsprechender materieller Förderung ins Pfarramt führte. Um die Hoch-schul-Zugangsberechtigung zu erwerben, bezog Walter Wolf also von 1921 bis 1925 die theolo-gischen Seminare der Evangelischen Landeskir-che in Maulbronn und Blaubeuren und erwarb 1925 das Abitur am Gymnasium Ehingen. Zum Beginn des Theologiestudiums im Jahr 1925 an der Universität Tübingen wohnte er unent-geltlich im Evangelischen Stift. Aus der kurzen „Stift“-Zeit ist noch das Thema einer internen Hausarbeit überliefert: „Gedankengang von Scho-penhauers Schrift: Über die Freiheit des menschli-chen Willens“ (Sommersemester 1925).2 Bereits mit diesem für sein weiteres Leben programma-tisch werdenden Thema deutete sich an, dass das Interesse des Studenten Wolf wohl über die Theologie hinaus reichte, und so wechselte er
- zu werden, die über das Studium in kirchlichen Institutionen mit entsprechender materieller Förderung ins Pfarramt führte. Um die Hoch-schul-Zugangsberechtigung zu erwerben, bezog Walter Wolf also von 1921 bis 1925 die theolo-gischen Seminare der Evangelischen Landeskir-che in Maulbronn und Blaubeuren und erwarb 1925 das Abitur am Gymnasium Ehingen. Zum Beginn des Theologiestudiums im Jahr 1925 an der Universität Tübingen wohnte er unent-geltlich im Evangelischen Stift. Aus der kurzen „Stift“-Zeit ist noch das Thema einer internen Hausarbeit überliefert: „Gedankengang von Scho-penhauers Schrift: Über die Freiheit des menschli-chen Willens“ (Sommersemester 1925).2 Bereits mit diesem für sein weiteres Leben programma-tisch werdenden Thema deutete sich an, dass das Interesse des Studenten Wolf wohl über die Theologie hinaus reichte, und so wechselte er
- zu werden, die über das Studium in kirchlichen Institutionen mit entsprechender materieller Förderung ins Pfarramt führte. Um die Hoch-schul-Zugangsberechtigung zu erwerben, bezog Walter Wolf also von 1921 bis 1925 die theolo-gischen Seminare der Evangelischen Landeskir-che in Maulbronn und Blaubeuren und erwarb 1925 das Abitur am Gymnasium Ehingen. Zum Beginn des Theologiestudiums im Jahr 1925 an der Universität Tübingen wohnte er unent-geltlich im Evangelischen Stift. Aus der kurzen „Stift“-Zeit ist noch das Thema einer internen Hausarbeit überliefert: „Gedankengang von Scho-penhauers Schrift: Über die Freiheit des menschli-chen Willens“ (Sommersemester 1925).2 Bereits mit diesem für sein weiteres Leben programma-tisch werdenden Thema deutete sich an, dass das Interesse des Studenten Wolf wohl über die Theologie hinaus reichte, und so wechselte er
- zu werden, die über das Studium in kirchlichen Institutionen mit entsprechender materieller Förderung ins Pfarramt führte. Um die Hoch-schul-Zugangsberechtigung zu erwerben, bezog Walter Wolf also von 1921 bis 1925 die theolo-gischen Seminare der Evangelischen Landeskir-che in Maulbronn und Blaubeuren und erwarb 1925 das Abitur am Gymnasium Ehingen. Zum Beginn des Theologiestudiums im Jahr 1925 an der Universität Tübingen wohnte er unent-geltlich im Evangelischen Stift. Aus der kurzen „Stift“-Zeit ist noch das Thema einer internen Hausarbeit überliefert: „Gedankengang von Scho-penhauers Schrift: Über die Freiheit des menschli-chen Willens“ (Sommersemester 1925).2 Bereits mit diesem für sein weiteres Leben programma-tisch werdenden Thema deutete sich an, dass das Interesse des Studenten Wolf wohl über die Theologie hinaus reichte, und so wechselte er
- was mit Sicherheit eine mehrjährige materielle Krise auslöste, die erst durch die Anstellung beim Arbeitsamt Stuttgart bzw. Nagold im Jahr 1934 bzw. 1935 beendet wurde. In der Bürgermeister-Personalakte von 1946 liegt eine Bescheinigung des Arbeitsamtes Nagold vom 19. Mai 1946 des Inhalts, dass Walter Wolf „vom 15.7.34 bis 30.9.1935 beim Arbeitsamt Stuttgart und vom 1.10.1935 bis 24.Mai 1945 Angestellter des Arbeitsamts Nagold war“.4 Im Fragebogen zur Entnazifizierung des öffentlichen Dienstes im Januar 1946 gab er dagegen an, vom 1.6.34 bis zum 30.3.35 „selbständiger Gastwirt“ ge-wesen zu sein.5 Es handelte sich dabei um die Gastwirtschaft „Zum Adler“ in Heiningen, für die das Ehepaar Wolf am 11. Juli 1934 die Betriebsgenehmigung beantragte.6 In diesem Antrag gab Walter Wolf als Beruf Journalist an. Der Einwohnermeldekarte der Stadt Kirch-heim u.T. zufolge zog Dr. phil. Walter Wolf am 13.7.1934 von Kirchheim nach Heiningen.7 Be-stätigt wird dieser Ortswechsel durch die Aus-kunft des Bürgermeisteramts Heiningen, dass das Ehepaar Wolf von Juli 1934 bis Januar 1935 in Heiningen gemeldet war, worauf Walter Wolf nach Stuttgart umgezogen sei.8
- Der frischgebackene, aber arbeitslose Akademi-ker kam 1931 in einer sehr schwierigen Situation auf den Arbeitsmarkt. Der eigentliche Berufs-wunsch Journalist konnte in der Wirtschaftskri-se und anschließend in der NS-Diktatur nicht realisiert werden. Treibende Kraft hinter dem Existenzgründungsversuch als Gastwirt war wohl seine gerade geheiratete Ehefrau Emilie Pauline geb. Weiß, geboren am 6.11.1908 in Boll (heute Bad Boll), die er am 3.6.1933 heiratete. Emilie Pauline Weiß stammte aus der Betreiber-familie des angesehenen Gasthofs „Deutscher Kaiser“ in Boll, war also mit den Bedingungen der Gastronomie wohlvertraut.9
- Wie Walter Wolf zu der Anstellung beim Arbeitsamt Stuttgart (1934) oder Nagold (ab 1935) kam, ist nicht mehr zu klären. Die beim Staatsarchiv Sigmaringen hinterlegten Perso-nalakten des Arbeitsamts Nagold 10 sind für die Zeit vor 1947 leer, trotz einer angegebenen Archiv-Laufzeit ab 1928. Die Stelle entsprach nicht dem akademischen Abschluss, versprach aber wirtschaftliche Sicherheit. Wie der Eintritt in die NSDAP am 1.5.193511 damit zusammen-hing, ist angesichts der vielfach bekundeten politischen Einstellung eigentlich nur so zu erklären, dass, bedingt durch die Zeitumstän-de, dadurch überhaupt erst die Anstellung bei einer staatlichen Behörde möglich war.
- Wie Walter Wolf zu der Anstellung beim Arbeitsamt Stuttgart (1934) oder Nagold (ab 1935) kam, ist nicht mehr zu klären. Die beim Staatsarchiv Sigmaringen hinterlegten Perso-nalakten des Arbeitsamts Nagold 10 sind für die Zeit vor 1947 leer, trotz einer angegebenen Archiv-Laufzeit ab 1928. Die Stelle entsprach nicht dem akademischen Abschluss, versprach aber wirtschaftliche Sicherheit. Wie der Eintritt in die NSDAP am 1.5.193511 damit zusammen-hing, ist angesichts der vielfach bekundeten politischen Einstellung eigentlich nur so zu erklären, dass, bedingt durch die Zeitumstän-de, dadurch überhaupt erst die Anstellung bei einer staatlichen Behörde möglich war.
- Wie Walter Wolf zu der Anstellung beim Arbeitsamt Stuttgart (1934) oder Nagold (ab 1935) kam, ist nicht mehr zu klären. Die beim Staatsarchiv Sigmaringen hinterlegten Perso-nalakten des Arbeitsamts Nagold 10 sind für die Zeit vor 1947 leer, trotz einer angegebenen Archiv-Laufzeit ab 1928. Die Stelle entsprach nicht dem akademischen Abschluss, versprach aber wirtschaftliche Sicherheit. Wie der Eintritt in die NSDAP am 1.5.193511 damit zusammen-hing, ist angesichts der vielfach bekundeten politischen Einstellung eigentlich nur so zu erklären, dass, bedingt durch die Zeitumstän-de, dadurch überhaupt erst die Anstellung bei einer staatlichen Behörde möglich war.
- Wildermuth habe im Amt „stets nach Recht und Gerech-tigkeit gehandelt und Härten und Ungerechtigkeiten gegen-über Nichtmitgliedern der Partei abbiegen“ können. Dem Druck zum Eintritt in die Partei habe er nur aus Sorge um seine Familie nach-gegeben. Als weiterer Zeuge für Wildermuth wurde na-mentlich auch Karl Theodor Schäffer genannt, Dentist und „Mitglied des antifaschis-tischen Ausschusses Nagold“, aus dem später der erste Ge-meinderat hervorging. In diese Zeit fallen auch ei-nige Umzüge der Familie Wolf innerhalb Na-golds. Walter Wolf wurde nicht zum Kriegs-dienst eingezogen, er sei „vom Militärdienst zurückgestellt [gewesen], Grund: lungenkrank“, so seine Angabe im Fragebogen für das Tübin-ger Spruchkammerverfahren am 2.1.1946.14
- Wildermuth habe im Amt „stets nach Recht und Gerech-tigkeit gehandelt und Härten und Ungerechtigkeiten gegen-über Nichtmitgliedern der Partei abbiegen“ können. Dem Druck zum Eintritt in die Partei habe er nur aus Sorge um seine Familie nach-gegeben. Als weiterer Zeuge für Wildermuth wurde na-mentlich auch Karl Theodor Schäffer genannt, Dentist und „Mitglied des antifaschis-tischen Ausschusses Nagold“, aus dem später der erste Ge-meinderat hervorging. In diese Zeit fallen auch ei-nige Umzüge der Familie Wolf innerhalb Na-golds. Walter Wolf wurde nicht zum Kriegs-dienst eingezogen, er sei „vom Militärdienst zurückgestellt [gewesen], Grund: lungenkrank“, so seine Angabe im Fragebogen für das Tübin-ger Spruchkammerverfahren am 2.1.1946.14
- Wildermuth habe im Amt „stets nach Recht und Gerech-tigkeit gehandelt und Härten und Ungerechtigkeiten gegen-über Nichtmitgliedern der Partei abbiegen“ können. Dem Druck zum Eintritt in die Partei habe er nur aus Sorge um seine Familie nach-gegeben. Als weiterer Zeuge für Wildermuth wurde na-mentlich auch Karl Theodor Schäffer genannt, Dentist und „Mitglied des antifaschis-tischen Ausschusses Nagold“, aus dem später der erste Ge-meinderat hervorging. In diese Zeit fallen auch ei-nige Umzüge der Familie Wolf innerhalb Na-golds. Walter Wolf wurde nicht zum Kriegs-dienst eingezogen, er sei „vom Militärdienst zurückgestellt [gewesen], Grund: lungenkrank“, so seine Angabe im Fragebogen für das Tübin-ger Spruchkammerverfahren am 2.1.1946.14
- Wildermuth habe im Amt „stets nach Recht und Gerech-tigkeit gehandelt und Härten und Ungerechtigkeiten gegen-über Nichtmitgliedern der Partei abbiegen“ können. Dem Druck zum Eintritt in die Partei habe er nur aus Sorge um seine Familie nach-gegeben. Als weiterer Zeuge für Wildermuth wurde na-mentlich auch Karl Theodor Schäffer genannt, Dentist und „Mitglied des antifaschis-tischen Ausschusses Nagold“, aus dem später der erste Ge-meinderat hervorging. In diese Zeit fallen auch ei-nige Umzüge der Familie Wolf innerhalb Na-golds. Walter Wolf wurde nicht zum Kriegs-dienst eingezogen, er sei „vom Militärdienst zurückgestellt [gewesen], Grund: lungenkrank“, so seine Angabe im Fragebogen für das Tübin-ger Spruchkammerverfahren am 2.1.1946.14
- Wildermuth habe im Amt „stets nach Recht und Gerech-tigkeit gehandelt und Härten und Ungerechtigkeiten gegen-über Nichtmitgliedern der Partei abbiegen“ können. Dem Druck zum Eintritt in die Partei habe er nur aus Sorge um seine Familie nach-gegeben. Als weiterer Zeuge für Wildermuth wurde na-mentlich auch Karl Theodor Schäffer genannt, Dentist und „Mitglied des antifaschis-tischen Ausschusses Nagold“, aus dem später der erste Ge-meinderat hervorging. In diese Zeit fallen auch ei-nige Umzüge der Familie Wolf innerhalb Na-golds. Walter Wolf wurde nicht zum Kriegs-dienst eingezogen, er sei „vom Militärdienst zurückgestellt [gewesen], Grund: lungenkrank“, so seine Angabe im Fragebogen für das Tübin-ger Spruchkammerverfahren am 2.1.1946.14
- Wildermuth habe im Amt „stets nach Recht und Gerech-tigkeit gehandelt und Härten und Ungerechtigkeiten gegen-über Nichtmitgliedern der Partei abbiegen“ können. Dem Druck zum Eintritt in die Partei habe er nur aus Sorge um seine Familie nach-gegeben. Als weiterer Zeuge für Wildermuth wurde na-mentlich auch Karl Theodor Schäffer genannt, Dentist und „Mitglied des antifaschis-tischen Ausschusses Nagold“, aus dem später der erste Ge-meinderat hervorging. In diese Zeit fallen auch ei-nige Umzüge der Familie Wolf innerhalb Na-golds. Walter Wolf wurde nicht zum Kriegs-dienst eingezogen, er sei „vom Militärdienst zurückgestellt [gewesen], Grund: lungenkrank“, so seine Angabe im Fragebogen für das Tübin-ger Spruchkammerverfahren am 2.1.1946.14
- Aufgabenkreis u. der anstrengenden Tätigkeit eines Bürgermeisters ist Wolf nicht gewachsen. Er wurde deshalb in diesen Tagen von seinem Amt als Bürgermeister wieder entlassen. Seine Weiterverwendung im früheren Aufgabenkreis wird dringend befürwortet.“ Zweierlei ist bemerkenswert: Walter Wolf sollte nicht aus politischen Gründen aus dem Bürger-meisteramt entlassen werden, sondern aus ge-sundheitlichen, und es wurde empfohlen, ihn wieder an seinem ehemaligen Arbeitsplatz (also im Arbeitsamt Nagold) einzusetzen. Beides ge-schah aber nicht. Wolf blieb im Amt. Es folgte die „Entscheidung des pol. Landesbeirats am 27. Juni 1946 lt. Niederschrift: Vorschlag: Entlassung ohne Bezüge Begründung: Pg. seit 1.5.35 Kann als Bürgermeister neu nicht eingestellt werden.“ Von gesundheitlichen Problemen war nun also nicht mehr die Rede, die Parteimitgliedschaft allein sollte zur Entlassung führen. Aber auch dieser Bescheid wurde nicht sofort umgesetzt. Walter Wolf blieb bis zur Amtsübergabe an seinen Nachfolger Breitling nach den ersten freien Kommunalwahlen im September 1946 im Amt. Diese im Sommer 1946 verhängten Sühnemaß-nahmen lösten sich im zweiten Verfahren im Jahr 1948 in Luft auf – wie in den allermeisten anderen Fällen auch. Die Spruchkammer II des „Staatskommissariats für die politische Säube-rung, Land Württemberg-Hohenzollern“ fällte am 6.8.1948 den Spruch: „Der Betroffene ist Mitläufer. […] Die früher verhängten Sühne-maßnahmen sind aufgehoben“ (die Entlassung als Bürgermeister, als Verwaltungsbeamter aber zugelassen). Die Begründung lautete: „Der Betroffene war einfaches nominelles Mit-glied der NSDAP oder ihrer Verbände. […] Er gehörte einer durch das Nürnberger Urteil für
- Aufgabenkreis u. der anstrengenden Tätigkeit eines Bürgermeisters ist Wolf nicht gewachsen. Er wurde deshalb in diesen Tagen von seinem Amt als Bürgermeister wieder entlassen. Seine Weiterverwendung im früheren Aufgabenkreis wird dringend befürwortet.“ Zweierlei ist bemerkenswert: Walter Wolf sollte nicht aus politischen Gründen aus dem Bürger-meisteramt entlassen werden, sondern aus ge-sundheitlichen, und es wurde empfohlen, ihn wieder an seinem ehemaligen Arbeitsplatz (also im Arbeitsamt Nagold) einzusetzen. Beides ge-schah aber nicht. Wolf blieb im Amt. Es folgte die „Entscheidung des pol. Landesbeirats am 27. Juni 1946 lt. Niederschrift: Vorschlag: Entlassung ohne Bezüge Begründung: Pg. seit 1.5.35 Kann als Bürgermeister neu nicht eingestellt werden.“ Von gesundheitlichen Problemen war nun also nicht mehr die Rede, die Parteimitgliedschaft allein sollte zur Entlassung führen. Aber auch dieser Bescheid wurde nicht sofort umgesetzt. Walter Wolf blieb bis zur Amtsübergabe an seinen Nachfolger Breitling nach den ersten freien Kommunalwahlen im September 1946 im Amt. Diese im Sommer 1946 verhängten Sühnemaß-nahmen lösten sich im zweiten Verfahren im Jahr 1948 in Luft auf – wie in den allermeisten anderen Fällen auch. Die Spruchkammer II des „Staatskommissariats für die politische Säube-rung, Land Württemberg-Hohenzollern“ fällte am 6.8.1948 den Spruch: „Der Betroffene ist Mitläufer. […] Die früher verhängten Sühne-maßnahmen sind aufgehoben“ (die Entlassung als Bürgermeister, als Verwaltungsbeamter aber zugelassen). Die Begründung lautete: „Der Betroffene war einfaches nominelles Mit-glied der NSDAP oder ihrer Verbände. […] Er gehörte einer durch das Nürnberger Urteil für
- Aufgabenkreis u. der anstrengenden Tätigkeit eines Bürgermeisters ist Wolf nicht gewachsen. Er wurde deshalb in diesen Tagen von seinem Amt als Bürgermeister wieder entlassen. Seine Weiterverwendung im früheren Aufgabenkreis wird dringend befürwortet.“ Zweierlei ist bemerkenswert: Walter Wolf sollte nicht aus politischen Gründen aus dem Bürger-meisteramt entlassen werden, sondern aus ge-sundheitlichen, und es wurde empfohlen, ihn wieder an seinem ehemaligen Arbeitsplatz (also im Arbeitsamt Nagold) einzusetzen. Beides ge-schah aber nicht. Wolf blieb im Amt. Es folgte die „Entscheidung des pol. Landesbeirats am 27. Juni 1946 lt. Niederschrift: Vorschlag: Entlassung ohne Bezüge Begründung: Pg. seit 1.5.35 Kann als Bürgermeister neu nicht eingestellt werden.“ Von gesundheitlichen Problemen war nun also nicht mehr die Rede, die Parteimitgliedschaft allein sollte zur Entlassung führen. Aber auch dieser Bescheid wurde nicht sofort umgesetzt. Walter Wolf blieb bis zur Amtsübergabe an seinen Nachfolger Breitling nach den ersten freien Kommunalwahlen im September 1946 im Amt. Diese im Sommer 1946 verhängten Sühnemaß-nahmen lösten sich im zweiten Verfahren im Jahr 1948 in Luft auf – wie in den allermeisten anderen Fällen auch. Die Spruchkammer II des „Staatskommissariats für die politische Säube-rung, Land Württemberg-Hohenzollern“ fällte am 6.8.1948 den Spruch: „Der Betroffene ist Mitläufer. […] Die früher verhängten Sühne-maßnahmen sind aufgehoben“ (die Entlassung als Bürgermeister, als Verwaltungsbeamter aber zugelassen). Die Begründung lautete: „Der Betroffene war einfaches nominelles Mit-glied der NSDAP oder ihrer Verbände. […] Er gehörte einer durch das Nürnberger Urteil für
- Aufgabenkreis u. der anstrengenden Tätigkeit eines Bürgermeisters ist Wolf nicht gewachsen. Er wurde deshalb in diesen Tagen von seinem Amt als Bürgermeister wieder entlassen. Seine Weiterverwendung im früheren Aufgabenkreis wird dringend befürwortet.“ Zweierlei ist bemerkenswert: Walter Wolf sollte nicht aus politischen Gründen aus dem Bürger-meisteramt entlassen werden, sondern aus ge-sundheitlichen, und es wurde empfohlen, ihn wieder an seinem ehemaligen Arbeitsplatz (also im Arbeitsamt Nagold) einzusetzen. Beides ge-schah aber nicht. Wolf blieb im Amt. Es folgte die „Entscheidung des pol. Landesbeirats am 27. Juni 1946 lt. Niederschrift: Vorschlag: Entlassung ohne Bezüge Begründung: Pg. seit 1.5.35 Kann als Bürgermeister neu nicht eingestellt werden.“ Von gesundheitlichen Problemen war nun also nicht mehr die Rede, die Parteimitgliedschaft allein sollte zur Entlassung führen. Aber auch dieser Bescheid wurde nicht sofort umgesetzt. Walter Wolf blieb bis zur Amtsübergabe an seinen Nachfolger Breitling nach den ersten freien Kommunalwahlen im September 1946 im Amt. Diese im Sommer 1946 verhängten Sühnemaß-nahmen lösten sich im zweiten Verfahren im Jahr 1948 in Luft auf – wie in den allermeisten anderen Fällen auch. Die Spruchkammer II des „Staatskommissariats für die politische Säube-rung, Land Württemberg-Hohenzollern“ fällte am 6.8.1948 den Spruch: „Der Betroffene ist Mitläufer. […] Die früher verhängten Sühne-maßnahmen sind aufgehoben“ (die Entlassung als Bürgermeister, als Verwaltungsbeamter aber zugelassen). Die Begründung lautete: „Der Betroffene war einfaches nominelles Mit-glied der NSDAP oder ihrer Verbände. […] Er gehörte einer durch das Nürnberger Urteil für
- Aufgabenkreis u. der anstrengenden Tätigkeit eines Bürgermeisters ist Wolf nicht gewachsen. Er wurde deshalb in diesen Tagen von seinem Amt als Bürgermeister wieder entlassen. Seine Weiterverwendung im früheren Aufgabenkreis wird dringend befürwortet.“ Zweierlei ist bemerkenswert: Walter Wolf sollte nicht aus politischen Gründen aus dem Bürger-meisteramt entlassen werden, sondern aus ge-sundheitlichen, und es wurde empfohlen, ihn wieder an seinem ehemaligen Arbeitsplatz (also im Arbeitsamt Nagold) einzusetzen. Beides ge-schah aber nicht. Wolf blieb im Amt. Es folgte die „Entscheidung des pol. Landesbeirats am 27. Juni 1946 lt. Niederschrift: Vorschlag: Entlassung ohne Bezüge Begründung: Pg. seit 1.5.35 Kann als Bürgermeister neu nicht eingestellt werden.“ Von gesundheitlichen Problemen war nun also nicht mehr die Rede, die Parteimitgliedschaft allein sollte zur Entlassung führen. Aber auch dieser Bescheid wurde nicht sofort umgesetzt. Walter Wolf blieb bis zur Amtsübergabe an seinen Nachfolger Breitling nach den ersten freien Kommunalwahlen im September 1946 im Amt. Diese im Sommer 1946 verhängten Sühnemaß-nahmen lösten sich im zweiten Verfahren im Jahr 1948 in Luft auf – wie in den allermeisten anderen Fällen auch. Die Spruchkammer II des „Staatskommissariats für die politische Säube-rung, Land Württemberg-Hohenzollern“ fällte am 6.8.1948 den Spruch: „Der Betroffene ist Mitläufer. […] Die früher verhängten Sühne-maßnahmen sind aufgehoben“ (die Entlassung als Bürgermeister, als Verwaltungsbeamter aber zugelassen). Die Begründung lautete: „Der Betroffene war einfaches nominelles Mit-glied der NSDAP oder ihrer Verbände. […] Er gehörte einer durch das Nürnberger Urteil für
- verbrecherisch erklärten Organisation nicht an. Tatsachen, die eine Belastung begründen könn-ten, […] liegen nicht vor. Der Betroffene hat die nat.soz. Herrschaft nur unwesentlich unter- stützt und ist Mitläufer.“ 18 Damit hätte Walter Wolf wieder alles werden können, ohne juristische Einschränkung. Da war es für ihn aber schon zu spät. Er war zu die-sem Zeitpunkt arbeitslos. Ob er unter den ge-gebenen Umständen bei der Wahl im Septem-ber 1946 überhaupt eine Chance gehabt hätte, bleibt zumindest fraglich. Warum er nicht wie-der im Arbeitsamt eingestellt wurde, ist nicht mehr zu klären.
- Aufgabenkreis u. der anstrengenden Tätigkeit eines Bürgermeisters ist Wolf nicht gewachsen. Er wurde deshalb in diesen Tagen von seinem Amt als Bürgermeister wieder entlassen. Seine Weiterverwendung im früheren Aufgabenkreis wird dringend befürwortet.“ Zweierlei ist bemerkenswert: Walter Wolf sollte nicht aus politischen Gründen aus dem Bürger-meisteramt entlassen werden, sondern aus ge-sundheitlichen, und es wurde empfohlen, ihn wieder an seinem ehemaligen Arbeitsplatz (also im Arbeitsamt Nagold) einzusetzen. Beides ge-schah aber nicht. Wolf blieb im Amt. Es folgte die „Entscheidung des pol. Landesbeirats am 27. Juni 1946 lt. Niederschrift: Vorschlag: Entlassung ohne Bezüge Begründung: Pg. seit 1.5.35 Kann als Bürgermeister neu nicht eingestellt werden.“ Von gesundheitlichen Problemen war nun also nicht mehr die Rede, die Parteimitgliedschaft allein sollte zur Entlassung führen. Aber auch dieser Bescheid wurde nicht sofort umgesetzt. Walter Wolf blieb bis zur Amtsübergabe an seinen Nachfolger Breitling nach den ersten freien Kommunalwahlen im September 1946 im Amt. Diese im Sommer 1946 verhängten Sühnemaß-nahmen lösten sich im zweiten Verfahren im Jahr 1948 in Luft auf – wie in den allermeisten anderen Fällen auch. Die Spruchkammer II des „Staatskommissariats für die politische Säube-rung, Land Württemberg-Hohenzollern“ fällte am 6.8.1948 den Spruch: „Der Betroffene ist Mitläufer. […] Die früher verhängten Sühne-maßnahmen sind aufgehoben“ (die Entlassung als Bürgermeister, als Verwaltungsbeamter aber zugelassen). Die Begründung lautete: „Der Betroffene war einfaches nominelles Mit-glied der NSDAP oder ihrer Verbände. […] Er gehörte einer durch das Nürnberger Urteil für
- „Eine Handvoll verantwortungsbewusster Män-ner, durch und durch antifaschistischen Geistes und aus dieser Gesinnung heraus längst mitein-ander verschworen, haben sich angesichts der unse-rer Stadt drohenden Gefahren, insbesondere der drohenden Hungersnot und der Zerrüttung des gesamten öffentlichen und privaten Lebens als-bald nach dem Zusammenbruch entschlossen, die Geschicke der Stadt und ihrer Bewohner in neue, soweit möglich lebenswerte Bahnen zu lenken. Sie haben zu ihrer Unterstützung und zur Mitarbeit einen vorläufigen Stadtausschuss gebildet aus Männern, wohlbekannt wegen ihrer steten anti-faschistischen Einstellung, jedoch ohne Rücksicht auf parteipolitische Zugehörigkeit. Diesem Gesamtausschuss gehören sonach an: Dr. Walter Wolf, Verwaltungsbeamter, Nagold, Karl Schäffer, staatl. gepr. Dentist, Nagold, Alfred Graf, Kaufmann, Nagold, Jakob Brezing, Küfer, Nagold, Wilhelm Axt, Schreiner, Nagold, Karl Echle, Techniker, Nagold, Johannes Walz, Malermeister, Nagold, Gotthilf Schill, Landwirt, Nagold, Paul Negele, Bezirksnotar, Nagold, Georg Frasch, Bankkassierer, Nagold, Herbert Fink, Schreiner, Nagold, Emil Freithaler, Schlossermeister, Nagold, Adolf Häfele, Kaufmann, Nagold, Thusnelde Wolff geb. Isenberg, Frau [sic!], Nagold, Christian Stickel [sic! korr.: Stikel], Gastwirt z. Adler, Nagold. [handschriftlich ergänzt:] Seeger ? Seeger f. Walz.“20
- „Eine Handvoll verantwortungsbewusster Män-ner, durch und durch antifaschistischen Geistes und aus dieser Gesinnung heraus längst mitein-ander verschworen, haben sich angesichts der unse-rer Stadt drohenden Gefahren, insbesondere der drohenden Hungersnot und der Zerrüttung des gesamten öffentlichen und privaten Lebens als-bald nach dem Zusammenbruch entschlossen, die Geschicke der Stadt und ihrer Bewohner in neue, soweit möglich lebenswerte Bahnen zu lenken. Sie haben zu ihrer Unterstützung und zur Mitarbeit einen vorläufigen Stadtausschuss gebildet aus Männern, wohlbekannt wegen ihrer steten anti-faschistischen Einstellung, jedoch ohne Rücksicht auf parteipolitische Zugehörigkeit. Diesem Gesamtausschuss gehören sonach an: Dr. Walter Wolf, Verwaltungsbeamter, Nagold, Karl Schäffer, staatl. gepr. Dentist, Nagold, Alfred Graf, Kaufmann, Nagold, Jakob Brezing, Küfer, Nagold, Wilhelm Axt, Schreiner, Nagold, Karl Echle, Techniker, Nagold, Johannes Walz, Malermeister, Nagold, Gotthilf Schill, Landwirt, Nagold, Paul Negele, Bezirksnotar, Nagold, Georg Frasch, Bankkassierer, Nagold, Herbert Fink, Schreiner, Nagold, Emil Freithaler, Schlossermeister, Nagold, Adolf Häfele, Kaufmann, Nagold, Thusnelde Wolff geb. Isenberg, Frau [sic!], Nagold, Christian Stickel [sic! korr.: Stikel], Gastwirt z. Adler, Nagold. [handschriftlich ergänzt:] Seeger ? Seeger f. Walz.“20
- „Eine Handvoll verantwortungsbewusster Män-ner, durch und durch antifaschistischen Geistes und aus dieser Gesinnung heraus längst mitein-ander verschworen, haben sich angesichts der unse-rer Stadt drohenden Gefahren, insbesondere der drohenden Hungersnot und der Zerrüttung des gesamten öffentlichen und privaten Lebens als-bald nach dem Zusammenbruch entschlossen, die Geschicke der Stadt und ihrer Bewohner in neue, soweit möglich lebenswerte Bahnen zu lenken. Sie haben zu ihrer Unterstützung und zur Mitarbeit einen vorläufigen Stadtausschuss gebildet aus Männern, wohlbekannt wegen ihrer steten anti-faschistischen Einstellung, jedoch ohne Rücksicht auf parteipolitische Zugehörigkeit. Diesem Gesamtausschuss gehören sonach an: Dr. Walter Wolf, Verwaltungsbeamter, Nagold, Karl Schäffer, staatl. gepr. Dentist, Nagold, Alfred Graf, Kaufmann, Nagold, Jakob Brezing, Küfer, Nagold, Wilhelm Axt, Schreiner, Nagold, Karl Echle, Techniker, Nagold, Johannes Walz, Malermeister, Nagold, Gotthilf Schill, Landwirt, Nagold, Paul Negele, Bezirksnotar, Nagold, Georg Frasch, Bankkassierer, Nagold, Herbert Fink, Schreiner, Nagold, Emil Freithaler, Schlossermeister, Nagold, Adolf Häfele, Kaufmann, Nagold, Thusnelde Wolff geb. Isenberg, Frau [sic!], Nagold, Christian Stickel [sic! korr.: Stikel], Gastwirt z. Adler, Nagold. [handschriftlich ergänzt:] Seeger ? Seeger f. Walz.“20
- „Eine Handvoll verantwortungsbewusster Män-ner, durch und durch antifaschistischen Geistes und aus dieser Gesinnung heraus längst mitein-ander verschworen, haben sich angesichts der unse-rer Stadt drohenden Gefahren, insbesondere der drohenden Hungersnot und der Zerrüttung des gesamten öffentlichen und privaten Lebens als-bald nach dem Zusammenbruch entschlossen, die Geschicke der Stadt und ihrer Bewohner in neue, soweit möglich lebenswerte Bahnen zu lenken. Sie haben zu ihrer Unterstützung und zur Mitarbeit einen vorläufigen Stadtausschuss gebildet aus Männern, wohlbekannt wegen ihrer steten anti-faschistischen Einstellung, jedoch ohne Rücksicht auf parteipolitische Zugehörigkeit. Diesem Gesamtausschuss gehören sonach an: Dr. Walter Wolf, Verwaltungsbeamter, Nagold, Karl Schäffer, staatl. gepr. Dentist, Nagold, Alfred Graf, Kaufmann, Nagold, Jakob Brezing, Küfer, Nagold, Wilhelm Axt, Schreiner, Nagold, Karl Echle, Techniker, Nagold, Johannes Walz, Malermeister, Nagold, Gotthilf Schill, Landwirt, Nagold, Paul Negele, Bezirksnotar, Nagold, Georg Frasch, Bankkassierer, Nagold, Herbert Fink, Schreiner, Nagold, Emil Freithaler, Schlossermeister, Nagold, Adolf Häfele, Kaufmann, Nagold, Thusnelde Wolff geb. Isenberg, Frau [sic!], Nagold, Christian Stickel [sic! korr.: Stikel], Gastwirt z. Adler, Nagold. [handschriftlich ergänzt:] Seeger ? Seeger f. Walz.“20
- „Eine Handvoll verantwortungsbewusster Män-ner, durch und durch antifaschistischen Geistes und aus dieser Gesinnung heraus längst mitein-ander verschworen, haben sich angesichts der unse-rer Stadt drohenden Gefahren, insbesondere der drohenden Hungersnot und der Zerrüttung des gesamten öffentlichen und privaten Lebens als-bald nach dem Zusammenbruch entschlossen, die Geschicke der Stadt und ihrer Bewohner in neue, soweit möglich lebenswerte Bahnen zu lenken. Sie haben zu ihrer Unterstützung und zur Mitarbeit einen vorläufigen Stadtausschuss gebildet aus Männern, wohlbekannt wegen ihrer steten anti-faschistischen Einstellung, jedoch ohne Rücksicht auf parteipolitische Zugehörigkeit. Diesem Gesamtausschuss gehören sonach an: Dr. Walter Wolf, Verwaltungsbeamter, Nagold, Karl Schäffer, staatl. gepr. Dentist, Nagold, Alfred Graf, Kaufmann, Nagold, Jakob Brezing, Küfer, Nagold, Wilhelm Axt, Schreiner, Nagold, Karl Echle, Techniker, Nagold, Johannes Walz, Malermeister, Nagold, Gotthilf Schill, Landwirt, Nagold, Paul Negele, Bezirksnotar, Nagold, Georg Frasch, Bankkassierer, Nagold, Herbert Fink, Schreiner, Nagold, Emil Freithaler, Schlossermeister, Nagold, Adolf Häfele, Kaufmann, Nagold, Thusnelde Wolff geb. Isenberg, Frau [sic!], Nagold, Christian Stickel [sic! korr.: Stikel], Gastwirt z. Adler, Nagold. [handschriftlich ergänzt:] Seeger ? Seeger f. Walz.“20
- „Eine Handvoll verantwortungsbewusster Män-ner, durch und durch antifaschistischen Geistes und aus dieser Gesinnung heraus längst mitein-ander verschworen, haben sich angesichts der unse-rer Stadt drohenden Gefahren, insbesondere der drohenden Hungersnot und der Zerrüttung des gesamten öffentlichen und privaten Lebens als-bald nach dem Zusammenbruch entschlossen, die Geschicke der Stadt und ihrer Bewohner in neue, soweit möglich lebenswerte Bahnen zu lenken. Sie haben zu ihrer Unterstützung und zur Mitarbeit einen vorläufigen Stadtausschuss gebildet aus Männern, wohlbekannt wegen ihrer steten anti-faschistischen Einstellung, jedoch ohne Rücksicht auf parteipolitische Zugehörigkeit. Diesem Gesamtausschuss gehören sonach an: Dr. Walter Wolf, Verwaltungsbeamter, Nagold, Karl Schäffer, staatl. gepr. Dentist, Nagold, Alfred Graf, Kaufmann, Nagold, Jakob Brezing, Küfer, Nagold, Wilhelm Axt, Schreiner, Nagold, Karl Echle, Techniker, Nagold, Johannes Walz, Malermeister, Nagold, Gotthilf Schill, Landwirt, Nagold, Paul Negele, Bezirksnotar, Nagold, Georg Frasch, Bankkassierer, Nagold, Herbert Fink, Schreiner, Nagold, Emil Freithaler, Schlossermeister, Nagold, Adolf Häfele, Kaufmann, Nagold, Thusnelde Wolff geb. Isenberg, Frau [sic!], Nagold, Christian Stickel [sic! korr.: Stikel], Gastwirt z. Adler, Nagold. [handschriftlich ergänzt:] Seeger ? Seeger f. Walz.“20
- Axt gibt es das inzwischen ikonisch gewordene Bild von 1933 als Oppositioneller am Pranger auf dem Nagolder Vorstadtplatz, damals be-reits „Adolf-Hitler-Platz“, zur Schau gestellt.23 Über Karl Theo Schäffer, Dentist, ist in seiner Entnazifizierungsakte (die ihn als „politisch nicht belastet“ auszeichnete) zu erfahren, dass er zu Beginn der Naziherrschaft 1933 in sog. „Schutzhaft“ genommen wurde, was nichts anderes als ein Euphemismus für rechtswid-rige Freiheitsberaubung als Nazigegner war.24 Christian Stikel (Gastwirt) war schon vor 1933 Mitglied der SPD – und als Kandidat für die Kommunalwahlen ab 1946 erneut.25 Zwei Zeugnisse für den Arbeitsamtsdirektor Dr. Wildermuth geben auch über Walter Wolfs poli-tische Haltung während der NS-Zeit Auskunft und verdeutlichen, warum man sich vertraute. Der Arbeitsamtsangestell-te Edmund Vollmer erwähnte in sei-nem Zeugnis am 13. März 1947, „dass ich damals nach kurzer Zu-sammenarbeit herausgefunden habe, dass Herr Dr. Wth. [Wil-dermuth] allen seinen Äußerun-gen nach kein Nationalsozialist sein konnte, und es ist dann auch im Laufe der Zeit üblich gewor-den, dass sich einige Gleichgesinnte jeweils von Zeit zu Zeit im Amts-zimmer von Herrn Dr. Wth. zu-sammenfanden, um die politische Lage zu besprechen, wobei man sich in der Kritik an Hitler und seinen Regierungsmaßnahmen keinerlei Zwang aufzuerlegen brauchte.“ Die Arbeitsvermittlerin Paula Kleindienst schrieb ebenfalls am 13. März 1947 noch deutlicher: „In der kommenden Zeit erkannte ich den Gegensatz von Herrn Dr.Wth. zur Partei immer mehr. Ich war bei zahlreichen Gesprächenzwischen Herrn Dr. Wth. und dem
- Axt gibt es das inzwischen ikonisch gewordene Bild von 1933 als Oppositioneller am Pranger auf dem Nagolder Vorstadtplatz, damals be-reits „Adolf-Hitler-Platz“, zur Schau gestellt.23 Über Karl Theo Schäffer, Dentist, ist in seiner Entnazifizierungsakte (die ihn als „politisch nicht belastet“ auszeichnete) zu erfahren, dass er zu Beginn der Naziherrschaft 1933 in sog. „Schutzhaft“ genommen wurde, was nichts anderes als ein Euphemismus für rechtswid-rige Freiheitsberaubung als Nazigegner war.24 Christian Stikel (Gastwirt) war schon vor 1933 Mitglied der SPD – und als Kandidat für die Kommunalwahlen ab 1946 erneut.25 Zwei Zeugnisse für den Arbeitsamtsdirektor Dr. Wildermuth geben auch über Walter Wolfs poli-tische Haltung während der NS-Zeit Auskunft und verdeutlichen, warum man sich vertraute. Der Arbeitsamtsangestell-te Edmund Vollmer erwähnte in sei-nem Zeugnis am 13. März 1947, „dass ich damals nach kurzer Zu-sammenarbeit herausgefunden habe, dass Herr Dr. Wth. [Wil-dermuth] allen seinen Äußerun-gen nach kein Nationalsozialist sein konnte, und es ist dann auch im Laufe der Zeit üblich gewor-den, dass sich einige Gleichgesinnte jeweils von Zeit zu Zeit im Amts-zimmer von Herrn Dr. Wth. zu-sammenfanden, um die politische Lage zu besprechen, wobei man sich in der Kritik an Hitler und seinen Regierungsmaßnahmen keinerlei Zwang aufzuerlegen brauchte.“ Die Arbeitsvermittlerin Paula Kleindienst schrieb ebenfalls am 13. März 1947 noch deutlicher: „In der kommenden Zeit erkannte ich den Gegensatz von Herrn Dr.Wth. zur Partei immer mehr. Ich war bei zahlreichen Gesprächenzwischen Herrn Dr. Wth. und dem
- Axt gibt es das inzwischen ikonisch gewordene Bild von 1933 als Oppositioneller am Pranger auf dem Nagolder Vorstadtplatz, damals be-reits „Adolf-Hitler-Platz“, zur Schau gestellt.23 Über Karl Theo Schäffer, Dentist, ist in seiner Entnazifizierungsakte (die ihn als „politisch nicht belastet“ auszeichnete) zu erfahren, dass er zu Beginn der Naziherrschaft 1933 in sog. „Schutzhaft“ genommen wurde, was nichts anderes als ein Euphemismus für rechtswid-rige Freiheitsberaubung als Nazigegner war.24 Christian Stikel (Gastwirt) war schon vor 1933 Mitglied der SPD – und als Kandidat für die Kommunalwahlen ab 1946 erneut.25 Zwei Zeugnisse für den Arbeitsamtsdirektor Dr. Wildermuth geben auch über Walter Wolfs poli-tische Haltung während der NS-Zeit Auskunft und verdeutlichen, warum man sich vertraute. Der Arbeitsamtsangestell-te Edmund Vollmer erwähnte in sei-nem Zeugnis am 13. März 1947, „dass ich damals nach kurzer Zu-sammenarbeit herausgefunden habe, dass Herr Dr. Wth. [Wil-dermuth] allen seinen Äußerun-gen nach kein Nationalsozialist sein konnte, und es ist dann auch im Laufe der Zeit üblich gewor-den, dass sich einige Gleichgesinnte jeweils von Zeit zu Zeit im Amts-zimmer von Herrn Dr. Wth. zu-sammenfanden, um die politische Lage zu besprechen, wobei man sich in der Kritik an Hitler und seinen Regierungsmaßnahmen keinerlei Zwang aufzuerlegen brauchte.“ Die Arbeitsvermittlerin Paula Kleindienst schrieb ebenfalls am 13. März 1947 noch deutlicher: „In der kommenden Zeit erkannte ich den Gegensatz von Herrn Dr.Wth. zur Partei immer mehr. Ich war bei zahlreichen Gesprächenzwischen Herrn Dr. Wth. und dem
- Axt gibt es das inzwischen ikonisch gewordene Bild von 1933 als Oppositioneller am Pranger auf dem Nagolder Vorstadtplatz, damals be-reits „Adolf-Hitler-Platz“, zur Schau gestellt.23 Über Karl Theo Schäffer, Dentist, ist in seiner Entnazifizierungsakte (die ihn als „politisch nicht belastet“ auszeichnete) zu erfahren, dass er zu Beginn der Naziherrschaft 1933 in sog. „Schutzhaft“ genommen wurde, was nichts anderes als ein Euphemismus für rechtswid-rige Freiheitsberaubung als Nazigegner war.24 Christian Stikel (Gastwirt) war schon vor 1933 Mitglied der SPD – und als Kandidat für die Kommunalwahlen ab 1946 erneut.25 Zwei Zeugnisse für den Arbeitsamtsdirektor Dr. Wildermuth geben auch über Walter Wolfs poli-tische Haltung während der NS-Zeit Auskunft und verdeutlichen, warum man sich vertraute. Der Arbeitsamtsangestell-te Edmund Vollmer erwähnte in sei-nem Zeugnis am 13. März 1947, „dass ich damals nach kurzer Zu-sammenarbeit herausgefunden habe, dass Herr Dr. Wth. [Wil-dermuth] allen seinen Äußerun-gen nach kein Nationalsozialist sein konnte, und es ist dann auch im Laufe der Zeit üblich gewor-den, dass sich einige Gleichgesinnte jeweils von Zeit zu Zeit im Amts-zimmer von Herrn Dr. Wth. zu-sammenfanden, um die politische Lage zu besprechen, wobei man sich in der Kritik an Hitler und seinen Regierungsmaßnahmen keinerlei Zwang aufzuerlegen brauchte.“ Die Arbeitsvermittlerin Paula Kleindienst schrieb ebenfalls am 13. März 1947 noch deutlicher: „In der kommenden Zeit erkannte ich den Gegensatz von Herrn Dr.Wth. zur Partei immer mehr. Ich war bei zahlreichen Gesprächenzwischen Herrn Dr. Wth. und dem
- Axt gibt es das inzwischen ikonisch gewordene Bild von 1933 als Oppositioneller am Pranger auf dem Nagolder Vorstadtplatz, damals be-reits „Adolf-Hitler-Platz“, zur Schau gestellt.23 Über Karl Theo Schäffer, Dentist, ist in seiner Entnazifizierungsakte (die ihn als „politisch nicht belastet“ auszeichnete) zu erfahren, dass er zu Beginn der Naziherrschaft 1933 in sog. „Schutzhaft“ genommen wurde, was nichts anderes als ein Euphemismus für rechtswid-rige Freiheitsberaubung als Nazigegner war.24 Christian Stikel (Gastwirt) war schon vor 1933 Mitglied der SPD – und als Kandidat für die Kommunalwahlen ab 1946 erneut.25 Zwei Zeugnisse für den Arbeitsamtsdirektor Dr. Wildermuth geben auch über Walter Wolfs poli-tische Haltung während der NS-Zeit Auskunft und verdeutlichen, warum man sich vertraute. Der Arbeitsamtsangestell-te Edmund Vollmer erwähnte in sei-nem Zeugnis am 13. März 1947, „dass ich damals nach kurzer Zu-sammenarbeit herausgefunden habe, dass Herr Dr. Wth. [Wil-dermuth] allen seinen Äußerun-gen nach kein Nationalsozialist sein konnte, und es ist dann auch im Laufe der Zeit üblich gewor-den, dass sich einige Gleichgesinnte jeweils von Zeit zu Zeit im Amts-zimmer von Herrn Dr. Wth. zu-sammenfanden, um die politische Lage zu besprechen, wobei man sich in der Kritik an Hitler und seinen Regierungsmaßnahmen keinerlei Zwang aufzuerlegen brauchte.“ Die Arbeitsvermittlerin Paula Kleindienst schrieb ebenfalls am 13. März 1947 noch deutlicher: „In der kommenden Zeit erkannte ich den Gegensatz von Herrn Dr.Wth. zur Partei immer mehr. Ich war bei zahlreichen Gesprächenzwischen Herrn Dr. Wth. und dem
- Axt gibt es das inzwischen ikonisch gewordene Bild von 1933 als Oppositioneller am Pranger auf dem Nagolder Vorstadtplatz, damals be-reits „Adolf-Hitler-Platz“, zur Schau gestellt.23 Über Karl Theo Schäffer, Dentist, ist in seiner Entnazifizierungsakte (die ihn als „politisch nicht belastet“ auszeichnete) zu erfahren, dass er zu Beginn der Naziherrschaft 1933 in sog. „Schutzhaft“ genommen wurde, was nichts anderes als ein Euphemismus für rechtswid-rige Freiheitsberaubung als Nazigegner war.24 Christian Stikel (Gastwirt) war schon vor 1933 Mitglied der SPD – und als Kandidat für die Kommunalwahlen ab 1946 erneut.25 Zwei Zeugnisse für den Arbeitsamtsdirektor Dr. Wildermuth geben auch über Walter Wolfs poli-tische Haltung während der NS-Zeit Auskunft und verdeutlichen, warum man sich vertraute. Der Arbeitsamtsangestell-te Edmund Vollmer erwähnte in sei-nem Zeugnis am 13. März 1947, „dass ich damals nach kurzer Zu-sammenarbeit herausgefunden habe, dass Herr Dr. Wth. [Wil-dermuth] allen seinen Äußerun-gen nach kein Nationalsozialist sein konnte, und es ist dann auch im Laufe der Zeit üblich gewor-den, dass sich einige Gleichgesinnte jeweils von Zeit zu Zeit im Amts-zimmer von Herrn Dr. Wth. zu-sammenfanden, um die politische Lage zu besprechen, wobei man sich in der Kritik an Hitler und seinen Regierungsmaßnahmen keinerlei Zwang aufzuerlegen brauchte.“ Die Arbeitsvermittlerin Paula Kleindienst schrieb ebenfalls am 13. März 1947 noch deutlicher: „In der kommenden Zeit erkannte ich den Gegensatz von Herrn Dr.Wth. zur Partei immer mehr. Ich war bei zahlreichen Gesprächenzwischen Herrn Dr. Wth. und dem
- Walter Wolf war von Anfang an wie selbstver-ständlich der „Vorsitzende“ dieses antifaschis-tischen Ausschusses und kann in fast allen Maßnahmen als der geistige Urheber betrach-tet werden. Das ist damit zu belegen, dass von prakt isch allen Beschlüssen, die das Ausschuss- Protokoll aufführt, gleichlautende handschrift-liche Entwürfe existieren, die von Walter Wolf gezeichnet sind.27 Auch 14 maschinenschrift-liche Anlagen zum Protokoll vom 19.5.1945 sind auf den 14. Mai datiert und stammen aus der Vorbereitung der Sitzung, allesamt von Walter Wolf. Außerdem war Walter Wolf spätes-tens ab Januar 1946 der vom Gremium beauf-tragte Sitzungsprotokollant.28 Welche Bedingungen definierten die Aufgaben und Möglichkeiten dieses Ausschusses? Ab-solute Grundvoraussetzung war zunächst die Besetzung durch die französischen Streitkräfte: „ Die Stadt selbst unterliegt seit dem Einmarsch der Alliierten [handschriftlich korrigiert aus: der Feinde] als unmittelbare Folge der katast-rophalen Niederlage, der Verwaltung der alli-ierten Militärregierung, an deren Spitze der-zeit ein französischer Stadtkommandant steht.“ Damit waren die Handlungsmöglichkeiten eindeutig genannt: begrenzt, abhängig vom Wohlwollen des französischen Kommandan-ten. Dass die Besatzungsmacht die Rolle dieser Ausschüsse anders verstand als ihre Mitglie-der, steht auf einem anderen Blatt und soll hier nicht weiter ausgeführt werden.29 Allerdings waren zwischen dem Einmarsch der Franzosen (16.April) und dem Beginn der Arbeit des Aus-schusses (11. Mai) bereits vier Wochen verstri-chen, so dass der Ausschuss mit den schlimms-ten Gewalt-Exzessen der Besatzungstruppen (Plünderungen, Vergewaltigungen) nicht mehr in Beziehung gesetzt werden konnte. Der Ausschuss selbst definierte seine vorrangi-gen Aufgaben am 11. Mai 1945 so:
- „Unter Darlegung der gesamten, nunmehr be-stehenden Verhältnisse umriss der Vorsitzende die vorläufig wichtigsten Aufgaben der Stadt-verwaltung, so insbesondere 1. die Lebensmittelversorgung, 2. den Abtransport der ausländischen Arbeiter, 3. die Ausscheidung von bisherigen maßgeben-den Nazis aus den öffentlichen Ämtern, 4. das Wiederaufleben der öffentlichen Wirtschaft, 5. die Eingliederung in den Arbeitsprozess. Die Basis dieses pragmatischen Arbeitspro-gramms bildete eine heute noch beeindrucken-de Abrechnung mit dem Nationalsozialismus, weshalb aus dem Vorwort zur ersten Sitzung zitiert sei: „Hunderttausende, ja Millionen unschuldiger Waisen und Witwen, Eltern und Geschwister, ihres Vaters und Gatten, ihres Sohnes oder gar aller Söhne und ihres Bruders beraubt, erheben in bitterstem Schmerz und in namenlosem Un-glück die schwerste Anklage vor Gott und den Menschen gegen diese Verbrecher und Mörder am eigenen Volke. Übel zugerichtete Krüppel tun das Gleiche. All diese Elendsmenschen ver-langen von uns die gerechte, aber rücksichtslos harte Strafe der Schuldigen. […] Indes haben sich die Hauptverantwortlichen, ihrer Schuld wohl bewusst, in feiger Flucht vor der ihnen drohenden Sühne selbst entleibt. Ihre noch le-benden Helfershelfer aber werden der ihnen ge-bührenden Strafe zugeführt werden. Alles was an diesen Schandfleck Deutscher Geschichte er-innert, muss mit Stumpf und Stiel ausgerottet werden. Die von uns und unseren Nachkom-men zu tragenden Folgen diese Krieges sollen uns eindringlich davor warnen, je wieder na-zistische oder ähnliche Horten [sic!] lebendig werden zu lassen.“30
- auf die schwierige Organisation des materiell Lebensnotwendigen verwiesen. Das Gemein-deratsprotokoll vom 5. Juni 1945 hält aus dem Bericht des Vorsitzenden über das in der Stadt angetroffene Chaos fest: Die Lebensmittel könnten nur von Tag zu Tag sichergestellt wer-den; Transportmittel zur Beibringung von Wa-ren würden fehlen. Es gehe um die Beschaffung von Getreide, Vieh und landwirtschaftlichen Erzeugnissen, wobei allein die Milchlieferungen vom Lande bereits wieder zufriedenstellend sei-en. Die Lebensmittelfrage verhindere auch die Bearbeitung der Wohnungsfrage (verschärft durch Kriegszerstörungen, Evakuierungen aus zerbombten Städten, die Zuweisung von Flüchtlingen, Einquartierung der ehemaligen Zwangsarbeiter und den Wohnungsbedarf der Besatzungsmacht). Der absolute Vorrang der praktischen Alltagsaufgaben wird sehr deutlich in der Zuweisung von 13 Sachgebieten auf die Mitglieder des Ausschusses.31 Ein besonderes Problem stellte die Verpflegung und Unterbringung von „ca. 1700 ausländischen Arbeitern, insbesondere Russen“ dar, wobei es sich um befreite Zwangsarbeiter überwiegend aus der Industrie der Region handelte.32 Von der französischen Militärverwaltung wurde ihnen eine bevorzugte Versorgung mit Lebensmitteln und Wohnraum gewährt, was die Verwaltung angesichts des allgegenwärtigen Mangels vor ob-jektive Probleme stellte und auch vielfach als un-gerechtfertigte Benachteiligung der deutschen Bevölkerung empfunden wurde. Dem Bericht des jetzt offiziell so genannten Bürgermeisters Wolf zufolge war das Verhält-nis zu den ehemaligen Zwangsarbeitern ins-gesamt sehr schwierig. Wolf berichtete am 26. Mai 1945 von einer Besprechung mit dem französischen Stadtkommandanten und einem russischen Offizier, einem Delegierten der Rus-sen. Der habe mit der Anwendung der Waffe gedroht, wenn seine Forderungen nicht voll und ganz erfüllt würden: „Die Russen hätten demnach die Absicht, weiter nach Nagold her-ein, insbesondere in die Haiterbacher Strasse zu siedeln und die Räumung von Privathäusern zu
- auf die schwierige Organisation des materiell Lebensnotwendigen verwiesen. Das Gemein-deratsprotokoll vom 5. Juni 1945 hält aus dem Bericht des Vorsitzenden über das in der Stadt angetroffene Chaos fest: Die Lebensmittel könnten nur von Tag zu Tag sichergestellt wer-den; Transportmittel zur Beibringung von Wa-ren würden fehlen. Es gehe um die Beschaffung von Getreide, Vieh und landwirtschaftlichen Erzeugnissen, wobei allein die Milchlieferungen vom Lande bereits wieder zufriedenstellend sei-en. Die Lebensmittelfrage verhindere auch die Bearbeitung der Wohnungsfrage (verschärft durch Kriegszerstörungen, Evakuierungen aus zerbombten Städten, die Zuweisung von Flüchtlingen, Einquartierung der ehemaligen Zwangsarbeiter und den Wohnungsbedarf der Besatzungsmacht). Der absolute Vorrang der praktischen Alltagsaufgaben wird sehr deutlich in der Zuweisung von 13 Sachgebieten auf die Mitglieder des Ausschusses.31 Ein besonderes Problem stellte die Verpflegung und Unterbringung von „ca. 1700 ausländischen Arbeitern, insbesondere Russen“ dar, wobei es sich um befreite Zwangsarbeiter überwiegend aus der Industrie der Region handelte.32 Von der französischen Militärverwaltung wurde ihnen eine bevorzugte Versorgung mit Lebensmitteln und Wohnraum gewährt, was die Verwaltung angesichts des allgegenwärtigen Mangels vor ob-jektive Probleme stellte und auch vielfach als un-gerechtfertigte Benachteiligung der deutschen Bevölkerung empfunden wurde. Dem Bericht des jetzt offiziell so genannten Bürgermeisters Wolf zufolge war das Verhält-nis zu den ehemaligen Zwangsarbeitern ins-gesamt sehr schwierig. Wolf berichtete am 26. Mai 1945 von einer Besprechung mit dem französischen Stadtkommandanten und einem russischen Offizier, einem Delegierten der Rus-sen. Der habe mit der Anwendung der Waffe gedroht, wenn seine Forderungen nicht voll und ganz erfüllt würden: „Die Russen hätten demnach die Absicht, weiter nach Nagold her-ein, insbesondere in die Haiterbacher Strasse zu siedeln und die Räumung von Privathäusern zu
- auf die schwierige Organisation des materiell Lebensnotwendigen verwiesen. Das Gemein-deratsprotokoll vom 5. Juni 1945 hält aus dem Bericht des Vorsitzenden über das in der Stadt angetroffene Chaos fest: Die Lebensmittel könnten nur von Tag zu Tag sichergestellt wer-den; Transportmittel zur Beibringung von Wa-ren würden fehlen. Es gehe um die Beschaffung von Getreide, Vieh und landwirtschaftlichen Erzeugnissen, wobei allein die Milchlieferungen vom Lande bereits wieder zufriedenstellend sei-en. Die Lebensmittelfrage verhindere auch die Bearbeitung der Wohnungsfrage (verschärft durch Kriegszerstörungen, Evakuierungen aus zerbombten Städten, die Zuweisung von Flüchtlingen, Einquartierung der ehemaligen Zwangsarbeiter und den Wohnungsbedarf der Besatzungsmacht). Der absolute Vorrang der praktischen Alltagsaufgaben wird sehr deutlich in der Zuweisung von 13 Sachgebieten auf die Mitglieder des Ausschusses.31 Ein besonderes Problem stellte die Verpflegung und Unterbringung von „ca. 1700 ausländischen Arbeitern, insbesondere Russen“ dar, wobei es sich um befreite Zwangsarbeiter überwiegend aus der Industrie der Region handelte.32 Von der französischen Militärverwaltung wurde ihnen eine bevorzugte Versorgung mit Lebensmitteln und Wohnraum gewährt, was die Verwaltung angesichts des allgegenwärtigen Mangels vor ob-jektive Probleme stellte und auch vielfach als un-gerechtfertigte Benachteiligung der deutschen Bevölkerung empfunden wurde. Dem Bericht des jetzt offiziell so genannten Bürgermeisters Wolf zufolge war das Verhält-nis zu den ehemaligen Zwangsarbeitern ins-gesamt sehr schwierig. Wolf berichtete am 26. Mai 1945 von einer Besprechung mit dem französischen Stadtkommandanten und einem russischen Offizier, einem Delegierten der Rus-sen. Der habe mit der Anwendung der Waffe gedroht, wenn seine Forderungen nicht voll und ganz erfüllt würden: „Die Russen hätten demnach die Absicht, weiter nach Nagold her-ein, insbesondere in die Haiterbacher Strasse zu siedeln und die Räumung von Privathäusern zu
- auf die schwierige Organisation des materiell Lebensnotwendigen verwiesen. Das Gemein-deratsprotokoll vom 5. Juni 1945 hält aus dem Bericht des Vorsitzenden über das in der Stadt angetroffene Chaos fest: Die Lebensmittel könnten nur von Tag zu Tag sichergestellt wer-den; Transportmittel zur Beibringung von Wa-ren würden fehlen. Es gehe um die Beschaffung von Getreide, Vieh und landwirtschaftlichen Erzeugnissen, wobei allein die Milchlieferungen vom Lande bereits wieder zufriedenstellend sei-en. Die Lebensmittelfrage verhindere auch die Bearbeitung der Wohnungsfrage (verschärft durch Kriegszerstörungen, Evakuierungen aus zerbombten Städten, die Zuweisung von Flüchtlingen, Einquartierung der ehemaligen Zwangsarbeiter und den Wohnungsbedarf der Besatzungsmacht). Der absolute Vorrang der praktischen Alltagsaufgaben wird sehr deutlich in der Zuweisung von 13 Sachgebieten auf die Mitglieder des Ausschusses.31 Ein besonderes Problem stellte die Verpflegung und Unterbringung von „ca. 1700 ausländischen Arbeitern, insbesondere Russen“ dar, wobei es sich um befreite Zwangsarbeiter überwiegend aus der Industrie der Region handelte.32 Von der französischen Militärverwaltung wurde ihnen eine bevorzugte Versorgung mit Lebensmitteln und Wohnraum gewährt, was die Verwaltung angesichts des allgegenwärtigen Mangels vor ob-jektive Probleme stellte und auch vielfach als un-gerechtfertigte Benachteiligung der deutschen Bevölkerung empfunden wurde. Dem Bericht des jetzt offiziell so genannten Bürgermeisters Wolf zufolge war das Verhält-nis zu den ehemaligen Zwangsarbeitern ins-gesamt sehr schwierig. Wolf berichtete am 26. Mai 1945 von einer Besprechung mit dem französischen Stadtkommandanten und einem russischen Offizier, einem Delegierten der Rus-sen. Der habe mit der Anwendung der Waffe gedroht, wenn seine Forderungen nicht voll und ganz erfüllt würden: „Die Russen hätten demnach die Absicht, weiter nach Nagold her-ein, insbesondere in die Haiterbacher Strasse zu siedeln und die Räumung von Privathäusern zu
- auf die schwierige Organisation des materiell Lebensnotwendigen verwiesen. Das Gemein-deratsprotokoll vom 5. Juni 1945 hält aus dem Bericht des Vorsitzenden über das in der Stadt angetroffene Chaos fest: Die Lebensmittel könnten nur von Tag zu Tag sichergestellt wer-den; Transportmittel zur Beibringung von Wa-ren würden fehlen. Es gehe um die Beschaffung von Getreide, Vieh und landwirtschaftlichen Erzeugnissen, wobei allein die Milchlieferungen vom Lande bereits wieder zufriedenstellend sei-en. Die Lebensmittelfrage verhindere auch die Bearbeitung der Wohnungsfrage (verschärft durch Kriegszerstörungen, Evakuierungen aus zerbombten Städten, die Zuweisung von Flüchtlingen, Einquartierung der ehemaligen Zwangsarbeiter und den Wohnungsbedarf der Besatzungsmacht). Der absolute Vorrang der praktischen Alltagsaufgaben wird sehr deutlich in der Zuweisung von 13 Sachgebieten auf die Mitglieder des Ausschusses.31 Ein besonderes Problem stellte die Verpflegung und Unterbringung von „ca. 1700 ausländischen Arbeitern, insbesondere Russen“ dar, wobei es sich um befreite Zwangsarbeiter überwiegend aus der Industrie der Region handelte.32 Von der französischen Militärverwaltung wurde ihnen eine bevorzugte Versorgung mit Lebensmitteln und Wohnraum gewährt, was die Verwaltung angesichts des allgegenwärtigen Mangels vor ob-jektive Probleme stellte und auch vielfach als un-gerechtfertigte Benachteiligung der deutschen Bevölkerung empfunden wurde. Dem Bericht des jetzt offiziell so genannten Bürgermeisters Wolf zufolge war das Verhält-nis zu den ehemaligen Zwangsarbeitern ins-gesamt sehr schwierig. Wolf berichtete am 26. Mai 1945 von einer Besprechung mit dem französischen Stadtkommandanten und einem russischen Offizier, einem Delegierten der Rus-sen. Der habe mit der Anwendung der Waffe gedroht, wenn seine Forderungen nicht voll und ganz erfüllt würden: „Die Russen hätten demnach die Absicht, weiter nach Nagold her-ein, insbesondere in die Haiterbacher Strasse zu siedeln und die Räumung von Privathäusern zu
- auf die schwierige Organisation des materiell Lebensnotwendigen verwiesen. Das Gemein-deratsprotokoll vom 5. Juni 1945 hält aus dem Bericht des Vorsitzenden über das in der Stadt angetroffene Chaos fest: Die Lebensmittel könnten nur von Tag zu Tag sichergestellt wer-den; Transportmittel zur Beibringung von Wa-ren würden fehlen. Es gehe um die Beschaffung von Getreide, Vieh und landwirtschaftlichen Erzeugnissen, wobei allein die Milchlieferungen vom Lande bereits wieder zufriedenstellend sei-en. Die Lebensmittelfrage verhindere auch die Bearbeitung der Wohnungsfrage (verschärft durch Kriegszerstörungen, Evakuierungen aus zerbombten Städten, die Zuweisung von Flüchtlingen, Einquartierung der ehemaligen Zwangsarbeiter und den Wohnungsbedarf der Besatzungsmacht). Der absolute Vorrang der praktischen Alltagsaufgaben wird sehr deutlich in der Zuweisung von 13 Sachgebieten auf die Mitglieder des Ausschusses.31 Ein besonderes Problem stellte die Verpflegung und Unterbringung von „ca. 1700 ausländischen Arbeitern, insbesondere Russen“ dar, wobei es sich um befreite Zwangsarbeiter überwiegend aus der Industrie der Region handelte.32 Von der französischen Militärverwaltung wurde ihnen eine bevorzugte Versorgung mit Lebensmitteln und Wohnraum gewährt, was die Verwaltung angesichts des allgegenwärtigen Mangels vor ob-jektive Probleme stellte und auch vielfach als un-gerechtfertigte Benachteiligung der deutschen Bevölkerung empfunden wurde. Dem Bericht des jetzt offiziell so genannten Bürgermeisters Wolf zufolge war das Verhält-nis zu den ehemaligen Zwangsarbeitern ins-gesamt sehr schwierig. Wolf berichtete am 26. Mai 1945 von einer Besprechung mit dem französischen Stadtkommandanten und einem russischen Offizier, einem Delegierten der Rus-sen. Der habe mit der Anwendung der Waffe gedroht, wenn seine Forderungen nicht voll und ganz erfüllt würden: „Die Russen hätten demnach die Absicht, weiter nach Nagold her-ein, insbesondere in die Haiterbacher Strasse zu siedeln und die Räumung von Privathäusern zu
- Neben dem zentralen Thema der Entnazifi-zierung ging es in jeder Sitzung um ganz all-tägliche Probleme, die die Verwaltung und der Bürgermeister zu lösen hatten: Die Franzosen verlangten die Lieferung von fünf Milchkühen und sieben Schlachtkühen aus dem Stadtgebiet. Wie hoch ist der Verpflegungssatz für die aus-ländischen Arbeiter? Eine in Nagold lebende jüdische Witwe soll als Entschädigung für das ihr widerfahrene Unrecht von der Stadt eine monatliche Unterstützung erhalten. Wie steht es um die Finanzsituation der Stadt? (Sehr schlecht.) Wie geht es mit dem Löwen-Kino weiter? Was kosten die Särge, die für die Bom-bardierungsopfer beschafft wurden? Kann die Stadt das Nazieigentum wie geplant beschlag-nahmen? (Nein, da wollen die Franzosen auch etwas davon.) Ein Leiter der Polizei muss ein-gesetzt werden. Was passiert mit den Notun-terstützungen für Personen, die nicht an ihre Bankguthaben herankommen? Darf das Fri-seurgeschäft wieder eröffnet werden? (Ja.) Und die Stahlwarenhandlung? (Nein, der Inhaber war wegen seiner Nazi-Vergangenheit politi-scher Häftling.) Wie hoch ist die Notunterstüt-zung für Personen ohne eigenes Einkommen? Welche Stelle kommt dafür auf? Wie geht es mit dem früheren Konsumverein weiter? Wie kann die dauerhafte Schließung von Bäckereien wegen Mangel an Heizmaterial vermieden wer-den? (Nebenbei bemerkt: Es gab in Nagold zu der Zeit acht selbständige Bäckermeister.) Kann die landwirtschaftliche Winterschule wieder er-öffnet werden? Ja, wenn die Schüler „das nöti-ge Holz“ selbst mitbringen. Dürfen Maler und Goldschmied wieder eröffnen? Wo sind die Motorspritze der Feuerwehr, ihr Anhänger und vor allem ihre Reifen abgeblieben, wo sie doch „von Angehörigen der Feuerwehr vor dem Einzug der Franzosen abgeführt wurden“? Dabei sind auch skurrile Situationen entstanden: Der Anhänger „befindet sich in Datthausen bei Ried-lingen, die Reifen sollen von der Firma Benz, Autohaus hier, geholt worden sein, ohne dass aber Letztere hievon der Stadt irgendwelche Mit-teilung gemacht hätte. Dies wird aufs Schwerste gerügt. Die Fa. Benz ist verpflichtet, die Reifen wieder zur Verfügung zu stellen.“34
- Neben dem zentralen Thema der Entnazifi-zierung ging es in jeder Sitzung um ganz all-tägliche Probleme, die die Verwaltung und der Bürgermeister zu lösen hatten: Die Franzosen verlangten die Lieferung von fünf Milchkühen und sieben Schlachtkühen aus dem Stadtgebiet. Wie hoch ist der Verpflegungssatz für die aus-ländischen Arbeiter? Eine in Nagold lebende jüdische Witwe soll als Entschädigung für das ihr widerfahrene Unrecht von der Stadt eine monatliche Unterstützung erhalten. Wie steht es um die Finanzsituation der Stadt? (Sehr schlecht.) Wie geht es mit dem Löwen-Kino weiter? Was kosten die Särge, die für die Bom-bardierungsopfer beschafft wurden? Kann die Stadt das Nazieigentum wie geplant beschlag-nahmen? (Nein, da wollen die Franzosen auch etwas davon.) Ein Leiter der Polizei muss ein-gesetzt werden. Was passiert mit den Notun-terstützungen für Personen, die nicht an ihre Bankguthaben herankommen? Darf das Fri-seurgeschäft wieder eröffnet werden? (Ja.) Und die Stahlwarenhandlung? (Nein, der Inhaber war wegen seiner Nazi-Vergangenheit politi-scher Häftling.) Wie hoch ist die Notunterstüt-zung für Personen ohne eigenes Einkommen? Welche Stelle kommt dafür auf? Wie geht es mit dem früheren Konsumverein weiter? Wie kann die dauerhafte Schließung von Bäckereien wegen Mangel an Heizmaterial vermieden wer-den? (Nebenbei bemerkt: Es gab in Nagold zu der Zeit acht selbständige Bäckermeister.) Kann die landwirtschaftliche Winterschule wieder er-öffnet werden? Ja, wenn die Schüler „das nöti-ge Holz“ selbst mitbringen. Dürfen Maler und Goldschmied wieder eröffnen? Wo sind die Motorspritze der Feuerwehr, ihr Anhänger und vor allem ihre Reifen abgeblieben, wo sie doch „von Angehörigen der Feuerwehr vor dem Einzug der Franzosen abgeführt wurden“? Dabei sind auch skurrile Situationen entstanden: Der Anhänger „befindet sich in Datthausen bei Ried-lingen, die Reifen sollen von der Firma Benz, Autohaus hier, geholt worden sein, ohne dass aber Letztere hievon der Stadt irgendwelche Mit-teilung gemacht hätte. Dies wird aufs Schwerste gerügt. Die Fa. Benz ist verpflichtet, die Reifen wieder zur Verfügung zu stellen.“34
- Neben dem zentralen Thema der Entnazifi-zierung ging es in jeder Sitzung um ganz all-tägliche Probleme, die die Verwaltung und der Bürgermeister zu lösen hatten: Die Franzosen verlangten die Lieferung von fünf Milchkühen und sieben Schlachtkühen aus dem Stadtgebiet. Wie hoch ist der Verpflegungssatz für die aus-ländischen Arbeiter? Eine in Nagold lebende jüdische Witwe soll als Entschädigung für das ihr widerfahrene Unrecht von der Stadt eine monatliche Unterstützung erhalten. Wie steht es um die Finanzsituation der Stadt? (Sehr schlecht.) Wie geht es mit dem Löwen-Kino weiter? Was kosten die Särge, die für die Bom-bardierungsopfer beschafft wurden? Kann die Stadt das Nazieigentum wie geplant beschlag-nahmen? (Nein, da wollen die Franzosen auch etwas davon.) Ein Leiter der Polizei muss ein-gesetzt werden. Was passiert mit den Notun-terstützungen für Personen, die nicht an ihre Bankguthaben herankommen? Darf das Fri-seurgeschäft wieder eröffnet werden? (Ja.) Und die Stahlwarenhandlung? (Nein, der Inhaber war wegen seiner Nazi-Vergangenheit politi-scher Häftling.) Wie hoch ist die Notunterstüt-zung für Personen ohne eigenes Einkommen? Welche Stelle kommt dafür auf? Wie geht es mit dem früheren Konsumverein weiter? Wie kann die dauerhafte Schließung von Bäckereien wegen Mangel an Heizmaterial vermieden wer-den? (Nebenbei bemerkt: Es gab in Nagold zu der Zeit acht selbständige Bäckermeister.) Kann die landwirtschaftliche Winterschule wieder er-öffnet werden? Ja, wenn die Schüler „das nöti-ge Holz“ selbst mitbringen. Dürfen Maler und Goldschmied wieder eröffnen? Wo sind die Motorspritze der Feuerwehr, ihr Anhänger und vor allem ihre Reifen abgeblieben, wo sie doch „von Angehörigen der Feuerwehr vor dem Einzug der Franzosen abgeführt wurden“? Dabei sind auch skurrile Situationen entstanden: Der Anhänger „befindet sich in Datthausen bei Ried-lingen, die Reifen sollen von der Firma Benz, Autohaus hier, geholt worden sein, ohne dass aber Letztere hievon der Stadt irgendwelche Mit-teilung gemacht hätte. Dies wird aufs Schwerste gerügt. Die Fa. Benz ist verpflichtet, die Reifen wieder zur Verfügung zu stellen.“34
- Neben dem zentralen Thema der Entnazifi-zierung ging es in jeder Sitzung um ganz all-tägliche Probleme, die die Verwaltung und der Bürgermeister zu lösen hatten: Die Franzosen verlangten die Lieferung von fünf Milchkühen und sieben Schlachtkühen aus dem Stadtgebiet. Wie hoch ist der Verpflegungssatz für die aus-ländischen Arbeiter? Eine in Nagold lebende jüdische Witwe soll als Entschädigung für das ihr widerfahrene Unrecht von der Stadt eine monatliche Unterstützung erhalten. Wie steht es um die Finanzsituation der Stadt? (Sehr schlecht.) Wie geht es mit dem Löwen-Kino weiter? Was kosten die Särge, die für die Bom-bardierungsopfer beschafft wurden? Kann die Stadt das Nazieigentum wie geplant beschlag-nahmen? (Nein, da wollen die Franzosen auch etwas davon.) Ein Leiter der Polizei muss ein-gesetzt werden. Was passiert mit den Notun-terstützungen für Personen, die nicht an ihre Bankguthaben herankommen? Darf das Fri-seurgeschäft wieder eröffnet werden? (Ja.) Und die Stahlwarenhandlung? (Nein, der Inhaber war wegen seiner Nazi-Vergangenheit politi-scher Häftling.) Wie hoch ist die Notunterstüt-zung für Personen ohne eigenes Einkommen? Welche Stelle kommt dafür auf? Wie geht es mit dem früheren Konsumverein weiter? Wie kann die dauerhafte Schließung von Bäckereien wegen Mangel an Heizmaterial vermieden wer-den? (Nebenbei bemerkt: Es gab in Nagold zu der Zeit acht selbständige Bäckermeister.) Kann die landwirtschaftliche Winterschule wieder er-öffnet werden? Ja, wenn die Schüler „das nöti-ge Holz“ selbst mitbringen. Dürfen Maler und Goldschmied wieder eröffnen? Wo sind die Motorspritze der Feuerwehr, ihr Anhänger und vor allem ihre Reifen abgeblieben, wo sie doch „von Angehörigen der Feuerwehr vor dem Einzug der Franzosen abgeführt wurden“? Dabei sind auch skurrile Situationen entstanden: Der Anhänger „befindet sich in Datthausen bei Ried-lingen, die Reifen sollen von der Firma Benz, Autohaus hier, geholt worden sein, ohne dass aber Letztere hievon der Stadt irgendwelche Mit-teilung gemacht hätte. Dies wird aufs Schwerste gerügt. Die Fa. Benz ist verpflichtet, die Reifen wieder zur Verfügung zu stellen.“34
- Neben dem zentralen Thema der Entnazifi-zierung ging es in jeder Sitzung um ganz all-tägliche Probleme, die die Verwaltung und der Bürgermeister zu lösen hatten: Die Franzosen verlangten die Lieferung von fünf Milchkühen und sieben Schlachtkühen aus dem Stadtgebiet. Wie hoch ist der Verpflegungssatz für die aus-ländischen Arbeiter? Eine in Nagold lebende jüdische Witwe soll als Entschädigung für das ihr widerfahrene Unrecht von der Stadt eine monatliche Unterstützung erhalten. Wie steht es um die Finanzsituation der Stadt? (Sehr schlecht.) Wie geht es mit dem Löwen-Kino weiter? Was kosten die Särge, die für die Bom-bardierungsopfer beschafft wurden? Kann die Stadt das Nazieigentum wie geplant beschlag-nahmen? (Nein, da wollen die Franzosen auch etwas davon.) Ein Leiter der Polizei muss ein-gesetzt werden. Was passiert mit den Notun-terstützungen für Personen, die nicht an ihre Bankguthaben herankommen? Darf das Fri-seurgeschäft wieder eröffnet werden? (Ja.) Und die Stahlwarenhandlung? (Nein, der Inhaber war wegen seiner Nazi-Vergangenheit politi-scher Häftling.) Wie hoch ist die Notunterstüt-zung für Personen ohne eigenes Einkommen? Welche Stelle kommt dafür auf? Wie geht es mit dem früheren Konsumverein weiter? Wie kann die dauerhafte Schließung von Bäckereien wegen Mangel an Heizmaterial vermieden wer-den? (Nebenbei bemerkt: Es gab in Nagold zu der Zeit acht selbständige Bäckermeister.) Kann die landwirtschaftliche Winterschule wieder er-öffnet werden? Ja, wenn die Schüler „das nöti-ge Holz“ selbst mitbringen. Dürfen Maler und Goldschmied wieder eröffnen? Wo sind die Motorspritze der Feuerwehr, ihr Anhänger und vor allem ihre Reifen abgeblieben, wo sie doch „von Angehörigen der Feuerwehr vor dem Einzug der Franzosen abgeführt wurden“? Dabei sind auch skurrile Situationen entstanden: Der Anhänger „befindet sich in Datthausen bei Ried-lingen, die Reifen sollen von der Firma Benz, Autohaus hier, geholt worden sein, ohne dass aber Letztere hievon der Stadt irgendwelche Mit-teilung gemacht hätte. Dies wird aufs Schwerste gerügt. Die Fa. Benz ist verpflichtet, die Reifen wieder zur Verfügung zu stellen.“34
- Alltag waren aber auch die umfangreichen Be-schlagnahmungen, z. B. aller Fahrzeuge ein-schließlich der Fahrräder, von Wohnraum, Radioapparaten, Vermögen von Naziführern, Reparationsgütern aller Art; Ausgangssperren, Grußpflichten, vielseitige Verbote... Im Zwei-felsfall meldeten sich die betroffenen Bürger beim Bürgermeister mit der Bitte um Abhilfe – wofür er gar nicht zuständig war. Beispiele: Ein Stuttgarter Bürger bekam von Wolf eine Be-scheinigung, dass er in Nagold vor dem Krieg ein Adler-Cabrio untergestellt habe, das „beim Einmarsch der Besatzungstruppen abhanden ge-kommen“ sei. Wolf bescheinigte, dass über den Verbleib des PKWs nichts mehr in Erfahrung zu bringen sei. Auf die Forderung eines Isels-häuser Küfers bat Wolf den Kommandanten um die Freigabe von fünf Zentnern Mostobst, das in der besetzten Villa Ulmer liege. Es werde dringend benötigt. Der Eigentümer sei nicht Mitglied der NSDAP und habe sich politisch nicht betätigt.35 Man sieht: Der neue Gemeinderat, v.a. aber der neue Bürgermeister, musste sich bis ins kleins-te Detail mit alltäglichen Problemen befassen, weil alle Probleme dringend waren und auf die Verwaltung und den Bürgermeister einstürm-ten. Eigentlich regierte in allen Bereichen der Mangel. Eine wirkliche Stunde Null? Am An-fang war das Chaos.
- Neben dem zentralen Thema der Entnazifi-zierung ging es in jeder Sitzung um ganz all-tägliche Probleme, die die Verwaltung und der Bürgermeister zu lösen hatten: Die Franzosen verlangten die Lieferung von fünf Milchkühen und sieben Schlachtkühen aus dem Stadtgebiet. Wie hoch ist der Verpflegungssatz für die aus-ländischen Arbeiter? Eine in Nagold lebende jüdische Witwe soll als Entschädigung für das ihr widerfahrene Unrecht von der Stadt eine monatliche Unterstützung erhalten. Wie steht es um die Finanzsituation der Stadt? (Sehr schlecht.) Wie geht es mit dem Löwen-Kino weiter? Was kosten die Särge, die für die Bom-bardierungsopfer beschafft wurden? Kann die Stadt das Nazieigentum wie geplant beschlag-nahmen? (Nein, da wollen die Franzosen auch etwas davon.) Ein Leiter der Polizei muss ein-gesetzt werden. Was passiert mit den Notun-terstützungen für Personen, die nicht an ihre Bankguthaben herankommen? Darf das Fri-seurgeschäft wieder eröffnet werden? (Ja.) Und die Stahlwarenhandlung? (Nein, der Inhaber war wegen seiner Nazi-Vergangenheit politi-scher Häftling.) Wie hoch ist die Notunterstüt-zung für Personen ohne eigenes Einkommen? Welche Stelle kommt dafür auf? Wie geht es mit dem früheren Konsumverein weiter? Wie kann die dauerhafte Schließung von Bäckereien wegen Mangel an Heizmaterial vermieden wer-den? (Nebenbei bemerkt: Es gab in Nagold zu der Zeit acht selbständige Bäckermeister.) Kann die landwirtschaftliche Winterschule wieder er-öffnet werden? Ja, wenn die Schüler „das nöti-ge Holz“ selbst mitbringen. Dürfen Maler und Goldschmied wieder eröffnen? Wo sind die Motorspritze der Feuerwehr, ihr Anhänger und vor allem ihre Reifen abgeblieben, wo sie doch „von Angehörigen der Feuerwehr vor dem Einzug der Franzosen abgeführt wurden“? Dabei sind auch skurrile Situationen entstanden: Der Anhänger „befindet sich in Datthausen bei Ried-lingen, die Reifen sollen von der Firma Benz, Autohaus hier, geholt worden sein, ohne dass aber Letztere hievon der Stadt irgendwelche Mit-teilung gemacht hätte. Dies wird aufs Schwerste gerügt. Die Fa. Benz ist verpflichtet, die Reifen wieder zur Verfügung zu stellen.“34
- „Die neuen Männer“ die Zusammensetzung des Nagolder Ausschusses als „Antifaschisti-schem Vertrauensrat“, auch die Besetzung der Bürgermeisterstellen: „Zum Bürgermeister der Stadt Nagold wurde Dr. Wolf vorgeschlagen und gewählt. 1. Stell-vertreter des Bürgermeisters: Graf; 2. Stellver-treter des Bürgermeisters:Schäffer.36 Bürgermeister Wolf war als ernanntes Mitglied des Kreisvertrauensrates in Calw darin zugleich Vertreter für die Gemeinden Beihingen, Em-mingen, Haiterbach, Mindersbach, Ober- und Unterschwandorf, Pfrondorf und Rohrdorf.
- „Die neuen Männer“ die Zusammensetzung des Nagolder Ausschusses als „Antifaschisti-schem Vertrauensrat“, auch die Besetzung der Bürgermeisterstellen: „Zum Bürgermeister der Stadt Nagold wurde Dr. Wolf vorgeschlagen und gewählt. 1. Stell-vertreter des Bürgermeisters: Graf; 2. Stellver-treter des Bürgermeisters:Schäffer.36 Bürgermeister Wolf war als ernanntes Mitglied des Kreisvertrauensrates in Calw darin zugleich Vertreter für die Gemeinden Beihingen, Em-mingen, Haiterbach, Mindersbach, Ober- und Unterschwandorf, Pfrondorf und Rohrdorf.
- „Die neuen Männer“ die Zusammensetzung des Nagolder Ausschusses als „Antifaschisti-schem Vertrauensrat“, auch die Besetzung der Bürgermeisterstellen: „Zum Bürgermeister der Stadt Nagold wurde Dr. Wolf vorgeschlagen und gewählt. 1. Stell-vertreter des Bürgermeisters: Graf; 2. Stellver-treter des Bürgermeisters:Schäffer.36 Bürgermeister Wolf war als ernanntes Mitglied des Kreisvertrauensrates in Calw darin zugleich Vertreter für die Gemeinden Beihingen, Em-mingen, Haiterbach, Mindersbach, Ober- und Unterschwandorf, Pfrondorf und Rohrdorf.
- „Die neuen Männer“ die Zusammensetzung des Nagolder Ausschusses als „Antifaschisti-schem Vertrauensrat“, auch die Besetzung der Bürgermeisterstellen: „Zum Bürgermeister der Stadt Nagold wurde Dr. Wolf vorgeschlagen und gewählt. 1. Stell-vertreter des Bürgermeisters: Graf; 2. Stellver-treter des Bürgermeisters:Schäffer.36 Bürgermeister Wolf war als ernanntes Mitglied des Kreisvertrauensrates in Calw darin zugleich Vertreter für die Gemeinden Beihingen, Em-mingen, Haiterbach, Mindersbach, Ober- und Unterschwandorf, Pfrondorf und Rohrdorf.
- „Die neuen Männer“ die Zusammensetzung des Nagolder Ausschusses als „Antifaschisti-schem Vertrauensrat“, auch die Besetzung der Bürgermeisterstellen: „Zum Bürgermeister der Stadt Nagold wurde Dr. Wolf vorgeschlagen und gewählt. 1. Stell-vertreter des Bürgermeisters: Graf; 2. Stellver-treter des Bürgermeisters:Schäffer.36 Bürgermeister Wolf war als ernanntes Mitglied des Kreisvertrauensrates in Calw darin zugleich Vertreter für die Gemeinden Beihingen, Em-mingen, Haiterbach, Mindersbach, Ober- und Unterschwandorf, Pfrondorf und Rohrdorf.
- „Die neuen Männer“ die Zusammensetzung des Nagolder Ausschusses als „Antifaschisti-schem Vertrauensrat“, auch die Besetzung der Bürgermeisterstellen: „Zum Bürgermeister der Stadt Nagold wurde Dr. Wolf vorgeschlagen und gewählt. 1. Stell-vertreter des Bürgermeisters: Graf; 2. Stellver-treter des Bürgermeisters:Schäffer.36 Bürgermeister Wolf war als ernanntes Mitglied des Kreisvertrauensrates in Calw darin zugleich Vertreter für die Gemeinden Beihingen, Em-mingen, Haiterbach, Mindersbach, Ober- und Unterschwandorf, Pfrondorf und Rohrdorf.
- zu überstehen. Schließlich kam es am 25. Mai 1945 zur offiziellen „Amtsübergabe des Bürgermeisters Maier an den neuen Bürgermeister Dr. Wolf […] Bürgermeister Maier ist nach 32jähriger Amtszeit infolge der Zeitumstände von der Militärregierung in Calw ausser Dienst ge-setzt worden. Mit der Führung der Geschäfte wurde der Arbeitsamtsangestellte Dr. Wolf von der Militärregierung beauftragt. Bei der heutigen Amtsübergabe wurde festgestellt, dass Bürgermeister Maier zunächst beurlaubt und frühestens auf 1. Juli 1945 in den Ruhestand versetzt wird. Seine tadellose Amtsführung wird von der Stadt, dem antifaschistischen Ausschuss und auch von der Militärregierung anerkannt und er scheidet in Ehren aus dem Amt.“38 Noch deutlicher wird die weitgehende Rehabi-litierung Maiers in den Bekanntmachungen der Militärregierung: „Der seitherige, um die Stadt sehr verdiente Bürgermeister Maier ist in den vorläufigen Ruhestand getreten, versieht jedoch als kom-missarischer Bürgermeister die Gemeinde Emmingen weiter und stellt der Stadt Na-gold seine reichen Erfahrungen fernerhin zur Verfügung.“39 Das ist in zweierlei Hinsicht bemerkenswert, denn erstens war dieses Lob wohl die Bedin-gung für den Rücktritt Maiers (nicht seine Absetzung), und zweitens zeigt sich, dass der antifaschistische Ausschuss nicht unbedingt der Auffassung von Walter Wolf war (der als Autor der Absetzungsaufforderung angesehen werden muss) – wohl auch mit Rücksicht auf die öffentliche Stimmung in Nagold. Bereits am 27. August 1945 kam es seitens der französischen Militärverwaltung zu einer star-ken Relativierung der Rolle der Vertrauensräte und ihrer Amtsträger: „Le Commandant Fré-not, Chef du Gouvernement Militaire le Déta-chement de Calw“ gibt offiziell bekannt:
- zu überstehen. Schließlich kam es am 25. Mai 1945 zur offiziellen „Amtsübergabe des Bürgermeisters Maier an den neuen Bürgermeister Dr. Wolf […] Bürgermeister Maier ist nach 32jähriger Amtszeit infolge der Zeitumstände von der Militärregierung in Calw ausser Dienst ge-setzt worden. Mit der Führung der Geschäfte wurde der Arbeitsamtsangestellte Dr. Wolf von der Militärregierung beauftragt. Bei der heutigen Amtsübergabe wurde festgestellt, dass Bürgermeister Maier zunächst beurlaubt und frühestens auf 1. Juli 1945 in den Ruhestand versetzt wird. Seine tadellose Amtsführung wird von der Stadt, dem antifaschistischen Ausschuss und auch von der Militärregierung anerkannt und er scheidet in Ehren aus dem Amt.“38 Noch deutlicher wird die weitgehende Rehabi-litierung Maiers in den Bekanntmachungen der Militärregierung: „Der seitherige, um die Stadt sehr verdiente Bürgermeister Maier ist in den vorläufigen Ruhestand getreten, versieht jedoch als kom-missarischer Bürgermeister die Gemeinde Emmingen weiter und stellt der Stadt Na-gold seine reichen Erfahrungen fernerhin zur Verfügung.“39 Das ist in zweierlei Hinsicht bemerkenswert, denn erstens war dieses Lob wohl die Bedin-gung für den Rücktritt Maiers (nicht seine Absetzung), und zweitens zeigt sich, dass der antifaschistische Ausschuss nicht unbedingt der Auffassung von Walter Wolf war (der als Autor der Absetzungsaufforderung angesehen werden muss) – wohl auch mit Rücksicht auf die öffentliche Stimmung in Nagold. Bereits am 27. August 1945 kam es seitens der französischen Militärverwaltung zu einer star-ken Relativierung der Rolle der Vertrauensräte und ihrer Amtsträger: „Le Commandant Fré-not, Chef du Gouvernement Militaire le Déta-chement de Calw“ gibt offiziell bekannt:
- zu überstehen. Schließlich kam es am 25. Mai 1945 zur offiziellen „Amtsübergabe des Bürgermeisters Maier an den neuen Bürgermeister Dr. Wolf […] Bürgermeister Maier ist nach 32jähriger Amtszeit infolge der Zeitumstände von der Militärregierung in Calw ausser Dienst ge-setzt worden. Mit der Führung der Geschäfte wurde der Arbeitsamtsangestellte Dr. Wolf von der Militärregierung beauftragt. Bei der heutigen Amtsübergabe wurde festgestellt, dass Bürgermeister Maier zunächst beurlaubt und frühestens auf 1. Juli 1945 in den Ruhestand versetzt wird. Seine tadellose Amtsführung wird von der Stadt, dem antifaschistischen Ausschuss und auch von der Militärregierung anerkannt und er scheidet in Ehren aus dem Amt.“38 Noch deutlicher wird die weitgehende Rehabi-litierung Maiers in den Bekanntmachungen der Militärregierung: „Der seitherige, um die Stadt sehr verdiente Bürgermeister Maier ist in den vorläufigen Ruhestand getreten, versieht jedoch als kom-missarischer Bürgermeister die Gemeinde Emmingen weiter und stellt der Stadt Na-gold seine reichen Erfahrungen fernerhin zur Verfügung.“39 Das ist in zweierlei Hinsicht bemerkenswert, denn erstens war dieses Lob wohl die Bedin-gung für den Rücktritt Maiers (nicht seine Absetzung), und zweitens zeigt sich, dass der antifaschistische Ausschuss nicht unbedingt der Auffassung von Walter Wolf war (der als Autor der Absetzungsaufforderung angesehen werden muss) – wohl auch mit Rücksicht auf die öffentliche Stimmung in Nagold. Bereits am 27. August 1945 kam es seitens der französischen Militärverwaltung zu einer star-ken Relativierung der Rolle der Vertrauensräte und ihrer Amtsträger: „Le Commandant Fré-not, Chef du Gouvernement Militaire le Déta-chement de Calw“ gibt offiziell bekannt:
- zu überstehen. Schließlich kam es am 25. Mai 1945 zur offiziellen „Amtsübergabe des Bürgermeisters Maier an den neuen Bürgermeister Dr. Wolf […] Bürgermeister Maier ist nach 32jähriger Amtszeit infolge der Zeitumstände von der Militärregierung in Calw ausser Dienst ge-setzt worden. Mit der Führung der Geschäfte wurde der Arbeitsamtsangestellte Dr. Wolf von der Militärregierung beauftragt. Bei der heutigen Amtsübergabe wurde festgestellt, dass Bürgermeister Maier zunächst beurlaubt und frühestens auf 1. Juli 1945 in den Ruhestand versetzt wird. Seine tadellose Amtsführung wird von der Stadt, dem antifaschistischen Ausschuss und auch von der Militärregierung anerkannt und er scheidet in Ehren aus dem Amt.“38 Noch deutlicher wird die weitgehende Rehabi-litierung Maiers in den Bekanntmachungen der Militärregierung: „Der seitherige, um die Stadt sehr verdiente Bürgermeister Maier ist in den vorläufigen Ruhestand getreten, versieht jedoch als kom-missarischer Bürgermeister die Gemeinde Emmingen weiter und stellt der Stadt Na-gold seine reichen Erfahrungen fernerhin zur Verfügung.“39 Das ist in zweierlei Hinsicht bemerkenswert, denn erstens war dieses Lob wohl die Bedin-gung für den Rücktritt Maiers (nicht seine Absetzung), und zweitens zeigt sich, dass der antifaschistische Ausschuss nicht unbedingt der Auffassung von Walter Wolf war (der als Autor der Absetzungsaufforderung angesehen werden muss) – wohl auch mit Rücksicht auf die öffentliche Stimmung in Nagold. Bereits am 27. August 1945 kam es seitens der französischen Militärverwaltung zu einer star-ken Relativierung der Rolle der Vertrauensräte und ihrer Amtsträger: „Le Commandant Fré-not, Chef du Gouvernement Militaire le Déta-chement de Calw“ gibt offiziell bekannt:
- zu überstehen. Schließlich kam es am 25. Mai 1945 zur offiziellen „Amtsübergabe des Bürgermeisters Maier an den neuen Bürgermeister Dr. Wolf […] Bürgermeister Maier ist nach 32jähriger Amtszeit infolge der Zeitumstände von der Militärregierung in Calw ausser Dienst ge-setzt worden. Mit der Führung der Geschäfte wurde der Arbeitsamtsangestellte Dr. Wolf von der Militärregierung beauftragt. Bei der heutigen Amtsübergabe wurde festgestellt, dass Bürgermeister Maier zunächst beurlaubt und frühestens auf 1. Juli 1945 in den Ruhestand versetzt wird. Seine tadellose Amtsführung wird von der Stadt, dem antifaschistischen Ausschuss und auch von der Militärregierung anerkannt und er scheidet in Ehren aus dem Amt.“38 Noch deutlicher wird die weitgehende Rehabi-litierung Maiers in den Bekanntmachungen der Militärregierung: „Der seitherige, um die Stadt sehr verdiente Bürgermeister Maier ist in den vorläufigen Ruhestand getreten, versieht jedoch als kom-missarischer Bürgermeister die Gemeinde Emmingen weiter und stellt der Stadt Na-gold seine reichen Erfahrungen fernerhin zur Verfügung.“39 Das ist in zweierlei Hinsicht bemerkenswert, denn erstens war dieses Lob wohl die Bedin-gung für den Rücktritt Maiers (nicht seine Absetzung), und zweitens zeigt sich, dass der antifaschistische Ausschuss nicht unbedingt der Auffassung von Walter Wolf war (der als Autor der Absetzungsaufforderung angesehen werden muss) – wohl auch mit Rücksicht auf die öffentliche Stimmung in Nagold. Bereits am 27. August 1945 kam es seitens der französischen Militärverwaltung zu einer star-ken Relativierung der Rolle der Vertrauensräte und ihrer Amtsträger: „Le Commandant Fré-not, Chef du Gouvernement Militaire le Déta-chement de Calw“ gibt offiziell bekannt:
- zu überstehen. Schließlich kam es am 25. Mai 1945 zur offiziellen „Amtsübergabe des Bürgermeisters Maier an den neuen Bürgermeister Dr. Wolf […] Bürgermeister Maier ist nach 32jähriger Amtszeit infolge der Zeitumstände von der Militärregierung in Calw ausser Dienst ge-setzt worden. Mit der Führung der Geschäfte wurde der Arbeitsamtsangestellte Dr. Wolf von der Militärregierung beauftragt. Bei der heutigen Amtsübergabe wurde festgestellt, dass Bürgermeister Maier zunächst beurlaubt und frühestens auf 1. Juli 1945 in den Ruhestand versetzt wird. Seine tadellose Amtsführung wird von der Stadt, dem antifaschistischen Ausschuss und auch von der Militärregierung anerkannt und er scheidet in Ehren aus dem Amt.“38 Noch deutlicher wird die weitgehende Rehabi-litierung Maiers in den Bekanntmachungen der Militärregierung: „Der seitherige, um die Stadt sehr verdiente Bürgermeister Maier ist in den vorläufigen Ruhestand getreten, versieht jedoch als kom-missarischer Bürgermeister die Gemeinde Emmingen weiter und stellt der Stadt Na-gold seine reichen Erfahrungen fernerhin zur Verfügung.“39 Das ist in zweierlei Hinsicht bemerkenswert, denn erstens war dieses Lob wohl die Bedin-gung für den Rücktritt Maiers (nicht seine Absetzung), und zweitens zeigt sich, dass der antifaschistische Ausschuss nicht unbedingt der Auffassung von Walter Wolf war (der als Autor der Absetzungsaufforderung angesehen werden muss) – wohl auch mit Rücksicht auf die öffentliche Stimmung in Nagold. Bereits am 27. August 1945 kam es seitens der französischen Militärverwaltung zu einer star-ken Relativierung der Rolle der Vertrauensräte und ihrer Amtsträger: „Le Commandant Fré-not, Chef du Gouvernement Militaire le Déta-chement de Calw“ gibt offiziell bekannt:
- einem Jahre, als an Ostern die NSDAP von allen Familienvorständen Unterschriften er-pressen wollte zur Evakuierung Nagolds, das vom Volkssturm verteidigt werden sollte und redete denen ernstlich ins Gewissen, die damals kleine Gernegroße des Nationalsozialismus waren und heute sich als Unschuldslämmer gebärden.“45 Nach einem Lob auf das Gemeinderatskomitee und alle anderen am Wiederaufbau Beteiligten kam er zur Bedeutung der politischen Parteien und bewertete ihr Erwachen als Barometer der erstarkenden Demokratie. Daran schloss sich eine ausführliche Darstellung der wirtschaftli-chen Situation der Stadt an, Finanzen, Lebens-mittelversorgung, Kriegsschäden, Todesopfer, aktuelle Einwohnerzahl, fehlende Arbeitskräfte und die von der Stadt unterzubringenden min-destens 600 Flüchtlinge. Der Berichter statter des Schwäbischen Tagblatts bewertete die Aus-führungen des Bürgermeisters als „sehr bemer-kenswert“ und zitierte seinen Schlussappell, „in aufrichtiger, ehrlicher gemeinsamer Arbeit auch unseren Teil an der Gemeinschaftsarbeit der Völ-ker beizusteuern“. In allen drei hier genannten Versammlungen war Bürgermeister Wolf der wesentliche oder ganz allein Vortragende, womit er sich auch ins Zentrum der allmählich wachsenden Kritik stellte. Die Entnazifizierung Nagolds und die lokalen politischen Gefangenen:
- Bekanntschaft oder Verwandtschaft in mehr oder weniger enger Beziehung zu einem ehe-mals aktiven Nazi stand. Im Archiv der Stadt Nagold sind insgesamt 16 Häftlingslisten er-halten: Namen, Geburtsdatum, Wohnort, Datum der Festnahme, Grund der Festnahme (nicht immer), festnehmende Instanz, Haftort. Etliche Namen erscheinen mehrfach, weil die Personen eine besondere Rolle spielten, einige stammen auch aus der Umgebung von Nagold. Einige Gefangene waren wegen gewöhnlicher krimineller Delikte in Haft, vereinzelt sind auch ehemalige Zwangsarbeiter darunter. Aber hauptsächlich handelte es sich um Vor-würfe gegen lokale NS-Funktionäre: Ortsgrup-penleiter, SS-Oberleutnant, alter aktiver Nazi, Aufforderung der Bevölkerung zum Wider-stand gegen die Alliierten, SD-Angehöriger (Geheimdienst der SS), Propagandaleiter der NSDAP, stellv. Ortsgruppenleiter, politische Umtriebe im Lazarett, SS-Angehöriger, Partei-genosse und SA-Kassenverwalter, Volkssturm-führer, SS-Leutnant. Einzelne Haftbefehle gin-gen auf die deutsche Polizei zurück, die meisten (soweit vermerkt) auf die französische Gendar- merie. Haftorte waren hauptsächlich das Amts-gerichtsgefängnis, das Rathausgefängnis, ein Lager am Bahnhof, ein Lager in Iselshausen und das Lager im Lehrerseminar. Der größte Teil der Inhaftierungen fand im Mai und Juni 1946 statt, die erste am 18. April 1945. Es ist an-zunehmen, dass die Verhaftungen auf Anzei-gen von Geschädigten und von Antifaschisten zurückgingen. Die Verhaftungen waren viel-fach mit der Beschlagnahmung des Vermögens und der Zuweisung zu Arbeitskolonnen zur Wiederherstellung von Straßen und Gebäuden verbunden. Walter Wolf vertrat dazu einerseits einen klaren Kurs der Säuberung, berief sich aber anderer-seits ausdrücklich auf rechtsstaatliche Prinzi-pien. Das wird deutlich an seinem Einsatz für die bedingungslose Entlassung der allermeis-ten Gefangenen. Am 17. August 1945 wandte er sich im Auftrag des antifaschistischen Ver-trauensrates der Stadt Nagold, aber offiziell als
- Bekanntschaft oder Verwandtschaft in mehr oder weniger enger Beziehung zu einem ehe-mals aktiven Nazi stand. Im Archiv der Stadt Nagold sind insgesamt 16 Häftlingslisten er-halten: Namen, Geburtsdatum, Wohnort, Datum der Festnahme, Grund der Festnahme (nicht immer), festnehmende Instanz, Haftort. Etliche Namen erscheinen mehrfach, weil die Personen eine besondere Rolle spielten, einige stammen auch aus der Umgebung von Nagold. Einige Gefangene waren wegen gewöhnlicher krimineller Delikte in Haft, vereinzelt sind auch ehemalige Zwangsarbeiter darunter. Aber hauptsächlich handelte es sich um Vor-würfe gegen lokale NS-Funktionäre: Ortsgrup-penleiter, SS-Oberleutnant, alter aktiver Nazi, Aufforderung der Bevölkerung zum Wider-stand gegen die Alliierten, SD-Angehöriger (Geheimdienst der SS), Propagandaleiter der NSDAP, stellv. Ortsgruppenleiter, politische Umtriebe im Lazarett, SS-Angehöriger, Partei-genosse und SA-Kassenverwalter, Volkssturm-führer, SS-Leutnant. Einzelne Haftbefehle gin-gen auf die deutsche Polizei zurück, die meisten (soweit vermerkt) auf die französische Gendar- merie. Haftorte waren hauptsächlich das Amts-gerichtsgefängnis, das Rathausgefängnis, ein Lager am Bahnhof, ein Lager in Iselshausen und das Lager im Lehrerseminar. Der größte Teil der Inhaftierungen fand im Mai und Juni 1946 statt, die erste am 18. April 1945. Es ist an-zunehmen, dass die Verhaftungen auf Anzei-gen von Geschädigten und von Antifaschisten zurückgingen. Die Verhaftungen waren viel-fach mit der Beschlagnahmung des Vermögens und der Zuweisung zu Arbeitskolonnen zur Wiederherstellung von Straßen und Gebäuden verbunden. Walter Wolf vertrat dazu einerseits einen klaren Kurs der Säuberung, berief sich aber anderer-seits ausdrücklich auf rechtsstaatliche Prinzi-pien. Das wird deutlich an seinem Einsatz für die bedingungslose Entlassung der allermeis-ten Gefangenen. Am 17. August 1945 wandte er sich im Auftrag des antifaschistischen Ver-trauensrates der Stadt Nagold, aber offiziell als
- Bekanntschaft oder Verwandtschaft in mehr oder weniger enger Beziehung zu einem ehe-mals aktiven Nazi stand. Im Archiv der Stadt Nagold sind insgesamt 16 Häftlingslisten er-halten: Namen, Geburtsdatum, Wohnort, Datum der Festnahme, Grund der Festnahme (nicht immer), festnehmende Instanz, Haftort. Etliche Namen erscheinen mehrfach, weil die Personen eine besondere Rolle spielten, einige stammen auch aus der Umgebung von Nagold. Einige Gefangene waren wegen gewöhnlicher krimineller Delikte in Haft, vereinzelt sind auch ehemalige Zwangsarbeiter darunter. Aber hauptsächlich handelte es sich um Vor-würfe gegen lokale NS-Funktionäre: Ortsgrup-penleiter, SS-Oberleutnant, alter aktiver Nazi, Aufforderung der Bevölkerung zum Wider-stand gegen die Alliierten, SD-Angehöriger (Geheimdienst der SS), Propagandaleiter der NSDAP, stellv. Ortsgruppenleiter, politische Umtriebe im Lazarett, SS-Angehöriger, Partei-genosse und SA-Kassenverwalter, Volkssturm-führer, SS-Leutnant. Einzelne Haftbefehle gin-gen auf die deutsche Polizei zurück, die meisten (soweit vermerkt) auf die französische Gendar- merie. Haftorte waren hauptsächlich das Amts-gerichtsgefängnis, das Rathausgefängnis, ein Lager am Bahnhof, ein Lager in Iselshausen und das Lager im Lehrerseminar. Der größte Teil der Inhaftierungen fand im Mai und Juni 1946 statt, die erste am 18. April 1945. Es ist an-zunehmen, dass die Verhaftungen auf Anzei-gen von Geschädigten und von Antifaschisten zurückgingen. Die Verhaftungen waren viel-fach mit der Beschlagnahmung des Vermögens und der Zuweisung zu Arbeitskolonnen zur Wiederherstellung von Straßen und Gebäuden verbunden. Walter Wolf vertrat dazu einerseits einen klaren Kurs der Säuberung, berief sich aber anderer-seits ausdrücklich auf rechtsstaatliche Prinzi-pien. Das wird deutlich an seinem Einsatz für die bedingungslose Entlassung der allermeis-ten Gefangenen. Am 17. August 1945 wandte er sich im Auftrag des antifaschistischen Ver-trauensrates der Stadt Nagold, aber offiziell als
- Bekanntschaft oder Verwandtschaft in mehr oder weniger enger Beziehung zu einem ehe-mals aktiven Nazi stand. Im Archiv der Stadt Nagold sind insgesamt 16 Häftlingslisten er-halten: Namen, Geburtsdatum, Wohnort, Datum der Festnahme, Grund der Festnahme (nicht immer), festnehmende Instanz, Haftort. Etliche Namen erscheinen mehrfach, weil die Personen eine besondere Rolle spielten, einige stammen auch aus der Umgebung von Nagold. Einige Gefangene waren wegen gewöhnlicher krimineller Delikte in Haft, vereinzelt sind auch ehemalige Zwangsarbeiter darunter. Aber hauptsächlich handelte es sich um Vor-würfe gegen lokale NS-Funktionäre: Ortsgrup-penleiter, SS-Oberleutnant, alter aktiver Nazi, Aufforderung der Bevölkerung zum Wider-stand gegen die Alliierten, SD-Angehöriger (Geheimdienst der SS), Propagandaleiter der NSDAP, stellv. Ortsgruppenleiter, politische Umtriebe im Lazarett, SS-Angehöriger, Partei-genosse und SA-Kassenverwalter, Volkssturm-führer, SS-Leutnant. Einzelne Haftbefehle gin-gen auf die deutsche Polizei zurück, die meisten (soweit vermerkt) auf die französische Gendar- merie. Haftorte waren hauptsächlich das Amts-gerichtsgefängnis, das Rathausgefängnis, ein Lager am Bahnhof, ein Lager in Iselshausen und das Lager im Lehrerseminar. Der größte Teil der Inhaftierungen fand im Mai und Juni 1946 statt, die erste am 18. April 1945. Es ist an-zunehmen, dass die Verhaftungen auf Anzei-gen von Geschädigten und von Antifaschisten zurückgingen. Die Verhaftungen waren viel-fach mit der Beschlagnahmung des Vermögens und der Zuweisung zu Arbeitskolonnen zur Wiederherstellung von Straßen und Gebäuden verbunden. Walter Wolf vertrat dazu einerseits einen klaren Kurs der Säuberung, berief sich aber anderer-seits ausdrücklich auf rechtsstaatliche Prinzi-pien. Das wird deutlich an seinem Einsatz für die bedingungslose Entlassung der allermeis-ten Gefangenen. Am 17. August 1945 wandte er sich im Auftrag des antifaschistischen Ver-trauensrates der Stadt Nagold, aber offiziell als
- Bekanntschaft oder Verwandtschaft in mehr oder weniger enger Beziehung zu einem ehe-mals aktiven Nazi stand. Im Archiv der Stadt Nagold sind insgesamt 16 Häftlingslisten er-halten: Namen, Geburtsdatum, Wohnort, Datum der Festnahme, Grund der Festnahme (nicht immer), festnehmende Instanz, Haftort. Etliche Namen erscheinen mehrfach, weil die Personen eine besondere Rolle spielten, einige stammen auch aus der Umgebung von Nagold. Einige Gefangene waren wegen gewöhnlicher krimineller Delikte in Haft, vereinzelt sind auch ehemalige Zwangsarbeiter darunter. Aber hauptsächlich handelte es sich um Vor-würfe gegen lokale NS-Funktionäre: Ortsgrup-penleiter, SS-Oberleutnant, alter aktiver Nazi, Aufforderung der Bevölkerung zum Wider-stand gegen die Alliierten, SD-Angehöriger (Geheimdienst der SS), Propagandaleiter der NSDAP, stellv. Ortsgruppenleiter, politische Umtriebe im Lazarett, SS-Angehöriger, Partei-genosse und SA-Kassenverwalter, Volkssturm-führer, SS-Leutnant. Einzelne Haftbefehle gin-gen auf die deutsche Polizei zurück, die meisten (soweit vermerkt) auf die französische Gendar- merie. Haftorte waren hauptsächlich das Amts-gerichtsgefängnis, das Rathausgefängnis, ein Lager am Bahnhof, ein Lager in Iselshausen und das Lager im Lehrerseminar. Der größte Teil der Inhaftierungen fand im Mai und Juni 1946 statt, die erste am 18. April 1945. Es ist an-zunehmen, dass die Verhaftungen auf Anzei-gen von Geschädigten und von Antifaschisten zurückgingen. Die Verhaftungen waren viel-fach mit der Beschlagnahmung des Vermögens und der Zuweisung zu Arbeitskolonnen zur Wiederherstellung von Straßen und Gebäuden verbunden. Walter Wolf vertrat dazu einerseits einen klaren Kurs der Säuberung, berief sich aber anderer-seits ausdrücklich auf rechtsstaatliche Prinzi-pien. Das wird deutlich an seinem Einsatz für die bedingungslose Entlassung der allermeis-ten Gefangenen. Am 17. August 1945 wandte er sich im Auftrag des antifaschistischen Ver-trauensrates der Stadt Nagold, aber offiziell als
- Bekanntschaft oder Verwandtschaft in mehr oder weniger enger Beziehung zu einem ehe-mals aktiven Nazi stand. Im Archiv der Stadt Nagold sind insgesamt 16 Häftlingslisten er-halten: Namen, Geburtsdatum, Wohnort, Datum der Festnahme, Grund der Festnahme (nicht immer), festnehmende Instanz, Haftort. Etliche Namen erscheinen mehrfach, weil die Personen eine besondere Rolle spielten, einige stammen auch aus der Umgebung von Nagold. Einige Gefangene waren wegen gewöhnlicher krimineller Delikte in Haft, vereinzelt sind auch ehemalige Zwangsarbeiter darunter. Aber hauptsächlich handelte es sich um Vor-würfe gegen lokale NS-Funktionäre: Ortsgrup-penleiter, SS-Oberleutnant, alter aktiver Nazi, Aufforderung der Bevölkerung zum Wider-stand gegen die Alliierten, SD-Angehöriger (Geheimdienst der SS), Propagandaleiter der NSDAP, stellv. Ortsgruppenleiter, politische Umtriebe im Lazarett, SS-Angehöriger, Partei-genosse und SA-Kassenverwalter, Volkssturm-führer, SS-Leutnant. Einzelne Haftbefehle gin-gen auf die deutsche Polizei zurück, die meisten (soweit vermerkt) auf die französische Gendar- merie. Haftorte waren hauptsächlich das Amts-gerichtsgefängnis, das Rathausgefängnis, ein Lager am Bahnhof, ein Lager in Iselshausen und das Lager im Lehrerseminar. Der größte Teil der Inhaftierungen fand im Mai und Juni 1946 statt, die erste am 18. April 1945. Es ist an-zunehmen, dass die Verhaftungen auf Anzei-gen von Geschädigten und von Antifaschisten zurückgingen. Die Verhaftungen waren viel-fach mit der Beschlagnahmung des Vermögens und der Zuweisung zu Arbeitskolonnen zur Wiederherstellung von Straßen und Gebäuden verbunden. Walter Wolf vertrat dazu einerseits einen klaren Kurs der Säuberung, berief sich aber anderer-seits ausdrücklich auf rechtsstaatliche Prinzi-pien. Das wird deutlich an seinem Einsatz für die bedingungslose Entlassung der allermeis-ten Gefangenen. Am 17. August 1945 wandte er sich im Auftrag des antifaschistischen Ver-trauensrates der Stadt Nagold, aber offiziell als
- Nazifunktionäre, welche sich noch in der Stadt frei bewegen, inhaftieren. Letztere ge-nießen eigentlich zu Unrecht die Freiheit. Lediglich aus Menschlichkeits- und Zweck-mäßigkeitsgründen ergeht gegen eine Stimme [Name] der Beschluss, das politische Gefange-nenlager aufzulösen und die Gefangenen zu entlassen. Diese haben sich jedoch tagtäglich mit den nicht inhaftierten Nazis gleichen For-mats vormittags 8 Uhr beim Arbeitsamt zur Arbeit zu melden.“49 Walter Wolf hatte sich also mit seinem milden, ja versöhnlichen Standpunkt durchgesetzt. Es gab durchaus härtere Vorschläge. Auch in sei-nen Appellen, die sich im Laufe seiner Amtszeit an die Nagolder richteten, argumentierte Wolf so. Beinahe ironisch wirkt da der administrative Aufwand, den der Bürgermeister zu betreiben hatte. Die Gefangenen hatten für ihre Lebens-mittelversorgung selber aufzukommen, pro Tag mit 1,50 Mark. Vom Juli 1945 liegt ein handschriftlicher Mahnungsentwurf des Bür-germeisters an einen die Zahlung verweigern-den Häftling vor, bis ins Detail formuliert, mit Kontrollanweisung an die Stadtkasse und der Drohung, im weiteren Verzugsfall das „Gou-vernement Militaire“ einzuschalten. Welch ein Aufwand – für die höchste zivile Instanz der Stadt! Aber der französische Kreiskomman-dant in Calw lehnte die Liste ab und behielt sich weitere Inhaftierungen vor.
- Nazifunktionäre, welche sich noch in der Stadt frei bewegen, inhaftieren. Letztere ge-nießen eigentlich zu Unrecht die Freiheit. Lediglich aus Menschlichkeits- und Zweck-mäßigkeitsgründen ergeht gegen eine Stimme [Name] der Beschluss, das politische Gefange-nenlager aufzulösen und die Gefangenen zu entlassen. Diese haben sich jedoch tagtäglich mit den nicht inhaftierten Nazis gleichen For-mats vormittags 8 Uhr beim Arbeitsamt zur Arbeit zu melden.“49 Walter Wolf hatte sich also mit seinem milden, ja versöhnlichen Standpunkt durchgesetzt. Es gab durchaus härtere Vorschläge. Auch in sei-nen Appellen, die sich im Laufe seiner Amtszeit an die Nagolder richteten, argumentierte Wolf so. Beinahe ironisch wirkt da der administrative Aufwand, den der Bürgermeister zu betreiben hatte. Die Gefangenen hatten für ihre Lebens-mittelversorgung selber aufzukommen, pro Tag mit 1,50 Mark. Vom Juli 1945 liegt ein handschriftlicher Mahnungsentwurf des Bür-germeisters an einen die Zahlung verweigern-den Häftling vor, bis ins Detail formuliert, mit Kontrollanweisung an die Stadtkasse und der Drohung, im weiteren Verzugsfall das „Gou-vernement Militaire“ einzuschalten. Welch ein Aufwand – für die höchste zivile Instanz der Stadt! Aber der französische Kreiskomman-dant in Calw lehnte die Liste ab und behielt sich weitere Inhaftierungen vor.
- Nazifunktionäre, welche sich noch in der Stadt frei bewegen, inhaftieren. Letztere ge-nießen eigentlich zu Unrecht die Freiheit. Lediglich aus Menschlichkeits- und Zweck-mäßigkeitsgründen ergeht gegen eine Stimme [Name] der Beschluss, das politische Gefange-nenlager aufzulösen und die Gefangenen zu entlassen. Diese haben sich jedoch tagtäglich mit den nicht inhaftierten Nazis gleichen For-mats vormittags 8 Uhr beim Arbeitsamt zur Arbeit zu melden.“49 Walter Wolf hatte sich also mit seinem milden, ja versöhnlichen Standpunkt durchgesetzt. Es gab durchaus härtere Vorschläge. Auch in sei-nen Appellen, die sich im Laufe seiner Amtszeit an die Nagolder richteten, argumentierte Wolf so. Beinahe ironisch wirkt da der administrative Aufwand, den der Bürgermeister zu betreiben hatte. Die Gefangenen hatten für ihre Lebens-mittelversorgung selber aufzukommen, pro Tag mit 1,50 Mark. Vom Juli 1945 liegt ein handschriftlicher Mahnungsentwurf des Bür-germeisters an einen die Zahlung verweigern-den Häftling vor, bis ins Detail formuliert, mit Kontrollanweisung an die Stadtkasse und der Drohung, im weiteren Verzugsfall das „Gou-vernement Militaire“ einzuschalten. Welch ein Aufwand – für die höchste zivile Instanz der Stadt! Aber der französische Kreiskomman-dant in Calw lehnte die Liste ab und behielt sich weitere Inhaftierungen vor.
- Nazifunktionäre, welche sich noch in der Stadt frei bewegen, inhaftieren. Letztere ge-nießen eigentlich zu Unrecht die Freiheit. Lediglich aus Menschlichkeits- und Zweck-mäßigkeitsgründen ergeht gegen eine Stimme [Name] der Beschluss, das politische Gefange-nenlager aufzulösen und die Gefangenen zu entlassen. Diese haben sich jedoch tagtäglich mit den nicht inhaftierten Nazis gleichen For-mats vormittags 8 Uhr beim Arbeitsamt zur Arbeit zu melden.“49 Walter Wolf hatte sich also mit seinem milden, ja versöhnlichen Standpunkt durchgesetzt. Es gab durchaus härtere Vorschläge. Auch in sei-nen Appellen, die sich im Laufe seiner Amtszeit an die Nagolder richteten, argumentierte Wolf so. Beinahe ironisch wirkt da der administrative Aufwand, den der Bürgermeister zu betreiben hatte. Die Gefangenen hatten für ihre Lebens-mittelversorgung selber aufzukommen, pro Tag mit 1,50 Mark. Vom Juli 1945 liegt ein handschriftlicher Mahnungsentwurf des Bür-germeisters an einen die Zahlung verweigern-den Häftling vor, bis ins Detail formuliert, mit Kontrollanweisung an die Stadtkasse und der Drohung, im weiteren Verzugsfall das „Gou-vernement Militaire“ einzuschalten. Welch ein Aufwand – für die höchste zivile Instanz der Stadt! Aber der französische Kreiskomman-dant in Calw lehnte die Liste ab und behielt sich weitere Inhaftierungen vor.
- Nazifunktionäre, welche sich noch in der Stadt frei bewegen, inhaftieren. Letztere ge-nießen eigentlich zu Unrecht die Freiheit. Lediglich aus Menschlichkeits- und Zweck-mäßigkeitsgründen ergeht gegen eine Stimme [Name] der Beschluss, das politische Gefange-nenlager aufzulösen und die Gefangenen zu entlassen. Diese haben sich jedoch tagtäglich mit den nicht inhaftierten Nazis gleichen For-mats vormittags 8 Uhr beim Arbeitsamt zur Arbeit zu melden.“49 Walter Wolf hatte sich also mit seinem milden, ja versöhnlichen Standpunkt durchgesetzt. Es gab durchaus härtere Vorschläge. Auch in sei-nen Appellen, die sich im Laufe seiner Amtszeit an die Nagolder richteten, argumentierte Wolf so. Beinahe ironisch wirkt da der administrative Aufwand, den der Bürgermeister zu betreiben hatte. Die Gefangenen hatten für ihre Lebens-mittelversorgung selber aufzukommen, pro Tag mit 1,50 Mark. Vom Juli 1945 liegt ein handschriftlicher Mahnungsentwurf des Bür-germeisters an einen die Zahlung verweigern-den Häftling vor, bis ins Detail formuliert, mit Kontrollanweisung an die Stadtkasse und der Drohung, im weiteren Verzugsfall das „Gou-vernement Militaire“ einzuschalten. Welch ein Aufwand – für die höchste zivile Instanz der Stadt! Aber der französische Kreiskomman-dant in Calw lehnte die Liste ab und behielt sich weitere Inhaftierungen vor.
- Nazifunktionäre, welche sich noch in der Stadt frei bewegen, inhaftieren. Letztere ge-nießen eigentlich zu Unrecht die Freiheit. Lediglich aus Menschlichkeits- und Zweck-mäßigkeitsgründen ergeht gegen eine Stimme [Name] der Beschluss, das politische Gefange-nenlager aufzulösen und die Gefangenen zu entlassen. Diese haben sich jedoch tagtäglich mit den nicht inhaftierten Nazis gleichen For-mats vormittags 8 Uhr beim Arbeitsamt zur Arbeit zu melden.“49 Walter Wolf hatte sich also mit seinem milden, ja versöhnlichen Standpunkt durchgesetzt. Es gab durchaus härtere Vorschläge. Auch in sei-nen Appellen, die sich im Laufe seiner Amtszeit an die Nagolder richteten, argumentierte Wolf so. Beinahe ironisch wirkt da der administrative Aufwand, den der Bürgermeister zu betreiben hatte. Die Gefangenen hatten für ihre Lebens-mittelversorgung selber aufzukommen, pro Tag mit 1,50 Mark. Vom Juli 1945 liegt ein handschriftlicher Mahnungsentwurf des Bür-germeisters an einen die Zahlung verweigern-den Häftling vor, bis ins Detail formuliert, mit Kontrollanweisung an die Stadtkasse und der Drohung, im weiteren Verzugsfall das „Gou-vernement Militaire“ einzuschalten. Welch ein Aufwand – für die höchste zivile Instanz der Stadt! Aber der französische Kreiskomman-dant in Calw lehnte die Liste ab und behielt sich weitere Inhaftierungen vor.
- „und tun jetzt so, als wäre überhaupt nichts passiert. Soll man sich mehr über ihre Ge-meinheit oder über ihre Dreistigkeit wundern? Wird nun einer dieser Burschen eingesperrt, dann erhebt sich ein Wehgeschrei, denn jeder war natürlich unschuldig. Dabei haben wir keine Nazi- und Gestapo-Methoden, wir wol-len keine Privatrache, sondern Justiz. In einem anständigen Staat kann sich jeder verteidigen, selbst einem Nazi gibt man das Recht dazu. Sie selbst aber billigten es stillschweigend, daß unsere Kameraden ohne eine Möglichkeit der Verteidigung jahrelang ins Konzentrations-lager gesperrt, gefoltert und ermordet wurden.“ Nach dieser Abrechnung – aber auch dem Be-kenntnis zur Rechtsstaatlichkeit – ging es um das konkrete Arbeitsprogramm. „Was nun? Ar-beit und nochmals Arbeit, Ruhe und Ordnung.“ Dabei stand zunächst gar nicht die Versorgung mit lebensnotwendigen Gütern im Vorder-grund, sondern es ging um Erscheinungen des moralischen Zerfalls. Die von der Hitlerjugend und nazistischen Lehrern irregeleitete Jugend sei auf einem moralischen Tiefstand angelangt, die Unterscheidung von Mein und Dein sei weitgehend verloren gegangen, Mädchen und Frauen hätten ihre Würde vergessen und gäben sich überall preis. „Einer bekämpft den anderen, einer denunziert den anderen. Die vielen Nazis in der Stadt erheben schon wieder kühn ihr Haupt und glauben, nun sei alles vorüber und vergessen.“ Wolf warb deshalb für die „Erkenntnis, daß an aller unserer inneren und äußeren Not nur der Nazismus, seine Führer und Anhänger, die Schuld tragen“. Neben den konkreten Aufga- ben „zur Rettung unserer Heimatstadt“ ging es
- „und tun jetzt so, als wäre überhaupt nichts passiert. Soll man sich mehr über ihre Ge-meinheit oder über ihre Dreistigkeit wundern? Wird nun einer dieser Burschen eingesperrt, dann erhebt sich ein Wehgeschrei, denn jeder war natürlich unschuldig. Dabei haben wir keine Nazi- und Gestapo-Methoden, wir wol-len keine Privatrache, sondern Justiz. In einem anständigen Staat kann sich jeder verteidigen, selbst einem Nazi gibt man das Recht dazu. Sie selbst aber billigten es stillschweigend, daß unsere Kameraden ohne eine Möglichkeit der Verteidigung jahrelang ins Konzentrations-lager gesperrt, gefoltert und ermordet wurden.“ Nach dieser Abrechnung – aber auch dem Be-kenntnis zur Rechtsstaatlichkeit – ging es um das konkrete Arbeitsprogramm. „Was nun? Ar-beit und nochmals Arbeit, Ruhe und Ordnung.“ Dabei stand zunächst gar nicht die Versorgung mit lebensnotwendigen Gütern im Vorder-grund, sondern es ging um Erscheinungen des moralischen Zerfalls. Die von der Hitlerjugend und nazistischen Lehrern irregeleitete Jugend sei auf einem moralischen Tiefstand angelangt, die Unterscheidung von Mein und Dein sei weitgehend verloren gegangen, Mädchen und Frauen hätten ihre Würde vergessen und gäben sich überall preis. „Einer bekämpft den anderen, einer denunziert den anderen. Die vielen Nazis in der Stadt erheben schon wieder kühn ihr Haupt und glauben, nun sei alles vorüber und vergessen.“ Wolf warb deshalb für die „Erkenntnis, daß an aller unserer inneren und äußeren Not nur der Nazismus, seine Führer und Anhänger, die Schuld tragen“. Neben den konkreten Aufga- ben „zur Rettung unserer Heimatstadt“ ging es
- „und tun jetzt so, als wäre überhaupt nichts passiert. Soll man sich mehr über ihre Ge-meinheit oder über ihre Dreistigkeit wundern? Wird nun einer dieser Burschen eingesperrt, dann erhebt sich ein Wehgeschrei, denn jeder war natürlich unschuldig. Dabei haben wir keine Nazi- und Gestapo-Methoden, wir wol-len keine Privatrache, sondern Justiz. In einem anständigen Staat kann sich jeder verteidigen, selbst einem Nazi gibt man das Recht dazu. Sie selbst aber billigten es stillschweigend, daß unsere Kameraden ohne eine Möglichkeit der Verteidigung jahrelang ins Konzentrations-lager gesperrt, gefoltert und ermordet wurden.“ Nach dieser Abrechnung – aber auch dem Be-kenntnis zur Rechtsstaatlichkeit – ging es um das konkrete Arbeitsprogramm. „Was nun? Ar-beit und nochmals Arbeit, Ruhe und Ordnung.“ Dabei stand zunächst gar nicht die Versorgung mit lebensnotwendigen Gütern im Vorder-grund, sondern es ging um Erscheinungen des moralischen Zerfalls. Die von der Hitlerjugend und nazistischen Lehrern irregeleitete Jugend sei auf einem moralischen Tiefstand angelangt, die Unterscheidung von Mein und Dein sei weitgehend verloren gegangen, Mädchen und Frauen hätten ihre Würde vergessen und gäben sich überall preis. „Einer bekämpft den anderen, einer denunziert den anderen. Die vielen Nazis in der Stadt erheben schon wieder kühn ihr Haupt und glauben, nun sei alles vorüber und vergessen.“ Wolf warb deshalb für die „Erkenntnis, daß an aller unserer inneren und äußeren Not nur der Nazismus, seine Führer und Anhänger, die Schuld tragen“. Neben den konkreten Aufga- ben „zur Rettung unserer Heimatstadt“ ging es
- Zunächst wurde der Fall resümiert, die beiden
- „und tun jetzt so, als wäre überhaupt nichts passiert. Soll man sich mehr über ihre Ge-meinheit oder über ihre Dreistigkeit wundern? Wird nun einer dieser Burschen eingesperrt, dann erhebt sich ein Wehgeschrei, denn jeder war natürlich unschuldig. Dabei haben wir keine Nazi- und Gestapo-Methoden, wir wol-len keine Privatrache, sondern Justiz. In einem anständigen Staat kann sich jeder verteidigen, selbst einem Nazi gibt man das Recht dazu. Sie selbst aber billigten es stillschweigend, daß unsere Kameraden ohne eine Möglichkeit der Verteidigung jahrelang ins Konzentrations-lager gesperrt, gefoltert und ermordet wurden.“ Nach dieser Abrechnung – aber auch dem Be-kenntnis zur Rechtsstaatlichkeit – ging es um das konkrete Arbeitsprogramm. „Was nun? Ar-beit und nochmals Arbeit, Ruhe und Ordnung.“ Dabei stand zunächst gar nicht die Versorgung mit lebensnotwendigen Gütern im Vorder-grund, sondern es ging um Erscheinungen des moralischen Zerfalls. Die von der Hitlerjugend und nazistischen Lehrern irregeleitete Jugend sei auf einem moralischen Tiefstand angelangt, die Unterscheidung von Mein und Dein sei weitgehend verloren gegangen, Mädchen und Frauen hätten ihre Würde vergessen und gäben sich überall preis. „Einer bekämpft den anderen, einer denunziert den anderen. Die vielen Nazis in der Stadt erheben schon wieder kühn ihr Haupt und glauben, nun sei alles vorüber und vergessen.“ Wolf warb deshalb für die „Erkenntnis, daß an aller unserer inneren und äußeren Not nur der Nazismus, seine Führer und Anhänger, die Schuld tragen“. Neben den konkreten Aufga- ben „zur Rettung unserer Heimatstadt“ ging es
- „und tun jetzt so, als wäre überhaupt nichts passiert. Soll man sich mehr über ihre Ge-meinheit oder über ihre Dreistigkeit wundern? Wird nun einer dieser Burschen eingesperrt, dann erhebt sich ein Wehgeschrei, denn jeder war natürlich unschuldig. Dabei haben wir keine Nazi- und Gestapo-Methoden, wir wol-len keine Privatrache, sondern Justiz. In einem anständigen Staat kann sich jeder verteidigen, selbst einem Nazi gibt man das Recht dazu. Sie selbst aber billigten es stillschweigend, daß unsere Kameraden ohne eine Möglichkeit der Verteidigung jahrelang ins Konzentrations-lager gesperrt, gefoltert und ermordet wurden.“ Nach dieser Abrechnung – aber auch dem Be-kenntnis zur Rechtsstaatlichkeit – ging es um das konkrete Arbeitsprogramm. „Was nun? Ar-beit und nochmals Arbeit, Ruhe und Ordnung.“ Dabei stand zunächst gar nicht die Versorgung mit lebensnotwendigen Gütern im Vorder-grund, sondern es ging um Erscheinungen des moralischen Zerfalls. Die von der Hitlerjugend und nazistischen Lehrern irregeleitete Jugend sei auf einem moralischen Tiefstand angelangt, die Unterscheidung von Mein und Dein sei weitgehend verloren gegangen, Mädchen und Frauen hätten ihre Würde vergessen und gäben sich überall preis. „Einer bekämpft den anderen, einer denunziert den anderen. Die vielen Nazis in der Stadt erheben schon wieder kühn ihr Haupt und glauben, nun sei alles vorüber und vergessen.“ Wolf warb deshalb für die „Erkenntnis, daß an aller unserer inneren und äußeren Not nur der Nazismus, seine Führer und Anhänger, die Schuld tragen“. Neben den konkreten Aufga- ben „zur Rettung unserer Heimatstadt“ ging es
- „und tun jetzt so, als wäre überhaupt nichts passiert. Soll man sich mehr über ihre Ge-meinheit oder über ihre Dreistigkeit wundern? Wird nun einer dieser Burschen eingesperrt, dann erhebt sich ein Wehgeschrei, denn jeder war natürlich unschuldig. Dabei haben wir keine Nazi- und Gestapo-Methoden, wir wol-len keine Privatrache, sondern Justiz. In einem anständigen Staat kann sich jeder verteidigen, selbst einem Nazi gibt man das Recht dazu. Sie selbst aber billigten es stillschweigend, daß unsere Kameraden ohne eine Möglichkeit der Verteidigung jahrelang ins Konzentrations-lager gesperrt, gefoltert und ermordet wurden.“ Nach dieser Abrechnung – aber auch dem Be-kenntnis zur Rechtsstaatlichkeit – ging es um das konkrete Arbeitsprogramm. „Was nun? Ar-beit und nochmals Arbeit, Ruhe und Ordnung.“ Dabei stand zunächst gar nicht die Versorgung mit lebensnotwendigen Gütern im Vorder-grund, sondern es ging um Erscheinungen des moralischen Zerfalls. Die von der Hitlerjugend und nazistischen Lehrern irregeleitete Jugend sei auf einem moralischen Tiefstand angelangt, die Unterscheidung von Mein und Dein sei weitgehend verloren gegangen, Mädchen und Frauen hätten ihre Würde vergessen und gäben sich überall preis. „Einer bekämpft den anderen, einer denunziert den anderen. Die vielen Nazis in der Stadt erheben schon wieder kühn ihr Haupt und glauben, nun sei alles vorüber und vergessen.“ Wolf warb deshalb für die „Erkenntnis, daß an aller unserer inneren und äußeren Not nur der Nazismus, seine Führer und Anhänger, die Schuld tragen“. Neben den konkreten Aufga- ben „zur Rettung unserer Heimatstadt“ ging es
- Kommandantur gegen angenommene Sabo-tage und nazistische Umtriebe zu provozieren. Ein Vorfall von Verächtlichmachung französi-scher Soldaten während einer Kinovorführung habe zum Kinobesuchsverbot für deutsche Be-sucher geführt. Die pädagogische Intention Wolfs wird mit dem Aufruf „Eltern, Männer und Frauen von Nagold!“ auf der Rückseite des genannten Flug-blatts deutlich. Schon der erste Satz ist ein har-ter Imperativ: „Haltet die durch den Krieg ver-wahrloste Jugend besser in Zucht, erzieht sie zur Höflichkeit und bringt ihr Verständnis für unsere Lage bei!“ Die Maßstäbe seien die Grundsätze der Moral und das Christentum. Wolf erin-nerte an die Regeln, die die französische Besat-zungsmacht aufgestellt hatte und forderte ihre strikte Einhaltung, um Strafmaßnahmen zu vermeiden. Offensichtlich war die Stimmung kritisch und die Ordnung gefährdet, denn die folgende Drohung des Bürgermeisters war hart – und teilweise fett gedruckt: „Ich habe die Polizei angewiesen, ab sofort mit harten Strafen einzugreifen, neben Geld- und Haftstrafen kommt auch unweigerlich die Entzie-hung der Lebensmittelkarten für eine bestimmte Zeit zur Durchführung. Außerdem sind mir in Zukunft die Eltern dafür verantwortlich, daß vor allem die halbwüchsige Jugend sich nicht mehr nach Einbruch der Dunkelheit herumtreibt und an den öffentlichen Plätzen zusammenrottet. Ich sehe nicht ein, weshalb die ganze Stadt unter dem schlechten Verhalten unerzogener Lausbuben oder nazistischer Saboteure leiden soll. […] Die Militärregierung garantiert eure Sicherheit und eure Ernährung, allen voran der Gouverneur, Herr Commandant Frénot. […] Beobachtungen jeder Art über geplanten Widerstand gegen die Militärregierung, über Sabotage und über Ver-ächtlichmachung der Besatzungsmacht sind mir unverzüglich zu melden. Ich erwarte, daß jeder Einwohner von Nagold diese ernste und letzte Warnung versteht und danach handelt. Nagold, den 18.Dezember 1945 Bürgermeister Dr. Wolf.“53
- Kommandantur gegen angenommene Sabo-tage und nazistische Umtriebe zu provozieren. Ein Vorfall von Verächtlichmachung französi-scher Soldaten während einer Kinovorführung habe zum Kinobesuchsverbot für deutsche Be-sucher geführt. Die pädagogische Intention Wolfs wird mit dem Aufruf „Eltern, Männer und Frauen von Nagold!“ auf der Rückseite des genannten Flug-blatts deutlich. Schon der erste Satz ist ein har-ter Imperativ: „Haltet die durch den Krieg ver-wahrloste Jugend besser in Zucht, erzieht sie zur Höflichkeit und bringt ihr Verständnis für unsere Lage bei!“ Die Maßstäbe seien die Grundsätze der Moral und das Christentum. Wolf erin-nerte an die Regeln, die die französische Besat-zungsmacht aufgestellt hatte und forderte ihre strikte Einhaltung, um Strafmaßnahmen zu vermeiden. Offensichtlich war die Stimmung kritisch und die Ordnung gefährdet, denn die folgende Drohung des Bürgermeisters war hart – und teilweise fett gedruckt: „Ich habe die Polizei angewiesen, ab sofort mit harten Strafen einzugreifen, neben Geld- und Haftstrafen kommt auch unweigerlich die Entzie-hung der Lebensmittelkarten für eine bestimmte Zeit zur Durchführung. Außerdem sind mir in Zukunft die Eltern dafür verantwortlich, daß vor allem die halbwüchsige Jugend sich nicht mehr nach Einbruch der Dunkelheit herumtreibt und an den öffentlichen Plätzen zusammenrottet. Ich sehe nicht ein, weshalb die ganze Stadt unter dem schlechten Verhalten unerzogener Lausbuben oder nazistischer Saboteure leiden soll. […] Die Militärregierung garantiert eure Sicherheit und eure Ernährung, allen voran der Gouverneur, Herr Commandant Frénot. […] Beobachtungen jeder Art über geplanten Widerstand gegen die Militärregierung, über Sabotage und über Ver-ächtlichmachung der Besatzungsmacht sind mir unverzüglich zu melden. Ich erwarte, daß jeder Einwohner von Nagold diese ernste und letzte Warnung versteht und danach handelt. Nagold, den 18.Dezember 1945 Bürgermeister Dr. Wolf.“53
- Kommandantur gegen angenommene Sabo-tage und nazistische Umtriebe zu provozieren. Ein Vorfall von Verächtlichmachung französi-scher Soldaten während einer Kinovorführung habe zum Kinobesuchsverbot für deutsche Be-sucher geführt. Die pädagogische Intention Wolfs wird mit dem Aufruf „Eltern, Männer und Frauen von Nagold!“ auf der Rückseite des genannten Flug-blatts deutlich. Schon der erste Satz ist ein har-ter Imperativ: „Haltet die durch den Krieg ver-wahrloste Jugend besser in Zucht, erzieht sie zur Höflichkeit und bringt ihr Verständnis für unsere Lage bei!“ Die Maßstäbe seien die Grundsätze der Moral und das Christentum. Wolf erin-nerte an die Regeln, die die französische Besat-zungsmacht aufgestellt hatte und forderte ihre strikte Einhaltung, um Strafmaßnahmen zu vermeiden. Offensichtlich war die Stimmung kritisch und die Ordnung gefährdet, denn die folgende Drohung des Bürgermeisters war hart – und teilweise fett gedruckt: „Ich habe die Polizei angewiesen, ab sofort mit harten Strafen einzugreifen, neben Geld- und Haftstrafen kommt auch unweigerlich die Entzie-hung der Lebensmittelkarten für eine bestimmte Zeit zur Durchführung. Außerdem sind mir in Zukunft die Eltern dafür verantwortlich, daß vor allem die halbwüchsige Jugend sich nicht mehr nach Einbruch der Dunkelheit herumtreibt und an den öffentlichen Plätzen zusammenrottet. Ich sehe nicht ein, weshalb die ganze Stadt unter dem schlechten Verhalten unerzogener Lausbuben oder nazistischer Saboteure leiden soll. […] Die Militärregierung garantiert eure Sicherheit und eure Ernährung, allen voran der Gouverneur, Herr Commandant Frénot. […] Beobachtungen jeder Art über geplanten Widerstand gegen die Militärregierung, über Sabotage und über Ver-ächtlichmachung der Besatzungsmacht sind mir unverzüglich zu melden. Ich erwarte, daß jeder Einwohner von Nagold diese ernste und letzte Warnung versteht und danach handelt. Nagold, den 18.Dezember 1945 Bürgermeister Dr. Wolf.“53
- Kommandantur gegen angenommene Sabo-tage und nazistische Umtriebe zu provozieren. Ein Vorfall von Verächtlichmachung französi-scher Soldaten während einer Kinovorführung habe zum Kinobesuchsverbot für deutsche Be-sucher geführt. Die pädagogische Intention Wolfs wird mit dem Aufruf „Eltern, Männer und Frauen von Nagold!“ auf der Rückseite des genannten Flug-blatts deutlich. Schon der erste Satz ist ein har-ter Imperativ: „Haltet die durch den Krieg ver-wahrloste Jugend besser in Zucht, erzieht sie zur Höflichkeit und bringt ihr Verständnis für unsere Lage bei!“ Die Maßstäbe seien die Grundsätze der Moral und das Christentum. Wolf erin-nerte an die Regeln, die die französische Besat-zungsmacht aufgestellt hatte und forderte ihre strikte Einhaltung, um Strafmaßnahmen zu vermeiden. Offensichtlich war die Stimmung kritisch und die Ordnung gefährdet, denn die folgende Drohung des Bürgermeisters war hart – und teilweise fett gedruckt: „Ich habe die Polizei angewiesen, ab sofort mit harten Strafen einzugreifen, neben Geld- und Haftstrafen kommt auch unweigerlich die Entzie-hung der Lebensmittelkarten für eine bestimmte Zeit zur Durchführung. Außerdem sind mir in Zukunft die Eltern dafür verantwortlich, daß vor allem die halbwüchsige Jugend sich nicht mehr nach Einbruch der Dunkelheit herumtreibt und an den öffentlichen Plätzen zusammenrottet. Ich sehe nicht ein, weshalb die ganze Stadt unter dem schlechten Verhalten unerzogener Lausbuben oder nazistischer Saboteure leiden soll. […] Die Militärregierung garantiert eure Sicherheit und eure Ernährung, allen voran der Gouverneur, Herr Commandant Frénot. […] Beobachtungen jeder Art über geplanten Widerstand gegen die Militärregierung, über Sabotage und über Ver-ächtlichmachung der Besatzungsmacht sind mir unverzüglich zu melden. Ich erwarte, daß jeder Einwohner von Nagold diese ernste und letzte Warnung versteht und danach handelt. Nagold, den 18.Dezember 1945 Bürgermeister Dr. Wolf.“53
- Kommandantur gegen angenommene Sabo-tage und nazistische Umtriebe zu provozieren. Ein Vorfall von Verächtlichmachung französi-scher Soldaten während einer Kinovorführung habe zum Kinobesuchsverbot für deutsche Be-sucher geführt. Die pädagogische Intention Wolfs wird mit dem Aufruf „Eltern, Männer und Frauen von Nagold!“ auf der Rückseite des genannten Flug-blatts deutlich. Schon der erste Satz ist ein har-ter Imperativ: „Haltet die durch den Krieg ver-wahrloste Jugend besser in Zucht, erzieht sie zur Höflichkeit und bringt ihr Verständnis für unsere Lage bei!“ Die Maßstäbe seien die Grundsätze der Moral und das Christentum. Wolf erin-nerte an die Regeln, die die französische Besat-zungsmacht aufgestellt hatte und forderte ihre strikte Einhaltung, um Strafmaßnahmen zu vermeiden. Offensichtlich war die Stimmung kritisch und die Ordnung gefährdet, denn die folgende Drohung des Bürgermeisters war hart – und teilweise fett gedruckt: „Ich habe die Polizei angewiesen, ab sofort mit harten Strafen einzugreifen, neben Geld- und Haftstrafen kommt auch unweigerlich die Entzie-hung der Lebensmittelkarten für eine bestimmte Zeit zur Durchführung. Außerdem sind mir in Zukunft die Eltern dafür verantwortlich, daß vor allem die halbwüchsige Jugend sich nicht mehr nach Einbruch der Dunkelheit herumtreibt und an den öffentlichen Plätzen zusammenrottet. Ich sehe nicht ein, weshalb die ganze Stadt unter dem schlechten Verhalten unerzogener Lausbuben oder nazistischer Saboteure leiden soll. […] Die Militärregierung garantiert eure Sicherheit und eure Ernährung, allen voran der Gouverneur, Herr Commandant Frénot. […] Beobachtungen jeder Art über geplanten Widerstand gegen die Militärregierung, über Sabotage und über Ver-ächtlichmachung der Besatzungsmacht sind mir unverzüglich zu melden. Ich erwarte, daß jeder Einwohner von Nagold diese ernste und letzte Warnung versteht und danach handelt. Nagold, den 18.Dezember 1945 Bürgermeister Dr. Wolf.“53
- Kommandantur gegen angenommene Sabo-tage und nazistische Umtriebe zu provozieren. Ein Vorfall von Verächtlichmachung französi-scher Soldaten während einer Kinovorführung habe zum Kinobesuchsverbot für deutsche Be-sucher geführt. Die pädagogische Intention Wolfs wird mit dem Aufruf „Eltern, Männer und Frauen von Nagold!“ auf der Rückseite des genannten Flug-blatts deutlich. Schon der erste Satz ist ein har-ter Imperativ: „Haltet die durch den Krieg ver-wahrloste Jugend besser in Zucht, erzieht sie zur Höflichkeit und bringt ihr Verständnis für unsere Lage bei!“ Die Maßstäbe seien die Grundsätze der Moral und das Christentum. Wolf erin-nerte an die Regeln, die die französische Besat-zungsmacht aufgestellt hatte und forderte ihre strikte Einhaltung, um Strafmaßnahmen zu vermeiden. Offensichtlich war die Stimmung kritisch und die Ordnung gefährdet, denn die folgende Drohung des Bürgermeisters war hart – und teilweise fett gedruckt: „Ich habe die Polizei angewiesen, ab sofort mit harten Strafen einzugreifen, neben Geld- und Haftstrafen kommt auch unweigerlich die Entzie-hung der Lebensmittelkarten für eine bestimmte Zeit zur Durchführung. Außerdem sind mir in Zukunft die Eltern dafür verantwortlich, daß vor allem die halbwüchsige Jugend sich nicht mehr nach Einbruch der Dunkelheit herumtreibt und an den öffentlichen Plätzen zusammenrottet. Ich sehe nicht ein, weshalb die ganze Stadt unter dem schlechten Verhalten unerzogener Lausbuben oder nazistischer Saboteure leiden soll. […] Die Militärregierung garantiert eure Sicherheit und eure Ernährung, allen voran der Gouverneur, Herr Commandant Frénot. […] Beobachtungen jeder Art über geplanten Widerstand gegen die Militärregierung, über Sabotage und über Ver-ächtlichmachung der Besatzungsmacht sind mir unverzüglich zu melden. Ich erwarte, daß jeder Einwohner von Nagold diese ernste und letzte Warnung versteht und danach handelt. Nagold, den 18.Dezember 1945 Bürgermeister Dr. Wolf.“53
- und Schill wieder im Gremium vertreten, neu kamen Wurster, Rähle und Waiblinger hinzu. In einer Rede an die Bürgermeister des Krei-ses beschrieb der französische Gouverneur die Legitimation und die Bedeutung dieses neuen Gremiums: Sie seien als Vorläufer der künftig zu wählenden Gemeinderäte anzusehen. Sie würden vom Bürgermeister vorgeschlagen und nach Prüfung ihrer politischen Vergangenheit vom Landrat ernannt. Die Gremien sollten die neu zugelassenen Parteien widerspiegeln. Genannt wurden SPD, KPD, eine demokra-tisch-liberale Partei und eine Nachfolgepartei des Zentrums. Die Gremien „müssen sofort ins Leben gerufen werden.“55 Am 15. September 1946 fanden in der fran-zösischen Zone die ersten freien Kommunal-wahlen statt, nachdem sich die politische Si-tuation stabilisiert hatte und auch die ersten Landesverwaltungen ihre Arbeit aufgenom-men hatten. Allerdings gab es eine wesentliche Einschränkung: „Nicht wählbar sind: a) die früheren Mitglieder der NSDAP und ihrer Gliederungen ohne Rücksicht auf den Eintrittstag; […]“.56 Damit waren weder Walter Wolf noch sein Amtsvorgänger Maier wählbar.
- und Schill wieder im Gremium vertreten, neu kamen Wurster, Rähle und Waiblinger hinzu. In einer Rede an die Bürgermeister des Krei-ses beschrieb der französische Gouverneur die Legitimation und die Bedeutung dieses neuen Gremiums: Sie seien als Vorläufer der künftig zu wählenden Gemeinderäte anzusehen. Sie würden vom Bürgermeister vorgeschlagen und nach Prüfung ihrer politischen Vergangenheit vom Landrat ernannt. Die Gremien sollten die neu zugelassenen Parteien widerspiegeln. Genannt wurden SPD, KPD, eine demokra-tisch-liberale Partei und eine Nachfolgepartei des Zentrums. Die Gremien „müssen sofort ins Leben gerufen werden.“55 Am 15. September 1946 fanden in der fran-zösischen Zone die ersten freien Kommunal-wahlen statt, nachdem sich die politische Si-tuation stabilisiert hatte und auch die ersten Landesverwaltungen ihre Arbeit aufgenom-men hatten. Allerdings gab es eine wesentliche Einschränkung: „Nicht wählbar sind: a) die früheren Mitglieder der NSDAP und ihrer Gliederungen ohne Rücksicht auf den Eintrittstag; […]“.56 Damit waren weder Walter Wolf noch sein Amtsvorgänger Maier wählbar.
- und Schill wieder im Gremium vertreten, neu kamen Wurster, Rähle und Waiblinger hinzu. In einer Rede an die Bürgermeister des Krei-ses beschrieb der französische Gouverneur die Legitimation und die Bedeutung dieses neuen Gremiums: Sie seien als Vorläufer der künftig zu wählenden Gemeinderäte anzusehen. Sie würden vom Bürgermeister vorgeschlagen und nach Prüfung ihrer politischen Vergangenheit vom Landrat ernannt. Die Gremien sollten die neu zugelassenen Parteien widerspiegeln. Genannt wurden SPD, KPD, eine demokra-tisch-liberale Partei und eine Nachfolgepartei des Zentrums. Die Gremien „müssen sofort ins Leben gerufen werden.“55 Am 15. September 1946 fanden in der fran-zösischen Zone die ersten freien Kommunal-wahlen statt, nachdem sich die politische Si-tuation stabilisiert hatte und auch die ersten Landesverwaltungen ihre Arbeit aufgenom-men hatten. Allerdings gab es eine wesentliche Einschränkung: „Nicht wählbar sind: a) die früheren Mitglieder der NSDAP und ihrer Gliederungen ohne Rücksicht auf den Eintrittstag; […]“.56 Damit waren weder Walter Wolf noch sein Amtsvorgänger Maier wählbar.
- und Schill wieder im Gremium vertreten, neu kamen Wurster, Rähle und Waiblinger hinzu. In einer Rede an die Bürgermeister des Krei-ses beschrieb der französische Gouverneur die Legitimation und die Bedeutung dieses neuen Gremiums: Sie seien als Vorläufer der künftig zu wählenden Gemeinderäte anzusehen. Sie würden vom Bürgermeister vorgeschlagen und nach Prüfung ihrer politischen Vergangenheit vom Landrat ernannt. Die Gremien sollten die neu zugelassenen Parteien widerspiegeln. Genannt wurden SPD, KPD, eine demokra-tisch-liberale Partei und eine Nachfolgepartei des Zentrums. Die Gremien „müssen sofort ins Leben gerufen werden.“55 Am 15. September 1946 fanden in der fran-zösischen Zone die ersten freien Kommunal-wahlen statt, nachdem sich die politische Si-tuation stabilisiert hatte und auch die ersten Landesverwaltungen ihre Arbeit aufgenom-men hatten. Allerdings gab es eine wesentliche Einschränkung: „Nicht wählbar sind: a) die früheren Mitglieder der NSDAP und ihrer Gliederungen ohne Rücksicht auf den Eintrittstag; […]“.56 Damit waren weder Walter Wolf noch sein Amtsvorgänger Maier wählbar.
- und Schill wieder im Gremium vertreten, neu kamen Wurster, Rähle und Waiblinger hinzu. In einer Rede an die Bürgermeister des Krei-ses beschrieb der französische Gouverneur die Legitimation und die Bedeutung dieses neuen Gremiums: Sie seien als Vorläufer der künftig zu wählenden Gemeinderäte anzusehen. Sie würden vom Bürgermeister vorgeschlagen und nach Prüfung ihrer politischen Vergangenheit vom Landrat ernannt. Die Gremien sollten die neu zugelassenen Parteien widerspiegeln. Genannt wurden SPD, KPD, eine demokra-tisch-liberale Partei und eine Nachfolgepartei des Zentrums. Die Gremien „müssen sofort ins Leben gerufen werden.“55 Am 15. September 1946 fanden in der fran-zösischen Zone die ersten freien Kommunal-wahlen statt, nachdem sich die politische Si-tuation stabilisiert hatte und auch die ersten Landesverwaltungen ihre Arbeit aufgenom-men hatten. Allerdings gab es eine wesentliche Einschränkung: „Nicht wählbar sind: a) die früheren Mitglieder der NSDAP und ihrer Gliederungen ohne Rücksicht auf den Eintrittstag; […]“.56 Damit waren weder Walter Wolf noch sein Amtsvorgänger Maier wählbar.
- und Schill wieder im Gremium vertreten, neu kamen Wurster, Rähle und Waiblinger hinzu. In einer Rede an die Bürgermeister des Krei-ses beschrieb der französische Gouverneur die Legitimation und die Bedeutung dieses neuen Gremiums: Sie seien als Vorläufer der künftig zu wählenden Gemeinderäte anzusehen. Sie würden vom Bürgermeister vorgeschlagen und nach Prüfung ihrer politischen Vergangenheit vom Landrat ernannt. Die Gremien sollten die neu zugelassenen Parteien widerspiegeln. Genannt wurden SPD, KPD, eine demokra-tisch-liberale Partei und eine Nachfolgepartei des Zentrums. Die Gremien „müssen sofort ins Leben gerufen werden.“55 Am 15. September 1946 fanden in der fran-zösischen Zone die ersten freien Kommunal-wahlen statt, nachdem sich die politische Si-tuation stabilisiert hatte und auch die ersten Landesverwaltungen ihre Arbeit aufgenom-men hatten. Allerdings gab es eine wesentliche Einschränkung: „Nicht wählbar sind: a) die früheren Mitglieder der NSDAP und ihrer Gliederungen ohne Rücksicht auf den Eintrittstag; […]“.56 Damit waren weder Walter Wolf noch sein Amtsvorgänger Maier wählbar.
- werden. Über die Urheber und die Umstände der Kampagne ist nichts mehr in Erfahrung zu bringen. Nur das Schwäbische Tagblatt deutete am 17.9.1946 an, was da los war: „Leider nahm der Wahlkampf in den letzten Tagen unschöne Formen insofern an, da er vor persönlichen Ver-unglimpfungen nicht haltmachte.“59
- werden. Über die Urheber und die Umstände der Kampagne ist nichts mehr in Erfahrung zu bringen. Nur das Schwäbische Tagblatt deutete am 17.9.1946 an, was da los war: „Leider nahm der Wahlkampf in den letzten Tagen unschöne Formen insofern an, da er vor persönlichen Ver-unglimpfungen nicht haltmachte.“59
- werden. Über die Urheber und die Umstände der Kampagne ist nichts mehr in Erfahrung zu bringen. Nur das Schwäbische Tagblatt deutete am 17.9.1946 an, was da los war: „Leider nahm der Wahlkampf in den letzten Tagen unschöne Formen insofern an, da er vor persönlichen Ver-unglimpfungen nicht haltmachte.“59
- werden. Über die Urheber und die Umstände der Kampagne ist nichts mehr in Erfahrung zu bringen. Nur das Schwäbische Tagblatt deutete am 17.9.1946 an, was da los war: „Leider nahm der Wahlkampf in den letzten Tagen unschöne Formen insofern an, da er vor persönlichen Ver-unglimpfungen nicht haltmachte.“59
- werden. Über die Urheber und die Umstände der Kampagne ist nichts mehr in Erfahrung zu bringen. Nur das Schwäbische Tagblatt deutete am 17.9.1946 an, was da los war: „Leider nahm der Wahlkampf in den letzten Tagen unschöne Formen insofern an, da er vor persönlichen Ver-unglimpfungen nicht haltmachte.“59
- werden. Über die Urheber und die Umstände der Kampagne ist nichts mehr in Erfahrung zu bringen. Nur das Schwäbische Tagblatt deutete am 17.9.1946 an, was da los war: „Leider nahm der Wahlkampf in den letzten Tagen unschöne Formen insofern an, da er vor persönlichen Ver-unglimpfungen nicht haltmachte.“59
- kann heute nicht mehr schriftlich belegt wer-den,68 ist den Enkeln aber durch einen ehema-ligen Kollegen Wolfs bezeugt worden. Auch die häufigen Umzüge der Familie bis zur endgülti-gen Niederlassung in der Herrenberger Straße 16 ab dem 1.8.1952 belegen die wirtschaftlich unsichere Lage (ab 1936: Bahnhofstraße 9, Burgstraße 32, Hohe Straße 9).69 Es scheint so, als habe die Stadt und die Bürgerschaft wenig Interesse an ihrem ehemaligen Bürgermeister gehabt. Erst allmählich gelang es dem Journa-listen Wolf, durch seine Redaktionstätigkeit und seine Texte den Respekt der Nagolder zu erwerben. Nach Aussagen der Enkel war Walter Wolf jedenfalls jahrelang arbeitslos.
- kann heute nicht mehr schriftlich belegt wer-den,68 ist den Enkeln aber durch einen ehema-ligen Kollegen Wolfs bezeugt worden. Auch die häufigen Umzüge der Familie bis zur endgülti-gen Niederlassung in der Herrenberger Straße 16 ab dem 1.8.1952 belegen die wirtschaftlich unsichere Lage (ab 1936: Bahnhofstraße 9, Burgstraße 32, Hohe Straße 9).69 Es scheint so, als habe die Stadt und die Bürgerschaft wenig Interesse an ihrem ehemaligen Bürgermeister gehabt. Erst allmählich gelang es dem Journa-listen Wolf, durch seine Redaktionstätigkeit und seine Texte den Respekt der Nagolder zu erwerben. Nach Aussagen der Enkel war Walter Wolf jedenfalls jahrelang arbeitslos.
- kann heute nicht mehr schriftlich belegt wer-den,68 ist den Enkeln aber durch einen ehema-ligen Kollegen Wolfs bezeugt worden. Auch die häufigen Umzüge der Familie bis zur endgülti-gen Niederlassung in der Herrenberger Straße 16 ab dem 1.8.1952 belegen die wirtschaftlich unsichere Lage (ab 1936: Bahnhofstraße 9, Burgstraße 32, Hohe Straße 9).69 Es scheint so, als habe die Stadt und die Bürgerschaft wenig Interesse an ihrem ehemaligen Bürgermeister gehabt. Erst allmählich gelang es dem Journa-listen Wolf, durch seine Redaktionstätigkeit und seine Texte den Respekt der Nagolder zu erwerben. Nach Aussagen der Enkel war Walter Wolf jedenfalls jahrelang arbeitslos.
- kann heute nicht mehr schriftlich belegt wer-den,68 ist den Enkeln aber durch einen ehema-ligen Kollegen Wolfs bezeugt worden. Auch die häufigen Umzüge der Familie bis zur endgülti-gen Niederlassung in der Herrenberger Straße 16 ab dem 1.8.1952 belegen die wirtschaftlich unsichere Lage (ab 1936: Bahnhofstraße 9, Burgstraße 32, Hohe Straße 9).69 Es scheint so, als habe die Stadt und die Bürgerschaft wenig Interesse an ihrem ehemaligen Bürgermeister gehabt. Erst allmählich gelang es dem Journa-listen Wolf, durch seine Redaktionstätigkeit und seine Texte den Respekt der Nagolder zu erwerben. Nach Aussagen der Enkel war Walter Wolf jedenfalls jahrelang arbeitslos.
- kann heute nicht mehr schriftlich belegt wer-den,68 ist den Enkeln aber durch einen ehema-ligen Kollegen Wolfs bezeugt worden. Auch die häufigen Umzüge der Familie bis zur endgülti-gen Niederlassung in der Herrenberger Straße 16 ab dem 1.8.1952 belegen die wirtschaftlich unsichere Lage (ab 1936: Bahnhofstraße 9, Burgstraße 32, Hohe Straße 9).69 Es scheint so, als habe die Stadt und die Bürgerschaft wenig Interesse an ihrem ehemaligen Bürgermeister gehabt. Erst allmählich gelang es dem Journa-listen Wolf, durch seine Redaktionstätigkeit und seine Texte den Respekt der Nagolder zu erwerben. Nach Aussagen der Enkel war Walter Wolf jedenfalls jahrelang arbeitslos.
- den Neustart sowohl des Calwer Tagblatts in Nagold als auch des endlich im Beruf angekom-menen Journalisten.72
- kann heute nicht mehr schriftlich belegt wer-den,68 ist den Enkeln aber durch einen ehema-ligen Kollegen Wolfs bezeugt worden. Auch die häufigen Umzüge der Familie bis zur endgülti-gen Niederlassung in der Herrenberger Straße 16 ab dem 1.8.1952 belegen die wirtschaftlich unsichere Lage (ab 1936: Bahnhofstraße 9, Burgstraße 32, Hohe Straße 9).69 Es scheint so, als habe die Stadt und die Bürgerschaft wenig Interesse an ihrem ehemaligen Bürgermeister gehabt. Erst allmählich gelang es dem Journa-listen Wolf, durch seine Redaktionstätigkeit und seine Texte den Respekt der Nagolder zu erwerben. Nach Aussagen der Enkel war Walter Wolf jedenfalls jahrelang arbeitslos.
- vor Gericht zeichnet eine Reportage von einer Gerichtsverhandlung in Tübingen aus, wo ein ehemaliger SS-Sturmbannführer von der An-klage freigesprochen wurde, weil man ihm die Anklage-Vorwürfe nicht eindeutig nachweisen konnte. „Gleiches Recht für alle! […] Damals ging Macht vor Recht […] Heute geht Gottseidank Recht vor Macht, und davon kann auch einer der damaligen Machthaber profitieren.“74 Ein zweites wichtiges Anliegen des Journalis-ten Wolf waren religiöse Themen, bei denen er bereits Persönlich-Bekenntnishaftes berührte und philosophische Begründungen für sei-nen Glauben suchte (z.B. „Vom Glauben“ am 8.10.1955). Im Artikel „Weihnachten in dieser Stadt“ erinnerte er an den christlichen Kern des Weihnachtsfestes und mahnte, nicht zu ver- gessen, „daß draußen viele Millionen Menschen Hunger leiden, daß viele Millionen Menschen draußen in schlimmster Unfreiheit leben müs-sen, wir wissen um manche Not vielleicht auch in unserer Stadt. Lassen wir doch dieses Wissen […] auch zur Tat werden!“75 Die dritte Besonderheit seiner Interessen zeigte sich in der Förderung der lokalen Kultur. War er 1946 als Bürgermeister schon Mitgründer des Nagolder Volksbildungswerkes, so waren Theater- und Musikveranstaltungen in Nagold ein weiterer Schwerpunkt seiner Berichts- und Kommentartätigkeit. Er scheute sich auch nicht, das Nagolder Publikum zu tadeln: Im Artikel am 8.2.1961: „Wenig Interesse für gutes Theater“ über ein Gastspiel des Tübinger Lan-destheaters fragte er, ob „angesichts des geringen Interesses unserer Bevölkerung“ die finanzielle Förderung durch die Stadt noch angemessen sei. Aber schon am 8.3.1961 lobte er das Na-golder Publikum dafür, dass der Appell nicht vergeblich war und hoffte, dass „der gute Besuch der Aufführung kein Strohfeuer gewesen“ sei. In einem Bericht über eine Diskussionsveranstal-tung des Volksbildungswerks mit dem Titel „Jugend will nicht ‚sich leben lassen‘“ und dem Untertitel „Ist die Jugend schlechter als einst?“ ging er dem Problem der Entfremdung zwi-schen den Generationen auf den Grund und
- vor Gericht zeichnet eine Reportage von einer Gerichtsverhandlung in Tübingen aus, wo ein ehemaliger SS-Sturmbannführer von der An-klage freigesprochen wurde, weil man ihm die Anklage-Vorwürfe nicht eindeutig nachweisen konnte. „Gleiches Recht für alle! […] Damals ging Macht vor Recht […] Heute geht Gottseidank Recht vor Macht, und davon kann auch einer der damaligen Machthaber profitieren.“74 Ein zweites wichtiges Anliegen des Journalis-ten Wolf waren religiöse Themen, bei denen er bereits Persönlich-Bekenntnishaftes berührte und philosophische Begründungen für sei-nen Glauben suchte (z.B. „Vom Glauben“ am 8.10.1955). Im Artikel „Weihnachten in dieser Stadt“ erinnerte er an den christlichen Kern des Weihnachtsfestes und mahnte, nicht zu ver- gessen, „daß draußen viele Millionen Menschen Hunger leiden, daß viele Millionen Menschen draußen in schlimmster Unfreiheit leben müs-sen, wir wissen um manche Not vielleicht auch in unserer Stadt. Lassen wir doch dieses Wissen […] auch zur Tat werden!“75 Die dritte Besonderheit seiner Interessen zeigte sich in der Förderung der lokalen Kultur. War er 1946 als Bürgermeister schon Mitgründer des Nagolder Volksbildungswerkes, so waren Theater- und Musikveranstaltungen in Nagold ein weiterer Schwerpunkt seiner Berichts- und Kommentartätigkeit. Er scheute sich auch nicht, das Nagolder Publikum zu tadeln: Im Artikel am 8.2.1961: „Wenig Interesse für gutes Theater“ über ein Gastspiel des Tübinger Lan-destheaters fragte er, ob „angesichts des geringen Interesses unserer Bevölkerung“ die finanzielle Förderung durch die Stadt noch angemessen sei. Aber schon am 8.3.1961 lobte er das Na-golder Publikum dafür, dass der Appell nicht vergeblich war und hoffte, dass „der gute Besuch der Aufführung kein Strohfeuer gewesen“ sei. In einem Bericht über eine Diskussionsveranstal-tung des Volksbildungswerks mit dem Titel „Jugend will nicht ‚sich leben lassen‘“ und dem Untertitel „Ist die Jugend schlechter als einst?“ ging er dem Problem der Entfremdung zwi-schen den Generationen auf den Grund und
- vor Gericht zeichnet eine Reportage von einer Gerichtsverhandlung in Tübingen aus, wo ein ehemaliger SS-Sturmbannführer von der An-klage freigesprochen wurde, weil man ihm die Anklage-Vorwürfe nicht eindeutig nachweisen konnte. „Gleiches Recht für alle! […] Damals ging Macht vor Recht […] Heute geht Gottseidank Recht vor Macht, und davon kann auch einer der damaligen Machthaber profitieren.“74 Ein zweites wichtiges Anliegen des Journalis-ten Wolf waren religiöse Themen, bei denen er bereits Persönlich-Bekenntnishaftes berührte und philosophische Begründungen für sei-nen Glauben suchte (z.B. „Vom Glauben“ am 8.10.1955). Im Artikel „Weihnachten in dieser Stadt“ erinnerte er an den christlichen Kern des Weihnachtsfestes und mahnte, nicht zu ver- gessen, „daß draußen viele Millionen Menschen Hunger leiden, daß viele Millionen Menschen draußen in schlimmster Unfreiheit leben müs-sen, wir wissen um manche Not vielleicht auch in unserer Stadt. Lassen wir doch dieses Wissen […] auch zur Tat werden!“75 Die dritte Besonderheit seiner Interessen zeigte sich in der Förderung der lokalen Kultur. War er 1946 als Bürgermeister schon Mitgründer des Nagolder Volksbildungswerkes, so waren Theater- und Musikveranstaltungen in Nagold ein weiterer Schwerpunkt seiner Berichts- und Kommentartätigkeit. Er scheute sich auch nicht, das Nagolder Publikum zu tadeln: Im Artikel am 8.2.1961: „Wenig Interesse für gutes Theater“ über ein Gastspiel des Tübinger Lan-destheaters fragte er, ob „angesichts des geringen Interesses unserer Bevölkerung“ die finanzielle Förderung durch die Stadt noch angemessen sei. Aber schon am 8.3.1961 lobte er das Na-golder Publikum dafür, dass der Appell nicht vergeblich war und hoffte, dass „der gute Besuch der Aufführung kein Strohfeuer gewesen“ sei. In einem Bericht über eine Diskussionsveranstal-tung des Volksbildungswerks mit dem Titel „Jugend will nicht ‚sich leben lassen‘“ und dem Untertitel „Ist die Jugend schlechter als einst?“ ging er dem Problem der Entfremdung zwi-schen den Generationen auf den Grund und
- vor Gericht zeichnet eine Reportage von einer Gerichtsverhandlung in Tübingen aus, wo ein ehemaliger SS-Sturmbannführer von der An-klage freigesprochen wurde, weil man ihm die Anklage-Vorwürfe nicht eindeutig nachweisen konnte. „Gleiches Recht für alle! […] Damals ging Macht vor Recht […] Heute geht Gottseidank Recht vor Macht, und davon kann auch einer der damaligen Machthaber profitieren.“74 Ein zweites wichtiges Anliegen des Journalis-ten Wolf waren religiöse Themen, bei denen er bereits Persönlich-Bekenntnishaftes berührte und philosophische Begründungen für sei-nen Glauben suchte (z.B. „Vom Glauben“ am 8.10.1955). Im Artikel „Weihnachten in dieser Stadt“ erinnerte er an den christlichen Kern des Weihnachtsfestes und mahnte, nicht zu ver- gessen, „daß draußen viele Millionen Menschen Hunger leiden, daß viele Millionen Menschen draußen in schlimmster Unfreiheit leben müs-sen, wir wissen um manche Not vielleicht auch in unserer Stadt. Lassen wir doch dieses Wissen […] auch zur Tat werden!“75 Die dritte Besonderheit seiner Interessen zeigte sich in der Förderung der lokalen Kultur. War er 1946 als Bürgermeister schon Mitgründer des Nagolder Volksbildungswerkes, so waren Theater- und Musikveranstaltungen in Nagold ein weiterer Schwerpunkt seiner Berichts- und Kommentartätigkeit. Er scheute sich auch nicht, das Nagolder Publikum zu tadeln: Im Artikel am 8.2.1961: „Wenig Interesse für gutes Theater“ über ein Gastspiel des Tübinger Lan-destheaters fragte er, ob „angesichts des geringen Interesses unserer Bevölkerung“ die finanzielle Förderung durch die Stadt noch angemessen sei. Aber schon am 8.3.1961 lobte er das Na-golder Publikum dafür, dass der Appell nicht vergeblich war und hoffte, dass „der gute Besuch der Aufführung kein Strohfeuer gewesen“ sei. In einem Bericht über eine Diskussionsveranstal-tung des Volksbildungswerks mit dem Titel „Jugend will nicht ‚sich leben lassen‘“ und dem Untertitel „Ist die Jugend schlechter als einst?“ ging er dem Problem der Entfremdung zwi-schen den Generationen auf den Grund und
- vor Gericht zeichnet eine Reportage von einer Gerichtsverhandlung in Tübingen aus, wo ein ehemaliger SS-Sturmbannführer von der An-klage freigesprochen wurde, weil man ihm die Anklage-Vorwürfe nicht eindeutig nachweisen konnte. „Gleiches Recht für alle! […] Damals ging Macht vor Recht […] Heute geht Gottseidank Recht vor Macht, und davon kann auch einer der damaligen Machthaber profitieren.“74 Ein zweites wichtiges Anliegen des Journalis-ten Wolf waren religiöse Themen, bei denen er bereits Persönlich-Bekenntnishaftes berührte und philosophische Begründungen für sei-nen Glauben suchte (z.B. „Vom Glauben“ am 8.10.1955). Im Artikel „Weihnachten in dieser Stadt“ erinnerte er an den christlichen Kern des Weihnachtsfestes und mahnte, nicht zu ver- gessen, „daß draußen viele Millionen Menschen Hunger leiden, daß viele Millionen Menschen draußen in schlimmster Unfreiheit leben müs-sen, wir wissen um manche Not vielleicht auch in unserer Stadt. Lassen wir doch dieses Wissen […] auch zur Tat werden!“75 Die dritte Besonderheit seiner Interessen zeigte sich in der Förderung der lokalen Kultur. War er 1946 als Bürgermeister schon Mitgründer des Nagolder Volksbildungswerkes, so waren Theater- und Musikveranstaltungen in Nagold ein weiterer Schwerpunkt seiner Berichts- und Kommentartätigkeit. Er scheute sich auch nicht, das Nagolder Publikum zu tadeln: Im Artikel am 8.2.1961: „Wenig Interesse für gutes Theater“ über ein Gastspiel des Tübinger Lan-destheaters fragte er, ob „angesichts des geringen Interesses unserer Bevölkerung“ die finanzielle Förderung durch die Stadt noch angemessen sei. Aber schon am 8.3.1961 lobte er das Na-golder Publikum dafür, dass der Appell nicht vergeblich war und hoffte, dass „der gute Besuch der Aufführung kein Strohfeuer gewesen“ sei. In einem Bericht über eine Diskussionsveranstal-tung des Volksbildungswerks mit dem Titel „Jugend will nicht ‚sich leben lassen‘“ und dem Untertitel „Ist die Jugend schlechter als einst?“ ging er dem Problem der Entfremdung zwi-schen den Generationen auf den Grund und
- vor Gericht zeichnet eine Reportage von einer Gerichtsverhandlung in Tübingen aus, wo ein ehemaliger SS-Sturmbannführer von der An-klage freigesprochen wurde, weil man ihm die Anklage-Vorwürfe nicht eindeutig nachweisen konnte. „Gleiches Recht für alle! […] Damals ging Macht vor Recht […] Heute geht Gottseidank Recht vor Macht, und davon kann auch einer der damaligen Machthaber profitieren.“74 Ein zweites wichtiges Anliegen des Journalis-ten Wolf waren religiöse Themen, bei denen er bereits Persönlich-Bekenntnishaftes berührte und philosophische Begründungen für sei-nen Glauben suchte (z.B. „Vom Glauben“ am 8.10.1955). Im Artikel „Weihnachten in dieser Stadt“ erinnerte er an den christlichen Kern des Weihnachtsfestes und mahnte, nicht zu ver- gessen, „daß draußen viele Millionen Menschen Hunger leiden, daß viele Millionen Menschen draußen in schlimmster Unfreiheit leben müs-sen, wir wissen um manche Not vielleicht auch in unserer Stadt. Lassen wir doch dieses Wissen […] auch zur Tat werden!“75 Die dritte Besonderheit seiner Interessen zeigte sich in der Förderung der lokalen Kultur. War er 1946 als Bürgermeister schon Mitgründer des Nagolder Volksbildungswerkes, so waren Theater- und Musikveranstaltungen in Nagold ein weiterer Schwerpunkt seiner Berichts- und Kommentartätigkeit. Er scheute sich auch nicht, das Nagolder Publikum zu tadeln: Im Artikel am 8.2.1961: „Wenig Interesse für gutes Theater“ über ein Gastspiel des Tübinger Lan-destheaters fragte er, ob „angesichts des geringen Interesses unserer Bevölkerung“ die finanzielle Förderung durch die Stadt noch angemessen sei. Aber schon am 8.3.1961 lobte er das Na-golder Publikum dafür, dass der Appell nicht vergeblich war und hoffte, dass „der gute Besuch der Aufführung kein Strohfeuer gewesen“ sei. In einem Bericht über eine Diskussionsveranstal-tung des Volksbildungswerks mit dem Titel „Jugend will nicht ‚sich leben lassen‘“ und dem Untertitel „Ist die Jugend schlechter als einst?“ ging er dem Problem der Entfremdung zwi-schen den Generationen auf den Grund und
- Auch der Nagolder SPD-Ortsverein ehrte „sein Mitglied Dr. Wolf“ in einem redaktionell auf-gemachten Nachruf am 2.7.1974 im „Gesell-schafter“. Die Qualität seines Journalismus, seine Menschlichkeit und seine persönliche Bescheidenheit wurden hervorgehoben, ebenso die Unterstützung Hilfsbedürftiger und sein politisches Engagement für eine menschliche Gesellschaft. In der Nachruf-Anzeige der Stadt Nagold vom 29.06.1974 bedankte sich die Stadt für seinen uneigennützigen und verantwortungsbewuss-ten Einsatz im Amt des kommissarischen Bür-germeisters 1945 bis 1946, ebenso für seine
- „hervorragenden Gefühl für den Wert von Ta-gesereignissen gelang es dem Redakteur, in einer wachsenden, emporstrebenden Stadt seiner Zei-tung den Ruf eines seriösen, heimatverbundenen, aber auch kritischen Meinungsorgans zu geben […]. Seine Kommentare zu lokalen Begeben-heiten saßen treffsicher. Dabei vergaß er nie das Menschliche; die flüchtige Sensation reizte ihn viel weniger als die große Aufgabe, die er in einer fundierten und umfassenden Berichterstattung sah. Er war Journalist alten Stils, der erst recher-chierte und dann schrieb, der erst dachte und dann redete. […] Im Umgang mit Menschen war er von vornehmer, gütiger Art, er verletzte nie und nahm sein jeweiliges Gegenüber ernst.“
- Naziregimes für die Katastrophe sehen. Walter Wolf selbst hat das in seinem Aufruf vom 6. Juni 1945 sehr deutlich benannt. Auch als erklärter Antifaschist machte er sich 1945 in Nagold nicht überall beliebt, zumal er darauf drängte, die lokalen Nazigrößen juristisch zu belangen. Man betrachte die im Herbst 1945 beginnen-den Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozesse, die oft nur als „Siegerjustiz“, nicht als notwendige Aufarbeitung der Menschheitsverbrechen auf-gefasst wurden. Vielfach wurde das Ende der Naziherrschaft als militärische Niederlage, nicht als Befreiung verstanden. Ein Vergleich mit den Konflikten um die militärische Nie-derlage, die wirtschaftliche Not und mit dem Versailler Vertrag nach dem Ersten Weltkrieg drängt sich auf: Die Verursacher des Elends weigerten sich, die Verantwortung zu überneh-men. Man ließ die Gegner des alten Regimes die Aufräumarbeit machen und beschuldigte sie danach, an der Misere nach dem Krieg schul-dig zu sein. Nachdem die schlimmsten Mängel beseitigt waren, konnte man dann wieder zur Tagesordnung übergehen. Besonders hervorzu-heben ist, dass Walter Wolf auch dann, wenn es schwer zu vertreten war, auf unbedingte Rechtsstaatlichkeit der Verfahren drängte und jeden Rachegedanken ablehnte. Dass der pädagogische Impuls Walter Wolfs, zu lernen, „was es heißt, ein wirklich freier Mensch zu sein“, nicht unbedingt auf fruchtbaren Boden fiel, zeigte sich u.a. im Ergebnis der ersten freien Bürgermeisterwahl vom 15. September 1946, in der der nicht wählbare Ex-Bürgermeister Maier die meisten Stimmen erhielt (siehe oben). Aber auch die Armut der Familie Wolf in den Jahren nach der Bürgermeisterzeit, als er arbeitslos war, ist ein Zeichen geringer Wertschätzung. Bemer-kenswert ist auch ein Schriftwechsel um die Zah-lung von Rentenversicherungsbeiträgen durch die Stadt für die Zeit als Bürgermeister. Einein-halb Jahre nach dem Tod Walter Wolfs fragte die Witwe bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte nach einem Rentenanspruch als Witwe nach, worauf die BfA wiederum bei der Stadt Nagold nachfragte, ob für die Zeit als Bürgermeister Versicherungsbeiträge geleistet
- Naziregimes für die Katastrophe sehen. Walter Wolf selbst hat das in seinem Aufruf vom 6. Juni 1945 sehr deutlich benannt. Auch als erklärter Antifaschist machte er sich 1945 in Nagold nicht überall beliebt, zumal er darauf drängte, die lokalen Nazigrößen juristisch zu belangen. Man betrachte die im Herbst 1945 beginnen-den Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozesse, die oft nur als „Siegerjustiz“, nicht als notwendige Aufarbeitung der Menschheitsverbrechen auf-gefasst wurden. Vielfach wurde das Ende der Naziherrschaft als militärische Niederlage, nicht als Befreiung verstanden. Ein Vergleich mit den Konflikten um die militärische Nie-derlage, die wirtschaftliche Not und mit dem Versailler Vertrag nach dem Ersten Weltkrieg drängt sich auf: Die Verursacher des Elends weigerten sich, die Verantwortung zu überneh-men. Man ließ die Gegner des alten Regimes die Aufräumarbeit machen und beschuldigte sie danach, an der Misere nach dem Krieg schul-dig zu sein. Nachdem die schlimmsten Mängel beseitigt waren, konnte man dann wieder zur Tagesordnung übergehen. Besonders hervorzu-heben ist, dass Walter Wolf auch dann, wenn es schwer zu vertreten war, auf unbedingte Rechtsstaatlichkeit der Verfahren drängte und jeden Rachegedanken ablehnte. Dass der pädagogische Impuls Walter Wolfs, zu lernen, „was es heißt, ein wirklich freier Mensch zu sein“, nicht unbedingt auf fruchtbaren Boden fiel, zeigte sich u.a. im Ergebnis der ersten freien Bürgermeisterwahl vom 15. September 1946, in der der nicht wählbare Ex-Bürgermeister Maier die meisten Stimmen erhielt (siehe oben). Aber auch die Armut der Familie Wolf in den Jahren nach der Bürgermeisterzeit, als er arbeitslos war, ist ein Zeichen geringer Wertschätzung. Bemer-kenswert ist auch ein Schriftwechsel um die Zah-lung von Rentenversicherungsbeiträgen durch die Stadt für die Zeit als Bürgermeister. Einein-halb Jahre nach dem Tod Walter Wolfs fragte die Witwe bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte nach einem Rentenanspruch als Witwe nach, worauf die BfA wiederum bei der Stadt Nagold nachfragte, ob für die Zeit als Bürgermeister Versicherungsbeiträge geleistet
- Naziregimes für die Katastrophe sehen. Walter Wolf selbst hat das in seinem Aufruf vom 6. Juni 1945 sehr deutlich benannt. Auch als erklärter Antifaschist machte er sich 1945 in Nagold nicht überall beliebt, zumal er darauf drängte, die lokalen Nazigrößen juristisch zu belangen. Man betrachte die im Herbst 1945 beginnen-den Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozesse, die oft nur als „Siegerjustiz“, nicht als notwendige Aufarbeitung der Menschheitsverbrechen auf-gefasst wurden. Vielfach wurde das Ende der Naziherrschaft als militärische Niederlage, nicht als Befreiung verstanden. Ein Vergleich mit den Konflikten um die militärische Nie-derlage, die wirtschaftliche Not und mit dem Versailler Vertrag nach dem Ersten Weltkrieg drängt sich auf: Die Verursacher des Elends weigerten sich, die Verantwortung zu überneh-men. Man ließ die Gegner des alten Regimes die Aufräumarbeit machen und beschuldigte sie danach, an der Misere nach dem Krieg schul-dig zu sein. Nachdem die schlimmsten Mängel beseitigt waren, konnte man dann wieder zur Tagesordnung übergehen. Besonders hervorzu-heben ist, dass Walter Wolf auch dann, wenn es schwer zu vertreten war, auf unbedingte Rechtsstaatlichkeit der Verfahren drängte und jeden Rachegedanken ablehnte. Dass der pädagogische Impuls Walter Wolfs, zu lernen, „was es heißt, ein wirklich freier Mensch zu sein“, nicht unbedingt auf fruchtbaren Boden fiel, zeigte sich u.a. im Ergebnis der ersten freien Bürgermeisterwahl vom 15. September 1946, in der der nicht wählbare Ex-Bürgermeister Maier die meisten Stimmen erhielt (siehe oben). Aber auch die Armut der Familie Wolf in den Jahren nach der Bürgermeisterzeit, als er arbeitslos war, ist ein Zeichen geringer Wertschätzung. Bemer-kenswert ist auch ein Schriftwechsel um die Zah-lung von Rentenversicherungsbeiträgen durch die Stadt für die Zeit als Bürgermeister. Einein-halb Jahre nach dem Tod Walter Wolfs fragte die Witwe bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte nach einem Rentenanspruch als Witwe nach, worauf die BfA wiederum bei der Stadt Nagold nachfragte, ob für die Zeit als Bürgermeister Versicherungsbeiträge geleistet
- Naziregimes für die Katastrophe sehen. Walter Wolf selbst hat das in seinem Aufruf vom 6. Juni 1945 sehr deutlich benannt. Auch als erklärter Antifaschist machte er sich 1945 in Nagold nicht überall beliebt, zumal er darauf drängte, die lokalen Nazigrößen juristisch zu belangen. Man betrachte die im Herbst 1945 beginnen-den Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozesse, die oft nur als „Siegerjustiz“, nicht als notwendige Aufarbeitung der Menschheitsverbrechen auf-gefasst wurden. Vielfach wurde das Ende der Naziherrschaft als militärische Niederlage, nicht als Befreiung verstanden. Ein Vergleich mit den Konflikten um die militärische Nie-derlage, die wirtschaftliche Not und mit dem Versailler Vertrag nach dem Ersten Weltkrieg drängt sich auf: Die Verursacher des Elends weigerten sich, die Verantwortung zu überneh-men. Man ließ die Gegner des alten Regimes die Aufräumarbeit machen und beschuldigte sie danach, an der Misere nach dem Krieg schul-dig zu sein. Nachdem die schlimmsten Mängel beseitigt waren, konnte man dann wieder zur Tagesordnung übergehen. Besonders hervorzu-heben ist, dass Walter Wolf auch dann, wenn es schwer zu vertreten war, auf unbedingte Rechtsstaatlichkeit der Verfahren drängte und jeden Rachegedanken ablehnte. Dass der pädagogische Impuls Walter Wolfs, zu lernen, „was es heißt, ein wirklich freier Mensch zu sein“, nicht unbedingt auf fruchtbaren Boden fiel, zeigte sich u.a. im Ergebnis der ersten freien Bürgermeisterwahl vom 15. September 1946, in der der nicht wählbare Ex-Bürgermeister Maier die meisten Stimmen erhielt (siehe oben). Aber auch die Armut der Familie Wolf in den Jahren nach der Bürgermeisterzeit, als er arbeitslos war, ist ein Zeichen geringer Wertschätzung. Bemer-kenswert ist auch ein Schriftwechsel um die Zah-lung von Rentenversicherungsbeiträgen durch die Stadt für die Zeit als Bürgermeister. Einein-halb Jahre nach dem Tod Walter Wolfs fragte die Witwe bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte nach einem Rentenanspruch als Witwe nach, worauf die BfA wiederum bei der Stadt Nagold nachfragte, ob für die Zeit als Bürgermeister Versicherungsbeiträge geleistet
- Naziregimes für die Katastrophe sehen. Walter Wolf selbst hat das in seinem Aufruf vom 6. Juni 1945 sehr deutlich benannt. Auch als erklärter Antifaschist machte er sich 1945 in Nagold nicht überall beliebt, zumal er darauf drängte, die lokalen Nazigrößen juristisch zu belangen. Man betrachte die im Herbst 1945 beginnen-den Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozesse, die oft nur als „Siegerjustiz“, nicht als notwendige Aufarbeitung der Menschheitsverbrechen auf-gefasst wurden. Vielfach wurde das Ende der Naziherrschaft als militärische Niederlage, nicht als Befreiung verstanden. Ein Vergleich mit den Konflikten um die militärische Nie-derlage, die wirtschaftliche Not und mit dem Versailler Vertrag nach dem Ersten Weltkrieg drängt sich auf: Die Verursacher des Elends weigerten sich, die Verantwortung zu überneh-men. Man ließ die Gegner des alten Regimes die Aufräumarbeit machen und beschuldigte sie danach, an der Misere nach dem Krieg schul-dig zu sein. Nachdem die schlimmsten Mängel beseitigt waren, konnte man dann wieder zur Tagesordnung übergehen. Besonders hervorzu-heben ist, dass Walter Wolf auch dann, wenn es schwer zu vertreten war, auf unbedingte Rechtsstaatlichkeit der Verfahren drängte und jeden Rachegedanken ablehnte. Dass der pädagogische Impuls Walter Wolfs, zu lernen, „was es heißt, ein wirklich freier Mensch zu sein“, nicht unbedingt auf fruchtbaren Boden fiel, zeigte sich u.a. im Ergebnis der ersten freien Bürgermeisterwahl vom 15. September 1946, in der der nicht wählbare Ex-Bürgermeister Maier die meisten Stimmen erhielt (siehe oben). Aber auch die Armut der Familie Wolf in den Jahren nach der Bürgermeisterzeit, als er arbeitslos war, ist ein Zeichen geringer Wertschätzung. Bemer-kenswert ist auch ein Schriftwechsel um die Zah-lung von Rentenversicherungsbeiträgen durch die Stadt für die Zeit als Bürgermeister. Einein-halb Jahre nach dem Tod Walter Wolfs fragte die Witwe bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte nach einem Rentenanspruch als Witwe nach, worauf die BfA wiederum bei der Stadt Nagold nachfragte, ob für die Zeit als Bürgermeister Versicherungsbeiträge geleistet
- Naziregimes für die Katastrophe sehen. Walter Wolf selbst hat das in seinem Aufruf vom 6. Juni 1945 sehr deutlich benannt. Auch als erklärter Antifaschist machte er sich 1945 in Nagold nicht überall beliebt, zumal er darauf drängte, die lokalen Nazigrößen juristisch zu belangen. Man betrachte die im Herbst 1945 beginnen-den Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozesse, die oft nur als „Siegerjustiz“, nicht als notwendige Aufarbeitung der Menschheitsverbrechen auf-gefasst wurden. Vielfach wurde das Ende der Naziherrschaft als militärische Niederlage, nicht als Befreiung verstanden. Ein Vergleich mit den Konflikten um die militärische Nie-derlage, die wirtschaftliche Not und mit dem Versailler Vertrag nach dem Ersten Weltkrieg drängt sich auf: Die Verursacher des Elends weigerten sich, die Verantwortung zu überneh-men. Man ließ die Gegner des alten Regimes die Aufräumarbeit machen und beschuldigte sie danach, an der Misere nach dem Krieg schul-dig zu sein. Nachdem die schlimmsten Mängel beseitigt waren, konnte man dann wieder zur Tagesordnung übergehen. Besonders hervorzu-heben ist, dass Walter Wolf auch dann, wenn es schwer zu vertreten war, auf unbedingte Rechtsstaatlichkeit der Verfahren drängte und jeden Rachegedanken ablehnte. Dass der pädagogische Impuls Walter Wolfs, zu lernen, „was es heißt, ein wirklich freier Mensch zu sein“, nicht unbedingt auf fruchtbaren Boden fiel, zeigte sich u.a. im Ergebnis der ersten freien Bürgermeisterwahl vom 15. September 1946, in der der nicht wählbare Ex-Bürgermeister Maier die meisten Stimmen erhielt (siehe oben). Aber auch die Armut der Familie Wolf in den Jahren nach der Bürgermeisterzeit, als er arbeitslos war, ist ein Zeichen geringer Wertschätzung. Bemer-kenswert ist auch ein Schriftwechsel um die Zah-lung von Rentenversicherungsbeiträgen durch die Stadt für die Zeit als Bürgermeister. Einein-halb Jahre nach dem Tod Walter Wolfs fragte die Witwe bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte nach einem Rentenanspruch als Witwe nach, worauf die BfA wiederum bei der Stadt Nagold nachfragte, ob für die Zeit als Bürgermeister Versicherungsbeiträge geleistet
- Heiningen, Altsignatur 145.19.
- in der NSDAP-Mitgliederkartei (Schreiben des Bundesarchivs am 12.12.2024 an den Autor).
- 11.5.-31.12.45“,
- -
- -
- 17 Wie Anm. 5, daraus auch die folgenden Zitate.
- 11 Personal-„Stammliste“ (KrAC, B1 Bü78 II). Die Nachforschungen im Bundesarchiv
- rung in Württemberg-Hohenzollern. Stutt
- 22 WolFF, Götz: Die Isenbergs – Eine Fami
- 22 WolFF, Götz: Die Isenbergs – Eine Fami
- 37 Schreiben des Nagolder Ausschusses „An den Herrn Kommandeur des Kreises Calw“ vom 17.5.1945 als Anlage zum Sitzungsprotokoll des Ausschusses vom 19.5.1945 „namens des
- 22 WolFF, Götz: Die Isenbergs – Eine Fami
- 52 Flugblatt „An die Bevölkerung von Nagold“ vom 18.12.1945 (StAN A 50 168, alt 372).
- 54 Auch Hans Ballmann in Calw, ehedem KZ-Häftling und Mitglied des Calwer und des Kreisvertrauensrates, wies Kritik sehr scharf zurück. Siehe dazu seinen Aufruf in: Nach
- 22 WolFF, Götz: Die Isenbergs – Eine Fami
- 22 WolFF, Götz: Die Isenbergs – Eine Fami
- 30 Wie Anm. 20, S. 2.
- 46 Flugblatt „An die Nagolder Bevölkerung!“ vom 6.6.1945 (StAN A 50 168, alt 372).
- 34 Protokoll vom 20. August 1945 (wie Anm. 20).
- 22 WolFF, Götz: Die Isenbergs – Eine Fami
- 74 Calwer Tagblatt, 2.5.1953.
- 57 KrAC B 01-83, Gemeinderatswahlen in der Nachkriegszeit. 58 Sitzungs-Niederschrift des Gemeinderats-Ko
- 57 KrAC B 01-83, Gemeinderatswahlen in der Nachkriegszeit. 58 Sitzungs-Niederschrift des Gemeinderats-Ko
- 86 Der Bürgermeister der Stadt Nagold: Perso
- 57 KrAC B 01-83, Gemeinderatswahlen in der Nachkriegszeit. 58 Sitzungs-Niederschrift des Gemeinderats-Ko
- Göppingen.
- 153 r.: Eckhard Christof, Bad Boll.
- 57 KrAC B 01-83, Gemeinderatswahlen in der Nachkriegszeit. 58 Sitzungs-Niederschrift des Gemeinderats-Ko
- 57 KrAC B 01-83, Gemeinderatswahlen in der Nachkriegszeit. 58 Sitzungs-Niederschrift des Gemeinderats-Ko
- 79 Erinnerung eines Enkels von Walter Wolf.
- -
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- 57 KrAC B 01-83, Gemeinderatswahlen in der Nachkriegszeit. 58 Sitzungs-Niederschrift des Gemeinderats-Ko
- Lena Hauser
- Fundament und Grablege der Nagolder Liebfrauenkirche
- Hintergrund wertvoll, dass Köpf seine eigene fotografische Grabungsdokumentation durch ein Missgeschick mit der Kamera zerstört hat-te.3 Bislang war nicht davon auszugehen, dass es noch Fotografien vom Fundkontext der Ge-beine gab. Wir danken Karlheinz Seeger für seine Unter-stützung bei der Aufarbeitung des Grabungs-geschehens und freuen uns, in dieser Ausgabe des Jahrbuchs nun einen Teil seiner Fotografien abdrucken und damit den Beitrag in der letzten Ausgabe ergänzen zu dürfen.
- Hintergrund wertvoll, dass Köpf seine eigene fotografische Grabungsdokumentation durch ein Missgeschick mit der Kamera zerstört hat-te.3 Bislang war nicht davon auszugehen, dass es noch Fotografien vom Fundkontext der Ge-beine gab. Wir danken Karlheinz Seeger für seine Unter-stützung bei der Aufarbeitung des Grabungs-geschehens und freuen uns, in dieser Ausgabe des Jahrbuchs nun einen Teil seiner Fotografien abdrucken und damit den Beitrag in der letzten Ausgabe ergänzen zu dürfen.
- Hintergrund wertvoll, dass Köpf seine eigene fotografische Grabungsdokumentation durch ein Missgeschick mit der Kamera zerstört hat-te.3 Bislang war nicht davon auszugehen, dass es noch Fotografien vom Fundkontext der Ge-beine gab. Wir danken Karlheinz Seeger für seine Unter-stützung bei der Aufarbeitung des Grabungs-geschehens und freuen uns, in dieser Ausgabe des Jahrbuchs nun einen Teil seiner Fotografien abdrucken und damit den Beitrag in der letzten Ausgabe ergänzen zu dürfen.
- Hintergrund wertvoll, dass Köpf seine eigene fotografische Grabungsdokumentation durch ein Missgeschick mit der Kamera zerstört hat-te.3 Bislang war nicht davon auszugehen, dass es noch Fotografien vom Fundkontext der Ge-beine gab. Wir danken Karlheinz Seeger für seine Unter-stützung bei der Aufarbeitung des Grabungs-geschehens und freuen uns, in dieser Ausgabe des Jahrbuchs nun einen Teil seiner Fotografien abdrucken und damit den Beitrag in der letzten Ausgabe ergänzen zu dürfen.
- Hintergrund wertvoll, dass Köpf seine eigene fotografische Grabungsdokumentation durch ein Missgeschick mit der Kamera zerstört hat-te.3 Bislang war nicht davon auszugehen, dass es noch Fotografien vom Fundkontext der Ge-beine gab. Wir danken Karlheinz Seeger für seine Unter-stützung bei der Aufarbeitung des Grabungs-geschehens und freuen uns, in dieser Ausgabe des Jahrbuchs nun einen Teil seiner Fotografien abdrucken und damit den Beitrag in der letzten Ausgabe ergänzen zu dürfen.
- Hintergrund wertvoll, dass Köpf seine eigene fotografische Grabungsdokumentation durch ein Missgeschick mit der Kamera zerstört hat-te.3 Bislang war nicht davon auszugehen, dass es noch Fotografien vom Fundkontext der Ge-beine gab. Wir danken Karlheinz Seeger für seine Unter-stützung bei der Aufarbeitung des Grabungs-geschehens und freuen uns, in dieser Ausgabe des Jahrbuchs nun einen Teil seiner Fotografien abdrucken und damit den Beitrag in der letzten Ausgabe ergänzen zu dürfen.
- Calw, Ausgabe 2024/2025, Neustadt an der Aisch 2024, S. 179–191.
- Calw, D5 (Nachlass Köpf), A1).
- Hans Schabert
- Der Preußische Meilenstein in Bad Liebenzell
- Der Preußische Meilenstein in Bad Liebenzell
- Der Preußische Meilenstein in Bad Liebenzell
- Der Preußische Meilenstein in Bad Liebenzell
- Der Preußische Meilenstein in Bad Liebenzell
- Der Preußische Meilenstein in Bad Liebenzell
- Schabert, Hans: Gründung der Liebenzeller Bank war Folge des Mauerbaus, in: Damals & Heute. Jahrbuch der Stadt Bad Liebenzell und
- Kurhausdamm gelegene Zweigstelle in das heu-tige Institut. Kritisch sahen viele aus Bad Liebenzell, dass der vom Berliner Unternehmen anlässlich des 25jährigen Jubiläums gestiftete Berliner Bär von der Vereinigten Volksbank 2013 an den B ärenpark nach Bad Rippoldsau-Schapbach verschenkt wurde. Er war 1987 vor der Bank auf einem Brunnen aufgestellt worden, als d iese vor dem Umzug an den heutigen Platz ihren Standort Ecke Reuchlinweg/Im Blumenstiel hatte. Das Anwesen wurde 2020 abgebrochen. Heute besteht dort ein Parkplatz.