Epistolare Anonymität ist im Gegensatz zu anonymer Autorschaft bislang kaum untersucht worden. Auf den ersten Blick scheint Anonymität für epistolares Schreiben keine große Relevanz zu besitzen . Im Gegensatz zu literarischen Texten weiß man in Briefwechseln meist immer, mit wem man es zu tun hat. Persönliche und konkrete Adressierung ist eine Voraussetzung für das Versenden und Empfangen von Briefen. Foucaults (nicht nur) in der Briefforschung viel diskutiertes Statement, dass ein Brief keinen Autor, sondern vielmehr einen Unterzeichner ("signataire") habe, unterstützt diese Annahme. Doch ist das wirklich so? Bietet der private Brief in seiner medialen Flexibilität und Mehrdimensionalität neben vielfältigen Möglichkeiten der Variation und Inszenierung des eigenen Selbst nicht auch Gradierungen einer relativen Anonymität Raum? Und zwar im Sinne einer Vorläufigkeit, partiellen Identifikation und Adressierung unterschiedlicher Personenkreise, denen der Name von Autoren, Verfassern, Werken oder anderen Entitäten eben bekannt ist oder nicht? Hier setzt der Band an und nimmt das Phänomen von Anonymität in Briefen in den Blick. Das Verhältnis von öffentlicher Anonymität und privater bzw. nicht-öffentlicher Kommunikation sowie die Durchlässigkeit zwischen epistolarer und gedruckter Kommunikation steht ebenso im Zentrum wie spezifische Strategien der Anonymisierung in Briefen und Potenziale der DH.

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Anonymität in Briefen des 18. und 19. Jahrhunderts
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Information
Thema
LiteraturInhaltsverzeichnis
- Title Page
- Copyright
- Contents
- Frontmatter
- Open-Access-Transformation in der Literaturwissenschaft
- Inhalt
- Zur Einführung
- Anonymität in galanten Briefwechseln am Beispiel von Aurora von Königsmarck
- Zur (An)onymitätspolitik journalistischer Briefgenres. Der Hamburgische unpartheyische Correspondent und der Teutsche Merkur als Beispiel
- „Klopstock!“: Onymität im anonymen Briefroman
- Brüder im Geiste. Anonymität und Freundschaft bei Theodor Gottlieb von Hippel und Johann Georg Scheffner
- „Meinen Nammen verschweige ich Dir“. Anonyme Briefe im Nachlass Johann Caspar Lavaters – blinde Flecken im Korrespondenznetzwerk
- Gattungswechsel. Zur realen und rezeptiven Anonymisierung der Absender der im Magazin zur Erfahrungsseelenkunde abgedruckten Briefe
- Die Verhandlung von Anonymität, Onymität und Spottnamen in Briefen der Redaktion der Zeitung für die Elegante Welt in ihrer Gründungszeit (1801–1805)
- Jack the Rippers Briefe from Hell. An-/Pseudonymität im medienwirksamen Droh- und Bekennerschreiben am Ende des 19. Jahrhunderts
- Stilometrie und (epistolare) Anonymität – eine Annäherung anhand von drei Problemkonstellationen
- Register
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