Schuld und Geheimnis
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Schuld und Geheimnis

Bekenntnisse von Legenden in der deutsch-jüdischen Publizistik

  1. 718 Seiten
  2. German
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Schuld und Geheimnis

Bekenntnisse von Legenden in der deutsch-jüdischen Publizistik

Über dieses Buch

Die Geschichte der deutschsprachigen Publizistik war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhun­derts eine Abenteuergeschichte mit vielen Geheimnissen. Sie wird in diesem Buch aus der Perspektive von ›Medienlegenden‹ erzählt, die in Memoiren ihr Leben in jener Zeit beschrieben haben. Viele von ihnen hatten jüdische Wurzeln; schon bald nach Hitlers Machtergreifung mussten sie emigrieren. Publizist:innen mit ›Arier-Nachweis‹ konnten hingegen während des ›Dritten Reichs‹ weiter publizistisch aktiv bleiben. Ihre Bekenntnisse und Geständnisse führen zu Erkenntnissen über die Themen ›Schuld‹ und ›Verges­sen‹, die uns im Mo­ment wieder besonders stark beschäf­tigen müssen. Intensiv ›beim Wort genommen‹ werden in dieser Studie insgesamt 36 deutsche Medienlegenden, darunter Alfred Kerr, Theodor Wolff, Curt Riess, Hans Habe und Georg Stefan Troller sowie Gabriele Tergit, Stéphane Roussel und Hilde Spiel – alle mit jüdischen Wurzeln. Zu den Deutschen, die Diener des Systems gewesen waren und nach dem Krieg, als sie (weiter) zur Medienprominenz gehörten, wenig selbstkritisch oder sogar lügnerisch mit ihrer Vergangenheit umgingen, zählen Friedrich Sie­burg, Karl Korn, Walter Henkels, Henri Nannen, Fritz Sänger, Margret Boveri und Elisabeth Noelle. Auch die Nebenrollen sind in diesem Buch über ›Medienlegenden‹ prominent besetzt – mit Personen der Zeitgeschichte aus Politik, Kunst und Wissenschaft wie Rathenau und Stresemann, Brecht, Kafka, Schönberg und Furtwängler sowie Röntgen, Cassirer und Adorno.

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Information

Jahr
2026
Auflage
1
eBook-ISBN:
9783869627489

Inhaltsverzeichnis

  1. Front matter
  2. I. ›Mein Leben‹: Erinnertes und Erdichtetes
  3. II. Jüdische Wurzeln: Verfolgung und Vertreibung
  4. Alfred Kerr – Der verhasste Kritiker und Sprach-Künstler
  5. Friedrich Stampfer und Theodor Wolff –  Zwei politische Journalisten und ihre Emigration
  6. Stefan Großmann – Der Romantiker aus dem Branntweinladen
  7. Willy Haas – Ein wirklicher Freund der literarischen Welt
  8. Gabriele Tergit und Immanuel Birnbaum – Ein Jahrgang und zweimal Max Weber
  9. Hans Sahl – Allrounder, dichtender Moralist und Fluchthelfer im Exil
  10. Stéphane Roussel – Dauergast im Frühschoppen: die ›Grande Dame‹
  11. Curt Riess – Der Sportreporter und Goebbels-Biograf
  12. Hans Habe – Achtzehn Zeitungen und sechs Ehefrauen
  13. Hilde Spiel – Eine moderne Frau und sensible Essayistin
  14. Henry R. Cassirer – Aus der Odenwald-Idylle in die weite Welt
  15. Marcel Reich-Ranicki – Das Publikum (und sich selbst) im Blick
  16. Georg Stefan Troller – Der Flaneur und seine ›Menschenfresser-Interviews‹
  17. Gerhard Löwenthal und Ralph Giordano – Ein Rechtsausleger und ein Linksausleger
  18. III. ›Zweite Schuld‹: Verschweigen und Verdrängen
  19. Fritz Sänger – Der mutige Mitschreiber und sein Loch im Lebenslauf
  20. Friedrich Sieburg – Der eitle ›Richard Tauber des Journalismus‹
  21. Karl Silex, Paul Scheffer und Rudolf Kircher – Drei Chefredakteure und der ›graubraune Widerstand‹
  22. Margret Boveri – ›Innere Emigration‹, Bewusstsein – und die Wirklichkeit
  23. Karl Korn – Garten und Feld – und die Tarnung ›zwischen den Zeilen‹
  24. H. H. Stuckenschmidt – ›Zum Hören geboren‹: ein Lobbyist der Neutöner
  25. Sebastian Haffner – Der Beginn der Nazi-Ära – Anmerkungen aus dem Exil
  26. Axel Eggebrecht – Ein Agnostiker und sein gesunder Menschenverstand
  27. Walter Henkels und Henri Nannen – Vom PK-Kriegsberichter zur ›Medienlegende‹
  28. Elisabeth Noelle und Helene Rahms –  Frauen im ›Trojanischen Pferd‹ des Dr. Goebbels
  29. Hans-Georg v. Studnitz und Ursula v. Kardorff – Adel verpflichtet – aber nicht in jedem Fall und überall
  30. Erich Kuby – Deutsche Patrioten und der Mann, der alles aufschrieb
  31. Felix v. Eckardt und Günter Diehl – Auf ›krummen Wegen‹ zu Schlüsselrollen in Bonn
  32. IV. Erträge des ›unerforschten Rests‹. Ein Nachwort von Ulrich Pätzold
  33. Literatur
  34. Personenregister
  35. Back Matter

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