Ausnahmezustand
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Ausnahmezustand

Hochschulen im deutschsprachigen Raum seit dem 7. Oktober. Zeugnisse von Betroffenen

  1. 552 Seiten
  2. German
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Ausnahmezustand

Hochschulen im deutschsprachigen Raum seit dem 7. Oktober. Zeugnisse von Betroffenen

Über dieses Buch

Deutschsprachige Hochschulen sind seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 kein sicherer Hort mehr für jüdisches Leben. Betroffene schildern, wie die Normalität von einst zerstört worden ist. Am 7. Oktober 2023 begann für jüdische Menschen eine neue Zeitrechnung. Auch jenseits der medial sichtbaren Fälle und hasserfüllten Demonstrationen auf den Straßen, öffentlichkeitswirksamen Besetzungen und Boykottaufrufen an Universitäten veränderte sich die Atmosphäre an vielen Hochschulen nachhaltig. Was machte diese Entwicklung mit jüdischen Menschen, die an diesen Hochschulen tätig sind? Inwiefern wurden ihr berufliches Selbstverständnis, ihre Position im akademischen Raum und ihre Lebensrealität beeinflusst? Welche Strategien entwickelten sie im Umgang mit Anfeindungen und institutionellen Unsicherheiten? In über sechzig Selbstzeugnissen von Mitgliedern des Netzwerks jüdischer Hochschullehrender in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie ihres Unterstützungskreises entwerfen Betroffene ein eindringliches Bild von Zurückweisung, Ausgrenzung und Vereinsamung in jener Lebenswelt, die sie einst als ihre geistige Heimat betrachtet hatten. Zugleich dokumentiert der Band die Handlungsfähigkeit der Beteiligten unter erschwerten Bedingungen. Das Buch eröffnet damit einen ebenso bestürzenden wie aufschlussreichen Blick auf die prekäre Lage jüdischer Hochschulangehöriger hinter den aufgeladenen Diskursen unserer Zeit.

Information

Jahr
2026
eBook-ISBN:
9783835394230

Inhaltsverzeichnis

  1. Umschlag
  2. Titel
  3. Impressum
  4. Inhalt
  5. Einführung: Beschreibung eines Ausnahmezustands. Reflexionen über ein Mammutprojekt der Sichtbarkeit
  6. Julia Bernstein, Roglit Ishay, Ilja Kogan: »Für biografische Erzählungen blieb im Studien- und Arbeitsalltag kaum Platz«: Erfahrungen des Vorstands im Netzwerk jüdischer Hochschullehrender
  7. Interview mit Lea Adam und Michaela Artmann: »Nicht den Antisemitismus reflexhaft von sich wegweisen …«
  8. Luigi de Ambrosia: Über institutionelle Verantwortung im Umgang mit Antisemitismus am Beispiel der Universität Kassel
  9. Marina Allal: Ein Bericht über Atemübungen unter Wasser: Antisemitismus und kein Ende?
  10. Balbina Bäbler: Aus tiefer Not schrei ich zu Dir. Eine persönliche Bilanz
  11. Gabriela Bamberger: Antisemitismuserfahrungen, nicht nur akademisch
  12. Lisa Baumann: Erlebnisse in einer Universitätsbibliothek nach dem 7. Oktober 2023
  13. Hanoch Ben-Yami: Ein israelischer Hochschullehrer an der CEU: Erfahrungen 2023–2026
  14. Julia Bernstein: Der alte deutsch-jüdische Knoten und seine neue Eskalation. Folgen des 7. Oktober an Universitäten
  15. Interview mit Michael Bielicky: »Ich werde von BDS-Leuten, von woken Leuten rausgejagt«
  16. Michael Bielicky: The Story That Never Ends
  17. Gesa Rachel Biffio: Abgewandte Realitäten – Konversationen mit jüdischen Studierenden und Lehrenden nach dem 7. Oktober
  18. Awi Blumenfeld: Vom Hörsaal zur Haltung. Ein essayistisches Blitzlicht auf jüdisches Leben, Lehren und Lernen an Universitäten und Hochschulen nach dem 7. Oktober 2023
  19. Alfred Bodenheimer: Die Stimmung an der Universität im Rahmen des Erträglichen zu halten. Der 7. Oktober und seine Folgen
  20. Interview mit Dr. Andreas Brämer: »Angst darf nicht der Normalzustand sein« – Persönliche Erfahrungen mit Antisemitismus und Gewalt nach dem 7. Oktober
  21. Noa Cohen: Progressive Illusionen: Jüdische Erfahrungen in Deutschland nach dem 7. Oktober
  22. Interview mit Sünje Gondersen: Antisemitismus als Ermächtigungsstrategie
  23. Simon Erlanger: Der große Dammbruch
  24. Jessica Fenner-Maschke: »Jüdisches Leben bedarf keiner deutschen Genehmigung«: Antisemitismus vor und nach dem 7. Oktober
  25. Interview mit Michael Friedman: »Ich bin im Schutz der Schatten der Shoah aufgewachsen – die Erinnerungskultur verändert sich, und für mich ist Zionist ein positiver Begriff«
  26. Interview mit Ruth Geiss-Friedlander: »Ich sehe vor allem eines: Desinteresse von der deutschen Gesellschaft …«
  27. Julia Goldberg-Katz: Auf einer dünnen Linie zwischen dem, was ist, und dem, was möglich wäre
  28. Daniel Gorali: Leben zwischen Stille und Alarm: Die Erfahrung eines jungen israelischen Akademikers in Deutschland nach dem 7. Oktober
  29. Interview mit Rudolf Heidu: »Ein beständig währendes Vorbild meiner Großeltern« – die gute Nachricht aus Prag
  30. Ludger Hiepel: Zwischen Prävention und Krisenmodus
  31. Bat Hiob: Shma Israel, sage ich. Shma Israel!
  32. Interview mit Bella Hoffstein: Der Schmerz historischer Angst: Erfahrungen zwischen (transgenerationaler) Erinnerung und Gegenwart
  33. Tapira Hyrax: Und vielleicht sind Israelis am Ende doch nicht so schlimm
  34. Roglit Ishay: Spanien, mon amour
  35. Henning Kieselbrandt: Wenn sich meine Erfahrungen mit Antisemitismus auf geschmacklose Bemerkungen beschränkt hätten, würde ich mich als glücklich bezeichnen
  36. Interview mit Wojtek Klemm: »Man soll uns Juden als schwierig betrachten«
  37. Ilja Kogan: Antisemitismus ist wie Rost am Auto
  38. Dani Kranz: Neue Koordinaten und ankerlose Bojen: Biografische Brüche, Klarheit, Sicherheit
  39. Interview mit Lisa Krohn: »Das Gehör für unsere Erfahrungen muss sich verbessern«
  40. Marcel Lemmer und Johannes Richter: Niedergang der Israelsolidarität an der Frankfurter Goethe-Universität
  41. Katja Kulinski und Nils Baratella: Mit einer Rüstung gewappnet
  42. Alexander Libman: Die Sprache der Breschnew-Propaganda der ›progressiven‹ Studierenden in Deutschland: Antisemitismus an Hochschulen – ein strukturelles Problem?
  43. Stefan Müller: Ich lüge
  44. Interview mit Erik Petry: »War unsere Arbeit in den letzten 40 Jahren vergeblich?«
  45. Karoline Preisler: Wir müssen tapfer sein
  46. Doron Rabinovici: Angesichts des siebenten Oktobers. Auslöschung und Geiselnahme
  47. Tal Rabinowitsch: Das geheime, das unwiderrufliche Wort: Ein Erfahrungsbericht über das Leben nach dem 7. Oktober
  48. Elisabeth Schilling: Der Harz-Effekt
  49. Lennard Schmidt und Salome Richter: »Dem sozialen Frieden nicht zuträglich…« Bildungsideal, institutionelle Abwehr und die Zumutung der Antisemitismuskritik
  50. Vladimir Shikhman: In einen Wirbelsturm geraten, hält man inne vor dem schrecklich Erhabenen. Woran sind wir nach dem 7. Oktober 2023?
  51. Marek Sierka: Vom »judenfreien« Polen zur Angst vor einer »judenfreien« deutschen Wissenschaft
  52. Johannes Sosada: Ein »Infoabend« bei Amnesty
  53. Hana Steingut: Wie ein Riss durch das Leben
  54. Frank A. Stern: Über den großen Judenschmerz 2026 und 1826
  55. Interview mit Andreas Stahl: Antisemitismus-Kritik als Sisyphusarbeit? Über Antisemitismus im akademisch-aktivistischen Bereich
  56. Rahel Stennes: Von der Bedeutung eines jüdischen Vornamens in Deutschland vor und nach dem 7. Oktober 2023
  57. Tom Uhlig: Erst als Tragödie, dann als Spektakel. Erinnerungen an Antisemitismus in der Linken zwischen 2014 und 2024
  58. Susanne Urban: Einblicke in Abgründe und behutsame Begleitung
  59. Interview mit Boris Vexler: Plötzlich höre ich Sätze wie »Mein moralischer Kompass in diesem Thema hat sich noch nicht eingestellt.«
  60. Markus Weiss: »Grundsätzlich nicht in Ordnung«
  61. Interview mit Bruno Weingast und Marianne Adler: »Nicht nur ›ein paar Geschichten‹ aus den Nachrichten, sondern Alltag.«
  62. Interview mit Rotem Zelingher: Was der 7. Oktober mit uns gemacht hat
  63. Interview mit Tanya Zirkowitz: »Man entwickelt das Gefühl der Vergeblichkeit und zieht sich immer weiter zurück«
  64. Autor:innenliste
  65. Glossar

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