Leo Tolstois Roman "Anna Karenina" gilt als eines der größten Meisterwerke der Weltliteratur. Die verheiratete, in der Petersburger Gesellschaft angesehene Anna Karenina verliebt sich leidenschaftlich in den charmanten Grafen Wronski und entscheidet sich schließlich, entgegen aller gesellschaftlichen Konventionen, ihre Ehe und ihr Kind für diese Liebe aufzugeben – eine Entscheidung, die sie zunehmend in gesellschaftliche Isolation, Eifersucht und seelischen Verfall treibt und die im tragischen Freitod endet.
Parallel dazu erzählt der Roman die Geschichte des grüblerischen Gutsbesitzers Konstantin Lewin, der auf dem Land nach echtem Lebenssinn, nach einer erfüllenden Ehe mit Kitty und nach religiöser und philosophischer Klarheit sucht – ein Handlungsstrang, der als Gegenentwurf zu Annas selbstzerstörerischer Leidenschaft gelesen werden kann.
Tolstoi entfaltet in diesem 1877/78 vollendeten Roman ein umfassendes Panorama der russischen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts, verbunden mit tiefgründigen Reflexionen über Liebe, Ehe, Moral, Landwirtschaft und den Sinn des Lebens, und gilt als einer der psychologisch dichtesten Romane der Literaturgeschichte.
