Chronische Wunden im Alter
  1. 116 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
eBook - ePub

Über dieses Buch

Chronische Wunden sind eine häufige und unerwünschte Komplikation bei älteren und pflegebedürftigen Menschen. Gesundheitsfachberufe, darunter Pflege? und Therapieberufe, die in geriatrischen Betreuungsfeldern tätig sind, brauchen daher aktuelles Wissen über die Diagnostik und Behandlung von chronischen Wunden und deren Entstehungsursachen.

Dieser Band der Reihe PGGk liefert aktuelles, praxisbezogenes und interdisziplinäres Wissen zu häufigen chronischen Wunden, darunter Dekubitus, diabet. Fußsyndrom, inkontinenzassoziierte Dermatitis oder Ulcus cruris. Neben Grundlagen zur Pathogenese, werden moderne Therapieansätze, Methoden zur Diagnostik und Beschreibung von Wunden, sowie weiterführende Aspekte wie Schmerzen, Lebensqualität, Selbstmanagement behandelt. Dieser Band bietet Praktikern, Lehrenden und Lernenden in den Gesundheitsfachberufen kompaktes, aktuelles und anwendungsbezogenes Wissen zu allen relevanten Aspekten für die Versorgung von älteren Menschen mit chronischen Wunden.

Häufig gestellte Fragen

Ja, du kannst dein Abo jederzeit über den Tab Abo in deinen Kontoeinstellungen auf der Perlego-Website kündigen. Dein Abo bleibt bis zum Ende deines aktuellen Abrechnungszeitraums aktiv. Erfahre, wie du dein Abo kündigen kannst.
Nein, Bücher können nicht als externe Dateien, z. B. PDFs, zur Verwendung außerhalb von Perlego heruntergeladen werden. Du kannst jedoch Bücher in der Perlego-App herunterladen, um sie offline auf deinem Smartphone oder Tablet zu lesen. Weitere Informationen hier.
Perlego bietet zwei Abopläne an: Elementar und Erweitert
  • Elementar ist ideal für Lernende und Profis, die sich mit einer Vielzahl von Themen beschäftigen möchten. Erhalte Zugang zur Basic-Bibliothek mit über 800.000 vertrauenswürdigen Titeln und Bestsellern in den Bereichen Wirtschaft, persönliche Weiterentwicklung und Geisteswissenschaften. Enthält unbegrenzte Lesezeit und die Standardstimme für die Funktion „Vorlesen“.
  • Pro: Perfekt für fortgeschrittene Lernende und Forscher, die einen vollständigen, uneingeschränkten Zugang benötigen. Schalte über 1,4 Millionen Bücher zu Hunderten von Themen frei, darunter akademische und hochspezialisierte Titel. Das Pro-Abo umfasst auch erweiterte Funktionen wie Premium-Vorlesen und den Recherche-Assistenten.
Beide Abopläne sind mit monatlichen, halbjährlichen oder jährlichen Abrechnungszyklen verfügbar.
Wir sind ein Online-Abodienst für Lehrbücher, bei dem du für weniger als den Preis eines einzelnen Buches pro Monat Zugang zu einer ganzen Online-Bibliothek erhältst. Mit über 1 Million Büchern zu über 1.000 verschiedenen Themen haben wir bestimmt alles, was du brauchst! Weitere Informationen hier.
Achte auf das Symbol zum Vorlesen bei deinem nächsten Buch, um zu sehen, ob du es dir auch anhören kannst. Bei diesem Tool wird dir Text laut vorgelesen, wobei der Text beim Vorlesen auch grafisch hervorgehoben wird. Du kannst das Vorlesen jederzeit anhalten, beschleunigen und verlangsamen. Weitere Informationen hier.
Ja! Du kannst die Perlego-App sowohl auf iOS- als auch auf Android-Geräten nutzen, damit du jederzeit und überall lesen kannst – sogar offline. Perfekt für den Weg zur Arbeit oder wenn du unterwegs bist.
Bitte beachte, dass wir Geräte, auf denen die Betriebssysteme iOS 13 und Android 7 oder noch ältere Versionen ausgeführt werden, nicht unterstützen können. Mehr über die Verwendung der App erfahren.
Ja, du hast Zugang zu Chronische Wunden im Alter von Katrin Balzer,Rahel Eckardt-Felmberg,Antje Tannen, Adelheid Kuhlmey,Wolfgang von Renteln-Kruse, Adelheid Kuhlmey, Wolfgang von Renteln-Kruse im PDF- und/oder ePub-Format sowie zu anderen beliebten Büchern aus Medicina & Medicina clínica. Aus unserem Katalog stehen dir über 1 Million Bücher zur Verfügung.

Information

Jahr
2018
ISBN drucken
9783110501230
eBook-ISBN:
9783110498493
Katrin Balzer

1Einführung

Wie andere Organe auch, verändern sich die Struktur und die Funktionsfähigkeit der Haut mit dem Alter. Die Haut wird – im wahrsten Sinne des Wortes – dünner und verliert an ihrer Barriere- und Schutzfunktion. Reparatur- und Regenerationsprozesse verlangsamen sich, während beispielsweise die Elastizität, Nährstoffversorgung, Tastsensibilität und Drüsenaktivität zurückgehen [1]. In der Summe führen die physiologischen Alterungsprozesse zu einer erhöhten Anfälligkeit für Erkrankungen oder Störungen wie beispielsweise Pilzinfektionen, Hauttrockenheit (Xerosis cutis), gutartige Hauttumoren (z. B. seborrhoische Warzen), Dekubitus oder inkontinenzassoziierte Dermatitis [2]. Begünstigt wird die Anfälligkeit der Haut im Alter zudem durch häufig auftretende Erkrankungen wie etwa arterielle und/oder venöse Durchblutungsstörungen, Diabetes mellitus Typ II, Inkontinenz oder eingeschränkte Mobilität. Diese meist chronischen Erkrankungen oder Zustände führen dazu, dass die Haut zusätzlich mechanischen (Druck) oder chemischen (Feuchtigkeit) Belastungen ausgesetzt ist und/oder die Gewebetoleranz gegenüber diesen Einwirkungen geschwächt wird. Darüber hinaus können zahlreiche, gerade bei älteren Menschen häufig verordnete Medikamente die Schutz- und Barrierefunktion schwächen, wie z. B. Antikoagulanzien oder nichtsteroidale Antiphlogistika [3].
Eine Folge der altersassoziierten Hautveränderungen und Gefährdungen der Hautgesundheit ist auch ein erhöhtes Risiko für chronische Wunden. Als chronische Wunden werden alle Schäden der Haut und einer oder mehrerer der darunterliegenden Strukturen bezeichnet, die nicht innerhalb von acht Wochen abheilen [4]. Durch Störungen in den physiologischen Wundheilungsprozessen und gegebenenfalls zusätzliche Infektionen des Wundgebiets verzögert sich die Abheilung der Wunden. Rund 1% aller Menschen in Deutschland leiden an chronischen Wunden, bei stark ansteigender Prävalenz und Inzidenz nach dem 70. Lebensjahr [5,6]. Die dominierenden Wunden im Alter sind Ulzera am Unterschenkel aufgrund von Störungen des venösen Rückstroms (Ulcus cruris venosum), der arteriellen Durchblutung (Ulcus cruris arteriosum) oder einer Kombination beider Ursachen (Ulcus cruris mixtum), Wunden am Fuß im Rahmen eines diabetischen Fußsyndroms sowie Druckgeschwüre (Dekubitus), d. h. Haut- und/oder Gewebeschädigungen infolge verlängerter oder zu starker Druckeinwirkung. Der größte Teil dieser Wunden entfällt auf das Ulcus cruris [5,6].
Können die Wundheilungsstörungen nicht effektiv behandelt werden, droht eine weitere Ausdehnung der Schädigungen in die Breite und die Tiefe sowie eine Ausbreitung der Infektionen und Entzündungsreaktionen im gesamten Körper bis hin zu einer Sepsis. Darüber hinaus können chronische Wunden die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen, etwa durch Schmerzen, Sekretbildung oder Wundgeruch, durch Einschränkungen der Mobilität und der Aktivitäten des täglichen Lebens, durch therapiebedingte Belastungen und psychische und soziale Folgen wie Schamgefühle oder sozialen Rückzug [710]. Sie bedeuten für die Betroffenen eine zusätzliche Komplikation ihrer Grunderkrankung und in der Regel eine weitere Erkrankung neben einer Reihe bereits bestehender Erkrankungen und Gesundheitsstörungen. Sie können zur Entstehung von Pflegebedürftigkeit beitragen oder eine bereits bestehende Pflegebedürftigkeit verstärken [6].
Den Teufelskreis aus zunehmender Morbidität, Verlust von Selbstmanagementfähigkeiten und somit wachsender Pflegebedürftigkeit zu durchbrechen oder zumindest zu verzögern, ist ein zentrales Ziel der geriatrischen Behandlung, Rehabilitation und Pflege. Die Vermeidung und Reduktion altersassoziierter Hautprobleme und chronischer Wunden stellen hierbei einen wichtigen Handlungsbereich dar. In den vergangenen Jahren haben diese Themen in der klinischen Forschung eine steigende Aufmerksamkeit erfahren. Zunehmend liegen evidenzbasierte Handlungsempfehlungen für die Hautpflege bei älteren Patientinnen und Patienten [11] sowie für die Behandlung und Pflege von Menschen mit chronischen Wunden [4,1214] vor.
Die erfolgreiche Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden beruht demnach auf drei Säulen: der konsequenten Behandlung der zugrundeliegenden Erkrankung oder Gesundheitsstörung, der wundstatusgerechten Lokaltherapie und der wirkungsvollen Unterstützung des Selbstmanagements der Betroffenen. In der geriatrischen Versorgung stellen sich hierbei mehrere spezifische klinische Herausforderungen: In der Regel leiden die Betroffenen an mehreren, bereits fortgeschrittenen Erkrankungen, unter Umständen auch an mehreren chronischen Wunden. Anlass der Behandlung ist meist die Exazerberation einer oder mehrerer dieser Erkrankungen oder das Auftreten einer akuten Erkrankung oder Verletzung. Und zum klinischen Bild zählen neben den chronischen Wunden meist weitere Symptomkomplexe und funktionelle Beeinträchtigungen, die sich, wie z. B. Harn- oder Stuhlinkontinenz, ungünstig auf die Wundheilung auswirken oder, wie z. B. kognitive Beeinträchtigungen, die Selbstmanagementfähigkeiten limitieren können. Die an sich bereits komplexe Behandlung der Wunde ist somit integraler Bestandteil eines noch komplexeren geriatrischen Behandlungs- und Pflegeprozesses.
Diese besonderen Ausgangsbedingungen erhöhen nicht nur die Anforderungen an die berufsgruppen- und gegebenenfalls sektorenübergreifende Versorgung, sondern auch an die Abwägung der Therapie- und Pflegeziele. Aus Sicht der Betroffenen kann Behandlungserfolg statt der kompletten Wundheilung auch (zunächst) die Reduktion belastender Wundsymptome oder ein rascher Rückgewinn von Mobilität und Unabhängigkeit in den Aktivitäten des täglichen Lebens bedeuten [15,16]. Leitmodell der Versorgung älterer Menschen mit chronischen Wunden sollten daher die Prinzipien der patientenzentrierten geriatrischen Pflege und Behandlung sein [17]. Erste empirisch untermauerte Kriterien für die Erhebung der Ziele und Präferenzen der Betroffenen und die Integration in die Versorgungsplanung liegen vor [15].
Patientenzentrierte geriatrische Versorgung heißt zugleich evidenzbasierte und interprofessionelle Versorgung [17]. Dies sind auch die Leitgedanken des vorliegenden Buches. Als eine Art Kompendium fasst es für alle an der geriatrischen Behandlung, Rehabilitation und Pflege beteiligten Berufsgruppen die aktuellen Wissensbestände zur Versorgung älterer Menschen mit chronischen Wunden zusammen. Im Aufbau folgt es dabei zunächst dem klinischen Prozess von der Pathogenese und Ätiologie über die Wundbeurteilung zur Therapie chronischer Wunden im Alter (Kapitel 24). In den anschließenden Kapiteln stehen sodann die Perspektive der Betroffenen (Kapitel 5), die Förderung deren Selbstmanagements und Selbstpflege (Kapitel 6) sowie die Anforderungen an die berufsgruppen- und sektorenübergreifende Zusammenarbeit (Kapitel 7) im Vordergrund. Das Schlusskapitel (Kapitel 8) integriert schließlich fallbezogen klinische Kerninhalte der geriatrischen Versorgung älterer Menschen mit chronischen Wunden und lädt die Leserinnen und Leser ein, eigenes Wissen zu rekapitulieren und anwendungsbezogen zu vertiefen. Wissend, dass sich die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Genese und Therapie chronischer Wunden kontinuierlich weiterentwickeln, soll und kann das vorliegende Buch aktuelle Leitlinien nicht ersetzen, aber die Auseinandersetzung damit und deren Anwendung in der Praxis unterstützen.

Literatur

[1]Jafferany M, Huynh TV, Silverman MA, Zaidi Z. Geriatric dermatoses: a clinical review of skin diseases in an aging population. Int J Dermatol. 2012;51:509–22.
[2]Hahnel E, Lichterfeld A, Blume-Peytavi U, Kottner J. The epidemiology of skin conditions in the aged: A systematic review. J Tissue Viability. 2017;26:20–8.
[3]Makrantonaki E, Wlaschek M, Scharffetter-Kochanek K. Pathogenese von Wundheilungsstörungen bei älteren Patienten. J Dtsch Dermatol Ges. 2017;15:255–78.
[4]Deutsche Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung e.V. Lokaltherapie chronischer Wunden bei Patienten mit den Risiken periphere arterielle Verschlusskrankheit, Diabetes mellitus, chronische venöse Insuffizienz. Version 1, AWMF-Register Nr. 091/001, Stand: 12. 06. 2012, http://www.awmf.org/mwg-internal/de5fs23hu73ds/progress?id=L0PZBGBpkb91SRdY-JCNza69mQIFdU6V1YDgb0NyLbw, letzter Zugriff am 17. 07. 2017.
[5]Heyer K, Herberger K, Protz K, Glaeske G, Augustin M. Epidemiology of chronic wounds in Germany: Analysis of statutory health insurance data. Wound Repair Regen. 2016;24:434–42.
[6]Köster I, Schubert I. Epidemiologie und Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden. Eine Analyse auf der Basis der Versichertenstichprobe AOK Hessen/KV Hessen. Abschlussbericht für MedInform − Informations- und Seminarservice Medizintechnologie. PMV forschungsgruppe, 2015, www.pmvforschungsgruppe.de, letzter Zugriff am 27. 07. 2017.
[7]Engelhardt M, Elias K, Augustin M, Debus ES. Erfassung der Lebensqualität bei chronischen Wunden und Gefäßerkrankungen. Gefäßchirurgie. 2015;20:10–7.
[8]González-Consuegra RV, Verdú J. Quality of life in people with venous leg ulcers: an integrative review. J Adv Nurs. 2011;67:926–44.
[9]Gorecki C, Brown JM, Nelson EA et al. Impact of pressure ulcers on quality of life in older patients: a systematic review. J Am Geriatr Soc. 2009;57:1175–83.
[10]van Acker K, Léger P, Hartemann A, Chawla A, Siddiqui MK. Burden of diabetic foot disorders, guidelines for management and disparities in implementation in Europe: a systematic literature review. Diabetes Metab Res Rev. 2014;30:635–45.
[11]Lichterfeld A, Hauss A, Surber C, Peters T, Blume-Peytavi U, Kottner J. Evidence-Based Skin Care: A Systematic Literature Review and the Development of a Basic Skin Care Algorithm. J Wound Ostomy Continence Nurs. 2015;42:501–24.
[12]Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (Hrsg.). Expertenstandard „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden – 1. Aktualisierung 2015“. Schriftenre...

Inhaltsverzeichnis

  1. Cover
  2. Titelseite
  3. Impressum
  4. Autorenverzeichnis
  5. Vorwort der Reihenherausgeber
  6. Inhalt
  7. 1 Einführung
  8. 2 Pathogenese und Ätiologie chronischer Wunden im Alter
  9. 3 Wundbeurteilung und Dokumentation
  10. 4 Moderne Wundbehandlung
  11. 5 Perspektive der Betroffenen
  12. 6 Patientenedukation und Förderung des Selbstmanagements
  13. 7 Berufsgruppen- und sektorenübergreifende Zusammenarbeit
  14. 8 Fallbeispiele
  15. Register