Antike Erzähl- und Deutungsmuster
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Antike Erzähl- und Deutungsmuster

Zwischen Exemplarität und Transformation

  1. 732 Seiten
  2. German
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  4. Über iOS und Android verfügbar
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Antike Erzähl- und Deutungsmuster

Zwischen Exemplarität und Transformation

Über dieses Buch

Dieser Sammelband beinhaltet fortschrittliche und dem neuesten Stand der Forschung entsprechende Studien zur Tradition der epischen Dichtung von Homer bis in die frühe Neuzeit, zu Erzähl- und Deutungsmustern in Prosa und Poesie, zur Intertextualität und Narratologie, zur Exemplarität, zur Lehrdichtung und Fachschriftstellerei sowie zur Wissenschaftsgeschichte und zur Rezeption der Antike in Text und Bild.

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Information

Teil III:Wissensvermittlung in Text und Bild: Rhetorische Exemplarität und didaktische exempla

Einleitung

Der dritte Teilbereich widmet sich der Wissensvermittlung durch antike Lehrdichtung und Fachschriftsteller, insbesondere durch didaktische und rhetorische exempla, sowie der Frage nach der Exemplarität historischer Persönlichkeiten, ihrer Quellenlage und vielseitigen Umsetzung in Text und Bild, ihrer Instrumentalisierung und ihrer kritischen Bewertung vor dem soziopolitischen Kontext ihres Entstehens. In diesem Zusammenhang wird auch die Bedeutung der Rhetorik von ihrem Einsatz in Deklamationen bis hin zu ihrer enkomiastischen Funktionalisierung erörtert.
Zu diesen Themenbereichen hat Christiane Reitz ebenfalls ausführlich gearbeitet. Neben einschlägigen Aufsätzen zu einzelnen Fachschriftstellern, insbesondere Columella, forschte sie vor allem zum literarischen Diskurs und sozialen Kontext der antiken Fachschriftsteller sowie zur Wissensvermittlung in dichterischer Gestalt. Sie setzte sich in mehreren Arbeiten mit dem Zusammenspiel von Dichtung und Lehre, Dichtung und Philosophie, sowie Dichtung und Wissenschaft auseinander und veröffentlichte Studien zum Einfluss der Rhetorik auf das antike Epos und seine Strukturelemente. Darüber hinaus befasste sich Christiane Reitz in exemplarischen Einzelstudien mit Persönlichkeiten des griechischen Mythos und der römischen Frühgeschichte und ihren Tugenden, wie z.B. der Patientia des Mucius Scaevola oder der Darstellung des Capaneus als Contemptor deorum, und untersuchte die medialen Strategien der Selbstdarstellung des flavischen Kaiserhauses. Als weiteres Interessensgebiet pflegte sie die Geschichte der Altertumswissenschaften und ihrer Forscherpersönlichkeiten im 19. und 20. Jahrhundert.
Den dritten Teilbereich eröffnet der Beitrag von Ursula Gärtner. Sie untersucht die Rolle der Fabel als didaktisches exemplum und legt anschaulich dar, dass Phaedrus diese Gattung, die von Anfang an auch als rhetorisches Stilmittel verwendet wurde, neu definiert. Anhand einer Fallstudie zu Fabel 3.9, die den Wert wahrer Freundschaft preist, weist Ursula Gärtner nach, dass Phaedrus den Philosophen Sokrates als Modell für die persona des Dichters entwirft und ein komplexes Netz aus inter- und intratextuellen Verknüpfungen zwischen Sokrates, Aesop, Phaedrus und seinen potentiellen Nachfolgern schafft.
Um Wissensvermittlung durch Beispiele aus der Tierwelt und das Thema Liebe geht es auch im folgenden Beitrag von Craig Williams. Er führt aus, dass der griechische Lehrdichter Oppian in seinen Gedichten über den Fischfang (Halieutica) und die Jagd (Cynegetica) im Unterschied zur aristotelischen und stoischen Tradition seine Beispiele von verliebten Tieren nicht etwa als Analogien zu Liebesbeziehungen unter Menschen gebraucht, sondern um die Natur des eros selbst zu beschreiben, wie er (auch) in Tieren zur Entfaltung kommt.
Ebenso wie Craig Williams in seine Untersuchungen die bewusste Entscheidung Oppians zur Wissensvermittlung in Gedichtform im Unterschied z.B. zu Xenophons Cynegeticos miteinbezieht, ist diese Frage auch von zentraler Bedeutung für den Aufsatz von Marco Formisano, dem ersten von zwei Beiträgen zu Columellas De re rustica, die an die neuesten Publikationen von Christiane Reitz zu diesem Fachschriftsteller anknüpfen. In seiner Untersuchung des 10. Buches von Columellas landwirtschaftlichem Ratgeber, einem didaktischen Gedicht über Gartenarbeit, das in vergilischem Stil verfasst und mit dem Titel Carmen de cultu hortorum überschrieben ist, zeigt Marco Formisano exemplarisch die Unterschiede in Wortbedeutungen auf, die durch den prosaischen oder poetischen Kontext bedingt sind. Er arbeitet die Textlichkeit von Columellas Garten heraus und legt dar, dass dieser zu einem poetischen Garten wird, in dem Epos, Elegie, Lehrdichtung, Aitiologie, Hymenologie und Mythologie wie bunte Blumen und Gemüse nebeneinander wachsen können, und der Autor das Gedicht zu einer Hymne auf die Unabhängigkeit der Gärten im Allgemeinen und seines Gartens im Besonderen werden lässt.
Lars Mielke erweitert in seinem Beitrag zur Vereinbarkeit von ratio und reuerentia in Columellas Umgang mit Vergil den Fokus der Untersuchung vom cultus hortorum auf Columellas didaktisches Konzept und seine poetische Strategie für die gesamte Schrift. Ausgehend von der allgemeinen Annahme, dass Columella in seinem Werk einen überwiegend kritischen Umgang mit Autoritäten und literarischen Quellen pflegt, bei dem er zwischen fachlicher und stilistischer Kritik unterscheidet, analysiert Lars Mielke Zitate aus Vergils Georgica. Dabei stellt er heraus, dass Columella den augusteischen Dichter keinesfalls zitiert, um seiner eigenen Aussage (mehr) Autorität zu verleihen, sondern sich im Gegenteil an die Spitze der literarischen Tradition der antiken Fachschriftsteller setzt, indem er die Georgica, wenn auch auf subtile und spielerische Weise, als ein der Exegese bedürftiges Werk charakterisiert und Vergils Lehren mitunter widerlegt oder verbessert.
Ein amüsantes Beispiel römischer Wissensvermittlung in dichterischer Gestalt betrachtet Marco Fucecchi mit Ovids Adaptation der Versklavung des Hercules durch Omphale im 2. Buch der Fasti. Die Erzählung, die Ovid als Aition zur Erklärung der Nacktheit der Luperci-Priester anführt, ist nicht nur ein aufschlussreiches Textzeugnis für die frühe Rezeption Ovids in Statius’ epischen Großdichtungen, der Thebais und der Achilleis, sondern auch ein wichtiger Beleg für die unterschiedliche didaktische Behandlung des Themas und Bewertung des orientalischen Einflusses auf die römische Kultur in Ovids Fasti und Vergils Aeneis. Während das römische Nationalepos eine Beschränkung des orientalischen Kulturguts anmahnt und vor dem Verlust der wahren Identität Roms warnt, zeigt Ovids ,Sexualkomödieʽ eine differenzierte und umfangreichere Auseinandersetzung mit der Realität der vielseitigen kulturellen Einflüsse im neuen römischen Kaiserreich.
Das frühe römische Kaiserreich bildet auch den Ausgangspunkt für den Beitrag von Nicola Hömke zu der ersten Suasorie von Seneca dem Älteren, mit der die antike Rhetorik und Panegyrik in das Zentrum der Diskussion rücken. Während die hier untersuchten Gattungen und Epochen stark variieren, verbindet die Frage nach der (umstrittenen) Exemplarität einer historischen Persönlichkeit alle folgenden Beiträge. Im Fall von Nicola Hömkes Aufsatz ist dies Alexander der Große und die Ambivalenz der Alexandertopik als Suasorienthema bzw. als beliebter rhetorischer Topos in Deklamationsübungen, die seit dem Beginn des 1. Jahrhunderts v. Chr. Einzug in den Rhetorikunterricht Roms gehalten hatten. In suas. 1.15 überliefert uns Seneca der Ältere ein interessantes Fragment des Epikers Albinovanus Pedo. Die Passage, in der ein verzweifelter Seemann über die schauerlichen Erlebnisse am „hintersten Ende der Welt“ klagt, klingt zunächst wie eine typische Beschreibung des fernen Nordens und somit wie ein traditioneller Bestandteil der Eroberungsrhetorik, wirft auf den zweiten Blick aber Fragen auf, z.B. warum das Epos-Fragment im Zusammenhang mit der Deklamations-Frage, ob Alexander den Ozean überqueren soll (...

Inhaltsverzeichnis

  1. Cover
  2. Titelseite
  3. Impressum
  4. Inhalt
  5. Vorwort
  6. Laudatio
  7. Kurzvita
  8. Schriftenverzeichnis von Christiane Reitz
  9. Tabula gratulatoria
  10. Autorenverzeichnis
  11. Teil I: Die Tradition der epischen Dichtung von Homer bis Milton: Ambivalentes Heldentum und der epische Raum
  12. Teil II: Literarische Autorität: Dichter, Gattungskonventionen und Erneuerung
  13. Teil III: Wissensvermittlung in Text und Bild: Rhetorische Exemplarität und didaktische exempla