Kants ethischer Autonomiebegriff
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Kants ethischer Autonomiebegriff

Eine genetische Rekonstruktion von 1762 bis 1785

  1. 488 Seiten
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Kants ethischer Autonomiebegriff

Eine genetische Rekonstruktion von 1762 bis 1785

Über dieses Buch

Ana?Carolina Gutiérrez?Xivillé präsentiert eine neue Lesart zu Kants Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Während ältere Studien die kantische Ethik als bloße Ausarbeitung von bereits in den 1760er Jahren vorliegenden Begriffen lesen, zeigt diese Studie eine Neubestimmung des Freiheitsbegriffs und bietet eine gewandelte Sicht auf das Verhältnis zwischen "Moralvermögen", "moralischem Gefühl" und "Moralprinzip".

Gutiérrez?Xivillé betrachtet die Texte weder isoliert noch monolithisch. Ihre aus einem analytischen und einem exegetischen Moment bestehende Methode erfasst Kants bekannte Schriften ebenso wie in jüngerer Zeit neu edierte, wenig erforschte Materialien. Dabei offenbaren sich strukturelle Brüche, die wegweisend von einer frühen Moralkonzeption in eine spätere überleiten. Die Ethik Kants erweist sich als Ergebnis eines allmählichen Heranreifens über mehrere Stationen hinweg.

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Information

Exzerpt

Hauptgegenstand der Arbeit ist Kants Begriff von „Autonomie“. Eine chronologisch geordnete und philologisch fundierte Untersuchung der Texte von 1762 bis 1785 in philosophischer Absicht wird zeigen, dass es sich bei der Kantischen Ethik von 1785 nicht um eine bloße Ausarbeitung von bereits in den 1760er Jahren vorliegenden Begriffen handelt; sondern eher um einen dynamischen Prozess: Von einem Rezeptionsstadium Anfang der 1760er Jahre taucht Kant bereits in der zweiten Hälfte des Jahrzehntes in eine kritisch-reflexive Phase ein, die besonders Mitte in den 1770er Jahren erkennbar ist und ihn zur ausgereiften Fassung der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (1785) führt. Zu fragen ist also: Wo sich entscheidende Brüche finden, wie, wann und warum Kant seine Ethik, und zwar ausschließlich aus dem Autonomiebegriff heraus konstruiert. Das methodische Vorgehen und die triftige Auswahl des je zu erläuternden Hauptbegriffes ermöglicht nicht nur einen entwicklungsgeschichtlich Nachvollzug, sondern auch im Detail die Gründe und Struktur der Kantischen Ethik ab 1785 zu verstehen.
Fußnoten
1 Die Dissertation wurde vom Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und Philosophie der Philipps-Universität Marburg am 17. 12. 2014 angenommen. Die Disputation fand am 18. 05. 2015 an derselben Universität statt.
2 Siehe Beauchamp, Tom L./Childress, James F., 52001. Principles of Biomedical Ethics. Oxford: Oxford University Press.
3 Dazu siehe Kap. 3 Fn. 1.
4 Schwaiger 2000, 186 ff., bei der Datierung dieses Hefts sei „eher von einem gewissen zeitlichen Abstand auszugehen“: Im Vergleich mit anderen Heften aus der Mitte der 1770er Jahre zeigt sich ein „unterschiedliche[r] Stand[] der Begriffsbildung“. Auch etliche Formulierungen und Positionen scheinen die KrV von 1781 vorauszusetzen. Rivera konnte von Werner Starks Neuedition des Moral-Kollegs auch nicht profitieren.
5 Adickes (Hg.) 1911, AA 14: XXV, folgt: „und dem werdenden wie dem fertigen Gedankenbau wird man verständnislos gegenüber stehn, solange man nicht das Geheimniss von Kants Individualität erfasst hat in ihrer ganzen Complicirtheit, mit ihren gegen einander strebenden Tendenzen, ihren Wünschen und Bedürfnissen, Denkmotiven und Denknothwendigkeiten“. Eine gegenteilige Position vertritt Kuno Fischer, der „an seine Aufgabe gleichsam mit der allgemeinen Maxime [tritt], dass die Entwicklung Kants aus ihrem Abschluss, der kritischen Philosophie, verstanden werden müsse“ (Paulsen 1875, v).
6 Siehe Schmucker 1961.
7 Zur „Entwicklungsgeschichte“ Kants erscheint erstmals 1875 Friedrich Paulsens (1846 – 1908) Habilitationsschrift Versuch einer Entwicklungsgeschichte der Kantischen Erkenntnisstheorie (Leipzig: Fues’s). Ein Jahr später publiziert Beno Erdmann Martin Knutzen und seine Zeit. Ein Beitrag zur Geschichte der Wolfischen Schule und insbesondere zur Entwicklungsgeschichte Kant’s (Leipzig: Voss, 1876). Dennoch beschäftigen sich keine der beiden Werke mit der Moralphilosophie Kants.
8 Beispielsweise erlaubt erst die Verfügbarkeit über eine von Gerhard Lehmann ([Hg.] 1942, AA 20, 475) vollständige, von Marie Rischmüller ([Hg.] 1991, XVIII, XX) berichtigte Transkription der Bemerkungen in den Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen sowie über die von Werner Stark 2004 edierte Moral-Nachschrift Kaehlers aus Mitte der 1770er Jahre eine abgesicherte Rekonstruktion von Kants moralphilosophischer Entwicklung bis zu seiner Prägung des moralischen Autonomiebegriffs. Jedoch hegt Adickes zur Wende des 20. Jhs. einen gewissen Verdacht gegen die Möglichkeit, die Kolleghefte zu datieren (Adickes [Hg.] 1911, AA 14: XXXIVf.) und sie im Hinblick auf eine „Rekonstruktion seiner [sc. Kants] Entwicklungsgeschichte“ zu verwerten (Adickes 1895, 91 [zitiert durch Menzer 1899, 56]). – Von Schuberts Edition (Kant, Immanuel. Sämmtliche Werke. Hg. v. K. Rosenkranz und F. W. Schubert. Leipzig: Voss, 12 Bde., 1838 – 1842) sagt Adickes (Hg.) 1911, AA 14: XXI: „Dem Handexemplar der „Beobachtungen“ sind die Fragmente aus Kants Nachlass entnommen, die Schubert in Bd. XI Abth. 1 seiner Ausgabe (S. 221—260) in äusserst nachlässiger Weise, vielfach entstellt, mittheilte“. Ebenso bezeichnet Adickes Schuberts „vorgenommene Vertheilung der Losen Blätter der Königlichen und Universitäts- Bibliothek zu Königsberg auf dreizehn Convolute“ als „planlos“ (Adickes (Hg.) 1911, AA 14: XXVf.) und „Schuberts Veröffentlichungen aus Kants Nachlass, vor allem aus dem Handexemplar der „Beobachtungen“ […]“ als „über alle Maassen flüchtig und unsorgfältig“ (Adickes (Hg.) 1911, AA 14: LX).
9 Henrich 1965, 253.
10 So auch Schwaiger 1999, 64 f. und Hinske 1970, 11. Ebenso siehe Rauer 2006, 48: „Das Problem ist nur, daß der Weg, der sich aus diesen Zurückrechnungen ergibt, gerade mit dem Weg nicht übereinstimmt, den Kant mit der kritischen Wende tatsächlich gegangen ist. […] Aus eben diesem Grund enden auch die Zurückrechnungen regelmäßig in Sackgassen“.
11 Eines meiner Ergebnisse ist, dass die systematische Abgrenzung „kritisch“–„vorkritisch“ im Hinblick auf ein Verständnis von Kants moralphilosophischem Werdegang weder einen wissenschaftlich fundierten Grund hat, noch hilfreich ist. Daher verwende ich das Adjektiv „kritisch“ (in Einführungszeichen) entweder in skeptischer Absicht oder als bloß zeitliches Merkmal, womit ich auf die Zeit nach der Publikation der KrV 1781 hindeute.
12 Allison 2011, 5.
13 Dazu siehe Kap. 6.
14 Die gestellte Frage macht in der GMS eben die Grenze aller moraltheoretischen Forschung aus, indem sie auf die Grenzen der Vernunft stößt (siehe GMS, 458.36 f.). Zur meiner Betrachtungen über die Achtung in der GMS siehe unten 7.1.2.4.1.
15 Schwaiger 1999, 5.
16 Dazu siehe unten Einleitung 5.
17 So z. B. Patzig 1986. Dazu siehe unten 5.2.2.
18 Dazu siehe Waschkies 1987, 1, 5 f., 11, der seine Untersuchung auf drei historische Elemente stützt: die Astronomiekapitel aus Chr. Wolffs Elementa matheseos universae, die Mitte des 18. Jhs. den naturwissenschaftlichen Unterricht in Deutschland beherrschten; die Bemühungen während der 1. Hälfte des 18. Jhs. um eine Weiterentwicklung der Kometenbahntheorie von Newton; und die damalige Newtonrezeption. Siehe Erdmann 1876, 2 f.: „Mit einer (textinternen) Analyse seiner vorkritischen Schriften ist die Arbeit nicht getan, so lange ihr wesentlicher Erklärungsgrund, die philosophische Strömung der Zeit, aus der sie entsprungen, speziell auch die engere geistige Atmosphäre (Königsbergs), durch die sie (Kant vermittelt wurde), nicht eingehend bekannt … ist“ (zitiert durch Waschkies 1987, 11).
19 Beispielsweise siehe Gawlick/Kreimendahl 1987, 11 f., deren Interesse darin besteht, eine Art „Philosophiegeschichte „von unten“ darzustellen, indem sie die Rezeption Humes bei „literarisch faßbare[n] Zeugnisse[n]“ von „großen Autoren“, Professoren und Geistlichen verfolgen. Wichtige Arbeiten, die Kants Quellen untersuchen, sind und a.: Hruschka 1987 und 1993, Kawamura 1996, Schwaiger 1999, 2000, 2008.
20 Hier ist das Entscheidende nicht, ob Kants Interpretation anderer Autoren und Schulen falsch sein möge (aus anderen Gründen so auch Santotzki 2004, 2, 13 f., 27 f.), sondern wie Kant sich in der Philosophiegeschichte zurechtfindet und den eigenen Weg bahnt.
21 Ebenso sprengt die Erörterung der bloß systematischen Literatur, die oft auf keinen philologischen Ansätzen basiert und Kants Entwicklung nicht berücksichtigt, den Rahmen dieser Arbeit.
22 Z. B. vergleiche Klemme 2006, 120.
23 Menzer (Hg.) 1905, AA 02: 494 f.
24 „Die Schrift wurde am 8. October 1763 dem Decan zu Censur vorgelegt“ (Menzer [Hg.] 1905, AA 02: 483; nach der Acta Fac. Phil. Tom. V p. 448).
25 Zur Datierungsdiskussion siehe unten 3.1.
26 Menzer (Hg.) 1905, AA 02: ...

Inhaltsverzeichnis

  1. Cover
  2. Titelsite
  3. Impressum
  4. Widmung
  5. Inhalt
  6. Einleitung
  7. I Das Rezeptionsstadium: Der Standpunkt der Moralkonzeption Kants in der ersten Hälfte der 1760er Jahre
  8. II Das kritisch-reflexive Stadium: Kants Bruch mit dem moralischen Gefühl und die Suche nach einem reinen moralphilosophischen Fundament
  9. III Das Stadium der Methode: Kants Propädeutik von 1781
  10. IV Das Stadium der Metaphysik: Die Genese des ethischen Autonomiebegriffs
  11. Anhänge zu verschiedenen Zwecken
  12. Literaturverzeichnis
  13. Sachregister
  14. Namensregister
  15. Exzerpt