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Über dieses Buch
Nicht das erste Mal in diesem Jahrhundert ist die ostdeutsche Industrie in ihrer Existenz bedroht. Der gegenwärtige Verlust von mindestens zwei Dritteln der Kapazitäten ruft - bei aller politischer Unterschiedlichkeit - Erinnerungen an die Demontagen der Nachkriegszeit wach. Doch Geschichte wiederholt sich nicht. Für eine sachliche aktuelle Debatte sind genaue Daten über die damaligen Lasten erforderlich Rainer Karlsch hat sie auf Grundlage größtenteils erstmalig erschlossener Quellen zusammen getragen uns systematisch aufbereitet. Dabei ergibt sich ein deutlicher Unterschied zwischen den Besatzungszonen: Während im Osten etwa ein Drittel der industriellen Kapazitäten demontiert wurde, waren es im Westen lediglich drei bis fünf Prozent, die zudem durch die Marshall-Plan-Hilfe mehr als ausgeglichen werden konnten. Karlsch berichtet zugleich vn den Entnahmen aus der laufenden Produktion für die Sowjetunion und Polen, die bis 1953 von der SBZ/DDR allein verkraftet werden mussten, sowie von geheimen Transferaktionen und Verbringung deutscher Spezialisten in die UdSSR.
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German HistoryAnmerkungen
Einleitung
1 Die Reparationen in der Sowjet-Zone von 1945 bis 1952. Sopade-Informationsdienst (Hg. vom Vorstand der SPD). Denkschriften 51, Bonn, o.J. (1953), S. 1.
2 Die wirtschaftliche Belastung Westdeutschlands durch das Besatzungsregime der Westmächte. Schriften über die Lebensfrage der deutschen Nation, Nr. 1, o.O. (1954).
3 Vgl. Die sowjetische Reparationspolitik seit 1945. Sopade (Hg.) Denkschriften 29, S. 1ff. sowie Denkschriften 51, a.a.O.
4 Vgl. Bundesarchiv (BA) Koblenz, Bundesministerium für gesamtdeutsche Beziehungen, B 137, Nr. 929.
5 Vgl. Collier, I.L.: Reparationen und Professor Peters Schuld. In: Deutschland-Archiv 1990/6, S. 873.
6 Zitiert in: BA Koblenz, B 137, Nr. 929.
7 Vgl. Spandauer Volksblatt vom 24. März 1970.
8 Sinngemäß soll Abrassimow gegenüber Ulbricht geäußert haben: „Ihr bekommt sowieso nichts, das führt nur zu einer neuen Antisowjethetze.“ Vgl. Berliner Zeitung vom 20. Februar 1990.
9 Vgl. Wirtschaftswoche vom 16. März 1990.
10 Ohne die Nennung seiner Quellen hat z.B. Nettl, John P. in: Die Reparationsleistungen der Sowjet-Zone, London 1953, Materialien aus dem Wirtschaftsministerium des Landes Sachsen-Anhalt publiziert. Die Authentizität dieser Angaben können nunmehr auf Grundlage der Archivalien des Amtes für Reparationen bestätigt werden.
11 Vgl. Karlsch, Rainer; Laufer, Jochen: Neue Quellen und Fragestellungen zu den Reparationsleistungen der SBZ. Erscheint in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 1994.
Vom Konsens zum Dissens
1 Vgl. Keynes, John M.: The Collected Writings. Vol. 26. London 1980, S. 348ff.
2 Vgl. Baggaley, Paul A.: Reparations, Security, and the Industrial Disarmament of Germany: Origins of the Potsdam Decisions. Phil. Diss. Yale University 1980, S. 59f.
3 Stalin, Joseph W.: Über den Großen Vaterländischen Krieg der Sowjetunion. Berlin 1945, S. 35.
4 Vgl. Baggaley, Paul A., a.a.O., S. 100ff.
5 BA Koblenz, B 102, Nr. 171 450.
6 Vgl. ebenda, Schreiben von John M. Cloy an Senator Langer vom 27.3.1956.
7 Vgl. Laufer, Jochen: Eugen Varga und die Reparationsfrage. (Manuskript) Berlin 1992.
8 Vgl. Matschke, Werner: Die industrielle Entwicklung in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands (SBZ) von 1945 bis 1948. Berlin 1988, S. 46f.
9 Foreign Relations of the United States, Diplomatic Papers. The Conferences at Malta and Yalta. Washington 1955, S. 571f.
10 Vgl. Weber, Hermann: Geschichte der DDR. München 1985, S. 49ff.
11 Vgl. Laufer, Jochen: Kriegsschäden und Wiedergutmachungsforderungen der Hauptmächte der Anti-Hitler-Koalition. (Manuskript) Berlin 1993.
12 Vgl. Fischer, Alexander (Hg.): Teheran, Jalta, Potsdam. Die sowjetischen Protokolle von den Kriegskonferenzen der „Großen Drei“. Köln 1985, S. 116ff.
13 Zitiert nach: Byrnes, James F.: In aller Offenheit. Frankfurt/M. o.J., S. 45.
14 Vgl. Fisch, Jörg: Raparationen nach dem zweiten Weltkrieg. München 1992, S. 50ff.
15 Fischer, Alexander (Hg.), a.a.O., S. 192f.
16 Vgl. Gimbel, John: The Origins of the Marshall Plan. Stanford 1976, S. 57.
17 Vgl. Kuklick, Bruce: American Policy and the Division of Germany. Ithaca and London 1972, S. 206.
18 Vgl. Fisch, Jörg, a.a.O., S. 70f.
19 Fischer, Alexander (Hg.), a.a.O., S. 395ff.
20 Vgl. Foschepoth, Joseph (Hg.): Kalter Krieg und deutsche Frage. Deutschland im Wid...
Inhaltsverzeichnis
- Cover
- Titel
- Impressum
- Inhalt
- Einleitung
- Vom Konsens zum Dissens Der Streit der Alliierten um die deutschen Reparationsleistungen
- Eine Rumpfwirtschaft Die Ausgangslage der SBZ
- „Alles auf die Räder!“ Die Demontagen
- „Was soll aus der Zone werden?“ Besatzungspolitik im Zwiespalt zwischen Ausbeutung und Wiederaufbau
- Die „Sowjettrusts“ Eine flexible Variante der Reparationspolitik
- „Ein Staat im Staate“ Die Wismut AG
- Wissenschaftler als Kriegsbeute Deutsche Spezialisten in der Sowjetunion
- „Weniger reden, mehr liefern!“ Die Entnahmen aus der laufenden Produktion
- Offene und verdeckte Finanztransfers Besatzungskosten, Transportleistungen, Handelsgeschäfte
- Bilanz und Vergleich
- Anhang
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