Ihre Gewinnerwartungen bestimmen
Rendite ist vom Risiko abhängig. Wenn Sie eine garantierte Rendite wollen, müssen Sie auf die Bank gehen und ein staatlich garantiertes Sparkonto eröffnen. Die Rendite wird lächerlich niedrig sein, Sie gehen aber keinerlei Risiko ein. Wenn Sie mehr wollen, als Ihre Bank Ihnen bietet, dann müssen Sie wohl oder übel ein etwas höheres Risiko eingehen. Wenn Sie Risiken eingehen, erhöhen sich sowohl Ihre Ertragschancen als auch Ihre Verlustwahrscheinlichkeit.
Erfolgreiche Daytrader verlieren ständig Geld, aber sie bleiben immer in der Lage, weiter zu traden. Wenn Sie eine Transaktion betrachten, bei der die Chance eines hundertprozentigen Verlusts nur 0,5 Prozent beträgt, besteht trotzdem das Risiko, dass Sie im Verlauf von 200 Transaktionen alles verlieren – natürlich nur, wenn Sie jedes Mal Ihr gesamtes Kapital einsetzen. Wenn Sie nur einen Teil Ihres Kapitals in diese Transaktion stecken, können Sie dabei niemals alles verlieren. Natürlich nutzen Sie dann auch nicht das gesamte Gewinnpotenzial, Sie werden aber in der Lage sein, diese potenzielle Rendite mehrmals zu erzielen, weil Sie die Transaktion öfter machen können.
Der Schlüsselbegriff der Geldanlage ist
Diversifizierung. Wenn Ihr Geld auf verschiedene Anlageprodukte verteilt ist, wird Ihre langfristige Rendite bei geringerem Risiko höher sein, als wenn Sie alles in ein einziges Produkt stecken.
Daytrading ist nicht dasselbe wie Investieren, Diversifizierung funktioniert aber in beiden Fällen gleich. Wenn Sie Ihr Kapital auf mehrere verschiedene Trades verteilen oder auf Ihrem Konto immer ein bisschen Bargeld für eine andere Transaktion zurückbehalten, werden Sie mit großer Wahrscheinlichkeit langfristig höhere Gewinne erzielen, als wenn Sie Ihr ganzes Geld in eine einzige Idee stecken. Vielleicht funktioniert es sogar ein paar Mal, alles auf eine Karte zu setzen, aber haben Sie wirklich so viel Glück? Wenn Sie beim Money Management geschickt sind, brauchen Sie kein Glück.
Die erwartete Rendite bestimmen
Bevor Sie herausfinden können, wie Sie Ihr Geld am besten managen, müssen Sie herausfinden, wie viel Geld Sie voraussichtlich verdienen werden. Dieser Betrag ist Ihre erwartete Rendite, obwohl einige Trader den Begriff Gewinnerwartung bevorzugen. Sie beginnen, indem Sie Ihr Handelssystem planen und es testen (in Kapitel 16 beschrieben). Sie benötigen vier Zahlen:
Bei wie vielen Ihrer Trades machen Sie Verluste?
Wie hoch ist der durchschnittliche prozentuale Verlust bei Verlusttransaktionen?
Bei wie vielen Ihrer Trades machen Sie Gewinne?
Wie hoch ist der durchschnittliche prozentuale Gewinn bei erfolgreichen Transaktionen?
Nehmen wir an, dass ein bestimmter Trade in 40 Prozent aller Fälle schiefgeht und dabei jeweils ein Prozent Verlust entsteht. In 60 Prozent aller Fälle machen Sie einen Gewinn und zwar in Höhe von 1,5 Prozent. Mit diesen Zahlen können Sie die erwartete Rendite pro Trade berechnen, und zwar folgendermaßen:
Mit unseren Beispielzahlen erhalten wir
Sie erwarten also einen durchschnittlichen Gewinn von 0,5 Prozent bei jedem Ihrer Trades. Wenn Sie genug Trades mit genug Geld machen, dann summiert sich das.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie mehr Geld verdienen, steigt, wenn Sie viele Gewinntransaktionen erwarten und wenn die Gewinne erwartungsgemäß hoch ausfallen. Solange die Wahrscheinlichkeit von Verlusten besteht, laufen Sie Gefahr, Verluste zu machen.
Die Wahrscheinlichkeit des finanziellen Ruins bestimmen
Die erwartete Rendite ist eine erfreuliche Zahl. Sie besagt, wie viel Geld Sie erwartungsgemäß verdienen können, wenn Sie im Spiel bleiben. Aber es gibt dazu auch ein Gegenstück, das zwar nicht so erfreulich, aber genauso wichtig ist: die Wahrscheinlichkeit des Ruins.
Ja, in der Tat – Ruin.
Solange eine Verlustwahrscheinlichkeit besteht, egal wie gering sie sein mag,...