
- 131 Seiten
- German
- ePUB (handyfreundlich)
- Über iOS und Android verfügbar
eBook - ePub
Über dieses Buch
Samuel war Gottes Mann für die Zeit der Not, die Zeit des Verfalls. In Israel war das Priestertum in geistlicher und moralischer Hinsicht auf einem traurigen Tiefstand. Das Königtum in der Person des Mannes nach dem Herzen Gottes bestand noch nicht. In dieser Übergangszeit übte Samuel mehr oder weniger die Funktionen eines Propheten, eines Priesters und eines Königs aus.
Dieses leicht verständliche Buch stellt Samuels persönlichen Charakter als eine Beispiel für uns vor. Seine einfache und ungekünstelte Frömmigkeit, seine tadellose Verwaltung und Regierung, sein Dienst in der Fürbitte, seine gewissenhafte Verurteilung alles Bösen ergeben ein so erfreuliches Bild, dass wir alle danach streben sollten, ihn nachzuahmen.
375,005 Studierende vertrauen auf uns
Zugang zu über 1,5 Millionen Titeln zu einem fairen monatlichen Preis.
Mit unseren Lerntools kannst du noch effizienter lernen.
Information
Thema
Theology & ReligionThema
Biblical CommentaryDer Niedergang des Königs
Saul hatte sich beim Einfall der Ammoniter recht achtbar verhalten, aber die eigentliche Probe, ob er in seiner neuen, hohen Stellung mit Gott wandeln konnte oder nicht, sollte noch kommen. Und sie kam sehr bald. Nach dem Sieg von Jabes–Gilead entließ Saul sein riesiges Heer von 330.000 Mann, aber zwei Jahre später stellte er wieder ein kleines beständiges Heer von dreitausend Mann auf. Davon bildeten zweitausend Mann seine persönliche Leibwache in Mikmas, während die restlichen tausend Mann bei seinem Sohn Jonathan in Gibea–Benjamin waren (1. Sam 13,1.2). Diese Vorkehrung entsprang zweifellos seiner Klugheit, schwerlich aber dem Glauben, „denn“ – wie Jonathan wenig später sagte – „für den HERRN gibt es kein Hindernis, durch viele zu retten oder durch wenige“ (1. Sam 14,6). Der Glaube braucht keine Wachmannschaft.
Die wirkliche Erprobung Sauls kam aber, als die Philister wieder die Oberhand über das Volk Israel bekommen hatten. Saul war doch zum König gesalbt worden, um gerade diesen Feind zu überwältigen (1. Sam 9,16), aber in diesem Punkt war er ein erbärmlicher Versager, und später schlugen ihm die Philister sogar den Kopf ab und hefteten seinen entehrten Leichnam an die Mauer von Beth–Schean (1. Sam 31,10).
Darin liegt für uns eine ernste Belehrung. Es ist möglich, dass wir in manchen Umständen gut und richtig handeln, in anderen Umständen aber völlig versagen. Bei jedem von uns gibt es etwas, was uns mehr auf die Probe stellt als irgendetwas anderes. Jeder weiß im Innern seines Herzens, wo der schwache Punkt liegt. Lasst uns daher aus Sauls Fall Nutzen ziehen und auf der Hut sein gegen jede Blöße, durch die der Widersacher bei uns eindringen und uns überwältigen kann!
Die Philister waren gefährlichere Feinde als die Ammoniter oder irgendwelche anderen Widersacher, weil sie die westliche Seite des Jordan und überdies noch die Meeresküste bewohnten. Für Saul war es nutzlos, weiter entfernt wohnende Feinde zu besiegen, wenn er den Philistern gegenüber hilflos war. – So haben auch unsere Siege über manches Böse nur geringen Wert, wenn wir anderen Dingen, die im Charakter weit gefährlicher sind, gestatten, uns zu beherrschen. Wenn wir das nur erkennen würden!
Jonathan vollbrachte eine Glaubenstat und schlug eine feindliche Aufstellung, was die Philister veranlasste, sich zu rühren. Saul rief sofort das Volk zusammen, vielleicht in der Erwartung, es werde sich „wie ein Mann“ versammeln wie damals, als die Ammoniter angriffen (1. Sam 11,7), und mit dem gleichen Erfolg. Aber seine Sprache war ungewöhnlich: „Die Hebräer sollen es hören!“ (1. Sam 13,3). Der Heilige Geist sagt im nächsten Vers: „Und als ganz Israel sagen hörte ...“ – „Israel“ war der Name der Gnade (1. Mo 32,28.29; 35,10), während der Ausdruck „Hebräer“ lediglich an die Tatsache erinnerte, dass Abraham, ihr Vater, ursprünglich von jenseits des Euphrat in das Land gekommen war (1. Mo 14,13). Aber seit den Tagen Abrahams hatte sich viel ereignet. Seine Nachkommen hatten durch die Gnade Gottes sowohl das Rote Meer als auch den Jordan durchschritten und waren nun Gottes Bundesvolk im Land der Verheißung. Galten diese großen Tatsachen für Saul nichts? Aber in seinem Herzen verstand er eigentlich nicht, was die wahren Beziehungen des Volkes zu Gott waren. Daher überrascht es nicht, dass die Philister später von den Israeliten verächtlich als „Hebräern“ sprachen (1. Sam 13,19; 14,11), und es erscheint moralisch angemessen, wenn der Heilige Geist die Feiglinge so nennt, die vor den Gefahren ostwärts über den Jordan flüchteten (1. Sam 13,7), ebenso die Verräter, die sich mit dem Feind verbanden (1. Sam 14,21). Aber sollte Israels König so von dem Volk Gottes sprechen?
Dennoch versammelten sich die Stämme Israels, aber sie hatten keinen Glauben, denn als sie hörten, dass die Philister mit „30.000 Wagen und 6000 Reitern, und Fußvolk, wie der Sand, der am Ufer des Meeres ist, an Menge“ in Bewegung waren, da zitterten sie und zerstreuten sich. Einige versteckten sich sogar „in den Höhlen und in den Dorngebüschen und in den Felsen“ (1. Sam 13,5.6). Wir sind nicht immer auf die Folgen eines Wirkens des Geistes Gottes vorbereitet. Da steht man plötzlich Gefahren gegenüber oder es gilt Schmach zu ertragen, und der Glaube selbst in treuen Gläubigen will in solchen Augenblicken mitunter schwanken. Auch die Jünger fürchteten sich vor den Folgen, als der Herr so scharf gegen Heuchelei und Unaufrichtigkeit gesprochen hatte, und sagten zu Ihm: „Weißt du, dass die Pharisäer Anstoß genommen haben, als sie das Wort hörten?“ (Mt 15,12). Der Feind ärgert sich immer, wenn Gott wirksam ist, aber wahrer Glaube geht voran und fürchtet keinen Feind.
Aber ausgerechnet in Gilgal zittern (1. Sam 13,7)? Wie wenig waren sich doch Saul und das Volk der wahren Bedeutung jenes Ortes bewusst! Dort wurden die Messer der Beschneidung angewendet, als das Volk zum ersten Mal das Land Kanaan betrat, dort erfuhr das Fleisch, im Bild, sein schonungsloses Gericht. Ist das Fleisch wirklich in uns in den Tod gegeben, brauchen wir nichts zu fürchten. Gottes Gegenwart in Kraft wird dann gekannt; Böses hat dort keinen Platz, und auch unsere Widersacher werden erfahren, dass wirklich Kraft da ist. Gilgal ist demnach ein sicherer Ausgangspunkt für den Sieg.
Nun kam die Probe für den unseligen König. Samuel hatte versprochen, nach sieben Tagen zu kommen. Als der siebte Tag gekommen war, ohne dass der Prophet erschienen war, verlor Saul die Geduld. Das arme Fleisch ist immer ruhelos, ungläubig und ungestüm. Saul erinnerte sich, dass Samuel gesagt hatte, er wolle, wenn er käme, Brandopfer in Gilgal opfern (1. Sam 10,8), und das wollte nun Saul selbst tun. Aber Saul war kein Melchisedek! Was für eine Vorstellung hatte Saul wohl von der Bedeutung des Brandopfers, dass er so handeln wollte? Es konnte für ihn kaum mehr als ein „Zaubermittel“ gewesen sein, wie es seinerzeit die Lade für das Volk in den Tagen Hophnis und Pinehas war (1. Sam 4,6). Nur Gott ist es, der zählt, und wenn wir den äußeren, sichtbaren und von Ihm selbst verordneten Dingen gestatten, Ihn aus unseren Gedanken zu verdrängen, so werden sie in unseren fleischlichen Händen bestimmt verderblich.
Was waren Sauls Befürchtungen? Sie kommen in einer Reihe von Entschuldigungen Samuel gegenüber zum Ausdruck, als dieser auf der Szene erschien, nachdem das Opfer beendet war. Erstens sagte Saul: „Ich sah, dass das Volk sich von mir weg zerstreute.“ Er fürchtete, allein gelassen zu werden. Welchen Wert aber hatten Menschen, die keinen Glauben besaßen? Joscheb–Baschebet, der Tachkemoniter, schwang seinen Speer gegen achthundert Mann, die er auf einmal erschlug (2. Sam 23,8); und Jonathan mit seinem Waffenträger griff das ganze Heer der Philister an. Fürchten auch wir, in unserem Dienst und Zeugnis für Gott allein gelassen oder verlassen zu werden? Zweitens sagte Saul: „Ich sah, dass ... die Philister in Mikmas versammelt waren.“ Seine Augen waren auf die Macht des Feindes gerichtet, nicht auf Gott. Drittens: „Ich sah, dass ... du nicht kamst zur bestimmten Zeit“ (1. Sam 13,11). Er vertraute auf Samuel, doch die menschliche Stütze war leider nicht da. Aber Gott war da! Der arme König sah die Abtrünnigkeit des Volkes, die Macht des Feindes und die Abwesenheit des Mannes, auf den er sich stützte, aber er sah Gott nicht. Hören wir im Gegensatz hierzu, was Paulus an Timotheus schreibt: „Bei meiner ersten Verantwortung stand mir niemand bei, sondern alle verließen mich; es werde ihnen nicht zugerechnet. Der Herr aber stand mir bei und stärkte mich, damit durch mich die Predigt vollbracht würde und alle die aus den Nationen hören möchten; und ich bin gerettet worden aus dem Rachen des Löwen“ (2. Tim 4,16.17). Dieser mutige alte Kämpfer konnte auch allen Möglichkeiten, die noch kämen, getrost ins Auge sehen und sagen: „Der Herr wird mich retten von jedem bösen Werk und bewahren für sein himmlisches Reich; dem die Herrlichkeit sei von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen“ (2. Tim 4,18). Was für ein Unterschied zwischen diesen beiden Männern aus dem gleichen Volk, aus dem gleichen Stamm und mit demselben Namen!
Paulus empfand in zunehmendem Maß, dass die größte und wichtigste Lektion für die Seele ist, Ausharren zu lernen. „Die Zeichen des Apostels sind ja unter euch vollbracht worden in allem Ausharren“ (2. Kor 12,12). „Zeichen und Wunder und mächtige Taten“ folgen im gleichen Vers, aber „Ausharren“ nimmt den ersten Platz ein. In 2. Korinther 6,4 sagt er: „... uns selbst in allem als Gottes Diener erweisen, in vielem Ausharren.“ – „Das Ausharren aber habe ein vollkommenes Werk“, sagt ein anderer Schreiber, „damit ihr vollkommen und vollendet seid und in nichts Mangel habt“ (Jak 1,4).
Saul war immerhin noch von sechshundert Mann umgeben, obwohl sich das Volk von ihm weg zerstreut hatte (1. Sam 13,8.15). Gideon hatte nur die halbe Anzahl, als er es wagte, das Lager Midians anzugreifen (Ri 7,7). Und Davids Heldenschar war nur vierhundert Mann stark (1. Sam 22,2), doch was für Heldentaten vollbrachten sie!
Das Königtum war nun verwirkt, und Samuel blieb nur übrig, das göttliche Urteil zu verkünden: „Du hast töricht gehandelt, du hast das Gebot des HERRN, deines Gottes, das er dir geboten hat, nicht beachtet; denn jetzt hätte der HERR dein Königtum über Israel bestätigt bis in Ewigkeit; nun aber wird dein Königtum nicht bestehen. Der HERR hat sich einen Mann gesucht nach seinem Herzen, und der HERR hat ihn zum Fürsten über sein Volk bestellt; denn du hast nicht beachtet, was der HERR dir geboten hatte“ (1. Sam 13,13.14). Dass dieses Urteil gerecht war, wurde durch den Eigenwillen des unglückseligen Königs in dem folgenden Kriegszug gegen Amalek vollauf bestätigt (1. Sam 15). Der Mann nach der Wahl des Volkes muss nun einem anderen – David – Platz machen.
Es gibt nur Einen, dem Gott den Platz der Macht uneingeschränkt anvertrauen kann. David war nur ein schwaches Vorbild von Ihm. Der Herr Jesus, der in den Tagen seiner Erniedrigung gehorsam war und ausharrte, wird in vollkommener Gerechtigkeit für Gott herrschen, und dieser Tag wird bald kommen. Dann wird der Wille Gottes geschehen im Himmel wie auf der Erde. „Komm, Herr Jesus!“
Samuels letzter Besuch bei Saul
Nun wurde offenbar, dass der Mann nach dem Herzen des Volkes völlig hilflos war. Saul hatte versäumt, die Amalekiter mit Stumpf und Stiel auszurotten, und das bewies, dass der Wille Gottes in seinem Herzen keinen Raum hatte. Zu seinem eigenen Vorteil wurde reiche Beute zurückbehalten. Damit bestätigt Saul, wie wahr die ernsten Worte in Römer 8,7.8 sind: „Die Gesinnung des Fleisches ist Feindschaft gegen Gott, denn sie ist dem Gesetz Gottes nicht untertan, denn sie vermag es auch nicht. Die aber, die im Fleisch sind, vermögen Gott nicht zu gefallen.“
1. Samuel 14,47–52 gibt uns einen kurzen Überblick der Geschichte Sauls als König über Israel. In der Hauptsache war er ein Kriegsmann und in seinen Feldzügen im Allgemeinen auch erfolgreich. Aber er tat nichts vollständig und ging nie bis auf die Wurzel der Dinge. Zum Beispiel „übte er Strafe“ an den Philistern, aber er unterwarf und unterjochte sie nie, sonst wäre der Kampf nicht „heftig gegen die Philister alle Tage Sauls“ gewesen. Er „schlug Amalek“, aber er vernichtete es nicht, so dass er wohl von gestraften, aber nicht von zerschlagenen Feinden umgeben war. – „Wenn Saul irgendeinen kriegstüchtigen Mann und irgendeinen Tapferen sah, so gesellte er ihn sich zu.“ Darin kann man schwer Glauben sehen; vielmehr verlässt sich hier Fleisch auf Fleisch.
Der Geist Gottes widmet nun ein ganzes Kapitel dem Kriegszug gegen die Amalekiter, um uns ganz klar erkennen zu lassen, warum der HERR Saul verwarf und dass dies völlig gerecht war. Wohl stand das Urteil Gottes über diesen Erzfeind seines Volkes schon lange fest. Bereits in Rephidim hatte Gott gesagt: „Krieg hat der HERR gegen Amalek von Geschlecht zu Geschlecht“ (2. Mo 17,16), so dass Mose in seiner Abschiedsrede Israel gebot: „... so sollst du das Gedächtnis Amaleks unter dem Himmel austilgen. Vergiss es nicht!“ (5. Mo 25,19). Was noch ausstand, war ein Wort von Gott, wann genau dieses furchtbare Urteil vollstreckt werden sollte, und dieses nötige Wort erhielt Saul jetzt aus dem Mund Samuels.
Die Anordnungen, die Saul von Samuel erhielt, waren klar und eindeutig. Samuel sagte zu ihm: „Der HERR hat mich gesandt, um dich zum König zu salben über sein Volk, über Israel. So höre nun auf die Stimme der Worte des HERRN. So spricht der HERR der Heerscharen: Ich habe angesehen, was Amalek Israel getan, wie er sich ihm in den Weg gestellt hat, als es aus Ägypten heraufzog. Nun zieh hin und schlage Amalek, und verbannt alles, was er hat, und verschone ihn nicht; und töte vom Mann bis zur Frau, vom Kind bis zum Säugling, vom Rind bis zum Kleinvieh, vom Kamel bis zum Esel“ (1. Sam 15,1–3). Nach diesen Worten sollte gar nichts verschont werden. Gegner der Heiligen Schrift haben sich manchmal darüber ereifert, dass die Anordnungen Gottes gegen die Feinde seines Volkes sehr hart seien, und gefragt: Wenn Gott Liebe ist, warum gebot Er dann seinem Volk ein so grausames Vorgehen? Die Antwort ist sehr einfach: „Gott ist Licht“, ebenso wie Er Liebe ist. Die Nationen in und um Kanaan waren in so entsetzlich Böses abgesunken, dass sie in moralischer Hinsicht ein Geschwür unter den Bewohnern der Erde bildeten. Deshalb war Gott nicht nur gerecht, sondern auch barmherzig gegen andere, wenn Er sie völlig vernichtete, nachdem Er sie in so großer Langmut ertragen hatte. Wird ein guter, gewissenhafter Arzt eine Krebsgeschwulst nicht vollständig herausschneiden? Dass Israel selbst bald vom Bösen angesteckt wurde, lag daran, dass sie schwer dabei versagten, das Gericht Gottes rücksichtslos auszuführen. So brachte der schlechte Einfluss der bösen Nachbarn mit der Zeit auch das Gericht Gottes über sein eigenes Volk.
Amalek ist ein Bild des Fleisches, der alten Natur. Und damit kann Gott nichts anfangen. In unserem Fleisch wohnt nichts Gutes (Röm 7,18). Die Sünde, die darin wohnt, hat Gott in dem Opfer seines Sohnes verurteilt (Röm 8,3). Die Gläubigen werden als solche betrachtet, die das Fleisch samt den Leidenschaften und Begierden gekreuzigt haben (Gal 5,24), das heißt, sie haben das Urteil Gottes über das Böse anerkannt. Ihnen bleibt nichts zu tun übrig, als täglich die „Schösslinge“ zu töten (Kol 3,5–9).
Saul und das Volk „verbannten das ganze Volk mit der Schärfe des Schwertes“, auch „alles Vieh, das gering und schwächlich war, das verbannten sie“. Aber „das Beste vom Klein– und Rindvieh und die Tiere vom zweiten Wurf und die Mastschafe und alles, was gut war“, das wollten sie nicht verbannen (1. Sam 15,9). Das war schlimm für Saul! Als er gegen Ahimelech wegen dessen augenscheinlicher Sympathie für David vorging, war er viel gründlicher; da „schlug er mit der Schärfe des Schwertes, vom Mann bis zur Frau, vom Kind bis zum Säugling, und Rind und Esel und Kleinvieh, mit der Schärfe des Schwertes“ (1. Sam 22,19).
Sauls Verhalten lässt uns an Gefahren denken, denen wir selbst ausgesetzt sind. Es ist leicht, die groben Auswüchse des Fleisches wie Trunkenheit, Hurerei oder dergleichen zu verurteilen, während wir geneigt sind, andere Erscheinungen wie Eitelkeit, Leichtfertigkeit, Geschwätz usw. zu dulden. Wer sonst als der Geist Gottes würde Zwietracht, Eifersucht und Neid in die gleiche Kategorie mit Hurerei, Totschlag und Gelagen einstufen (Gal 5,19–21)? Doch alle diese Dinge entspringen derselben Wurzel: dem unverbesserlichen Fleisch.
Als Gott Samuel mitteilte, was Saul getan hatte und dass es Ihn reute, Saul zum König gemacht zu haben, war Samuel so betrübt, dass er die ganze Nacht zu dem HERRN schrie. In Jeremia 15,1 wird Samuel von Gott selbst unter die hervorragendsten Männer des Gebets gezählt, aber hier war sein Gebet vergebens. Saul war völlig auf die Probe gestellt worden, aber er hatte sie nicht bestanden. Trotz jedes erdenklichen Vorzugs, den er besaß, hatte er hoffnungslos versagt, und es blieb nichts anderes übrig, als das Urteil zu fällen. Trauriges Werk für Samuel, der den treulosen König offenbar aufrichtig liebte! Als er ihn suchen ging, hörte er, dass Saul nach Karmel gegangen sei und sich ein Denkmal aufgerichtet habe, vermutlich eine Gedenksäule, um seinen Sieg zu feiern, denn das Fleisch sucht immer seine eigene Ehre. Schließlich fand Samuel ihn in Gilgal, dem Ort der Beschneidung (Jos 5). Hätte Saul nur die Lehre von Gilgal – Selbstgericht – ein wenig verstanden, wie ganz anders wäre seine Geschichte verlaufen!
Mit welch frommem Wortschwall wurde Samuel von Saul begrüßt! „Gesegnet seist du von dem HERRN! Ich habe das Wort des HERRN erfüllt“ (1. Sam 15,13). Das war eine Lüge, und Saul wusste es nur zu gut. Auf die Frage, was das Blöken des Kleinviehs und das Brüllen der Rinder bedeute, antwortet Saul, dass das Volk das Bes...
Inhaltsverzeichnis
- Titelseite
- Impressum
- Inhaltsverzeichnis
- Einführung
- Was ist ein „Mann Gottes“?
- Hanna, ihr Gebet und ihr Lobpreis
- Der Knabe, umgürtet mit dem Ephod
- Die nächtliche Offenbarung
- „Ikabod“
- Die Stiftshütte ohne Lade
- Die Versammlung in Mizpa
- Eben-Eser
- Prophet und Richter
- „Setze einen König über uns ein“
- Die Weise des Königs
- Saul und die Eselinnen
- Die Begegnung Samuels mit Saul
- Zelzach, Tabor und Gilgal
- Das Los von Mizpa
- Die Rettung von Jabes-Gilead
- Das Ende des Richtertums
- Der Niedergang des Königs
- Samuels letzter Besuch bei Saul
- „Gehorchen ist besser als Schlachtopfer“
- Der Mann nach dem Herzen Gottes
- Die Kraft des Geistes Gottes
- Samuels Tod
- Samuel in Endor
Häufig gestellte Fragen
Ja, du kannst dein Abo jederzeit über den Tab Abo in deinen Kontoeinstellungen auf der Perlego-Website kündigen. Dein Abo bleibt bis zum Ende deines aktuellen Abrechnungszeitraums aktiv. Erfahre, wie du dein Abo kündigen kannst
Nein, Bücher können nicht als externe Dateien, z. B. PDFs, zur Verwendung außerhalb von Perlego heruntergeladen werden. Du kannst jedoch Bücher in der Perlego-App herunterladen, um sie offline auf deinem Smartphone oder Tablet zu lesen. Erfahre, wie du Bücher herunterladen kannst, um sie offline zu lesen
Perlego bietet zwei Pläne an: Essential und Complete
- Essential ist ideal für Lernende und Fachkräfte, die es genießen, eine Vielzahl von Themen zu erkunden. Greife auf die Essential Library mit über 800.000 vertrauenswürdigen Titeln und Bestsellern in den Bereichen Wirtschaft, persönliche Weiterentwicklung und Geisteswissenschaften zu. Enthält unbegrenzte Lesezeit und Standard-Vorlesestimme.
- Complete: Perfekt für fortgeschrittene Lernende und Forschende, die vollen, uneingeschränkten Zugriff benötigen. Entsperre über 1,5 Millionen Bücher zu Hunderten von Themen, einschließlich akademischen und spezialisierten Titeln. Der Complete-Plan enthält außerdem fortschrittliche Funktionen wie Premium Vorlesen und Forschungsassistent.
Wir sind ein Online-Lehrbuch-Abonnement-Service, bei dem du für weniger als den Preis eines einzelnen Buchs pro Monat Zugriff auf eine gesamte Online-Bibliothek erhältst. Bei über 1,5 Millionen Büchern zu mehr als 990 Themen bist du bestens versorgt! Erfahre mehr über unsere Mission
Achte auf das Symbol zum Vorlesen bei deinem nächsten Buch, um zu sehen, ob du es dir auch anhören kannst. Bei diesem Tool wird dir Text laut vorgelesen, wobei der Text beim Vorlesen auch grafisch hervorgehoben wird. Du kannst das Vorlesen jederzeit anhalten, beschleunigen und verlangsamen. Erfahre mehr über die Funktion „Vorlesen“
Ja! Du kannst die Perlego-App sowohl auf iOS- als auch auf Android-Geräten nutzen, damit du jederzeit und überall lesen kannst – sogar offline. Perfekt für den Weg zur Arbeit oder wenn du unterwegs bist.
Bitte beachte, dass wir Geräte, auf denen die Betriebssysteme iOS 13 und Android 7 oder noch ältere Versionen ausgeführt werden, nicht unterstützen können. Mehr über die Verwendung der App erfahren
Bitte beachte, dass wir Geräte, auf denen die Betriebssysteme iOS 13 und Android 7 oder noch ältere Versionen ausgeführt werden, nicht unterstützen können. Mehr über die Verwendung der App erfahren
Ja, du kannst auf Samuel von W.W. Fereday im PDF- und/oder ePUB-Format sowie auf andere beliebte Bücher in Theology & Religion & Biblical Commentary zugreifen. In unserem Katalog stehen über 1,5 Millionen Bücher zur Verfügung.