Mythische Sphärenwechsel
eBook - ePub

Mythische Sphärenwechsel

Methodisch neue Zugänge zu antiken Mythen in Orient und Okzident

  1. 658 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
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Mythische Sphärenwechsel

Methodisch neue Zugänge zu antiken Mythen in Orient und Okzident

Über dieses Buch

Journey to the realm of the dead, transfer to the Island of the Blessed, ascension to heaven - with innovative theoretical and methodological approaches, myths about the change of spheres can be reconstructed as narrative materials with different variants and strata. The new approaches pursued here open up dynamic processes of myth transmission and surprise with the proof of different strata, which reveal an intertwining of several levels of meaning.

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Information

Jahr
2019
eBook-ISBN:
9783110652840
Daniel A. Werning

Der mythische Stoff des Sonnenaufgangs in ägyptischen Texten und Bildern des 15.-10. Jahrhunderts v. Chr.

Hinweis: Der vorliegende Beitrag ist im Rahmen einer Anstellung am Exzellenzcluster 264 „Topoi“ im Kontext der von der DFG geförderten Forschergruppe 2064 „STRATA – Stratifikationsanalysen mythischer Stoffe und Texte in der Antike“ (Assoziiertes Projekt „Altes Ägypten“) entstanden.
Abstract: The paper examines the mythical narrative material (German Stoff, pl. Stoffe) of the sunrise, i.e., the change of the sun god from a chthonic to a heavenly sphere in the eastern horizon as it is attested in selected text and text/image compositions from ancient Egypt of the 15th-10th centuries BCE. First, the elementary action-bearing units attested in these texts are collected and classified and an attempt is made to bring them into a natural chronological order. Subsequently, some of these units found in sunrise texts are pursued that obviously come from other mythical Stoffe (the myth of Chnum with the pottery wheel, the myth of the creation of the world, the myth of Osiris). It is proposed to understand these units, in the context of the course of the sun, as (originally) metaphorical ways of speaking, as a metaphorical instrumentalization. In a following section, another element of sunrise-texts, the door of heaven, is investigated, which is documented in texts that are not specifically about the sunrise at their core, but that are dealing with another type of changing spheres or border crossing (spells from the Pyramid Texts and Book of the Dead, temple ritual). A functional network of lending and borrowing of elements of mythical Stoffe emerges around the mythical Stoff of the sunrise.

1Einführung

1.1Vorbemerkungen

Aus dem alten Ägypten sind, verglichen mit anderen Kulturen des Mittelmeerraumes, auffällig wenige Mythen in mehr oder minder kohärenter und insbesondere narrativer Form bezeugt. Vielmehr finden wir zumeist nur „Mythen-Schnipsel“ und „Andeutungen“ – dies allerdings in beachtlicher Zahl. Zwei Denkansätze scheinen geeignet, diesen für uns zunächst merkwürden Befund zu erklären718.
Der – wie ich ihn nennen möchte – „medienkritische“ Ansatz schlägt vor, dass es sich um eine Textgenre-Lücke handelt. Narrativ kohärent entfaltete Mythen wären zuallererst nur mündlich kommuniziert worden719. In den verschriftlichten Textgattungen, z. B. im Ritual, und in Bildern ist es üblich, Abschnitte von Mythen und deren sinntragende und sinnstiftende Funktionen anhand von Erwähnungen von nur einzelnen oder wenigen, oft stichwortartigen Andeutungen zu aktivieren. Aber für eine narrativ-kohärente Verschriftlichung hätte sich erst später ein Anwendungskontext, eine Motivation herausgebildet (z. B. „schöne Literatur“ im traditionellen Sinne wie im Falle des „Streits zwischen Horus und Seth720).
Ein intellektuell stimulierender, „geistesgeschichtlicher“ Ansatz wurde zuvorderst von Jan Assmann entwickelt und als „offene Frage“ in den Raum gestellt721. Er fragt, ob hinter den scheinbaren Teilen von Mythen nicht vielleicht zunächst gar keine kohärent-narrativen Mythen gestanden haben – dies sei eine nicht notwendige, modern-kulturbedingte Vorannahme –, sondern ob die in entsprechenden Texten angesprochenen „Götterkonstellationen“ nicht weitgehend autark ihre Bedeutung trugen und entsprechend aktualisiert werden konnten. Dass ab dem 2. Jahrtausend v. Chr. vereinzelt narrativ-kohärente Mythen belegt sind, wäre demzufolge ein geistesgeschichtlich sekundäres Phänomen.
Die Frage danach, wie denn die Götterkonstellationen bzw. mythischen „Handlungsschnipsel“ außerhalb narrativ-kohärenter Zusammenhänge zu ihren Bedeutungen kommen, scheint mir und anderen Forschenden aber ein Schwachpunkt der geistesgeschichtlichen Hypothese zu sein722. Ich operiere daher auf Grundlage des medienkritischen Ansatzes, gehe also davon aus, dass es mündlich kommunizierte, narrativ-kohärente, mythische Texte und damit auch deren inhaltlichen Kern, d. h. „Mythen“, gegeben hat. Dabei hat es offensichtlich im Detail abweichende Mythen-Varianten gegeben, die aber durch Familienähnlichkeit, etwa durch einen gemeinsamen mythischen Haupt-Plot und teilweise gemeinsame Götter-/Göttinnenkonstellationen, dem gleichen Mythos zugeordnet werden können723.

1.2Methodik

Dieser Beitrag erprobt die von Christian Zgoll (2019; 2020 in diesem Band) ausgearbeitete, der Forschungsgruppe zugrunde gelegte Methode der Dekomposition von Texten in – hinsichtlich Genus Verbi, Modus, Tempus und Aspekt – normalisierte, elementare, handlungsrelevante Prädikationen, für die er die Bezeichnung „Hyleme“ vorgeschlagen hat. Darauf aufbauend, wird der Versuch unternommen aus diesen Einheiten einen im ordo naturalis angeordneten – in diesem Fall „mythischen“ – „Stoff“ zu (re)konstruieren724. Neben mythischen...

Inhaltsverzeichnis

  1. Cover
  2. Titelseite
  3. Impressum
  4. Vorwort
  5. Inhaltsverzeichnis
  6. Mythische Sphärenwechsel. Eine Einleitung
  7. Myths as Polymorphous and Polystratic Erzählstoffe
  8. Durch Tod zur Macht, selbst über den Tod
  9. Zum Hades und darüber hinaus
  10. Sphärenwechsel innerhalb des Totenreichs
  11. An der Schwelle zur Unterwelt
  12. Der mythische Stoff des Sonnenaufgangs in ägyptischen Texten und Bildern des 15.-10. Jahrhunderts v. Chr.1
  13. Helden am Himmel – Helden im Himmel
  14. Jhwh, die David-Dyastie und ihre Erben
  15. Carmen Christo quasi Deo
  16. Sphärenwechsel im Christusmythos
  17. Autorenverzeichnis
  18. Namens-, Sach- und Stellenregister