
Warum Bußgelder nicht immer abschrecken. Erklärungsansätze und Studien im Überblick
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Warum Bußgelder nicht immer abschrecken. Erklärungsansätze und Studien im Überblick
Über dieses Buch
Studienarbeit aus dem Jahr 2015 im Fachbereich Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation, Note: 1, 7, FernUniversität Hagen (Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftspolitik), Veranstaltung: Freakonomics, Sprache: Deutsch, Abstract: "Ab sofort zahlt jeder der zu spät kommt für jede Minute 10 Cent!" Wie viele Arbeitsberatungen, Teambesprechungen oder Sportstunden wurden schon mit diesem Satz oder einem ähnlichen Satz eingeleitet? Auch in der Presse ist häufig von Kindergärten, Schulen und Vereinen zu lesen, die Strafgebühren für das Zuspätkommen erheben. Die Idee, Pünktlichkeit durch die Einführung eines Strafzinses herbeizuführen, ist auf den ersten Blick nachvollziehbar. Bisher wurde das Zuspätkommen nicht durch eine solche monetäre Strafe sanktioniert. Durch die Einführung der Strafe steigen nun die Kosten für das Zuspätkommen, weshalb ein nutzenmaximierender homo oeconomicus unter sonst gleich bleibenden Bedingungen versuchen wird, künftig pünktlich zu erscheinen, um sein Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht zu verschlechtern. Folglich führt bereits die Androhung einer Strafe entsprechend der Hypothese der Abschreckung ceteris paribus dazu, dass Regeln, Gesetze und Normen eingehalten werden. Diese Hypothese wird jedoch von URI GNEEZY und ALDO RUSTICHINI in dem Artikel "A fine is a price", in welchem eine Feldstudie an mehreren Kindertageseinrichtungen (KiTa) beschrieben wird, in Frage gestellt. Einige Eltern kamen erst nach der eigentlichen Öffnungszeit, um ihre Kinder abzuholen, weshalb ein Erzieher so lange bleiben musste, bis alle Kinder abgeholt wurden. Um diesem Verhalten der Eltern entgegenzuwirken, wurde ein Bußgeld für jene Eltern eingeführt, die ihre Kinder erst nach der Schließzeit abholten. Doch entgegen der Erwartung, dass aufgrund des Bußgeldes weniger Eltern ihre Kinder zu spät abholen werden, stieg deren Anzahl signifikant an. Wie kommt es zu diesem aus standardökonomischer Sicht nicht rationalem Verhalten?In der vorliegenden Arbeit wird zunächst der Aufbau der Fallstudie von URI GNEEZY und ALDO RUSTICHINI dargestellt und die Erklärungsansätze der beiden Autoren skizziert. Anschließend wird das formale Modell von CHUNG-CHENG LIN und C.C. YANG zur Erklärung des Verhaltens der Eltern erörtert und veranschaulicht. Schließlich werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der verschiedenen Erklärungen diskutiert.
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